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 Kapitel 3 - Harmloser Frühling?

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AutorNachricht
Samir


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Fr Jun 04, 2010 9:40 am

Still verharrte der Rüde in Mikas Kehle, die hellen Augen geschlossen. Sein ganzer Körper war entspannt. Und er wusste nicht einmal, wie nahe er der Ohnmacht war. Seine Gedanken waren friedlich und merkwürdigerweise galten sie alle Ramyla. Wieso musste er immerzu an diese Fähe denken? Er wollte nicht an sie denken. Samir wollte die Augen öffnen, aber er ließ sie geschlossen. Plötzlich lösten sich die gefährlichen Fänge um seine Kehle und sein Kopf viel zu Boden. Verwirrt blinzelte der nachtschwarze Rüde und zuckte mit den Ohren. Sein Blick wanderte langsam zu Ramyla. Schmerzerfüllt blickte er sie an. Sie blickte zurück und Samir wandte den Blick ab. Er lag auf der Seite und aus seiner Wunde im Nacken lief Blut. Etwas stimmte nicht.

Wie durch Watte hörte der Rüde wieder Blakes beruhigende Stimme. Er nahm Mika im Rudel auf, machte ihn jedoch zum Omega. Samir wollte den Fang öffnen und ihm zuschreien, dass er Mika sofort töten sollte. Aber nichts regte sich. Sein Blick wanderte durch das Geäst der Bäume in den Himmel. Er atmetre tief aus und merkwürdige Schwärze trübte seinen Blick. Er blinzelte verwirrt, aber die Schwärze wurde tiefer und bunte Punkte tanzten vor seinen Augen. Er zwang sich, sie offen zu halten und spürte schließlich Ramylas Gegenwart. Sanft wandte er den Kopf zu ihr. Ihre Stimme war wie eine Heilung für ihn und er schaubte leise, als sie ihm über die Schauze leckte. Seine verwirrten Augen fanden ihre sanften Bernsteinaugen. Wie schön sie war. Wahrscheinlich wusste Myla nicht einmal, wie wunderschön sie für ihn war. Seine Ohren zuckten, als Namid sich näherte. Er kannte den Geruch des Altwolfes bereits unbd wandte diesem kurz widerwillig den Blick zu, ehe er wieder zu Myla blickte. Sie fragte, ob alles in Ordnung mit ihm war. Nein. Alles tat ihm weh. Er blickte der Fähe nochmals in die Augen, ehe er langsam den Oberkörper hochwuchtete. Er wich Ramyla dabei aus und wandte sich Blake zu.

"Ich... ich komme nach.",

meinte er und blickte seinen Bruder an. Er hoffte, dass Blake es verstand, dass er einmal alleine sein wollte. Auch wenn er verletzt war. Aber die Wunde würde heilen wie alles andere. Er fühlte sich merkwürdig und musste immerzu zu Ramyla gucken. Und er wollte es nicht. Etwas stimmte nicht. Er wusste, dass Myla nicht für ihn das empfand... was er für sie fühlte. Und er wollte nichts fühlen! Für keine der Fähen... und doch tat er es. Es war ungewohnt und manchmal spielte er tatsächlich mit dem Gedanken, einfach wieder zu gehen. Langsam setzte er sich in Bewegung und trottete noch tiefer in den Wald. Er musste nachdenken. Darüber nachdenken, was mit Myla war. Oder eher, was mit ihm war. Er... liebte sie. Und er wollte es nicht. Wenn er sie überhaupt liebte. Es war alles so unklar. Sein Blick trübte sich erneut und er ließ sich in ein weiches Moosgeflecht sinken. Er ließ den Kopf auf die Pfoten sinken und schloss die Augen. Müdigkeit überkam ihn wie eine Welle. Was war, wenn Myla anfing, ihn zu meiden? Es würde ihn zerstören. Schon wieder. Er musste an Moira denken und sah in Gedanken ihre feine, weiße Gestalt. Er seufzte leise und drückte seine Schauze ins Moos. So müde... würde er sterben, wenn er einschlief? Er versuchte, sich wach zu halten und blickte in den tiefen Wald.


[In Mikas Fängen | Blick Myla an | Geht in den Wald | Müde & denkt über Myla nach]


Zuletzt von Valinor am So Jun 06, 2010 3:34 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Fr Jun 04, 2010 11:40 am

Wütend knurrte Ramyla. Nein, sie würde sich nicht von der verdammten Bewusstlosigkeit in die Knie zwingen lassen! Sie nicht! Trotzig hob sie ruckartig den Kopf und riss gewaltsam die Augen auf. Einen Moment lang sah sie gar nichts, genau so schnell klarte sich ihre Sicht jedoch auch wieder. Na also, es ging doch! Zufrieden nickte Myla kurz, automatisch suchte ihr Blick die hellen, ihr schon so vertrauten Augen… Klar und sanft. Wie konnten sie ihr jetzt schon vertraut sein? Die Fähe verstand es einfach nicht.
Aber es tat ihr gut, bei ihm zu sein. Auch wenn sie den Schmerz in ihm beinahe fühlen konnte. Dieser hundsgemeine Rüde hatte ihn an der Schulter verletzt, Ramyla zwang sich, nicht hinzusehen. Zwang? Sie hätte sich eher dazu überwinden müssen, den Blick von seinen Augen abzuwenden.
Samir kämpfte sich auf, Myla folgte ihm mit den Augen, sie blinzelte verwirrt. Wieso sagte er das? Es hörte sich… so an… als wollte er… seine Ruhe haben. Vor ihr. Natürlich… wie hätte es auch anders sein können. Erst in diesem Augenblick merkte Ramyla, dass sie sich wirklich Hoffnungen gemacht hatte. Hoffnungen, dass er sie… vielleicht auch mochte. Resigniert schüttelte sie den Kopf. Was hatte sie sich nur dabei gedacht… gar nichts. Wieder mal. So war sie eben, sie dachte nie nach, ob etwas richtig oder falsch war.

.oO(Dumme Wölfin!)Oo.,

schimpfte sie sich selbst in Gedanken. Enttäuscht blickte sie Samir nach, der davon trottete. Wäre sie auch nur ein bisschen weniger stur, ein bisschen weniger unverbesserlich gewesen, hätte sie jetzt aufgegeben. Aber das tat sie nicht. Sie war immer noch Ramyla. Wieder schlich sich verzweifelte Entschlossenheit in ihr Herz.
Vorsichtig richtete sie sich auf, bis sie auf den Pfoten stand. Vor allem der Nacken tat ihr zwar immer noch weh, aber es ging ihr verhältnismäßig fast gut. Äußerlich. Und innerlich? Innerlich… war sie zerschlagen. Zerrissen. Aber Myla ließ es sich nicht anmerken. Ihre Augen huschten zu Blake und zuckten dann wieder in Samirs Richtung. In die Richtung, in die er verschwunden war.
Sie fühlte sich nicht gut genug, um zu sprechen und erst recht nicht, um ihm zu erklären, warum sie ihm folgen würde. Ob der Alpha etwas ahnte? Jetzt kannten sie sich schon ziemlich lang… Unwillig schüttelte Ramyla den Kopf. Das war doch völlig egal. Sie würde ihren Stolz vorerst auf jeden Fall nicht überwinden können, um mit ihm darüber zu sprechen. So wandte sie sich wortlos ab und setzte sich zögernd in Bewegung.
Einerseits, weil ihre Pfoten schmerzten. Andererseits, weil sie… wusste, dass Samir sie nicht sehen wollte. Was sollte er auch mit ihr anfangen? Mit ihr? Einer kleinen, unerfahrenen, sich selbst überschätzenden, beinahe größenwahnsinnigen Fähe…
Immer schneller, immer hastiger wurden ihre Schritte. Sie durfte Samirs Fährte nicht verlieren. Immer stärker wurde sein Geruch, immer näher kam sie. Damit schwand jedoch auch ihre Entschlossenheit. Was sollte sie sagen, wenn sie vor ihm stand? Sie hatte keine Ahnung. Doch bevor sie wieder in Hoffnungslosigkeit verfiel, rief sie sich zur Ordnung. Jetzt hatte sie es schon einmal angepackt, jetzt würde sie das auch durchziehen! Trotzdem wurde ihr Lauf immer langsamer, ihr Blick zuckte zwischen den Bäumen umher. Und dann sah sie ihn.
Die Sonne stand bereits weit im Westen und warf ihre goldenen Strahlen durch das Blätterdach, das das sanfte Licht dämpfte. Es spielte mit den Schwarztönen in Samirs Fell. Es war nicht pechschwarz. Auch… wenn man es nicht als Braun oder Grau bezeichnen konnte. Wie ein sachter Schimmer überzog das Abendlicht den Pelz des dunklen Rüden. Ramyla blieb stehen, konnte den Blick jedoch nicht von ihm lösen.
Auch wenn er die Augen nicht in ihre Richtung gewandt hatte, schien es ihr, als würde sie das Leuchten in ihnen trotzdem noch sehen. Betreten legte Myla die Ohren ein wenig an. Leise, zaghaft setzte sie an.

"Samir… ich wollte… dich nicht stören… aber…"

Die Wölfin brach ab und senkte den Blick. Verdammt. Was redete sie da für unsinniges Zeug zusammen?! Wenn sie ihn nicht stören wollte, warum tat sie es dann? Er wollte doch einfach nur Ruhe vor ihr…
Ramylas Schwanzspitze zuckte unschlüssig. Was jetzt?

"…geht es dir wirklich gut?",

beendete sie schließlich ihren Satz. Und wenn nicht? Was konnte sie schon tun? Sie kannte keine Heilpflanzen, konnte ihm nicht helfen. Es war doch sowieso alles egal. Hätte sie Mika doch gleich umgebracht!
Mutlos schüttelte sie leicht den Kopf. Es war alles egal… alles.


[Ist enttäuscht von Samir | Läuft ihm nach | Spricht ihn an]


Zuletzt von Valinor am So Jun 06, 2010 3:41 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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Samir


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Sa Jun 05, 2010 10:29 am

Die Müdigkeit schien, ihn zu packen, aber Samir setzte sich durch. Weiterhin starrte er in den Wald. Die vielen Fragen in seinem Kopf sammelten sich zu einem wirren Haufen. Er fand keine Zeit, darüber nachzudenken. Er musste sich darauf konzentrieren, nicht einzuschlafen. Und das fiel ihm schwer. Eine Frage lastete besonders schwer auf ihm. Warum, verdammt, warum empfand er das für Ramyla, was er niemals für sie empfinden durfte? Die Welt war ungerecht und Samir lernte es gerade mit voller Wucht kennen. Diese Fähe lag ihm am Herzen und er wollte es sich nicht schon wieder antun, eine Weitere zu verlieren. War es nicht besser, zu gehen?

Er wusste nicht, wieso ihn dieses Gefühl überkam. Der einfache Drang danach, wegzulaufen. Vor sich selbst wegzulaufen? Vielleicht. Aber er würde auch vor Myla weglaufen. Wieso er? Ja, mag sein, sie war ihm nachgelaufen zum Kampf. Aber das waren sie alle. Er wusste, dass Myla alles anders sah als er. Aber wie konnte er nicht mehr an sie denken? Seine ganzen Sinne sagten ihm, sich von der Fähe fernzuhalten. Aber wenn er das nicht schaffte? Wenn er ein Schwächling war und somit ihr Leben und seines dazu zerstörte. Nein. Seins war schon beinahe zerstört. Er hatte seinen Bruder gefunden, aber geändert hatte die Tatsache nicht, dass er Moira umgebracht hatte. Immer wieder musste er an die weiße Fähe denken. Jedes Mal. Egal was geschah; alles schien, einen Zusammenhang mit ihr zu haben. Und dann kam Ramyla. Die Braune hatte sein ganzes Leben von Grund auf noch mehr verdreht, indem sie ihn einfach mit ihren Bernsteinaugen ansah.

Samir kannte Ramyla kaum. Er wusste nichts über sie und dennoch... mochte er sie. Und er konnte nichts dagegen tun. Samir schnaubte leise und drückte die Schnauze ins weiche Moosgeflecht. Es roch frisch und die Spuren vieler Tiere führten über die Moose. Er konnte nicht riechen, was näherkam und was nicht. Und so bemerkte er auch nicht, wie sie näherkam. Erst, als er ihre sanfte und zugleich zögernde Stimme hörte, blickte er auf. Die Strahlen der untergehenden Sonne brachten die Spitzen ihren braunen Pelzes regelrecht zum Schimmern und ihre Augen zum Leuchten. Er blickte sie verwirrt an. Wieso war sie gekommen? Nur um zu fragen, ob es ihm wirklich gut ging? Samir war keinesfalls wütend auf sie, weil sie ihm gefolgt war. Er war verwundert.

"Naja... sehr gut geht es mir nicht. Wieso bist du hier? Blake braucht dich beim Rudel. Du bist schließlich Gammera. Doch sag, wieso bist du mir gefolgt? Nur um zu fragen, ob es mir gut geht? Ramyla, ich muss sagen, du bist wirklich außergewöhnlich stur, dickköpfig und eigensinnig. Aber das meine ich nicht schlecht."

Er wandte den Kopf von ihr ab und drehte ihn zur Sonne. Sie hing über den Bäumen rotorange am Horizont. Die Strahlen schienen, seine Augen zu erhellen. Dann schüttelte er den Kopf. Er verstand es nicht. Wieso folgte sie ihm? Wollte sie ihn denn noch mehr quälen?

"Blake und das Rudel brauchen dich mehr als ich.",

meinte er knapp, ohne sie anzusehen. Er meinte diese Worte ernst und sie stimmten sogar. Er durfte nicht mehr so sein wie vorher. Er wusste, dass sie ihn vielleicht nur als Freund sah. Aber sie wusste nicht, was er sah. Es war zum Verrücktwerden. Er schnaubte und senkte den Kopf auf die Pfoten.

"Warum bist du hier?"


[Im Wald | denkt nach | bemerkt Myla | antwortet ihr]


Zuletzt von Valinor am So Jun 06, 2010 3:48 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Sa Jun 05, 2010 12:35 pm

Jetzt hätte Ramyla gerne das Bewusstsein verloren. Aber gerade in diesem Moment ging es ihr natürlich gut. Vom Körperlichen her… Warum war sie ihm nur nachgerannt? Warum? Er wollte nicht in ihrer Nähe sein, das war nicht zu leugnen. Schließlich hatte er es ihr beinahe zu eindeutig zu verstehen gegeben. Trotzdem…
Während Ramyla zuhörte, starrte sie auf ihre Pfoten. Samirs Stimme klang wie immer ruhig und sanft. Oder lag da eine Spur Missbilligung in seiner Stimme? Natürlich, er wollte sie eben nicht in seiner Nähe haben. Sie war einfach zu… kindisch. Genau das war es. Doch auch wenn ihr nebenher diese Gedanken durch den Kopf schossen, hörte sie Samir dennoch genau zu.
Ja, sie war Gammera. Aber sie war es nicht wert, dass man ihr so viel Vertrauen entgegen brachte. So viel Verantwortung… sie benahm sich schließlich wie eine tollpatschige Jungwölfin. Vor allem, wenn sie in diese hellen Augen sah… also hielt sie den Blick lieber gesenkt.
Wieso sie ihm gefolgt war? Das fragte sie sich doch selbst die ganze Zeit. Und bis jetzt hatte sie noch keine Antwort darauf gefunden. Er durchschaute sie, wusste genau, dass es nicht einfach nur war, weil sie sehen wollte, ob es ihm gut ging. Aber was war es dann? Ramyla hatte keine Ahnung. Oder wollte die zumindest nicht haben.
Die Fähe zuckte zusammen. Stur, dickköpfig und eigensinnig. Früher hatte ihr das beinahe gefallen. Aber Samir schien, es nicht zu mögen… daran konnte auch nicht ändern, dass er noch hinzufügte, dass er das nicht im schlechten Sinne meinte. Wie eine unerfahrene Jungwölfin, nein, eher eine dumme Welpin.
Auch seine nächsten Worte stimmten. Er brauchte sie nicht. Niemand tat das… sie war doch gar nichts, sie war klein und schwach. Ein Klotz am Lauf. Sonst nichts. Am liebsten wäre sie vor Scham im Boden versunken und nicht mehr aufgetaucht. Und dann noch mal diese eine Frage. Fast wütend hob sie den Blick.

"Na ja, wie du sagtest, ich bin Gammera, ich muss darauf achten, dass keiner zurückbleibt! Was ist los? Warum… bist du gegangen? Vor allem, wenn du verletzt bist!"

Doch ihre Wut schmolz im Abendlicht dahin, als würde die Sonne auf frisch gefallenen Schnee brennen. Sie wusste es doch genau. Warum er gegangen war. Myla setzte eine missmutige Maske auf, sie wusste nicht, wie sie sonst ausgesehen hätte.

"Jetzt komm schon, lass mich mal sehen…"

Erst zögerte sie noch kurz, dann trat sie zu ihm, wahrte jedoch einen kleinen Abstand. Ihr prüfender Blick schweifte über sein nachtschwarzes Fell, bis er an der Wunde am Nacken hängen blieb. Dort, wo dieser gottverdammte Rüde sich festgebissen hatte. Ihrer eigenen Verletzung schenkte sie vorerst keine Beachtung mehr.
Es sah ziemlich schlimm aus, doch zwang Ramyla sich, hinzusehen. Das Blut war schon leicht angetrocknet und verklebte das dunkle Nackenfell. Erst wollte die Fähe ihm die Wunde säubern, ließ es dann jedoch sein. Das wollte er bestimmt nicht.

"So, du lässt dir das jetzt von jemandem ansehen, der sich damit auskennt.",

bestimmte sie. Der neu hinzugekommene, ältere Rüde… vielleicht wusste er etwas von Heilpflanzen… Hoffentlich. Ramylas Blick schweifte wieder zu Samirs Augen, ganz unbewusst. Und blieben natürlich an ihnen hängen. So hell und doch so sanft. Wie warmes Gold...


[Hört Samir zu | Redet mit ihm | Tritt zu ihm und sieht sich seine Wunde an | Verliert sich in seinen Augen]
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Raziel


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   So Jun 06, 2010 5:40 am

Raziel schaute gespannt zu Mika und hörte ihm zu, ohne ihn zu unterbrechen. Als danach der Rüde aufgenommen wurde, verspürte Raziel gar nix; kein Hass gegen ihn. Nein, der Wolf in ihm wirkte emotionslos. Er schaute zu Myla und Samir; das Paar, das zueinander gefunden hatte. Erst jetzt bemerkte Raziel, dass Frühling war und das Wölfe zusammenfanden. Aber was sollte Liebe schon sein? Raziel hatte es nicht kennengelernt und er wollte es auch nicht. Liebe kann einen verletzen und zum Tod führen vor Schmerz. Der schwarzbraune Rüde ging ohne ein Wort in den Wald hinein, ohne dem Rudel Bescheid zu sagen, wo er hin wollte. Aber wohin wollte er? Das wusste Raziel selber nicht. Weit weg vom Rudel, damit ihn man nicht so leicht finden konnte. Im Schritttempo trabte der Wolf zwischen den Bäumen hindurch. Der Staub und die getrockneten Blätter tanzten im Winde, der vorbei wehte. Der Wind hatte den Geruch der schönen, süßlichen Blumen in sich, der um seine Nase wehte. Die Brise frisch und angenehm, wie sie über sein schwarzbraunes Fell strich.
Der Rüde stoppte kurz und schaute nach hinten, ob er weit genug weg war. Nein, er war nicht weit weg, aber irgendetwas störte ihn. Den Geruch von ihm konnte man locker aufnehmen und das wollte er nicht, dass irgendjemand ihm folgte. Er wollte ganz alleine mit der Natur um sich sein. Er schaute sich um und sah Moos und Schlamm. Dies würde seinen Geruch größtenteils verdecken; das wusste er eindeutig, das hatte ihm der Älteste seines Rudels erzählt.

Er ging auf das Moos und den Schlamm zu und rollte sich darin, bis alles voller Schlamm und Moos war. Jetzt roch er ganz genau nach dem Wald und sein Geruch war überdeckt. Raziel knurrte zu sich selber; er hasste es, so dreckig zu sein und wie das klebte! Das ganze Fell war nun braun nur seine schwarze Nase und seine Augen sah man. Ein bisschen von der braunen Substanz gelangte sogar in seine Ohren. Nach dem schönen Moos- und Schlammbad ging er weiter. Immer weiter und weiter vom Rudel entfernt. Das Rauschen eines Baches war zu hören; wie schön doch diese Melodie klang. Raziel wollte so schnell wie möglich dorthin und lief mit schnellem Tempo. Aber leider irrte er sich mit den Bach; es war ein Fluss.

.oO(Ein kühles Bad würde mir gut tun…)Oo.

Mit einen großen Satz sprang er ins kühle Nass und paddelte wie wild mit den Pfoten, um ans andere Ufer zu kommen; und das gelang ihm. Klitschnass kullerten die Tropfen nach unten. Raziel schüttelte sich das Wasser aus dem Fell. Er schaute sich um und sah Felsen. Er ging zum Größten und kletterte mit Mühe rauf, da dieser sehr hoch war und die Wunde noch ein bisschen schmerzte. Er legte sich hin und betrachtete den Himmel, der sich langsam rot färbte. Es war ein schöner Sonnenuntergang und ein Falke schwebte im Himmel. Raziel schloss die Augen und genoss die Melodie der Natur, ohne einen Gedanken an etwas anderes zu verlieren. Sein Kopf war leer von den schlimmen Gedanken, die ihn plagten und die Ruhe herrschte in ihm.


(geht in den Wald hinein weit weg vom Rudel / überquert den Fluss und genießt die Natur)


Zuletzt von Valinor am Mo Jun 07, 2010 5:30 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Mo Jun 07, 2010 6:14 am

Resigniert schüttelte Valinor den Kopf und erhob sich langsam, um niemandem in Schrecken zu versetzen. Die unterwürfige Fähe sprach noch immer kein Wort, sondern hatte sich stattdessen unter einen Ilexbusch verkrochen, dessen Dornen sich nun wohl unbarmherzig in ihren Pelz bohrten. Von dort aus beobachtete sie ängstlich, was um sie herum geschah. Und das waren in der Tat Geschehnisse, die selbst so manchem Rüden Angst eingejagt hätten. Warum musste eine so… unsichere Wölfin ausgerechnet jetzt hier auftauchen, da gerade alles drunter und drüber ging? Der Helle seufzte; er war mit seinem Latein, was diese Fähe betraf, am Ende. Er wandte sich Sakura zu und flüsterte leise:

"Lass gut sein, Kura! Wir können dieser Fähe nur helfen, wenn sie auch selbst will."


Mit einem Blick auf den dornigen Busch fügte er, mehr zu sich selbst, hinzu:

"Und das ist wohl nicht der Fall…"

Er neigte leicht den Kopf in Sakuras Richtung als Geste des Abschieds und trabte dann leichtpfotig in den Wald hinein. Auch wenn die letzten Stunden voller Gefahr und Zorn gewesen waren, so verspürte er doch ein kräftiges Hungergefühl, das seinen Magen zum Grummeln brachte. Er brauchte Fleisch… und ein paar Schlucke kühles Wasser könnten auch nicht schaden. Die rote Sonne der Abenddämmerung fiel gefällig durch die Wipfel der Bäume und trieb ihr farbenfrohes Spiel auf dem Waldboden.


[gibt auf, Abla helfen zu wollen | spricht mit Kura | läuft in Wald hinein]
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Blake


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Mo Jun 07, 2010 12:01 pm

Während Blake wartete, blickte er gedankenverloren durch den Wald. Schließlich ertönte wieder Mikas kalte Stimme. Blake blickte auf. Für einen Omega verhielt Mika sich wie ein Betawolf, mit seinem aufgerichteten Körper und dem herausfordernden Blick. Blake erwiderte diesen, ohne zu blinzeln. Er wirkte ausdruckslos, um den Omegawolf nicht noch mehr zu reizen. Er wusste, dass wohl viele im Rudel nicht sehr zufrieden damit waren, dass der graue Rüde Mika aufgenommen hatte. Aber sie mussten damit leben. Er konnte keine anderen Wölfe töten. Nur, wenn sie auch jemanden aus seinem Rudel getötet hätten. Mika hatte zwar viele angegriffen, aber keinen tödlich verwundet... zumindest hoffte Blake das. Ramyla, Samir und Raziel könnten sich jederzeit eine Krankheit einfangen, wenn sie mit der offenen Wunde herumliefen. Blake zuckte leicht zusammen, ehe er sich wieder Mika zuwandte. Er schüttelte den Kopf.

"Nein Mika. Ich bin nicht mit deinen Worten einverstanden. Alleine jagen? Nein, mein Vertrauen hast du dir verspielt. Entweder du jagst in der Gruppe, oder gar nicht. Aber gewiss nicht alleine. Und du bist nicht unsterblich. Man kann dich töten, aber wir werden es nicht tun. Genug jetzt mit den Diskussionen! Du wirst tun, was ich sage. Wer sich entschließt, sich einem Rudel anzuschließen, der muss auch lernen, den Worten des Alphas zu folgen! Wer dies nicht kann, muss alleine bleiben."

Er blickte Mika lange an, ehe er seinen Blick abwandte. Ramyla hatte ihm nicht geantwortet, wie so oft. Blake seufzte schwer. Diese Fähe hatte ihren eigenen Schädel. Es war selten, dass sie überhaupt jemand anderen außer Samir antwortete. Und so war es. Wieder war die Braune bei Samir und leckte ihm sanft über die Schnauze. Blake wurde leicht warm ums Herz. Es war so offensichtlich. Die Fähe hatte sich zu seinem Bruder vorgekämpft. Er musste leicht den Kopf schütteln. Schließlich kam auch Namid. Er nickte dem Altwolf kurz zu, ehe er wieder sprach.

"Nun folgt mir! Ihr alle! Eure Wunden sollen sich nicht entzünden. Die Sonne geht unter. Ihr alle sollt noch meiner Geschichte lauschen."

Blake lächelte still. Er hatte geplant, seinem Rudel die Geschichte von dem Himmelswolf und den frühen Jahren zu erzählen. Wie die Heaven Wolves sich fanden und ein starkes Rudel bildeten, dass bald darauf am Winter zerbrach. Aber das Rudel hatte sich wieder aufgebaut. Auch der große Himmelswolf Aníl spielte wie immer eine große Rolle. Es wurde Zeit, dass sie mit den Legenden vertraut wurden. Der graue Alphawolf schüttelte seinen dichten Pelz. Samir stand taumelnd auf und murmelte etwas davon, dass er alleine sein wollte. Blake wollte ihm gerade hinterher rufen, dass er gefälligst hierbleiben sollte, ließ es jedoch. Sein Bruder war schon zu weit weg. Er schnaubte und knurrte leise. Erschrocken stellte er fest, dass dahin, wo Samir ging, auch bald Myla lief. Rasch wandte er den ockerfarbenen Blick und sah gerade noch Ramylas braune Rute in der Ferne. Zornig schnaubte er. Bei Nacht, wenn die Glühwürmer leuchteten, sollten die Wölfe ihre Ränge bekommen. Aber wenn das Rudel nicht beisammen war, ging dies nicht.

Schließlich bellte er nochmals auffordernd, ehe er die Lichtung verließ und in das Waldstück trat, dass ihn von seinem Rudel trennte. Seine großen Pfoten trugen ihn schnell über den Boden. Schließlich lugte sein Kopf hinter den Zweigen einer dichten Tanne hervor. Kurz blickte er sich um, ehe er gänzlich aus dem Wald trat. Valinor verschwand gerade im dichten Grün und er sah, wie Ethell - die junge weiße Fähe - versuchte, mit Abla ins Gespräch zukommen. Er trat näher. Abla lag unter einem Ilexbusch und blickte sich ängstlich um. Blake hoffte, dass Ethell mit ihrer aufmunternden Art und Weise Freundschaft mit Abla schließen würde. Blake blickte die Beiden an und widerstand der Versuchung, ebenfalls etwas zu sagen. Stattdessen blickte er Abla aufmunternd an. Zwar schien die Fähe, sehr ängstlich zu sein und das Rudel überhaupt nicht zu mögen. Dennoch hatte Blake das Gefühl, dass von der wildfarbenen Fähe etwas Besonderes ausging. Er wusste nicht was und sah ihr forschend in die Augen. Schließlich wandte er sich ab und schritt unter seinen Platz unter den Tannen. Er war müde und seine Pfoten trugen noch die Anstrennung des Laufes. Er gähnte und zeigte seine reißenden Zähne, ehe er auf die Ankunft der anderen wartete und den Kopf auf die Pfoten legte. Die Sonne warf ihre letzten Strahlen auf die Erde. Blake fragte sich, wo Samir und Myla waren. Ob es ihnen gut ging? Schließlich waren sie Beiden verletzt. Er wandte seinen Blick wieder Abla zu und versuchte, in ihren Augen ihren Charakter zu lesen.

.oO(Ob sie immer so ist? Nein... sie muss völlig anders gewesen sein. Ich frage mich, wie.)Oo.


[Auf der Lichtung, redet mit Mika | Blickt zu Myla; denkt über sie und Samir nach | Spricht zu den Wölfen auf der Lichtung | Geht zurück zum Rudel, bemerkt Abla; Ethell | blickt Abla an; denkt lange über sie nach]


Zuletzt von Valinor am Mo Jun 07, 2010 10:25 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Di Jun 08, 2010 4:18 am

Mika war ruhig vor dem Alpha stehen geblieben, mit ausdrucklosen Augen und Gesicht. Doch am liebsten hätte Mika jetzt laut mit den Zähnen geknirscht. Ihm gefiel der Alpha immer weniger und weniger. Was dachte sich dieser überhaupt, wer da vor ihm stand? Ein erfahrungsloser, schwacher Welpe? Nein, hier stand Mika, und niemand anderes! Am liebsten hätte Mika sich auf den Rüden geworfen und ihn auf der Stelle getötet.

.oO(Warte, Mika! Es ist noch nicht Zeit dafür. Irgendwann wirst du eine Gelegenheit dazu haben, doch nicht jetzt!)Oo.

Langsam beruhigte sich Mika wieder. Doch man konnte dies nicht von außen erkennen. Er blieb immer noch ausdrucklos und leer. Doch er wusste genau, dass er warten musste. Sich gewissermaßen anpassen musste. Obwohl es ihm immer weniger gefiel, wie sich Blake benahm. Mika zog eine Augenbraue abschätzend hoch und schaute Blake verächtlich an. Seine Stimme klang wieder spöttisch und gänzlich falsch untergeben mit einem ironischem Unterton darin. Als würde er Blake verspotten.

"Wenn es dem überaus ehrwürdigen Alpha nicht so gefällt, dann sei es so, dass ich nicht alleine jage. Doch ich muss ihn daran erinnern, dass ich nicht daran gewöhnt bin, in Gruppen zu jagen. Das versteht Euer Ehrwürden bestimmt...? Und nur zu seiner Information: Ich hatte nie gesagt, ich sei unsterblich. Ich wiederhole noch einmal: Kein lebendes Wesen könnte mich töten. Verstanden, Blake?"

Die letzten Sätze hatte er langsam und betont gesagt, als würde er mit einem dummen Welpen sprechen. Mika wusste, dass er Blake zu sehr reizte, doch er konnte nicht anders. Ein spöttisches Lächeln lag um seine Lefzen und er wandte sich geschmeidig ab. Ja, es würde böse Folgen seines Verhaltens geben, aber es kümmerte den Grauen nicht sonderlich. Er war, wie er war, und tat, was er wollte. War das denn so schwer zu verstehen? Mika schüttelte langsam seinen Kopf und gähnte. Sein Blick fand eine alte Eiche am Lichtungsrand, deren Wurzeln aus dem Boden ragten. Zwischen denen war eine recht große Mulde, voller Blätter vom letzten Herbst. Mika legte sich dort hinein und legte seinen Kopf auf die Wurzel die am höchsten hinausragte. So war sein Kopf fast auf der Höhe, wo er gewesen wäre, wenn Mika seinen Kopf obengehalten hätte. Mika entspannte seinen starken Körper, der ihm schon so viele Dienste geleistet hatte. Er schloss die Augenlider über den kalten, schwarzen Augen und atmete tief aus. Das letzte Licht der untergehenden Sonne schien über seinen Pelz und wärmte ihn etwas. Er öffnete sein eines Auge einen Spalt breit und rötlich-orangefarbenes Licht flutete ihm entgegen. Er rückte seinen Kopf etwas zur Seite, so dass er das Rudel beobachten konnte. Abermals schloss er seine Augen und wartete auf das, was als nächstes geschehen würde. Seine Schulter und sein Nacken schmerzte etwas, aber Mika achtete nicht darauf. Er musste fast schmunzeln, als er daran dachte, dass er früher immer wissen wollte, wie er aussah wenn er sich ausruhte oder schlief. Nun, die auf der Lichtung konnten es beobachten. Auch erinnerte er sich daran, wie er früher immer sich gewünscht hatte, dass er Gedanken lesen könnte.

.oO(Nun, eine schlechte Idee ist es ja nicht...)Oo.

Mikas Zunge tauchte kurz zwischen seinen Fängen auf und leckte über die Nase des Grauen. Es tat gut, sich zu entspannen. Schließlich war er nun in den Zirkel der Altwölfe eingekehrt. Das änderte aber natürlich nichts. Mehr Erfahrung, mehr Wissen als früher. Nur der Körper erschwachte mit dem Alter langsam. Bei ihm natürlich nicht, doch früher hatte er nicht gerne einfach nur sich entspannt. Der Geist aber wurde immer stärker.

.oO(Und doch ändert sich nichts... ich bin einfach eine Ausnahme. Grausam. Kalt. Böse. Anders. Unfähig zu Lieben. Zum Glück...)Oo.

Mika war durch und durch zufrieden mit sich selbst. Ja, war er je unzufrieden mit sich gewesen? Hatte er je an sich gezweifelt? Nein. Stimmen tönten im Kopfe Mikas auf und Bilder flackerten auf. Zufrieden gab er sich dem Sog von Bildern und Stimmen hin. Wölfe zuckten vor ihm auf, ihre Verzweiflung, kaltes Lachen, Aufspritzen von Blut und ein toter, schlaffer Körper am Boden. Schreie, und der Geruch von Angst und Blut erfassten seine Sinne. Es war, als würde das warme Blut von so vielen Wölfen, die durch ihn gestorben waren, wieder durch seine Fänge laufen. Seine Augen sahen immer wieder diese Bilder der Vergangenheit. Für andere hätten sie Alpträume bedeutet, doch für ihn war es ein Genuss. Aber Mika träumte nicht. Nein, aber seine Träume bestanden auch aus dem gleichem Stoff wie der "Sog". Ja, der Sog. So hatte der Hybrid diesen Anflug von Sinneseindrücken und Erinnerungen genannt. Nun gut, in seinen Träumen waren es nur einzelne Morde und Tage seines Lebens. Doch bei dem "Sog" kam vieles auf einmal auf ihn zu. Der Sog verebbte langsam und Mika war wieder gänzlich in der Realität. Faul hob er ein Augenlid ein wenig an, schloss es aber wieder bald. Seine Ohren warteten geduldig auf jegliche Art eines Geräuschs.


(denkt nach / antwortet Blake / geht zur Lichtung + legt sich in Mulde zwischen Wurzeln einer Eiche / denkt nach / kommt in einen "Sog" von Erinnerungen und Sinneseindrücken / lauscht unauffällig)


Zuletzt von Valinor am Di Jun 08, 2010 6:16 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Di Jun 08, 2010 5:46 am

Interessiert ließ Namid seinen Vorderlauf auf den Boden sinken und blickte abwechselnd zu Blake und Mika. Langsam schien ihm alles klarer zu werden.

.oO(Mika scheint ins Rudel aufgenommen worden sein, aber er hat anscheinend einen Omega Rang bekommen. Das finde ich gut!)Oo.

Namid fand, dass Blake eine sehr gute Entscheidung getroffen hatte, denn Mika nicht zu töten und ihn stattdessen mit dem Omega Rang zu bestrafen, war eine ziemlich schlaue Entscheidung. Vielleicht würde Mika dadurch lernen, seine gute Seite zu finden. Ja, Namid war manchmal sehr naiv... er glaubte immer daran, dass jeder eine gute und eine schlechte Seite besaß, auch wenn es nicht immer der Fall war. Die ironische Antwort von Seiten Mikas konnte diese Einstellung nicht zerstören, auch wenn Namid Mika leicht ärgerlich ansah.

.oO(Ist er nicht auch mindestens so alt wie ich? Hat er nicht gelernt, wie wichtig Respekt ist? Erst recht, weil man dafür so viel bekommt... einem Rudel anzugehören, ist das Beste. Man hat eine richtige Familie, die in jeder Situation zusammenhält...)Oo.

Namid wendete seinen Blick von Mika ab und horchte, was Blake sagte. Als er hörte, dass Blake ihnen eine Geschichte erzählen wollte, wedelte Namid freudig mit seinem Schwanz. Das war sehr ungewöhnlich für einen erwachsenen Wolf, aber er freute sich irgendwie immer auf Geschichten, obwohl er selber in einem Alter war, in dem er anderen Geschichten erzählen konnte. Sichtlich aufgemuntert stand er nun auf und folgte Blake aus dem Wald. Sobald Namid den Wald verlassen hatte, blickte er in den Himmel und sah den letzten Sonnenstrahlen zu, wie sie langsam aber sicher untergingen. Namid bemerkte, dass Blake sich hinlegte und entschied sich, seinem Beispiel zu folgen. Je nachdem, wie lang die Geschichte dauern würde, wäre es sicher ratsam, es sich gemütlich zumachen. Außerdem war es dann viel gemütlicher. Während er gespannt auf die Geschichte wartete und die Sonnenstrahlen beobachtete, verfiel er kurz in Erinnerungen. Erinnerungen an die ersten Tage nachdem er als junger Rüde vom Berg ins Tal gewechselt hatte. Damals hatte er versucht, die untergehenden Sonnenstrahlen zu erreichen. Dadurch war er immer weiter weg gegangen, immer diesen Strahlen entgegen. Bis er irgendwann endlich verstanden hatte, dass er sie nie erreichen würde. Namid erinnerte sich, dass er bei dieser Erkenntnis erst einmal ein paar Tage traurig war. Eine leichte, kühle Brise Wind ließ Namid aus seinen Erinnerungen heraus schrecken. Er musste etwas lächeln und wandte dann aber seinen Blick wieder Blake zu.


[Im Wald/beginnt zu verstehen/folgt Blake/schwelgt in Erinnerungen/freut sich auf Geschichte]


Zuletzt von Valinor am Di Jun 08, 2010 6:20 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Fr Jun 11, 2010 3:57 am

Sakura sah zu Abla, die sich unter einen Busch verkrochen hatte. Nun kam noch eine schneeweiße Fähe, die sich als Ethel vorstellte. Sie sah noch eine Weile zu den Beiden, bis sie ihren Kopf wieder zu Valinor wandte, der sie angesprochen hatte. Er sagte, dass sie Abla nicht helfen könnten, wenn sie es nicht wollte. Er senkte kurz den Kopf zur Verabschiedung und rannte in den Wald... Kura blieb neben den beiden Fähen stehen, bis sie zu dem Entschluss kam, auch zu gehen. Es nützte wirklich nichts, wenn Abla sich nicht helfen lassen müsste. Sie neigte den Kopf zu den beiden Fähen zur Verabschiedung und ging. Sie wusste nicht, wo sie hingehen sollte. Nun kam Blake wieder. Er sprang auf die Lichtung. Und eigentlich wollte Kura fragen, was passiert war, aber schon war Blake in der nähe von Abla und schaute sie an. Sie beschloss, ihn nicht anzusprechen. Sie ging über die Lichtung zur anderen Seite.

Als sie auf der anderen Seite der Lichtung angekommen war, drehte sie sich einmal um sich selbst und legte sich hin. Sie war nicht müde, aber sie wusste nicht, was sie machen sollte. Sie legte ihren Kopf auf die Pfoten und schaute in den Himmel. Es wurde langsam dunkler. Die Sonne hatte fast den Horizont umrundet und der Nachmittag war auch fast vorbei. Dann sah sie wieder zu Blake, den großen Anführer der immer noch bei Abla stand. Die noch immer ängstlich um sich sah. Dann ging er nach einer Zeit zu den Tannen, wo er sich erschöpft niederließ. Sakura suchte die Lichtung nach Samir ab, der eigentlich hier irgendwo sein müsste... Seit dem Kampf hatte sie ihn nicht mehr gesehen. Er hatte schon etwas abbekommen von dem Kampf. Auch Ramyla war nicht da... Wo die Beiden wohl waren... Kura hoffte, dass es den Beiden gut ging und suchte sie nicht weiter; es nützte so oder so nichts. Und sie wollte die Beiden nicht nerven und sich wieder unnötig unbeliebt machen. Also beschloss sie, liegen zu bleiben. Dann sah sie den Rüden, der das Rudel angegriffen hatte. Mika. Sakura mochte ihn nicht wirklich, aber sie hasste ihn auch nicht. Sie war nicht so wie andere Wölfe, die nachtragend waren. Sie sah nämlich auch in Mika einen guten Kern... Auch wenn er nicht groß war. Auch Mika war ein Wolf. Der scheinbar nun zum Rudel gehörte.


[Bei Abla | verabschiedet sich | geht weg | legt sich hin]


Zuletzt von Valinor am So Jun 13, 2010 2:31 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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Samir


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Sa Jun 12, 2010 10:45 am

Samir lag weiterhin ruhig da und betrachtete Ramyla, die vor ihm stand. Ihm war nicht wohl bei der Sache und seine Worte hatten sie offensichtlich verletzt. Myla war zusammen gezuckt und bei Samir hatte sich ebenfalls das Nackenfell aufgestellt. Als die braune Fähe ihren Blick hob und Samir die Wut darin sah, senkte sich für einen Moment Trauer über ihn. Er hatte sie nicht kränken wollen. Bei ihren nächsten Worten war sein Blick nachdenklich über ihren Kopf gewandert. Dann wandte er ihn wieder ihren dunklen Bernsteinaugen zu.

"Hör mal, ich wollte dir wirklich nicht..."

Er unterbrach sich selbst, um die richtigen Wörter zu suchen. Kränken? Verletzen? Wehtun? Alles schien nicht zu passen. Der schwarze Rüde schnaubte leise. Wie sollte er seine jämmerliche Entschuldigung nun zuende bringen? Er wusste, dass Ramyla ihm wirklich nur gefolgt war, um das Rudel beisammen zu halten. Wie konhte er sich auch solche Hoffnungen machen, dass sie nur... wegen ihm nach gekommen war? Das war dumm. Dumm und egoistisch. Samir unterdrückte ein leichtes Knurren. Mylas Stimme drang wieder in seine Gedanken. Er hatte gar nicht bemerkt, wie sie näher gekommen war. Die Sonnenstrahlen schienen, auf ihrem braunschwarzen Fell regelrecht zu tanzen. Er seufzte. Wieso er?

"Myla, jetzt mal ehrlich ... du bist wunderschön, aber du solltest auch mal zu jemanden gehen, der sich deine Verletzungen ansieht. Besonders gesund siehst du wirklich nicht aus."

Er blickte der Fähe fest in die Augen. Erstaunt stellte er fest, dass sie seinen Blick erwiderte. Er blickte verwirrt zurück. Hatte er sich vielleicht doch geirrt... ? Nein. Nein, das könnte gar nicht sein. Schnell wandte Samir den Blick ab und starrte zu Boden. Langsam wuchtete er den schwarzen Körper hoch. Sein Nacken schmerzte schrecklich. Aber Myla hatte recht. Vielleicht kannte sich jemand mit Verletzungen gut aus. Er blickte zu Ramyla und trat vor, bis er neben ihr stand.

"Komm, lass und gehen!",

meinte er kurz. Es schmerzte ihn regelrecht, so wenig mit ihr zu reden. Aber er musste sich von ihr fernhalten. Vermutlich würde er vor Eifersucht platzen, wenn er sehen würde, wie ein anderer Rüde mit Ramyla redete. Das würde er nicht aushalten. Verärgert schüttelte er den Kopf. Sie wusste nichts. Nichts über ihn, nichts über seine Zuneigung zu ihr. Sollte Samir es ihr einfach sagen? Nein. Sie würde ihn auslachen oder schlimmstenfalls aus seinem Leben verschwinden. Das mochte vielleicht etwas selbstmitleidig klingen, aber er behielt seine Gedanken für sich. Oder sollte er doch... ? Samir blieb stehen und blickte zurück zu Ramyla.

"Was ich dir noch sagen wollte, ist... "

Der schwarze Rüde holte tief Luft und blickte in Mylas bernsteinfarbene Augen. Der Mut verließ ihn. Fast schon traurig blickte er sie an.

"... wir sollten uns beeilen, die Sonne geht unter."


[Bei Myla | Redet mit ihr | Will zurück zum Rudel | Will ihr etwas sagen; lässt es]


Zuletzt von Valinor am So Jun 13, 2010 2:37 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Sa Jun 12, 2010 10:28 pm

Das Laub des Ilexstrauches raschelte. Aber es lag nicht am Wind, der sanft das Laub bewegte. Es lag an der Wölfin, die unter ihm lang und vor Angst zitterte. Abla schaute unter den Strauch hervor und lauschte, was die Fremden um sie herum sprachen und machten. Die Zwei, die gerade noch versucht hatten, sie in Sicherheit zu bringen, hatten es aufgegeben und ließen sie unter dem Busch liegen. Abla war froh, ihre Ruhe zu haben, aber vielleicht wollten die Beiden Abla wirklich beschützen. Doch wie immer war ihre Angst ihr im Weg. Sie ließ es nicht zu, das Gute in einem Wolf zu sehen. Ihrer Ansicht nach war das Sicherste, sich zu verstecken und nur heraus zu kommen, wenn es dunkel war. Oder dann, wenn die anderen auf der Jagd oder schlafen gegangen waren. Das war ihrer Ansicht nach das Sicherste. Früher hatte sie sich auch immer in der Nähe von Baug aufgehalten. Wenn er in der Nähe war, traute sich kein Anderer, Abla anzugreifen. Die Wölfin hob den Kopf, als die Erinnerung plötzlich in ihrem Kopf auftauchte. Wo war der Alpha von hier?
Sie schaute sich suchend um und sah ihn plötzlich aus dem Wald treten. Er blickte zu ihr hin und Abla wedelte vorsichtig mit ihrer Rute. Doch anscheinend hatte er es nicht gesehen, denn er wandte sich von ihr ab und legte sich unter einer Tanne. Abla beobachtete ihn. Er strahlte eine Art von Macht und Stärke aus. Sicherlich wäre sie in seiner Nähe besser aufgehoben als hier. Hatte er doch auch den Rüden der sie angegriffen hatte verjagt. Und so mußte sie nur ihn im Auge behalten. Zögernd stand sie auf. Lief geduckt, unterwürfig mit hängender Rute, angelegten Ohren und krummen Rücken zu der Tanne hin, wo der Alpha lag. Ihr Fell war verklebt und ziepte beim Laufen, doch ihre Angst ließ ihre Beine nicht stehen, sondern so schnell wie möglich zum nächsten Versteck laufen.
Doch sie legte sich nicht direkt neben ihn, sie legte sich ein kleines Stück von der Tanne weg unter einen anderen Baum. Hier legte sie sich nieder, beäugte noch einmal den Alpha. Abla war müde und gähnte, doch solange sie sich nicht wirklich sicher fühlte, würde sie sich nicht trauen, zu schlafen.


[Abla in der Nähe von Blake / ist müde, traut sich aber nicht zu schlafen]
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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   So Jun 13, 2010 2:56 am

Genervt schnaubte Ramyla. Was kümmerten sie ihre eigenen Wunden? Sie war froh, es für den Moment ausblenden zu können und versuchte weiterhin, einfach nicht daran zu denken. Dann sah sie eben nicht gesund aus… was machte es schon für einen Unterschied? Das war doch ohnehin nichts im Gegensatz zu dem… was sie wirklich fühlte. Das ließ sie alles andere vergessen, alles andere nebensächlich erscheinen. Einfach unwichtig. Doch… was war es? Dieses… Gefühl… wenn sie in seine Augen sah. Warum gab es nichts Wichtigeres für sie, als dass sie strahlten… wie Sterne in einer klaren, samtenen Neumondnacht…
Aber… was hatte er vorhin gesagt? Wunderschön…? Sie? Aber… das ergab keinen Sinn. Ihr Körper war zu klein, ihr Fang zu groß. Obwohl sie in diesem Augenblick kein Wort über die Lefzen brachte, was seltsam war. Ungewohnt. Gerade wusste sie nicht, was sie sagen sollte… Gedankenverloren ruhte Mylas Blick auf dem Rüden vor ihr. Was sollte das? Warum war sie hier? Um… das Rudel zusammenzuhalten. Blake zählte auf sie, sie wollte sich einer Gammera würdig erweisen.
Vielleicht… konnte sie ja irgendwann… Betera werden. Doch der Gedanke hatte plötzlich etwas eigenartig Unwichtiges an sich. Betera. Na und? Was brachte ihr das schon? Normalerweise waren die Betas groß von Gestalt, fast furchteinflößend, um sich bei den anderen Rudelmitgliedern Respekt verschaffen zu können. Furcht! Respekt! Vor ihr… einer kleinen, unnützen Fähe… die sich selbst nicht darüber klar war, was mit ihr los war.
Immer noch sah sie Samir in die Augen, bis er den Blick abwandte. Und auch dann sah sie nicht zur Seite. Er richtete sich langsam auf, starrte jedoch immer noch zu Boden. Dann hob er den Blick jedoch und trat zu ihr.
Mit einer knappen Aufforderung schlug er vor, zu gehen. Gehen? Wohin? Zum Rudel natürlich… Ramyla riss sich zusammen und schalt sich selbst einen verliebten Welpen. Ver…liebt? Reflexartig wich sie einen Schritt zurück und schloss die Augen. Schon immer war sie frei gewesen. Eine freie Wölfin. Sie ließ sich von nichts und niemandem zügeln… Bis jetzt.
Schnell sah die Fähe wieder auf, als sie Samirs Stimme hörte. Verwirrt zuckte sie mit den Ohren. Was denn noch? Hatte er sich nicht schon genug durcheinander gebracht? Mit seiner ganzen, sanften Art… Liebevoll. Ja, das war er. Aber nicht… so. So war er zu jedem. Immer ruhig, verständnisvoll.
Oft schien es Ramyla, als könne er ins Herz eines jeden Wolfes sehen, in seinen Gedanken lesen, als wäre es gar nichts. Seine Augen konnten sich einen Weg in die Seele eines anderen bahnen, als wäre es gar nichts. So kam es ihr zumindest vor. Wusste er auch, was in ihr vorging? Wenn sie es doch selbst nicht genau wusste… Oder? Zumindest nicht aus eigener Erfahrung…
Mylas Blick kehrte wieder ins Hier und Jetzt zurück, der Gedanke war nur flüchtig vorbeigehuscht, im nächsten Herzschlag schon wieder verschwunden. Aber nicht völlig. Nein, er war noch da, flüsterte ihr Dinge ins Ohr, die sie nicht verstand.
Die Sonne ging unter. Ja, das tat sie… der Abend malte unsichtbare Lichter in Samirs Fell, ließ seine Augen beinahe glühen, gleichzeitig schien jedoch ein fast bitterer Schatten über ihnen zu liegen. Was… war mit ihm? Diese Trauer hatte sie bei ihm noch nie gesehen. Was auch immer der Grund war, Ramyla war sich sicher, dass sie irgendwie schuld war. Wieder mal.
Immer machte sie alles falsch. Es war falsch gewesen, Mika anzufahren, es war falsch gewesen, Samir nachzulaufen, als er mit Mika kämpfen wollte… Und jetzt… machte sie garantiert auch wieder alles falsch. Dabei war sie sich immer so sicher gewesen, dass sie das Richtige tat. Nein, das stimmte nicht ganz. Sie dachte immer, es gab mehrere richtige Wege und sie wäre auf einem solchen. Einem leichten, unbeschwerten Weg, der sie irgendwann zum Ziel führen würde.
Aber was war überhaupt das Ziel? Ihr Ziel? Im Leben? Fast ärgerlich schüttelte Ramyla den Kopf. Sie hatte sich immer fest vorgenommen, sich nie allzu viele Gedanken über so etwas zu machen. Einfach nur zu leben, in den Tag hinein und bereit für alles, was noch kommen würde. Aber das konnte sie nicht mehr, auch wenn sie nicht wusste, warum. So viele hatten ihr immer wieder gesagt, dass sie nicht ewig so sorglos sein konnte, auch einmal innehalten und nachdenken musste. Doch darauf hatte sie nie gehört. Und jetzt wurde sie ganz plötzlich hinterrücks von etwas überfallen… das sie nicht verstand. So viele Gedanken waren ihr schon lange nicht mehr durch den Kopf gegangen. Vor allem so viele unklare…
Entschlossen gab sich Myla einen Ruck und schob das Ganze erst einmal beiseite. Sie mussten zurück zum Rudel. Samir war schon ein paar Schritte vorausgegangen. Schnell schloss sie zu ihm auf, nickte ihm kurz zu und verfiel ihn leichten Laufschritt, Richtung Rudel. Ramyla zwang sich, nicht nachzusehen, ob Samir ihr folgte. Und wenn nicht… dann… würde sie ihn gehen lassen, wohin er auch wollte.
Wahrscheinlich würde er sie schnell vergessen haben, die kleine, verrückte Fähe. Und sie? Nein, sie würde ihn nie vergessen können, das wusste sie. Ihr Lauf beschleunigte sich ein wenig, bis ihr der Geruch des Rudels um die Schnauze strich. Langsam bremste sie sich ein bisschen ein und trat schließlich auf die Lichtung. Sie vermied es, irgendjemanden richtig anzusehen, es war ihr beinahe peinlich. Was dachten jetzt die anderen Rudelmitglieder? Wahrscheinlich „was für eine dumme Fähe und so was will Gammera sein“. Weil sie vor Mika kleinbei gegeben hatte.
Dieser Bastard war doch jetzt auch im Rudel, oder? Erst einmal nicht darüber nachdenken… Betont locker trabte Ramyla zu Blake, der sich unter den Tannen niedergelassen hatte. In einigem Abstand zu ihm ließ sie sich ebenfalls ins Gras sinken und bettete den Kopf auf die Vorderpfoten, während ihre Augen zu dem Alpha schweiften.

"Hallo, Blake…",

murmelte sie kurz und etwas schwach.

"Was ist grade so los?"

Sie versuchte, ein wenig von ihrem alten Enthusiasmus in ihre Stimme zu legen, doch das Ergebnis fiel eher kläglich aus.


[Bei Samir | Macht sich sehr viele Gedanken | Nickt Samir zu | Läuft voraus zum Rudel | Bei Blake, spricht ihn an]


Zuletzt von Ramyla am Mo Jun 14, 2010 12:30 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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Blake


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Mo Jun 14, 2010 5:51 am

Still lag der graue Rüde da, den Kopf auf die Pfoten gebettet. Es sah aus, als schliefe er, dennoch waren seine Ohren in Richtung Abla und Ethell gespitzt. Aus irgendeinem Grund interessierte es ihn, was Abla Ethell antworten würde. Allerdings hörte er die Stimme der bunten Fähe nicht. Also grummelte es nur leise und öffnete die ockergelben Augen. Erstaunt bemerkte er, dass Abla sich ihm näherte. Er konnte ihre Mimik nicht deuten. Einerseits sah sie ängstlich, andererseits auch entschlossen aus. Er beobachtete sie, als sie sich neben ihn legte. Neben ihn. Einen Moment starrte er sie leicht verdattert an, ehe er sich wieder fasste und die Fähe mit einem Zucken des Ohres begrüßte. Sie sah aus, als wäre sie von Jägern gescheucht durch den Wald gelaufen. Ihr Fell war struppig und an der ein oder anderen Stelle hingen kleine Blättchen. Er verspürte den ungewohnten Drang, der Fähe über die Ohren zu lecken und zu sagen: "Keine Angst, das wird schon wieder!". Aber so ein Wolf war er nicht. Er wusste auch nicht, was er davon halten sollte, dass Abla sich neben ihn legte. Sie hatte Ethell nicht geantwortet und redete sonst mit niemanden. Und doch hatte sie sich neben ihn, Blake, gelegt, wie eine vertraute Freundin. Der graue Rüde wartete einen Moment, ehe er den Entschluss fasste, die Fähe anzusprechen.

"Abla... wo genau kommst du her? Du musst es mir nicht sagen, wenn du nicht willst."

Bei dem letzten Satz hatte er sich beeilt, um die Fähe keinesfalls zu kränken oder eher zu zwingen. Er blickte ihr forschend in die Augen. Obwohl die Fähe ziemlich mitgenommen aussah, fand Blake sie dennoch hübsch. Zwar fehlten in den braunen Augen der Glanz und die Lebensfreude, die er einst von Ramyla kannte, und ihr Fell war schmutzig... aber dennoch hatte sie etwas, was Blake verwirrte. Er zwang sich schließlich, den Blick abzuwenden, um nicht aufdringlich zu erscheinen und ließ ihn über das Rudel schweifen. Leise Pfotenschritte ließen seine Ohren zucken. Er wandte den Kopf in Richtung Wald. Ramyla kam und legte sich ebenfalls neben ihn. Einen Moment war Blake wütend und knurrte leise. Aber als er ihre Niedergeschlagenheit sah, verrauchte seine Wut. Was war mit ihr los? Es war selten, dass Myla traurig war. Vielleicht lag es daran, dass Blake sich ebenfalls traurig fühlte. Allerdings konnte er sich denken, was passiert war. Sie war Samir nachgelaufen. Also musste da irgendetwas passiert sein. Vorerst jedoch musste er ihre Frage beantworten.

"Es passiert grade nicht viel. Außer, dass du mit... mit Samir abgehauen bist, nichts. Ich wollte nachher unsere Geschichte erzählen. Unsere Legende. Und ich wollte Ränge verteilen."

Teilte er der Gammafähe kurz mit und leckte sich selbst über die graue Pfote. Er musste zugeben, dass er sich regelrecht hin und hergerissen fühlte. Auf der einen Seite war Ramyla, seine älteste Freundin, die einen hohen Rang bekam. Auf der anderen Seite war Abla, die neue Fähe, die Blake - ungewollt oder nicht - faszinierte. Er nieste und leckte sich mit der Zunge über die Schnauze. Ihm fiel auf, dass Samir noch nicht wieder da war. Einen Moment ruhten seine ockerfarbenen Augen auf Ramyla. Er beugte sich zu der Fähe hinüber und zog die Lefzen leicht zurück.

"Ich weiß ganz genau, wie du zu Samir stehst. Ich weiß auch, warum du unglücklich bist. Denk nicht, so etwas merkt ein Alphawolf nicht. Ich tippe mal, dass du es ihm nicht gesagt hast. Und er wird es auch nicht tun. Ich würde es ihm ja sagen.",

zischte er der Fähe ins Ohr. Er wusste, dass Ramyla ein Dickschädel war und sich nicht viel aus Worten machte. Dennoch hoffte er, dass die braune Fähe sich seine Worte ein wenig, wenn auch nur ein wenig, zu Herzen nahm.


[Neben Abla; fragt sie etwas; findet sie schön | Bemerkt Ramyla; zischt ihr etwas zu]


Zuletzt von Valinor am Mo Jun 14, 2010 7:26 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Di Jun 15, 2010 11:46 am

Na toll, nicht mal auf Blake konnte man sich mehr verlassen! Frustriert schnaubend erhob sich Ramyla und legte leicht die Ohren an. Der sollte sich bloß nicht einbilden, dass er ihr Ratschläge in solchen Sachen geben konnte, er stellte sich ja selbst nicht besser an. Die Fähe streifte mit einem kurzen Blick die verstrubbelte Wölfin, die Blake mit Abla angesprochen hatte. Die, die die ganze Zeit so übertrieben unterwürfig tat.
Genervt grummelte Myla:

"Und du solltest es ihr auch sagen… Oder bist du zu schüchtern?!"

Blake mochte die seltsame Fähe anscheinend, Ramyla gefiel das nicht sonderlich. Es war keine Eifersucht, sie mochte Blake wirklich nur als Freund, aber er sollte nicht versuchen, ihr Tipps zu geben.
Eine Legende wollte er also erzählen… sie würde sich noch gut überlegen, ob sie zuhörte. Im Moment hatte sie die Schnauze einfach voll von allen verdammten Wölfen hier, die glaubten, etwas Besseres zu sein. Auch wenn sie wusste, dass sie unfair war, Blake wollte sie nicht verletzen, das wusste sie. Trotzdem… missmutig verzog Ramyla kurz das Gesicht. Unglücklich. Wie das klang! Wie eine Welpin mit Liebeskummer.
Kurz sah sie sich unschlüssig um und trabte dann ein paar Wolfslängen weiter an den Waldrand und ließ sich ins Gras sinken. Erst jetzt schoss ihr durch den Kopf, dass Blake nachher noch… Ränge verteilen wollte. Ob sie überhaupt eine Chance hatte, noch weiter aufzusteigen? In letzter Zeit hatte sie sich ja nicht als sonderlich nützlich für das Rudel erwiesen, hatte im Gegenteil eher Ärger gestiftet. Schon wieder.
Aber sie war die Wölfin, die schon am längsten im Rudel war, wie ihr auf einmal bewusst wurde. Zaranya… Chyrakee… Chakâra… selbst Raayu und… Keenan… alle waren weg. Nur sie war geblieben, war Blake zur Seite gestanden. Aber vielleicht war das auch nur reiner Eigennutz gewesen… Alleine, ohne Rudel, war es schwer, zu überleben, zumindest für eine junge Wölfin wie sie. Das wusste sie aus eigener Erfahrung.
Fast ein wenig schläfrig leckte Ramyla sich über die Pfoten. Die Abendluft strich ihr durch das Fell und der Geruch nach Frühling ließ sie die Schnauze in den kühlen Wind strecken. Es gefiel ihr hier, im Lomasi Tal… das wurde ihr erst jetzt richtig bewusst. Endlich konnte sie sich ein wenig entspannen. Myla lockerte die Muskeln und fuhr fort, sich das Fell zu putzen.
Langsam ging es wieder, ihre Wunden waren gar nicht so tief, wie sie gedacht hatte. Und die Wunde in ihrem Herzen? Wieso konnte sie nicht einfach auf Samir zugehen… so, wie sie es früher immer getan hatte. So nach dem Motto: "Hey, ich mag dich, magst du mich auch?" Und wenn dem nicht so wäre, hätte sie sich auch nicht viel daraus gemacht. Früher. Und jetzt? Dass sich der Charakter eines Wolfes so sehr verändern konnte, nur durch eine andere Seele, die in sein Leben trat…
Vor allem bei ihr hätte sie das nie für möglich gehalten. Vielleicht lag es auch daran, dass sie langsam ein wenig älter wurde. Klüger. Ein wenig skeptisch zog Ramyla die Schnauze kraus. Jetzt wurde sie also eine altkluge Fähe von Welt. Wie sich das anhörte! Das passte nicht wirklich zu ihr…
Aber eine Gammera durfte sich keine Kindereien mehr erlauben. Und eine Betera schon gar nicht! Betera… das Wort gefiel ihr. Sogar sehr gut. Dann gehörte sie wirklich an die Seite des Alphas, um mit ihm alles Wichtige zu besprechen. Sogar Mika musste sich ihr dann wohl fügen! Ein leises Grinsen spielte um Ramylas Maulwinkel, doch sie widerstand der Versuchung, sich nach dem Omega umzusehen.
Ihr Blick blieb auf ihr Bauchfell gerichtet, während sie sich den Pelz weiter mit der Zunge säuberte. Vielleicht sollte sie das alles nicht so eng sehen. Es würde sich schon eine Gelegenheit ergeben, um einmal richtig und in aller Ruhe mit Samir reden zu können… Schon der Gedanke ließ ihr Wolfsherz schneller schlagen, doch sie beschloss, erst einmal einen kühlen Kopf zu bewahren. Soweit man so etwas beschließen konnte.


[Erhebt sich | Grummelt etwas (leicht gereizt) | Legt sich an den Waldrand, etwas abseits | Sinniert vor sich hin | Putzt sich das Fell]


Zuletzt von Valinor am Di Jun 15, 2010 11:08 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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Samir


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Fr Jun 18, 2010 3:30 am

Samir trottete niedergeschlagen hinter Ramyla her. Er hatte sie verletzt und das wusste er nur zu gut. Nun lief sie regelrecht vor ihm weg. Sie schien, es eilig zu haben, zurück zum Rudel zu kommen und Samir konnte dagegen nichts tun. Schließlich verschwand Ramyla gänzlich aus seinen Augen. Der schwarze Rüde blieb kurz unschlüssig stehen, ehe er langsam weiterlief und sanft mit den Pfoten auftrat. Schließlich erreichte auch er die Lichtung. Kurz blickte er sich um. Blake lag neben einer ängstlich aussehenden Fähe. Und neben... Kalte Eifersucht packte ihn, aber er schüttelte sie ab und beeilte sich, an den drei Wölfen vorbeizulaufen, um sich einen eigenen Platz zu suchen.

Unter mehreren Farnen versteckt legte er sich hin. Man konnte zwar noch den schwarzen Kopf sehen, welcher desinteressiert auf die Pfoten gelegt war, den sehnigen Körper jedoch nicht. Sein Nacken schmerzte nach wie vor, aber was sollte er schon tun? Die Wunde säubern, fiel ihm schließlich ein. Samir warf noch einen letzten Blick auf Ramyla, welche über die Lichtung schritt, um sich woanders hinzulegen. Der schwarze Rüde wandte den Blick ab, gähnte und drehte mühsam den Kopf, um irgendwie mit der Zunge an den Nacken zu kommen. Er schnaufte. Dies schmerzte bei Weitem mehr. Trotzdem leckte er mit der rauen Zunge das halb getrocknete Blut vom Fell. Der Rüde wünschte sich zum ersten Mal seit langem Wärme und Gesellschaft. Er schnaubte nochmals.

Noch nie hatte der Schwarze sich so einsam gefühlt. Er gab es auf, die blutige Wunde zu lecken und legte seinen Kopf auf die Pfoten. Schließlich schloss er die bernsteinfarbenen Augen und seufzte leise. Es wurde kälter. Aber auch nicht so kalt, wie der Winter es war. Der Schwarze versuchte, seine Gedanken abzuschalten, aber es wollte ihm nicht gelingen.

.oO(War dieser Kampf nicht das Blödeste, was mir hätte passieren können? Hätte ich Mika nicht herausgefordert, wäre das alles nicht passiert! Ramyla wäre nicht sauer, Mika hätte die anderen Wölfe nicht verletzt. Was war ich doch dumm. Und nun kann ich es nicht wieder rückgängig machen... es scheint, als hätte ich alles verloren.)Oo.,

dachte er regelrecht verbittert. Er wünschte, jemand würde sich nun zu ihm legen. Ramyla konnte er ausschließen. Ansonsten hatte er mit kaum jemanden Kontakt gehabt. Vielleicht würde Sakura, die graue, junge Fähe kommen. Dann wäre er nicht ganz so... alleine?


[Geht zum Rudel, säubert Wunde | Fühlt sich alleine]

Mies ...


Zuletzt von Valinor am Fr Jun 18, 2010 3:41 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Fr Jun 18, 2010 3:51 am

Sakura lag weiterhin einfach nur rum. Sie war alleine. Und das mochte sie nicht, aber sie kannte kaum Wölfe in diesem Rudel. Ramyla war wieder aus dem Wald gekommen und war zu Blake gegangen, der die Fähe anschaute. Sie redeten miteinander. Und ganz offensichtlich mochte Blake Abla. Und falls er es verstecken wollte, gelang es ihm nicht gut, aber sie konnte sich auch täuschen. Endlich sah sie, wie Samir aus dem Wald kam. Er hatte viele Wunden und es ging ihm daher auch nicht gut. Samir kannte Sakura nun schon besser als die anderen Wölfe. Und er war auch der Einzige, mit dem sie sich angefreundet hatte. Vallinor war auch ganz nett... Und Ramyla... kannte sie nicht gut, aber sie schien im Rudel gemocht zu werden. Und Samir mochte sie auch, was sie aber schon länger gesehen hatte. Aber auch Ramyla mochte Samir gerne... Aber Kura wollte sich da nicht einmischen. Sie stand auf und streckte sich einmal. Dann ging sie über die Lichtung zu Samir, der auf dem Boden lag und seine Wunden säuberte. Sie legte sich neben ihn und sah ihn freundlich an. Er war in Gedanken, was man deutlich sah und auch bei ihm war keiner. Er war auch alleine...

.oO(Nun nicht mehr.)Oo.,

dachte sie und war glücklich darüber, dass sie mit Samir befreundet war.

"Hallo Samir, was ist im Wald passiert? Du musst die Wunden von jemandem heilen lassen; die sehen schlimm aus...",

sagte Sakura und sah die Wunden am Nacken und an den anderen Stellen. Sie leckte ihm einmal tröstend über die Flanke und sah ihm dann wieder in die Augen. Sie machte sich Sorgen um Samir, aber soviel sie wusste, gab es bei den Heaven Wolves keinen Heiler ... Und Sakura kannte sich nur ein bisschen mit Heilkräutern aus ... Was aber nichts bringen würde ... Da sie nicht wusste, welche Kräuter sie verwenden müsste. Sie kroch näher an Samir und säuberte die Nackenwunde, wo Mika zugebissen hatte, die noch blutete.


[Auf der Lichtung | ist alleine | geht zu Samir | fragt ihn was | säubert die Nackenwunde]


Zuletzt von Valinor am Fr Jun 18, 2010 5:45 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Fr Jun 18, 2010 5:23 am

Seine kräftigen und mit weichem Flaum bedeckten Pfoten trugen ihn behände und vor allem leise durch den Wald. An einer lichten Stelle, an der die Bäume das Sonnenlicht bis auf den Waldboden vordringen ließen, blieb der Helle plötzlich stehen. Er duckte sich leicht und betrachtete etwas argwöhnisch das graubraun gemusterte Häufchen, das da mitten auf der kleinen Lichtung lag. Doch sein erster Eindruck hatte ihn nicht getäuscht; es war eindeutig ein Rehkitz, noch dazu ein sehr junges. Beute also. Valinor lief das Wasser im Maul zusammen. Die Mutter des Kleinen hatte ihn hier abgelegt und war gegangen, um nicht durch ihre Anwesenheit das Versteck zu verraten. Kein sehr gutes Versteck; schon gar nicht für die scharfen Augen eines hungrigen Wolfs. Der Rüde spannte die Muskeln an und bereitete sich auf einen mächtigen Satz vor, obgleich er sich nicht zu beeilen brauchte. Das Kitz würde nicht fliehen, es würde sich auf seine Tarnung und die Versteckauswahl seiner Mutter verlassen. Huftiere waren nun mal an ihren Instinkt gebunden, ob dieser ihnen das Leben nun rettete oder nicht. Mit zwei kräftigen Sprüngen setzte der Helle auf das Jungtier zu und behielt Recht. Es floh nicht. Er fixierte es auf dem Boden, indem er es mit seinen Vorderpfoten niederdrückte und grub dann seinen Fang tief in das Genick der Beute. Ein Knirschen, dann ein Knacken, dann verließ der Lebenshauch der Götter das Kitz. Valinor öffnete den Fang und sprach ein leises Gebet für die Seele seiner Beute. Das war in seinem alten Rudel so Tradition gewesen. Schließlich stillte er seinen Hunger an dem nur langsam erkaltenden Fleisch, sodass nach wenigen Minuten nur noch Knochen und ein Schädel daran erinnerten, dass hier einmal ein junges Reh gelegen hatte.

Der Helle leckte sich über die Lefzen und wandte sich zum Gehen. Er wollte zum Rudel zurück. Es war schließlich unhöflich, am Beginn seiner Mitgliedschaft so lange zu verschwinden, ohne abgemeldet zu sein. Leichtpfotig trabte er durch den Wald und genoss die letzten wärmenden Sonnenstrahlen auf dem cremefarbenen Pelz. Im Stillen hoffte der Rüde, dass sich die Gemüter der anderen Wölfe inzwischen beruhigt hatten – vor allem dieser Eindringling… Mika machte ihm Sorgen. Aber vielleicht – nein hoffentlich! – hatte Blake seinen Rat befolgt und den Rüden getötet. Seine Hoffnung sollte bitter enttäuscht werden, als er an der Lichtung ankam, auf der das Rudel lagerte. Dort lag Mika friedlich und unbehelligt in einer Senke und döste der Nacht entgegen. Valinor konnte es nicht fassen! Das Rudel hatte diesen bösartigen Rüden nicht nur nicht getötet, sie hatten ihn noch nicht einmal vertrieben.

.oO(Das wird noch ein böses Ende nehmen mit diesem Mika…)Oo.,

schoss es ihm unwillkürlich durch den Kopf. Wie konnte dieses Rudel nur einen Wolf aufnehmen, der schon bei seinem Aufnahmegesuch das halbe Rudel attackiert hatte? Der Helle würde ihn auf jeden Fall im Auge behalten und bekräftigte dieses Vorhaben mit einem unterdrückten Knurren in Mikas Richtung. Dann ließ er den Blick über die Lichtung schweifen, welcher an dem schwarzen Rüden hängen blieb, der Mika herausgefordert hatte. Er sah… traurig aus, und er war verletzt. Sakura säuberte gerade seine Wunden. Ein Heiler könnte hier wohl nicht schaden. Grund genug für Valinor, mit freundlich pendelnder Rute zu dem Schwarzen hinüber zu traben und ihn anzusprechen:

"Hallo, sagst du mir deinen Namen? Ich bin Heiler. Lass mich mal die Wunde sehen!"

Sanft lächelnd betrachtete er den schwarzen Rüden und grüßte Kura mit einem Nicken.


[macht Beute, frisst | läuft zurück zum Rudel | bemerkt Mika, knurrt ihn an | läuft zu Samir und Kura, spricht Samir an]
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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Fr Jun 18, 2010 6:46 am

Konzentriert starrte Ramyla auf ihre Pfoten. Eigentlich waren es zwei ganz ordentliche, vielleicht etwas zu große Wolfspfoten. Wenn sie es genau bedachte, hatten ihr schon mehrere Wölfe gesagt, dass sie hübsch war. Na ja, zumindest die wenigen, die sie bisher in ihrem Leben getroffen hatte und das waren nicht übermäßig viele gewesen. Aber… noch nie hatte ihr jemand gesagt, dass sie… wunderschön war.
Wenn Samir wüsste, wie viel ihr das bedeutete… und wie sehr es ihr gleichzeitig wehtat. Wie meinte er das nur? Sie hasste diese Unsicherheit.
Alles in allem war sie ganz in Ordnung, ein wenig zu klein aber sonst… Doch hatte sie nichts wirklich… Hervorstechendes. Kein nachtschwarzes Fell, das geheimnisvoll zu schimmern schien, wenn das Licht im richtigen Winkel darauf fiel und dann mit den Farben in dem scheinbar farblosen Schwarz spielte… Oder Augen, die einem direkt in die Seele zu blicken schienen. Beinahe glühend… so hell und so sanft…
Ein Seufzen kam Ramyla über die missmutig verzogenen Lefzen. Was sollte das? Sie betrachtete doch nur immer noch ihre verdammten Pfoten, weil sie den Blick nicht heben wollte. Er war da, das spürte sie beinahe. Und außerdem war da der Geruch, der ihr die Sicherheit verschaffte, dass sie besser nicht aufsah.
Es waren nur ein paar Wolfslängen, die sie von Samir trennte… mit ein paar Pfotenschritten zu überbrücken… Und doch schien er ihr so unerreichbar fern, als würde er nur in ihrer Vorstellung existieren.
Doch auf einmal war da ein ganz anderer Geruch. Automatisch hob Ramyla den Kopf. Es war Sakura, die zu Samir trat. Wenn Blicke töten könnten… dann wäre sie jetzt eine tote, graue Fähe. Grimmig funkelte Myla in ihre Richtung, während sie versuchte, nicht in Samirs Richtung zu sehen, was jedoch ziemlich schwer war, da sich Sakura jetzt… neben ihn legte.
Das Nackenfell der graubraunen Wölfin sträubte sich und sie wandte den Blick erneut ab, konnte aber nicht umhin, die Beiden aus den Augenwinkeln zu beobachten. Von außen verriet beinahe gar nichts von dem Aufruhr in ihrem Herzen. Diese verfluchte… was dachte sie sich dabei, Samirs Wunden zu säubern?! Aber wenn es sonst… niemand tat…
Und warum fragte sie jetzt auch noch, was im Wald passiert war?! Fast beschämt biss sich Ramyla auf die Lefze. Nichts war passiert. Rein gar nichts… Sie war zu feige gewesen… es ihm zu sagen. Zu sagen? Was denn? Es gab nichts zu sagen, nichts zu bereden… Vielleicht mochte Samir sie ja. Aber so? Nein… so nicht…
Betrübt bettete Ramyla den Kopf auf die Vorderpfoten und starrte ins Leere, ohne etwas zu sehen. Am Rande registrierte sie noch, dass der weiße Rüde, Valinor, noch zu Samir und Sakura kam, aber es interessierte sie nicht wirklich. Es war ohnehin vorbei, noch bevor es überhaupt begonnen hatte…
Angestrengt lenkte sie ihre Gedanken auf etwas völlig anderes und es gelang ihr sogar. Blake würde jetzt gleich eine Geschichte erzählen. Myla versuchte, ein wenig Neugier und Vorfreude darauf aufzubringen, was sie sogar halbwegs schaffte. Ihr Blick schweifte zu dem Alpharüden. Fast musste sie lächeln. Es war einfach lächerlich, dass es ihr nicht gefiel, dass Blake sich mit der neuen Fähe so gut verstand. Sie sollte sich lieber für ihn freuen. Vielleicht konnte er so Ayana vergessen…
Gleichzeitig spürte sie jedoch eine leise Sehnsucht in sich. Warum konnte sie nicht auch so… ungezwungen mit Samir reden? Wieso geriet sie immer in Verlegenheit, wenn sie ihm direkt in die Augen sah?
Vielleicht musste sie sich einfach damit abfinden und sich von ihm fernhalten. Oder um ihn kämpfen. So wie die richtige Myla das getan hätte.


[Liegt etwas abseits und denkt nach]


Zuletzt von Valinor am Fr Jun 18, 2010 7:38 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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Blake


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Fr Jun 18, 2010 10:05 am

Bitte das dazu hören: klick

Still lag Blake da, die Augen fragend zu Ramyla gewandt. Er fragte sich, wie die braune Fähe reagieren würde, konnte es sich allerdings schon halb denken. Er seufzte, als er merkte, dass er Recht hatte. Ramyla schnaubte und Blake zog nur leicht die Lefzen zurück. Ramyla sagte etwas davon, dass er Abla etwas sagen sollte. Blake wollte gerade zu einem empörten Knurren ansetzten, ließ es jedoch. Er wollte Myla nicht noch mehr reizen. Resigniert seufzte er, als die Fähe sich erhob und weglief. Er schaffte es immer, alle zu vergraulen. Immer wieder. Verstört wandte er den Blick ab und verscheuchte die Gedanken an sein 'altes' Rudel. Man müsste denken, ein Alphawolf führte ein regelrecht perfektes Leben, weil ihm alles vor die Pfoten gelegt wurde. Aber das stimmte nicht. Schlimme Schuldgefühle würden Blake das ganze Leben lang begleiten und niemals loslassen. Es war vollkommen unmöglich, diese Schuld zu vertreiben.

Schließlich wandte der graue Rüde den ockerfarbenen Blick wieder Abla zu, welche neben ihm lag. Die Fähe hatte ihm noch nicht geantwortet, also blickte er sie einfach an und folgte den vielen Zeichnungen, die auf dem Fell der Fähe zu sehen waren. Mit einem Seufzen riss er den Blick los. Samir kam aus dem Wald getrottet. Er sah aus, als hätte man ihm bei lebendigem Leibe das nachtschwarze Fell abgezogen. Allerdings sah Ramyla auch nicht besser aus. Wieso machten die Beiden es sich immer so schwer? Er seufze abermals und erhob sich schließlich. Mit einer typischen Bewegung leckte er sich über das Brustfell. Sakura gesellte sich zu Samir. Ein waghalsiger Fehler. Das würde Ramyla gar nicht gefallen. Er blickte von Samir zu Ramyla und wieder zurück, ehe er einen Entschluss fasste. Es gab keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, mit der Geschichte anzufangen. Er jaulte auffordernd und trat in die Mitte der Lichtung, den Kopf hoch gereckt und die Rute aufgestellt. Stolz ließ er den Blick schweifen, ehe er mit lauter Stimme seine Geschichte begann. Glühwürmchen tanzten um den Bäumen und verschwanden wieder. Alles sah regelrecht mystisch aus.

"Meine Wölfe, Kinder des Himmels! Ihr seid hier und nun lauscht meinen Worten, denn sie tragen die Legende des Rudels in sich. Wer unsere Legende noch nicht kennt, wird sie nun erfahren. Ihr alle kennt Aníl. Aber ich glaube, kaum jemand kennt seine Legende. Nun erzähle ich sie euch.
Vor langer, langer Zeit lebte eine Fähe, welche den Namen Aquene trug. Sie war jung und unwissend, unwissend darüber, was das Böse bedeutete. Denn sie vertraute sich einem Rudel an, von welchem sie nicht einmal wusste, wie schlimm es war. Sie trug Welpen in sich, welche sie schließlich in diesem Rudel gebar. Aber dieses Rudel nahm ihr die Welpen, um sie selbst großzuziehen. Aquene wollten sie verstoßen. Wie jede Mutter wehrte die Fähe sich und versuchte, sich ihre Welpen wieder zu nehmen. Bei diesem Versuch wurde sie schwer verwundet. Und trotzdem schaffte sie es, einen ihrer Welpen wieder an sich zu reißen und zu fliehen. Sie floh, ohne zu wissen, wohin. Immer mit der Angst, verfolgt zu werden. Also musste sie etwas tun, wenngleich es ihr Leben beendete. Sie erreichte eine Klippe, sprach ihrem Welpen letzte Worte zu. Sie wusste, dass sie sterben würde. Und so war es. Ihr Geist jedoch währte weiter, bewahrte den verbliebenen Welpen vor dem Tod. Sein Name war Aníl. Und alle seine Kinder trugen sein Blut in ihren Adern. Und nun sind wir es, die sich Himmelswölfe nennen, wenngleich wir keine Flügel haben."


Bei den letzten Worten lächelte er milde und wandte den Blick gen Himmel. Der Himmel schien blutrot zu sein, an einigen Stellen grau. Schließlich blickte er wieder nach vorne. Immer mehr Glühwürmchen schienen, sich um die Lichtung zu sammeln um sie in warmes Licht zu tauchen.

"Anfangs waren die Heaven Wolves ein kleines Rudel. Die Allererste, die beitrat, nannte sich Zaranya. Zaranya war eine starke und mutige Fähe, aber sie war grob. Danach kam Keenan, jener Rüde, welcher heute nicht mehr unter uns weilt. Der Winter war hart, das wissen wir alle. Und er nahm Keenan mit sich. Danach folgten Achill und Jukany. Beide Fähen waren tapfer und mutig, jederzeit für ihr Rudel da. Aber auch sie gingen, genau wie Zaranya. Es gingen alle. Oder sie starben. Wir verloren sogar Welpen. Bis heute gebe ich mir immer die Schuld an all den Toden.
Damals zweifelte ich an meinem Rang als Alpha. Ich war bereit, alles aufzugeben. Ich hatte alles verloren. Bis auf mein treustes Mitglied. Ramyla. Ihr kennt sie alle. Obwohl ihre Schwester uns verließ, blieb sie. Sie ist das älteste Mitglied hier. Ich vertraue ihr, genau wie das Rudel. Aus diesem Grund kann sie den Rang der Betera annehmen."


Er blickte Ramyla lächelnd an und legte spielerisch eines seiner Ohren nach hinten. Er hoffte, dass dies Myla ein wenig aufheitern würde. Er hatte sie extra etwas in den Vordergrund gezogen, damit Samir auf die Fähe aufmerksam wurde. Vielleicht klappte es ja. Er blickte Myla noch einen Augenblick nachdenklich an, ehe er schließlich wieder zu Abla schaute. Sie lag noch immer alleine da und Blake wäre gerne zu ihr gegangen. Er zwang sich jedoch, wieder weiter zu erzählen. Er atmete tief ein, ehe er seine Stimme wieder fand und fortfuhr:

"Aber ich habe mich getäuscht, wie ein Wolf sich nur täuschen kann. Es war nicht alles verloren. Das Rudel baute sich wieder auf. Und dafür bin ich jedem einzelnen dankbar. Niemals hätte ich gedacht, dass wir jemals wieder so sein könnten wie früher. Und doch, dass konnten wir.
Ramyla ist allerdings heute nicht die Einzige, die einen Rang bekommt. Sakura, du bist nun schon länger im Rudel. Aus diesem Grund wirst du Deltera. Auch Cebazan... wird Delta."


Er zog die Schnauze kraus und sah sich suchend um. Cabezan war nicht da. Kische ebenfalls nicht. Wo waren die Beiden? Er schnaubte und versuchte, sein Nackenfell glatt zu lassen. Er blickte abermals in die Runde und versuchte, die Mimik der verschiedenen Wölfe zu begutachten. Schließlich lächelte er und ließ sich auf die langen Hinterläufe gleiten. Seine Erzählung hatte geendet. Er war recht stolz darauf und hoffte, dass er seine Wölfe nicht langweilte. Klar, einige von ihnen kannten die ganze Erzählung schon, aber für einige war es vielleicht auch spannend. Der letzte Sonnenstrahl des Tages fiel auf seinen grauen Pelz. Die Nacht begann und ein einzelnder Stern zeichnete sich am Himmel ab. Merkwürdige Sehnsucht überkam ihn. Beinahe zwei Blattwechsel führte er die Heaven Wolves und noch immer hatte er keine Alphera gefunden. War das denn so schwer? Er blickte gedankenverloren auf einen Punkt im Wald. Die einzige Fähe, für die er je etwas gefühlt hatte, war Ayana gewesen. Aber Ayana war fort und hatte Blake genauso verraten, wie alle anderen.


[Beim Rudel; erzählt seine Geschichte; verteilt Ränge; endet die Legende | Wünscht sich eine Alphera; denkt an Ayana]


Zuletzt von Valinor am Fr Jun 18, 2010 11:40 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Fr Jun 18, 2010 10:26 pm

Der kräftige Wolfshybrid lag immer noch in der Mulde der großen Eiche und tat, als ob er schliefe. Die Augenlieder verbargen die schwarzen, kalten Augen, doch seine Ohren waren aufmerksam aufgestellt. Mika hatte keine wirkliche Lust darauf, dieser bedeutungsslosen Geschichte, diesem kleinen Märchen, zuzuhören. Er glaubte nur an sich, und glaubte nur sich selber. Das würde so ein kleines Welpenmärchen nicht verändern. Verächtlich zuckte Mika mit der Nase, sowohl wegen des Gedankens an die Geschichte als auch, weil der Geruch dieser vorlauten, kindischen Fähe seine Nase streifte. Ramyla war wohl zurückgekehrt zum Rudel. Der Geruch Samirs wurde auch stärker. Ach, wie das alles Verlierer waren! War dieses Rudel denn überhaupt gut für seine Vorhaben? Würde es nicht doch zu schwach sein? Oder würden sie sich solange sträuben, bis alle tot waren, und alle Bemühungen wären umsonst gewesen?

.oO(Nein, nein, Mika. Es wird schon klappen. Dieses Rudel ist... nun, nicht perfekt, aber geeignet.)Oo.

Die Stimme von Ramyla schwebte hinüber zu seinen Ohren. Ihre Stimme war kläglich und niedergeschlagen. Innerlich fühlte Mika Genugtuung. Bestimmt klappte das mit diesem Verlierer... Samir nicht, wie sie es gedacht hatte. Da sah man es mal wieder: Kindisch und naiv wie ein kleiner Welpe. Das waren sie alle, diese Wölfe. Alle Wölfe waren so. Wieder musste er innerlich lachen, denn er konnte sich ja mit gutem Gewissen über die Wölfe lustig machen und spotten. Er war ja keiner. Ja, er war ein Mischling, ein Hybrid. Und das war für ihn zum Nutzen. Er verachtete die Wölfe, und er verachtete die Hunde. Na und? Er selbst war keines von beiden, also dürfte er sich nicht darum kümmern. Einzig die mussten sich schämen, die sich mit einer anderen Rasse einigten. Dabei dachte er an seine Großmutter väterlicherseits. Er selbst war ja kein reines Wolf-Hund-Gemisch. Er war nicht halb Wolf - halb Hund. In ihm steckte mehr vom Wolf, denn seine Mutter war eine reine Wölfin gewesen. Doch Mika ließ diese Gedanken beiseite gleiten. Was zählte es schon, wer seine Vorfahren waren, und von welcher Rasse er war? War es nicht ein Verrat an allen Rassen, den er gemacht hatte? Er hatte sowohl Hunde als auch Wölfe getötet. Seine Eltern und Verwandte. Konnte er sich noch zu ihnen zählen? Ja, das war eine gute Frage. Doch die Antwort war bitter: Ja , er konnte es. Voller Hass dachte er an seine Schwester, Noreya. Wahrscheinlich war sie eh schon tot. Doch er konnte sich nicht absolut sicher sein. Vielleicht war sie ja noch irgendwo draußen in der Welt und suchte nach ihm. Ja, bestimmt suchte sie nach ihm. Sie gab nicht auf, so sehr kannte Mika seine Schwester. Dann schnappte Mika die Worte Blakes auf. Ränge verteilen? Na, Mika war das absolut egal, wer jetzt welchen Rang kriegte. Er blieb, wer er war, und würde niemanden wirklich anders behandeln als vorher. Nicht mal, wenn diese kleine Welpin von Wolf, Ramyla, eine Betera werden würde! Und jetzt sprach er von Liebe! Pah, wer brauchte diese schon? Mika konnte es nicht sagen, aber er hatte oft genug gesehen wie verrückt, schwach und weichlich Wölfe dadurch wurden. Er hatte schon oft gesehen wie die Gefährtin oder der Gefährte verzweifelte, wenn er dessen Gefährten tötete. Weichlich, schwach. Mika brauchte keine Liebe. So dachte Mika vor sich hin, mit geschlossenen Augen und entspanntem Körper. Nach einer Weile spürte er den Blick von jemandem auf sich. Er hörte ein Knurren, das zu Valinor gehörte. Mika öffnete sein eines Auge, ganz plötzlich. Sein kalter Blick bohrte sich in den Gelben des hellen Rüden. Kalt, leer, ausdrucklos. Schwarz, unendlich leer. Auch aus der Kehle des grauen Hybriden kam nun ein leises Grollen. Er wusste, dieser Rüde war ihm wahrscheinlich am feindlichsten gesinnt. Mika konnte wörtlich spüren, dass dieser seinen Tod wünschte. Kalt blickte er diesem weiterhin in die Augen, bis er sich abwandte und zu Samir und Sakura ging. Heiler? Wie erbärmlich.
Ein paar Glühwürmchen fingen an zu tanzen am Himmel und Blake schickte sich offenbar an, dieses Welpenmächen zu erzählen. Mika öffnete nun auch sein anderes Auge und blickte nun ausdrucklos zum Alpha. Dieser erzählte über eine Fähe und einen Welpen. Gelangweilt wandte Mika seinen Kopf ab und blickte zu der orangefarbenen, untergehenden Sonne. Die Worte des Alphas flossen in sein eines Ohr hinein und aus seinem anderen hinaus. Märchen. Welpenmächen. Mika interessierten diese kein bisschen. Als Blake nun über den Anfang des Rudels erzählte, blickte der Graue nun doch zu diesem hinüber. Er zählte die Namen auf, die da gewesen waren, uninteressant. Als Blake nun feierlich verkündete, dass Ramyla eine Betera werden sollte, schnaubte Mika laut und geringschätzend auf.

"Die soll Betera werden? Dass ich nicht lache, das ist doch nur ein kleines Knäuel voller Liebeskummer!"

Mikas Augen glitten hinüber zu der rotbraunen Fähe. Man sah es ihr doch förmlich an, dass sie ein kleines Häufchen Elend war! Und selbst wenn sie nicht verliebt wäre, wäre sie doch auch nur eine kindliche Fähe. Von Ramyla glitt Mikas blick zu Samir, und ein spöttisches Lächeln umgab seine Lefzen. Seine Worte würden Ramyla wahrscheinlich wütend machen, und Samir würde wahrscheinlich erschrocken sein. Nein, er konnte es nicht wissen, aber es würde bestimmt noch eine größere Problemsituation werden. Auch für ihn, denn er war ja ein Omega, und der Alpha würde jetzt ganz böse auf ihn sein. Oh, wie Mika jetzt vor Angst zitterte! Nein, dies tat er nicht. Warum auch? Mika war Mika, kein anderer, und das Wort Omega, würde ihn nun auch nicht zu etwas anderem machen. Sakura, die gräuliche, junge Fähe wurde auch Delta, wie Mika hörte, und auch ein Wolf namens Cabezan, der aber anscheinend nicht anwesend war. Eine Errinnerung, ein Bild zuckte in seinem Gehirn auf. Ja, das war doch dieser nebelgraue Rüde... Der einzige, der sich nicht eingemischt hatte. Ein Feigling, und der sollte Delta werden? Außerdem hatte Mika gesehen, wie er zu dieser Fähe, Kische, geguckt hatte. Liebe. Feigheit. Verweichlichung. Das perfekte Beispiel. Mika bemerkte, dass auch diese Kische nicht anwesend war.

.oO(Wo die wohl sind...?)Oo.

Mika zuckte mit seinen Schultern und wandte seinen Blick wieder auf die Anwesenden.


(liegt und tut so als ob er schläft / lauscht / knurrt Valinor an / denkt nach / hört Blake zu / bemerkt etwas spöttisch und laut über Ramyla / denkt nach + hört weiter zu)


Zuletzt von Valinor am Sa Jun 19, 2010 12:01 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Fr Jun 18, 2010 11:41 pm

Namid wartete, seinen Kopf auf den Pfoten gelegt, auf die Ankunft der anderen Wölfe. Er bemerkte, dass Myla und Samir nicht gerade glücklich aussahen, wobei Myla öfters zu Samir rüber blickte.

.oO(Liebe... ja, Liebe ist schön, aber nur wenn sie erwidert wird. Sie bräuchten alle beide etwas mehr Mut... hoffentlich wird das zwischen ihnen wieder gut.)Oo.

Erfreut spitzte Namid seine Ohren und lauschte der Geschichte des Rudels. Dabei fiel ihm auch seine alte Rudelgeschichte ein, doch er verdrängte sie wieder. Er hatte sie schon viele Male gehört. Die, die Blake nun erzählte, war ihm noch nicht bekannt. Als Blake sie zu Ende erzählt hatte, gab er noch die neue Rangordnung bekannt. Namid blickte Myla freundlich an, als Blake verkündete, dass sie die neue Betera werden würde.

.oO(Das wird sie sicher aufmuntern. Ich freue mich sehr für sie.)Oo.

Dann hörte er das, was Mika sagte. Plötzlich stand Namid auf. In ihm war plötzlich eine Wut hoch gekommen, die er nur einmal in seinem Leben gespürt hatte und zwar als ein fremder Wolf seine Gefährtin Foa umgebracht hatte. Damals hatte er die Wut rausgelassen, indem er den Fremden getötet hatte, doch jetzt war er viel zu erfahren, als das er dies getan hätte. Er war ziemlich empfindlich, wenn es um Liebe ging und Liebeskummer zu haben, bedeutete nicht, dass jemand schwach war. Im Gegenteil; diesen Kummer zu überbrücken, war mutig! Langsam, aber bestimmt ging Namid zu Mika. Kurz vor ihm blieb er stehen und blickte ihn an.

"Sag nie wieder etwas Schlechtes über Liebeskummer. Ich glaube nicht, dass du jemals dieses Gefühl spüren wirst, aber falls du es tun wirst, dann wirst du merken, dass es ziemlich schlimm für einen sein kann. Damit klarzukommen, ist sehr mutig und man muss stark dafür sein. Ramyla wird eine gute Betera sein, davon bin ich überzeugt und du solltest lieber darauf achten, wie du mit ihr und mit anderen redest. Denn du beziehst immer noch den Omega Rang, bedenke das."

Mit einem längeren, enttäuschten Blick fügte er noch hinzu:

"Ich dachte, du würdest dankbar darüber sein, dass Blake dich aufgenommen hat. Ich dachte, du wärst anders; erst recht, da du nun schon so lange Jahre lebst und so viel hättest lernen können. Aber was hast du gelernt? Nichts, außer Hass..."


[Beim Rudel / lauscht der Geschichte / belehrt Mika]


Zuletzt von Valinor am Sa Jun 19, 2010 12:09 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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Samir


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Sa Jun 19, 2010 10:30 am

Samir ruhte weiterhin auf seinem Platz zwischen den Farnen, den Kopf auf den schwarzen Pfoten gebettet. Plötzlich hörte er eine Stimme und zuckte leicht zusammen. Fast hatte er erwartet, dass es Ramyla wäre. Aber er wurde enttäuscht. Es war 'nur' Sakura, aber die war ihm lieber als jeder andere. Er blickte die graue Fähe an, welche sich ihm näherte und fragte, was im Wald passiert sei. Klar, dass seine Wunden schlimm aussahen, wusste er. Er ignorierte also den letzten Satz und antwortete gelassen.

"Naja, sieht so aus, als hätte ich mit Mika gekämpft.",

meinte er und lächelte leicht. Als Sakura damit begann, seine Wunden zu säubern, ließ er den Kopf wieder auf die Pfoten sinken. Er blickte kurz zu Ramyla, die wütend zu ihm hinübersah. Schnell wandte er den Blick ab. Wieso war sie wütend? Auch ihn? Auf Sakura? Seine Gedanken wurden unterbrochen, als er eine weitere Stimme hörte. Er hob den kopf und seine Ohren spitzten sich, als ein weißer Rüde zu ihm trat. Er sah freundlich aus und begrüßte Sakura mit einem Nicken. Samir erinnerte sich entfernt daran, dass er Valinor hieß. Ein Heiler? Immerhin etwas Gutes.

"Man nennt mich Samir. Du bist... Valinor, wenn ich mich recht erinnere, nicht wahr?"

Er lächelte freundlich, genau wie Valinor es tat. Es tat gut, mal etwas anderes als Trauer und Niedergeschlagenheit zu empfinden. Oder Wut, wenn er Mika sah. Er drehte seinen Körper ein wenig, damit Valinor seine Wunde begutachten konnte und zuckte dabei leicht zusammen. Am liebsten wäre er wie vereist liegen geblieben, dann würde die Wunde nicht so schmerzen, aber wenn es nicht anders ging... musste er diese Schmerzen wohl ertragen. Plötzlich vernahm er ein Jaulen und wandte seine hellen Bernsteinaugen nach vorne. Blake war in die Mitte der Lichtung getreten. Samir spitzte interessiert die Ohren. Er hatte bisher kaum mit seinem Bruder geredet. Das musste er unbedingt nachholen. Allerdings musste er nun Blakes Geschichte lauschen. Etliche Glühwürmer tanzten zwischen den Bäumen herum. Samir folgte ein paar von ihnen mit den Augen. Es machte ihm das Herz schwer. Wie frei sie waren. Klar, er war auch frei, aber derzeit fühlte er sich einfach nur elend. Kummer plagte ihn, weil ihn die Fähe verachtete, die er... liebte? Ja, liebte. Es gab wohl kein anderes Wort als dieses. Wieso konnte er nicht einfach zu Myla gehen und es ihr einfach sagen? Das war doch absurd. Er war ein Rüde. Anfangs hatte er doch auch unbeschwert mit ihr reden können... und nun. Nun schien ihm jedes Mal etwas den Fang zuzuhalten, wenn er mit der braunen Fähe reden wollte.

Schnell schüttelte Samir den Kopf, um die Gedanken zu vertreiben. Er durfte nicht immer nur an sie denken. Das würde alles nur noch schlimmer machen. Also versuchte er seine Konzentration wieder Blake zuzuwenden, bekam allerdings kaum etwas mit. Er starrte ausdrucklos in das graue Fell seines Bruders. Er merkte gar nicht, wie die Zeit verging und Blakes Worte regelrecht dahin zu fließen schienen. Plötzlich hörte er den Namen 'Ramyla' und Samir blickte seinen Bruder direkt in die Augen. Ramyla? Betera? Erfreut und mit wedelnder Rute blickte er zu der braunen Fähe. Am liebsten wäre er zu ihr genagen, hätte seinen Kopf an ihren gedrückt und ihr sanft über den Fang geleckt, aber er blieb einfach liegen und starrte sie an. So wie immer. Plötzlich ertönte wieder Mikas verhasste Stimme. Knurrend warf Samir den Kopf zur Seite und fixierte den grauen Altwolf, welcher sich wohlig in einer Mulde zurecht gerückt hatte. Am liebsten hätte der Rüde ihm die Kehle rausgerissen, aber er hielt sich zurück. Sein zerschundenes Nackenfell sträubte sich und er zog die Lefzen weit zurück. Dämlicher Altwolf. Konnte der nicht einmal seinen Fang zurückhalten?


[Neben Saku, redet mit ihr | Bemerkt Vali, redet mit ihm, zeigt ihm die Wunde | Beobachtet Glühwürmer, denkt an Myla | Versucht Blake zuzuhhren, freut sich für Myla, sauer auf Mika]


Zuletzt von Valinor am So Jun 20, 2010 8:36 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   Sa Jun 19, 2010 7:59 pm

Sakura leckte noch immer das Fell von Samir. Als sie fertig war, wanderte ihr Blick zu Ramyla. Wieso wusste sie nicht, aber Ramyla sah sie finster an… Was hatte sie plötzlich? Sah sie Kura als "Gefahr", dann konnte sie Ramyla beruhigen, Samir war nur ein guter Freund, nichts weiter. Aber trotzdem beunruhigte Sakura das… Sie wendete den Blick von Ramyla ab und sah zu Blake, der sich auf den Weg mitten auf die Lichtung machte. Als er dort war, fing er das Jaulen an zum Zeichen, dass sie zuhören sollten.

Viele Glühwürmchen tanzten durch die Bäume und auf der Lichtung. Dieses ließ die ganze Sache noch mystischer aussehen. Sakura kannte die Geschichte noch nicht und setzte sich aufrecht hin und hörte sich die Geschichte gespannt an. Es kamen immer mehr Glühwürmchen auf die Lichtung als wollten sie diese Geschichte auch hören. Kura fand diese Geschichte schön aber auch … traurig … Dass das Rudel der Fähe die Welpen weggenommen hatte und sie verstoßen wollte … Dann lächelte Sakura, als er sagte, dass sie nun keine Flügel hatten … Das stimmte … Dann erzählte er vom Rudel, dass es anfangs ganz klein war und dass es dann immer größer wurde. Auch von Ramyla war die Rede und dann bekam sie einen Rang, den der Betera. Sakura wollte eigentlich am liebsten zu ihr gehen und sie beglückwünschen. Aber dann vielen ihr die bösen Blicke ein… Kura wollte sie scheinbar als letztes sehen. Sie schaute zu Boden, bis plötzlich auch ihr Name viel. Auch sie bekam mit Cabezan einen Rang. Den Rang Deltera. Sie freute sich und auch Cabezan bekam den Rang Delta... Aber wo war er eigentlich? Ihn hatte sie schon die ganze Zeit nicht gesehen, seit Kishe weg war … vielleicht war er auch einfach jagen.

Die letzten Sonnenstrahlen des Mittags schienen auf ihr graues Fell. Dann sah sie verärgert zu Mika, welcher sich schon im Omega Rang befand. Er machte sich darüber lustig, dass Ramyla Betera geworden ist. Ihn schien das alles nicht zu stören. Er war sicher stolz auf sich. Sakura sah ihn an und bleckte die Zähne. So was durfte man sich nicht im Omega Rang nicht erlauben. Es könnte passieren, dass Blake ihn aus dem Rudel verbannte. Oder er wurde gleich sauer. Und so, wie sie Blake kannte, würde das zu einhundert Prozent so sein. Sie wollte auch was sagen, ließ es dann aber, als sich ein Rüde einmischte, den sie nicht kannte. Sie ließ ihm das Wort und Blake, sie kannte diesen Rüden nicht… Aber er war ganz bestimmt schon am längsten im Rudel.

Sie wandte sich von diesem Geschehen ab und sah wieder zu Samir. Sie rückte etwas weg von ihm, weil Valinor gekommen war, der Heiler war. Sie nickte ihm freundlich zu, was er auch tat. Auf die Frage von Sakura, hatte er gesagt, dass er mit Mika gekämpft hatte… Das konnte sie sich ja schon gedacht haben... Das Rudel der Heaven Wolves hatte noch keinen Heiler; das war ihr nicht entgangen, vielleicht würde Valinor irgendwann Heiler werden... Dachte sie, aber das überließ sie Blake. Der nun auf der Lichtung lag und eigentlich sehr zufrieden aussah. Aber er schien in Gedanken zu sein.


[Bei Samir | hört zu | freut sich | ist traurig | schaut zu Mika | denkt nach]


Zuletzt von Valinor am So Jun 20, 2010 8:46 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 3 - Harmloser Frühling?   So Jun 20, 2010 12:57 am

Erleichtert sah Ramyla auf, als sie ein Jaulen hörte. Endlich erzählte Blake seine Geschichte, hoffentlich lenkte sie das ein wenig ab. Sie beschloss, sich jedes Wort gut einzuprägen, schließlich war sie ja Gammera… sie trug Verantwortung für das ganze Rudel und sollte eigentlich mit den Legenden vertraut sein. Fast hatte sie Schuldgefühle, dass sie sich noch nie bei Blake schlau gemacht hatte. Doch sie sollte wenigstens jetzt gut zuhören. Konzentriert lauschte die Graubraune den Worten des Alphawolfes. Aníl war so etwas wie der Gründervater der Heaven Wolves, soviel wusste sie. Aber seine Legende? Die hatte sie noch nicht gekannt…

Wieso musste alles immer so traurig sein, irgendwie immer schlecht enden? Dieses Mal für die Mutter des kleinen Aníl… Aquene… immer auf die Fähen! Seufzend legte Myla den Kopf wieder auf die Vorderläufe, während sie weiter zuhörte. Flügel… wie gerne hätte sie zwei große, starke Schwingen, um wegzufliegen, einfach nur weg… Aber das konnte sie nicht. Und das wollte sie auch gar nicht. Sie musste hier bleiben, bei ihrem Rudel und das nicht nur, weil es ihre Pflicht war. Denn sie hatte in den Heaven Wolves eine Familie gefunden und in Blake einen Freund. Und in Samir?
Zu ihm würden Flügel viel besser passen, wie ihr plötzlich bewusst wurde. Sie hatte ihn genau vor Augen, wie das strahlende Weiß der Federn sich von seinem dunklen Fell abhob… wie ein schwarzer Engel sah er aus. Gedankenverloren schweifte ihr Blick gen Himmel. Die Sonne warf ihre letzten Strahlen auf die Welt, färbte das Blau beinahe blutrot. Einen Moment glaubte sie schon, Blake würde nicht mehr weitersprechen, als der Rüde abermals seine Stimme erhob.

Ramyla gingen die ganzen Wölfe durch den Kopf, deren Namen Blake nannte, rief sie sich alle noch einmal in Gedanken. Da war erst einmal Zaranya… Myla hatte sie nie recht leiden können, aber trotzdem wollte sie die stolze Wölfin in Erinnerung behalten. Schließlich war sie das erste Mitglied gewesen… wäre sie geblieben, wäre sie inzwischen sicher zur Betera aufgestiegen. Sie war dafür auch wie geschaffen, sie hätte die Regeln im Rudel gut durchsetzen und Ordnung halten können.
Keenan… Vielleicht sah er ihnen in diesem Moment zu, von oben, als richtiger Heaven Wolf… Jukany hatte sich von Anfang an gut mit ihm verstanden. Es war gar nicht so lange her, dass er von ihnen gegangen war, Ramyla konnte sich noch so gut an ihn erinnern… Mit Achill hatte sie nie viel Kontakt gehabt, sie wusste auch nicht, was mit der blinden Fähe geschehen war.
Und Jukany… ihre Schwester… war ebenfalls weg. Einfach so… Myla blinzelte sich eine Träne weg und starrte zu Boden. Milou… die Welpin war auch tot… und es war ihr Schuld. Ganz allein ihre… sie war mit ihr ins Wasser gefallen, weil sie die weiße Fähe retten wollte. Die Erinnerung war irgendwie verschwommen, weil sie sich bei diesem Zwischenfall das Fieber geholt hatte und ab da kaum mehr ansprechbar gewesen war. Erst als ihr Name fiel, blickte Ramyla wieder auf. Betera? Sie? Verblüfft starrte sie Blake an. Ein kleines Lächeln zuckte um ihre Lefzen.

.oO(Danke, Blake, danke…)Oo.

Davon hatte sie still vor sich hingeträumt, seit sie zum Rudel gestoßen war, hatte es jedoch eigentlich nie in Erwägung gezogen, dass sie das wirklich einmal werden würde. Die Zuversicht durchströmte sie. Dem war sie gewachsen, da war sie sich plötzlich ganz sicher. Für einen Moment wandte Ramyla ihren Blick zu Samir, sah aber schnell wieder weg. Natürlich kam er nicht zu ihr, um ihr zu gratulieren… natürlich nicht…
Das gab ihrer Freude einen kleinen Dämpfer. Resigniert schüttelte sie leicht den Kopf und versuchte, weiter zuzuhören. Blake ernannte Sakura und Cabezan zu Deltera und Delta. Cabezan war jedoch gerade nicht da. Vielleicht sollte Myla ihn suchen, um ihn zu benachrichtigen. War das nicht ihre Aufgabe als Betera? Außerdem wollte sie erst einmal weg von Samir, um ihren Herzschlag wieder ganz zu beruhigen. Sakura lag immer noch bei ihm… Schnell erhob sich Ramyla, warf Blake noch einen dankbaren Blick zu und wollte sich gerade abwenden, als sie auf einmal Mikas Stimme hörte.

Für einige Augenblicke lang war die Fähe wie erstarrt, dann fing sie an, vor Wut zu zittern. Mika, dieser Bastard. Ein Omega durfte sich so etwas nie, niemals erlauben! Schon gar nicht, wenn er so ein erbärmliches Halbblut war! Dieser dreckige Menschenköter!
Da hörte sie die Stimme des grauen, schon etwas älteren Wolfes. Namid. War es denn wirklich so offensichtlich, dass sie ein liebeskrankes Wölfchen war? Beschämt senkte Ramyla den Kopf, doch dann durchfuhr sie wieder Zorn und Hass. Ohne zu überlegen fuhr sie herum und setzte auf Mika zu. Sonst verschwamm alles um sie herum, nur den grauen Wolfshybrid fasste sie ins Auge, visierte ihn an und stieß sich dann in vollem Lauf vom Boden ab.
Ihr Kopf war leer, jetzt lenkte nur mehr die wilde, freie Wölfin in Ramyla ihren Körper, sie ließ sich rein von ihren Instinkten leiten, riss den Fang noch im Sprung auf und riss Mika zu Boden. Ihre Zähne bohrten sich in seinen Hals, doch durch das dichte Fell kam sie beinahe nicht hindurch. Noch einmal schnappte Ramyla und bekam diesmal Mikas linkes Ohr zwischen die Fänge. Sie schloss den Kiefer und ein Funkeln schlich sich in ihre Augen. Der metallene Geschmack von Blut brannte in ihrer Kehle und ein Knurren, das man der Fähe kaum zugetraut hätte, grollte in ihrer Brust.

Niemand, niemand durfte sich ihr gegenüber so etwas erlauben! Schon gar nicht dieses Hundsblut! Das würde er noch bitter bereuen! Es war ihr einfach alles egal, sollte der Bastard sein ganzes Ohr verlieren, es wäre ihr Recht. Vielleicht würde Blake sie dafür zurückstufen, möglicherweise sogar in den Omegarang, aber das spiele keine Rolle.
Ramyla schüttelte ruckartig den Kopf hin und her, sie merkte, wie sie an Halt verlor, setzte ein paar Schritte zurück und spuckt ein Stück von Mikas Ohr aus. Knurrend duckte sie sich, bereit zum Kampf. Ihre Lefzen waren blutverschmiert. Nie hatte sie der Jägerin in sich so freien Lauf gelassen. Der Killerin. Das war ihre andere Seite, die sie bis dahin noch so gut wie nie gezeigt hatte.


[Hört zu | Denkt an die vergangenen Wölfe | Freut sich über ihren Rang | Will Cabezan suchen | Hört Mikas Worte | Stürzt sich auf ihn | Zerfetzt ihm das Ohr | Weicht zurück, bereit zum Kampf]


Zuletzt von Valinor am So Jun 20, 2010 8:53 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Rechtschreib- und Grammatikkorrektur)
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Kapitel 3 - Harmloser Frühling?

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