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 Kapitel 6 - Zwiespalt

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Cabezan


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AMSELN FLIEGEN TIEF

BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Di Okt 30, 2012 11:33 am

Hoffnungslosigkeit? Nicht umbedingt, nein. Das Amselherz hatte sich nie als jemanden betrachtet, der die Hoffnung verloren hatte. Er hatte vieles durchgemacht klar, er war oftmals fast daran verzweifelt, hatte sich gefragt, ob dieses Leben es noch wert war, gelebt zu werden. Doch es waren Zweifel gewesen, nur Zweifel. Selbst im dreckigsten Schlammloch war ihm die Hoffnung geblieben. Deswegen war es töricht zu denken, er würde in diesem Moment, wo es ihm doch eigentlich ziemlich gut ging, die Hoffnung verlieren können. Er hatte nun mal nicht viele Vorzüge und das wusste er, aber irgendwie war er doch froh, hoffnungsvoll zu sein. Wenn ihm nichts anderes gegönnt war, dann wenigstens dies, nicht wahr? Er hatte nie geglaubt, einmal einen so wunderschönen Platz in einem Rudel zu haben. Natürlich, er hatte es sich erhofft. Wenn er es recht bedachte, war ihm Hoffen überhaupt sympathischer als Glauben. Wenn man glaubte, war es viel einfacher, enttäuscht zu werden. Zugegeben, man konnte Enttäuschungen nie ganz vermeiden. Jeder wurde ihnen ausgesetzt, ausnahmslos. Sein Nougatblick senkte sich etwas betrübt auf die dunkle und zerbrechliche Gestalt zwischen seinen Fängen. Auch Kalucy würde früh genug Enttäuschungen erleben müssen. Wenn er sie doch nur davor bewahren könnte! Sie und Sharouk. Das dunkle Fell der kleinen Fähe kitzelte angenehm gegen seine Schnauze, dennoch milderte es seine Sorge nicht. Er wünschte sich so sehr, diesen unschuldigen Geschöpfen all den Schmerz und die Gräuel dieser Welt ersparen zu können, aber das war nicht möglich. Irgendwann würden sie selbst erwachsene Wölfe sein und er würde sie nicht beschützen können. Er wäre wieder nutzlos und sie würden ihn nicht mehr brauchen. Diese Erkenntnis schnitt wie eiskalter Stahl in sein Fleisch. Niedergeschlagen hob er seinen Kopf ein wenig, um zu seiner Begleitung zu blinzeln. Es war nicht leicht bei all dem Getöse alle Worte klar zu entziffern, aber er versuchte es und schaffte es, auch wenn er die Stirn äußerst konzentriert runzeln musste. Sein Blick traf den von Azzardo und die Seelenspiegel weiteten sich augenblicklich ziemlich erschrocken. Er schluckte, wäre am liebsten zurückgewichen, stattdessen verblieb er wie versteinert. Er mochte den Weißen nicht, er konnte sich einfach nicht dazu bringen, ihn zu mögen. Wenn er ehrlich war, dann machte er ihm einfach Angst. Die Worte Azzardos bohrten sich förmlich ihren Weg in sein Herz. Cabezan riss sein Maul auf und sein Atem entfloh ihm in blassen Dampfwölkchen. Es schien als würde er um Worte ringen, sein Blick huschte gequält hin und her. Die alte Unsicherheit griff eisern nach seiner Kehle, wollte sie zudrücken mit ihren metallisch glänzenden Fingern.

"Er... Er ist n-icht mein V-V-Vater!", flüsterte er stockend und rau schließlich ergeben vor sich hin, während seine Augen stumpf den schlammigen Boden fixierten. Am liebsten hätte er sich jetzt hier un djetzt in eben diesem Schlamm verbuddelt und hätte gewartet, bis die Peinlichkeit, die Unfähigkeit seiner selbst wenigstens ein bisschen verblasste. Er kniff die Augen zusammen und wandte seinen Kopf ab. Verdammt. Er wollte diese grinsende Fratze nicht mehr sehen, nein! Dieser Tag war schon anstrengend genug gewesen und er wusste, er war nahe an seinem Limit. Er war es den Welpen schuldig, seinen Verstand zu bewahren. Wenn er ihn denn je besessen hatte, haha! Ein dunkles Rumoren aus den Tiefen seines Magens machte sich bemerkbar. Oh bitte nicht, bitte, bitte nicht jetzt! Er keuchte, versuchte sich zu beherrschen. Es gab keinen Grund zur Panik, oder? ODER?!?!
Seine Pfoten waren verkrampft wie sie waren in den Schlamm eingesunken. Er würde sinken, immer tiefer, bis all die Erde durch seine Öffnungen eindrung und ihn mit ihrem Schmutz erfüllte, ausstopfte. Er wäre nur noch ein Präparat, vergraben in dem ewig hungrigen Magen der Erde. Und Kalucy? Kalucy durfte nicht mit unter die Erde gezogen werden! Er dufte es nicht zulassen, nein, nein, nein, nein, nein...

"Shhh. Keine Angst, Kalucy. Ich bin hier.", murmelte er unbewusst und so leise, dass nur die Miniaturfähe es hören würde. Er raunte es eigentlich sich selbst zu, redete sich selbst ein, dass er noch nicht von Maden zerfressen unter Tonnen von Erdreich lag. Keine Angst, Cabezan. Du bist noch da. Du bist noch da und benimmst dich wie ein verdammter VOLLTROTTEL. Er riss seine Augen auf und ließ dabei fast Kalucy fallen, so hektisch hob er seinen Kopf. Sein verwirrter Blick suchte nach Raziel. dem einzigen sicheren Punkt in diesem Chaos. Ein verschwommener, dunkelbrauner Fleck. Doch die Worte die diesem Fleck entsprangen waren feindselig und hasserfüllt, sodass Cabezan abermals zurückschreckte und die Ohren beschwichtigend und etwas ängstlich an seine Schädeldecke schmiegte. Es dauerte einige Herzschläge bis er begriff, dass die Worte gar nicht an ihn gerichtet waren, sondern an Azzardo. Trotzdem versuchte er es mit einem sanften Winseln und verzog seine Leftzen zu einem vorsichtigen Lächeln, welches von Kalucys Körper größtenteils verdeckt wurde. Das Letzte was sie jetzt brauchten war ein Kampf! Aufgeregt verfolgte Cabezan, wie Raziel Sharouk Kiba übergab. Würde er jetzt Azzardo angreifen? Nervös tappte er von einer Pfote auf die andere. Dann musste er aber Sharouk und Kalucy schnell von hier wegbringen! Ein Kampf... Oh, verdammt. Neinneinnein. Kein Kampf. Bloß nicht daran denken, oder er würde sich nun bestimmt übergeben! Aber Raziel redete er ja schon und es gefiel dem Nebelgrauen gar nicht, wie er redete. Sein Herz schlug schnell und piepsend gegen seine Rippen, seine Leftzen zitterten leicht und das Zittern konnte auch Kalucy gewiss spüren. Die Augen weiteten und weiteten sich, nein, das ging alles in eine völlig falsche Richtung! Langsam breitete sich das Zittern auf seinen ganzen Körper aus. Was, wenn die Beiden wirkliche inen Kampf auf Leben und Tod begannen? Was wenn die Welpen dabei totgetrampelt wurden? Was würde Myla von ihm halten? Und Blake? Was, wenn Raziel sterben würde? Oder Azzardo? Würden sie ihn beschuldigen, die beiden umgebracht zu haben? Blut an den Pfoten des Nebelgrauen... Blut tropft von den Federn der Amsel... Sie alle tot und er am Leben, nur er, allein und oh all diese anklagenden Augen, die nie blinzeln. Monster namens Zweifel und Schuld, welche nie schlafen, immer da, nagen das Fleisch ab bis zu den blanken Knochen. Oh, wehe weh! Sie durften die Welpen nicht töten! Er durfte Raziel nicht töten und dieser auch nicht Azzardo! Wieso zum Teufel fing Raziel an über Blut zu sprechen? Nein, er durfte das nicht zulassen, doch was konnte er schon tun? Er der Jämmerlichste von ihnen allen, der Nichtsnutz, der Klotz am Lauf des Rudels! Es macht ihn krank, es machte ihn verrückt, wieso bemerkte es denn nie jemand?! Wieso bemerkte ihn niemand?

"Hey, hey, hey...Leute!", brach es schließlich aus ihm heraus. Er wirbelte herum und setzte Kalucy auf seine Vorderpfoten ab. Seine Gesichtszüge schienen gehetzt und sein Atem ging schnell, fast hechelnd. Durch den Dampf der seinem Fang entwich blickte er mit schleirigen Augen zu den beiden Kontrahenten. "Stopp! Hört auf, beide! Niemand will hier Blut lecken, gut? Niemand!" Er sah schon fast aus wie besessen, so durchnässt wie er war. Trotzdem waren seine Worte so bestimmt und klar, wie sie es vielleicht noch nie in seinem Leben gewesen waren, auch wenn schmerzverzerrt. Er spürte, wie das Blut durch seine Adern rauschte und gleichzeitig war es ihm, als würde ihm gerade jede einzelne Feder ausgerissen. "Denn ich habe Angst, ich habe verdammt noch mal so viel Angst das mir der ganze Leib schlottert! Denkt doch an die Kinder, verdammt. Irgendetwas schien aus seinen Augen zu verschwinden und hinterließ nur noch Leere. "Hört einfach auf...", erklang seine Stimme wieder, nun fast erstickt. Mit steifen Bewegungen angelte er nach Kalucy und hob sie hoch. Sein Leib fühlte sich an, wie zwischen zwei Wände gepresst. Ohne die Beiden eines weiteren Blickes zu würdigen stapfte der Nebelgraue weiter mit seinen langen Läufen durch den Schlamm, Kalucy nun fester im Fang als zuvor. Seine Augen blickten in die Ferne, in irgendwelche nebelverschlungene Gefilde, bis alles um ihn herum zu rotieren begann und er nur noch ging und ging immer weiter dem Beta nach. Wasser, Dreck, Fell. Verdammt. Wo fand dieser Tag endlich sein verdammtes Ende? Wo konnte er sein Haupt niederlegen und endlich hoffen... Hoffen!

{ Raziel & Kalucy & Azzardo ( & Sharouk ) }

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Behind my smile is everything you’ll never understand.
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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mi Okt 31, 2012 3:38 am

Das Wetter schien ihm irgendwie aus der Seele zu sprechen. Es war ein einziges Hochgefühl, voller mörderischer Bestimmtheit. Er wusste genau, was er tat. Dieser Kampf war mehr gewesen, als nur ein kleines Spielchen. Ihr Blut hatte die Erde getränkt und aus dieser Erde würden neue Pflanzen wachsen, diese Pflanzen würden Hirsche verschlingen und diese Hirsch würden von kommenden Wolfsgenerationen niedergejagt werden. Jene Wölfe der Zukunft würden keine Ahnung haben, was für Lebenssäfte sie kauten. Doch in ihnen würde eine Energie pulsieren, so fremd, dass sie nicht mal wussten, dass es etwas geschah. Sie hatten keine Ahnung von dieser verschmutzten Heiligkeit, diesen Tropfen der Leidenschaft. Nein. Nach wenigen Lebensspannen würde es kene Zeugen mehr geben, doch die Legenden, oh, sie würden weiterleben. Seine Leftzen waren eine einzige, blutverklebte und geschwungene Linie, gezeichnet in Hochmut und Spott. Tropf, Tropf. Der brennende Schmerz hob ihn immer weiter fort, weit über die Köpfe dieser niederen Wesen, die ihn umzingelten. Es war ein Höhenflug, wie es nur nach der Ekstase des Kampfes möglich war. Wie es nur ihm möglich war. Seine dunkel schimmernden Augen folgten in der Düsternis des Sturms den Linien der blutüberströmten Fähe. Er suchte nichts, er hatte nicht das Bedürfnis etwas in den ausgefransten Zügen zu entdecken. Er beobachtete nur, nahm auf, was sie ihm darbot und bohrte nicht weiter. Ein oberflächliches Streifen und doch mehr. Eben diese Distanz diese urplötzliche Ruhe gab ihm das Gefühl, sie wären immer noch ineinander Verkeilt. Das Blut aus ihren Wunden dampfte leicht, während der Regen ihre Wunden reinwusch. Ein erbarmendes Geschenk des Himmels? Das er nicht lachte. Sein dicker Schlittenhundpelz war hier und da ziemlich ausgefranst, wo die Fähe es zerfetzt hatte. Eine ungewöhnliche Fähe, keine Frage. Dennoch... Ihre Blicke waren wie Wespenstiche und dennoch gab es Mika das Gefühl, es wäre eher defensiv. Eine defensive Offensive. Oder eher eine offensive Defensive? Er schleckte sich gemächlich über die schwarzen Lefzen, wobei sich der Geschmack des vermischten Blutes auf seiner breiten Zunge verstärkte. Ihr Blut, sein Blut. Es war eigentlich egal, nicht wahr? Er war nicht hier um diese blutige Baronin zu analysieren. Die Frage war lediglich ; versucht sie ihn zu analysieren?

Gegenüber seinen spöttelnden Schmeicheleien blieb sie skeptisch. Das war gut. Skepsis war immer besser als scheinbares Vertrauen. Denn Skeptik war nie gleich Zweifel und Zweifel waren tausendmal schädlicher als es Skeptik je sein konnte. Und wer vertraute, der hatte immer ein weni Zweifel in sich. Seien sie auch unbewusst. Mika wurde bewusst, dass er diese Fähe für sich gewinnen wollte. Er fühlte sich nicht zu ihr hingezogen, nein, nicht das er missverstanden wurde! Er fand sie eher nützlich, brauchbar. Sie war kein Stück Schlamm, aber ehrlich gesagt konnte er sie immer noch nicht recht einordnen. Sie gefiel ihm auf eine kalte Weise, auch wenn er immer noch auf sie herabsah. Nun, auf wen sah er denn bitteschön nicht herab? Ganz bewusst schob er das zwinkernde Bild Chizus über den Rand seines Geistes, bis es die blutüberströmte Klippe hinabstürzte. Dieses verdammte eisblaue Funkeln ging ihm jetzt schon ziemlich auf die Nerven, auch wenn es mehr bedarfte, seine Geduld zu brechen. Die Meisten, welche glaubten dies erreicht zu haben, irrten sich. Oftmals war es er selbst der seiner Geduld einen Strich setzte. Manchmal war eine Erruption eben lustiger. Oh Gott, diese Worte hätten glatt von jenem Narren Chizu stammen können! Nein, er schaffte es nicht den verdammten Bastard aus seinem Kopf zu bannen. Er war wieder da, saß hämisch grinsend auf dem Rande des Abgrunds und seine Augen schienen zu eisig kalt zu flüstern. "Schubs mich doch! Siehst du nicht? Er fällt, sie fällt, wer wird als nächstes fallen? Von Klippe zu Klippe stürzen die Körper... Wohin stürze ich? Und in welchen Abgrund bist du gestürzt, vor so langer langer Zeit? Oh, verzeihe mir! Ich hatte vergessen, du fliegst ja. Bist ja frei." Genug. Ein Blinzeln und das Bild verblasste vor seinen Augen, die Stimme löste sich in einem Peitschenschlag des Donners auf. Durch all das Blut vernahm er fremde Gerüche und die Mimik der Fähe sagte ihm, dass es nicht nur eine weitere Halluzination war. Äußerst amüsiert verfolgte er, wie die Schwefel und Pech speiende Fähe sich unheilverheißend der fragilen Gestalt eines Welpen näherte. Es war keiner der Welpen, die dem Rudel angehörten, nicht einer der Bälger von Samir und Ramyla. Listiges Interesse glitzerte in den tiefschwarzen Seelentunneln auf. Während die herbstfarbene Fähe den Kleinen angiftete, huschte sein Blick weiter, die Schatten der Bäume überprüfend. Tatsächlich erkannte er den Umriss einer dunklen Gestalt. Rüde, erzählte ihm seine Nase, ebenfalls kein Rudelmitglied. Vergnügt hob er sein mächtiges Haupt, seine Rute war natürlich schon weit oben. Soso. Das würde eine schöne Party werden, ab an die Arbeit! Hopp, hopp. Er nahm an, die Beiden waren vom Geruch des Blutes angelockt worden. Nun, es tat ihm unglaublich leid, aber leider hatte er keine Leichen anzubieten. Wenn die Herren aber die Klippe hinabschlitterten erwartete sie bestimmt ein weichgewaschener Körper einer Fähe. Nun, nur leider wären sie dann selbst Kadaver. Pech gehabt. Aus den Augenwinkeln den ausgewachsenen Rüden im Blick behaltend stakste er auf den durchnässten Welpen zu.

"Hallo, kleiner Mann.", perlten die Worte von seinen Lefzen, begleitet von Blutsprenkeln. Sein mächtiger Leib umrundete einmal den zierlichen des Welpen, während seine Augen geheimnissvoll auf ihn herabfunkelten. "Die blutige Dame meint es nicht so. Ich glaube, sie hat dich zum Fressen gern. Nicht wahr?", seine Augen huschten mit einem herausfordernden Glühen zu der geifernden Fähe. Ganz langsam senkte er seine Schnauze zu dem Welpen. Seine dunkle Stimme hatte etwas verheißungsvolles, während sie rauh in die feinen Ohren des Welpen raunte. "Da im blutigen Schlamm auf der Klippe. Da ist irgendwo ein kleines Stück Fleisch. Hol es dir! Du bist doch mutig oder?", damit deutete er mit seiner bunten Schnauzenspitze auf die Stelle nur zwei Wolfslängen entfernt wo der Boden durch ihren Kampf ganz aufgewirbelt war und wo auch das eine Stück Fleisch wirklich liegen musste. Seine Pfoten versanken neben dem Welpen im Boden, während er nun entschlossen die Gestalt am Rande des Waldes fixierte. Der Wind hatte sich gedreht und er konnte ihn nicht mehr riechen, aber er wusste, er war da. "Und du, Fremder! Komm nur her.", schalte seine gebieterische Stimme ruhig durch den Regen. Seine ganze Haltung hatte etwas majestätisches, trotz der Wunden und des Blutes. Völlige Zuversicht.

{ Caves & Jin & Shadan| Klippe }

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the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mi Okt 31, 2012 5:42 am

Der schwarze lauschte den Donnern des Himmels die Blitze auf die Erde schossen. Aus der Ferne schossen sie wie Pfeile hinunter und durchbrachen die Dunkelheit für ein paar Sekunden. Der Regen goss auf die Pelze der beiden kämpfenden Wölfe. Angespannt beobachtete der Rüde das Schauspiel und lauschte den Geräuschen. Jeder Muskel spannte sich, jede Faser war bereit, er war bereit. Bereit zum Kämpfen wenn es nötig wäre. Fast schon war es unheimlich wie die Gestalten versuchten den anderen Gegner zu töten. Doch plötzlich huschte eine weitere kleine Gestalt auf die Lichtung die sich in tiefes schwarz legte. Es war ein Welpe, ein kleiner verlorener Welpe. Wohl keine Gefahr für die beiden und doch schien einer der beiden Kämpfenden immer noch bereit zu töten. Es war die Fähe die sich nicht entspannte. Der Wind verriet das Geschlecht der beiden anderen Gestalten. Beides waren Rüden, wie er. Doch die Frage war nicht welches Geschlecht, sondern die Frage war nun wie sie mit dem Welpen umgehen würden. Hätte sie den Mut einen Welpen zu töten der mit ihrem grausamen Spiel nichts zu tun hatte? Jeder weiß das der kleine keine Chance haben würde gegen einen – oder beiden – zu gewinnen wenn sie es auf einen Kampf abgesehen haben. Voller Anspannung beobachtete der Rüde die Szene. Wie würden sie vorgehen? Und so wie es aussah hatte Shadan sich verraten, der große fremde Rüde hatten ihn entdeckt. Und du Fremder komm her... Das sollte er bekommen..

Mit waagerechter Rute, leicht gefletschten Fang und sicherem Auftreten gab er sich zu erkennen und stellte sich neben den Welpen. Ohne den Blick von dem fremden Rüden abzuwenden wartete er ab. Seine dunklen Bernsteinfarbenen Augen fixierten ihn. Die Rute längst nicht gesenkt und den Fang nicht geschlossen wartete er. Jetzt ging es nur darum die Situation nicht schlimmer zu machen. Shadan schaute die Fähe an, er hatte längst festgestellt das sie eine scharfe Zunge besaß und gerne mit Worten provozierte. Ob sich der fremde darauf eingelassen hatte? Seine Haltung war einem Alpha gerecht, genau wie die Haltung des Fremden. Mit angelegten Ohren wanderten seine Augen zu dem Welpen. Worauf hatte er sich eingelassen? Und wo war überhaupt sein Rudel oder wenigstens seine Mutter? Langsam kam Shadan immer näher heran.

,,Und wie könnte ich dir damit Helfen wenn ich mich zu erkennen gebe?''

Antwortete er dem Rüden. Allein seine Augen verrieten Shadan, alles andere war wie von der Nacht verschluckt. Man konnte nicht sagen das die Lage sich entspannte oder es etwas passieren würde, das stand noch in den Sternen. Die würden es doch nicht wagen ihn anzugreifen? Zumal die beiden eh schon geschwächt sind.

,,Und was dich betrifft kleiner, ich würde das nicht Essen. Außerdem was machst du hier überhaupt alleine?''

Sprach Shadan mit scharfer Zunge und sah den Welpen an. Wer konnte auch wissen wie lange oder was mit dem Fleisch passiert ist? Oder WAS das für ein Fleischstück war, vielleicht stammte das ja von einer der beiden Wölfe? Das war immer ein Grund wieso Shadan sich seine Beute selbst fing. Nie konnte man sicher sein woher es kam. Und das war längst nicht das einzige gefährliche, denn hinter dem Fleischstück wartete eine Klippe auf ihn, vielleicht war das eine Falle um den kleinen dort hinunter zu schubsen. Doch was für ein Bastard würde das tun? Nun, so weit wie Shadan das beurteilen konnte waren die beiden sehr wohl in der Lage dazu. Langsam wurde der schwarze ungeduldig.

(( Caves & Mika & Jin // kommt näher und spricht ))
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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mi Okt 31, 2012 9:39 am

Ausstiegspost: Nuray Sayari

Nuray gefiel die Situation immer weniger. Ihr war unwohl dabei, dass es allem Anschein nach zwei Rudel gab, die sich bekämpften. Das widersprach ihrem Verlangen nach Zusammenhalt und Sicherheit - Dinge, die in einem Rudel gewährleistet sein sollten. Innerlich spielte sie mit dem Gedanken, ihre "Bitte" um Aufnahme zurückzuziehen, wobei sie eigentlich ohnehin nur angemerkt hatte, dass sie gerne "für eine Weile" hierbleiben wollte. Der Alpha, Blake, misstraute ihr, das merkte sie. Und er ließ es auch nur allzu deutlich in seiner Antwort anklingen. Die Helle spürte die Ablehnung geradezu, ließ unschlüssig den Blick zu abschweifen und betrachtete den aufgeweichten Waldboden. Nein, sie musste irgendwo anders Zuflucht finden. Hier war sie nicht willkommen.
Blake hatte sich von ihr abgewandt und Nurays Entschluss war gefallen. Sie sagte kein Wort mehr, verabschiedete sich nicht, sondern drehte sich still um und lief los. Durch Regen und Dunkelheit, irgendeinem fernen Ziel entgegen, das irgendwo hinter dem Gewitter liegen musste.

[verlässt das Gebiet der Heaven Wolves]

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Jin


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Do Nov 01, 2012 7:36 am

Der Regen prasselte erbarmungslos hinab und jeder Tropfen fühlte sich wie ein feiner Nadelstich an. Dass ihm kalt war, war noch gar kein Ausdruck dafür, wie es sich tatsächlich in seinem Inneren anfühlte. Sein Körper verlangte energisch nach Wärme. Jetzt brauchte er sie vielleicht sogar mehr als etwas zu fressen. Doch durch die Aufregung wurde es ihm nicht bewusst. Sein Blut fing an zu brodeln in seinen Adern. Es rauschte und wurde schnell durch seinen Körper pulsiert. Ein unbekanntes Gefühl der Hitze überfiel ihn, wie ein hungriger Parasit. Er spürte die unnatürliche Wärme von Pfotenballen bis hin zu seinen flauschigen Ohren. Jin verlor keinen Gedanken daran, dass diese Wärme nur durch den kräftigen Adrenalinschub gekommen war und aus diesem Grund nur ein großer Teil seiner Einbildung war.
Kurz ließ er die beiden Fremden aus den Augen, um diese zu zukneifen und sich kräftig zu schütteln. Sein Fell hatte sich bereits so sehr mit dem Wasser vollgesaugt, dass er bereits die Last auf seinen schlanken Läufen spüren konnte und es langsam lästig wurde. Für einen Moment hingen einige braune Strähnen von seinem Fell chaotisch in alle vier Himmelsrichtungen ab. Würde die Sonne scheinen, so würde Jin vermutlich ein knuffiges Bild einer braunen, aufgeblasenen Fellkugel abgeben. Dadurch, dass es jedoch wie aus Kübeln regnete, hielt seine Frisur nicht lange und bald lag sein Fell eng an seinen dürren Körper geschmiegt. Jin öffnete blinzelnd seine kastanienbraunen Augen und blinzelte durch den Regen zu der Wölfin. Nur ganz kurz, dann sah er zu dem Rüden und anschließend suchte er nach dem Fressen. Nanu? Haben die bereits alles aufgefuttert? Frechheit! Trotzig blickte er also zu der grimmigen Fähe. Jin war unbeeindruckt von ihrem Knurren. Vielleicht war es auch eine Spielauforderung? Trotzdem hatte der Rüde momentan kein Interesse sich mit der Tante zu beschäftigen. Sein Bauch grummelte und nur das war sein Grund gewesen, warum er seine tolle Baumhöhle alleine lassen musste. Ihre Schlangenstimme ließ seine kleinen Ohren nach vorne drehen und sein Köpfchen fiel in die Schräge.

„Ich hab's selbst gesehen. Bin ja nicht blind, Spielverderberin.“,

stellte Jin gelassen fest und zuckte desinteressiert mit den Schultern. Verstand die denn gar keinen Spaß? Fremdwort, hm? Jedenfalls hatte der Rüde gleich gemerkt, dass die Fähe alles etwas zu ernst nahm. Sie erinnerte ihn ungewollt an den dunklen Wolfsfresser, der größte Bösewicht in den Märchen, die ihm seine Mama erzählt hatte. Eine fiese Hexe!
Jin hatte ein ganz einfaches Sortierungsverfahren. Es war etwas Unbewusstes und trotzdem tat er es immer wieder. Er steckte Wölfe, gleich nach deren Bekanntschaft, in unterschiedliche Schubladen. Momentan war die Anzahl seiner Schubläden sehr winzig. Einmal die Hab-ich-gern-Schublade und die Blödmänner-Schublade. Die Fähe hatte es geschafft in die zweite Schublade zu rutschen. Glückwunsch!
Misstrauisch linste Jin zu dem Rüden, der ein eigenartiges Aussehen aufwies. Jedenfalls glaubte Jin dies. Sicher konnte er nicht sein, da es dunkel und verregnet war. Hm, wahrscheinlich bildete er sich diese Außergewöhnlichkeit auch nur ein. Jedenfalls schritt dieser auf den Welpen zu und fing an ihn zu umkreisen. Egal wie steif Jin auch gewesen wär, er hätte einem Fremden nie den Rücken zugekehrt. Diesen Rat hatte er von seinem Großvater und Jin wusste, dass er dieses Wissen nie anzweifeln durfte und auch nicht vergessen würde. So drehte Jin ebenfalls eine Runde um seine eigene Achse und blickte den Großen mit kindlichem Interesse an. Der Rüde sprach von der Fähe und der Welpe konnte einen kurzen Blick zu ihr sich nicht verkneifen. Jin verstand den Wink in seinen Worten nicht und verzog bloß seine Lefzen.

„Mir doch egal. Ich mag sie trotzdem nicht, sie ist irgendwie gruselig.“,

murmelte Jin leise, sodass es nur der Rüde verstehen sollte. Recht hatte er aber trotzdem mit seinen Worten. Die Fähe hatte tatsächlich etwas Fieses an sich. Dass vor ihm jedoch ebenfalls kein Engel stand, davon ahnte er noch nichts. Er bemerkte bloß durch die Nähe, dass das Blut nicht von einem Hirsch, Hasen oder sonst was stammte, sondern aus seinen Wunden quoll. Jin verzog sein Gesicht, was der Große jedoch nicht mitbekommen sollte, da dieser sich zu ihm runter gebeugt hatte und ihm etwas ins Ohr flüsterte. Neugierig stellten sich seine Ohren auf sein Blick schweifte bereits zu der Stelle, von der der Rüde sprach. Er wollte tatsächlich zu dem Fleisch laufen und dieses gierig verschlingen. Seine Augen brannten bereits vor verlangen nach dem blutigen Stück, doch bevor er Antwort liefern konnte oder hinlaufen, da wand der Große sein Wort an jemand anderes. Huh? Wer soll rauskommen?
Jin zuckte bei der fremden Stimme zusammen und drehte seinen Kopf langsam zur Seite. Ein großer, schwarzer Rüde näherte sich der Gruppe und blieb direkt neben Jin stehen. Es benötigte nur das ausstrecken seines Köpfchens und dann konnte er mit seiner schwarzen Schnauze bereits den Lauf des Dunklen berühren. Doch er ließ Gedanke Gedanke sein und lauschte stattdessen der Stimme. Seinen Kopf ließ er irritiert in den Nacken fallen, als der Dunkle ihn ansprach. Er würde es nicht fressen? Wieso, wollte er es etwa selbst haben? Womöglich war es aber auch nur ein gutgemeinter Rat?

„Hab' eh keinen so großen Hunger.“

Jin presste seine Lefzen aufeinander und blickte dann zu dem anderen Großen. Dies würde auch seine Antwort sein. Eine Ablehnung gegenüber seinem Angebot. So richtig klar war es ihm jedoch immer noch nicht, warum er sich von dem Fleischstück fernhalten sollte. Doch dieser Gedanke war in Rekordgeschwindigkeit verschwunden und stattdessen streckte er stolz seine Brust aus und plusterte sich wie ein Hahn auf. Würde es nicht regnen, so könnte man mit ansehen, wie sich sein Nackenfell aufstellte und ihn um einige Zentimeter größer wirken lassen würde.

„Ich jage gerade!“


{ Caves && Mika && Shadan }

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Do Nov 01, 2012 8:17 am

Sideka ließ sich von Blake zum Rudelplatz führen. Verschiedene Blicke schienen aus allen möglichen Richtungen auf ihr zu liegen. Egal war es ihr nicht, Aufregung machte sich innerlich dabei auch nicht breit. Zu oft hatte sie neue Rudel kennen gelernt. Kurz senkte sie ihr Haupt um eine allgemeine Begrüßung zu äußern und sah sich danach direkt um. Ihr fiel ein Gebüsch auf, über dem ein relativ dichtes Blätterdach eines Baumes war. Ohne noch irgendetwas abzuwarten trottete sie zur besagten Stelle. Wenn jemand sie kennen lernen wollte, würde er oder sie schon kommen.
Die ausgweählte Stelle war relativ trocken und es lohnte sich das Naß aus dem Fell zu schütteln. Schließlich rollte sie sich zusammen und bettete ihren Kopf auf ihre Pfoten. Der Hunger ärgerte sie weiter, während die Kälte durch den relativ trockenen Platz etwas wich. Ihre Augen waren müde, ihr Bein schmerzte etwas.

[am Rudelplatz I allein im relativ trockenen Dickicht I anspielbar]
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Kiba


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Fr Nov 02, 2012 10:48 am

Kiba war immer noch ängstlich wie ein Kaninchen auf der Flucht. Die Geräusche seiner Umgebung nahm er kaum wahr, doch er sah den anderen zu. So lange war der weiße nicht mehr in einem Rudel. So lange war er alleine auf dieser gottverdammten Welt, musste alleine jagen, alleine Entscheidungen fällen, hatte keinen, der ihm helfen konnte. Deswegen war es für ihn umso schwerer zu glauben, dass er sich plötzlich auf einem fremden Rudelplatz befindet, auf einem Rudelplatz, auf welchem er vielleicht auch bald gehören würde. Mit ein wenig Glück könnte ich es schaffen, dachte er. Kiba blickte sich noch eine Weile um, doch hocken tat er immer noch hinter dem hilfsbereiten und netten schwarzen Rüden, gegen den der weiße geprallt ist. Plötzlich wurden seine Gedankengänge unterbrochen, er merkte, dass dieser eine weiße Wolf Raziel beleidigte. Kibas Zittern und Schlottern hörte augenblicklich auf und er richtete sich vor dem fremden auf. Das Zittern kehrte zwar zurück, doch er zitterte nicht mehr aus Angst, nicht annähernd. Wut war es, das durch seinen Körper floss und ihm kleine Stromstöße verpasste. Kiba sah diesem eindringlich in die Augen und schnauzte ihn an, ohne zu beachten, was Raziel ihn gefragt hatte. Der weiße baute sich mutig vor dem grimmigen Fremdling auf und ermahnte ihn mit fester Stimme:

"Lass Raziel in Ruhe, du respektloses Stück Kadaver! Wenn du Probleme hast, dann sage es mir... ich werde dir helfen. Aber wenn du der Meinung bist andere anzuschnauzen und deine scheiß Art an deinen Rudelmitgliedern auszulassen, dann bist du nichts weiter als ein eingebildeter Bastard."

Raziel schnauzte Azzardo, so nannte der schwarze den Fremdling, ebenfalls an. Kiba musterte in der Zeit sein Gegenüber von oben nach unten. Was für ein arrogantes Stück der doch ist, fügte Kiba seinen Gedanken hinzu. Als Raziel fertig war mit reden, öffnete Kiba seinen schmalen Fang und sagte:

"Pass ja auf, mit wem du dich anlegst. Ich habe mehr erlebt als du, das glaub mir mal! Und mit dir werde ich da ganz leicht fertig. "

Kiba drehte sich um und folgte den anderen beiden, dabei tat er das gleiche, was Raziel tat: Er beachtete diesen Azzardo nicht ein bisschen. Kiba konnte es nicht fassen, er war auf einmal so selbstbewusst und mutig. Er blieb kurzzeitig stehen und schüttelte sich das kalte Nass aus seinem nun schwer gewordenen Fell. Doch obwohl sein Fell immer so schwer und belastend ist, wenn es nass wird, genoss der weiße diesen Moment. Regen hatte für ihn schon immer etwas reinigendes an sich, sowohl für die Luft, als auch für de Seele.

Kiba sah sich um und sah, dass Raziel nun schon weiter vorne war. Schnell legte er einen Gang zu, nebenbei total stolz auf sich, weil er verdammt nochmal sein Selbstvertrauen wiedergewonnen hatte. Dies hatte er nun einem arroganten und respektlosen Wolf zu verdanken.

[bei Raziel & Azzardo & Cabezan // beschützt Raziel || freut sich sein Selbstvertrauen wiedergewonnen zu haben]


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mo Nov 05, 2012 5:45 am

Die blutige Dame meint es nicht so. Ich glaube, sie hat dich zum Fressen gern. Nicht wahr?

Nougatbraune Augen richteten sich auf den Schlittenhund. Mit eisernen Blicken durchlöcherten sie ihn, der glimmende Funke loderte zu neuen blutleckenden Flammen, die seinen Körper nur so zu tilgen schienen. Erst zogen sie ihm den dreckigen Pelz vom Leibe, sachte und langsam voller Genuss lauschte sie seinen Schreien als sich die Schützende Schicht von den Muskeln löste.

Ein süffisantes Lächeln legte sich auf die Lippen und der nächste zuckende Blitz enthüllte die dämonischen Züge wie die hellen leuchtenden Augen und Zähne, das Blutbetrunkene Fell und das lodernde rötliche Fell. Sie war ein Herbstkind, eine höllische Ausgeburt des Himmels und gerade würde ihr Wahn vielleicht so weit gehen zu behaupten, dass der Himmel sie herab gesendet hat um das Unheil zu verkünden und über die niederen zu richten mit all ihren Verfehlungen.

“Aber sicher doch.“

, pflichtete die plötzliche honigsüße Stimme mit dem Grausamen Sarkasmus dem Rüden bei und wandte den Kopf weiter gen Boden sinkend wieder zu dem Welpen.

“So etwas Zucker süßes wie dich muss man zum fressen gern haben.“

Mit einem Haps würde so ein Winzling wie dieser dort in ihrem Munde landen. Dann ein paar mal drauf herum kauen und schon könnte man den Hungerhaken wieder ausspucken. Das kleine Ding da war doch nicht mehr als nur ein dummer kleiner Kauknochen. Etwas zum Zerbeissen und Aggressionen ablassen, dann müsste man sich aber auch schon wieder etwas anderes aussuchen, immerhin bot er keine längerfristige Genugtuung, geschweige denn Beschäftigung – oder etwa doch? Leicht zuckten die Ohren als sie wieder die Stimme ihres Gegners vernahm, wie er lockend und preisend von dem Stück Fleisch sprach und den Welpen damit in die Fänge der Verdammnis ziehen wollte. Das Stück Fleisch von dem er sprach und welches er so charismatisch dem Kinde einverleiben wollte, war sein eigenes. Jenes, welches Caves ihm aus dem vermaledeiten Körper gerissen hatte, es in seinen Rachen geschoben und er ungeachtet wieder auf den Boden geworgen hatte.

Sehr schön, dann neigte er also zu einem Wahnsinn von Kannibalismus und wollte dem kleinem das Fleisch von Wölfen schmackhaft machen. Doch wofür? War dies seine Art wie man Dinge schnell an den Geschmack von Kampf gewöhnte? Wie man sie vielleicht sogar mit einer verfluchten Lust darauf abrichtete, dass Wolf um Wolf diesem Wahn zu opfer fiel? Eines war auf jeden Fall klar für die Herbstwölfin, diese beiden kannten sich keines Falls. Das war ihr mittlerweile klar geworden, wenn nicht sogar geradezu bewusst. Für die schnelle Auffassungsgabe war sie dem Himmel sehr dankbar. Man konnte so einiges dadurch und dank der Beobachtungsgabe zusammen zählen. Sie war sich sicher, dass dies kein Komplott war. Dennoch blieb sie auf der sicheren Seite indem sie einen gewissen Abstand hielt. Vielleicht wäre es noch besser gewesen zu fliehen, doch Mika hatte sie. So wie er den Welpen köderte, hatte er nun sie auf seine verlockende Spur gezogen und durch die verschlingenden dunklen Tiefen vom Rest der Welt abgeschottet. Es gab nur noch die Flucht nach vorne und die führte sie direkt in den weichen warmen Pelz samt kalter Fänge des Mischlings.

Mit ihren Gedanken und Empfindungen ganz in ihrer Welt, ignorierte sie die unwichtigen Basen des Geschehns wie der Aussage vom Kleinvieh welches sie nicht mochte da er sie als gruselig empfand. Das war ihr doch mehr als nur egal. Wenn sie ihm grausam und erschreckend erschien, so konnte sie ihn doch umso besser in die Fänge des Wahnsinnigen treiben, welcher den Welpen mit der Maske des Wohlwollens empfangen und mit einer grausamen Lieblichkeit auf die neue Pfade lenken würde.

Moment, seit wann trieb sie denn bitte potentielle Beute in die Fänge dieses abgrundtiefen Schlundes? Und seit wann bitte, arbeitete sie mit ihm zusammen? Da war doch mehr als nur eine Kleinigkeit verkorkst an der Sache. Ein Schnauben entwich ihr bevor sie aufgrund der schwarzen Gestalt die sich nach dem gebietenden Rufen Mikas dazu gesellt hatte, ein Lachen verließ. Oh nein wie süß. Da empfahl dem Welpen ein Fremdling etwas nicht zu fressen und das obwohl sie sich anscheinend nicht nahe standen. Immerhin nahm der Schwarzpelz keine beschützende Haltung ein. Na wunder voll. Nun waren sie hier. Vier Fremde auf den Klippen, in der Nähe des Waldes und im Auge des Sturmes. Der Donner krachte und verschluckte fast die Aussage vom Welpen der keinen Hunger hatte, bevor er sich selbst wiedersprach indem er sagte dass er jagen würde. Nein wie putzig. Wer hatte diesem Flohsack denn bitte das Jagen beigebracht? Wie alt war er? Keine fünf Monate. Der musste wohl schlecht scherzen, der wüsste sicher noch nicht einmal wie Jagen buchstabiert wurde.

Die ganze Szenerie verwandelte sich hier in einen makabren Zirkus. Reiner Sadismus dieser Welt die sich hier willkürlich auf sie abließ und die drei Männchen bei ihr auftauchen ließ. Alles Puppen die wild zappelten an ihren Fäden und weder hin noch her wussten. Gut, dann würde sie eben mal die Schafe treiben. Es blieb ihr doch eh nichts anderes übrig und am Ende, wenn die elendige Promenadenmischung mitmachen würde, dann würde sie sicher auch Informationen erlangen die er unbewusst oder gezielt platziert durchsickern lassen täte.

“Du hast also keinen so großen Hunger, bist aber auf der Jagd.“

, resümierte sie den Welpen und hob den Kopf selbstsicher in die Höhe. Im Moment war da kein Grund in der schützenden Haltung zu verweilen. Ganz im Gegenteil, die beiden Rüden mit ihren dominaten Posen forderten sie sogar heraus es ihnen gleich zu tun. Sicher würde Caves nun nicht den Kopf gen Himmel recken, die Rute erheben und stolz die Brust rausrecken. Mit diesme Imponiergehabe wollte sie gerade weder etwas zu tun haben noch konkurrieren. Sie würde den beiden doch am Ende eh zeigen dass man sie für voll zu nehmen hatte und sie sich nicht unter irgend einen stellte. Sie war keine Fähe die winselnd nach der Obhut eines Rüdens suchte, sich unter jenem stellen würde und damit sich selbst samt Autorität untergraben lassen täte. Gott nein. Die Ohren waren aufmerksam nach vorne gerichtet und zugleich standen sie zu einem gewissen Teil noch zur Seite ab. Die Rute hing etwas lockerer herab, schien nicht wie ein verlängerter Teil des Rückens nach hinten zu gehen und doch voller Spannung zu sein. Die Pfoten hoben sich und verlagerten ihre Positionen, damit sie entspanner stehen konnte.

“Scheint als könne sich da einer noch gedulden bis das Fresschen freiwillig in den kleinen Schlund fliegen würde. Die enttäuschende bittere Wahrheit ist jedoch, dass du hier neben dem Stück Fleisch weder etwas finden wirst, noch etwas bereitwillig zu dir springt.“

Tiefer Sarkasmus der da ineinander griff. Allerdings war dies nur der Vortakt zu dem eigentlichen Spiel, dem Puppentanz auf der Bühne.

“Aber gut, dann werde ich eben den übriggebliebenen Rest fressen. Es war ein wirklich köstliches und saftiges Stück.“

Melodische aneinander gereihte raue Worte. Schon bewegte sich die Fähe in die Richtung wo das Fleisch lag. Sie wandte sich einfach ab, kehrte dem Geschwader an Rüden einfach die Seite zu und entfernte sich mit lockeren und langsamen Schritten, näher auf die Klippe hin. Zeitgleich achteten ihre Ohre genaustens darauf ob jemand folgte, wenn ja wer und was noch passieren würde. Apropos passieren...

“Vielleicht sucht Vätterchen ja nur den Schatten, der sich nicht erkennen lässt.“

Kleiner Spott am Rande für die dumme Frage mit dummen Worten.

[MIKA && SHADAN && JIN | KLIPPE | bleibt trotz der Gefahrenzulage | treibt die Schafe zur Schlachtbank]
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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Di Nov 06, 2012 10:47 am

Es rumorte und wirbelte irgendwo in den dunklen Tiefen seines Wesens, doch von diesen walzenden Strömungen gelangte kein Zeichen an die hauchdünne Oberfläche. In den tiefschwarzen Seelentunneln spiegelte sich wie üblich nur wenig und was zu sehen war, war auch nur das, was er bewusst durchsickern ließ. Mika war immer dessen bewusst, was er nach aussen hin zeigte. Andererseits konnte es ebenfalls sein, dass alles unbewusste viel zu kompliziert und verstrickt war, als dass es je jemand entschlüsseln könnte. Doch es wäre falsch zu behaupten, Mika wäre ein Buch mit sieben Siegeln. Es war durchaus möglich, zu ihm hindurchzubrechen, die Untiefen seines Geistes, seiner Seele und womöglich auch seines Herzens zu erkunden. Es gab keine Barrieren außer der endlosen und bedrohlichen Dunkelheit, der im langen Tunnel zu diesem Wissen lag. Eine kalte und trostlose Welt, in der alles möglich war. Man konnte Mika erreichen, ihn berühren, sich sogar über ihn stellen - auch wenn er das nie bewusst zugeben würde - man musste nur Mut und Durchhaltevermögen haben. Schließlich hatte es schon einen Wolf gegeben, der diesen Tunnel entlanggelaufen war, der in die tropfende und anschmiegsam düstere Dunkelheit eingedrungen war. Abermals kehrten die Gedanken des bunten Rüden zu Chizu zurück, wie schon so viele Male diese Nacht. Es passierte immer öfter. Er infiltrierte seinen Geist, webte sich in die feinen Strukturen ein. Nein, er konnte jenen Wolf aus seiner Vergangenheit und seinen eisig klaren Blick nicht verleugnen, nicht ihn. Die kalte Nachtluft wurde durch seine Schnauze zischend eingezogen und spaltete seinen Körper bis hinab in die Lunge, nur um danach in einem geisterhaften Nebel wieder zwischen seinen Fängen emporzukriechen. Kein giftig gelber Schwefel, nur Dampf. Pure Göttlichkeit. Der Schmerz pulsierte weiterhin in seinen Flanken, ließ ihn jedoch nicht weniger mächtig erscheinen. Als das Blut, das in seinem nassen Fell klebte und langsam aber sicher ausgewaschen wurde, fügte nur zu seiner beeindruckenden Erscheinung hinzu. Mischling, Missgeburt. So nannten ihn spöttelnde Zungen gerne, doch nie würden sie zugeben, wie viel Mika doch aus dieser einmaligen Legierung verschiedenen Blutes doch bekommen hatte. Ein Körper, wie direkt aus der Meisterschmiede von Hephaistos geschleudert. Augen von einer Schwärze, wie sie kein Wolf gesehen hatte. Fellmusterungen, so vielfältig und doch so wild. Er war kein zahmes Schoßhündchen, dennoch war er auch kein liebeshungriger, selbstuafopferungsvoller und eingebildeter Rudelwolf. Er war einmalig und hätte nie etwas Anderes sein können. Ein Funke Göttlichkeit, verloren unter der Last der Sterblichen. Würde jemand den göttlichen Strang aus dem Heuhaufen fischen können? Nun, es würde nicht mehr sein Problem sein. Er hatte getan was er konnte in diesem Leben und hatte nur noch weniges vor, dafür aber mit umso mehr Genuss.

Gut gelaunt erfassten die Onyxe des Abtrünnigen den dunklen Schemen des Rüden, der sich offenbar in ziemlich angriffsbereiter Manier näherte. Ein gelassenes Lächeln spielte um die dunklen Leftzen, während sich das Licht eines Blitzes irgendwo im Nirgendwo seiner Augen verlor und so den amüsierten Blick preisgab. Das Einzige, was er vom Fremden erkennen konnte, waren seine Umrisse und die dunkel bernsteinfarben glühenden Augen. Er schien sich seiner Sache sicher zu sein, auch wenn wahrscheinlich nicht so sehr wie Mika - er war schließlich Rekordhalter in dieser Sektion.

"Ich habe nie gesagt, ich würde nach Hilfe verlangen., erwiederte er ruhig und begleitet von dem weichen Klang der Ironie. Seine Sinne blieben schwarf wie Messerschneiden. "Ich mochte im Moment nur kein Verstecken spielen." Nun zuckten seine Leftzen wieder unterhalten. Was zählte war, dass der Schemen seiner Aufforderung gefolgt war. Wenn nicht, dann hätte er ihn gleich die Klippe runtergejagt - und nun, wenn das nicht, dann eben aus dem Revier. Ein scharfzüngiger Genosse schien dieser unsichtbare Glimmspan zu sein, aber im Grunde besaß er Vernunft. Nun, was das gemeine Wolfsvolk so als 'Vernunft' schimpfte. Da gingen die Meinungen wie gewohnt außeinander. Den Rüden im Hinterkopf behaltend, schwenkte er seine Aufmerksamkeit und sein Urteilungsvermögen zum Welpen um. In der Regel mochte er keine Welpen, doch sie waren in gewissen Situationen herrliches Material mit dem man arbeiten konnte, oder eher ; Das man bearbeiten konnte. Dieses zerbrechliche Exemplar war nicht schreckhaft, so viel stand schon mal fest. Es ließ sich nicht zu schnell durch oberflächliches Drohen beeindrucken oder abzuschrecken und hatte einen gewissen Trotz, der Mika gefiel. Außerdem war er nicht strohdumm, er hatte Mika nicht ein mal aus den Augen gelassen, als er ihn umrundet hatte. Aber gewiss konnte Mika ihn trotzdem um seine Pfoten wickeln. Schließlich war es letztenendes doch nur ein Welpe und es kam nur gelegen, wenn Figuren noch einen eigenen Kopf hatten ( auch wenn bitte nicht ZU viel ). Genau das war es, was er für den Kleinen im Kopf hatte. Eine Figur auf dem schwarzweiß karierten Brett der beiden Rudel. Ein trockenes, aber gut gelauntes Lachen wurde seiner blutigen Kehle entlassen, als er Jins Worte zu Caves hörte.

"Nun, deine Worte gefallen mir schon mal. Lass dich bloß nicht von der unterkriegen.", wisperte er abermals in die kleinen Öhrchen des Miniaturrüdens, während seine dunklen Augen spöttisch zu Caves huschten. Ein kleines Zwinkern war zu bemerken, dann brach er den Blickkontakt ab und hob sein Haupt erneut wieder auf gewohnte Höhe. Mei, das man sich auch ständig herabbeugen musste um diesen Zwergen etwas mitzuteilen! Zum Glück hatte er nicht so viel mit diesen Geschöpfen zu tun. Bis jetzt nicht. Er ignorierte sehr gekonnt die stechenden Blicke der Herbstfähe, die sich wieder mal gewiss von ihrer anziehendsten Seite zeigte - der Teuflischen. Leider hatte sie wohl nicht aufgepasst, als ihre liebe Mama ihr beigebracht hatte, was Rüden eigentlich wollten. Nun, so war sie eben doch interessanter als all die Langweilerinnen, das musste sogar er zugeben.
"Wie heißt du eigentlich?", wandte er sich nun lauter und ziemlich autoritär, dennoch nicht unfreundlich zu dem Knirps, während er ein leichtes Lächeln um seine Leftzen spielen ließ. Der Rest des Gesindels durfte dann auch mal gerne anfangen, ihre Namen zu nennen. Schließlich hatte er es satt sie ständig irgendwelche dummen Namen zu geben. Er überging den Kommentar über das Fleischstück. Es war eh, nun... Eine witzige Blitzidee gewesen. Er und seine verqueren Gedanken! Dennoch wäre es sehr belustigend gewesen, hätte der Welpe das Fleisch tatsächlich verschlungen. Mit spielenden Ohren hörte er der blutgetränkten Fähe bei ihrem unterhaltsamen Geblubber zu. Sein kohlschwarzer Blick ruhte fast federleicht auf ihrem monochrom wirkenden Herbstblätterpelz und dennoch lag darin etwas Glimmendes. Welch Kuriosität. Wäre doch äußerst schade gewesen, hätte er sie tatsächlich umgebracht. Nein, er hatte nur gespielt, nur ein wenig die Zeit vertrieben. Sein Haupt schnippte leicht in die Höhe, als der beste Teil ihrer kleinen Wörteraufführung kam. Der Höhepunkt, der Gag. Das feine Anwinkeln seiner Leftzen verbreiterte sich zu einem Lächeln. Ein Lächeln, wie es die Fähe wohl noch nicht so oft gesehen hatte. Es schien schon fast eine Spur diabolisch un pure Verschwörung stand in den bunten Zügen geschrieben.

"Zum Glück umgibt uns samtene Schwärze. Ich werd' ja gleich rot, Liebste., erwiederte er leise, aber so deutlich, wie nur der Schnitt einer Messerschneide sein konnte. Ebenso scharf war der Kontrast in den Emotionen, die in seiner Stimme vibrierten. Einersetis rauchige Leidenschaft, schon fast parodisiert dahergehaucht, wie jenes letzte, betonte Wort. Andererseits auf eine dunkle Weise fesselnd und so verschachtelt, dass man sich nie sicher sein konnte, wie viele Böden diese Worte hatten und wie tief ihre Bedeutung lief. Immer tiefer unter die Haut. Immer tiefer krabbelten die leisen Worte des Abtrünnigen unter die weiche Haut dieser Wölfe. Zufrieden und mit einem letzten, vielsagenden In-sich-hinen-Lachen wandte er sich von dem Teufelsweib ab.

{ Caves & Shadan & Jin | Klippe }

_____________

the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Fr Nov 09, 2012 3:51 am

Die Art wie die beiden Fremden sprachen gefiel dem schwarzen überhaupt nicht. Man sollte etwas mehr Respekt entgegen bringen. Zwar machte es der große Rüde besser wie die Fähe neben ihn, doch ganz zufrieden war er nicht. Auch das Wort erfreut passte ganz und gar nicht. Während der Regen weiter auf die Pelze hinab fiel und ein paar Blitze den Himmel spalteten schloss für einen Moment die Stille ein Kreis um die vier Gestalten. Den Namen der drei kannte Shadan nicht und sie waren für ihn nicht wichtig, wenigstens noch nicht. Aber was sagten Namen schon über die Persönlichkeit aus? Eben, nichts. Es war einfach abzuwarten. Langsam war das Fell des schwarzen so durchnässt das sich kein Tropfen mehr in seinem Fell hielt und zu Boden ging. Ohne große Vorwarnung und Vorsicht der anderen gegenüber schüttelte Shadan die Tropfen aus dem Fell. Wieder Richtete der große schwarze seinen Blick auf den Welpen neben ihn den er fast berühren konnte. Seine Augen ruhten ganz auf den kleinen. Das er das Fleischstück nicht essen sollte nahm er hoffentlich ernst. Wer weiß denn was er für ein Stück war. Doch Shadan konnte es nur all zu Gut ahnen woher es stammte.

,, Dein Bauch erzählt mir etwas anderes aber es ist bestimmt besser wenn du es nicht isst.''


Meinte Der Rüde zu dem Welpen. Lieber würde Shadan selbst dafür sorgen das der kleine etwas vor die Pfoten bekommt. Doch jetzt war es weder möglich noch die richtige Zeit dafür. Bei den Worten des anderen Rüden zuckten seine Ohren. Es war klar das er keine Hilfe verlangen würde und die brauchte er auch nicht, doch wieso sonst sollte der schwarze hervor kommen? Doch nicht etwa um gegen ihn zu Kämpfen! Wie absurd wäre das denn. Langsam genervt und mit dem Wille das zu beenden wandte er sich dem Rüden zu.

,, Das hatte ich mir gedacht. Aber was willst du dann von mir? Das ich mich zurückgehalten habe lag daran das ich euren Kampf nicht stören wollte und es mir ein Vergnügen war euch ein wenig zu zusehen, bis er kam.''

Sicher waren Shadans Worte nicht komplett ernst gemeint, doch soll er das nur glauben. Trotzdem entspannte sich der schwarze kein bisschen, seine Statur war angespannt und jeder Zeit bereit. Die Nackenhaare aufgestellt und stets die Rute waagerecht. So würde der schwarze lange stehen bleiben müssen wenn es nicht voran ging. Bei den letzten Worten ' bis er kam' deutete er auf den Welpen neben sich. Amüsiert betrachtete er die Fähe wie sie sich dem Fleischstück nähert, sie will dieses dreckige Stück nicht wirklich Essen oder? Ein Schauer lief dem Rüden über den Rücken. Nicht weil er es Gruselig fand das sie offenbar Wolfsfleisch anrühren wollte sondern weil er sich ekelte diesen Dreckklumpen überhaupt anzusehen. Das es Wolfsfleisch war wusste Shadan auch nur weil die klaffende Wunde des anderen Rüden sehr groß war und wie jeder sehen konnte etwas fehlte. Ein Grinsen lief Shadan über die Lefzen. Doch das niemand seinen Namen verriet war ihm egal. Doch wie zu erwarten forderte der große Rüde den Welpen auf seinen Namen zu nenne. Wie Lustig. Aber selbst nicht seinen eigenen Namen nennen, doch Shadan soll es egal sein er nannte seinen Namen auch nicht. Doch die nächsten Worte waren eher zum Lachen. Liebste, das sah aber nicht danach aus. Wie soll das nur weiter gehen?

(( Jin && Mika && Caves ))
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Kayra


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   So Nov 11, 2012 12:22 am


Kayra war froh darum, das Meo sie mit seiner freudigen, aufgedrehten Art von dem ablenkte, was seine Schwester zu ihr gesagt hatte. Er war momentan der einzige Lichtblick in ihrem Leben. Was war wohl seine Geschichte? Wieso streunte er hier in dieser gottverlassenen Gegend herum. Gottverlassen? Nicht die passendste Bezeichnung, doch in diesem Moment, wo der Himmel über ihnen zusammenfiel, passte es auf eine schreckliche Art und Weise. Doch dies, schien den Jungwolf überhaupt nicht zu stören. Stattdessen hopste er herum, wie er es die ganze zeit schon getan hatte und lief erst ein Stück vor, kam dann jedoch wieder und fragte nach Caves.

“Caves ist wirklich nicht das liebenswürdigste Geschöpf dieser Erde, musst du wissen. Sie ist nicht wie ich, sie kann verletzend und stur sein. Für sie bin ich nur ihre naive kleine Schwester, die alles für gut und schön hält. Dieses Bild hat sie mir mal wieder vorgehalten und wir haben uns im Streit getrennt.“

Mit ruhiger Stimme und Geduld berichtete Kayra, was geschehen war. Hinter ihren Worten stand jedoch der Kummer darüber, nicht zu wissen, wo ihre Schwester abgeblieben war. Vermutlich hatte sie andere Wölfe getroffen, ferne Gerüche wiesen auf weitere Wölfe hin.
Hoffentlich würden diese Wölfe sie verstehen, wie sie war und sie nicht gleich davonjagen., dachte die Weiße vor sich hin, wusste jedoch nicht, auf was ihre Schwester wirklich getroffen war.

“Doch ich sehe es als eine glückliche Fügung an, dass sie bei unserem Treffen nicht bei mir war. Sie ist nie sonderlich freundlich und manchmal schäme ich mich fast ein wenig für ihre Art. Aber sie ist meine Schwester und trotz allem liebe ich sie.“, fügte Kayra hinzu und schritt dann in die von ihr angewiesene Richtung. Ihre weißen Pfoten färbten sich im vom Regen aufgeweichten Boden braun und der Matsch spritze unter ihren weißen Bauch und verklebte ihr Fell. Dieses Wetter war wirklich scheußlich. Um ein wenig mehr über den Jungwolf zu erfahren, stellte die Weiße nun auch einmal eine Frage.
“Wieso bist du eigentlich hier? Man sollte meinen, ein so jünger Wolf würde noch in seinem Familienrudel verweilen?“

{MEO AMAROK // antwortet // setzt ihren Weg fort // fragt}

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by icewolf
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mo Nov 12, 2012 6:16 am

Auch wenn Jin die alte Tante nicht mochte und sie liebend gerne dahin verschwinden konnte wo der Pfeffer wächst, so konnte er sie trotzdem nicht vollends ignorieren. Was jedoch nicht hieß, dass es ihn interessierte was sie da machte. Nö, nö, nö. Doch wie sollte man weghören, wenn sie schließlich mit einem redete? Sein Kopf kippte sanft in die Schräge und die dunklen Augen bohrten sich in den zerfetzten Leib der Fähe. Sie machte sich über ihn lustig und das gefiel ihm gar nicht. Wütend kniff er seine Augen zu kleinen Schlitzen zusammen und blickte sie stur an. Ha! Die konnte sich die Zunge wund und fusselig reden, von ihm würde sie keine Antwort erhalten. Anscheinend hatte sie damit auch kein Problem. Munter wie eh und je quatschte sie weiter vor sich hin. Verklebte Worte, eine dunkle Stimme. Bittere Wahrheit sagte sie da. Tze, lebte sie unter einem Stein oder was war los? Die einzige bittere Wahrheit war, dass er den dämlichen Worten der Fähe lauschen musste und nichts dazu sagen konnte! Hm, aber wieso eigentlich nicht?

„Friss doch und erstick dran.“, blaffte er mutig.

Jin plusterte sich etwas auf und blickte trotzig zu der Fähe. Na, Appetit vergangen? Seine Lefzen zogen sich zu einem spitzbübischen Grinsen hoch und mit engelsaugen blinzelte er zu der Furie. Mit einem amüsierten Schnaufen hob er einen Kopf sachte an und blickte den Rüden an. Er hatte sich zu Jin runter gebeugt und wisperte ihm leise Worte zu. Seine Augen funkelten und er reckte seinen Hals etwas, um ihm ebenfalls etwas leise zuzuflüstern: „Niemals!“
Er trat einen Schritt zurück und trat prompt gegen den Vorderlauf des Schwarzen. Es dauerte seine Zeit, bis er seinen Blick von den schwarzen Pfoten, zu dem Gesicht hob und letztendlich seine stechenden Augen fand. „Ups.“ Ein winziges Lächeln umspielte seine Lefzen und er trat einen Schritt zur Seite. Eigentlich war es hier doch ganz lustig. Jedenfalls besser als alleine in einer Ecke zu hocken. Wobei die Baumhöhle wirklich klasse war … Nichtsdestotrotz hatte er gute Laune. Von dem fressendem Alien dahinten mal abgesehen. Neugierig hob er erneut sein Köpfchen an und seine schmale Rute pendelte leicht zur Seite.

„Jin!“, verkündete er stolz seinen Namen.

Jin, der tollkühne Held, der furchtlose Ritter, der hübsche Prinz. – Um es genau zunehmen. Fürs erste würde jedoch auch nur Jin ausreichen.

{ Caves && Mika && Shadan }

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Di Nov 13, 2012 12:03 pm

Die Stimme des hässlichen Rüden erklang durch den Regen gedämpft auf den Klippen. Leise Verheißungen prophezeiten sie und umschmeichelten den schmalen Grad zum Tod. Der gefährliche Rutsch erschien nun nicht mehr als die Geliebte in den Armen eines Mannes und bot Zuneigung sowie Schutz. Sanft wie die liebkosende Klinge schnitten sie über den Pelz und ließen das Blut der perfekten Wunde sich rot ergießen. So hell und klar wie das Herz es vermochte und so dunkel und undurchdringlich wie die Seele werden konnte. Die Lefzen zuckten. Der Körper war zerrissen zwischen spöttischem Hass und angetaner Begierde. Die Worte besaßen sie so wie der Himmel ihr Blut besetzte und sie niemals wieder hergeben würde. Grimmig drückte sie die Ohren enger an den feinen Kopf, düsterer blickte sie auf den Boden und verfluchte den Wolfsmischling mit jeder Kralle die sich in den Boden rammte. Mit jedem Herzschlag welches so unstetig in der Brust erklang zwischen Lust und Frust. Das verhasste Spiel zwischen dem Himmel und der Erde die einander nie erreichten. Sie trafen sich am Horizont, doch wenn man den Horizont erreichte, dann küssten sie sich nicht mehr. Verzweifelt jagte hier der Himmel der Erde nach um auch nur annähernd an sie heran zu kommen. Doch jedes mal stieß die Erde ihn ab und nimmer würde er sie erreichen.

Ihre Pfoten schritten weiter. Sie hielten nicht inne, sie zögerten nicht ein einzig mal. Sie führten fort, was der Geist mit eisernem Willen beschlossen hatte. Die passende Stimmung hatte das Wetter ja, brachte sie trotz allem nicht dazu inne zu halten und um zu kehren. Nun hieß es zeigen. Nun hieß es beweisen. Doch wem wollte sie eigentlich was beweisen? Die Himmelsgesandte wusste es nicht. Vielleicht sich. Vielleicht ihrer Schwester. Vielleicht ihrer schwarzen Seele. Vielleicht auch nur dem dunklem Abgrund, der sich unter ihr aufgetan hatte wie dem totem Leib den Mika herab geschubst hatte. Jenem Abgrund der sie in sich hinein riss und mit sich sog. Nie wieder würde er sie preis geben. Nie wieder würde er sie gehen lassen, nicht raus lassen. Nie wieder würde sie frei sein. Das Kind ist längst in den Brunnen gefallen. Und der offene Schlund war ein Fass ohne Boden. Und sie fiel. Sie fiel diesen endlosen Fall ohne Hoffnung auf Erlösung.

Das hoch angepriesen Stück Fleisch war keine drei Schritt mehr von ihr entfernt als der Welpe so laut blaffte. Jener Welpe der voller Stolz seinen Namen preis gab. Jenes kleine Großmaul, dessen Genick sie gerne verdrehen würde um ihm den Hals zu brechen. Ebenso täte sie ihn bei lebendigem Leibe fressen, wenn er nicht bald den Fang auf ewig geschlossen halten würde. Woher rührte er nur. Dieser tiefe, Abgrundtiefe Hass. Woher rührte ihr schwarzes Herz, im stolzen Kontrast zu der reinweißen Schwester mit der guten Seel. Was war in der Erziehung nur so anders gelaufen. Was.

Die Gedanken verstummten und der Blick lag auf dem Klumpen. Dem hässlichen Stück der schon einst im Maul lag und sie zum würgen gebracht hatte. Jener Klump, den sie dem Besitzer zurück gegeben hatte indem sie ihn in seinen Schlund geschoben hatte. Doch anstatt zu essen was seins war, hatte der dumme Hund es wieder ausgespuckt. Und anstatt dass der es nun fressen wollte, wünschte er ihr offenbar den Tod an den Hals. Oh welch verzwickte Mühle mit einem groteskem Spiel welches sie wohl nun verlor. Aber was sollte es. Das Blut war doch ihr Liebstes Betäubungsgetränk, wieso sollte dann nicht auch ein Stück Fleisch sich hinbei fügen? Und wenn sie es nun aß und den Ekel in den Gesichtern sah, die Ungläubigkeit, dass sie es fraß und nicht erstickte? Dann war sie nicht auf jenem verlorenem Posten wo man sie schieben wollte. Gut. Sollte es so sein. Sie würde es durch ziehen und tun wonach es ihr gelüstete. Früher oder später müsse sie ihr Maul waschen von dem ekligem Geschmack des hässlichen Halbblutes. Oh wie sehr er doch schon von hier stank und wie sehr doch das Stück Fleisch ihren Ekel auf diese Distanz an Höhe erregte. Ihr Magen wälzte sich während der Geruch in der Nase kitzelte und sie störte.

Trotzdem schnellte ihr Fang herab. Wie zur tödlichen Verheißung eines Bisses schnappte er auf und so sanft wie ein Welpe von der Mutter umfasst wurde schlug er wieder zu. Zwischen den hellen scharfen Dolchen tronte der Klumpen voller Dreck und Blut. Die Haselnussbraunen Augen mit ihren dunklen Nuancen wandten sich zu dem Volk, dem simplen Pöbel welcher vor lauter Neugierde glotzte, auch wenn sie so taten als würden sie etwas anderes tun. Die Mundwinkel verzogen sich zu einer hässlichen Fratze, einem widerlichem Grinsen in welchem Moment der Blitz sich erneut zeigte und die Augen aufleuchten ließ, so sehr dass sie wie Reflektoren das Licht zurückwarfen und die Himmelswölfin wie ein Höllenhund wirkte. Dabei stand dieser doch ganz nah bei den nichtsahnenden. Ironie, wie Himmel und Hölle sich wechselten, reigend die Hände reichten und doch nie eins oder dergleichen waren. Ironie wie die Hölle den Himmel besetzte.

“Wie du meinst. Dann werde ich dieses saftige frische Stück einfach verschlingen, wobei ein genüßliches verzehren seinem Werte gleicher käme.“

Lügen straften dieser Worte Sinn. Es war noch weniger Wert als der Dreck unter ihren Krallen, zwischen den Pfotenballen. Widerlicher als jedes Harz oder eine jede Katze. Doch von dem ließ sich die Herbstfarbene nichts anmerken. Stattdessen schaffte die Zunge es sich aus dem Schlund zu schlängeln und gierig über die Blutverschmierten Lippen zu lecken. Anschließend schlossen sich die Zähne und drückten das Stück zusammen. In Zeitlupe schien das Stück Fleisch verspeist zu werden, das kauende Werkzeug sich zu öffnen und zu schließen, während der Kopf sich zu den anderen reckte und sie beobachtete als sei sie an ihren Unternehmungen interessiert. Intensiv blickte sie einen jeden immer wieder an, bevor der Blick nur so gelangweilt dahin flog um die Tatsache zu vertuschen. Am Ende wurden die Brocken herunter gewürgt und das zerfressene Gesicht zu einem Lächeln verzogen. Sie hatte somit ein Teil von der Promenadenmischung in sich aufgenommen. Er war nun für einen bestimmten Zeitraum eins mit ihr. Gott wie widerlich war das denn?

Aller Stolz ward herunter gewürgt und die Fähe schlich wieder genüßlich, mit stolzer Erhabenheit zurück. Ihr Blick wanderte kurz über den schwarzen, der sich von der Dunkelheit kaum erhob und dem Welpen zum Hundsgesicht nur um dort zu verweilen. Um dieser Kür noch einen drauf zu setzen legte sie den Kopf zur Seite, zeigte der Bamde ihr charmantes Lächeln während die tiefe wohlklingende Stimme nur so verlauten ließ:

“Mmhmm.. Lecker:“

Die Passion für dieses Fresschen war nicht zu überhören. Und für den Schlittenhund müsste nun klar sein, dass es purer Sarkasmus war.

“Tja, Jin, damit ist deine Chance vertan.“

Jene Worte wurden mit etwas mehr Gehässigkeit ausgesprochen und besonders der Name wurde voller Spitzfindigkeit heraus balanciert. Wie eine Wagschale auf der Zungenspitze. Daraufhin wandte sie sich jedoch an den Dunklen.

“Und wie lautest dein Name, Schatten der Nacht?“

[MIKA && SHADAN && JIN | frisst das Fleisch vor allen | triezt den Welpen | fragt Shadan nach dem Namen]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mo Nov 19, 2012 2:47 am

Der Wind wehte ihm ins Gesicht und auch der Regen hatte keine Gnade mit ihnen. Weiter und immer doller regnete es vom Himmel, wie Tränen fielen sie hinab auf die Erde. Dass, das Schauspiel für Shadan eher Lustig war konnte man nur erahnen. Schließlich hatte der Rüde kaum jemanden gesehen der sich mit einem unerfahrenen Welpen angelegt hatte. Es war zu gut als das der schwarze seinen Blick von den beiden lassen konnte, wann erlebt man denn bitte so etwas? Gespannt lauschte er den Worten der Fähe und des kleinen Rüdens neben ihn. Das der Welpe Shadans Worte vielleicht nicht verstanden hatte war ihm egal. Sollte er doch Nachfragen. Doch so wie es aussah Endgang einem Welpenohr nichts. Sie steckten viel zu oft ihren Kopf in fremde Angelegenheiten und hatten auch keinerlei Ahnung was Anstand ist. Zum Glück war Shadan nicht für die Erziehung der Welpen gedacht und würde sie auch lieber verkorksen lassen als das er sich darum scheren würde. Plötzlich setzte sich die Herbstfarbende Fähe in Bewegung und stolzierte näher an die Klippe. Das sie sich dem Fleisch näherte war zu erahnen doch das sie es fressen würde hätte Shadan nicht gedacht. Verdammt, wie Krank musste man sein? Das es Wolfsfleisch war konnte jeder sehen, außer dieser kleine Welpe neben ihm. Als wäre das nicht genug läuft er auch noch gegen sein Bein. Ein kleines knurren welches wie das grollen des Donners klang entsprang seiner Kehle. Die weißen Zähne waren zum teil sichtbar geworden und ruhten über dem kleinen Rüden. Immerhin entschuldigte er sich einigermaßen angemessen. Na ja, so wie es jedenfalls ein Welpe machen würde. Das Jin auf seine nächsten Worte eingegangen war, war dem Nachtschwarzen völlig egal und erschienen unwichtig. Das sein Bauch knurrte und er ganz sicher Hunger hatte konnte niemand verleugnen. Viel zu sehr darauf konzentriert merkte er kaum wie Shadan angesprochen wurde. Nur ein paar Wörter bekam er mit. Doch Shadan wusste was man von ihm verlangte.

,, Man nannte mich Shadan und dabei wird es wohl bleiben.''

(( Jin && Mika && Caves // Klippen ))
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   So Nov 25, 2012 11:14 am

Es war ein ereignisreicher Tag gewesen, der sich schon seit einiger Zeit in eine ungefähr ebenso ereignisreiche Nacht aufgelöst hatte. Der Kampf auf der Klippe hatte im rot glühenden Licht des Sonnenuntergangs angefangen und hatte im kalten Licht der Blitze sein abschlussloses Ende gefunden. Mika gefiel der Kontrast in dem Ablauf dieses Kampfes. Bei näheren Betrachten konnte man die Lichtverhältnisse gut den zwei kämpfenden Parteien zuordnen. Caves hatte eine viel leidenschaftliche Art, brennendes Orange so wie ihr Fell, während Mikas Wahn kühl und spöttisch war, so wie das Zucken, welches selbst jetzt noch dann und wann die Gesichter der versammelten Schemen erhellte. Es störte den Wolfshybriden nicht im geringsten, dass sein Kampf mit der Herbstfähe keinen klaren Sieger gehabt hatte. Er hatte auch nie vorgehabt, die Fähe zu töten - auch wenn er sich nie bewusst dazu entschieden hatte, sie am Leben zu lassen. Nein, er hatte Gefallen an ihr gefunden, oder um es noch präziser auszudrücken ; Interesse.
Dazu klar im Gegensatz standen seine Gefühle der schwarzen Schattengestalt mit den rötlichen Bernsteinaugen, die durch die Dunkelheit glommen. Der Rüde gefiel Mika auf den ersten Blick nicht wirklich, aber damit war er keine große Ausnahme. Sonderlich helle schien er ja erstmal nicht zu sein, doch Mika war sich sicher, dass er notfalls schon zu irgendetwas zu nütze sein konnte. Sein Blick wurde härter, verlor aber nichts von seinem humorvollen Anklang, als er sich dem Nachtschatten zuwandte. Mei, manchen musste man aber auch wirklich alles für ihr Mäulchen vorkauen.

"Ich habe keine Erwartungen an dich. Lediglich Neugier gegenüber deiner Person.", erklärte er langsam und deutlich, aber ohne es absichtlich in die Lächerlichkeit zu ziehen. Es schien eher so, als wäre er nicht mehr ganz so geduldig, wie er sich anfangs vielleicht gegeben hatte. Natürlich war das auch nur Farce. Im Inneren hatte er schnell von der Spaßlinie in die Geschäftszone gewechselt, auch wenn sich die Grenzen verwischten und womöglich nur die Fähe etwas merken würde, wenn überhaupt. Denn Geschäft war für Mika nicht weniger Spaß als das reine Kämpfen. Beides war ein Spiel, nur eben auf verschiedene Art und Weise. "Das ist bei weitem keine schlechte Eigenschaft. Wölfe, die ihre Nase sofort in die Angelegenheiten anderer hineinstecken sind mir eher zuwieder. Auch wenn ich es beizeiten auch gerne tue. Oder eher gesagt... Ich mache die Angelegenheit auch zu meiner." Er lachte leise und nun schien sein Blick weniger hart, sondern mehr leer. Ein schwer entzifferbares Lächeln huschte über seine Züge. "Nicht wahr, nicht wahr? Bis unser kleiner Jin kam, der große Jäger..." Gut gelaunt wandte er sich fast wie in Zeitlupe von dem Nachtschattenrüden ab und ließ seinen Tunnelblick auf dem Welpen ruhen. Er mochte Welpen zwar aus Prinzip nicht, doch der Kleine hatte etwas Keckes, was ihn doch nicht ganz unnütz erscheinen ließ. Das er sich scheinbar bei der diabolischen Fähe unbeliebt machte störte den selbsternannten Alpha nicht im geringsten. Ehrlich gesagt fand er es auf eine angenehme Weise belustigend. Außerdem schien er Mika nicht zu misstrauen und er befand ihn als zu jung um das alles nur zu spielen. Oder doch nicht? Der Kleine schien allein zu sein, auf jeden Fall hatte er nicht den Geruch eines Rudels an sich haften. Zufriedenheit konnte seine momentane Stimmung wohl am besten beschreiben. Der Schmerz hinderte ihn nicht im geringsten daran. Der Wahnsinn des Kampfes war für den Moment ebenfalls vorüber. Mika war es wichtig, dass er auf der Oberfläche Grenzen ziehen konnte. In den tieferen Schichten seines Ichs gab es natürlich keine Grenzen. Es gab keinen Grat zwischen Genie und Wahnsinn, wie es viele naseweis zu behaupten pflegten. Es war klipp und klar dasselbe.

Apropos! Sein eigener Wahnsinn erinnerte ihn an die Verrückte Fähe von Nebenan. Das dunkle Augenpaar huschte kurz durch die Finsternis. Ah, da war sie ja, seine Liebste! Zwischen all dem Blut und Schlamm hatte sie das abtrünnige Stück Mika gefunden. Eine Gliedmaße des Sklaven, des ewigen Dieners, bis der Tod sie schied. Ja, auch wenn Mika ihm nie besonders viel Bedeutung zusprach, hatte er doch eine zärtliche Beziehung zu seinem Körper. Wie der Herr zu seinem Hund, den er zwar gerne trat, aber wenn, dann aus Zuneigung. Ein eingeschworenes Team. Für eine Sekunde schien es, als würden sich die Blicke des Schlittenhundpelzes und der Himmelswölfin treffen. Mika konnte die monotonen Bewegungen ihres malmenden Kiefers wage erkennen. Sie kam auf ihn zu. Mit jedem Schritt, den ihre blut- und schlammbeschmierten Pfoten taten fügte sich eine Nuance mehr in sein Mienenspiel ein, bis am Ende Blick, Lächeln und all die Abgründe seiner Gesichtszüge den verstricktesten Wilkommensgruß der Weltgeschichte darstellten. Eine Palette der Gefühle, doch welche waren wahr und welche Farce? Spott, Amüsanz, Begierde, Sarkasmus, Hass und etwas Verheißungsvolles, Lockendes. Das war seine leise Antwort auf die kokette Schräglage seines Kopfes. Er konnte charmant sein wenn er es wollte. Trotzdem war er nie ein Weiberheld gewesen, denn er hatte nie etwas Verlockendes an Fähen gefunden. Das was andere Rüden entflammte ließ ihn eiskalt. Dennoch war er durchaus in der Lage zu flirten. Schließlich hatte er den besten Lehrer gehabt, den man auf der weiten Welt bekommen konnte. Chizu, der alte Hund! Wie der mit den Wimpern geklimpert hatte, einfach zum brüllen! Und natürlich, jener eisig tiefe Blick von hellen Blau in dem sich unerklärliche Strömungen und unergründliche Tiefen wanden. Während sein Herz sich irgendwo tief in ihm schwach rührte und röchelnd den hautlosen und verroteten Kopf hob, blind die Schnauze schwenkte, kämpfte er eisern die Bitterkeit und die rauschenden Bilder nieder. Selbst heute war er sich noch nicht ganz sicher was besser war. Die Vergangenheit zu leben oder sie hinter sich zu lassen. Aber letzteres bedeutete, sich selber zu vergessen. Vergessen, um sich zu erinnern. Der Spruch hätte Chizu gefallen. Und Blake? Blake hätte ihn nicht mal verstanden. Und die Herbstfähe? Sie hätte der Spruch gar nicht gekümmert, so glaubte Mika. Doch diese Gedanken- und Gefühlswelt spielte sich jenseits seines Gesichtes irgendwo hinter den Onyxtunneln ab, weit weit entfernt von der Welt, wie sie Jin und die beiden anderen Wölfe kannten.

"Ich muss dich leider enttäuschen, es gibt keinen Nachschub für dich.",erwiederte der Hybrid sarkastisch-freundlich, ja schon fast voller gespielten Mitgefühl. Seine Augen glänzten für einige Augenblicke verheißungsvoll. Oder war es nur ein irres Spiel der Sturmlichter? Während der Nachtschatten seinen Namen - Shadan - verlauten ließ löste Mika ganz langsam und den Moment in die länge ziehend seinen Blick von der Fähe, die ein Stück seines Dieners einverleibt hatte. Seine Stimmer ehob sich ein wenig, auch wenn nicht mehr als nötig und nun waren seine Worte schon an alle gerichtet. "Ach, mich kennt man übrigens als Mika.", setzte er im Plauderton hinzu, als wäre es etwas ganz Nebensächliches. In diesem Teil von E'Deverus waren die Geschichten über ihn freilich nicht bekannt und wahrscheinlich kannte nur das Rudel der Heaven Wolves ihn beim Namen. Aber das konnte Mika nur gut sein. Er war lange über jene Phase seines Lebens hinweg.

{ Klippe | Shadan & Caves & Jin }

_____________

the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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Kapitel 6 - Zwiespalt

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