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 Kapitel 6 - Zwiespalt

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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mi Feb 08, 2012 10:42 am

~ I tried to be perfect
But nothing was worth it
I don't believe it makes me real.
~


    Der bernsteinfarbene Blick brannte sich leer in den wolkenverhangenen, sich stetig verdunkelnden Himmel. Viel, viel zu leer waren Ramylas Augen. Das war doch nicht Myla, oder? Die leicht verrückte, aufgedrehte, lebenslustige Myla - wo war die? Vielleicht, nein, ganz sicher schlief sie nur. Hatte sich eben ein wenig früher zur Ruhe gelegt als die Ramyla, die etwas abseits vom Rudel lag und den Kopf leicht in den Nacken gelegt hatte.
    Die Beta wirkte müde. Nur… müde. Es war eine lästige Müdigkeit, die sich auch untertags nicht wirklich abschütteln ließ. Nie ganz. Klar, die meiste Zeit über hatte sie ihr leichtes Lächeln auf den Lefzen, aber - war das noch wirklich echt? Oder… spielte sie nur ihre Rolle?
    Was dachte sie da! Sie hatte allen Grund, glücklich zu sein und sie war ja auch glücklich! Sie war die Beta eines starken, wunderbaren Rudels und sie war mit einem Gefährten und zwei Welpen gesegnet. Die Wolfsgötter hatten es so verdammt gut mit ihr gemeint. Sie würde ganz bestimmt nicht undankbar sein! Sie hatte alles, was sich eine Fähe nur wünschen konnte. Und deshalb… war sie glücklich. Die glückliche Myla.

.oO(Smile to the world… and the world will smile back.)

    Doch sie konnte nicht. Sie lächelte nicht. Sie starrte nur leer in den Himmel.
    Erst als sich zwischen ihren Vorderpfoten etwas regte und die Bunte ihren Blick auf das warme Etwas lenkte, schlich sich wieder etwas Sanftes in die Bernsteinaugen. Kalucy kuschelte sich enger in ihr Brustfell und fiepte leise im Schlaf. Wie alt war die Kleine nun?Eineinhalb Monde waren es bereits. Trotzdem blieb die Kleine am liebsten in Ramylas Nähe oder zog sich zurück. Völlig anders als ihr Bruder. Myla musste sich keine Sorgen um Sharouk machen, trotzdem schweiften ihre Seelenspiegel kurz suchend umher, bis sie den kleinen Draufgänger ausgemacht hatten. Der Welpe war bei Cabezan und Sachi, also gut aufgehoben. Vor allem bei Cabe. Sachi… war auf jeden Fall eine gute Spielgefährtin für den Kleinen. Viel anderes hatte Sharouk im Moment noch nicht im Kopf und genau so sollte es auch sein.
    An diesem Punkt jedoch kehrten Ramylas Gedanken zu ihrem zweiten Welpen zurück, Kalucy. Manchmal schien es ihr, als würden in dem Welpenkopf zu viele Gedanken umherspuken, die die Kleine noch nicht einmal in Worte fassen konnte. Reden tat sie ja auch nicht besonders viel. Ja, sie hatte viel von…

Wer ist eigentlich der Vater deiner Welpen?

    Myla schreckte leicht auf und die Seelenspiegel suchten den Wolf, zu dem diese Stimme passte. Sogleich fanden sie auch die hellbraune Fähe, die noch recht neu im Rudel war. Kimba. Viel hatte sie noch nicht mit ihr zu tun gehabt, doch war Myla die Fähe immer ziemlich ruhig und auf jeden Fall nicht als Bedrohung erschienen. Im Moment blickte die andere in den Himmel und Ramyla konnte ihr Gegenüber kurz mustern. Die zierliche Wölfin war etwa gleich groß wie die doch ziemlich klein gebaute Beta, wenn nicht sogar kleiner. Auch sonst machte sie einen harmlosen Eindruck.
    Kimba durfte den leicht prüfenden Blick nicht persönlich nehmen; seit den Welpen war Myla einfach vorsichtiger und wachsamer geworden. Sehr, sehr viel wachsamer. Wie sorglos sie früher gewesen war… wirklich unglaublich. Die Bunte schüttelte leicht den Kopf und rief sich in Erinnerung, dass Kimba etwas gefragt hatte.
    Der Vater ihrer Welpen. Automatisch schweifte der Bernsteinblick ab und glitt langsam umher. Bis er nach einer gefühlten Ewigkeit an der schwarzen Gestalt hängen blieb.

~ This place is so empty
My thoughts are so tempting
I don't know how it got so bad.
~

    Weit weg. Viel zu weit weg. Unendlich weit weg. Irgendetwas in Mylas Herz machte ganz leise "knacks". So leise, dass es niemand hören konnte. Aber es tat weh. Die Seelenspiegel trübten sich, als würde das Glas beschlagen. Alles war anders geworden. Sie hatte sich verändert… und Samir hatte sich verändert. Nichts passte mehr. Überhaupt nichts.
    Sie war nicht glücklich.
    Sie war undankbar und sie wusste das.
    Aber wie konnte sie weiter lächeln, wenn ihr Herz leise weinte?
    Doch Myla konnte. Spielte ihre Rolle so gut, dass es keinem auffiel. Nicht einmal Samir. Dafür beachtete er sie ohnehin zu wenig… Doch war es, als wäre es nie anders gewesen. Als wäre da nie irgendetwas gewesen. Niemals. Und ganz tief in ihrem weinenden Herzen wusste Myla, dass da auch nie wieder etwas sein würde.

"Das… frage ich mich auch."

    Es waren nur leise, beinahe unbewusst gemurmelte Worte und… sie erschreckten Ramyla im ersten Moment. Auch wenn davon von außen nichts zu sehen war. Sollte Kimba davon halten, was sie wollte. Es klang ja nun eher so, als wüsste sie es nicht. Oh, wie sie es wusste. Und wie ihre Gedanken immer wieder zu diesem Wolf schweiften. Zu diesem Wolf, der viel zu weit entfernt war, unnahbar. Aber sie fragte es sich, weil es ihr so vorkam, als würde sie Samir… nicht mehr kennen.
    Die alte Myla wäre wohl zu ihm gegangen. Vielleicht etwas unsicher, vielleicht etwas scheu, aber sie wäre gegangen und hätte gefragt. "Was ist los?" Aber diese Myla… konnte das irgendwie nicht mehr. Sie war müde. Sie war… feige. So feige.
    Ramyla drehte den Kopf weg. Verdammt. Sie musste das schaffen, sie musste die Maske wieder aufziehen. Sie war die Beta dieses Rudels und eine Beta musste stark sein können und ihre Bedürfnisse hinten anstellen! Ein Lächeln zuckte um die Lefzen der Wölfin. Ein Lächeln, das nur mehr traurig war. Es war zu schön gewesen. Sie und ihr Engel. Viel zu schön, um lange auf dieser Welt Bestand zu haben. Aber sie hatte etwas Wunderschönes erlebt und es hatte ihr zwei wunderbare Welpen geschenkt. Das durfte sie niemals vergessen.
    Mit einem lautlosen Seufzen drückte sie die Schnauze leicht in das schwarze Fell ihres Welpens. Kalucys Atemzüge gingen ruhig und Ramyla versuchte, sich darauf konzentrieren, während sie gleichzeitig Kimbas Reaktion abwartete. Und hoffte, dass sie nicht allzu viel von dem merkte, was in der Beta vorging.

~ I tried to be perfect
It just wasn't worth it
Nothing could ever be so wrong.
It's hard to believe me
It never gets easy
I guess I knew that all along.
~


[mit Kalucy etwas abseits ~~ jetzt mit Kimba zusammen; redet]

_____________

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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Fr Feb 10, 2012 8:27 am

Die Ungeduld nistete sich immer hartnäckiger in der Brust des Wolfshybriden ein und sein dunkler Blick glitt öfter hinüber zu dem Felsen in der Mitte des Rudelplatzes beim See, von wo er seine Ansprache halten wollte. Genau, er wollte sie halten, so schnell wie möglich. Die Zeit drängte, er merkte es ganz genau. Jetzt oder nie, auch wenn das nicht umbedingt auf seine Situation stimmen musste. Doch jetzt war es der idealste Zeitpunkt. Er spürte das einfach, wie ein Kribbeln in seinen Pfoten, das sich überallhin ausbreitete. Er würde die Sache trotzdem gemächlich angehen. Auch wenn dies die beste Gelegenheit war, hatte er alle Zeit der Welt. Also erst einmal das anhören, was Nuran zu sagen hatte irgendetwas zurückplappern und dann gemütlich aber zielbewusst den Fels betreten. Natürlich hatte Mika keine Zweifel daran, dass es funktionieren würde. Er war sich seiner selbst so sicher, wie man es nach acht Jahren und kürzlich wiedergewonnenen Erinnerungen aus der Zeit seiner Jugend nur sein konnte. Kurz glitt sein Blick noch einmal über das versammelte Volk und blieb nur bei einem hängen. Die bernsteinfarbenen Seelenspiegel bohrten sich für einige kurze Sekunden Blickkontakt in die schwarzen des Bunten, der seinen Blick unbeeindruckt erwiederte. Dann wandten sich beide wieder ihren Gesprächspartnern zu, auch wenn Mika noch kurz einen letzten Blick auf Samir zurückwarf und dabei ein spöttisches Lächeln unterdrücken musste. Der Dunkle hatte sich in letzter Zeit immer weiter distanziert. Mika wusste und wollte dies nicht deuten, doch hatte er natürlich gemerkt wie die noch junge Familie des Dunklen irgendwie immer weiter auseinander trieb. Doch man würde ja sehen. Samir schien sich auf jeden Fall ein wenig geändert zu haben, seitdem er ihn damals im Lomasi Tal bekämpft - und besiegt - hatte. Die dunklen Seelentunnel nahmen nun wieder Nuran in ihren Fokus. Seine Leftzen verzogen sich zu einem leichten Lächeln und seine Stimme hatte den süßen Klang von Sarkasmus.

"Fürwahr. Es erfreut mich, deine Meinung gehört zu haben. Wenn du mich bitte entschuldigst? Ich muss meine Ansprache halten, die Zeit... sie drängt."

Er nickte dem Schwarzen kurz zu, begleitet von einem schiefen Lächeln, bevor er sich umwandte und mit gemessenen Schritten auf den Felsen zuhielt. Nicht schnell, doch selbstbewusst. Die schweren Schritte, die seienn Muskulösen Körper vorantrieben konnten zwar auch schnell sein, doch dies war jetzt nicht seine Absicht. Mit einem kraftvollen Sprung beförderte der Hüne sich auf den Gesteinsbrocken und trat die paar Schritte bis zum Rand hinauf. Er baute sich auf, zu seiner vollen Größe. Er sah nicht bedrohlich, jedoch eindrucksvoll aus. Sein grau-weiß-braunes Fell wurde vom Wind zerstrubbelt, der schwere Schädel war entschlossen erhoben und die Pranken ruhten auf der Felskante. Doch seine Muskeln waren locker, seine Gesichtspartie entspannt. Der Audruck darauf war ein wenig nachdenklich, jedoch in keiner Weise böswillig oder spöttisch, wie man es von ihm vor einigen Wochen erwartet hätte. Schon allein wie er da stand, würde die Aufmerksamkeit vieler auf ihn lenken. Trotzdem räusperte er sich noch einmal kurz und sein Herz schlug im Höchstgefühl, bevor er zu den Worten, die gesprochen werden mussten, anhob.

"Verehrte Fähen und Rüden, verehrte Heaven Wolves. Ich bitte euch um einige Minuten der Aufmerksamkeit."

Seine Stimme, tief und kräftig hallte klar zu den Wölfen hinüber. Aus den Augenwinkeln bemerkte er noch, wie Sharouk in den Wald davonrannte, weg von seinem Paten und Sachi. Bestens, es ist nur gut so, wenn die drei aus dem Weg sind. Von Cabezan verspreche ich mir eh nichts und die beiden Kotzbrocken sind am besten ganz ganz weit entfernt. , dachte er, würdigte die zwei aber keinen weiteren Blickes. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass er alles Aufmerksmakeit hatte nahm er einmal tief Luft, schloss die Augen für einen Augenblick. Der frühe, wolkenverhangene Abend sprach ihm aus der Seele und der Wind streichelte sein Anlitz sacht. Er schlug die Augen auf, welche glühedn vor Intensität jeden einzelnen der Versammelten anblickte.

"Ich weiß, ich habe mir einen schlechten Ruf gemacht und ihr haltet alle sehr wenig von mir. Ich habe euch in den vergangenen Mondumlaufen nur genug Grund dafür gegeben. Dennoch, es ist mir so einiges in letzter Zeit klar geworden. Ich hoffe, ihr schenkt mir und dem, was ich zu sagen habe ein Ohr und urteilt jeder für sich gründlich über meine Worte, denn ich habe lange darüber nachgedacht was ich hier heute zu euch sagen sollte."

Er machte eine kurze Wirkungspause, ließ die Einleitung einige Sekunden lang ausklingen, damit die Wölfe ihre Gedanken zuendeführen konnten. Einerseits war das gefährlich, andererseits auch notwendig. Er hatte viel zu sagen und die Einleitung war - so unwahrscheinlich dies einem Zuhörer auch erscheinen mochte - zweifelsohne der wichtigste Teil. Doch weiter im Text. Das letzte was er zulassen durfte, waren Zwischenrufe. Er wollte nicht, das jemand die Wirkung seiner Rede störte oder sie gar unterbrach.

"Das Wohl des Rudel ist mir - so absurd es auch klingt - mittlerweile wichtig geworden. Ich habe mich hier angeschlossen um mein Alter hier verbringen zu können, jedenfalls mit diesem Hintergedanken. Doch ich möchte auch in einem Rudel leben, in dem die Dinge richtig und geregelt laufen. Ein Rudel muss eine gesunde Ordnung haben. Die Schlüsselrolle ist hierbei die Rudelführung. Und auch genau über diesen Punkt möchte ich reden...
Bis jetzt hat es gerade mal so geklappt, mit dem Rudel. Trotzdem, hing nicht vieles vom puren Glück ab? Eins muss ich sagen, wie schmerzvoll es auch für einige klingen mag. Hiervon leitete sich auch hauptsächlich mein Verhalten in der Vergangenheit ab. Blake ist als Rudelführung ungeeignet.
Eine inkopetente Führung, wie er sie hat kann zu vielem Unheil führen, welches ihr heute vielleicht noch als nie möglich belachen würdet. Doch wo die Führung lasch ist, wo es zwar Regeln gibt, doch keine Strafen... Dort werden Einzelne bald die Chance ergreifen. Das Rudel ist nicht gut organisiert. Hier nur als Beispiel : Man hätte als wir in Migina waren einen gemeinsamen Treffpunkt im Falle einer Notsituation ausmachen können. Hätte es alles nicht viel leichter gemacht? Es ist nur purer Zufall, dass wir hier zusammensitzen können. Ein Alpha muss schnelle Entscheidungen treffen können, die dem Rudel als solchem helfen und nicht dem Einzelnen. Er darf sich nicht darum kümmern, was seine eigene Ideologien sind. Für ihn sollte nur das Wohl des Rudels gelten. Doch ich frage euch, hat Blake das getan? Kovu, einige von euch waren dabei. Er war kurz vor dem Tod, das konnte jeder Welpe sehen. Blake kann nicht töten, meine lieben Damen und Herren. Kovu hätte früher von seinem Leid erlöst sein müssen und er war in diesen Momenten eine Gefahr für das Rudel, da er das Vorankommen lähmte und uns angreifbar machte. Ich habe also die Initiative ergriffen. Ich habe Kovu getötet, was gleich mehrere empört hat, vor allem Blake der mir ganz in meinen Anfangszeiten gesagt hatte - ich zitierre : "Greifst du noch einmal einen meiner Wölfe an; sei es Jungwolf oder Altwolf, werde ich kein Erbarmen haben und dich töten."


Er machte eine Pause und die schwarzen Augen bohrten sich gezielt ganz kurz zu Blake hinüber und ein leichtes, bedauerndes Kopfschütteln folgte, es wirkte schon fast betrübt. Er blickte mehreren Wölfen gelichzeitig in die Augen und ein lautes Seuftzen entfuhr seiner Kehle.

"Ich stehe hier noch, lebend, wie ihr seht. Ich habe Blake schon oft genug Grund gegeben mit das Leben zu nehmen, weil ich damals noch - zu Recht, muss ich gestehn - als eine Gefahr für das Rudel gelten konnte. Doch er hat mich nicht einmal aus dem Rudel verbannt. Blake hat das, was in diesem Rudel geschieht nicht in der Hand, ich hoffe meine Beispiele aus der Vergangenheit konnten dies genug unterlegen.

Er hoffte, dass diese hirnlosen Schwammköpfe wenigstens seine Worte erfassen und verstehen konnten. Doch waren seine Worte auch reine Logik. Es stimmte alles, was er ihen berichtete. Blake als Alpha, das würde nicht lange hinhauen. Tha! Wie zweideutig, wie zweideutig. Er war der beste Beweis dafür. Oh Gott, jetzt bloß nicht loßbrüllen vor Lachen... Pah, als ober sich das je zulassen würde! Selbstbeherrschung pur, war sein Stichwort. Mit mehr Gefühl und Nachdruck setzte er zu einem kleinen Ausruf an.

"So kann es doch nicht weitergehen, liebe Wölfe! Stellt euch doch nur vor, was für Konsequenzen sich aus solch einem unkonsequentem Verhalten ergeben können! Wir hatten bis jetzt Glück, ja. Doch wird es nicht für immer so weiter gehen. Besonders jetzt, wo wir zwei - spätgeborene - Welpen im Rudel haben ist es verdammt noch einmal wichtig, dass das Rudel endlich Halt bekommt! Oder denkt ihr, wir könnten so mir nichts dir nichts einen harten Winter mit beutemangel durchstehen? Was, wenn einer der Rudelmitglieder Beute unterschlägt? Die Welpen sind eh später geboren, als üblich. Sie werden jünger und schwächer sein, als andere Welpen in ihrem Alter.
Fähen und Rüden der Himmelswölfe... Nein. Ich habe mir das lange genug angesehen und es schmerzt mir mittlerweile in meinen Augen, das Rudel so vor die Hunde gehen zu sehen, verzeiht mir den Ausdruck. Es muss klare Regelungen geben, die eingehalten werden. Sonst kann unsere Gemeinschaft nicht lange bestehen.

Deswegen bin ich der Meinung, dass das Rudel ohne Blake als Rudelführung besser dran wäre. Es muss sich etwas ändern, zum Wohle aller. Ich bitte euch, ehrlich zu euch selbst zu sein und Besagtes gut zu durchdenken. Wer der gleichen Meinung ist wie ich, der mag bitte zu mir kommen. Ich würde es sehr wertschätzen. Vergesst nicht, es geht um das Wohl jedes Mitglieds, vor allem um die Schwachen und Jungen! Sie brauchen eine Zukunft, nein... Wir brauchen eine Zukunft! Die Himmelswölfe dürfen nicht zur Vergangenheit werden.
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit."


Er nickte dem Rudel kurz ernst zu, bevor er sich umdrehte und mit einem schlitternden Sprung zu boden hoppste. Ein dumpfes Puffen ließ die Erde unter seinen Pfoten ein wenig erbeben, doch er richtete sich schnell wieder auf und trat hervor, die Mundwinkel ermutigend ein wenig nach oben gezogen, nur minimal. Seine ganze Ausstrahlung schien alles wiederzuspiegeln, was er an Worten gesprochen hatte. Ehrlich gesagt, war es doch ein wenig viel gewesen. Seine Kehle schmerzte leicht, außerdem taten seine Gelenke höllisch weh von dem Sprung von dem Felsen. Verfluchtes Alter.


{ erst Nuran | dann Felsen Rede haltend | schließlich vor dem Felsen }

_____________

the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Fr Feb 10, 2012 9:53 am

„Ich bin geduldig, allzeit bereit.
Ich warte nur, bis sie wieder anbricht meine Zeit.
Ich war nie Tot, ich halt´ mich versteckt
bis man endlich wieder meine Nützlichkeit entdeckt.“

Wie lange streunte er wieder hier herum? Hier, in diesem fremden Gebiet. In dem Gebiet, wo es über all nach diesen Wölfen roch? Ein Monat? Locker. Dass sie ihn noch gar nicht bemerkt hatten. Ihn nicht gesucht, nicht gejagt. Wie fahrlässig.
Der Graue hob den Kopf und die linke Pfote setzte sich Parallel zu der rechten. Die Augen blickten in den Wald vor ihm hinein und warteten. Nichts. Er blinzelte, senkte in aller Ruhe den Kopf und nahm einige Schlücke aus der Pfütze neben ihm. Es war nicht das Beste, aber es reichte ihm. Es war schon komisch. Das Rudel war außergewöhnlich groß. Mehr als die übliche Anzahl an Wölfen und doch hatte niemand etwas unternommen. Oder hatte es einfach nur keiner bemerkt? Der dicke graue Pelz schüttelte sich nur und ein seufzen entlockte sich seiner Lefzen. Unfähig. Fahrlässig. Gefährlich. Wie schnell schien dieses Rudel von Fremden überlaufen werden können. Und dann auch noch bei solchen Verrückten und Idioten. Der Sturm dachte zurück auf das Treffen von dem schwarzen und diesem Riesen. Bei solch einem verhalten war es wirklich kein Wunder mehr, dass er so frei herum spazieren konnte. Er hatte ihren allgemeinen Aufenthaltsort gemieden, nur selten hatte er sich dem genähert, selbstredend entgegen dem Wind, so dass er nicht bemerkt wurde und immer darauf bedacht gute Verstecke zu haben. Für seine sonst so temperamentvolle und aufbrausende Art wirklich etwas seltenes, so etwas überdachtes zu tun. Die Lefzen zuckten und ein Grinsen entlockte sich ihm. Vielleicht sollte er es erneut wagen. Ja, heute noch. Jetzt und in dieser Sekunde. Es zuckte in seinen Muskeln und die sanfte Briese sagte ihm, dass es Zeit war. Dass jetzt sicher etwas passierte, was ihn interessieren würde.
Die Pfoten bewegten sich, locker und lässig liefen sie in einem mittelmäßigem Tempo voran in den Wald hinein. Er hob die Nase in die Luft, prüfte von wo der Wind kam, die Gerüche und die Geräusche. Geschickt ging er im Zickzack, lief nach Bauchgefühl und ließ sich vom Wind tragen, tragen soweit er ihn tragen konnte und dies entgegen des Stroms. Wie verrückt diese Welt doch war. Und doch so sinnig und stimmig. Die Ohren schnippten aufmerksam auf, dann wieder zurück und für den Moment schloss Maral die Augen. Er ließ sich tragen, leiten. Von Herz, Bauch und dem Wind. Nach einigen Schritten öffnete er wieder die Augen und blieb stehen. Prüfende blicke und er nickte zu frieden. Wenn er nach rechts biegen würde, dann hätte er den perfekten Platz, den er öfters schon besucht hatte. Es war eine Anhöhe, eine hohe Anhöhe die schon eher einem Hügel glich, sie hatte noch einige Trauerweiden bevor es in den Wald überging und rechts vor ihr eröffnete sich das weite Teichgebiet, um welches das Rudel gesiedelt hatte. Ohne noch länger Zeit zu verschwenden machte er sich auf den Weg dahin. Seine Schritte wurden langsamer, die Haltung geduckter und er achtete nun noch viel Aufmerksamer auf die Geräusche um ihn.
Das Gras schien ihn vollkommen zu verschlingen und der Wind schlug ihm die Gerüche der anderen Entgegen. Ja, er lief meist gegen den Wind, auch wenn er zugleich irgendwie mit ihm war. Oder besser gesagt: Der Wind war eben mit ihm. Sein Freund und Helfer.
So schlich er sich unerkannt zu seiner Lieblingsweide, die ihre Blätter dicht behangen bis zum Boden reichen ließ. Groß und Alt war sie, perfekt zum Verstecken. Schnell huschte er mit der nächsten Windböe unter ihr Blätterdach und kroch auf dem Boden gedrückt näher heran. Sobald er das andere Ende der schützenden Krone erreicht hatte, schob er den Kopf hindurch und blickte auf den Revierplatz der Fremden.


„Ich leb´ in vielen Herzen fest verankert im Zorn.
Ich fresse kleine Löcher ins Gewissen rein,
bin Meister der Meagogie .
Ich hasse klare Köpfe, liebe Massenhysterie.“

Der anscheinende Alpha, der sich Blake nannte, soviel hatte Maral schon durch die Beobachtungen heraus gefunden, lag bei den Trauerweiden zu seiner linken. Der große Wolf, der sich als Samir entpuppte stand am Wasser und im Wasser selbst tanzte eine hyperaktive Fähe, die dem Alten schon öfters aufgefallen war. Er hasste solche wie sie, sie waren aktiv, fröhlich und nervige Geister. Ihre nächste Aktion bestätigte auf ein neues was er von ihr hielt. Mit einem kaum hörbaren Knurren streckte er angewidert die Zunge heraus. Buägh... Wie kann er sich sowas nur gefallen lassen. Ich hätte ihr spätestens jetzt die Kehle durchgebissen. Aufdringliches Ding, das., dachte er bei sich und schüttelte sich für den Moment angewidert. Dann beobachtete er wieder weiter und erblickte noch einen grauen, den man auch Cabezan rief. Er wurde so eben von einem Welpen attacktiert. Welpen. Die Ohren legten sich an und die Lefzen verzogen sich, das Nasenfell stellte sich Kraus. Auch wenn Welpen den Fortbestand sicherten, waren sie grausame Biester. Und wenn sie so endeten wie die schwarze da, dann waren sie alle Hoffnungslos verloren.
Der gute alte durchgedrehte Breitarsch, begrüßte er grinsend Raziel, der nun bei Samir aufgetaucht war und in ein Gespräch mit ihnen vertieft war. Im Gegensatz zu Blake's lauten Rufen an das hyperaktive Ding, das wohl Sachi hieß, konnte er das Gespräch leider nicht verfolgen. Aber das war wohl auch weniger Interessant.
„Nun mein Guter, warum hast du mich hergerufen? Es passiert doch nichts...“, raunte er leise dem Wind zu. Dieser schien daraufhin etwas aufgebrachter zu Wehen, die Brise zerrte an seinem Fell und zerzauste es etwas. „Nun gut, dann warten wir.“ Antwortete der graue Rüde in aller Ruhe und blieb auf seiner Lauer liegen.

Es dauerte noch etwas, doch dann endlich schien sich etwas zu tun. Ein ihm bekannter – jedoch vom Namen her unbekannter – Rüde betrat den Platz. Er lief in aller Ruhe zu einer Anhöhe, die direkt vor seinem Hügel war. Maral machte sich klein, ganz klein und drückte sich näher an den Boden, als könnte er so mit ihm verschmelzen. Doch der Fremde schien ihn nicht zu bemerken, er war auf etwas anderes fixiert und auf was entpuppte sich kaum eine Minute danach. Er räusperte sich und hielt dann laut und deutlich die Anrede. Es brauchte nicht einmal den Wind als Überträger der Botschaft, sie schaffte es auch von alleine bis zu seinen Ohren zu gelangen, die er neugierig aufgestellt hatte. Er lauschte genaustens den Worten des Redners und kam nicht umhin beinahe spöttisch zu Lachen oder zustimmend zu Grinsen.
Es war ein zweischneidiges Ding, diese Worte. Sie waren das eine, aber auch das andere und zugleich holten sie beides aus ihm hervor. Leicht senkte er die Lider und hielt seine Gedanken und Meinungen zurück, auch wenn die Emotionen in ihm rumorten. Sie brauten sich langsam aber sicher zusammen und er wusste, es würde bald einen Sturm geben. Und das nicht nur in ihm. Sein Magen sagte es ihm und seine Stimmungsschwankung die er gerade belustigt beobachtete.
Was wohl die anderen sagen würden, zu dieser Rede? Den Worten? Den angedrohten Taten? Der Fremde verschwand wieder, als er von der kleineren Anhöhe herunter hopste und wartete wer sich anschloss. Aufmerksam blickten sich die grauen Seelenspiegel um, wie warne die Reaktionen? Körperhaltungen? Die Sprache? Was würde passieren und vor allem: Wie würde er sich entscheiden?


[Maral allein im Wald | nähert sich dem Rudelplatz | im eigenem Versteck | beobachtet und lauscht]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa Feb 11, 2012 2:00 am

Es dauerte einen Moment, bis Kimba von der Fähe neben ihr eine Antwort erhielt. Ramyla schien sie zuvor noch gar nicht bemerkt zu haben, wie der Fähe nun auffiel. Doch sie hatte keine Angst deshalb, vielleicht war sie schüchtern, aber einen eigenen Kopf hatte sie trotz allem und sie wollte nicht ewig die ängstliche unsichere spielen müssen. Sie war auf dem besten Weg, endlich die Hauptrolle in ihrem eigenen Leben zu übernehmen und ihren Platz auf dieser Welt zu finden, das würde sie sich nie wieder nehmen lassen, so entschied sie in diesem kurzen Augenblick. Aus dem Augenwinkel bemerkte Kimba, wie die andere Fähe sie musterte. Wer wusste schon, was sie in diesem Augenblick über sie dachte. Doch aus einem unerfindlichen Grund war es Kimba irgendwie egal. Sie hatte eine unbekannte Klarheit über sich selbst erlangt, woher, das wusste sie selbst nicht so genau.
Sie sah die Fähe wieder an, um sich nicht ewig so beobachtet zu fühlen und das Interesse an einer Antwort zu zeigen. Doch Ramyla musterte sie gar nicht mehr. Kimba folgte ihrem Blick in die Ferne, wo am nahe gelegenen See ein schwarzer Rüde stand. Bis jetzt hatte Kimba ihn noch nicht richtig kennengelernt oder über ihn nachgedacht. Doch war es mögchlich, dass er der Vater der Welpen sein könnte? Doch das wunderte die Fähe, schließlich hatte er sich keinen einzigen Augenblick, seit Kimba von dem Rudel aufgenommen wurde, bei den Welpen verbracht, soweit sie sich erinnerte.
Gerade in dem Moment, wo sie darüber nachdachte, ob er der Vater war, hörte sie Ramylas Antwort.

Das… frage ich mich auch.

Was sollte das bedeuten? Sie wusste nicht, wer der Vater war? Kimba schob den Drang, den Kopf über diese Antwort zu schütteln beiseite. Das wäre nicht fair. Doch man sollte doch meinen, dass eine Fähe so etwas nicht bemerkte. Dass die Wolfswelpen einfach vom Himmel fielen, oder von einem Vogel gebracht wurde, das war ja wohl ein Märchen, an das kein Wolf, der halbwegs einen vernünftigen Gedanken fassen konnte, glaubte.
Aber Kimba war eine gute Beobachterin und auch wenn die andere Fähe in diesem Moment besonders verschlossen wirkte, konnte sie sich zusammen reimen, dass dies wohl kein gutes Thema war, worüber sie reden wollte. Die andere wandte den Kopf zur Seite. Eine Geste, die Kimba eindeutig deuten konnte. Was auch immer die Wahrheit über die Welpen und ihren Vater war, dahinter steckte viel mehr, als Ramyla zugeben wollte. Sie zwang ein Lächeln auf ihre Leftzen, das Kimba als nicht besonders glaubwürdig empfand. Die Fähe hatte einige Sorgen und Kimba hätte ihr gern geholfen, wusste nur nicht wie. Sie kannte die anderen ja kaum. Als sie sah, wie sie die Schnauze in das Fell ihres Welpen bohrte, sah Kimba ihr in der Geste einfach an, dass sie in irendeiner Weise Hilfe brauchte. Und sie selbst sah sich dafür zwar nicht unbedingt als die richtige Wölfin an, um diese Hilfe zu überbringen, doch sie konnte es ja wenigstens versuchen.

"Möchtest du darüber reden?"

Die Worte entschlüpften ihr leise und sanft. Nicht aufdringlich. Sie würde ein Nein vertragen, sie könnte es nachvollziehen. Doch vielleicht fiel es der Fähe auch leichter, mit einer Außenstehenden zu sprechen, die eigentlich nicht viel über das Rudel wusste.

Ihr Blick fiel auf einen gräulichen Rüden, der plötzlich auf einem erhöhten Felsen stand und seine Stimme erhob. Sie hatte ihn zuvor kaum bemerkt, wenn er nun auch eindrucksvoll wirken mochte. Ihr fiel auf, dass sie nicht einmal seinen Namen kannte und schon seine ersten Worte überraschten sie. Doch sie lauschte ihm, bis er seine letzten Worte gesprochen hatte. Er wollte den Alpha absetzten, das wurde Kimba mit jedem weiteren wort bewusst. Sie konnte mit einigen seiner Erzählungen nicht viel anfangen, da sie ja nicht wusste, wie es in dem Rudel vorgegangen war, bevor es durch das Erdbeben aufgewühlt und auseinander getreiben wurde. Als seine Rede endete, wirkte er mit sich selbst sehr zufrieden und Kimba dachte noch über seien Worte nach, wobei sie bemerkte, wie er von dem Felsen sprang und dabei wohl eher unsanft landete. Sie wusste nicht viel über Blake, doch über den anderen Rüde wusste sie noch weniger. Als sie ihn musterte, mit seinem mächtigen Körperbau, fiel ihr auf, dass er kein reinrassiger Wolf war. Konnte es sein, dass sich in seinem Blut, die Gene eines Hundes befanden? Sie war noch nie einem dieser menschenanhänglichen Tiere begegnet und hegte gegen sie deshalb grundsätzlich auch keine Abneigung, doch sie hatte ein paar Worte über sie gehört. Aber egal, woher er stammte. Als er nach seiner Rede einen einladenden Eindruck machte, hatte Kimba ihre Entscheidung gefasst.

"Wer ist das?"

, fragte sie Ramyla leise. Vielleicht konnte ihr auch die andere Fähe weiter helfen, die mit Sicherhiet schon länger hier lebte und beide besser kannte.

Kimba wusste, was Rudelführung bedeutete und sie selbst legte Wert auf Ordnung und eine ordentliche Rangfolge, auf eine gute Führung. In dieser Beziehung verstand sie seine Einwände, doch sie konnte auch nicht beurteilen, wie gut oder schlecht sich Blake in einigen Situationen verhielt, also würde sie auch nicht verfrüht über ihn urteilen. Und selbst, wenn er kein perfekter Alpha war, so entschied Kimba, dass es der andere auch nicht war. Er erschien ihr in einer Weise unsympathisch, die sie nicht genau benennen konnte. Verlogen, nein, das war auch nicht das richtige Wort dafür. Doch er schien ihr auch nicht vollkommen aufrichtig, irgendetwas ließ sie misstrausich werden und so blieb Kimba, wo sie war. Nein, sie würde nicht zu einer der beiden Fronten wechseln, die sich nun wohl bilden würden. Sie hasste solche Streitigkeiten in einem Rudel, doch sie würde ihren Teil beitragen, damit dieses Rudel nicht den Bach hinunter ging. Aber bevor sie eine klare Meinung der beiden hatte, würde sie nicht zu dem anderen Rüden gehen. Denn egal, wie Blake sich verhielt. Er erschien ihr aufrichtig und das war ihr im Moment wichtiger.


[bei Ramyla || redet mit ihr || lauscht Mikas Worten || denkt darüber nach]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa Feb 11, 2012 2:51 am

Namid blickte Lonato weiterhin freundlich an und wartete auf eine Antwort, als ein plötzliches Gefühl ihn drängte, sich umzudrehen. Sein Kopf wandte sich zur linken Seite und er erhaschte gerade noch so einen Blick auf Noreya, die in Richtung Fluss ging. Etwas in ihm sagte ihm, dass das nicht richtig war, doch die Tatsache, dass er gerade mit Lonato redete und er in den letzten Wochen nach dem Beben nicht mehr mit der Fähe, die er liebte, geredet hatte, ließ ihn dort, wo er war, bleiben. Die Gefühle in Namid waren auf einmal ziemlich chaotisch und er wirkte, im Gegensatz zur vorigen Ruhe, aufgewühlt. Trotz seiner Liebe zu Noreya hatte er es noch immer nicht geschafft, ihr seine Liebe einzugestehen. Zu groß war die Angst, dass das Band der Freundschaft zwischen ihnen beiden reißen könnte, zu groß die Angst ihre Gefühle falsch gedeutet zu haben. Dennoch nahm der Altwolf sich vor, nachher nach ihr zu schauen und mehr Zeit mit ihr zu verbringen, vielleicht würde er dann endlich den Mut finden, ihr zu sagen, was er für sie empfand.
Mit einem kurzen Zucken seines Ohres schob er die Gedanken an Noreya so in den Hintergrund, dass er zwar noch immer an sie dachte, aber seine Aufmerksamkeit dennoch auf Lonato lenken konnte. Als dieser redete, lauschte Namid wachsam seinen Worten und nickte freundlich, als er sich ihm vorstellte. Er sagte, dass er auf Blakes Gruppe gestoßen sei und sich ihnen angeschlossen habe, da er schon lange in keinem Rudel mehr gewesen war. Als Lonato Namid anschließend genauer beobachtete, nahm auch Namid sich die Zeit den Rüden von oben bis unten unter die Lupe zunehmen. Er hatte ihn zwar schon viele Male herumlaufen sehen, doch vom Nahen hatte er Lonato noch nie genauer betrachten können. Das Fell war an verschiedenen Stellen entweder grau oder braun und seine Figur schien eher etwas zierlich zu sein. Dennoch hatte es den Anschein, dass Lonato etwas größer war, als Namid selbst, doch so genau konnte er das nicht sagen, denn immerhin saßen sie beide. Allgemein war dem Altwolf in letzter Zeit, durch die häufige Beobachtung des Rudels aufgefallen, dass er fast der kleinste aller Rüden zu sein schien. Doch das störte ihn weiter auch nicht. Die Frage Lonatos nach seinem Bein, ließ Namid aus seinen Überlegungen schrecken und er blickte wieder in das Gesicht des jungen Rüdens, um seine Frage zu beantworten:

„Ich war mit Samir, Raziel und noch ein paar anderen in den Bergen jagen, als das Erdbeben anfing. Wir sind alle in eine Art Schlucht gefallen und dabei habe ich mir den Hinterlauf gebrochen...leider heilt er in meinem Alter nicht mehr so schnell zusammen, wie früher.“

Die eigene Erwähnung der Schlucht weckten in Namid die Erinnerungen an Ablas Tod und das Bild der schwer verletzten Fähe tauchte vor seinen Augen auf. Er hatte ihr damals nicht mal geholfen und das tat ihm jetzt noch mehr leid, auch wenn keiner ihr mehr hatte helfen können. Mit seinem linken Ohr zuckend, verdrängte er das Bild wieder und lenkte dafür seine Aufmerksamkeit wieder auf Lonato.

„Wie bist du dem Beben entkommen?“

Der Ausdruck 'entkommen' mochte vielleicht etwas merkwürdig klingen, doch wenn man bedachte, wie viele Rudelmitglieder während oder kurz nach dem Erdbeben ums Leben gekommen waren, war der Begriff gar nicht so abwegig. Namid hatte nicht mit eigenen Augen gesehen, wie der Wald und das restliche Land nach dem Beben aussah, da er mit den anderen in der Schlucht gefangen gewesen war, doch er konnte sich ausmalen, wie das Ausmaß dieser Naturgewalt ausgesehen haben muss. Der Wald mit den vielen Bäumen war wahrscheinlich ein einziges Chaos gewesen, die großen Bäume entweder entwurzelt oder umgestürzt. Und das weite Land war womöglich sogar von kleinen Rissen durchzogen gewesen.
Bevor Namid sich wieder ganz auf Lonato konzentrieren konnte, zog jemand anderes seinen Blick auf sich. Es war Mika, der einen der höheren Felsen erklimmte und von dort aus eine Rede hielt. Eine Rede, die im ganzen eigentlich nur eine Absicht hatte: Blake als Alpha ab zusetzten und somit womöglich selbst zum Alpha zu werden. Und das gefiel Namid überhaupt nicht. Er musste zugeben, dass Mika seine Absichten geschickt mit Argumenten unterlegte und mit keinem Wort direkt erwähnte, dass er selbst die Rudelführung anstrebte, doch Namid ließ sich in dieser Sache nicht täuschen; Mika wollte den, von ihm verhassten Alpha, Blake absetzten und dann, fast als Rache, selbst seine Position einnehmen. Dies erklärte auch, weshalb Mika gefordert hatte, dass sich alle, die ähnlich, wie er dachten, bei ihm versammeln sollten.
Vielleicht mochten manche im Rudel das gleiche denken, wie der Gamma-Rüde, doch Namid war keiner von ihnen. Niemand konnte hervorsagen, wann ein Erdbeben kommen würde und niemand konnte die Folgen einer solchen Naturkatastrophe erahnen, desto unfairer war es, Blake zu beschuldigen, zu wenig Vorsicht walten gelassen zu haben. Was den Punkt vom Tot Kovus betraf, konnte Namid Mika allerdings nicht widersprechen, ein Rauswurf wäre das Mindeste gewesen, was Namid auch von Blake erwartet hätte. Dennoch war die Bindung Namids an seinem Alpha und dem Rudel zu stark, als das dieses einzige, aber gerechtfertigte Argument ausgereicht hätte, um ihn umzustimmen. Mika schien in letzter Zeit zwar wirklich etwas vernünftiger geworden zu sein, doch davon ließ Namid sich nicht täuschen. In der Vergangenheit hatte Mika nur allzu oft gezeigt, wie er wirklich war: grausam und gewalttätig.
Obwohl Namid gerade noch im Gespräch mit Lonato war, stand er auf und humpelte ein paar Schritte in Richtung Mika. Ihm war bewusst, dass er Mika weder maßregeln noch angreifen konnte, da er momentan gesundheitlich unterlegen war. Dennoch zeigte er seine Feindseligkeit und seinen Unmut mithilfe seiner Körpersprache: seine Ohren waren steil nach oben gerichtet, sein Nackenfell gesträubt und seine Rute nach oben gerichtet, wobei sie nicht die Höhe und die Position des Alphas erreichte. Mit einem drohenden Knurren ging Namid nochmals einige Meter in Richtung Mika, ehe er leise, aber bestimmt sagte:

„Ich denke, du bist nicht in der Position, so etwas von dir zu geben. Allein deine Vergangenheit spricht gegen dich, was du getan hast, lässt sich nicht rückgängig machen. Obwohl du nun schon so lange Zeit durch diese Welt streifst, maßt du dir an jemanden, dessen Handlungen und Entscheidungen tausendmal besser sind als die deiner, zu verurteilen. Ich kann nur Verachtung für dich und deine Absichten haben.“

Mit diesen Worten drehte Namid sich wieder um und humpelte zurück zu Lonato, den er unhöflicherweise mitten im Gespräch zurückgelassen hatte. Entschuldigend nickte er ihm zu und ließ sich dann wieder vorsichtig auf seine Hinterläufe gleiten. Seine Reaktion auf Mikas Rede mochte für die anderen aggressiv gewirkt haben, wo Namid sonst doch oftmals die Ruhe bewahrte, doch es reichte ihm endgültig. Schon früher hatte Mika viele unverschämte Dinge gemacht und jedes Mal hatte Namid gehofft, dass Mika, der immerhin fast so alt wie er selbst war, endlich Vernunft annehmen würde und Frieden mit sich und dem Rudel, insbesondere Blake schließen würde. Doch diesmal war die Unverschämtheit, die Stellung Blakes als Alpha anzugreifen, zu viel des Gutens gewesen und dementsprechen war Namids Reaktion ausgefallen.


[bei Lonato||denkt an Noreya||redet mit Lonato||empört sich über Mika||kehrt zu Lonato zurück]

Ich hoffe, Namid hat nicht zu überreagiert ~.^
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Raziel


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa Feb 11, 2012 5:46 am

Was wäre die Welt ohne Freunde? Was wäre die Welt ohne das Glück? Was wäre die Welt ohne fröhliche Emotionen? Was wäre sie? Antwortet mir, antwortet mir auf diese Frage die eigentlich klar auf der Hand liegt. Die Welt wäre einfach nicht das was sie ist. Sie wäre anders, als wir zu kennen sie wäre für uns ein fremder Planet und wir wären die Außerirdischen. Nur Trauer und Hass würde diese ach so lebensprühende Welt bevölkern. Böse wäre hier und da, würde überall lauern, wo du es nicht erwarten würdest. Du würdest leer sein ohne jegliches Gefühl der Freude und des Glückes. Du wärst in Hinsicht nicht vollständig und die Leere in dir würde dich für Schritt und Schritt auffresse. Und so freue dich das du das Glück und die Freude in dir trägt. Dies hatte eins sein Großvater Raziel gelehrt, bevor dieser noch am Leben war und Raziel kein Ausgestoßenes seines ehemaligen Rudels war. Innerlich seufzte er ganz kurz, er hatte solch ein Glück, besser gesagt solch ein riesen Glück das er die Heaven Wolves fand. Er fand seine wahre Familie, sein Lebensweg und all das Glück das er brauchte jemals glücklich zu werden. Samir schaute über das Rudel, er beobachte jede Situation wie Raziel es sah doch bis Raziel mit seinem kindischen und doch aufmunternden Späßchen kam.
Er mochte es einfach einen zum Lächeln zu bringen, seine Sorgen vom Gesicht wischen. Empört spielte Raziel vor, als Samir diesen Dickerchen nannte

„Dickerchen! Ich?! Pff…“
Aber dann verbreitet sich ein grinsen an Raziels Lefzen

„Tja ein Vorteil hat es, wegen der Speckschicht friere ich mir jedenfalls nicht den Hintern ab in kalten Nächten.“ Kurz blickte er um die Runde

„Ich muss mich glücklich schätzen das ich noch kein Faltenarsch habe. Ich hoffe mal das bleibt mir wenigsten Ersparrt.“

Kurz lachte er auf

„Aber wenigsten bin ich doch noch ein süßer attraktives Ding oder findest du nicht.“

Dabei klimperte Raziel mit den Wimpern und neigte dabei mit dem Kopf für ein schüchterndes Lächeln. Okay, das gab Raziel wirklich den Rest er musste lachen. Er wollte sich gar nicht vorstellen wie er jetzt gerade Samir demostrierte, wie er schöne Augen machte. Was würde dabei Sakura sagen? Bestimmt würde sie sagen, das Raziel übergeschnappt ist und zum Homosexuellen wechselte. Nein, nein damit musste man sich nicht Sorgen machen. Er war noch ganz und gar Raziel, der auf Fähen stand.
Er schaute zu Sakura und konnte sie gar nicht entdecken, irgendwie fand er dass sie in letzer Zeit komisch war. Als ob sie nach Zeit und Zeit immer weiter von ihm entfernte. Sein Magen schmerzte noch von dem Lachanfall aber plötzlich wurde er ernst und hörte seinem Freund zu.
Jeder einzelne Wort nahm er in sich auf und gab sich im Gedächtnis wider. Was gut an Raziel war, er urteilte über niemanden, was der andere fühlte oder gar sagte. Er versetze sich in diese Position und dachte nach wie er sich dabei fühlen würde. Er schaute kurz zu den Welpen bis er sich zu Samir wand und ein aufmunterndes Stupsen dessen gab

„Es macht doch gar nichts aus, so über seinen Welpe zu reden. Du sagst nur so wie es ist. Vielleicht ist Kalucy eine kleine Träumerin und redet mit dem Mond, doch sie ist ein Welpe und stellt sich das vor. Vielleicht spricht der Mond ja mit ihr wirklich wer weiß. Halte mich jetzt nicht für verrückt. Aber niemand weiß was Wirklichkeit ist und was jenseits der Wirklichkeit ist. Sie ist ein Welpe und träumt tut das nicht jeder? Träumt jeder nicht einmal von irgendwas und hofft, dass es Wirklichkeit wäre. Mit den Jahren wird sie reifer und versteht was Wirklichkeit ist und was nicht existieren kann. Mit den Jahren kommt alles und was Sha betrifft, hat das nicht in unseren Rudel gefällt der so fantasiereich ist? Ganz ehrlich ich beneide den Kleinen, wie kreative der ist mir wäre sowas nie eingefallen einen Fantasyfreund zu haben. Vielleicht aber hatten wir alle einen und wir haben sie nur vergessen. Aber Kreativität ist ein Zeichen dafür das er ein Guter Taktiker und Denker wird. Alles wird sich verändert Samir, sie werden sich verändern ihm Laufe der Zeit. Sie werden größer und reifer sein und ihr Denken breitet sich weiter aus und bald werden sie die schreckliche Grausame Realität ins Auge blicken. Man sollte sie Träumen lassen und erfinden lassen, solange sie Welpen sind und alles mit Freuden sehen bis sie die Welt in Wirklichkeit erblicken. Sie sollten ihre Kindheit einfach genießen bis sie es könne.“ Raziel machte eine Pause, sein Mund war ganz trocken von dem ganzen Geplapper das von ihm kam „Manchmal wünschte ich mir ein Welpe zu sein klein und voller Träume und dazu noch kein Hängebauch und kein Schlabberarsch. Und von Fähen vergöttert und verwöhnt zu werden. Das würde mir richtig gefallen.“

Sein Blick schweifte über dem Rudel, friedlich und noch so harmonisch. Wie lange würde es bleiben. Raziel würde am liebsten es so haben in aller Ewigkeit doch dann geschah es was Raziel irgendwie kommen sah. Der Alte Sack von Mika erhob sich, auf dem Alphafelsen.
Was eigentlich Raziel jetzt überhaupt nicht passt, wenn ein Omega dein Alphafelsen betrat und noch eine Rede hielt. Doch der schwarzbraune Rüde sagt bis jetzt noch nichts. Nein, er lauschte dem Hybriden, was dieser zu sagen hatte. Und dessen Worten gefielen Raziel ganz und gar nicht und hörten sich in seinen Ohren falsch an, was diesem abscheulichen Wesen von sich gab.
Ein Knurren hörte man aus der Kehle des Rüdens und er schaute zu Mika, der endlich sein nutzloses Geschwafel beendet hatte. Raziel wartete aber bis auch Namid geendet hatte. Und Namid sagte die ganze Wahrheit bis Raziel endlich seine Stimme erhob

„Mika wie kannst du es wagen! Wie kannst du es wagen, solche nutzlose Rede zu halten und über unserem Alpha so zu urteilen. Mit deinen sinnlosen Wörtern verschwendest du nur unsere Zeit, glaube mir ich kenne unseren Alpha gut genug. Ich war einer der Mitglieder, die schon lange im Rudel sind und glaube mir alles was du aufzählst sind nur bloße Lügen. Unser Alpha handelt schlecht?! Das ich nicht lache, er wollte immer das Beste für uns! Er dachte nie an sich selbst, er dachte immer als aller erstes an sein Rudel und dessen Wohl. Er wollte nie das Rudel übel! Und er ist einer der gutmütigsten Alpha die ich kenne! Er ist ein gerechtes Alpha und handelt auch mit Gewissen! Wenn einer diese Position verdient, dann er. Und wie konnte er einen Treffpunkt zum Notfall besprechen, wenn niemand sowas kommen sah. Du würdest auch nicht sowas machen, denn man begreift es später was man vielleicht besser machen könnte. Und Kovu, wie kann einer mit reinem Herzen jemanden töten? Wie? Für dich war es ein Kinderspiel, weil du ein geborener Mörder bist, aber unser Alpha nicht. Er hat ein reines Herz und will niemanden Schmerz und Leid zufügen, so was würde er nie machen. Aber du! Du badest dich doch nur im Leid und Schmerzen der anderen. Du bist ein kaltes Wesen das nichts anderes kennt als das Blut der anderen zu Schmecken, die du gerade genüsslich quälst“

Kurz machte Raziel eine Pause, wer er eigentlich früher auch nicht so ein Mörder hatte er doch auch nicht Abla ermordet ohne mal mit der Wimper zu zucken? Nein, er war damals ein Mörder und dies steckte noch tief in ihm. Er war der SoulReaver, er war gefürchtet Leid und Schmerzen zu verbreiten und vielen Rudeln, aber Blake war so nicht nicht. Er war jemand der nie Leid jemanden zufügen würde und darum beneidete er ihn. Nach dieser kleiner Atempause redet Raziel mit festen und starken Stimme weiter, das jeder in hören möge was er zu sagen hatte.

„Jeder macht Fehler und Fehler zu machen sind einfach nur natürlich. Niemand ist perfekt. Und du sagst noch dir liegt das Wohl des Rudels am Herzen? Pah, das ich nicht lache du würdest lieber uns alle tot sehen, dir geht es am Arsch vorbei wie jemand sich fühlt und glaube mir in deinen Augen sieht man, das du einfach nur gierig drauf bist Macht zu haben gierig drauf das wir unseren Alpha verraten. Doch meine Loyalität gilt nur ihm als Alpha sonst niemanden. Also schieb deine Wörter in den Arsch rein, wo sie hingehören und lass und mit deinem Geschwafel einfach in Ruhe. “

Verachtung und kein Respekt hatte der schwarzbraune Rüde für Mika, er verabscheute diesen Rüden einfach und das sah man in seinen Augen, wie auch in seinen Wörtern. Er würde sich nie gegen sein Alpha wenden. Nie im Leben und das sollten sie wissen, diese Wörter welche Mika von sich gab, ließ Raziel einfach kalt. Er schaute über das ganze Rudel und beobachte die Reaktion der anderen. Vielleicht hatte Raziel nicht gerade elegant geredet und warum auch mit solch einen musste man nicht so reden, Raziel hatte nur das von sich gegeben was er gerade dachte und Punkt. Jedenfalls galt seine Loyalität Blake und keinen anderem Alpha würde er sich anschließen und einen Verrat begehen. Dies kam erst recht nicht in Frage.



{bei Samir – redet mit diesen – hat einen kurzen Lachanfall – redet weiter mit Samir – hört Mika zu – sagt diesem seine Meinung zu seiner Rede}

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   So Feb 12, 2012 8:13 am

    Mit einem leicht sarkastischen Ton hatte der ältere Rüde das Gespräch zwischen ihnen beendet ehe er zum großen Felsen in der Mitte des Rudelplatzes schritt und seine Rede hielt, die er Nuran ja vorher angekündigt hatte. Gerade noch ein amüsiertes Lachen konnte der Schwarze sich verkneifen. Einfach nur herrlich! Mika hatte genau jene Punkte aufgezählt die tatsächlich Probleme darstellen. Nuran selbst hätte diesen Kovu damals getötet wenn er tatsächlich das Rudel aufgehalten hätte, er selbst wäre nicht so ein schwächlicher Feigling gewesen wie Blake es wohl in diesem Moment war... Doch war der Schwarze noch nicht all zu lange im Rudel als könne er darüber urteilen. Nur zu schade das ihn die Gefühle und die Mitglieder relativ am Arsch vorbei gingen. Mika kannte seine Einstellung durch das vorherige Gespräch und allem Anschein nach, wollte er sich wohl nur darüber versichern welcher Wolf ihn folgen würde und welcher nicht. Aber wäre es nicht besser für seine Gesundheit einem starken und erfahrenen Rudelführer zu folgen statt einem mit unglaublichen vielen Komplexen welcher nicht in der Lage war, Mal eine harte Entscheidung zu treffen? Die meisten Mitglieder des Rudel waren empört über die Rede Mikas und vielleicht war das auch ein Fehler seitens des Wolfshybrieden denn er könnte aus dem Rudel fliegen. Wobei... Bei Blakes Durchsetzungsfähigkeit würde er höchstens eine Warnung bekommen...

    Gemütlich richtete der Schwarze sich auf, ehe ihn ein stärkerer Windzug ins Gesicht peitschte und sein Fell aufwirbeln ließ. Eine gut durchdachte Rede welche der Ältere sich wohl nicht gerade eben aus dem Ärmel gezogen hatte. Mit gemächlichen Schritten näherte er sich dem Bunten, wenn man ihn so nennen konnte. Innerhalb von Sekunden musterte er den schwarzen Rüden Raziel welcher sich über die Rede Mikas beschwerte, ehe er dann auch schon auf den Älteren zu schritt und sich neben den Wolfshybrieden stellte und noch vor jenen das Wort an Raziel wand.

    "Wie amüsant wie schnell Du dich doch aufregen kannst lieber Raziel. Also ich bin voll und ganz der Meinung von Mika, ich wäre für eine andere Führung, schließlich habe ich nicht vor diesen Winter zu verhungern!"

    Erklang dann auch schon die gelassene Stimme Nurans. Glücklicherweise musste er sich nur die letzten paar Sätze Raziels antun. Aber wie dem auch sei... Er kannte Mika zwar nicht sonderlich gut, aber das war ihm tatsächlich lieber als den Winter zu verhungern oder allgemein drauf zu gehen wegen irgendeiner dummen Entscheidung oder besser gesagt keiner Entscheidung seitens des Anführers... Zugegebenerweise interessierte ihn das Wohl des Rudels nicht oder allgemein irgendwelche anderen Wölfe. Das wichtigste für Nuran war er selbst und seiner Meinung sollte man diese beiden Welpen eben umbringen. Sie würden so oder so den Winter nicht überleben und ihnen dementsprechend nur das Futter wegfressen. Dümmliche Welpen die nicht jagen konnten waren immer unnützig. Eigentlich sollte man jedes Mitglied das nicht von Nutzen war aus dem Rudel schmeissen oder umbringen. Dementsprechend ließ es Nuran auch relativ kalt das Mika einen allem Anschein nach am sterben liegenden Wolf aus dem Rudel getötet hatte...
    Und wenn Blake wirklich nicht dazu imstande war einen Anderen zu töten, dann war er ohnehin ein schlechter Anführer. Man musste nun einmal harte Entscheidungen treffen können und das traf nicht auf den Rudelführer zu.
    Pff... Welch törichtes Volk!


[ ALLEINE | GEHT ZU MIKA RAZIEL]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mi Feb 15, 2012 2:47 am

„Jeder Irrtum bringt uns ein neues Ziel,
jeder Augenblick ist ein Teil von Dir.
Jeder Irrtum bringt mich an ein neues Ziel
und jeder Augenblick ist ein Teil von mir.“

Tadel hier, Tadel da, Tadelitadelarattata. Oder so ähnlich. Die Ohren zuckten nur etwas desinteressiert und man könnte schwören, dass ein Baum in diesem Moment umfallen könnte, ohne dass Sachi es wirklich regestrierte. Die Augen lagen immer noch auf Cabezan, doch der Blick glitt durch ihn hindurch, als wäre die körperliche Anwesenheit nicht vergleichbar mit der seelischen. Sie hasste es getadelt zu werden und wenn es nur das bisschen war. Sie schaltete dann sofort ab und ignorierte jedes Wort, bis wieder ein anderes eintrat, welches wie ein Zauberwort den Bann hob.
Nur bei stärkeren Rügen konnte sie das nicht machen. Dann war sie eher das rumjammernde und meckernde irgendwas, bevor es wieder fröhlich weiter hopste.
Mitspielen. Da war es! Laut, deutlich und verständlich. Sofort zuckten ihre kleinen, feinen aber drahtigen Häärchen am Maul und sie drehte den Kopf leicht, abwartend sah sie zu Sharouk.

Was Cabezan über sie und die Situation dachte wusste sie nicht. Vielleicht war dies ja auch besser so, denn sie liebte das Amselherz. Sie liebte es wirklich sehr, auf ihre naive Art eben. Er war lustig, er stotterte und doch war er irgendwie über sich hinaus gewachsen. Irgendwie. Und sie liebte all diese lustigen Sachen an ihm und war gerne die Person, die mit ihm im Tanz die Sterne aufwirbelte und den Mond besang.

Endlich kam die so sehr ersehnte Antwort und fiel nicht wirklich anders aus als gedacht: Natürlich. Natürlich durfte sie, sie war ja sowas wie Sha's Schwester. Sha's Spielschwester.
Das Freudenfeuer wedelte begeistert und lachte dem Welpen entgegen. Die junge Fähe entblößte für einen Moment die Lefzen, doch es schien zu reichen, dass der kleine plötzlich wirr plapperte, als hätte sie ihn geistig vollends verstört. Dann rannte Sharouk los.
Sachi blickte ihm nach, wandte sich und drückte die vorderen Pfoten gegen Cabezan. „Cabe.. Sha ist weggelaufen.“, gab das Feuer traurig wieder. Wollte Sharouk doch nicht mit ihnen spielen? Hatte sie ihm doch nicht richtig zugehört?
Oder nein. Er wollte fangen spielen! Oder verstecken! „Sachi weiss, Sharouk will verstecken spielen! Mit Puk und Sachi. Und Cabe muss suchen!“ Wie wild wedelte die Rute von linsk nach rechts, sie blickte beglückt den Rüden an und drückte sich, primär mit den Vorderpranken an Cabe ab und rannte los, Sharouk hinterher. Sie lachte bereits freudig und machte immer wieder vereinzelte, kleine Sprünge. Wo sollte sie sich verstecken? Nicht bei Sharouk, oh nein! So ging verstecken nicht. Sie brauchte ein anderes, besseres Versteck und das würde sie auch ganz sicher finden.


[Sachi bei Cabe und Sharouk | Sha rennt weg | Sachi labert mit Cabe | ist begeistert | läuft auch weg]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Fr Feb 17, 2012 4:26 am

    Aufmerksam hörte Lonato Namid zu, wie er erklärte weshalb er diese Verletzung am Hinterlauf hatte. Die Frage, die er wiederum stellte, konnte Lonato nicht beantworten. Wo war er selbst während des Bebens gewesen? Irgendwo im Wald vermutlich. Er hatte bei solchen Dingen kein gutes Gedächtnis und hatte sich dies nicht gemerkt. Eigentlich konnte er gar nicht an einem anderen Ort gewesen sein als im Wald.
    Gerade wollte der grau-braune Wolf zu einer Antwort ansetzen als Mika, der Hybride, seine Stimme erhob. Mit gespitzten Ohren wandte sich Lonato in seine Richtung. Er war auf eine Anhöhe geklettert und sprach zu ihnen. Mit jedem Wort, dass er sprach breitete sich mehr und mehr Empörung in Lonato auf. Blake war seines Erachtens ein guter Leitwolf und er war gütig, was man von Mika überhaupt nicht sagen konnte. Der grau-braune kannte solche Wölfe wie Mika und Rudel mit einem solchen Leitwolf konnten nicht lange bestehen.

    Er hat kein Recht, so über Blake zu reden!

    Als Mika schließlich endete war es Namid, der als erstes seine Stimme erhob. Er tat es zurecht. Namid war ein weiser Altwolf, vermutlich hatte er schon viel mehr gesehen als alle anderen hier. Doch so rechtmäßig die Worte und die Kritik auch waren, würde Mika ihn wohl angreifen. Aus Sorge darum, dass Mika doch so irre war, dass er einfach auf Zweifler los ging, rappelte sich Lonato in einer schnellen Bewegung auf. Seine Pfoten fanden Halt im Boden und drückten seinen Körper hinauf. Mit wenigen Schritten war er neben dem Alten und stellte sich an seine Seite. Auch gab es ihm ein wenig Sicherheit. Namid würde Blake niemals verraten. Dazu wusste er zu viel über solche Grausamkeiten, die Wölfe wie Mika vollbrachten.
    Noch während Lonato sich erhoben hatte, hatte Raziel ebenfalls zu sprechen begonnen. Der Schwarze war regelrecht empört. Er hatte schließlich einen hohen Rang im Rudel inne und es war praktisch seine Pflicht zu seinem Alpha zu stehen. Alles andere käme einen Hochverrat gleich.
    Der junge Rüde wusste nicht was er tun sollte. Wer würde Mika und diesem fremden Schwarzen folgen? Wer würde zu Blake halten? Er selbst, vermutlich Namid, Raziel. Und Ramyla? In diesem Punkt hatte Mika vielleicht Recht gehabt. Würden sie die Welpen durch den Winter bekommen?


[hört erst Namid zu dann Mika # denkt # hört Namid und Raziel zu]

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AMSELN FLIEGEN TIEF

BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa Feb 18, 2012 6:16 am

Gedankenverloren blies er seinem kleinen Patenkind warm über den Kopf und lächelte warmherzig. Der Kleine war zwar kein Engelchen wie seine Schwester, eher ein kleines nerviges Quälgeistchen, dennoch musste man ihn einfach lieb haben. Cabezan war es bis jetzt noch gar nicht klar geworden, was für ein herz er für Welpen eigentlich hatte. Vielleicht hatte Ramyla sich doch ernsthaft Gedanken darüber gemacht, bevor sie ihn - oh ja, ausgerechnet ihn! - zu Sharouks Paten ernannt hatte. Er war ihr überaus dankbar deswegen, ebenfalls Samir, auch wenn er sich Sorgen um den dunklen Riesen machte. Er war in letzter Zeit so anders als sonst, hielt sich irgendwie fern von seiner Familie. Nicht, als ob das Amselherz da wirklich etwas zu melden gehabt hätte. Schließlich war er wohl derjenige, der am wenigsten Ahnung über soetwas in dem Rudel hatte. Jedoch bekümmerte ihn die Sache mit Samir doch irgendwie. Schließlich waren sie doch soetwas wie... Nein, sie waren keine Freunde. Cabezan hatte hier keine Freunde, ausser Blake. Wieder schenkte er dem grauen Alpha, der sich mit Kartane unterhielt einen warmen, freudigen Blick. Aus der Krise, die er beim Erdbeben erlebt hatte, hatte auch er ihm bedeutend rausgeholfen. Irgendwie konnte Cabezan es selbst nach einem Mondumlauf nicht wirklich glauben, dass Blake ihn seinen Freund genannt hatte. Es war das erste Mal in seinem Lebengewesen. Es war traurig, doch Blake war sein erster Freund, sein allererster.
Ein leichter Hauch der Betrübnis blieb aber in ihm zurück. Die Krise war nicht wirklich vorbei, dass wusste er zu genau. In Wirklichkeit war seine mickirge Seele immernoch hart getroffen und er driftete weiterhin weiter in dunklere Ecken ab. Ja, er war durch die Welpen und die größenteils fröhliche Umgebung abgelenkt, jedoch konnte ihm keine Sachi und kein Sharouk die Lücke füllen, die ihm jene Fähe mit den leuchtenden und doch so stumpfen Augen gerissen hatte. Kische. Das Wort, die beiden einsamen Silben zerrten schmerzhaft an seinem dunkel befiedertem Herzen. Sie war weg, für immer. Sie würde nie zurückkehren. Er war gescheitert. Zu spät. Kummer.

Klar, Sharouk war nicht der Klügste. Seine süße Schwester war da wahrscheinlich viel weiter fortgeschritten, doch das zeigte nur, dass man sich um den Braunen eben mehr kümmern musste. Jemand musste ihm doch Anstand beibringen... Blake hatte genug mit der Rudelführung zu tun, da war es nur ganz passend, dass er eher Kalucy bekam. Egal, der Nebelgraue würde schon zeigen, dass er
der Sache gewachsen war. Er würde die Sache mit dem kleinen Wirbelwind durchziehen! Koste es was es wolle, er hatte doch eh nichts anderes zu tun. Bei der Jagd stellte er sich öfter tollpatschig als herausstechend an und in letzter Zeit waren nicht mehr so viele Neulinge im Rudel, mit denen er sich als Delta beschäftigen musste. Diejenigen die nach dem Erdbeben gekommen waren, hatten sich mittlerweile doch schon gut eingelebt. Gutmütig lachte der junge Rüde, als er das überraschte Jaulen seines Patenwelpens hörte. Er lächelte ihm zu und billigte sein verspieltes Gekicher mit einem leicht schief gelegten Ohr. Ach, er war so ein Herzstück! Und schon so verblüffend groß. Sie wuchsen schnell, die Welpen. VIel zu schnell. Bald würde der Winter kommen und sie mussten stark genug sein. Cabezan glaubte daran, dass sie es schaffen würden. Sachi sowieso. Sie war doch schließlich schon... Wie alt? Er wandte sich ehrlich interessiert an den größeren Wirbelwind und stubste sie leicht in die Seite, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Doch bevor er sie fragen konnte lenkte Sharouk ihn ab und er senkte folgsam seinen Kopf um seine Worte zu hören.

"Genau! Lasst uns alle zusammen Spaß haben.", lachte der Timberwolf leise und hoffte, dass ihn keiner sonst gehört hatte.

Ja, er war kinderlieb und alles, doch schließlich war das meiste sowieso nur gespielt. Die verspielten und fröhlichen Zeiten waren doch schon längst vorbei, oder? Die dunkle Ironie dieser Aussage ließ Cabe stocken. Es hatte für ihn nie fröhliche Zeiten gegeben. Gespielt besorgt lächelte er seinem kleinen Freund zu.

"Weg? Ach, Sha. Er ist bestimmt in der Nähe. Vielleicht ist er ja müde und will gar nicht mit uns spielen?", antwortete er ruhig, doch seine Augen blickten misstrauisch in die angehende Dännerung, auch wenn das zumindest Sharouk nicht sehen konnte.

Es missfiel ihm, dass Sharouk seinen eingebildeten Freund jetzt suchen wollte. Im Dunkeln konnte er leicht verloren gehen und so gut kannte er die Umgebung noch gar nicht. Oder machte Cabezan sich da zu viele Sorgen? Vielleicht war es besser, wenn man den Kleinen gleich schon riskanteren Situationen aussetzte? Cabezan hatte es schließlich auch ohne ständige, elterliche Sorge geschafft. Gut, da musste man aber auch bedenken, dass er ein völlig anderer Fall als Sharouk gewesen war. Der Kleine würde schon durchkommen. Wenn er gut auf ihn auspasste, war das im Moment wahrscheinlich das Beste. Kurz lagen seine nougatbraunen Seelenspiegel auf Sachi und er fragte sich, wie ihre Eltern sie erzogen hatten. Er wollte sie nach begebenheit mal fragen, schließlich sah sie doch älter aus, als ein durchschnittlicher Jährling. Wie kam es, dass sie derart verzogen war? Nicht im schlechten Sinne, Cabezan mochte Sachi sehr, jedoch musste er wohl zugeben, dass sie sehr zurückgeblieben war, was ihre geistige Entwicklung anging. Dies machte dem Gräuling Sorgen. Alles machte ihm Sorgen.... Er seuftzte leise, konnte es sich nicht verkneifen. Wenn er es gekonnt hätte, wäre er jetzt unter seinem nebelgrauen Fell bleich geworden. Seine Seelenspiegel erfassten die kleine, deckelige Gestalt des Welpens wie sie in den düsteren Wald hineinstob. "Mist.", fluchte er leise und wollte ihm schon nachstürmen, als er Sachis Worte hörte. Er blickte sie erst einmal entgeistert an, wollte etwas erwiedern und sie davon abhalten, doch schon war sie weggestürmt. Düster murrte der Rüde etwas von dummen, kleinen Kindern und setzte den Beiden ins Unterholz nach. Nach einem kurzen Zögern entschied er sich, Sharouks Spur als erstes nachzuspüren. Schließlich war er der Jüngere und Sachi war zumindest einige Zeit schon im Wald allein gut ausgekommen. Wäre sie bloß nicht so... Ach, es war im Endefekt auch egal. Mit langen Schritten, die Schnauze am Boden trabte er der Fährte des Kleinen nach. Es war nicht schwer ihn nachzuholen. Über Hecken, unter denen er hindurchgekrabbelt war, setzte er mit einem leichten Sprung hinweg. Sein drahtiger, schmaler Körper war die Hindernisse des Waldes nun schon lange genug gewohnt. Er entdeckte Sharouk und sprang auf ihn zu. Flink gabelte er ihn am Nackenfell auf und riss ihn so mit einem leicht genervten Brummen in die Luft.

"Sharouk, man läuft nich einfach so davon! Der Wald ist wenn es dunkel ist doch langweilig. Keine Farben und alle Tiere legen sich schlafen. Auch die Kobolde sind weg, weit über alle Berge. Außerdem musst du Puk nicht immer folgen, wenn er wegrennt! Er kennt den Weg zurück bestimmt ganz gut. Und jetzt komm wir gehen zum Rudel zurück. Da können wir spielen. Wie wäre es mit Fangen auf dem Rudelplatz, hm?"

Sprach er ihm halbwegs streng zu. Er senkte den Blick nicht und stapfte entschieden, Sharouk immernoch im Maul in Richtung der übrigen Wölfe, nicht ahnend, wer dort gerade eine Ansprache hielt, der das Rudel zwiespaltete. So lieb er den Welpen auch hatte, er war einfach unvernünftig und das musste er ihm irgendwie versuchen, auszutreiben. Wo Sachi jetzt war, war nur seine andere Sorge. Ihr würde es allein im Wald sowieso bald langweilig werden! Jetzt musste er sie nur noch suchen gehen, doch vielleicht war es besser Sharouk erst zum Rudel zu bringen. Doch dann würde er mitkommen wollen... Ach Mist. Es war nicht leicht, gleich auf zwei Kinder aufpassen zu müssen. Doch wer kümmerte sich um Sachi, wenn er nicht? Da war niemand. Traurig gestimmt, stapfte das Maselherz weiter und spannte seine Muskeln, als er an einen Busch kam. "Aufgepasst Kleiner! Wusstest du, dass Pate Cabezan fliegen kann? Weisst du, so wie die Amseln. Guck mal!" Er nahm anlauf und segelte hoch über den Strauch hinweg, sodass die Luft ihm und dem kleinen Welpen nur so um die Ohren pfiff. Ein leises Lachen entkam seinem Maul, als er abwartete, wie der kleine Rabauke darauf reagieren würde.


{ Sharouk | im Wald }

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Behind my smile is everything you’ll never understand.
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Samir


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa Feb 18, 2012 3:49 pm

My love, leave yourself behind
Beat inside me, leave you blind

Samir hätte sich das Herz auslachen können, bei Raziels Versuch, attraktiv und weiblich zu wirken. Doch es blieb bei einem Grinsen und einem kurzen Pruster. Wieso schaffte es nur Raziel ihn mit so einem, ja fast kindischen, Verhalten zum Lachen zu bringen? Andere machten Witze und versuchten mit Gewalt lustig zu sein und sein Schwarzbrauner Freund schaffte das problemlos ohne sich anzustrengen. Vielleicht mochte Samir ihn deshalb, als Einzigen aus dem Rudel. Mit Ramyla. Sein Grinsen erstarb kurz und seine Aufmerksamkeit galt nur Raziels Worten. Es tröstete Samir etwas über die Tatsache hinweg, dass er einfach keinen Draht zu seinen beiden Welpen fand. Ob es jedem Vater so ging? Er blickte Raziel kurz nachdenklich an. Dann schweifte er zu seiner eigentlichen Gefährtin, Ramyla. Erschrocken musste der Schwarze dann feststellen, dass sie ihn schon anblickte. Kurz begegneten sich ihre Augen und Ramyla blickte wieder weg. Samir hingegen nicht. Sie hatte Kalucy bei sich und Kimba. Ramyla hatte sich so stark verändert, dass der Rabenschwarze sie gar nicht mehr wiedererkannte. Es war nicht mehr die Myla, in die er sich damals verliebt hatte, obwohl er es gar nicht wollte. Doch so war es geschehen und das Ende dieser Liebe waren wohl die zwei Welpen, die darauf entsprungen waren. Welpen, in denen er sich nicht widererkannte, die ihm so fremd waren, wie Myla es ihm nun war. Es machte ihn irgendwo kaputt, dass es so enden musste. Dabei wollte er gar nicht, dass es endete. Etwas benommen von diesen trostlosen Gedanken wandte er sich von Myla ab und blickte seinen Freund wieder an, der weiterhin versuchte ihn mit seinen Worten zu trösten. Doch Samir konnte nur hilflos mit den Schultern zucken, als würde es ihn nichts angehen, obwohl er eigentlich tief mit drin steckte.

"Ja, vielleicht verändern sie sich mit der Zeit. Es kann sein, dass ich nur so ein schlechtes Bild über Welpen habe, weil ich und Blake selbst keine wirkliche Welpen zeit hatten. Aber ja ... alles wird sich verändern. Du hast Recht. Und es hat sich wohl bereits geändert. Zwischen Myla und mir ... ich glaube da ist alles Aufgebaute abgebrannt."

Er senkte die Stimme etwas und blickte erneut zu seiner wildfarbenen Gefährtin, die er, als Vater, ja eigentlich unterstützten sollte. Wieso tat er es nicht? Das fragte der Schwarze sich zurzeit selbst. Dennoch legte sich wieder ein leichtes Schmunzeln auf seine Lefzen, als Raziel wieder von Hängebauch und Schlabberarsch redete. Doch diese traute Zweisamkeit sollte nun unterbrochen werden. Samirs Blick glitt hoch zu dem Alpha Felsen wo Mika sich mit der Kraft eines Hybriden hochschleppte. Er blickte Raziel von der Seite an und schließlich wieder Mika. Was hatte der Halbwolf da oben zu suchen? Blake würde das wohl gar nicht gutheißen, doch das war dem Schwarzen eigentlich relativ egal. Vielmehr spürte er nun die Skepsis und gleichzeitig auch die Neugierde auf die Worte, die Mika scheinbar zu sagen hatte. Während Raziels Empörung zu wachsen schien, spürte Samir eigentlich nichts. Er blickte Mika nur distanziert, aber auch gleichgültig an. Er hielt den Altwolf für alles andere als dumm und unintilligent. Dennoch fand er auch das Mika in einigen Sachen übertrieb. Er verstand nicht, wieso Mika so dumm gewesen war, sich Blakes Rudel anzuschließen, anstatt sich ein richtiges, starkes zu suchen. Und was wollte er jetzt mit dieser Aktion erreichen? Das sich ihm ein paar Schwächlinge anschlossen? Sakura vielleicht? Oder Cabezan? Da schien Mikas Gehirn wohl doch nicht ganz so von IQ besessen zu sein, wie Samir immer dachte. Der Schwarze hörte desinteressiert den Reden von Namid und Raziel zu, die sich sichtbar über Mikas Redeschwall aufregten. Nein, er wollte ihren Worten nicht lauschen, wie es jeder tat. Er hatte seine eigene Meinung über Mika, die er keinem sagen durfte, keinem sagen würde. Sie würden ihn dafür hassen. Dafür, dass Samir Mika irgendwo Recht gab und er ihn begleiten würde. Nachdem Raziel schließlich gänzlich geendet hatte, blickte Samir Mika nach, wie dieser vom Alphafelsen sprang. Samir spürte das erste mal wieder, wie sein Herz begann schneller zu schlagen, wie das Adrenalin durch seine Venen und Arterien gepumpt wurde. Seine Herzkammern flatterten auf und zu. Was würden die anderen sagen? was würde Ramyla sagen? Wie würde Raziel reagieren? Oh, sie würden ihn hassen, für das was er nun tun würde. Sie würde ihn davonjagen. Doch Samir hatte seine Entscheidung nun gefällt, obwohl er dies schon vor langer Zeit getan hatte. Still, in Gedanken, weit im Hinterkopf zurückgeschoben. Doch nun stachen sie heraus. Kurze Stille herrschte, bis der Schwarze sich mit traurigen Augen an seinen Freund wandte, der soeben noch voller Kraft Blakes Position verteidigt hatte.

"Verzeih mir für das, was ich tun werde. Es wird alles besser werden. Danke für alles ... mein Freund."

Er drückte seine schwarze Schnauze gegen Raziels Schulter und schloss kurz die Augen bei dem Anflug von Trauer, die ihn zu übermannen versuchte. Vielleicht war es das letzte Mal, dass sie nun redeten. Das letzte mal, dass sie sich sahen. Schließlich riss Samir sich los und erhob sich. Seine Schritte waren groß und athletisch, wie noch vor so vielen Jahren. Man sah ihm sein Alter nicht an. Während er ging, war sein Blick auf Myla gerichtet. Er glaubte nicht, dass sie ihm das jeweils verzeihen würde. Seine Welpen würden ihn hassen, Ramyla würde ihn verabscheuen. Doch alles war egal. Es war sowieso zerstört. Er musste jetzt seinen eigenen Weg gehen und schauen, was ihn auf der anderen Seite erwartete. Sein Blick war traurig und zugleich auch distanziert und leer, als er seine Gefährtin aus den hellen Seelenspiegeln anblickte. Alles war nun vorbei, verdorben nur noch eine schöne Erinnerung an den Sommer, in dem er sie gesund gepflegt hatte und die zarte Liebe heran wuchs. Seine Rivalität zu Mika war begraben worden. Von ihm selbst. Und mit ihr hatte er gleich sich selbst begraben. So war das Leben. Und Samir wollte nicht das tun was er zu tun hatte, was sein Schicksal ihm eigentlich vorschrieb, er wollte das tun, was er wollte. Er war sein eigener Herrscher. Ruhigen Schrittes folgte er Mika, beachtete die anderen einfach nicht mehr. Er musste sie vergessen.


[Erst bei Raziel dann bei Mika]

_____________



Gestern stand ich noch am Rande des Abgrunds.
Heute bin ich schon einen Schritt weiter.
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   So Feb 19, 2012 12:03 am

Wenn ich neben mir liegst,
dann höre ich mein herz laut schlagen,
höre deinen atem an meinem ohr.
Dann bin ich so glücklich,
wie nie zuvor.



Die Sonne hatte sich der Dunkelheit ergeben und hinter dem Horizont Schutz gesucht, während dunkle Wolken anfingen den Himmel zu verdecken. Sie bauten sich auf, wie eine Mauer und mit ihnen kam der Wind, der die eisige Kälte, die bereits den Winter ankündigte. Es war nicht kalt, aber auch nicht unbedingt angenehm, obwohl der dicke, weiße Pelz den Wind von der Haut zurück hielt und Widerstand leistete. Der Pelz hielt die Wärme an Azzardos Körper und ließ ihn nicht fieren, aber das Gefühl der Kälte kam dem Weißen mit jedem Schritt immer näher.
Vielleicht bildete er sich das unregelmäßige Zittern seines Körpers auch nur ein. Vielleicht redete er sich selbst diese Kälte ein, weil der Angst hatte, dass seine dunkle Seite wieder Überhand nahm und ihn in ein Monster verwandelte, dass er nicht sein wollte. Zwar kämpfte er immer gegen diese Kraft an, aber es half meistens nicht. Oft war er zu schwach und das ließ ihn wütend werden. Von seinen Wutanfällen trugen oft seine Pfoten und Beine die Narben. Oft rannte er dann pausenlos. Er wollte seine Kehle spüren und seinen flachen Atmen. Er wollte das Gefühl haben, dass sich seine Brust zuschnürrte. Erst wenn er nicht mehr konnte, seine Pfoten sich taub anfühlten und sein Herzschlag alles war, was er hörte, hielt er an und sank in sich zusammen. In letzter Zeit hatte er es sich nicht mehr erlaubt zu Boden zu gehen, sondern nur das Tempo zu drosseln, aber dennoch weiter zu gehen.

Mit dieser Taktik des Vorrankommens war er schon mehrere Kilometer weit gekommen. Er hatte so viele kilometer hinter sich gelegt, nur um festzustellen, dass er doch nichts erreicht hatte. Er hatte immer noch nicht das gefunden, was er suchte und das machte ihn im Augenblick am aller Meisten krank. Es schmerzte nicht erreichen zu können, was er wollte.
Nun war Azzardo schon seit mehreren Tagen auf kein Wolfsrudel mehr gestoßen. Wenn er nicht bald eines finden würde, würde er sich ernsthaft fragen, ob es nicht hier das Ende der Welt war. Hier gab es zwar Beute und Landschaft, aber keine Wölfe und Wölfe gehörten für ihn eigentlich dazu.
Der weiße Rüde seufzte und setzte weiter seine Pfoten voreinander um weiter zu kommen. Vielleicht war bei ihm wirklich der Weg das Ziel.



{alleine im nirgendwo}


ich warte schon so lange,
auf den einen moment.
ich bin dauernd auf der suche,
nach hundert prozent.
wann ist es endlich richtig?
wann macht es einen sinn?
ich werde es erst wissen,
wenn ich angekommen bin..
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BeitragThema: Kapitel 6 - Zwiespalt   So Feb 19, 2012 2:39 am

Es war kühl, eigentlich sogar schon fast kalt, und die Dämmerung sank über das Land hinweg. Der Himmel wirkte dunkel und trist, die Landschaft tat es ihm gleich. Aber die junge Fähe hatte schon lange aufgehört so etwas wahr zu nehmen, so lange wie sie jetzt schon herum striff, da begannen die Landschaften irgendwann alle gleich auszusehen. Der Wind trieb die Sehnsucht nach der Heimat in Meatalas junges Herz und deswegen waren ihre Schritte auch eher taub und langsam als voller Elan auf der Suche nach einer Unterkunft für die Nacht. Sie wollte sich auch gar nicht verstecken, sie wollte es genießen. Sie wollte auf Regen hoffen, auf Schnee, den eiskalten Wind auf ihrem dichten dreckigen Fell genießen, der von der Heimat zu flüstern schien.

„Wenn ihr nur wüsstet, wie ihr mir fehlt“,

schoss es der jungen Fähe durch den Kopf, während sie die Schnauze Richtung Himmel hob und die Wolken anstarrte, als könnten sie ihr zeigen, wie es ihrer Familie geht. Ein halbes Jahr war vergangen und doch kam immer wieder die Sehnsucht hoch – der einfache Wunsch zurückkehren zu können. Aber sie hatte sie damals schon nicht gefunden, wieso sollte sie es jetzt tun? So weit weg von der Heimat?
Sie fühlte den Hunger an sich nagen, schon seit Tagen war sie nicht mehr richtig satt geworden. Ihre „Heimatdepressionen“, wie sie schon anfing ihr Heimweh zu nennen, ließ sie den Elan verlieren. Lange würde sie alleine nicht mehr überleben, aber so richtig bereit sich einem neuen Rudel anzuschließen fühlte sie sich auch noch nicht. Dafür war die Erinnerung noch irgendwo zu frisch, die Wunden eigentlich noch zu tief. Aber verhungern wollte die junge Fähe auch nicht und zog sie die kühle Luft tief ein um interessante Gerüche aufzufangen. Ihre Augen schlossen sich und die breiten Lungen fühlten sich mit kühler Luft; sofort hob sich die Stimmung der jungen Fähe wieder. Das war ein Gefühl von Heimat – als sie ein überaus interessanten Geruch wahrnahm.

„Wölfe!“,

murmelte sie und ruckartig schlugen sich ihre Augen auf. War sie denn wirklich so weggetreten gewesen, dass sie ohne es zu merken in das Revier eines fremden Rudels gelaufen war? Ein derartiger Leichtsinn sah ihr eigentlich überhaupt nicht ähnlich, oder war das der sprichwörtliche Wink des Schicksals?

„Na dann. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

Meatala schüttelte sich einmal, auch wenn ihr Fell sie eh aussehen ließ wie ein Stofftier. Aber damit war sie wenigstens den kühlen Temperaturen gewachsen, die sie eh noch nie gestört hatten. Langsam ging sie auf den dichten Wald aus Trauerweiden zu und huschte unter den Zweigen entlang. Bevor sie ihr Revier verlassen hatte, hatte sie vielleicht nur ein oder zwei Mal eine Weide gesehen, die resistent genug gewesen war an einem der Gewässer zu überleben. Doch schon da hatte die junge Fähe die Weiden geliebt, es waren einfach atemberaubende Bäume und wenn sie grün waren, so hatte sie es gelernt, als sie aus dem Revier in wärmere Gefilde kam, waren sie optimale und wunderschöne Verstecke.
Träumerisch wandelte sie durch die Weiden, genoss das Rauschen des Windes in den Kronen und das Rascheln der Blätter unter ihren breiten Pfoten. Der Herbst kam und mit ihm all seine Schönheit; so wäre es zumindest, wenn der beginnende Abend sich für besseres Wetter entschieden hatte. Aber auch herbstlicher Regen störte Meatala nicht, während die Kälte und die Weiden, die ganze Ruhe, ihre gute Laune zurückkehren ließen und langsam das Heimweh vertrieben. Aber natürlich vergaß sie über all die schönen Eindrücke von langsam sterbenden Blättern, einem dunklen Himmel mit schattenhaften Wolken und ein paar letzten Strahlen Sonne, die wie Sterne langsam verblassten, nicht auf die Gerüche zu achten. Und es waren viele, es musste sich ein überaus großes Rudel hier in der Gegend aufhalten.
Plötzlich hörte Meatala ein Knacken im Unterholz.
Ruckartig fuhr der runde Kopf der Fähe herum und sie spannte die Muskeln an. Gerade noch so konnte sie das Knurren unterdrücken, als es erneut in dem Gebüsch zu rascheln anfing. Ruhig wartete Meatala, bereit sich zu verteidigen, wenn es sein müsste, doch nichts passierte. Also ließ sie ihren Blick noch einmal umher gleiten, bevor sie sich in Richtung des Geräusches in Bewegung setze. Vorsichtig und langsam setzte sie Pfote vor Pfote und striff so lautlos wie möglich durch das Unterholz, bevor sie Geräusche vernahm.

„Na, wen haben wir denn dort?“

fragte die junge Fähe sich in Gedanken und drückte sich tiefer auf den Boden um unbemerkt an den unbekannten Wolf heran zu kommen. Noch konnte sie wenig erkennen, es war nur ein Geruch, aber sie versuchte so leise wie möglich zu sein um das zu ändern. Vorsichtig sah sie sich um, nirgendwo war noch ein Geräusch oder ein Geruch, der einen weiteren Wolf verraten hätte. Fürs Erste schien sie hier allein zu sein, also schlich sie langsam aus dem Unterholz und den Hügel vor sich hoch. Sie ging langsam und versuchte sich so klein wie möglich zu machen um nicht zuvor entdeckt zu werden. Aber da der Wind eh von vorne kam, konnte der fremde Wolf sie wohl nicht riechen und das wäre für Meatala ein eindeutiger Vorteil, wenn es sich als zu stark und unfreundlich erweisen würde. Denn für einen Kampf würden ihr momentan wirklich die Kräfte fehlen.
Grummelnd hielt die Fähe inne, als sie sich eine Dornenranke in den Vorderlauf gehauen hatte. Mit zusammengebissenen Zähne zog sie das Bein heraus und warf einen schnellen Blick nach oben. Doch entweder hatte der Wolf sie nicht gehört oder er wollte sie nicht hören. Mea sah das mal als ihr Glück an und schlich weiter, natürlich nicht ohne an der Ranke ein wenig Fell zu lassen. Aber davon hatte sie momentan ja genug.
Langsam schlich sie weiter und konnte schließlich erkennen, wer sich dort oben versteckte. Ein junger Wolf, allem Anschein nach eine junge Fähe, mit schwarz - braunem Fell. Sie schien aufgeregt zu sein, was war denn los? Neugierig folgte die Fähe ihrem Blick und suchte den Waldrand ab, aber dort war nichts zu sehen und im Wind vernahm sie nur die Gerüche von entfernten Wölfen; keine nähere Gefahr. Dann allerdings wandte sich ihr Blick zurück auf die wartende Fähe und der Schalk kroch in ihre Augen. Normalerweise benahm sie sich gut, aber bei Welpen und jungen verspielten Wölfen setzten bei Mea alle Sinne aus. Vorsichtig schlich sie sich noch ein wenig näher heran und rief laut:

„Überraschung!“


[rennt alleine umher/nimmt den Geruch des Rudels wahr/"überrascht" Sachi]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   So Feb 19, 2012 7:53 am

“Der Wald, das Dickicht dient als Schutz,
verhalt mich stets Geheim.
Verfolge deinen süßen Duft,
verfolge deine Spur.“

Weit hatte die Fähe das Maul geöffnet, die rosige Zunge hing heraus und die weißen Zähne sowie ihr weißer Fleck auf dem Fell, an der Brust, leuchteten auffällig in der Dunkelheit.Mindestens ebenso die funkelnden gelbgüldenen Augen welche munter in den Wald blickten der immer dunkler zu werden schien. Lachend, im Innern lachend, als hätte jemand einen wunderschönen Witz erzählt, sauste die Fähe belustigt und freudig daher. Die Rute hoch erhoben, der Wind sauste durch ihr Fell und die Pfoten trommelten auf dem Waldboden. Sie rannte wild hin und her. Kreise, Ecke, links rechts, zurück geradeaus und all solche Figuren um ihre Fährte zu verwirren und zu verwischen.
Natürlich war Sachi Geistig nicht zurück geblieben. Das was sie tat hatte sie in ihrer Familie gelernt und man nannte es Verwirren. Sie hatte es beim Versteckenspielen beigebracht bekommen und nutzte es ausgiebig und bewusst. Dass man es aber eigentlich brauchte, wenn man jemandem entkommen wollte oder eine falsche Fährte legen, das wusste sie nicht. Sie kannte die Welt, natürlich! Jedoch nur die sonnigen Seiten.
Sie konnte mit allem umgehen sie hatte fast alles gelernt, sie lebte nur eben anders. Glücklich, Verspielt, Fröhlich – all die Regenwolken weit weggeschoben in der grellen Sonne, die sie in sich trug. Sachi, es bedeutete Kind der Freude, Kind des Glücks. Und das war sie auch. Sie war eine Freude, sie lebte im Glück. Als hätte sie das Glück selbst bei der Geburt geküsst, denn sie kannte wenig bis kaum Leid, realisierte es anders und lebte nur in den Sonnen- und Freudenseiten des Lebens.

Als sie glaubte, dass wirklich reichte um das Amselherz zu verwirren, versteckte sie sich endlich in einem Busch, der doch näher am Waldrand war, als ihre Fährte zu ließ. Leis kichernd und mit aufgestellten Ohren lauerte sie da, wartete auf Cabezan, dass er sie und Sharouk suchte und wohl fand. Sie hielt ganz still, so still wie sie konnte, doch innerlich war sie viel zu aufgewühlt, zu angespannt und hätte viel lieber hibbelig mit der Rute gewedelt. Doch sie wusste, so würde sie sich viel eher verraten und das Spiel sei verloren. Die Nasenlöcher blähten sich auf, sie atmete tief ein. Nichts.
Die Zeit verstrich und es passierte nichts. Langsam wurde dem Freudenfeuer öde und sie fing doch an zu zappeln. Was brauchte Cabezan so lange? War ihre Fährte vielleicht doch viel zu perfekt gewesen? Ganz sicher. Sie war sicher sehr gut gewesen im Falschlegen und verwirren. Sie entschied sich ein neues Versteck zu suchen und rutschte langsam zurück. Der Busch wackelte. Dies musste wohl das gewesen sein, was die fremde Weiße gesehen hatte und die sich anpirschte um Überraschung zu rufen.
Jaulend und erschreckt sprang die schwarze auf und hopste über den Busch hinweg. “Cabezan, das ist gemein!“, empörte sich die zu Tode erschreckte. Ihr Herz raste und die Brust hob und senkte sich flott. Sie atmete mehrmals ein, bevor sie sich umdrehte und stockte.
Das war nicht Cabezan. Ihr Kopf fiel prompt zur Seite, schief gelegt starrte sie die weiße an, die etwas von der tollen Kartane hatte und dann auch wieder total anders war. Aufmerksam musterten die Augen die fremde Wölfin und die Rute begann von links nach rechts zu schwenken. Langsam. “Du bist nicht Cabezan.“, lautete die Blitzbemerkung der jungen Fähe. “Aber Kartane bist du auch nicht. DU bist fremd oder? Ich bin Sachi und wer bist du?“ Mit freudigem Wedeln hopste die kleine auf Meatala zu und wollte sie beschnuppern.


[Sachi versteckt sich nachdem sie viele Spuren legt | wird unruhig | erschreckt durch Meatala | begrüßt diese]
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BeitragThema: Kapitel 6 - Zwiespalt   Di Feb 21, 2012 7:23 am

Lachend warf sie den Kopf in den Nacken, als das schwarze Ding vor ihr völlig schockiert aus dem Gebüsch nach vorne sprang und zu jammern anfing. Anscheinend war das Tier noch jünger, als Meatala gedacht hatte, aber allemal amüsant. Mit diesem Satz hätte sie sich als Springpferd bewerben können. Allerdings wurde die junge Fähe sofort ernst und aufmerksam, als sie hörte, was die Schwarze ihr erzählte.

„Cabezan“,

murmelte sie und sah die junge Fähe fest an, bevor ihr Blick erneut über den Wald hinweg schoss. Klang doch mal ernsthaft nach Rüde oder verstand sie da was falsch? Auf jeden Fall wollte sie es sich nicht leisten angegriffen zu werden, weil sie angeblich ein junges Rudelmitglied angegriffen hat, also musste sie sich jetzt wohl zurücknehmen. Doch noch während sie das dachte und nur unterschwellig hörte, wie die junge Fähe mit ihr redete – obwohl es eigentlich ein ganzer Wortschwall von Neugierde war – hopste sie auf sie zu und stieß ihre Schnauze gegen Meatalas. Überrascht machte die junge Fähe einen Satz zurück und zog die Lefzen hoch. Ein ganzes Spalier von Zähnen wurde sichtbar, während sich das Fell in ihrem Nacken aufstellte. Ihre Rute stellte sich auf und sie stieß ein tiefes Knurren aus, dass sie sofort wieder bereute. Immerhin hatte das kleine hyperaktive Ding ja nicht versucht sie anzugreifen.

„Alte Wunden heilen schwer“,

dachte sie traurig und schüttelte sich einmal kräftig. Dann sah sie auf und ihre braunen Augen fingen die Fähe ein. Sie war ganz niedlich, aber viel zu überdreht. Doch das entlockte Meatala in dem Moment eher noch ein Lächeln, bevor sie auf das junge Ding zuging und ihre Schnauze gegen ihre schob und einen gurrenden Laut verursachte.

„Spielkind! Was suchst du denn hier? Das Rudel sucht dich doch sicher schon, es ist schon ganz dunkel.“

Tatsächlich schien es um die beiden herum immer dunkler zu werden, während das Wetter irgendwie nicht den Anschein machte, als wollte es sich bessern. Der Wind frischte mit einem Mal kurz auf und zog über Mea hinweg, riss an ihrem weißen Fell und veranlasste die Fähe dazu stolz den Kopf in den Wind zu heben und zuzuhören. Sie hatte es von ihrer Familie; die älteste Wölfin im Rudel nannte es das Heulen der ewigen Wölfe. Sie sagte, man könnte himmlische Götter im Wind heulen hören und so hatten Mea und ihre Brüder oftmals stundenlang im Wind gestanden und gelauscht...zugehört.
Mit einer tiefen inneren Ruhe schlug sie die Augen wieder auf und sah die junge Fähe aus sehr alten Augen an, obwohl sie sicher nicht viel älter war als das quirlige Ding vor sich. Sie erinnerte sie gut an eine jüngere Schwester von ihr, die auch so gewesen war. Manchmal fragte Mea, ob sie auch so „anstrengend“ gewesen ist und jeder im Rudel hatte verneint. Depressiv sei sie gewesen, zog ihr einer Bruder Jochze sie immer auf und meist putzte sie ihn dann in einem spielerischen Kampf herunter und zeigte dem kleinen Träumer, dass sie stärker war als er und er gefälligst nicht so einen Mist reden sollte.

„Wer bist du eigentlich? Mein Name ist Meatala, ich bin eine Wanderin.“

Mea wusste gerne, wer ihr gegenüber stand, auch wenn die junge Fähe sicher keine ernst zunehmende Gegnerin für sie war. Nicht einmal in ihrem geschwächten Zustand, da der Hunger noch immer ziemlich an ihr nagte. Aber schlimmer als der Hunger waren die alten Wunden, die bei ihrem Anblick, den beginnenden Abend und dem kühlen Wind wieder hoch kamen. Shadar, ihr ältester Bruder, bester Freund und eindeutig vernünftigster Rüde aus dem Rudel erklärte ihr einmal, wenn sie mal wieder ihre sentimentalen Momente hoch auf den Klippen über dem Fluss hatten, sie seien geboren um zu herrschen und würden sterben um zu dienen. Manchmal dachte der Rüde in sehr verwirrenden Bahnen und damals hatte Mea ihn nicht verstanden, einfach das Zusammensein genossen und gewartet, dass seine Worte Sinn ergeben würden, so wie immer - doch erst jetzt verstand sie sie.
Mea brauchte ein Rudel. Ohne Rudel würde sie niemals wieder glücklich werden - diese Erkenntnis war wahrlich das schönste Abschiedsgeschenk, dass ihr Bruder ihr hätte machen können und es ließ sie sofort leicht sentimental lächeln.


[spricht mit Sachi/denkt an ihr altes Rudel/stellt sich vor]
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Kartane


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Di Feb 21, 2012 8:42 am

Bist du vom Herzschlag aufgewacht
Jeder Tag ein Tag der etwas Neues schafft
Bist du vom Herzschlag endlich aufgewacht
Endlich aufgewacht

Das Gefühl der rauen Zunge, die über das Fell der weißen Fähe fuhr, verursachte so manche Reaktionen im Körper der Gleichnamigen. Kartanes Atem begann zu stocken und ihr Herz schlug schneller und schneller. Es pochte so laut, dass die Schattenkriegerin sich sicher war, dass der Rüde neben ihr es ganz sicher nicht überhören konnte. Und dennoch war es genau das, was die Wölfin fühlen wollte. Einen Glückstaumel. Nichts anderes. Kartane wollte einfach nur glücklich sein. Glücklich mit Blake und niemand anderen. Als sie dann auch noch seine Stimme vernahm, fühlte sie sich noch wohler. Nein, sie wollte es nicht kalt werden lassen. Sie wollte die Wärme spüren.

Als sie allerdings merkte, wie Blake hektisch hochfuhr, öffnete sie ebenfalls die Augen und sah Sachi auf sich zukommen. Sachi. Ein wunderbares kleines Wesen. Mit einem zu großen Drang, unabsichtlich passende Momente zu zerstören. Mit einem leichten Jaulen schreckte sie auf, als die kleine Schwarze auf ihrem Blake landete. Oh ja. IHREM Blake. Die Fähe fühlte eine unermessliche Eifersucht in sich. Auf eine kleine Wölfin. Wie dumm war sie eigentlich? Sie spürte doch, dass Blake über Sachi entzürnt war, aber warum regte sie sich verdammt noch mal darüber auf? Sie verstand es nicht. Sie verstand sich nicht. Allerdings zwang sie sich dazu, ruhig zu atmen. Mit einem sanften Zucken ihrer Rute legte sie den Kopf schief und sah Sachi hinterher, wie sie sich bereits ihr nächstes Opfer suchte. Dann sah sie Blake mit seinem halbherzigen Lächeln. Halbherzig. Das gefiel der Schattenkriegerin nicht. Also streckte sie den Kopf und fuhr ihm mit der Zunge sanft durch sein Gesicht. Dann sah sie ihn freundlich an.

„Sei ihr nicht allzu böse Blake, sie kann nicht einschätzen, wann sie erwünscht ist und wann nicht. Sie tut das sicher nicht absichtlich“ erklärte sie sanft und drückte sich wieder an ihn. Sie wusste nicht, wie sie ohne ihn auskommen sollte. Wie sie es geschafft hatte, ihr ganzes Leben eine Einzelgängerin zu sein. Wie sie ohne Nähe hatte leben können. Sie liebte es, Blake um sich zu haben. Ihn bei sich spüren zu können. Sollte Kartane sich nun um entscheiden wollen, so war es zu spät. Sie hatte ihr Herz hoffnungslos an ihn verschenkt. Aber Kartane musste zugeben, dass sie ihr Herz nicht wiederhaben wollte. Sie wollte nur den Moment genießen.


Schau dir mal die Welt von oben an
Sie schaut dich mit einem breiten Grinsen an
Jedes Mal wenn es eine neue Stunde schlägt
Bist du es der sich mit ihr dreht

[ bei Blake | sieht Sachi | beruhigt Blake | redet mit ihm ]

_____________


I don't wanna hear the bad news when I was a little girl In front of the mirror I couldn't understand a thing There were tears falling down my cheeks no matter How much, I washed my face, I couldn't wash my soul.

Blake.
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mi Feb 22, 2012 10:07 am

„Spiel ein Spiel – mit mir.
Gib mir deine Hand und
spiel mit mir – ein Spiel.
Spiel mit mir – ein Spiel.
Spiel mit mir – wenn wir alleine sind.“

>Spiekind! Was suchst du denn hier? Das Rudel sucht dich doch sicher schon, es ist schon ganz dunkel. <
Sachis Ohren zuckten und neugierig schnupperte sie an der fremden weißen. Sie war nicht Kartane. Sah aus wie Kartane, ist aber nicht Kartane. Und sie ist auch nicht so wie Kartane oder.. Doch, ein wenig. Sie klang nicht wie Kartane. Aber sie hatte dieselben Worte. Es waren fast schon die gleichen. Genau so hatte Tani auch mit ihr gesprochen. Und gespielt. Sie legte den Kopf wedelnd auf die andere Seite und blieb einen Moment still. Dann, als wohl eine Ewigkeit rumging, da sprach sie endlich: “Ich suche nichts. Sachi sucht heute mal nichts. Und das Rudel sucht Sachi auch nicht. Cabezan sucht Sachi, weil Sachi mit Sharouk und Cabezan verstecken spielt. Sha kam auf die tolle Idee. Verstecken ist wirklich doof. Wenn nicht sogar genial. Aber ich weiss nicht wo Cabe bleibt. Vielleicht hat Sha sich super versteckt, der ist doch so klein. Der kann das.“
Das eine soll ein Redeschwall gewesen sein? Dann hatte Meatala jetzt einen richtigen Redeschwall erlebt. Es waren viele Worte die nur eine Aussage hatten und alles wiederholte sich immer wieder und Stück für Stück. Die Fähe hopste zur Seite und wollte neugierig die weiße umrunden. Einmal angucken und dann wieder vor ihr landen.
Ihr Kopf reckte sich in die Höhe und sie lauschte gespannt. Nein. Cabezan war immer noch nicht im anmarsch. Sie hatte also noch Zeit mit Meatala zu reden.
“Hallo Meatala, ich bin eine Wanderin.“, erwiederte die Fähe kichernd bevor sie freudige Sprünge in die Luft machte und etwas davon hopste. Sie wandte den Kopf zurück und lachte mit den gelb-goldenen Augen die nun nicht so Fremde an. “Sachi, ich heiße Sachi und bin das Freudenfeuer. Sachi bedeutet Kind der Freude – ich bin doch ein Kind der Freude oder? Meine Mama hatte es mir immer gesagt. Sie sagte immer: Sachi, du bist ein Kind der Freude.“ Sie nickte heftigst, dass das Fell nur so wippte und drehte sich wieder herum: “Apropos, kennst du meine Mama und meinen Papa vielleicht? Ich habe meine Familie verloren. Und nicht mehr wieder gefunden. Blake hat leider nicht gesagt ob er sie kennt. Und der Rest hat nur mit mir gespielt. Sie spielen hatte so freudig. Und so toll. Ich hab hier ganz viele Spielkameraden und Freunde. Und du?“


[Meatala im Wald | noch mehr blahblah]
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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Do Feb 23, 2012 4:53 am

Langsam wurde er zu alt für diesen Job, erinnerte sich Mika sarkastisch selbst. Trotzdem, er machte keine halben Sachen. Die Sache mit Blake würde definitiv zu Ende gebracht werden. Da konnten ihn langsam einrostende Knochen und an Regentagen schmerzende Gelenke nicht daran hindern. Das Volk schwieg erst einmal für einige Augenblicke und Mika ließ sie gewähren. Sie sollten ihre Gedanken in ihren mickrigen Gehirnen ruhig ein wenig ordnen. Sehr viel erhoffte er sich tatsächlich nicht. Die dummen Gläubigen und die Feigen würden bei Blake bleiben und ihre Ohren gegen sein Wort versperren. Doch jene, die nur ein wenig zweifelten, sie würden ihm Recht geben, da war er sich sicher. Er würde ihnen die Zeit lassen, die sie brauchten, wenn es nur nicht zu lange dauern würde. Der Erste, der sich rührte, war genau der, den Mika am wenigstens in seinen Plan verstrickt haben wollte, weder auf der einen, noch auf der anderen Seite. Namid, der Altwolf, auf den eigentlich das ganze Rudel einschließlich des Alphas hörte. Wenn er zu viel quatschte, konnte das negative Auswirkungen auf seinen Plan haben, auch wenn der Wolfshybrid bezweifetle, dass er das nicht hinbiegen können würde. Neutral beobachtete Mika, wie Namid immer näher auf ihn zugehumpelt kam. Die letzte Option war immer noch, das Töten des Zehnjährigens, jedoch wollte sich Mika diese Aktion leiber ersparen. Auch wenn es verlockend war, den alten Ziegenbock endlich loszuwerden. Auch wenn der Ältere noch so sehr geschwächt war, sah man ihm doch an was er von seiner Rede hielt. Mit gesträubten Nackenfell und hochgestellten Ohren knurrte er Mika feindselig an. Dieser blickte nur unbeeindruckt zurück. Ein kühles Lächeln glitt über seine Leftzen und er nickte bedächtig auf die Worte des Alten. Spott war keine Lösung, so gern er ihn auch benutzt hätte. Er musste die Farce wenigstens ein bisschen aufrecht erhalten. Sonst würde sich ihm kein einziger Wolf anschließen und das wäre natürlich ein wenig dumm.

"Hier geht es nicht um mich, Namid. Hier geht es um dsa Rudel."

Entgegnete er nur sachlich und zeigte keine Zeichen von Aggression, nur seine Rute wanderte ein klein wenig höher. Doch als der Altwolg wieder weggedackelt war, legte sich das auch. Von den hinteren Rängen, neben ihm Samir, erhob sich die Stimme v on Raziel, dem wahrscheinlichst größten Dummkopf und Schwafler des ganzen Rudels. Wenn er nur seine hässliche Fratze sah, dann hatte er schon keine Lust ihm zuzuhören. Doch irgendwie musste er es ja doch, auch wenn ihn seine geringe Intelligenz schrecklich irritierte.

"Sie sind nicht sinnlos, Raziel. Wenn du zugehört hättest und dich nicht kindisch vor allem verschließen würdest, könntest du den Sinn erkennen." Hm. Scheinbar hatte er es doch nicht ausführlich genau erklärt, dabei war es schon die Version für Minderbemittelte gewesen. Naja, dann eben nicht. "Der Fakt, dass er glaubt immer für uns das Beste tun zu wollen liegt weit entfernt von dem was richtigerweise zu tun würde.", ergänzte er knapp. Er hatte das schon genug erläutert. Der braune Rüde nervte. Nicht einmal sprechen konnte er richtig! "Außerdem heißt es 'ein gerechter Alpha' und nicht 'ein gerechtes Alpha'." Bevor er sich mit Mika anlegte, sollte er erst einmal Sprechen lernen!

Als er über Kovu sprach erschien ein blass spöttisches Lächeln auf seinen Leftzen und die dunklen Augen blitzten in dem seltsamen Licht der Ironie auf. "Raziel. Ich habe nichts anderes gemacht, als was du an Abla getan hast. Wir sitzen im selben Boot, nun... Nur was diese Sache anbetrifft.Damit war die Sache für Mika beendet, er durfte sich nur noch eine abfallende Bemerkung gefallen lassen. Er konnte die Möglichkeit, Raziel in den Dreck zu ziehen einfach nicht auslassen. Seine Dummheit war einfach herausragend hoch.
"Nun, ich habe es nicht nötig ein Gespräch auf diesem Nivaeu zu führen, wie du es gedenkst, Raziel. Hat noch jemand etwas bedeutendes zu sagen, was er in einer angemessenen Tonlage und Wortwahl außerdem richtiger Grammatik ausdrücken kann?"
Mit dieser Frage ließ er seinen Blick wachsam, aber nun ohne jeglichen Spott über das Volk schweifen. Namid und Raziel wären die ersten die er töten wollte. Nein, Raziel noch eher als Namid. Er nervte mehr, auch wenn Namid gefährlicher für ihn sein konnte, denn er besaß mehr Einfluss.

Der Wolfshybrid nickte Nuran zu, als er sich wie erwartet als erster neben ihn stellte. Wenn es noch andere mindestens ein bisschen intelligente gab, würden sie sich jetzt wohl eher hervortrauen, da der Erste das Eis bereits gebrochen hatte. "Dankeschön, Nuran.", sagte er anerkennend auf die Worte des Dunklen, auch wenn er es nie und nimmer so meinte. So intelligent war dieser kleine Schwärzling jetzt auch wieder nicht. Aber man konnte ihn gut für bestimmte Sachen gebrauchen, da war er sich sicher. Dann fiel sein Blick auf den zweiten, der sich aus der Menge des gemeinen Volkes löste und auf ihn zuhielt. Das nachtschwarze Fell spielte im Dämmerlich hübsch, während sich die Muskeln darunter bewegten. Triumph erfüllte Mika und er lächelte Samir zu, ihn willkommenheißend. "Ich habe geahnt, dass du meine Worte verstehen würdest.", bemerkte er kurz, dann ließ er seine pechschwarzen Seelenspiegel auch wieder weitergleiten. Blakes Bruder war bei ihm, er war ein wichtiger strategischer verbündete. Außerdem war er intelligenter als der Durchschnitt und muskulös.


{ bei Nuran & Samir }

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the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Fr Feb 24, 2012 2:39 am

    Irgendwie vermochte ihm die aktuelle Situation gar nicht zu gefallen. Es war im Grunde ziemlich langweilig. Mika hörte er nur halbherzig zu und verfolgte das Schauspiel mehr als nur gelangweilt. Gefühlsdusselei war ja wohl das, dass Nuran am aller erbärmlichsten fand. Aber vielleicht könnte ihn diese aktuelle Lage und die Spannung welche in der Luft lag noch zu gefallen beginnen. Mika stellte sich intelligenter dar als der Rest und schien zumindest einen guten Wortschatz zu pflegen, so hatte er Raziel selbst ohne weiteres in seine Schranken gewiesen und wenn der Schwarze nicht dumm war, würde er einfach einen Rückzieher machen. Eben genau dem Volk das Nuran so auf die Nerven ging und welches er aufjedenfall nicht vermissen würde gehörte Raziel an. Die Welpen, Blake, die Jungwölfe und einfach alle waren mittlerweile ziemlich uninteressant geworden... Doch lange widmete Nuran sich nicht seinen Gedanken als plötzlich eine weitere Gestalt aus dem Rudel empor trat und sich auf die Seite der Beiden oder besser gesagt Mika stellte. Die Muskeln bewegten sich unter dem schwarzen Pelz und machten einen starken Eindruck, stärker als Nuran ihn eigentlich einschätzte. Das sah ja Mal alles andere als gut aus. Ausser ihm waren aktuell nur ältere Wölfe dabei. Mika war wohl auch nicht mehr der Jüngste und das würde auf Dauer bestimmt alles andere als gut enden. Hoffentlich würden sich noch ein paar jüngere dem Rudel anschliessen von Nurans Altersklasse. Die Älteren waren zwar erfahrener, aber dafür langsamer und schwächer, was wohl auf der Jagd nicht vorteilhaft sein würde. Aber zumindest war er nun diese dummen Welpen los, Moment Mal... War der Schwarze nicht eigentlich ihr Vater? Wie hiess er noch gleich, ach ja Samir. Weshalb verriet er denn bitteschön seine 'Familie'? Die Augen des Älteren waren kalt und brachten Nuran zu keiner Antwort. Aber nun gut... Auch egal. Eigentlich interessierte es ihm auch herzlichst wenig er würde sich ungemein nicht sonderlichen mit ihnen aufhalten, genauso wie zuvor auch. Dazu fehlte es ihn einfach an Interesse.
    Wer sich wohl noch auf ihre Seite schlagen würde, nun wo Nuran den ersten Schritt gewagt hatte und sogar ein zweiter gekommen war?


[ MIKA && RAZIEL && SAMIR]
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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa Feb 25, 2012 2:06 am

~ Wake me up
Wake me up inside
I can't wake up
Wake me up inside
Save me…
~


    Sie hatte ihn verloren. Wie lange schon? Sie wusste es nicht.
    Es kam ihr wie ein anderes Leben vor, dass sie neben ihm gelegen war. Seine Nähe und seine Wärme gespürt hatte. Viel zu schnell hatte sie ihm ihr Herz gegeben. Vollkommen gegen jede Vernunft. Jung und unerfahren wie sie gewesen war. Jetzt… jetzt war das alles weg und tief in ihrem weinenden Herzen wusste Myla das. Und Samir ebenfalls. Sie waren sich fremd geworden. Wenn sie ihn ansah, seine schwarze Gestalt erblickte, tat das nur mehr weh. Woher genau dieser Schmerz kam, wusste sie nicht. Sie wollte einfach nur… dass er wegging. Dass sie das alles hinter sich lassen konnte. Sie hatte sich um zwei Welpen zu kümmern und wenn deren Vater nichts mit ihnen zu tun haben wollte… in Ramylas Augen fing sich kurz das letzte Abendlicht. Fing sich in einer Träne, die verschwunden war, als die Beta das nächste Mal blinzelte.
    Hatte Kimba etwas erwidert? Ramyla wusste es nicht. Sie konnte sich auf nichts mehr konzentrieren. Nur in ihrem innerlichen Chaos ertrinken. Und nach außen hin… einfach nur abwesend wirken.

"Verehrte Fähen und Rüden, verehrte Heaven Wolves. Ich bitte euch um einige Minuten der Aufmerksamkeit."

    Was zum…?!
    Nur langsam kam Mylas Blick ins Hier und Jetzt zurück. Der Kopf der Fähe wandte sich leicht und sie starrte hinüber zu demjenigen, der die Stimme erhoben hatte. Mika. Mika. Eine Mischung aus Hass, Verachtung und Angst stieg in ihr hoch. Angst? Egal. Sie war für jede andere Emotion dankbar als diese abgestumpfte und trotzdem schmerzende Hoffnungslosigkeit. Und sie machte nicht den Fehler, den Hybriden zu unterschätzen. Die Bernsteinaugen ruhten auf dem großen Hundswolf, dem Omega, dem Teufel höchstpersönlich. Wahrscheinlich schlugen Mylas Gefühle gerade so hoch, weil sie völlig durcheinander waren. Still blieb sie liegen, den eher leeren Blick auf Mika.
    Nur langsam sickerten seine Worte zu ihr durch und wirbelten dort erneut die Gefühle Ramylas umher.

"Die Schlüsselrolle ist hierbei die Rudelführung. Und auch genau über diesen Punkt möchte ich reden…"

    Nach außen hin blieb Ramyla viel zu unbewegt, innerlich zuckte sie zurück und sank in sich zusammen. Schuldgefühle fielen über sie her und schienen sie bei lebendigem Leibe abzunagen. Sie wusste, irgendjemand musste Mika aufhalten. Irgendjemand… Der Wolfshybrid war viel zu gefährlich. Doch Myla hatte nicht die Kraft, sich zu irgendetwas aufzuraffen. Sie wusste, dass das mehr als egoistisch war. Es ging um das Rudel und sie dachte nur an sich selbst und ihre dummen Probleme. Aber… aber sie konnte einfach nicht. Sie konnte nicht mehr. Unbarmherzig sprach Mika weiter. Zwischendurch kamen noch Funken Leben, kam Hass in Mylas Augen. Wie konnte er so über Blake reden…? Gut, Blake war oft zu nachsichtig. Aber er war gerecht. Und er war… er war ihr Freund. Oder? War Blake das? Nicht auch noch das. In Mylas Kopf war schon viel zu viel.
    Wie leblos lag die Wildfarbene auf dem Boden, als Mika geendet hatte. Hörte nichts mehr. Sah nichts mehr. Wollte hier weg… Sie fühlte sich, als würde sie fallen. In eine endlose Tiefe. Unten würde sie niemand auffangen. Sie musste nur warten, bis sie aufschlug. Aber endlose Tiefe hatte kein Ende… keinen Boden, auf dem sie aufkommen und zerschmettern konnte.

~ I can't feel the senses
I just feel the cold
All colors seem to fade away
I can't reach my soul.
~

    Sie bekam nicht mit, wie die anderen reagierten. Es war ihr auch gleichgültig. Doch dann hob sie doch wie aus einem unbewussten Impuls noch einmal den Kopf. Suchte die dunkle Gestalt. Fand sie.
    Die Blicke des schwarzen Engels und der Fähe mit den leeren Augen trafen sich kurz. Dann schloss Myla die Augen. Es gab nichts mehr in ihr, das wirklich geschockt sein konnte. Beinahe, als hätte sie es geahnt. Das war der endgültige Schlussstrich, der sie von ihrem Engel trennte und es war, als würde das lautlose Flehen ihres Herzens jäh verstummen. Als würde… ihr Herz verstummen. Aufhören, zu schlagen. Sterben. Loslassen…
    Ramyla erhob sich. Ihre Läufe zitterten, ihre Bewegungen schienen nicht von ihr selbst gesteuert zu werden. Kalucy hatte sie in den Fang genommen. Die Augen waren noch geschlossen. So stand die Beta einen Moment da. Das Fell hatte jeden Glanz verloren. Ein gebrochener Schatten. Langsam wandte sie sich um.
    Und rannte los.

~ Tell me I'm frozen
But what can I do?
Can't tell the reasons
I did it for you.
~

    Weg. Weg… Fort von hier. Fort vom Schmerz. Rennen. Immer schneller. Loslassen. Sich fallen lassen.
    Aufschlagen.


[bei Kimba / flüchtet jetzt vor all dem Chaos (mit Kalucy)]
Zitat :
Bring Me To Life ~ Evanescence
&&
Frozen ~ Within Temptation

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Blake


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa Feb 25, 2012 1:46 pm

Noch immer verärgert über Sachi zuckte der große Rüde mit dem Ohr. Kartane schien Sachi sehr zu mögen und Blake war sich sicher, dass es wegen der kleinen Schwarzen noch zu großen Streiten kommen würde. Doch jetzt nicht. Kartane versuchte ihn zu trösten und fuhr mit ihrer Zunge durch sein Gesicht. Automatisch hob sich die Laune des Grauen und er drückte seine Schnauze in das weiche Fell der schönen Fähe. Wie gut sie doch roch. Und wie schön sie war. Blake hätte sich wirklich ohrfeigen können, dass er die Nähe zu Kartane so zuließ. Eigentlich durfte er das gar nicht. Doch drängte er diese negativen Gedanken in den Hinterkopf und blickte Kartane aus seinen Bernsteinaugen an. Als sie meinte, dass Sachi dass alles nicht mit Absicht tat, zuckte er gleichgültig mit den Schultern und blickte sich um, um die schwarze Fähe zu suchen, die schon wieder irgendwo hingesaust war. In diesem Moment drückte Kartane an sich und Blake fühlte sich kurz unbeweglich. Schließlich entspannte er sich wieder und blickte auf die Weiße hinab, die sich so vertrauensvoll an ihn drückte. Sein Herz lachte wahrscheinlich vor Glück und Freude, während Blake von Außen noch immer relativ distanziert war. Doch vielleicht sah man an seinen leuchtenden Augen, dass er die Nähe der Weißen alles andere als ablehnte.

“Nein … wahrscheinlich nicht.“,

murmelte der Graue und wusste gar nicht mehr so genau, was er eigentlich hatte sagen wollen. Doch zu weiteren Überlegungen kam es erst gar nicht. Als er wieder den Blick hob musste er mit angesehen wie der Knochensack Mika sich auf den Alphafelsen schwang. Sofort kroch der Hass in ihm wiederhoch, der in den letzten Tagen, wo Mika sich so ungewohnt ruhig verhalten hatte, etwas abgenommen hatte. Was hatte der Wolfshund auf dem Alphafelsen verloren? Oh, Blake ahnte es schon. Alleine schon wie der Altwolf seine Rede begann, löste in Blake fast Brechreize aus. Er hatte Mika nie vertraut, doch was er jetzt lieferte ... wieso hatte er nicht schon vorher damit gerechnet? Der Rüde hasste sich dafür gerade selbst. Aber am allermeisten hasste er immer noch Mika. Blakes graues Nackenfell sträubte sich gereizt und er baute sich zu seiner vollen Größe auf. Wie konnte sein Feind nur so lügen? Als läge ihm etwas an dem Rudel. Angewidert ertrug Blake die Worte des Alten und ein gehässiges Grinsen legte sich auf seine Lefzen. Alles was der Altwolf sagte war gelogen. Vermutlich hatte er sich die ganzen Tage seine Worte zurecht gelegt, um nun diese Rede zu halten. Das war doch alles absurd. Wie konnte ein Wolf nur auf eine solche Idee kommen? Dennoch trafen ihn die Worte. Sie stellten ihn bloß, zeigten ihm ganz deutlich seine Fehler. Bevor er weiter reagieren konnte, erhob Namid sich wieder. Der treue, gutherzige Namid. Er verteidigte Blakes Position und das rührte den Grauen wirklich. Also stand sein Rudel hinter ihm. Doch die Angst, einige zu verlieren wuchs, ebenso wie die Empörung über Mikas Rede. Als auch Raziel anfing zu reden, blickte Blake Kartane kurz an, in den Augen noch immer Wut und begab sich zum Alphafelsen. Dies war sein Platz und nicht Mikas. Nur er hatte das Recht, dort zu stehen. Mit einem Sprung erklomm er den Felsen und ließ seinen Blick schweifen. Er würde Mika die Stirn bieten, ja das würde er! Dennoch versetzte es ihm einen Stich, als Samir sich aus der Menge erhob und auf Mika zuging. Als erstes hoffte Blake noch, dass er den Altwolf nur angriff, doch eigentlich wusste er, dass diese Hoffnung vergeben war. Still sah er mit an, wie sein eigener Bruder seinem größten Freund nachlief. Doch darum würde er sich später kümmern. Zuerst musste er seinen Rang verteidigen.

"Erst einmal ... vielen Dank für deine Rede, Mika. Wie es scheint, hast du sehr lange gebraucht, um dir diese Worte zurechtzulegen. Es ist wirklich erfrischend zu hören, dass du dir scheinbar solche Sorgen um mein Rudel machst, zudem du eigentlich nicht dazu gehörst. Sei doch ehrlich. Als würde dir etwas an diesen Wölfen hier liegen, Mika, als würdest du dich für ihr Wohl interessieren. Und dafür, dass wir so eine große Zahl sind, geht es so ziemlich allen gut ... trotz meiner so schlechten Rudelführung, die du wirklich ausführlich beschreibst."

Blake blickte sich erneut um und versuchte die Wut und die Trauer wegen dem Verschwinden seines Bruders zu unterdrücken.

"Mika will ein Rudel mit Regeln. Die Frage ist nur, wieso hat er sich dann nicht auf die Suche nach einem gemacht, da hier ja seiner Ansicht nach keine herrschen? Auf einmal will er etwas verändern, will mich stürzen, zum Wohle des Rudels? Mir persönlich kommt dieser Entschluss sehr plötzlich. Denn eigentlich müsste jeder hier wissen, dass Mika es mit den Rudelmitgliedern nicht gerade gut meint. Und jetzt ... auf einmal schon. Ziemlich merkwürdig. Aber wir werden sehen, ob dieses Rudel unter die Hunde geht, wie du es so schön bezeichnest, Mika. Wer dir folgen wird, hat seine Entscheidung getroffen. Als Alpha werde ich es akzeptieren - doch glaubt nicht ihr könnt mit einer Pfote in dem einen und mit der anderen in dem anderen Rudel stehen."

Seine Augen hefteten sich auf Samir. Blake war sich sicher, dass er seinen Bruder für immer verloren hatte. Samir war nicht so, dass er sich immer um entschied. Und es war schon seit langer Zeit so, dass der Schwarze sich immer mehr weggelebt hatte. Obwohl Blake damit hätte rechnen müssen, schmerzte ihn dieser Verlust und zerstach ihm das Herz aus Schuldgefühlen. Vermutlich wohl nicht so schlimm wie bei Ramyla, aber ... wo war die Beta überhaupt? Sie war nicht da. Leichte Enttäuschung flackerte in den Bernsteinaugen des Rüden auf. Wenn man jemanden brachte, war er nicht da. Aber damit musste er jetzt wohl leben. Er hob den großen Kopf wieder und trat näher an den Rand des Alphafelsens.

"Die Himmelswölfe werden nicht der Vergangenheit angehören und dafür werden wir sorgen! Alleine durch Kalucy und Sharouk, in denen das Himmelsblut ihres Vaters fließt, wird es sie weitergeben. Die Heaven Wolves werden leben und das habt ihr bis jetzt auch bewiesen! Also lasst euch nicht den Kopf von einem alten Rüden verdrehen, der schon lügt, wenn er das Maul aufreißt.",

endete er und unterstrich seine Worte mit einem Knurren. Schließlich legte sein Nackenfell sich wieder ordentlich und mit einem eleganten Sprung verließ er den Alphafelsen. Er wandte sich an Namid und Raziel.

"Ich danke euch, für eure Worte, meine Freunde. Ich schätze das sehr."

Freundlich nickte er den Beiden zu und ließ sich in ihrer Nähe auf die Hinterbeine gleiten. Ein tiefer Atemzug aus Wut, Hass und auch Angst vor dem Zusammenbruch seines Rudels fuhr auf ihm heraus. Irgendwie würden sie das auch überstehen. Auch ohne Samir.


[Reagiert auf Mika || Bei Raziel & Namid]

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Shakey liebt die Milkakuh und das Kartane ♥️.
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Samir


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   So Feb 26, 2012 3:00 am

Jenes Gefühl, dass Samir gerade umgab, konnte er nicht beschreiben. Er fühlte sich frei und zugleich eingeengt. Ramyla war mit Kalucy weggelaufen und er wusste nicht, was er davon halten sollte. Er konnte nur den Kopf schütteln über die Fähe, die eigentlich seine Gefährtin gewesen war. Früher hätte sie sich wahrscheinlich vor ihm und Mika aufgebaut, ihn angeschrien und dafür hätte er sie geliebt. Doch dass sie jetzt das Weite suchte bestärkte ihn nur in seinem Gefühl, dass Ramyla eine naive und dumme Fähe war und er sie nicht weiter lieben konnte. Er atmete tief ein und blickte schließlich kurz zu Blake, der tapfer versuchte seine Position zu verteidigen. Ein Alpha, der von einem rangunteren Rudelmitglied diskriminiert wurde hatte es, Samirs Meinung nach, zu nichts gebracht. Also ignorierte er Blake und tat, als würde es ihn nichts angehen. Und mittlerweile ging ihn das ganze Rudel tatsächlich nichts mehr an. Natürlich war er weiterhin der Vater von Kalucy und Sharouk, daran würde sich nichts ändern, selbst wenn er es anders wollte, doch die anderen hier konnten ihm egal sein. Abgesehen von Jazuac und Raziel konnte er sie ohnehin alle nicht leiden. Doch Jazu war weg und das stimmte den Schwarzen ungemein traurig. Er hatte die Kleine Fähe sehr gemocht, ihre Entschlossenheit, ihn bei einem Kampf zu besiegen und ihre Worte, als sie ihn versucht hatte zu trösten. Sie war so etwas wie seine beste Freundin gewesen, hatte ihn zum Lachen gebracht, was normalerweise keiner schaffte. Doch nun war sie weg und er musste auch sie vergessen, genau wie Raziel und Ramyla. Sie wanderten nun auf zwei verschiedenen Pfaden. Und Samir war sich sicher, dass sein Pfad, den er mit Ramyla, seinen Welpen und all den anderen Heaven Wolves geteilt hatte, in den Untergang führte, wenn er sich nicht auf einen anderen kämpfte. Und jetzt war er hier, ging auf Mika zu, der ihm entgegen lächelte. Samirs Mimik blieb hart und unterkühlt. Sein Blick legte sich kurz auf den anderen Schwarzen, Nuran und musterte ihn. Ein starker Gegner, mit Sicherheit, aber ohne Intelligenz. Nuran schien ein einfacher Mitläufer zu sein, der sich bei einer brenzligen Situation schneller in Sicherheit brachte, als die anderen bellen konnten. Samir beschloss, Nuran nicht für voll zu nehmen und ihn bei den unwichtigen Wölfen einzuordnen. Endlich wandte er sich Mika zu, der vor einigen Sekunden etwas gesagt hatte. Samir zuckte gleichgültig mit den Schultern.

"Jeder hier hat deine Worte verstanden. Sie weigern sich nur, richtig zuzuhören.",

antwortete er mit monotoner Stimme und blickte Mika kalt aus seinen hellen Augen an. Nein, er mochte Mika nicht. Seine Art war nervig und außerdem gefiel es ihm nicht, wie hasserfüllt er Raziel anblickte. Niemand würde seinem besten Freund was tun. Selbst wenn Samir persönlich dafür sorgen musste. Natürlich ging die Freundschaft wahrscheinlich jetzt nur noch von ihm aus, da Razi es wohl nicht sehr gut finden würde, dass Samir sich nun auf Mikas Seite begeben hatte, doch trotzdem wäre dieser Tod unnötig. Der Schwarze blickte ein letztes Mal das Rudel der Himmelswölfe an, ehe er sich wieder Mika zuwandte. Was hatte der Altwolf nun vor? Blake stürzen und selbst Alpha werden? Das würden die anderen nicht zulassen, da war er sich sicher. Niemand von ihnen würde auf Mika hören wollen. Oder doch ein paar? Kimba war noch kein unbedingt fester Teil der Gemeinschaft und auch Lonato würde vielleicht zwischen die Grenzen geraten. Namid wäre ein Problem. Ein Altwolf war zu großen Worten fähig und mit seiner weisen Überredenskunst schaffte er es mit Sicherheit, sie alle dazu zu bringen, Blake mit allen Mitteln zu verteidigen. Es würde nicht leicht werden. Seine Ohren zuckten leicht nach hinten, als er wieder an Ramyla denken musste. Obwohl er es nicht wollte, fragte er sich wo sie nun war und wie es ihr ging. Außerdem stach noch ein weiteres Gefühl heraus. Die Eifersucht darüber, dass sie nun viel mehr Zeit mit Blake verbringen würde. Oh, wie er seinen Bruder dafür hasste. Die ganze Zeit über hatte Ramyla immer zu Blake gehalten, egal was kam und Samir hatte leise vor sich hin gekocht. Doch damit würde jetzt endgültig Schluss sein. Ramyla war vergessene Welt. Wenn er wollte, würde er eine viel bessere Fähe finden. Aber wollte er denn überhaupt.

(Wir werden sehen, wer kommt und wer geht.)

Nochmals atmete er aus und wischte ungeduldig mit der Rute über den Boden. Er wollte endlich weg von hier, er wollte diese ganzen Wölfe nicht mehr sehen. Diese ganzen, fremden Wölfe.


[Bei Mika & Nuran]

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Gestern stand ich noch am Rande des Abgrunds.
Heute bin ich schon einen Schritt weiter.
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Kalucy


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Di Feb 28, 2012 6:28 am

~ You're crawling and falling 

But no one hears you calling 

When you're in a world of glass…
~


    Etwas war nicht richtig.
    Der kleine Welpe wusste nicht, was es war, aber irgendetwas gab ihr das Gefühl, dass etwas ganz und gar nicht stimmte. Die Augen geschlossen kuschelte Kalucy sich an ihre Mutter, suchte nach Geborgenheit. Und fand sie nicht. Ihre Mutter war körperlich anwesend, Kalu spürte die Wärme ihres Fells, doch fehlte das Gefühl, beschützt zu werden. Verwirrt blinzelte der Welpe und blickte zu seiner Mutter auf. Sie war traurig. Sehr traurig. Das spürte Kalucy und es machte ihr Angst. Vorsichtig huschte der Welpenblick weiter, über die Wölfe des Rudels. Die Kleine kannte viele davon noch nicht richtig. Sie war nicht so aufgeschlossen wie Sharouk, der auf jeden Wolf wie auf einen alten Freund zulief. Doch einen dieser Wölfe kannte sie gut… zumindest aus der Ferne. Vom Sehen. Der schwarze, große Rüde. Mama mochte ihn sehr. Doch kam es Kalucy so vor, als würde er sie nicht wirklich mögen und das verwirrte die kleine Schwarze. Wie konnte man Mama nicht mögen? Manchmal beobachtete sie den schwarzen Wolf. Ihre Mama hatte gesagt, das wäre ihr Papa. Kalucy hatte es nicht verstanden, aber nicht gewagt, nachzufragen. Sie kannte den riesigen, schwarzen Wolf eigentlich nur als Schatten, der ihr Respekt und sogar Angst einflößte.
    Sie benahm sich wie ein Babywelpe und das wusste sie. Dabei war sie nun 1 1/2 Monde alt. Betrübt ließ sie die schwarzen Ohren hängen. Sie wäre gerne ein bisschen mehr so wie Sha. Sehr gerne. Doch im Moment war sie kaum fähig sich zu rühren. Eine Spannung lag in der Luft. Etwas Unheilvolles. Da war diese Stimme gewesen… eine Stimme, die sie nicht zuordnen hatte können. Die Worte gesagt hatte, die sie nicht verstand. Oder war das nur ein Traum gewesen?
    Die Welpenaugen ruhten immer noch auf dem großen, schwarzen Wolf. Samir hieß er, soweit sie wusste. Der Schwarze schritt voran, blickte kurz in ihre Richtung… und trat zu einem Wolf, den ihre Mama nicht mochte. Kalucy hatte sich dessen Namen gemerkt, weil ihre Mutter ihr eingebläut hatte, diesem Rudelmitglied immer fern zu bleiben. Mika. Es war nicht gut, dass Samir zu Mika ging, das verstand Kalucy. Aber viel mehr auch nicht. Sie spürte nur, dass ihre Mutter, an die der Welpe sich immer noch gedrängt hatte, noch trauriger wurde. Das war nicht richtig. Das war irgendwie alles nicht richtig…
    Leicht erschrocken weiteten sich Kalucys Augen, als sie ohne Vorwarnung hochgehoben wurde. Das hatte Mama lange nicht mehr gemacht; sie hatte gesagt, Kalu wäre nun zu groß dafür. Es erinnerte die Schwarze an diesen Tag, an dem alles gewackelt hatte. Mama rannte los und der Welpe spürte, wie sie zitterte. Erstarrte beobachtete Kalucy, wie die Welt an ihr vorbeizog und schloss dann die Augen. Erst, als sie plötzlich wieder Boden unter den Pfoten spürte, blinzelte sie wieder und suchte den Blick ihrer Mutter. Doch die Wölfin hatte sich am Waldboden zusammengerollt und zitterte nur mehr. Niemals hatte Kalu ihre Mama so gesehen. Verschreckt fiepend stupste sie die zusammengebrochene Fähe mit der kleinen Schnauze, es kam jedoch keine Reaktion auf ihr verstörtes Winseln.
    Schließlich rollte sich der Welpe zu einem schwarzen, kleinen Fellbündel neben der zitternden Wölfin zusammen und war still. Versuchte, ruhig nachzudenken. Sie musste Hilfe holen. Sie musste jemanden suchen, der ihrer Mami helfen konnte - Kalucy konnte das nicht. Kalucy war nur ein Welpe. Sie brauchte einen größeren Wolf.
    Nachdem die Kleine zu diesem Schluss gekommen war, rappelte sie sich etwas unsicher auf den Pfoten auf und blickte sich um. Es wurde immer dunkler und Kalu bekam einen Moment wieder Angst. Aber sie brauchte Hilfe. Mama brauchte Hilfe. Also tapste der Welpe los - aufs Geratewohl. Sie war sich nicht mehr sicher, aus welcher Richtung sie gekommen waren, doch war sie es gewohnt, sich auf ihr Gefühl zu verlassen. Das hatte ihr schon oft den richtigen Weg gewiesen. Die kleine Schwarze suchte sich ihren Weg zwischen den Bäumen hindurch, über den Waldboden. Legte den Kopf in den Nacken und blickte zum sich verdunkelnden Himmel hoch, den sie durch die Baumkronen erkennen konnte. Unbewusst hielt sie nach dem Mond Ausschau, wie nach einem alten Freund, der ihr den richtigen Weg zeigen konnte. Zurück zum Rudel. Onkel Blake wusste sicher, was zu tun war…
    Da Kalucy nicht wirklich darauf achtete, wohin sie lief, musste es wohl kommen, wie es kommen musste: Sie stolperte gegen etwas, das sie zurückschubste, sodass sie auf dem schwarzen Hinterteil landete. Nein, nicht gegen etwas. Gegen jemanden. Erschrocken blickte der dunkle Welpe zu einem fremden, weißen Wolf auf. Unfähig, sich zu rühren, winselte sie nur etwas kläglich und drückte sich auf den Boden. Irgendwo in ihrem Kopf war der Gedanke, dass ihr ja vielleicht dieser Fremde helfen konnte, doch im Moment war Kalu nicht einmal zu fähig, ein verständliches Wort herauszubringen - geschweige denn den Weißen um so etwas zu bitten.



[irgendwo im Wald; erst bei Myla, trifft auf Azzardo]
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Raziel


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Di Feb 28, 2012 8:03 am

Was ist wenn es für dich alles ändert? Was würdet du tun? Was würdest du tun, wenn du Welt nicht mehr verstehst? Wie würdest du fühlen? Würdest du überhaupt noch denken oder nur das eine. Raziel verstand nichts mehr, gar nichts mehr. Er verstand die Welt einfach nicht mehr, warum musste ihm das passieren? Warum musste sich jetzt so alles wenden, warum verdammt nochmal. Er wollte jetzt den Grund finden! Er wollte den Grund finden, durfte er keine solche Art Freundschaft empfinden durfte er nicht, einen Freund haben? Durfte er das nicht? Ganz toll, echt ganz toll. Traurig schaute der Rüde zu Samir, der sich entschuldigte und die Schnauze gegen seine Schulter drückte. Eine Welt für Raziel zerbrach, er hatte jemanden verloren dem ihm wichtig war. Er hatte ihn verloren, an einen Bastard. Die Wut ihn im stieg, er wollte diesen elenden Mischling den Gar ausmachen. Nur diesem hatte er dies zu verdanken, er wollte diesen Mika elend in seinem Blut sehen. Er wollte ihm zwischen seinen Fängen sehen, er wollte ihn hier und jetzt zu strecke bringen. Rachegelüste steigen in dem Rüden auf, der Braune unterdrückte es einfach den Rüden auf den Alphafelsen in die Kehle zu beißen und alles sein Ende hatte.

Aber er wand sein Blick zu Samir, sein Blick war voller Trauer und auch ein Hauch der Hoffnung das er je zurückkam. Er wollte seinen Freund zurück, er war der einzige mit dem er sich über alles reden konnte. Er war es mit wem er sich wie ein Jungwolf fühlte. Vielleicht eines Tages, aber er würde trotzdem sein Freund sein, nein Raziel konnte sich nicht von der Freundschaft trennen. Sie würde bestehen, auch wenn das hieße das Samir nicht mehr zu ihrem Rudel gehörte. Freundschaft ist ein Teil des Leben und würde nie so leicht zerbrechen, wenn es ging das man jemanden so nahe war. Samir konnte Raziel wie sein Bruder vergleichen, den er nie hatte. Er schloß kurz seine Augen um die Wirklichkeit zu realisieren, zu verarbeiten was gerade passiert war. Er wollte dies einfach nicht alles war haben, er konnte ein traurigen Ruf in seinem Inneren hören. Wie sein Inneres sein Kopf hob und eine traurige Melodie sang.

Seine Ohren zuckten, seine Ohren drehten sich dessen Richtung welcher er war nahm. Er schaute Nuran an, seine Augen spiegelten nichts wider. Er wollte diesem Abschaum auch kein Wort gewähren, er wollte diesem nichts erwiedern. Dieser Abschaum würde sehen, wohin er kommen würde, doch ein kaltes Grinsen konnte er sich nicht verkneifen und musste doch ein paar Wörter los werden
„Hey, na wie ist es den kleinen Gehilfen von Mika zu spielen Nuran? Toll nicht war? Tja, Abschaum gehört zu Abschaum Nuray, nicht war?“
Dann erklang wider eine Stimme und Raziel war einfach nicht er selbst, irgendwas anderes nahm seinen Platz ein.
Er schaute zu Mika und schenkte diesem nur ein spöttisches Lächeln
„Oh werter Mika, ich entschuldige mich für meinen Fehler. Wo wir von Fehlern reden Mikalein, ich glaube ich bin nicht der einzige der welche macht. Nicht wahr Alterchen? Und reiß nicht so dein Schandmaul auf, Bastard einer Hure. Vergleich mich nicht mit dir, ich habe nicht aus Spaß getötet, weil es gerade eine schöne Gelegenheit sich da bot. Nein, ich handelte weil es sein musste, nicht aus Blutdurst, nein um jemanden zu erlösen. Niemand würde sich so ein Tod unter einen Felsen wünschen und ich glaube auch du nicht. Das wars von meiner Seite, ich hoffe du hast mich Verstanden oder gar gehört. Denn bei deinem Alter, hm da weiß man ja nie. Nun ich will mich nicht mehr mit Abschaum abgeben, ich hoffe du verstehst das.“
Und schon wand er seinen Blick ab und schaute zu Blake, der vorhin noch seine Rede hielt und sich zu ihnen gesellte. Raziel nickte dem Rüden zu und schenkte ihm ein Lächeln, in das Wärme lag wie auch in seinen Augen.
„Du weißt doch, wir sind immer für dich da. Ich hoffe du hast nichts dagegen, wenn ich kurz den Felsen erkletterte und noch was sage.“
Er nickte seinen Alpha respektvoll zu bis seine Kälte wiederkam. Mit einem leichten Sprung war er beim Alphafelsen und musterte kurz das Rudel
„Ich hoffe ihr denkt jetzt nicht schlecht von mir, ich weiß selber das ich kurzzeitig überreagiert habe und nicht gerade elegantes von mir gab. Doch wie schon Blake gesagt habt, will Mika wirklich das gute für das Rudel? Oder doch nicht einfach an Blake Rache nehmen? Die Hintergründe bleiben mir und euch verschleiert, was Mika angeht. Aber ganz ehrlich würdet ihr einem Omega glauben? Er ist ja nicht ohne Grund, zum Omega befördert worden. Denn alles hat seinen Grund. Aber nun denn, genug von Mika zurück zu Rudel. Ich glaube ich spreche auch für Blake, wenn ich sage, dass wir niemanden aufhalten werden, wer sich Mika anschließt. So sei es, es ist eure eigene Wahl und euer Wille. Doch durchdenkt dies gründlich, bevor ihr euch entscheidet. Ich hoffe ihr trifft die richtige Wahl, egal welche es sei. Ich danke euch, das ihr mir Gehört geschenkt habt.“
Um mit diesen letzen Satz ging er runter zu Blake und setze sich neben diesen hin.
Ihm war alles jetzt völlig egal, auch wenn jetzt Mika wider seinen Schandmaul aufreißen würde, es würde ihn jetzt Null interessieren. Wie er schon erwähnt hatte, er wollte nichts mit dem Abschaum zu tun haben.


[beim Rudel / redet mit Nura und spricht nochmal Mika an / redet kurz zu Blake / spricht zum ganzen Rudel / wider neben Blake und Namid]

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Di Feb 28, 2012 9:07 am

Die junge Fähe konnte nicht verhindern, dass sie die vielen Wölfe, die sich plötzlich um den Alphafelsen sammelten, verunsicherten. Sie hatte keine Angst vor den Wölfen an sich, aber schon nach kurzer Zeit, in der sie den einzelnen Reden gelauscht hatte, wusste sie, dass es an der Zeit war, sich für einen Moment zurück zu ziehen. Hier ging es letztendlich nicht um das Rudel sondern viel mehr um eine Streitigkeit zwischen dem Alpha und diesem Mika und leider wurden alle anderen mithineingezogen. Und Kimba wusste, dass sie sich nicht unter diese hitzige Meute mischen würde. Sie war froh, einem Rudel anzugehören, ohne Zweifel, aber sie würde sich nicht in diese Diskussion einmischen. Bis jetzt hatte sie schon einige Male solche Auseinandersetzungen beobachtet und meistens endeten sie in einem Kampf, aus dem der stärkere als Alpha hervor ging. Die Fähe musterte die beiden rivalisierten Rüden. Mika war schon recht alt, aber schien durch seinen missmut und Hass auf die ganze Welt nicht an Stärke verloren zu haben. Aber genau diese Dinge schreckten Kimba ab. Sie wollte Sicherheit und Frieden, keine spannungsgeladene Atmosphäre. Für sie war mehr oder weniger klar, dass sie sich im Falle, dass sie eine feste Entscheidung treffen müsste, zu Blake halten würde. Aber zu diesem Moment war es noch nicht gekommen. Also machte sich die Fähe auf und trabte auf den Wald zu. Sie wusste, dass ihr so wieso keine Beachtung geschenkt wurde, dennoch verkrümelte sie sich unauffällig, rein aus ihrem Instinkt heraus.

Ihr fiel auf, dass Ramyla mit dem kleinen Welpen ebenfalls im Wald verschwunden war. Ihr Geruch haftete noch an den Sträuchern und in der Luft, aber Kimba schlug einen anderne Weg ein. Sie war nicht die richtige, um der Beta zu helfen, das sah sie schließlich ein und vermutlich konnte ihr momentan kaum jemand helfen, also war es wohl besser, wenn sie allein blieb. Und der Welpe hielt sie hoffentlich von dummen Gedanken hab, hoffte Kimba. Zwischen den Bäumen herrschte eine angenehmere Stimmung, als draußen bei dem Felsen und am See und die genoss die Fähe sichtlich. Mit der Zeit wurde sie etwas langsamer und trottete schließlich nur zwischen den halbhohen Farnen hindurch, die ihr Schutz boten. Trotzdem beruhgite sie nach der langen Einsamkeit der Gedanke, dass andere Wölfe ganz in der Nähe waren, von denen ihr die meisten wohl zumindest nicht feindlich gesindt waren. Gute Vorraussetzungen. Doch nach kurzer Zeit stach ihr ein Geruch in die Nase. Er war ihr unbekannt, was bei dem großen unübersichtlichen Rudel und ihrer kurzen Anwesenheit ja eigentlich kein Wunder war, aber sie war nicht sicher, ob sie hier allein und im Gebüsch verborgen auf einen eventuell fremden Wolf treffen wollte. Ein Rüde, wie sie dem Geruch entnehmen konnte, nicht unbedingt besser. Da fiel ihr das Gebüsch ein. Vielleicht könnte sie sich hier verstecken und tief zwischen die Blätter drücken, bis der Rüde vorbei war. Sie zog diese Möglichkeit in Erwägung, verwarf sie dann jedoch trotzdem. Nein, sie wollte ihrer Angst, Unsicherheit, Feigheit - wie auch immer man es nennen wollte - endlich ein Ende setzen. Sie musste sich nicht ein Leben lang verstecken und wenn sie auf Kontakte verzichten wollte, hätte sie sich keinem Rudel anschließen brauchen. Vielleicht war es ganz gut, wenn sie einen Neuankömmling empfing, dann hätte sie wenigstens etwas sinnvolles getan. Also verschwendete sie keinen weiteren Gedanken daran, was geschehen könnte, falls der Rüde tatsächlich fremd war oder gar bösartig, sondern erhob sich zu ihrer vollen Größe und setzte ihren Weg bestimmt, aber wachsam fort. Bloß keine Gedanken an eventuelle Gefahren!

Bevor sie dem Rüden jedoch von Angesicht zu Angesicht hätte gegenüber treten können, sah sie wenige Schritte vor ihr ein kleines schwarzes Fellknäul und als der Geruch bei ihr ankam, wusste sie, dass dies der kleine Welpe von der Betafähe war. Doch von dieser war keine Spur mehr in Sicht. Wieso war sie nicht bei ihrem Welpen und passte auf ihn auf, damit er nicht - zum Beispiel - auf fremde Rüden traf? War sie tatsächlich so mit sich selbst beschäftigt? Doch es war keine Zeit um über die Verfassung der Mutter nachzugrübeln. Die kleine Fähe lief munter auf den Fremden zu, den Kimba noch immer nicht recht einschätzen konnte, sonlange sie ihn nicht wenigstens gesehen hatte. Vielleicht hätte sie sich ihr nächstes Vorgehen zweimal überlegt, wenn sie allein gewesen wäre, aber der Welpe rief ihre eigenen Mutterinstinkte wach, also lief sie schneller und erreichte den Rüden mitsamt Welpen kurz nach dessen Ankunft. Wie es schien war Kalucy geradewegs in den weißen Rüden hineingestolpert. Ohne weiter nachzudenken machte Kimba einen Schritt auf die beiden zu und versuchte etwas Abstand zwischen dem Welpen und dem Fremden zu schaffen, der definitiv fremd war. Bevor sie sich ihrem Handeln recht bewusst war, stand sie zwischen dem Rüden und Kalucy, unumgänglich in seinem Blickfeld. Nicht ganz der Empfang, den sie sich vorgestellt hatte. Aber nun hatte sie sich einmal in diese Lage gebracht, da musste sie wohl allein wieder heraus kommen, wie es aussah. Also versuchte sie sich nichts von ihrer Unsicherheit anmerken zu lassen, oder der Tatsache, dass sie eindeutig kleiner als der Rüde war und hoffte inständig, bloß nicht falsch zu reagieren.

"Guten Tag. Du befindest dich im Revier der Heaven Wolves" - die gerade nicht in besonders fester Verfassung sind, dachte sie etwas belustigt - ", falls es dir unklar sein sollte. Darf ich fragen, was du hier tust?"

Der Welpe war in relativ sicherer Entfernung und Kimba hoffte einfach, dass Ramyla irgendwann das Fehlen ihrer Tochter auffallen würde, denn sie konnte nicht garantieren auf sich und den Welpen im Falle von Gefahr gut aufpassen zu können. Aber ihre Worten waren heraus und besser als stummes Anschweigen.


[am See | läuft in den Wald | denkt nach | trifft auf Kalucy und Azzardo]
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Kapitel 6 - Zwiespalt

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