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 Kapitel 6 - Zwiespalt

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mi März 28, 2012 5:25 am

„Das Leben ist ein Spiel
Du kannst gewinnen und verliern
Willst Du nur im Schatten stehn
Und nie etwas riskiern?“

Sachi blickte Mea-Mae-Mea-Mumu.. na aufjedenfall blickte Sachi die andere Wölfin an. Abwartend, wedelnd, freudig.
Nichts.
Das wilde gewedel wurde etwas langsamer, stockender und der Kopf legte sich schief auf die Seite.
Nichts.
“Hallloooooooooooohhoooo – bist du noch da Mae-Mea-Mumu? HALLUUU!!!“
Nichts.

Irritiert setzte sich das Freudenfeuer auf den Arsch, kratzte sich mit der Hinterpfote hinter dem rechten Ohr und verrenkte sich extra dafür. Was war denn das? Wieso antwortete die Wölfin auf einmal nicht mehr? War sie eingefroren? Im Sommer..Herbst... Was hatten die überhaupt? Na aufjedenfall nicht kalt.
Also was auch immer es war, fest- oder eingefroren war sie nicht. Also musste es irgend etwas anderes sein. HAH! Sachi hatte es, sie spielten Stille Maus. Und wer am längsten still blieb – ach quatsch. Da hätte Sachi ja schon längst verloren. Okay dann spielten sie... ehh.. ehhmm...
Sachi leckte sich mit der Zunge über die Nase und blickte so dümmlich drein, als würde es niemand dümmeren geben – dabei dachte sie doch total angestrengt nach!

Huch, was war das? Der Kopf ruckte herum und sah noch wie da etwas entlang flitzte. Das gabs doch nicht! Sofort sprang die Jungwölfin auf und hetzte dem Ding nach. Meatala wurde ganz und gar vergessen, es gab sie nicht mehr. Nicht existent in der Welt von Sachi und so hetzte sie dem Ding nach. Auch Cabezan und Sharôuk waren für den Moment vergessen – jaja, die Narrenfreiheit der jungen.
Die dunkle Rute hob sie gen Himmel und sprang freudig hechelnd dem etwas hinterher. Es war flink und sie hatte nur noch den Schwanz gesehen, aber sie war sich ganz sicher gewesen dass es da war. “Warte doch, ich bin nicht soooo schnell“, kläffte sie hinaus und seztte über den nächsten Busch hinweg. Ihre Hinterpfote verhederte sich am Geäst und PLUMPS fiel die Kleine zu Boden. “Aua“, schniff sie durch die Nase, als sie mit dem Kopf die Erde küsste, die Vorderpfoten vor sich unkoordiniert rumhingen ließ, auf der Brust lag und den Arsch gen Himmel streckte, so wie die Hinterbeine wirr herum.
Die goldenen Augen des Freudenfeuers blickte den Dreck vor sich an und der Körper zuckte. Sie schniffte erneut, ganz weinerlich und verletzt.
Was nun? Sie war allein, hat sich weh getan und lag nun irgendwo im Wald herum. “Au..“, weinerte sie nochmal obwohl doch nicht wirklich was war.

[Sachi bei Meatala im Wald – wartet – passiert nix – rennt wem nach – fällt hin – in der Nähe Cassi]
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Cabezan


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AMSELN FLIEGEN TIEF

BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Do März 29, 2012 6:55 am

Ach, herrje. In den letzten Wochen hatte er das Gefühl gekriegt, er wäre nur noch von Knirpsen umzingelt. Sachi tänzelte die ganze Zeit um ihn herum und nun auch Sharouk. Manchmal hatte er auch auf Kalucy aufpassen sollen. Was war er, die Rudelnanny? Wahrscheinlich. Naja, letztendlich war es jetzt auch nicht so tragisch. Er mochte die Zwerge eigentlich wirklich gut, trotzdem hätte er sich gerne etwas öfter mit reiferen Wölfen unterhalten. Er wollte nicht, dass sie dachten, er wäre nur dazu zunutze, um auf Welpen aufzupassen. Aber leider glaubten sie wie es aussah genau dies. Er konnte sich noch gut erinnern, wie er damals die Jagd mit Samir versaut hatte. Und seitdem hatte es etliche andere Fälle gegeben, bei dem er sich als der größte Tollpatsch erwiesen hatte. Er war einfach nicht gut genug für dieses Rudel und er sollte dankbar sein, dass sie ihn überhaupt hier bleiben ließen. Kein Wunder, dass Kische lieber abgehauen war, als sich länger mit ihm zu beschäftigen. Der Nebelgraue brachte viel Anstrengung auf, um ja nicht zu seuftzen. Er wollte nicht, dass Sharouk etwas merkte. Ach, Kische. Das Bild der sandfarbenen, zerbrechlichen Fähe tauchte vor seinen Augen auf und erneut riss es wie Klauen in seiner Brust. Wie lange würde es dauern, bis er über sie hinwegkam? Es war falsch, sie zu vergessen, das wusste er. Aber hatte er denn eine andere Wahl? Er musste nach vorne blicken, das war ihm klar geworden, seitdem sie in Migina angekommen waren. Aber es war so verdammt schwer. Es war schwer, weiterzulaufen, wenn man einmal gestolpert war. Die Wunde von dem Fell schmerzte immer noch und man suchte in der Vergangenheit verzweifelt nach einem Heilmittel. Genauso suchte er Kische in der Vergangenheit, suchte die tausenden Fehler und die Möglichkeiten, wie er sie vom Bleiben hätte überzeugen können. Aber es war falsch. Ein Heilmittel konnte man nur in der Zukunft finden. Er durfte Kische nicht vergessen, aber er musste mit ihr abschließen. Es war ein anderes Kapitel seines Lebens. Er hob seinen schmal geformten Kopf zu den Baumkronen und musterte den düsteren Stück Himmel, der zwischen den knorrigen Ästen hervorlugte, mit einem nougatfarbenen Blick. Eine Zukunft, ja, aber bitte was für eine? Er liebte die Heaven Wolves aus ganzem Herzen und konnte es sich nur schwer vorstellen, sie je zu verlassen. Hier hatten sie ihn wenigstens halbwegs akzeptiert. Hier wurde er geduldet. Er war ein einfacher, unfähiger Rüde und hatte eigentlich keine wirkliche Zukunft. Er hoffte vielleicht, dass es eine geben würde, aber glauben tat er nicht wirklich daran.
Wie schade.

Doch hier hatte er seinen ersten und einzigen Freund gefunden. Blake, sein Alpha und sein Herr. Sein Freund. Selbst nach dem Mondumlauf war es seltsam für das Amselherz, dieses Wort auszusprechen. Es fühlte sich seltsam auf seiner Zunge an, als müsste er sich noch daran gewöhnen. Irgendwie war er dann doch stolz auf sich. Wenigstens etwas hatte er in seinem Leben geschafft ; Er hatte einen Freund gefunden und eine Gemeinschaft in die er irgendwie dazugehörte. Na gut, gerade so. Er wusste ja nicht, wie es die Übrigen sahen. Der schlanke Rüde sehnte sich nach Gesellschaft und Kommunikation, auch wenn er sich oftmals als totaler Idiot darstellte. Auf lange Dauer war es ermüdend, sich mit den Kleinen zu beschäftigen. Vielleicht morgen, versprach er sich ohne große Hoffnung. Sharouk musste einfach einmal akzeptieren, dass man nicht immer Zeit für ihn hatte. Er musste lernen, mit Zurückweisung umzugehen und lernen, dass man nicht immer alles im Leben bekam, was man wollte. Sehr gut. Dann würde er etwas Ruhe haben und hätte gleichzeitig seinem Patensohn etwas beigebracht. Wunderbar.
Sie trabten durch den Wald und Cabezan versuchte sich darauf zu konzentrieren, Sachi zu finden. Gerne hätte er wieder geseuftzt. Wann würde die Schwarze eigentlich erwachsen werden? Nie? Schließlich war sie schon zwei Jahre alt! Na gut. Jeder hatte wohl seinen eigenen Rhythmus und das hatte auch er zu akzeptieren. Trotzdem, irgendwann musste das Freudenfeuer schließlich aufwachsen. Plötzlich blinzelte der Rüde verblüfft, als sich Sharouk aus seinem Fang wand und sich mit lautem Geschrei auf etwas am Boden stürzte. Oh je, was war denn jetzt schon wieder los? Besorgt trat der Nebelgraue näher und erblickte schließlich den braunen Körper einer Fähe. Ramyla, die Beta. Ein leichtes, aber müdes Lächeln legte sich auf seine Leftzen und auch in seine Augen. Er nickte ihr respektvoll zu, neigte seien Kopf dabei etwas tiefer als üblich.

"Myla.", begrüßte er sie. War sie eben nicht noch am Rudelplatz gewesen? Hm, egal. Er wandte sich an Sharouk und stupste ihn besänftigend in die Seite. "Shh, Kleiner. Du weckst doch all die Waldgeister." Kaum merkbar zwinkerte er ihm zu, dann hob er sein feinliniges Haupt wieder um zu Sharouks Mutter zu blicken.

Erst jetzt bemerkte er die nassen Spuren auf ihrem Gesicht und ihm stockte der Atem. Ein verwirrter Ausdruck trat in seine Züge und er errötete unter dem hellen Fell ein wenig. Sie hatte geweint, dass sah er ihr an. Aber wieso? Er verstand nicht und es war ihm peinlich, die Beta so zu sehen. Betreten öffnete er sein Maul, schloss es dann wieder. Er fing an verlegen den Boden mit seinen Pfoten zu kneten und seine Lauscher spielten unschlüssig. Die Augen der Fähe waren erst geschlossen und es schien, als würde sie gar nicht auf ihren Sohn reagieren, der um ihre Aufmerksamkeit buhlte. Cabezan traute sich nicht, einen weiteren Murks von sich zu geben. Nein, nicht schon wieder so eine schwere Situation! Rüde, damit wurde er doch nicht fertig!
Und dann ertönte die Stimme der Beta. Fast wie eine Erlösung. Eindringling und doch leise klang sie an die Ohren des Amselherzes. Seine Seelenspiegel huschten zwischen dem Welpen und seiner Mutter hin und her, blieben schließlich auf Letzteren liegen. Er hätte gerne gefragt, was denn das Problem sei, aber es standen zweierlei Dinge in seinem Weg. Erstens traute er sich so oder so nicht. Zweitens hätte sie es ihm wahrscheinlich nie erzählt. Er war ja nur der Cabe vom Rande, der dumme, stotternde Cabezan. Wieso würde ihm jemand wie Ramyla etwas anvertrauen? Betrübt aber vor allem beschämt bis er sich auf die Leftzen, die bis dahin unetschlossen offen gestanden hatten. Es schmerzte ihm zu hören, wie die Stimme der sonst so stolzen Betafähe versagte. Was war nur los mit ihr? Was war nur los mit der Welt? Irgendetwas lief hier falsch, sagte ihm sein Gefühl. Oh, wenn er nur gewusst hätte, dass er mit seiner Vermutung so richtig lag! Wenn er nut gewusst hätte, was während seiner Abwesenheit am Rudelplatz passiert war...

Sie hatte sich auf ihre zittrigen Läufe gestemmt und es tat weh, sie so schwach zu sehen. In Gedanken schlug sich der Nebelgraue für dieses Wort, aber es war wahr. Er sah die glitzernden Tränen. So durfte Sharouk sie doch nicht sehen! Verzweifelt blickte er zu dem Welpen und positionierte sich so, dass er seine Sicht auf die Mutter verdeckte. Half zwar eh nichts, weil der kleine Wirbelwind eh wieder woandershin laufen würde, aber egal. Es war das Erstbeste war er machen konnte und bei ihm war das natürlich immer dumm. Sie tat ihm leid. Er wollte sie irgendwie trösten. Er konnte doch nicht dastehen wie ein dummer Holzklotz und sie anstarren! Auch wenn er nur der Rudelnarr war, er durfte sich doch nicht noch mehr selbst in den Schlamm treten. Seine eigene Unsicherheit quälte ihn. Zerrissen zögerte er für einige Herzschläge, welche ihm heftig gegen die Rippen pochten. Wie das Pochen eines kleinen Vogels, wenn man ihn in der Hand hält. Er schloss die Nougataugen und schluckte kurz, dann straffte er die Schultern und atmete durch. Langsam trat er auf sie zu und senkte seinen Kopf leicht. Mit einer sanften Bewegung drückte er seine Stirn in ihre Halskehle und schob so ihren Kopf weiter hoch. Vorsicht und Mitgefühl lagen in dieser Geste und in seinen Augen. Er schluckte abermals, hatte immer noch einen Kloß im Hals. Aber er hoffte, dass Myla seinen Versuch verstanden hatte. Sie sollte ihren Kopf oben tragen, so wie sie es sonst immer tat. Sie sollte wissen, dass er hinter ihr stand, auch wenn er dumm und zu nichts zu gebrauchen war. Sie sollte wissen, dass er gar nicht wissen musste, was los war. Dass es ihn einfach schon zerfraß, jemanden so leiden zu sehen. Er hatte seinen Kopf wieder langsam von ihr gelöst, stand aber immer noch in ihrer Nähe. Er überragte sie umso einiges und schirmte sie so teilweise von Sharouks Blick ab.
Sie würden Kalucy finden, sagten seine Augen, in die nun eine ungewohnte Sicherheit getreten war. Eine zögerliche Sicherheit zwar, aber eine Sicherheit, die nicht zu übersehen war. Es fühlte sich seltsam an, seltsam falsch. Er war nur der dumme, unnütze Cabe. Der Rudelnarr und doof im Kopf. Doch für einen Augenblick, oh nur für einen Augenblick, wollte er mehr sein. Um etwas vollbringen zu können, um wenigstens das hinkriegen zu können. Er ertrug es nämlich nicht länger , Ramyla so leiden zu sehen.


{ Sharouk & Ramyla }

_____________



Behind my smile is everything you’ll never understand.
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa März 31, 2012 7:41 am

    Sakura saß unter einem Baum und sah in den Himmel hinauf, sie war in Gedanken versunken und bemerkte kaum was um sie herum passierte. Sie beobachtete die Sterne die nun schon am Himmel zu sehen waren, es würde bald die Sonne untergehen und das Land in Dunkelheit hüllen. Wolken wurden vom Wind voran gedrängt und zogen immer weiter den Himmel entlang. Die weiße Fähe wandte nun langsam den Blick vom Himmel ab und sah sich nach ihrem Gefährten um den sie letztendlich auch entdeckte allerdings war er momentan noch beim Alpha daher blieb sie dort wo sie war, sie mochte es früher nie alleine zu sein aber durch die Reise hatte sie sich daran gewöhnt sie hatte zwar einige male sich mit Mika unterhalten aber diese Gespräche gehörten nicht gerade in ihre Top Liste – die hätte sie sich auch gut sparen können aber er hatte sich ja nun ein eigenes Rudel angeeignet und hatte nun das was er wollte. Vielleicht war es ja auch gut, aber sie hatte auch einen Freund verloren, Samir war mit ihm gegangen mit dem sie sich eigentlich immer gut verstanden hatte, aber es hatte sich vieles geändert und wenn er es für richtig empfand würde es nun mal so sein. Aber wenn sie daran dachte das Raziel sie verlassen würde, schon bei dem Gedanken zerriss es sie. Auf der ganzen Reise hatte sie gedacht sie hätte ihn verloren. Für immer. Sie hatte sogar mit dem Gedanken gespielt das Rudel zu verlassen, es hatte sie hier nichts mehr gehalten, sie hatte schließlich Gedacht sie hätte alles verloren was ihr wichtig war, aber sie hatte das zum Glück nicht gemacht, sonst hätte sie nie Wahrheit erfahren.

    Eine Bewegung riss sie aus den Gedanken sie wandte sich dieser zu und bemerkte ihren Gefährten der auf sie zu kam, ihr Herz machte immer wieder ein Sprung wenn sie den Rüden sah sie war froh das sie ihn nicht verloren hatte, sie liebte ihn wirklich sehr auch wenn sie es manchmal nicht richtig zeigen konnte. Erst jetzt bemerkte sie das sein Gesichtsausdruck leicht verärgert aussah, er würde es ihr bestimmt erzählen, sie lächelte ihn kurz an und wartete einen Augenblick bis er bei ihr war und er seine Nase in ihr Fell drückte. Sie genoss es ihn um sich zu haben und seinen Geruch wieder einatmen zu können. Aber nun unterbrach er die lange stille die Sakura umgab und erzählte ihr wieso er so sauer war. Er sagte wenn der Alpha diesen Rüden aufnehmen würde, würde er gehen, sie wusste das Raziel Maral hasste. Aber das er gleich das Rudel verlassen will?

    ''Wie du willst gehen? Für immer?''

    Die Panik konnte man deutlich in ihrer Stimme wie auch in ihren Augen sehen, vielleicht meinte der Rüde was ganz anderes aber schon wenn sie daran dachte wurde ihr ganz schlecht. Sie sah ihn weiterhin an und wartete was er nun sagen würde.


{In Gedanken | Bemerkt das Raziel kommt | panisch}
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa März 31, 2012 8:09 am

And we'll march along
With our blindfolds on
And we'll run the rails
With our pistols drawn

Der kühle Atem des Herbstes zerzauste Cassians gräuliches Fell, als dieser das letzte Stück seines langen Weges hinter sich bringen wollte. Der Sommer war vorbei, hatte das letzte bisschen Wärme mitgenommen und nun kündete die gold-braune Jahreszeit von der Ankunft des Winters. Vieles hatte sich seitdem verändert. Die Bäume hatten ihre Blätterkronen abgelegt, das fruchtbare Grün der Landschaft hatte sich in einen trostloseren Anblick verwandelt, der Wind spielte seine luftige Melodie im wilden Crescendo und der Geruch nach feuchter Erde und Laub hatte den süßen Duft der Blumen vertrieben. Ja, die neuen bunten Farben, in welche sich das Land eingekleidet hatte, warnten mit blasenden Trompeten vor dem nahenden König des Frosts, welcher mit seinem weißen Schilde die Königin des Sommers vom Thron der Natur stürzen wollte. Das herbstliche Tal war seiner unbezwingbaren Faust, mit der er streng und ohne Erbarmen regierte, zweifellos untergeben. Dicke, graue Wolken am Himmelsmeer ließen die Bewohner von E'Deverus nichts Gutes erahnen und auch Cassian spürte diese gewisse Elektrizität in der Luft. Die Ruhe vor dem Sturm. Doch obwohl das Gefängnis der kühlen Vorboten die gesamte Gegend fest im Griff hielten, konnten ihre eisigen Finger das Herz des Rüden nicht einmal annähernd erreichen, denn das Adrenalin der Vorfreude wärmte seine fleischliche Hülle, wie ein zweites Haarkleid. Er war seinem Ziel nun schon so nahe...Wie viel Zeit hatte er schon mit dem Erreichen seines Wunsches verbracht? Zu viel. Wie viele Tage und Nächte hatte er damit verbracht daran zu denken wie es wäre ein Teil der Heaven Wolves zu sein? Etliche! Und wie oft hatte er sich schon eine Mitgliedschaft bei ihnen ausgemalt? Zu oft. Und nun, nach all diesen vergangen Stunden der Vorstellung war sein Traum zum greifen nahe...bald würde er vor dem Alpha stehen, sich vorstellen und hoffentlich Zugehörigkeit im Rudel finden...bald! Nur noch eine kurze Strecke trennte ihn und die Realisierung seiner Fantasie voneinander. Erschöpfung und Müdigkeit erschienen dem Mischling nun völlig nichtig und das Licht der Hoffnung ließ seinen Geist erstraheln, wie die Sterne am schwarzen Nachthimmel.
Doch plötzlich beanspruchte ein merkwürdiges Geräusch die Aufmerksamkeit seiner Ohren für sich und Cassian blieb abrupt stehen. Keinen einzigen Muskel wagte er zu rühen, nur seine Augen streiften wie Falken über die Umgebung, auf der Suche nach der Ursache dieser Ablenkung. Was hatte ihn wohl aufgehalten? Nachdem die hellen Seelenspiegel des Poeten eine dunkle Gestalt ganz in der Nähe ausfindig gemacht hatten, wagte er sich einige Schritte heran und bemerkte, dass dort ein Artgenosse am Boden lag und jammerte. Der Mut ließ Cassian einige weitere Meter vorangehen und bei genauerem Betrachten sah er, dass es sich bei dem Fremden um eine junge Wölfin handelte, die anscheinend einen Sturz erlitten hatte. Woher kam sie? Sie lebte ja wohl nicht alleine, oder? Vielleicht...vielleicht war sie ja ein Mitglied der Heaven Wolves! Sie könnte ihn zu dem Rudel führen, oder ihm wenigstens sagen, wo es sich zur Zeit aufhielt. Ehrgeiz blitzte golden in den Augen des Grauen auf und er entspannte seine verkrampfte Muskulatur etwas. Sie schien ja nicht sonderlich gefährlich zu sein, nicht wahr?

"Sei gegrüßt, junge Freundin! Trügt mich der Schein oder bist du etwa der grausigen Macht der Schwerkraft zum Opfer gefallen, meine kleine Butterblume?"

Fragte der Philosophenwolf mit süßen Worten und verzog die Lefzen zu einem freundlichen Lächeln. Er mochte Jungtiere ohnehin sehr gerne. Wie weiße Wolken schwebten sie voller Unschuld durchs Leben, bis die Zeit ihnen diese wundervolle Eigenschaft nahm und ihr Fell mit rotem Blut besudelte. Denn wer sich einmal an der Sünde des Mordes vergangen hatte, vermochte seine Weste nicht mehr rein zu waschen! Doch die Dunkle zu seinen Pfoten wirkte in keinerlei Hinsicht bedrohlich oder gar aggressiv und so schenkte Cassian ihr sein -wenn auch begrenztes- Vertrauen. Ein eventueller Fehler seinerseits? Wir werden ja sehen...

Can the lord above
Forgive what we've done?
Can we fight
To save our souls?



[bei Sachi | auf der Suche nach dem Rudel - findet Sachi - spricht sie an]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   So Apr 01, 2012 12:19 am

"I am the fire, and even when I'm just burning as a small flame, I'll suddenly turn again into a big disturbig thing.

Es waren die ersten wenigen dunklen Wolken die sich in dem sonstigen Sonnenschein behafteten Leben von Sachi auftaten – seit dem toten Wolf den sie nach dem Erdbeben angetroffen hatten.
Sie fühlte sich aus irgend einem Grund so traurig, so verlassen. Lag es daran, dass sie ihre Familie nicht fand? Lag es daran, dass sie von Cabe und Sharôuk nicht gefunden wurde? Aber das hieß doch nur, dass sie sich super versteckt hatte! Oder lag es daran, dass sie Meatala unbedacht zurück gelassen hatte? Oh Gott, sie hatte die arme Wölfin Muttereseelen allein da gelassen und war dem... ja dem was eigentlich?... gefolgt.
Sachis sonst so freudig leuchtende gelb-goldene Augen wurden plötzlich feucht, sie fühlte sich so komisch und unbehaglich.
Nein, nein, nein, nein!! So darf das nicht sein!, schrie sie sich selber an und wollte wieder aufstehen.

Eine samtig weiche Stimme mit süßen Worten hielten sie vorerst vom Vorhaben ab. Sie sprach und fragte Sachi: >Sei gegrüßt, junge Freundin! Trügt mich der Schein oder bist du etwa der grausigen Macht der Schwerkraft zum Opfer gefallen, meine kleine Butterblume?<
Die Ohren zuckten und drehten sich leicht zur Seite. Neugierig hob die junge Wölfin den Kopf und blickte in das Angesicht eines um einiges älteren und größeren Wolf. Er war gräulich, schien leichte beige oder braune Spuren zu haben und fast genauso leuchtende goldene Augen wie sie. Und sein Ohr. Irgendwas war da mit dem Ohr. War es abgeknickt? Ab oder was war das?
Die Augen weiteten sich vor staunen und freude, dann aber kamen die Worte wieder in ihren Sinn und plötzlich brach das eben noch so traurige kleine Häufchen Freudenfeuer in ein belustigtes und befreiendes Lachen aus. Sie warf sich prompt zur Seite und strampelte ganz heftig und wild mit den langen Beinen. Aus ihrer Kehle drang durch den leicht geöffneten Mund das helle, halb heulende Lachen. Voller Freude und Energie schien es in der Luft zu vibrieren und der ganzen Situation eine neue Energie zu geben. Eine vollends neue Konstellation.

“Butterblume...Ahahahaha Butter...bume.. plume.. hahahaha“, brachte sie vor lauter Lachen gerade noch heraus.
Ihr gefiel das Wort so sehr, dass sie von der Seite aus versuchte sich lachend zu winden und für den Moment halb auf dem Rücken lag. Sie wand sich, die Rute schwang nur so über den Boden – links – rechts – links – rechts – links – rechts... So schnell, dass die Erde etwas aufgewirbelt wurde, der Dreck herum flog und auch etwas Staub.
Der ganze Leib zitterte, der Pelz vibrierte im Takt und das Freudenfeuer kam kaum zum atmen – nein sie bekam keine Luft mehr. Sie freute sich so sehr ihres Lebens, dass sie nicht mehr zum Luft schnappen kam und neben den Lachern immer wieder panisch die Luft einsog. Doch diese Panik schien die beflügelte Seele nicht zu schmälern. Sie flog einfach weiter und alarmierte den ganzen Wald: Hier bin ich, das Freudenfeuer. Hier werd ich sein und hier werde ich euch entfachen mit meinem Feuer. Ihr werdet alle brennen und die Freude des Lebens spüren!

Langsam aber sich verebte das Zittern und Lachen. Und zurück blieb das fleißige Schnappen nach der Luft um sich zu beruhigen. Der Schalk saß deutlich in ihrem Gesicht und die Augen leuchteten, sie versprühten eine wohl zuvor ungeante Lebensfreude. Es war, als stünde der Rüde nun vor einer neuen Fähe – einer ganz anderen.
Doch in Wahrheit war dies die wahre Sachi. Die echte und einzige. Die Rute schwang noch immer freudig über den Boden, während sie so auf dem Rücken am Boden lag, ihn falsch herum betrachtete und die Pfoten leicht anwinkelte. Wer war der Fremde? Und wieso war er so lustig? Er stotterte nicht wie Cabezan, nein, er war nicht ihr Lieblingsonkel Ich-stotter-alles-und-jeden-an-und-aus. Er war anders. Er sagte Dinge, die kannte Sachi gar nicht. Und er sprach Worte, die waren so urkomisch, dass sie selbst nicht einmal wusste was er damit meinte oder wen oder was.

Was war eine Butterblume überhaupt? Und was hatte er damit gemeint oder bezwecken wollen? Es war egal. Das Wort war so lustig, Sachi mochte es sofort. Und sie wollte es noch öfters hören. GAAAANZ OFT! So oft, wie sie eben Sachi sagen kann. Wie oft konnte Sachi das eigentlich?
Der Kopf legte sich im nächsten Moment schräg zur Seite und sie bekam für winzige Sekunden einen bedächtigen, leicht anstrengenden Ausdruck im Gesicht. HA! Idee!
“Sachi, Sachi, Sachi, Sachi, Sachi, Sachi,Sachi, Sachi, Sachi,Sachi, Sachi, Sachi,Sachi, Sachi, Sachi,Sachi, Sachi, Sachi,Sachi, Sachi, Sachi,Sachi, Sachi, Sachi,Sachi, Sachi, Sachi“, sprach sie plötzlich ganz schnell und flink. Naja, die junge Wölfin versuchte es zumindest und verhaspelte sich manchmal fast. Test... fast bestanden...
Als wäre dies ein Kommando für sich selbst, oder ein Zeichen, dass sie an der Reihe war, nickte sie heftig mit dem Kopf – es war eher ein Hochrucken, dann warf sie sich wieder herum, auf die Seite und sprang im nächsten Moment einfach auf.

Ihre ungestüme Art war sofort wieder zurück und das Leben hauchte sich wieder in sie ein. Sie sprang quietschfidel wieder auf und stand kichernd vor dem anderem. “Also ich bin Sachi.“, war das irritierende und nicht hineinpassende Resumé der ganzen Geschichte.
Mit dem nächsten Satz war sie auf den Rüden zu gesprungen. Die Rute in die Höhe gehalten, leicht von der einen zur anderen Seite geschwenkt und und den Oberkörper leicht gen Boden gedrückt um so spielerisch und neugierig hinauf blicken zu können. “Und wer bist du? Bist du diese.. diese... Schwe.. scha.. Schubbel.. Schwi... Schwa.. diese Kraft da oder die Putterplume?“
Ihre Augen lachte vor freude, sie strahlten förmlich und ihre Gegenwart schien Energie und Freude zu versprühen. Dieses Leben schien sich an dem Rüden vergreifen zu wollen um ihn an zu stecken.


[ WALD | SACHI && CASSIAN | bemerkt Cassi | lacht sich kaputt | spricht ganz oft ihren Namen | stellt sich vor und fragt was]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mi Apr 04, 2012 5:02 am

I see the sunlight in your eyes
They're shining like a star,
Your soul is floating like it flys
But you seem so far

Kaum hatte Cassian seine übertrieben schön vormulierten Worte an die Fremde zu seinen Pfoten gerichtet, hörte sie sofort auf zu jammern und richtete ihren mit Neugierde geschmückten Blick auf ihn. Kaum hatte er die Chance ergriffen sie besser zu begutachten, geriet der Graue ins Staunen. Wasfür eine niedliche kleine Wölfin er doch gefunden hatte! Er mochte Welpen ja ohnehin schon von Natur aus sehr gerne und obwohl dieses süße Wesen schon viel eher eine Jungwölfin zu sein schien, war Cassian sofort hin und weg von ihrer bezaubernden Gestalt. Und wie hübsch ihre Augen doch waren! Wie zwei funkelnde Bernsteine schimmerten sie in goldigen Farben vor sich hin und strahlten so viel Lebensenergie aus, wie es der Rüde noch nie zuvor gesehen hatte. Ja, sie strahlten Wärme und Freude aus, wie die Sonne selbst und mit dem Kontrast des schwarzen Fells ähnelte ihr ganzes Gesicht einem mit zwei leuchtend schönen Sternen gefüllten Nachthimmel. Sie waren...sie waren einfach...Ach, nicht einmal der Poet konnte die Schönheit dieser beiden Seelenspiegel mit Worten zusammenfassen, obwohl jene doch seine allergrößte Stärke darstellten. Das allein beweißte diese Besonderheit ja wohl mehr als genug! Als seine neue Gesellschaft dann auch noch eine Welle der Freude verbreitete, war es endgültig um ihn geschehen. So etwas niedliches, hübsches und absolut liebenswertes hatte er noch nie in seinen ganzen fünf Jahren, in denen er schon auf dieser Erde weilte, gesehen. Liebe? Nein, eher eine gehörige Menge an Begeisterung!
Als der Philosophenwolf so in Gedanken und Oden an die Fremde versunken war, ertönte plötzlich ohne jegliche Vorwarnung ihr schallendes Lachen und erfüllte die kühle Herbstluft. Was war denn nun geschehen? Hatte er etwas lustiges, oder gar lachhaftes zu ihr gesagt? Hm...nicht, dass er wüsste! Das war das erste Mal, dass Cassian solch eine Reaktion auf seine geschwollene Ausdruckweise erhalten hatte. Nun ja, andere Zuhörer hatten ihn halt mit schief gelegtem Kopf angegafft und nur ein dümmliches 'Hä?' von sich gegeben...Ein unterbelichtetes Pack war das! Die hohe Kunst der schönen Worte schien im Laufe der Zeit immer mehr an Ansehen zu verlieren...Welch trauriges Schicksal! Doch Cassian würde seinen Wortschatz nicht aufgeben, er würde immer ein fester und vor allem wichtiger Bestandteil seines Seelenvermögens sein. Für immer und ewig, komme was da wolle!
Aber wieso um Alles in der Welt fand die Schwarze so viel Vergnügen in seiner Ansprache? Er verstand es einfach nicht...Aber die Dürre Liebe konnte ihr selbstredend nicht keine Vorwürfe machen und schaute der Aufgeweckten zu, wie sie ihre Freude auf dem Boden vor ihm voll und ganz auslebte. Und nun widerholte sie sogar einen Namen...oder doch nicht? War es vielleicht ihr eigener? Doch bevor Cassian fragen konnte, sprang sie schon wieder hoch und brachte Licht in die dunklen Gänge seiner Ahnungslosigkeit. Aha, sie war also Sachi, nun gut. Die Goldäugige sprach auch schon eifrig weiter. Wer er war? Schwe, scha, schwubbel? Achso, sie meinte wohl Schwerkraft! Nein, wie süß, sie konnte es nicht richtig aussprechen! Das war ja wirklich herzerwärmend!

"Das heißt 'Schwerkraft', Liebes. Und nein, den Namen Butterblume verlieh ich dir, getrieben von der Bewunderung deines Antlitzes gegenüber, mein Engelchen."

Versprühte Cassian die Klänge der Poesie und sämtliche seiner Muskeln lösten sich aus ihrem wachsamen Krampf. Gefährlich schien die kleine Sachi ja nicht zu sein...Naja, egal, er würde es ja noch früh genug herrausfinden! Nun war er allerdings an der Reihe mit der Vorstellung.

"Wer ich bin? Ich bin wie der Wind, mein schönes Kind, ich bin mal hier, mal da. Doch dich zu treffen, an diesem Ort ist wahrlich wunderbar!"

Und schon war eine neue Zeile des Gedichts des Lebens entstanden! Der Wolf dachte nie lange über solch Strofen nach, sie passierten einfach, wie die Liebe. Aus dem Nichts tauchen sie plötzlich hervor und bahnen sich einen Weg aus seinem Herzen zu seiner Schnauze, um in die Freiheit entlassen zu werde, wo sie dann flink durch die Lüfte schwebten wie Vögel am Himmelsblau. Aber er hatte ja immer noch nicht seinen Namen genannt, wie unhöflich seinerseits! Das musste er natürlich schnellstens nachholen.

"Und um deine Frage zu beantworten, meine kleine Zuckerschnute, ich trage den Namen Cassian an mir, wie die Flecken auf dem Fell."

Normalerweise würde der Rüde mit Fremden nicht so viele Worte wechseln, aber das Feuer dieser Gesellin hatte sie schon beim allerersten Anblick ihrer flammenden Augen angesteckt und nun brannte der Dichterling lichterloh.



{im Wald | SACHI | wundert sich warum Sachi lacht - stellt sich vor}
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Do Apr 05, 2012 10:10 am

"And when I dream a dream,
I'm far away from here and now.
And if I dance my dance,
I'm flying further on."


HAH! Es brachte also etwas, wenn man die Namen nicht wirklich aussprechen konnte und einfach das wiedergab was man schätzte was es sein konnte. Das Ding da, was er meinte hieß also Schwerkraft. Super. Und was war nun genau die Schwerkraft? Sachi legte den Kopf schräg. Alles weitere was Cassian nun zu ihr sagte, ab dem Liebes war vollkommen irrelevant.
Der gute Rüde hätte genauso gut mit einem Baum kommunizieren können oder mit der Blume über das Wetter. Es war als wäre er der Wasserfall der redete und in das Bodenlose fiel – kein Ende in Sicht. Die Worte prallten gegen eine Unsichtbare Wand ab – oder nein, nein! Noch besser wäre der Vergleich von den Wölfen die Sachi hinterher riefen – doch Sachi war zu sehr damit beschäftigt mit dem Kaninchen Fangen zu spielen. Oh ja, das war wirklich Lebenswichtig. Diese kleinen Hoppler hatten es Faust dick hinter den langen Ohren! Sie sprangen wild Zicke-Zacke und ließen einen doch glatt gegen Bäume rennen wenn man nicht aufpasste. Flink und gewitzt waren sie! Aber immer noch liebenswert und so niedlich.

Wo war sie nochmal stehen geblieben? Achja – die Schwerkraft. Also. Was war das denn nun? Der Wolf da vor ihr, hatte irgendetwas gesagt von wegen am Boden liegen. Oder war es vor den Pfoten liegen? Himmel Herrgott, das war ja schwer sich bei diesem Worten zu konzentrieren!
Sachis linkes Ohr schnippte, während sie so an ihm vorbei schaute mit dem schiefgelegtem Kopf.
Also Schwerkraft war auf jeden Fall etwas, was eintrat wenn man gaaaanz tief unten war. Und andere größer. Wenn sie sich also hinlegen würde auf den Boden und sich an diesen drücken, dann war das wohl auch Schwerkraft – oder? Und was ist, wenn sie Sprang und den Boden gar nicht berührte, größer war als die anderen? Was war das dann? Nichtskraft? Flugkraft?
Also das war ja nun wirklich eine sehr komplexe Sache. Wenn nicht sogar höchst Komplex! Ob das wohl am Ende Kopfschmerzen gab und sie vor lauter Schwerkraft am Schwerkraftsproblem litt? Oder sich die Schwerkraft gar als Krankheit eingefangen hätte? Ach quatsch. Das hatte doch alles nichts mit der Schwerkraft zu tun die man erlitt wenn man am Boden lag – Moment... Man schlief doch im liegen – dann litt man also doch an Schwerkraft!
Das war jetzt wirklich sehr kompliziert. Darum schüttelte sich plötzlich ruckartig der Kopf und Sachi legte den Kopf zur anderen Seite, mit gerunzeltem Stirnfell sah sie Cassian an.

Eehhmm... Sprach der etwa noch immer mit ihr? Die Ohren zuckten gespannt, die feinen Schnurrhaare vibrierten für einen Moment. Oh... Der sprach ja echt noch immer mit ihr. Gerade stellte er sich als Cassian vor.
Ne Moment, er stellt sich nicht als Cassian vor, er meinte er trägt den Namen an seinem Fell wie sie ihre Flecken. Hey, welche Flecken eigentlich?! Sofort wurde der Kopf mit einer Ruckbewegung gesenkt und sie blickte auf den Boden. Eh, ne, da war das Fell nicht. Sie warf den Kopf zurück und blickte seitlich an ihr entlang. Flecken? Wo denn?
Sie warf den Kopf einmal über den Nacken hinweg zur anderen Seite. Vielleicht dort? Nein. Da waren auch keine Flecken. Es war dort überall nur ihr Fell und das in den tollen Farben die sie besaß. Aber sie sah keine Flecken. Nicht einmal Schmutzflecken. Ach das war doch eh gefragt oder?
Sachi orientierte sich um und sah Cassian an. Es dauerte keine Sekunde, da sprang sie auf ihn zu, diesmal zur Seite und musterte ihn prüfend. Sie suchte den Namen den er an sich trägt. Er hatte doch so groß davon gesprochen.


[Wald | Sachi und Cassian | Sachis chweigt und tut Dinge]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   So Apr 08, 2012 9:14 am

Müde stapfte ein Rüde zwischen einigen Bäumen entlang, der Dunkle mit dem Namen Korsan hatte reichlich die Lust am Laufen verloren und blickte sich um. Hinter ihm lief ein zweiter Rüde, eines seiner zwei Anhängsel deren sich Korsan angenommen hatte. Nicht dass es für ihn wichtig war soziale Kontakte zu haben, ihm ging es viel mehr darum.. Ja warum eigentlich? So richtig wusste er das selbst nicht, oder besser gesagt er wollte es sich nicht eingestehen. Würde er darüber nachdenken wäre klar, dass er den beiden helfen wollte. Moment den beiden? Wo war sein Täubchen abgeblieben?

Fei? Wo ist denn unsre Helle?

Es war ungewöhnlich für die junge Wölfin einfach so ohne ein Wort zu ihm die Gruppe zu verlassen, doch vielleicht war die Krähe auch nur einen Moment unachtsam gewesen und Fei konnte ihm sagen wo sich die Fähe befand. Missmutig blickte er sich um, hob die Nase in die Lüfte und versuchte eine Witterung aufzunehmen.
Nach einer kurzen Weile und der Justierung seiner Nase in die richtige Richtung hatte er auch schon den Geruch den er gesucht hatte gefunden. Es waren keinerlei unerwünschten Gerüche bei ihr und ebenso keinerlei Witterung von Blut. Sein Täubchen war also alleine und unverletzt. Möglicherweise hatte sie nur Durst und suchte einen Fluss oder anderes Gewässer.
Korsan stoss ein Heulen aus um der Fähe zu deuten in welche Richtung sich das Zweiergrüppchen bewegte, sie würde ihnen ohne Probleme folgen können wenn sie sich nicht zu weit wegbewegte, das sollte allerdings kein Problem sein.
Schwer seufzte der Rüde der Dunkel war wie die Nacht. Was sollte er nur mit den beiden jüngeren Wölfen tun? Es war wirklich unmöglich auf die Beiden Acht zu geben wenn sie sich einfach so entfernten. Er würde ihr erklären müssen was das für sie bedeuten würde. Die Wölfe könnten sterben, zerrissen werden von Fremden... Korsan würde vermutlich durchdrehen, möglicherweise wieder jemanden verletzten. Natürlich würde er ihnen gegenüber seine Sorgen nicht mitteiln, er gestand sich diese nun auch nur äußerst ungern ein.

Weißt du, es ist wirklich unmöglich von ihr einfach so wegzulaufen. Hat sie irgendetwas gesagt? Nun jedenfalls nicht zu mir. Unmögliches Verhalten.

Abwartend blickte er den Rüden an.


[registriert das Fehlen von Dove, überlegt sich mögliche Begebenheiten/will eine Antwort von Fei]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mo Apr 09, 2012 4:01 am

Als Kimba auf den kleinen Welpen zu ihren Pfoten hinunter sah, versuchte sie krampfhaft, eine möglichst schnelle Lösung für ihre derzeitige Lage zu finden. Sie dachte an die letzten Worte des fremden Rüden, bevor sie sich Kalucy geschnappt hatte und mit ihr davon gelaufen war. Er wollte ihr Angst machen, ohne Zweifel. Und Kimba hätte in jeder anderen Situation auch Angst bekommen, aber diesmal war ihr der Gedanke nicht gekommen. Und das hatte sie wohl gerettet, sonst säße sie jetzt noch mit dem gefährdeten Welpen vor dem Weißen. Sie atmete einmal tief durch und gestattete sich eine Pause, um nachzudenken. Wenn der Weiße einfach genug von ihr und dem Welpen hatte, würde er ihnen nicht folgen, seine Worte klangen nicht gerade danach, als wollte er gerne auf das Rudel treffen. Ein unglücklicherer Fall wäre, wenn er ihnen folgte. Dann sollten sie ihren Weg so schnell wie möglich fortsetzten, denn er könnte jeden Moment kommen.
Erst als sich Kalucy aufrichtete, dachte Kimba wieder daran, dass der Welpe die Situation womöglich überhaupt nicht verstand. Der Welpe schüttelte heftig den Kopf und Kimba hatte schon Angst, dass er vielleicht irgendeinen Schaden von ihrer Trageaktion genommen hatte, aber so schlimm schien es dann doch nicht gewesen zu sein. Leise Worte des Dankes waren unerwartet aus Kalucys Fang zu vernehmen. Der Welpe bedankte sich und sah mit vertrauensvollen Augen zu ihr auf. Oh jeh, hoffentlich steckte der Welpe nicht zu viele Hoffnungen in sie, die sie am Ende überhaupt nicht erfüllen konnte. Aber sie hatte nun einmal mehr oder weniger freiwillig die Verantwortung für die kleine Fähe übernommen, also musste sie ihre Rolle nun auch zu Ende spielen.
Um dem Welpen etwas Sicherheit zu bieten, überwand sie sich zu einem halbwegs beruhigendem Lächeln, obwohl sie innerlich so gut wie überhaupt nicht beruhigt war. Sie stand hier, mit einem Welpen, der nicht ihrer war und der unbedingt wieder zu seiner Mutter musste. Außerdem war sie auf einen nicht besonders aufgeschlossenen Rüden gestoßen, der möglicherweise nicht gerade ungefährlich für sie und den Welpen war und fühlte sich der Situation eigentlich nicht gewachsen. Trotzdem wusste sie, dass sie irgendwie damit zurecht kommen würde.
Gestotterte Worte ließen Kimba wieder auf die Sorgen des Welpen aufmerksam werden. Kalucy suchte ihre Mutter und wenn sie diese fanden konnte auch Kimba ihre Aufgabe als Übergangsmutter wieder abgeben. Also besser sie fanden sie jetzt als später. Die Fähe streckte die Nase in die Luft und suchte nach einer verheißungsvollen Witterung, als ein Knacken, das vermutlich von einem Ast stammte, den Welpen aufschrecken ließ. Kalucy versteckte sich hinter Kimbas Läufen und das gab der Fähe ein angenehmes Gefühl. Sie wurde gebraucht, wenigstens für einen Moment lang wurde sie wirklich von jemandem gebraucht. Und das gab ihr die nötige Kraft, keine Angst vor dem leisen Knacken zu bekommen sondern einfach starr stehen zu bleiben. Wieder witterte sie. Der Wind stand für sie ungünstig. Falls der weiße Rüde der Grund des Geräusches war, bekam er die volle Witterung von Kimba und dem Welpen ab. Verdammt. Die Fähe beugte sich zu dem Welpen hinab und flüsterte mit leiser Stimme:

„Hör zu, Kalucy. Du bleibst jetzt immer bei mir und folgst mir einfach. Aber schön vor mir bleiben, damit ich dich sehe. Kriegst du das hin? Wir suchen jetzt deine Mama …“

Vielleicht lenkte der Gedanke an ihre Mutter Kalucy ja ab. Etwas anderes als darauf zu hoffen, blieb Kimba sowieso nicht übrig. Sie versuchte noch einmal, sich zu orientieren. Wenn hier nicht eventuell ein fremder Rüde herum streifen würde, könnte sie einfach in die Richtung gehen, die ihr am wahrscheinlichsten erschien, da hier keine Witterung der gesuchten Fähe zu finden war. Doch das Knacken war aus dieser möglichen Richtung gekommen, also würde sie nicht dorthin gehen. Und obwohl dies ein Umweg sein könnte, schlug Kimba einen anderen Weg ein, deutete kurz mit der Schnauze dorthin, damit Kalucy voraus ging und schlich vorsichtig in ein anderes schutzbietendes Gestrüpp. Nun hatte sie Kalucy hoffentlich im Blick. Bevor sie jedoch losging, sah sie sich noch einmal prüfend um.


[bei Kalucy (Azzardo in der Nähe?)]

(sorry, ist nicht so super und auch sehr spät, aber ich hab einfach nichts besseres hinbekommen und wollte euch nicht noch länger warten lassen ... bitte haut mich deshalb nicht ^^)
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mi Apr 11, 2012 2:10 pm

Der Himmel drehte sich. Die Welt verschwamm. Kartane hoerte nichts ausser Blake. Sah nichts ausser Blake. Vernahm seine fluesternden Worte. Laechelte. Er wollte sie bei sich haben. Wollte sie nicht an Mika verlieren. Mika, diesen Halbwolf. Ein innerliches Seufzen englitt der Schattenkriegerin. Sie wollte nicht an diesen Wolf denken. Aber genau genommen war er mit ein Grund dafuer gewesen, dass sie Faehe sich auf den Alphafelsen begeben hatte. Sie stand auf einem Platz, der ihr nicht gehoerte. Somit nickte sie schwach und leckte sanft und zaghaft Blake ueber sein Gesicht und entfernte sich dann einige Schritte. "Ich werde immer auf dich warten, Blake Himmelstaenzer." Kartane zog sich weiter zurueck, in den Schatten einer kleinen Baumgruppe. Sie wollte sich hinlegen. Aber hinlegen bedeutete ruhen. Ruhen bedeutete nachdenken. Nein! Kartane wollte nicht nachdenken. Sie hasste es. Sie wollte in der Realtitaet bleiben. Die Realtitaet gab ihr gerade jetzt das, was sie immer gesucht hatte, auch wenn es ihr nicht bewusst war. Liebe. Zusammenhalt. Ein Rudel.

Mit einem Ruck schuettelte die Weisse ihr samtenes Fell und straffte ihre Haltung. Aufstehen. Die Welt sehen. Sie hatte Stolz und...verdammt, was redete sie ueberhaupt? Das hier hatte nichts miteinander zu tun. Ihre Gedanken ueberschlugen sich und Kartane war sich nicht mehr so ganz sicher, was sie eigentlich denken wollte. Es war alles so durcheinander. Den Kopf klar zu bekommen schien eine vernuenftige Loesung zu sein. Die Schattenkriegerin sah sich um und entscheid dann, einfach loszulaufen. Sie hatte allerdings vor, in der Naehe des Rudels zu bleiben und so gab sie ihren Laeufen den Befehl, sich mit Hilfe der Muskelkraft, die ihnen zu Verfuegung stand, in den Boden zu stemmen und dann die Welt an sich vorbeirauschen zu sehen. Sie rannte und ihr Herz begann, kraeftiger zu schlagen. Sie atmete tief ein spuerte das Leben. Freiheit. Wildnis. Eigentlich wollte die Faehe vor lauter Freude heulen, doch es erschien ihr in diesem Moment unangemessen und so hielt sie ihr Maul geschlossen. In der Naehe des Teiches oder Sees - welcher Wolf kannte hier schon den Unterschied - verlangsamerte die Faehe ihr Tempo und sah sich um. Die meisten Woelfe hileten sich zwischen den Baeumen oder am Alphafelsen auf. Geteil in die beiden Parteien. Blake oder Mika. Allerdings entdeckte sie eine Woelfin, die mehr oder weniger allein herumwanderte. Wenn sie eishc recht erinnerte war es Noreya. Kartane meinte, sie waere die Schwester Mika's, konnte es aber nicht genau sagen.

Langsam trat die weisse Faehe auf die Aeltere zu. Sie mochte es nicht, allzu hyperaktiv auf andere Woelfe zuzugehen und deshalb blieb sie in einiger Entfernung stehen. Noreya hatte sie allem Anschein nach noch nicht bemerkt, also warf sie einen raschen Blick auf Blake. Er wuerde sie finden, wenn er sie suchen wuerde. Also blieb sie hier bei Noreya und beobachtete den Rest des Rudels. Wollte Mika's Schwester Reden, so konnte sie die Schattenkriegerin sehr gerne ansprechen. Kartanes Blick ruhte allerdings weiterhin auf Blake und sie hoffte instaendig, er wuerde sie ansehen.


[antwortet Blake | zoeht sich zurueck | laeuft | kann von Noreya angespielt werden]

_____________


I don't wanna hear the bad news when I was a little girl In front of the mirror I couldn't understand a thing There were tears falling down my cheeks no matter How much, I washed my face, I couldn't wash my soul.

Blake.
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa Apr 14, 2012 5:13 am

Samir zuckte leicht mit dem Ohr und drehte den Kopf zur Seite. Mika redete wieder, wie so oft und meinte, sie müssten sich besser mit dem Terrain in der Nähe der Eulenzunge bekannt machen. Samir hatte eigentlich wenig Lust, wieder in die Nähe seines steinernen Seelengrabes zurückzukehren, in dem er sich so elend gefühlt hatte und die schrecklichen Gedanken an den Entzug der Freiheit ihn gequält hatten, doch Mika sollte man sich lieber nicht widersetzten, das wusste er. Der Altwolf würde denken, dass Samir doch noch irgendwo zu Blakes Rudel gehörte. Doch in Wahrheit interessierte es den Nachtschwarzen ziemlich wenig, zu wem er gehörte und wer gegen wen war. Er wollte nur seine Ruhe. Wie jetzt zum Beispiel. er hatte in den letzten Tagen kaum geschlafen und sich nur irgendwo rumgetrieben. Viel nachgedacht und sogar einen fremden Wolf getroffen, ein paar Worte gewechselt mit seinem besten Freund ... nein, produktives hatte er nicht getan. Und so würde es vermutlich die nächsten Tage weitergehen. Samir runzelte bei dem Gedanken leicht die Stirn. er zerbrach langsam an sich selbst. Er wusste nicht genau, was er wollte, wo er hinsollte, zu wem er gehörte ... er fühlte sich durch und durch schlecht. Und dann tanzte hier auch noch diese kleine, weiße Fähe an und Mika meinte, er sollte nicht zu harsch sein. Samir zuckte abfällig mit den Ohren. Sollte Mika sie doch gleich dazu holen, vielleicht war sie zu was gebrauchen. Doch alle Fähen, die weißes Fell hatten, wirkten auf ihn weder bedrohlich, noch irgendwie anders gefährlich, da konnten sie ein noch so entstelltes Gesicht haben. Samir dachte sich bereits, dass dies mit Moira zusammenhing. Sie hatte schließlich ebenfalls weißes Fell gehabt. Er verscheuchte diese Gedanken wieder und blickte die Fremde, die sich als Nuray vorstellte, aus kühlen Augen an. Wahrscheinlich würde sie Mikas kleinem Rudel betreten und später zu Blake rennen. Er konnte sich nicht vorstellen, dass sie scharf darauf war, andere Wölfe zu bekämpfen. Endlich wandte er seinen Blick von ihr ab, nur um gen Himmel zu schauen. Wann der Regen wohl beginnen würde? Würde er ihre Gerüche aus Blakes Rudel waschen? Vielleicht. Vielleicht würde er finstere Gedanken bringen, oder neue Hoffnung. Doch die Erinnerungen würden bleiben. Die Sonne war nun fast untergegangen und erneut spürte er die Müdigkeit in seinen Knochen. Alles, was er nun noch wollte, war sich ein schönes Plätzchen zum Ausruhen zu suchen. Er wollte einfach nur seine Ruhe, keine Pläne oder sonst irgendwas. Der Schwarze erhob und blickte Mika an.

"Wenn es nicht ausmacht ... werde ich erstmal gehen. Falls irgendetwas sein sollte, ich bin in der Nähe. Bis später."

Er erwartete keine Antwort, und nickte den drei Wölfen kurz zu, auch wenn sein Blick gegenüber Nuray noch etwas skeptisch war. Dann schritt er davon, der Wind fuhr mit seinen unsichtbaren Fingern durch sein dichtes Fell und zerzauste es. Wo genau er hingehen sollte, wusste er nicht, doch er würde schon etwas finden. Seine Schritte trugen ihn schnell davon und schließlich verfiel der Hüne in einen Trab. Seine Muskeln spannten sich an und er sprang über einen gefallenen Baumstamm. Dann sah er das, was er suchte: eine kleine Kuhle im Boden, die doch groß genug für ein paar Wölfe waren, die beieinander liegen wollten. Die Kuhle war umgeben von dichten Farnwedeln, die im Sommer zu ihrer vollen Größe heran gewachsen waren und ausgestattet mit weichem Moos. Der große Rüde sprang hinein und ließ sich nieder. Es war wunderbar ruhig und seine Ohren zuckten vor Erwartung, da er damit rechnete, irgendwelche Schritte zu hören. Doch darauf wollte er sich nicht mehr konzentrieren, also legte er den Kopf auf die Pfoten und schloss einfach die hellen Augen. er hörte den Wind, der über die geschützte Kuhle leicht durch die Blätter rauschte und sein Lied sang. Ein paar wenige Vögel zwitscherten und irgendwo hörte er Wasser plätschern. Die endgültige Ruhe gab es wohl nie ... außer nach dem Tod.

Der Schwarze spürte, wie sein Kopf sich langsam klärte und er in die Traumwelt entglitt. Doch dann vernahm er einen wunderbaren, süßlichen Geruch, der ihm so vertraut war wie seine eigenen schritte. Ruckartig öffnete er die Augen und hob den Kopf. Und direkt neben ihm lag Moira, eine geisterhafte, wunderschöne Erscheinung. Sein Herz begann schneller zu schlagen und er blickte sie einfach nur an, aus Angst dass sie, wenn er sich bewegte, wieder verschwinden würde. Moira lächelte, doch ihre Bernsteinaugen, die merkwürdigerweise genau wie die von Ramyla waren, waren leer vor Kummer und Trauer. Ja, es waren nicht Moiras Augen ... es waren eindeutig die von Ramyla. Verwirrt starrte er sie an, doch moira reagierte nicht, sagte nichts, sie war einfach nur da. Eine Halluzination, die der Rüde nur in schrecklichsten Momenten hatte. Nur er konnte sie sehen, spüren und riechen. Doch das war ihm egal. Sie war da. Direkt neben ihm. Seine hellen Augen blickten direkt in die, die der Weißen eigentlich nicht gehörten und er erkannte den Schmerz, die Trauer darin. Sahen so wohl gerade Ramylas Augen aus? Er wusste es nicht. Sie war weggelaufen. Und erst jetzt wurde ihm richtig klar, dass er seine Gefährtin wohl nie wieder sehen würde. Nie wieder war ein schweres, endgültiges Wort, wie die ewige Ruhe. Samir legte den Kopf wieder auf die Pfoten und schloss schließlich die Augen. Er spürte, wie Moira ihren Kopf auf seinen Hals legte und dort verweilte. Glücklich atmete er aus und ließ seine Halluzination einfach gewähren. Er war so froh, dass sie da war. Doch trotzdem fragte er sich, wieso sie ihn wieder einmal heimsuchte. Er hatte Moira das Letzte mal in Migina gesehen. Einmal, als er für Ramyla Kräuter suchen musste hatte sie ihm den Weg gewiesen und als er schließlich begonnen hatte, Gefühle für seinen wildfarbenen Pflegefall zu entwickeln, hatte Moira im Wasser gestanden und geweint. Er war zu ihr gegangen, doch sie war verschwunden und nicht mehr aufgetaucht. Eine verschwommene Frage tauchte in seinen Gedanken auf. Er konnte sich nicht vorstellen, dass Moira traurig deswegen gewesen wäre, wenn er eine andere Fähe liebte. Vielleicht wusste sie, wie alles enden würde und deshalb waren ihre Tränen ins Wasser gefallen. Diese Erinnerung schmerzte Samir, doch die Wärme, die Moira gerade ausstrahlte war tröstend und beruhigend zugleich. Wahrscheinlich kam sie immer nur, wenn er sie wirklich brauchte. So musste es wohl sein. Mit diesem Gedanken fiel er tatsächlich ins Traumland, während Moiras Erscheinung weiterhin bei ihm war, den Kopf auf seinem Nacken, ähnlich wie bei einem Yin und Yang Zeichen. Ja ... so musste es einfach sein. Dies war sein Schicksal.


[Erst bei Mika, Nuray & Nuran || Entfernt sich; Halluzination von Moira; schläft (ist aber anspielbar]

_____________



Gestern stand ich noch am Rande des Abgrunds.
Heute bin ich schon einen Schritt weiter.
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mo Apr 16, 2012 5:24 am

In Gedanken versunken lief der braune Rüde hinter Korsan her. Der Wald war ihm irgendwie nicht geheuer. Es roch hier zu sehr nach fremden Wölfen. Zwar waren die meisten Spuren eher alt, doch war kaum zu überriechen, dass hier ein reger Durchgangsverkehr an Wolfsgetier herrschte. Fei war bei dem Gedanken, vielleicht bald auf andere Wölfe zu stoßen, nicht wirklich wohl. Es hatte schon eine ganze Weile gedauert, bis er sich daran gewöhnt hatte, Korsan und Laini ständig in seiner Nähe zu haben. Wirkliches Vertrauen zu diesen beiden hatte sich auch bisher noch nicht in ihm aufgebaut. Dennoch, irgendwo waren sie nun einmal eine Gruppe und er wollte auch nicht wieder gänzlich allein sein. Er versuchte meist, einfach nicht darüber nachzudenken, was passieren könnte. Abrupt blieb Fei stehen, als Korsan ihn ansprach. Ja, wo war eigentlich Laini abgeblieben? Ihm war nicht einmal aufgefallen, dass sie fehlte.

"Ich weiss auch nicht genau, wo sie hin wollte. Ich glaube, sie hat eine Spur verfolgt..."

Zwar hatte er nichts dergleichen gehört oder gesehen, doch wollte er vor dem älteren Rüden seine Unaufmerksamkeit nicht eingestehen. Dieser mochte sowieso schon Gott weiss was von ihm denken, so abwesend, ruhig und seltsam, wie er selbst in seinen eigenen Augen war. Er blickte sich um und hielt die Nase in den Wind, um vielleicht eine Spur von Lainis Witterung aufzunehmen, doch Korsan, der ihm gleich getan hatte, schien sie schon gerochen zu haben und ließ ihr eine Botschaft zukommen, damit ihr Standort der Fähe nicht verborgen blieb. Ein leichtes Lächeln huschte über die Lefzen des jungen Rüden, als Korsan beinahe wörtlich die Augen verdrehte und eine genervte Bemerkung über die Abwesenheit der Weissen machte. Zwar war der Dunkle nur ein Jahr älter als Fei selbst, doch manchmal könnte man meinen, er sei ihr Vater und sie beide noch Welpen, die beschützt werden müssen. Doch auch er wusste, welche Gefahren in der Welt lauern konnten. Und dass diese nicht unbedingt von Fremden drohten, sondern gerade in der scheinbar so sicheren Gemeinschaft warteten. Auch wenn er Korsan nichts Böses unterstellen wollte, konnte man doch jedem Wolf nur ins Gesicht, doch nicht in die Gedanken sehen. Er schüttelte ganz leicht den Kopf, um die Gedanken wieder zu vertreiben.

"Nunja... sie ist ja schließlich kein Welpe mehr. Ich denke, sie weiss schon, was sie tut, oder?"

Fei sah den größeren Wolf dabei nicht direkt an, sondern richtete seinen Blick eher in die Richtung, in der er Laini vermutete. War das jetzt zu direkt? Verdammt, eigentlich habe ich doch gar nicht so eine große Klappe. Ich hoffe Korsan nimmt mir das jetzt nicht übel...


[Bei Korsan | Laini in der Nähe]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Di Apr 17, 2012 6:34 am

Der kühle Abendwind peitschte Laini ins Gesicht als sie ihre Muskeln spannte. Direkt vor ihr befand sich nichts ahnend ein kleines Rehkitz, dass sich vermutlich von seiner beschützenden Herde getrennt hatte. So leichtsinnig! dachte sich die Fähe nur und duckte sich noch tiefer in das struppige Graß. Langsam kroch sie vorwärts und achtete auf jeden noch so kleinen Ast, der ein warnendes, knackendes Geräusch verursachen konnte. Immer näher kam sie dem Kitz nun und immer mehr erwachte ihr Jagdinstinkt zum Leben. Der Geruch des jungen Fleisches ließ ihr das Wasser im Maul zusammen laufen und der Gedanke an die zarten Sehnen des Jungtieres ließen sie unachtsam werden. So übersah sie auch den kleinen Erdhügel und sie plumste ungeschickt darüber. Das Kitz war nun gewarnt und entfernte sich mit schnellen Sprüngen von der tollpatschigen Jägerin. "Na super" waren Lainis einzigste Gedanken als sie sich schnell wieder aufraffte. Welcher Idiot stolpert schon über einen Haufen voller Dreck. Und das auch noch bei der Jagd! Stumm schüttelte sie ihr Fell, von dem einiges an Dreck beiseite flog. Jetzt erst bemerkte sie das Massaker in voller Größe: Sie war direkt in einer großen Morastpfütze gelandet und war jetzt nicht nur schmutzig, sondern stank auch höllisch. Laini rümpfte angewiedert die Nase und sah nach hinten um ihr schmutziges Fell genauer zu betrachten. Vielleicht finde ich eine Wasserstelle in der Nähe hoffte sie. So kann ich nicht vor Fei und Korsan treten.

Stumm entfernte sich die Wölfin weiter von dem Wald, in dem das Grüppchen zuvor gerastet hatte. Gänzlich auf die Suche nach einer Wasserstelle konzentriert, zuckte sie überrascht zusammen als sie ein Jaulen vernahm. Korsan erkannte sie sofort und starrte angestrengt in die Richtung des vertrauten Lautes. Als das Jaulen verklang, seufzte Laini tief und hob noch ein mal den Kopf um eine mögliche Wasserstelle zu wittern. Zu ihrer großen Frustration befand sich der nächste Fluss, was man eher als Bächlein bezeichnen konnte, in der Nähe von Korsan und Fei, was ihr unweigerlich eine unangenehme Begegnung aufzwang. Mist, das wird den beiden gar nicht gefallen dachte sie noch, als sie sich auf den Weg machte. Einen Umweg traute sie sich nicht zu gehen, da der ganze Wald nach fremden Wölfen roch und sie insgeheim ein wenig Angst vor einer alleinigen Begegnung mit diesen hatte. Mit Fei und Korsan wäre das kein Problem, zusammen konnten sie sich besser schützen und ein Aufeinandertreffen wäre so sicher für alle Parteien angenehmer. Ja, mit denen beiden verstand sie sich trotz einiger Meinungsverschiedenheiten recht gut. Fei und Korsan waren ihr sogar richtig ans Herz gewachsen, wenn sie es sich selbst eingestand. Beide waren vielleicht etwas still, aber dennoch konnte Laini die beiden gut leiden. Vielleicht war sie auch nur glücklich, dass sie nach so langer Zeit endlich wieder Artgenossen gefunden hatte. Genau wusste sie das selber nicht.

Es war nur ein kurzes Stück bis sie den Waldrand erreichte und ihre Gefährten nur noch wenige Schritte entfernt waren. Laini hoffte, dass man sie nicht so schnell bemerken würde und wälzte sich kurz entschlossen im feuchten Graß, um wenigstens einen Teil des Geruches los zu werden. Im Moment war ihr der Dreck egal, irgendeine Ausrede würde ihr schon einfallen. Die Fähe schluckte noch einmal schnell und machte sich schließlich auf den Weg zu den beiden Rüden. Sie rannte schnell, um die Begegnung möglichst rasch hinter sich zu bringen. Zu ihrem Verdruss wechselte der Wind auf einmal und sie konnte ihr Grüppchen nicht mehr riechen. Der Gestank des Morastes machte das nicht gerade besser. So blieb ihr nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass der Wind rechtzeitig wieder wechselte, wenn sie nicht überraschend einfallen wollte. Kaum hatte sie sich aber Gedanken darüber gemacht, wäre sie schon fast auf Korsan geprallt.

"Huch"

stieß die überrumpelte Fähe aus und schrak zurück. Verdammt dachte sie noch als sie in Korsans Augen starrte. Ihr wurde deutlich bewusst, dass sie nicht viel angenehmer roch als ein verwesendes Warzenschwein und warscheinlich auch nicht besser aussah.

Ich...ich...

fing sie an und versuchte sich verzweifelt eine Ausrede einfallen zu lassen. Darin ist sie leider noch nie gut gewesen und hielt auch nicht besonders viel von Lügnern und Schwindlern. Warum also nicht gleich die Wahrheit? Es gab schließlich schlimmeres und Korsan hatte kein Recht sie zurrecht zu weisen...wenn er das überhaupt tun würde. Doch Laini kannte ihn schon gut genug um zu wissen, dass er wohl verärgert über ihr plötzliches Verschwinden war. Hinter ihm konnte sie Fei entdecken, doch sein Gesichtsausdruck war ihr ein Rätsel. Kurz warf sie ihm einen entschuldigenden Blick zu, bevor sie sich wieder Korsan zu wendete.

Tut mir leid. seufzte sie endlich. Ich brauchte einfach etwas Zeit für mich und...es gab ein kleines Missgeschick...beim Jagen. Ich bin wohl...hingefallen.

Als sie ihre kleine Erklärung zu Ende gebracht hatte, war sie gleichzeitig erleichtert, schämte sich aber auch, was sie anstrengend zu verbergen versuchte. Sie versuchte aus Korsan's Miene schlau zu werden, was ihr nicht wirklich gut gelang.


[Jagt alleine | Fällt hin, wird dreckig & stinkt | Sucht eine Wasserquelle | Hört Korsans Jaulen | Findet Korsan & Fei überraschend | Versucht Korsan ihr verschwinden zu erklären]

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Di Apr 17, 2012 9:01 am

Raziel wusste nicht was er tun oder gar denken soll. Was soll er nur tun, er konnte doch gar nichts machen? Was kann er schon hier ausrichten? Etwa wider eine Standpredigt halten und wider das labbern einfangen? Ne, ein zweites Mal würde er sicher dies nicht machen. Er hatte schon alles gesagt was er sagen wollte, auch wenn das erste Mal ziemlich schief ging und er eine nicht elegante Wortwahl traf. Warum auch? Mit solch einen alten Sack wie Mika musste man halt diese primitive Wortwahl benutzen, es brachte nichts gut zu zureden. Er hasste ihn einfach, hasste ihn einfach über alles. Das dieser ihn einfach einen Freund „Geklaut“ hatte, er würde ihn in der Luft zerfetzen. Nein, nein er hielt sich zurück und ja wie man so schön sagte benahm sich vorzüglich außer dem Patzer vorhin. Oh Gott, wie gerne würde er dies zurück spulen und anders machen. Was geschehen ist, ist nun geschehen und daran kann man nichts ändern.
Der Rüde blickte umher und seine Augen blieben wider an diesen grauen alten Pelzknäul von Rüden hängen. Er konnte nichts seine Augen schrien nur vor Hass, er konnte diesen Rüden nicht leiden. Instinktiv sträubte sich sein Fell und mit hasserfüllten Augen schaute er diesen an.
Oh wenn Blicke doch nur töten konnte, so würde dieser wie ein totes Karnickel da legen.
Sein Fell legte sich aber wider, er durfte nicht so offensichtlich sein das er ihn hasste auch wenn er es gerade so schön vorgeführt hatte. Nein, er durfte keine Fehler mehr machen. Wenn aber Blake ihn wirklich aufnahm…was würde er tun? Etwa Blake böse von einem Baum angucken und in Gedanken sprechen „Du Arschinstrument warum hast du das getan?“ Nein das würde er nicht machen oder doch? Tja die Gedanken amüsant, wie auch die Vorstellung wäre lustig. Wider blieb sein Blick auf Maral und er konnte sich ein lächeln entlocken und schenkte dies Maral, hinterhältig war dies und zeigte nur das er diese erbärmliche graue Taube hasste wie kein anderen, außer Mika natürlich.

Immer noch kuschelte sich Raziel an Sakura, ihr Fell war so weich wie kein anderes und nur bei ihr fühlte er sich wirklich an seinen rechten Platz. Er liebte sie sehr, einfach zu sehr und genau in diesem Moment musste er zurück denken. Wo er und die anderen in der Höhle fest saßen, wo er fast in Verstand verlor, denn Verstand verlor seine Familie nie wider zu sehen und seine Gefährtin.
Die Naht platze auf und wider schmerzte es und blutete es, die Erinnerung war schmerzhaft.
Er wollte nie wider über sowas denken, das er wahrscheinlich seine Gefährtin verloren hätte.
Nein, dies durfte er einfach nicht denken. Wenn er sie verloren hätte, er wüsste einfach nicht was er noch dann hier auf der Welt verloren hätte. Raziel wusste es einfach nicht, irgendwas ihn im wäre verloren gegangen. Was würde mit ihm passieren…Fragen über Fragen, doch keine Antwort.
Er musste Seufzen und atmete den süßlichen Duft seinem schönen weißen Engel ein.
Wie das Leben ihn doch beschenkt hatte mit einer Familie und einer Gefährtin. Raziel Ohren zuckten er schaute zu Sakura und musterte sie. Blanke Panik waren da zu sehen, sie hatte Angst das Rudel zu verlassen oder dies gar in Betracht zu ziehen. Natürlich war dies selbstverständlich, er lächelte sanft zu ihr.

„Das Rudel zu verlassen, würde mir selber eigentlich nicht in den Sinn kommen. Ich hänge zu sehr an meiner Familie und du weißt doch wenn ich auf 180 Grad bin, schwaffel ich alles möglich von mir. Meistens irgendwas, was ich selber dann erst realisiere, aber dann ist es zu spät. Irgendwie hat sich so vieles hier verändert, fast alles. Langsam glaube ich das Rudel bricht zusammen wegen Mika, vielleicht hegen welche Zweifel. Ich weiß es nicht, aber das Rudel hat sich verändert, wie auch die Rudelmitglieder. Hast du gemerkt, das Ramyla anders ist als sonst. Sie ist…sie ist einfach nicht mehr die alte, die ich kannte. So viel hat sich verändert und wir haben auch viele Neulinge dazu bekommen…Jetzt schwaffel ich wider so ein Unsinn von mir. Mah ich glaube die Schläfrigkeit macht sich langsam breit. Aber ich kann auch nicht schlafen, wenn dieser Mörder da draußen irgendwo ist und hier rumlungert.“
Und dies stimmte auch, wer konnte den auch jetzt schlafen? Es kann jederzeit passieren, dass Mika auftaucht und jeden abschlachten will oder sonst noch was anstellen will. Aber Raziel hoffte, das auch der alte Knacker auf Ruhe jetzt aus war und seine Äuglein mal zu macht. Gähnend schaute er in die Ferne und versuchte sich mit allen Mitteln noch wach zu halten. Raziel war einfach erschöpft, erschöpft vom heutigen Tag und bald würde es auch so richtig nächtlich werden. Denn die Sonne war schon verschwunden.


{bei Sakura – redet mit ihr – erschöpft, hält sich aber mit Mühe wach}


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Do Apr 19, 2012 4:54 am

In der Tat hatte das heiße Feuer der Lebensfreude, welches von der kleinen Sachi ausgestrahlt wurde wie die heißen Strahlen der Sonne an einem Sommertag, den sonst eher zurückhaltenden Rüden voll und ganz in Brand gesetzt. Sein Herz wurde von den Flammen der Bewunderung umzüngelt, ohne ihm auch nur im geringsten zu schaden. Wie schön es doch war von so einem süßen Wesen empfangen zu werden! Cassian genoss den Anblick der Jungwölfin und ein liebevoller Ausdruck setzte sich auf sein Gesicht während er seine Gesellschaft bei ihrer wilden Jagd beobachtete. Ach, wie viel Lebensenergie dochd urch ihre Venen floß! Dies war eine Eigenschaft der Jugend, welche von dem Grauen sehr geschätzt wurde, wie eigentlich alles an der Reinheit der Unerfahrenen. Ihre Seele war noch unbefleckt von den Spuren der Zeit...eine heilige Sache, welche Cassian unglücklicher Weise nicht von sich behaupten konnte, denn das Blut seiner Artgenossen beschmutzte sein Fell und auch wenn es physicalisch nicht mehr sichtbar war, spürte der Wolf die schwere Last des Mordes auf seinen Schultern. Dagegen konnten nicht einmal seine Worte etwas tun, so sehr er es auch versuchte. Doch sein Wortschatz gehörte zu ihm wie seine Pfoten und er würde ihm um nichts in der Welt verwerfen! Cassian ohne Worte war wie ein Vogel ohne Flügel - unnatürlich, grausam und gegen alle Gesetzte der Natur, das stand ganz klar fest, wie ein Fels in der Brandung. Wo andere Rüden ihre Kraft und Stärke aufzuweisen hatte, konnte der Mischling mit seinen sprachlichen Fähigkeiten überzeugen, auch wenn jene nicht jedem Zuhörer die Ohren verführte. Aber dafür konnte der Poet ja nichts. Idiotie war schließlich nicht die Schuld seiner Künste!
Mit einem leichten Schütteln seines grauen Hauptes, zerrte Cassian sein Bewusstsein wieder in die Realität zurück und verbannte seine abwegigen Gedanken für den Moment in die hinterste Ecke seines Intellekts. Denn was nun zählte war nicht das Problem der Volksverdummung, sondern die liebliche Sachi! Wie ein kleiner, schwarzer Wirbelwind hechtete sie einem Kaninchen hinterher, in der Hoffnung es mit ihren niedlichen Pfötchen zu erwischen. Welch ein freudiger Anblick! Er zauberte Cassian sofort wieder ein Lecheln auf die Lefzen. Als die Kleine sich dann auch noch von oben bis unten begutachtete, ging ihm vörmlich das Herz auf, wie eine Blume im Frühling. Welche Grund hatte sie für diese Inspektion des eigenen Körpers gefunden? Der Philosoph konnte keine Antwort auf diese beiläulife Frage aufweisen, doch es interessierte ihn ja auch nicht im geringsten. Egal was Sachi tat oder sagte, sie war immer zum niederknien süß! Und wenn sie auch noch ein Mitglied der Heaven Wolves war, konnte Cassian sie jeden Tag sehen, geschweige denn, er würde auch als Teil des Rudels annerkannt werden. Jedoch machte der Rüde sich darüber keine großen Sorgen, da er sich selbst als äußerst hilfreich bezeichnete. Sein Seelengrund war überaus Aufnahme fähig und selbstverständlich konnte er die Intelligenz der anderen Wölfe auch mit Wissen bereichern, das stand außer Frage. Also gab es auch keinen Grund zur Verzweiflung! Nun aber zurück zu Sachi, welche ihn jetzt ohne jegliche Vorwarnung angesprungen hatte und ihre hellen Augen über seine Statur schweifen ließ. Was hatte sie denn? Befand sich etwa irgendein Ungeziefer auf seinem grauen Haarkleid? Na hoffentlich nicht! Welch eine Schmach es doch wäre, von einem hässlichen, kleinen Insekt geritten zu werden, wie ein dummes Pferd! Nein, also das wäre ja nun wirklich zu viel des Guten...Aber dies scheint ja nicht Sachis Problem zu sein, denn der angestrengte Ausdruck auf ihrer hübschen Schnauze verriet, dass sie nach einer bestimmten Sache suchte und diese befand sich ihres Erachtens nach wohl auf Cassians Fell. Aber was könnte es denn sein...?

"Kann ich mich, bescheidener Weise, bei deiner Suche als hilfreich erweisen, mein Engelchen?"

Fragte der graue Rüde mit einem sanften Klang in der Stimme und beäugte die Kleine neugierig von der Seite. Wunderte sie sich eventuell über sein etwas außergewöhnlicheres Fell, welches bräunlich schimmerte? Hm, aber so ungewöhnlich war es ja jetzt nun auch wieder nicht, oder? Naja, es wird sich ja wohl bald herausstellen, warum die Schwarze ihn so fragend inspizierte, nicht wahr?



{im Wald | SACHI | fragt sie warum sie sein Fell anstarrt}
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Fr Apr 20, 2012 7:22 am

“Turn and turn and turn around,
dance like the leaf in the wind.
Rund and run and run about,
leave the fallen times back.“

Maral blickte dem Alpha nach. Er ist zu einer weißen Fähe gegangen und hatte den Unbekannten hier alleine zurück gelassen, während der schwarze Rüde sich knurrend verzogen hatte nach der Attacke. Was war das hier nur für ein verrücktes Rudel? Er verstand, warum der andere diese Sprache gehalte hatte. Und er konnte es nach vollziehen. Er bot hier seine Hilfe an, ja? Er kam das erste mal auf ein Rudel zu und wollte sich ihm anschließen, ihm beistehen und dann so ein larifari Gehabe?
Das war dem grauem zu viel. Das passte ihm so ganz und gar nicht. Murrend erhob er sich und schloss die Augen. Gut, er war hier nicht gewollt, der Wind hatte gedreht und er sollte nun gehen. Ja, das war besser. Für seine geschundenen Nerven und bevor er hier ein Streit vom Zaune brach. Auch wenn es gar keinen Zaun gab. “Dummköpfe..“, murmelte er leise und die grauen Augen öffneten sich um noch einmal um sich herum zu schauen.

Er war alleine, wirklich alleine. Gut. Dann sollte er den Weg gehen, den er gekommen war. Am Alphafelsen vorbei zu den Weiden und dann wieder dem Wind folgend. Irgendwo würden Aufgaben auf ihn warten, er wusste es. Nur aus diesem Grund setzte er die Pfoten in Bewegung und ging los. Es gab keine Abschiedsworte, keine weiteren Meldungen. Er blickte auch nicht zurück. Nur nach vorne. Es gab nie ein Damals immer nur ein Morgen.

Das letzte was von Maral, dem grauen Sturm, berichtete war der Wind und die Spuren im weichen Boden. Ansonsten schien es, als sei er nie da gewesen.


[MARAL // AUSSTIEGSPOST]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa Apr 21, 2012 2:08 am

Langsam. Nur ganz langsam strichen die Pfoten von Aynu über den Boden. Da sie nicht sehen konnte, wo sie hin ging und wo sich Löcher befanden, musste sie erst einmal auf dem unbekannten Terrain alles abtasten. Somit hielt sie ihre Pfoten sehr nahe am Boden und versuchte so jegliche Unebenheit zu spüren. Das war alles Selbstschutz. Wer wusste denn schon, wann die nächste Kuhle kam, in der sie hinein rollen konnte?

Es war schon etwas traurig, wenn man nicht die Umwelt sehen konnte. Wenn alles um einen herum einfach… inexistent ist. Aber davon durfte sie sich nicht unterkriegen lassen. Was wäre eine Aynu, ohne vollkommenen Optimismus? Auch wenn jetzt niemand hier war, so konnte sie doch nicht ihre Maske ablegen. Immer weiter dieses glückliche Gesicht, mit diesen unendlich traurigen weißen Augen. Aber wen würde das schon stören? Immerhin war hier niemand.
Schon lange war sie keinem anderen Wolf begegnet. Oder überhaupt einem Tier. Ihr Magen musste mittlerweile wie eine Rosine getrocknet sein. Solange hatte sie schon nichts erjagt. Und langsam verließen sie ihre Kräfte. Schlurfende Bewegungen ließ sie vollkommen trostlos und alt erscheinen, während ihre Nase auf dem Boden gerichtet war. Vielleicht war ja doch etwas hier. Selbst mit Aas konnte sie sich zufrieden geben. Auch eine kleine Maus wäre ihr recht gewesen. Aber wahrscheinlich war dies etwas zu viel. Sie durfte nicht nach so vielem fragen. Schließlich war sie nur eine Wanderin. Unbedeutend. Schwach. Blind. Zu nichts nutze.

Es war kälter geworden. Viel kälter. Der Wind ließ alles noch ein paar Grade kälter wirken, während sie am Fluss entlang lief. Dies schien für sie die beste Möglichkeit. Immerhin hatte sie so mehr die Chance, dass ein Tier hier war, um was zu trinken. Oder zumindest die Spur nach einem Tier hier war. Denn sie hatte Hunger. So unendlichen Hunger. Wenn sie nicht bald etwas zu fressen fand, würde sie diesen Winter nicht überleben… War es nicht Ironie, wenn das, was einen sonst immer zum Lachen zwang, nun auch umbrachte?


[torkelt am Fluss entlang]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa Apr 21, 2012 2:54 am

Sage nichts, solange man dich dazu zwingt.
~ Truman;; Schlittenhund
Durst. Hunger. Der braune Wolf lief einsam durch den Wald, seine Schritte waren leise und kaum hörbar. Vorsichtig tapste er über den Waldboden, auf der Suche nach etwas Nahrhaften. Sein Magen knurrte schon seit Stunden und sein Rachen brannte wie Feuer. "Bitte lieber Gott schenk mir Wasser und wenigstens eine kleine Maus.", bat er den Herrn um Hilfe und schaute kurz zwischen den Baumwipfeln hindurch in den Himmel. Wenn Chetan nicht langsam etwas zwischen die Zähne bekam, konnte er sich gleich vor ein hungrigen Bären schmeißen. Seine Ohren zuckte hin und her, somit versuchte er auch die kleinsten Geräusche wahrnehmen zu können. Plötzlich stieg ihm ein starker Geruch in die Nase. Der Wolf beschleunigte sein Tempo, bis er in einen gleichmäßigen Trab fiel. Chetan beschloss dem Geruch zu folgen.

Kurze Zeit später erkannte er eine fremde Wölfin am Fluss. Er seufzte, da er Beute erwartet hatte. Wäre er ein normaler Wolf wäre er jetzt vielleicht auf die Fremde zu gegangen und hätte mit ihr geredet oder so, aber was sollte Chetan Travis denn machen? Er sprach nun mal nicht. Lange Zeit beobachtete der Braune die Wölfin die am Wasser entlang torkelte. Seiner Meinung nach lief sie ein wenig komisch, als ob sie betrunken war. "Hallo Fremde. Mein Name ist Chetan und ich kann nicht sprechen. Cool, wah?", ging es dem Großen durch den Kopf und ein leises Murren entfuhr ihm. "Na klasse. Was soll ich jetzt tun. Am besten stelle ich mich einfach vor sie und warte bis sie mich anspricht. Wow. Echt tolle Idee Chetan, dann hält sie dich gleich für gestört." Chetan dachte über manche Sachen mehr nach als andere Hunde, da er seine Meinung nur in Gedanken wiedergeben konnte. Da der Braune noch leicht im Gebüsch war, trat er ganz hinaus und setzte sich dann hin, um die Wölfin beobachten zu können.

Doch nach ein paar Minuten empfand er das für Schwachsinnig und erhob sich wieder. Dieses Mal fiel ihm jeder Schritt noch schwerer als zu vor. Die Wölfin sah er nicht mehr, da er durch die Büsche eine Abkürzung genommen hatte, um ihr nicht in den Weg zu laufen. Etwas Flussaufwärts trat er vor zum Wasser und schrank hastig ein paar Schlucke, er spürte wie das kalte Nass seinen Rachen runterlief. Es fühlte sich nicht gerade schön an, aber seine Schlücke wurden nicht kleiner, dafür war sein Durst zu groß. Wasser. Endlich hatte er das Wasser erreicht und trank nun so viel er konnte. Fast zwei Minuten später war sein Durst gestillt. Chetan blieb am Fluss stehen und schaute auf die andere Seite. Da sah es genau so aus wie auf der Seite wo er stand. Komisch. Na ja, für den jungen Rüden sah hier sowie so alles gleich aus.


am Fluss;; (Aynu)
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa Apr 21, 2012 5:27 am

Ein kühler Windzug fuhr durch Blakes Fell und er nahm seinen Kopf von Kartanes Nacken, um die Weiße wieder anzusehen. Sie erwiderte erst nichts und erst nach einigen Sekunden spürte er, wie sie ihm über das Wangenfell leckte. Sie würde auf ihn warten. Etwas verwirrt blickte er ihr nach, wie sie davon lief. Dann schüttelte er seinen Kopf und zuckte mit den grauen Ohren. Fähen. Aus ihnen sollte man schlau werden. Der große Rüde wandte sich um, um zurück zu dem Neuankömmling zu gehen. Doch ... er war gar nicht mehr da. Na wunderbar. Blake seufzte tief und hätte sich am liebsten irgendwo hingelegt, um seine Gedanken zu ordnen, so verwirrt war er. Erst die Sache mit Mika, die ihm immer noch ziemlich zu schaffen machte und Kartanes Worte. Und auch dieser fremde Graue, der sich vorhin scheinbar mit Raziel angelegt hatte ging ihm nicht aus dem Kopf. Und wo war sein Beta nun überhaupt? Suchend huschten die Bernsteinaugen umher und entdeckten den Dunkelbraunen schließlich neben seiner Gefährtin. Immerhin waren die Beiden noch glücklich. Ramyla schien Samirs Abschied nur schwer verkraftet zu haben, denn noch immer fehlte sie. Blake wusste nicht, was er tun sollte. Sie trösten? Später vielleicht, wenn sie wieder da war. Obwohl sie sich in letzter Zeit eher auseinander gelebt hatten, fühlte Blake doch trotzdem noch die Zuneigung zu seiner Freundin, die er schon so lange kannte. Unschlüssig stand er vor dem Alphafelsen, während der Wind wieder durch sein Fell strich. Er blickte gen Himmel, der immer düsterer wurde, nachdem die Sonne untergegangen war. Und in dem Moment fiel auch gerade ein Tropfen hinab, direkt auf seine Schnauze. Der Regen schien zu beginnen. Er hatte lange genug auf sich warten gelassen. Der Graue schüttelte seinen Pelz und begann sich langsam zu den Trauerweiden, wo Kartane hingelaufen war. Er zuckte leicht zusammen, als er bemerkte, dass sie ihn anblickte und erwiderte automatisch den Blick ihrer dunkelbraunen Seelenspiegel, die er immer wieder mit denen von Mika in Verbindung brachte, vermutlich, weil ihre fast schwarz aussahen, ebenso wie die seines Erzfeindes. Gerade wollte er zu ihr gehen, da bemerkte er Noreya, die bei ihr stand. Seine Ohren zuckten verärgert und er wandte sich ab. Nie war er mit ihr alleine. Also entschied er sich dazu, Ramyla zu suchen. Einfach nur, um zu sehen, wie es ihr ging, auch wenn sie in letzter Zeit nicht unbedingt viel mit einander zu tun hatten.

Blakes Schritte waren groß, während er der noch frischen Spur von Ramyla folgte. Seine Schnauze berührte dabei fast den Boden und seine Rute streifte unabsichtlich die vielen Farnwedel. Blake wusste einfach nicht, wohin mit sich. Er wollte bei seinem Rudel sein und ihm Schutz bieten, doch wie sollte er das machen, wenn so viele fehlten? Jeder war irgendwo anders und die Gefahr, die von Mika ausging, konnte von überall kommen. Wie sollte er dann auf alle Acht geben? Was wäre, wenn jemanden etwas passierte? Es brachte ihn langsam um den Verstand, nicht für alle gleichzeitig da sein zu können. Zum Beispiel für Kalucy, seine Nichte und gleichzeitig auch sein Patenwelpe. In letzter Zeit drehten sich seine Gedanken nur um Mika und um Kartane. Er brauchte eine Auszeit. Einen Moment Ruhe, in dem er alles verarbeiten konnte. Und vor allem brauchte er die Unterstützung seiner beiden Betas. Die Ohren des Grauen zuckten, als er Geräusche und Stimmen hörte. Der Rüde hob den Kopf und seine Seelenspiegeln fixierten Cabezan und Sharouk, die in Ramylas Nähe standen. Er nickte Cabezan leicht lächelnd zu, ehe er langsam auf sie zuschritt. Ramyla lag mit dem Rücken zu ihm, also leckte er ihr leicht über den Kopf. Hatte Ramyla vorhin etwas davon gesagt, dass Kalucy weg war? er hatte es kaum verstanden, schließlich war er noch ziemlich entfernt gewesen. Durch die bedrückte Atmosphäre, die ebenfalls in Blake lagerte, war es unglaublich ruhig, so dass er sich kaum traute, den Kopf wieder zu heben, aus Angst, jemanden zu erschrecken. Doch schließlich blickte er zu Cabezan, diesmal ohne ein Lächeln. Ihm war nicht danach. Er fühlte sich auf einmal leer, als ihm wieder klar wurde, wieso es Myla so ging. Samir, sein Bruder und ihr Gefährte, war ein Verräter. Doch er sprach es nicht aus, obwohl es in seinen Gedanken umherschwirrte wie eine Motte, die Licht entdeckt hatte.

"Wenn ich es richtig verstanden habe, dass Kalucy weg ist ... würdet ihr sie suchen?"

Seine Stimme war leise und ruhig, obwohl in seinen Bernsteinaugen Kummer und Abwesenheit zu lesen war. Er vertraute Cabezan, er vertraute ihm sehr, schließlich war er auch der Pate von Sharouk, der ebenfalls mit ihm verwandt war. Er blickte das kleine, braune Knäuel kurz an und brachte ein Lächeln zustande. Ein brauner Himmelswolf. Eine Seltenheit. Letztendlich blickte er noch einmal zu Cabezan und schließlich wieder zu Ramyla. Er ließ sich neben seiner Betafähe nieder und stupste mit der Schnauze leicht in ihre Halsbeuge. Mehr tat er nicht. Sagte nichts, dachte auch nicht darüber nach, was er sagen sollte. Er schwieg einfach nur und leistete ihr stumme Gesellschaft. Er wollte über nichts nachdenken, sondern einfach nur seine Ruhe - und wie konnte er diese besser haben, als bei einem Wolf, der scheinbar ebenfalls nur seine Ruhe haben wollte? Das Samir weg war, war nicht gut. Zum einen, weil es einfach nur ein Verrat war, obwohl Blake die ganze Zeit damit gerechnet hatte und zum anderen, weil er ein extrem starker Gegner war, mit dem man sich nicht anlegen sollte. Samir war gerecht, aber hart. Doch wieso hatte er sich Mika angeschlossen? War Blake wirklich so blind, dass er etwas übersah. Er schüttelte den großen Kopf und blickte in die Ferne, während er Ramylas warmen Körper neben sich spürte, ein großer Trost für den Grauen, der sich gerade ziemlich verloren vorkam.


[Erst bei Kartane || Auf der Suche nach Ramyla; bei ihr, Cabezan & Sharouk]

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Shakey liebt die Milkakuh und das Kartane ♥️.
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa Apr 21, 2012 9:13 am

Taumelnd lief die Altfähe herum. Was tat sie hier eigentlich`? In ein neues Rudel schien sie sich nciht einpassen zu können. Gesellschaftsleben fiel ihr schwer. Gar unmöglich. Seit Mika ihr das ganze Rudel genommen hatte - ihre Familie, hatte sich ihr Leben drastisch verändert.
Doch nun war Noreya hier. Sie hatte sich Blake's Rudel angeschlossen, weil Mika auch hier war. Ihr abtrünniger Bruder, der ihr das Leben ruiniert hatte. Ein tiefer Schmerz breitete sich in der Brust der Hybridin aus. Sie brauchte jemanden, dem sie sich anvertrauen konnte. Sie sah sich um. Namid war nirgends zu entdecken. Ihre Hoffnungen verließen die Einzelgängerin und sie legte sich auf die Pfoten. In diesem Moment fühlte sie sich zum aller ersten Mal alt. Ein Seufzen entfleuchte ihr. Das hier war doch nciht das wahre Leben.
Leben war frei sein. Laufen. Atmen. Einfach leben.
Mit einem Mal hatte die Fähe das Gefühl, beobachtet zu werden. Sie legte den Kopf schief, stand flink auf und sah sich um. In ihrer Nähe stand eine Fähe, die wunderschönes weißes Fell hatte. Kartane musste ihr Name sein. Sie war oft in der Nähe Blakes - alem Anschein nach empfand sie etwas für ihn.
Mit sanften Schritten ging die Maskenträgerin auf die neue Gesellschaft zu. Mit einem Nicken begrüßte Noreya Kartane kurz, ehe sie sanft die Stimme erhob.

"Guten Tag - Kartane, nicht wahr? Es tut mir leid, wenn ich dich so unverfroren anspreche, aber ich suche einfach nach Gesellschaft und du scheinst mir eine sehr gute Alternative. Mein Name ist Noreya. Du wirst wahrscheinlich meinen Bruder kennen - Mika. Ich bin nicht stolz auf ihn und auch keineswegs wie er. Aber man kann sich die Familie nicht aussuchen."

Damit ließ sie den Kopf hängen. Sie konnte nun wirklich am aller wenigsten etwas für ihren bruder oder gar seine Grausamkeit. Aber was kontne sie tun? Sie würde ihn wohl bald aufsuchen. immerhin war er der Grund, warum sie hier war. Mika finden. Ihr Lebensziel. Nun hatte sie den Schlamassel.Mit einem heftigen Kopfschütteln brachte sie ein sanftes Lächeln zustande, das sie Kartane schenkte.


[ allein ;; denkt über Mika nach ;; bei Kartane ]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Sa Apr 21, 2012 9:24 pm

its the moment of truth and the moment to lie
its the moment to live and the moment to die
the moment to fight, the moment to fight,
to fight, to fight, to fight!
to the right to the left we will fight to the death!
to the edge of the earth, it's a brave new world from the last to the first.



Der Weiße folgte noch immer der Fähe, die das kleine Bündel Fell im Maul trug und nach einigen Schritten schon wieder absetzte. Das Kleine sollte ihr folgen und zusammen würden sie seine Mutter suchen. Irgendwie war Wahrheit in der Stimme, sogar Hoffnung die Mutter zu finden fand er, aber er war sich nicht sicher, ob die Zwei ihr Ziel erreichen würden. Ein Welpe eines Rudels, in dem er einmal gelebt hatte, war auch voller Zuversicht gewesen. Er hatte sie immer finden wollen, überall gesucht und sie so vermisst, wie kein Welpe vor und nach ihm es tun würde. Und schließlich hatte er seine Mutter auch gefunden. Die Pfoten verbunden mit dicken Seilen, das Maul zu einem letzten Hilfeschrei geöffnet und die Augen aufgerissen, um besser die neue Welt zu sehen, die sich ihr in dem Augenblick des Todes geöffnet hatte. Der Pelz der Grauen war voller Schmutz und rötlichen Verfärbungen. Blut. So viel Blut.
Der ganze Fluss, an dem der Welpe sie gefunden hatte, hätte voller Blut sein können, aber er war klar. Voller Tränen, die der Kleine wegen ihr schon heimlich geweint hatte. Er hatte seine Schwächen nie dem Rudel gezeigt und in diesem Augenblick, dem Anblick des Todes seiner Mutter war er auch nicht schwach geworden. Er hatte sich neben sie gekauert um ein letztes Mal neben ihr schlafen zu dürfen.

Anfangs hatten sich die Wölfe des Rudels daran beteidigt, doch in der Nacht war ein Sturm heran gebrochen und auch der letzte Wolf wich von der Seite der Grauen. Nur ihr kleiner Schützling kauerte noch neben ihr um sie mit seiner lebendigen Wärme zu wärmen und ihr noch ein paar Funken Leben zu schenken. Azz hatte das Szenario lange beobachtet, ehe er zu dem Kleinen getreten war, auch wenn seine andere Seite sich dagegen gewehrt hatte, um sich neben den Kleinen zu legen und ihn warm zu halten. Azzardo hatte sich im Regen an ihn gekauert und die schweren Windböhen mit ihm zusammen durchgestanden, bis zum nächsten Morgen. Das Rudel hatte schon gejagt und gespeist, als sich die beiden von dem leblosen Muttertier erhoben und mit ihnen aufbrachen.
Die Reise war schwer gewesen für den Kleinen und Azz hatte ihn tragen müssen, obwohl der Kleine sich dagegen gewehrt hatte. Er hatte nie Schwäche zeigen wollen, nie. Auch nicht, als er als erwachsener Wolf neben Azz gelaufen war oder mit den schwersten Verletzungen weitergekämpft hatte, für ein Rudel, dass ihn im Sturm allein gelassen hatte. Er war immer stark gewesen und war es auch, als die beiden sich getrennt hatten und die Brüderlichkeit zwischen ihnen für immer verloren gehen würde.

Azzardo betrachtete den kleinen Welpen noch einmal, der neben der Fähe her lief und überlegte sich, ob er diese Kraft hatte, diese Stärke weiter zu machen, auch wenn alles verloren war und niemand mehr neben ihm im Sturm liegen wollte. Er versuchte sich den Kleinen in der Rolle seines damaligen Schützlings vorzustellen und schüttelte dann traurig mit dem Kopf.
Niemals würde dieses kleine Bündel Fell die Kraft haben, das zu durchleben, was ein anderer vor ihm fast schmerzlos überwunden hatte. Niemals wäre er stark genug für eine solche Aufgabe. Azzardo würde den beiden folgen, damit er für diesen kleinen Haufen Fell mit Tapspfoten da sein konnte, wenn es zum Ernstfall kommen sollte, was er selber niemanden wünschte. Nicht einmal seinem schlimmsten Feind.




{ folgt Kimba }
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Di Apr 24, 2012 7:20 am

“Du musst tanzen durch das Feuer,
Tanz nur immer weiter, tanz !
Tanz solange die Musik spielt,
Dreh dich einmal voll und ganz !“

Sachis Ohren waren das erste was sich zu Cassians Stimmenquelle drehte, dann waren es die goldenen Augen und dann der pechschwarze Kopf. Sie blickte ihn an. Erst irritiert, dann mit großen Augen die immer größer wurden.
“Aber ist das denn nicht offensichtlich? Ich suche dieses Cassian was an dir kleben soll wie meine Flecken. Aber dreckig ist Sachi nicht! Nein, nein. Ich hab nicht einmal den Dreck gefunden!“, beteuerte sie wehement und nickte so eigensinnig, dass das Wangenfell munter mitwippte zu diesem Takt. Mit einem eleganten kleinen Sprung stand sie auch schon wieder neben dem Philosoph und blickte ihm in die Augen. “Aber wo ist denn dein Engelchen? Ich sehe nur dich und mich. Den Wald und die Pflanzen. Und wenn ich jetzt suchen würde, dann würde ich sicher auch Vogel, Eichhörnchen und Hase finden. Mit etwas Glück ein Rebhuhn oder wie sich dieser halbfliegende Vogel schimpft. Also dieses Engelchen sehe ich definitiv nicht. Ich hoffe das ist nicht so schlimm für dich.“, sprach sie weiter und seufzte leise.

Ihre Beine wurden wieder unruhig und ihr Geist war voll von... Nichts oder Fragen? Oder vielleicht doch eher beidem? Himmel Herr Wolf, das war ja schwer heute hier. Alles auf einmal bei sich zu behalten und all sowas.
“Sagmal, du hast nicht Cabezan oder Sharoûk gesehen? Die suchen mich nämlich und eigentlich muss ich mich vor denen Verstecken.. Doch dann fand mich diese Mea-Mama-Maela-Mealala-Meatala oder so. Eine Fähe die ich vor kurzem noch bei mir hatte. Komisch wo ist die überhaupt?“ Sachi sah suchend um sich, bevor sie nur seufzte und den Kopf schüttelte. “Muss bei meiner Hasenverfolgung verloren gegangen sein. Aber die ist groß, die findet sich sicher wieder und dann findet die auch mich. Also wenn du die gesehen hast, dann hast du denen nicht versprochen mich zu suchen oder? Weil das wäre unfair. Immerhin spielten wir eigentlich verstecken und da holt man sich keine Verstärkung, verstehst du? Naja also, dann darfst du eben nicht mitspielen und wenn die mich suchen und du weisst wo die sind, musst du es mir sagen. Dann muss ich mich sofort verstecken!“
Das waren unglaubliche Wasserfallmengen die sie da rauswarf und einfach vor Cassians Pfoten auf den Boden schmiss. Hatte sie jemals wirklich so viel auf einmal gesagt? Oder war das nur die Aufregung. Vielleicht auch dieses verdammte Nichtstun was sie so Nervös und Unruhig machte. Sie hopste mittlerweile mit den Pfoten immer auf derselben Stelle, als müsste sie gaaaaanz dringend mal für kleine Wölfe.

Dann trabte sie einfach los. Mit lockigem, flockerem Schritt ging es voran. In irgend eine Richtung, es war ihr ganz egal. Dann blieb sie nach wenigen Schritten wieder stehen und drehte den Kopf zu Cassian. Sie lachte ihm vershcmitzt entgegen und warf sich in einem Sprung herum. “Worauf wartest du? lass uns gehen. Wohin wolltest du eigentlich? Na ist sicher egal. Wenn du mit mir mitkommst, wirst du tolle Abenteuer erleben. Das Leben ist so schön und bunt!“, sprach sie frohlockend ihm entgegen und wartete dass er folgte.


[Wald | CASSIAN | Spricht wie ein Wasserfall]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mi Apr 25, 2012 9:48 am

Es war lediglich ein Anfang, soviel war gewiss. Dennoch, Anfänge waren in jedem Fall von herausstechender Wichtigkeit. Wenn man den Anfang verschlammte, wurde es später oft komplizierter, es weiterzuführen und zur Vollendung zu Vollbringen. Doch auch bei aller bedachten Präzision durfte man nicht ewig bei den ersten Schritten verharren, einer der vielen Fehler, die Anfänger und Möchtegern-Taktiker gerne begangen. Das Ziel musste immer klar und glänzend die Vollendung sein, der Schlusstrich, das erwünschte Endszenario. Eigentlich war jeder einzelne Schritt wichtig und man durfte keinen einzigen Entschluss leichtsinnig fassen, dennoch war es wichtig, dass man sich nicht in den Einzelheiten verlor.

Der Wolfshybrid selbst wanderte schon lange auf den Pfaden der Taktik und der Planung. Er nahm es sich heraus, gerne mit anderen zu spielen. Was war Taktik schon mehr, als spielen? Spielen mit dem Leben, dem des anderen und dem eigenen, natürlich. Freilich nicht nur aus den simplen Gründen der Vergnügung. Für Mika ging es um viel mehr als das, auch wenn es jetzt zu weitläufig gewesen wäre, dies näher zu definieren. Ebenso gerne, wie der Bunte Pläne verfolgte und alles genau abwog und einschätzte, handelte er auch völlig zwangfrei und impulsiv. Wie gesagt, in einem Spiel muss man nicht immer mit kühlem, angestrengten Blick das Ziel verfolgen. Wieso nicht einfach spielen, im wahrsten Sinne des Wortes? Auf diese Weise lernt man natürlich die meisten Reaktionen lesen und Zusammenhänge verstehen. Mika war genau mit der letzteren Variante zu den Heaven Wolves gekommen, á la ich provozier mal die halbe Welt, mal gucken was lustiges passiert. Gerne hätte er das auch in die Ewigkeit weiter verfolgt, doch irgendwann muss man umschalten, sonst wird es ernster als man es haben will. Oh, welch Ironie dies eigentlich schon wieder war! Mit dem Wechsel zu dem rein taktischen Spiel musste man den größten Anteil an Verlangen nach Humor und Spaß ablegen, also wurde die Lage eh im Endeffekt ernster. Bei Mika war kurz nach dem Erdbeben der Zeitpunkt gekommen, in dem er erkannt hatte, dass es hier tatsächlich ein Ziel gab, für welches es sich stärker einzusetzten lohnte. Denn harte Arbeit wurde eines Tages gewiss entlohnt und es musste auch nicht heißen, dass diese Arbeit einem nicht Vergnügen bereiten konnte. Allenfalls hatte der geborene Nebelgebirgswolf noch Zeit den 'Player' zu spielen, wie er es davor nur zu genüsslich getan hatte.

Aber bis dahin musste er sich zügeln, und sein Gefolge mit harter aber gerechter Pfote führen und sie gleichzeitig fest an sich binden. Danach würden sie eingesetzt, so wie er es sich eben wünschte. Wie sie dann nach dem Endergebnis handelten, war Mika größtenteils egal. Sein Hauptziel war es sowieso, Blakes Leben zu zerstören. Dazu musste er erst mal die Spannung und die Angst aufrecht erhalten, die durch die Spaltung des Rudels erfolgt war. Ein Überfall auf das Rudel war dabei nicht wegzudenken, auch wenn er kurz und ausschlagkräftig sein musste. Doch durfte dies nicht zu schnell passieren, sonst konnten sich die Zweifel und Ängste nicht tief genug in die Herzen der Himmelswölfe einnisten. Denn eine trügerische Ruhe war das Beste, um die Angst zu schüren und sie immer heller lodern zu lassen. Es würde zeit brauchen um Mitglieder zu werben und eine Art Zusammenhalt zu bilden. Sein Rudel bestand bis jetzt nur aus zwei Untergebenen, doch es würde noch wachsen, da war sich Mika sicher. Er musste sich den Gehorsam seines Gefolges sichern. All das Denken war schön und gut, doch darauf folgen musste das Handeln. Also los, Herr Veteran, dachte Mika innerlich schmunzelnd zu sich selbst und Sarkasmus erfüllte sein Herz kurz, bevor er nun seine allervollständigste Aufmerksamkeit auf die helle Fähe vor ihm richtete.
Sie schien ziemlich aufmerksam zu Beobachten und angespannt zu sein. Kein Wunder, bei drei solch kräftigen Rüden war sie stark in der Unterzahl, also wollte es Mika ihr im Augenblick nicht verhehlen. Trotzdem hoffte er sehr inständig für sie, dass sich jenes aufgestellte Nackenfell doch recht bald wieder glätten würde. Schließlich war er niemand, der Allem und Jedem mit Nachsicht begegnete.

"Soso, Nuray. Den eigenen Weg gehen ist immer ein gutes Argument, wobei es im Endeffekt immer vom Betrachter abhängt, wer jetzt derjenige ist, der sich dem Wege des Individuums nähert oder gar anschleicht." , sprach er mit einem weit ausholender, süffisanter Stimme, während sein Ausdruck weiterhin streng, aber immer noch neutral gestimmt, blieb.

Er beobachtete ruhig, wie sich die Weiße rührte. Ihr Gesichtsausdruck wandelte sich, als wäre sie selbst nicht so wirklich sicher, was sie von dem Rudel und Mika halten sollte. Er konnte die vage Zuckung eines Lächelns, gefolgt von einem eher unruhigen hochziehen der Leftzen. Trotzdem schien die Fähe im Allgemeinen sehr beherrscht zu sein, an Selbstbewusstsein mangelte es ihr anscheinend auch nicht.

"Nun also. Dies ist noch ein kleines Rudel, wie du sehen kannst. Es soll noch wachsen, gewiss, aber nicht durch schwächliche oder noch zu junge Wölfe. Ich habe dich bis jetzt mit keinen der beiden Kategorien identifizieren können. Ich könnte dir anbieten, das Nachtlager und Beute mit uns zu teilen, wenigstens für heute Nacht. Schließlich sind wir in Grundsätzen der Gastfreundschaft nicht abgeneigt. Wenn du aber unser Angebot nicht anzunehmen gedenkst, weil du deinen eigenen Weg weiter verfolgen möchtest, dann rate ich dir einen Bogen um das Tal voller Wasserfälle zu machen, welches ein gutes Stück unter uns liegt. Dort unten haust ein Rudel, welches nur wenig von Organisation versteht und durch eine Katastrophe aus ihrem ursprünglichem Gebiet vertrieben wurde und nun hier eine gerade mal zureichende Zuflucht gefunden hat.

Er schloss mit einem kurzen Rucken seines Kinns Bergabwärts, wolang der kleine Bach auch floss. Mit einem angedeuteten Lächeln auf den Leftzen wanderte sein Blick ganz langsam über die gegenüberliegenden Berghänge wieder hinüber zu der Fähe, bevor er knapp Samir zunickte, der Wohl ein wenig Stille aufzusuchen gedank.


{ Nuray & Nuran }

_____________

the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Mi Apr 25, 2012 10:03 am

I can’t feel my senses
I just feel the cold
All colors seem to fade away
I can’t reach my soul…

Sure, I'm okay


    Es pochte in Mylas Ohren. Seltsam. Seltsam, dass da immer noch ein Herz war. Es fühlte sich nicht so an… Es fühlte sich… nur mehr leer an. Die Leere pochte. Schmerzte. Machte taub. Blind. Gefühllos und doch tat es weh. Verdammt weh. In Ramyla wirbelten Gedanken und Gefühle durcheinander, in dieser Leere. Erinnerungsfetzen purzelten in ihrem Kopf herum, längst vergangene Szenen erschienen flimmernd vor ihren tränenblinden Augen. Verdammt, verdammt, verdammt!
    Die Beta blinzelte. Zweimal. Dreimal. Nochmal. Die Tränen liefen aus den trüben Bernsteinaugen und fielen leise zu Boden. Da stand sie also und weinte jämmerlich, wie ein ausgesetzter Welpe. Oh, sie konnte es viel zu gut nachvollziehen, warum… er sie nicht mehr länger in seinem Leben haben wollte. Sie konnte sich ja selbst kaum ertragen. Aber sie musste. Sie konnte sich nicht einfach von sich selbst abwenden. Innerlich hatte sie das schon getan, innerlich betrachtete sie die kaputte Fähe mit Ablehnung, beinahe Verächtlichkeit. Betrachtete sich selbst wie jemanden, den sie einmal gekannt hatte… mit dem sie jetzt jedoch nichts mehr zu tun haben wollte. Sie wollte weg hier. Sie wollte dieses Leben noch einmal von vorne beginnen. Sie wollte… eine zweite Chance. Seit wann hatte sich alles in die falsche Richtung entwickelt? Wann hatte das alles angefangen? Was genau hatte sie falsch gemacht, was anders machen müssen…? Sie wusste nicht einmal, was sie machen würde, hätte sie die Gabe, die Zeit zurückzudrehen.
    Doch. Sie wusste es. Sie wusste es genau.
    Kalucy. Dieser Gedanke drängte sich ihr erneut in den Kopf. Instinktiv versuchte sie, ihn nicht die Überhand gewinnen zu lassen, um nicht vollkommen kopflos zu werden. Kalucy war ein kluger Welpe. Eigen und anders… aber klug. Wahrscheinlich hatte die Kleine sich irgendwo versteckt und wartete nun darauf, dass ihre Mutter sie fand. Das war jetzt wichtig. Ramyla versuchte, sich darauf zu konzentrieren. Die stumpfen Seelenspiegel schweiften leicht orientierungslos durch die Dunkelheit, welche die drei Wölfe immer weiter einzuschließen schien. Es kam Myla so vor, als würden die Schatten einen Käfig um ihren Körper weben; unsichtbare Ketten schmieden, die sich unbarmherzig um ihre zitternden Läufe schlossen…
    Etwas drückte leicht gegen ihren Hals. Hob ihren Kopf sanft an. Etwas? Jemand. Ramyla spürte die vertraute Nähe, die Wärme, die Gewissheit… nicht ganz allein zu sein. Cabezan… der gute Cabezan. Erst jetzt überfielen Ramyla die Scham und erneute Selbstvorwürfe. Es war unentschuldbar, als Beta solche Schwäche zu zeigen. Sich so dem Selbstmitleid hinzugeben. Es war… nur mehr verachtenswert. Und trotzdem war Cabe da, sagte nichts, blieb einfach still und ließ sie spüren, dass er da war. Neue Tränen stahlen sich aus Ramylas Augenwinkeln - diesmal vor Dankbarkeit. Es war wirklich pure Dankbarkeit, die sie jetzt weinen und nach wenigen Momenten die Tränen versiegen ließ. Es tat so unbeschreiblich gut, Cabezan bei sich zu spüren, auch wenn es nur für kurze Zeit war. Es tat so unsagbar gut, nicht allein zu sein.
    Wie blind war sie denn, nicht zu merken, dass sie immer noch Wölfe an ihrer Seite hatte, denen sie wichtig war… Das war sie doch, oder? Irgendwie. Leise Unsicherheit stieg in Ramyla auf. Bedeutete Cabezan die kleine Geste so viel, wie ihr? War ihm bewusst, wie wertvoll die winzige Berührung für Myla gewesen war? Eher nicht. Also musste sie es ihm begreiflich machen. Nur wie? Wehmütig legte die Fähe leicht die Ohren an. Die alte Myla hätte es gewusst. Die alte Myla hätte ihm einfach gesagt, wie schön es war, dass Cabe da war. Aber diese neue, zerbrochene Ramyla… konnte nichts anderes tun, als Cabezan anzublicken. Und hoffen, dass er die unendliche Dankbarkeit in den Bernsteinaugen erkannte.

    Wenn ein zersplittertes Herz nur so einfach wieder zu kitten wäre… Der Schmerz war immer noch da und hielt Mylas Herz umklammert. Aber Cabzan hatte sie davor bewahrt, ganz durchzudrehen. Wieder spürte die Beta Beschämung in sich aufsteigen. Seit sie sich in Samir verliebt hatte… war er mehr oder weniger ihre Welt gewesen. Mit den Welpen schien das Glück vollkommen, alles perfekt… aber sie hatte sich wohl zu sehr darauf verlassen. Sie war viel zu unbekümmert gewesen, hatte nicht bemerkt, dass ihre perfekte Welt mehr und mehr zerfiel… hatte nicht bemerkt, was mir Samir geschah. Oder wollte es nicht sehen. Im Nachhinein betrachtet musste sie sich eingestehen, dass sie immer gewusst hatte… dass ihm irgendetwas auf der Seele lag. Dass ihm irgendetwas tief drinnen weh tat. Myla war davor zurückgeschreckt, nachzufragen. So wenig Scheu sie sonst im Umgang mit Samir gehabt hatte… sie wollte nicht riskieren, dass er auf sie wütend wurde, weil sie sich vielleicht in Dinge einmischte, die sie nichts angehen. Sie wollte ihn um keinen Preis verlieren. Um keinen Preis der Welt…
    Und nun?
    Hätte sie nur gefragt. Ja, das würde sie tun, könnte sie die Zeit zurückdrehen. Sie würde nachfragen, würde nicht lockerlassen… würde mit allen Mitteln versuchen, ihm zu helfen. Und… sie würde ihm sagen, dass sie ihn liebte. Immer wieder, egal ob sie ihn damit nervte. Sie hatte es viel zu selten gesagt. So oft gedacht, doch kaum ausgesprochen… Weil sie alles für selbstverständlich genommen hatte, nicht mehr bewusst dankbar gewesen war. Diese scheinbar perfekte Welt. Mit jedem Moment wurde Ramyla sich mehr bewusst, wie dumm sie eigentlich gewesen war. Wie konnte sie zusehen, dass ihr Engel litt? Warum hatte sie nichts gesagt, sich selbst belogen? Sie war mit Scheuklappen herumgelaufen. Hatte Angst gehabt. Und nun? Nun lag alles in Scherben vor ihren Pfoten. Würde nicht mehr ganz werden. Die perfekte Welt war zerbrochen und Ramyla unsanft ins wahre Leben gerissen worden… doch in diesem wahren Leben gab es auch wahre Freunde.
    Für einige Herzschläge hatte Myla die Augen geschlossen. Unbewusst war sie zu Boden gesunken. Ihre Läufe hatten einfach nachgegeben. Jetzt blickte sie wieder auf und ließ den Blick abermals kurz auf Cabezan ruhen. Dankbar. Einfach nur dankbar. Auch wenn es eine traurige, wehmütige Dankbarkeit war. Sie wünschte sich, sie könnte ihm sagen, dass er wirklich ein wahrer Freund war, wie es sie nur sehr selten gab. Sehr selten… aber es gab sie. Und zwei davon waren in diesem Augenblick in Ramylas Nähe. Denn endlich registrierte die Wölfin Schritte hinter sich. Ein Wolfskörper, der Farne streifte; Pfoten, die sacht näher traten; eine warme Zunge, die ihr über den Kopf strich. Blake. Wie hatte sie solch gute Freunde verdient? Es war Myla schleierhaft. Sie musste sich eingestehen, dass sie ihre freundschaftlichen Beziehungen viel zu sehr vernachlässigt hatte. Da war immer nur… Samir gewesen. Dieser Engel, der ihre Welt darstellte. Was für ein beschränkter Blickwinkel. Gerade Blake kannte sie nun so lange… eine kleine Ewigkeit schon. Und doch hatte sie in letzter Zeit kaum auch nur mit ihm gesprochen. Sie wusste nicht, was ihm so durch den Kopf ging - und das musste vor allem im Moment sehr viel sein. Immerhin… war da diese Sache mit Mika, die man auf keinen Fall unterschätzen durfte. Doch in Ramylas Kopf war im Augenblick schlicht kaum Platz dafür, sich Sorgen darum zu machen. Sicher, irgendwann würde sie sich bewusst werden, was das alles bedeutete… Das Rudel war im Begriff, sich zu splitten. Schon wieder. War es das Schicksal der Heaven Wolves, andauernd irgendwie auseinander gerissen zu werden? Jetzt war es wichtig, dass diejenigen, die sich gegenseitig vertrauen konnten, wirklich zusammenhielten. Diese Erkenntnis löste sich auf einmal ganz klar aus Mylas Gedankengewirr.
    Blakes vertraute Stimme klang in Ramylas Ohren und es dauerte etwas, bis die Beta auch wirklich ihren Sinn realisiert hatte. Erneut flutete eine Welle Dankbarkeit durch ihren ganzen Körper. Sie sah ein, dass sie in diesem Zustand nicht nach Kalucy suchen konnte. Am Ende würde man Ramyla selbst irgendwo auflesen müssen. So blieb die gebrochene Fähe lieber liegen und blinzelte nur etwas unsicher zu Blake hoch. Der graue Alpha ließ sich neben ihr nieder, ohne ein Wort zu verlieren. Das fühlte sich richtig an. Es war genug gesagt worden… und gleichzeitig nichts von dem, was gesagt werden musste. Egal.
    Ramyla wollte nicht, dass Cabezan sich nutzlos vorkam. Er hatte so sehr geholfen. Mehr, als er verstehen konnte. Vielleicht würde sie ihm das später einmal sagen, wenn sie Worte fand… ganz sicher würde sie das. So sah sie den Nebelgrauen nur noch einmal an, mit der lautlosen Bitte in den Augen, er möge Kalucy finden. Mylas Blick huschte noch kurz zu Sharouk. Der Kleine war bei Cabezan sehr gut aufgehoben, da war sie sich ganz sicher. Mit einem lautlosen Seufzen bettete die Beta den Kopf auf die Vorderpfoten, rückte die Schnauze dann fast zögernd noch ein Stück zur Seite, zu Blake hin. Es war wunderbar tröstend, seine Gegenwart zu spüren. Das leichte Zittern, das Ramylas Körper in unregelmäßigen Abständen durchlief, und das beileibe nicht von Kälte herrührte, verebbte ganz langsam. Der Kummer und der Schmerz schienen in Schach gehalten zu werden. Einfach durch die Erkenntnis, dass sie Freunde hatte. Wahre Freunde, die genau dann kamen, wenn man sie brauchte - und das, obwohl Ramyla sie vernachlässigt hatte. Diesen Fehler würde sie nie wieder machen. Das schwor sie sich, während sie den Atemzügen von Blake neben sich lauschte.



[Cabezan ・ Sharouk ・ Blake]

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Zwiespalt   Do Apr 26, 2012 12:53 am

Die Fähe war etwas beeindruckt von der ruhe die dem Rüden zu umgeben schien, doch bekanntlich kann jeder Schein einmal trügen. Nuray entspannte sich und ihr Fell glättete sich wieder, doch das grinsen hielt weiterhin an. Mika schien überzeugt zu sein was er sagte und nahm alles ernst also sollte sie ihre Worte mit bedacht wählen, oder sollte sie es einfach frei aussprechen? Besser nicht. Trotzdem blieb Nuray weiterhin gespannt und aufmerksam, die beiden anderen Rüden hinter dem bunten wahren eher weniger Begeistert, wenn überhaupt bei klarem Gedanken. Nur der schwarze der noch blieb war etwas komisch, eine Art die die Fähe überhaupt nicht mochte. Nuray lauschte den Worten von Mika gründlich und machte sich ungefähr ein Bild von ihm, schnell war zu ahnen das der Rüde ein Ziel vor Augen hatte und vor nichts zurückschrecken würde, ein kleines erschreckendes Bild aber aufschlussreich.

,,Nun, irgendwo muss man ja hingehen, man kann bekanntlich nicht immer stehen bleiben.''

Gab sie lächelnd zurück, das ein nicht mehr ganz so junger Rüde so reden konnte hatte Nuray auch noch nicht erlebt. Diese Art gefiel ihr jedoch ganz gut, ein Rüde der ein klares Ziel vor Augen hatte und scheinbar alles mit Bedacht machte, eine Seltenheit. Normal würde sie nur ein dämliches Gelaber zu hören bekommen was sie nicht interessierte. Doch von wegen. Das Nuray aber auch ganz anders konnte schien alle drei noch nicht bemerkt zu haben, denn sie ist ja nur eine Fähe die muss man ja nicht ernst nehmen oder wie? Das würden sie noch sehen da war Nuray sich sicher.

,,Ja es besteht nur aus drei Wölfen, mir gefällt deine Entschlossenheit und ich denke ich werde das Angebot annehmen. Ich gebe dir einen Tipp, ich bin nicht Schwach aber auch nicht jung, die Narben bekam ich durch Kämpfe, und die über meinem Auge von meinem Vater.''

Mit bedacht waren die Worte auf jeden Fall, schließlich musste Nuray sich als nicht so ungefährlich einstufen lassen. Schwach war sie sicher nicht und wenn die die jetzt denken würden die Narbe kam dadurch weil sie bestraft worden war, würden sie sich gewaltig ins Fleisch schneiden.

,,Bedauerlich, doch Organisation ist das wichtigste wenn man ein eigenes Rudel zu führen hat. Wenn man selbst daran scheitert sollte man einen anderen den Alphaposten überlassen. Sie wären also ein verzweifelter Haufen sehe ich das richtig?''

Ja so war Nuray, alles andere schlecht machen. Doch innerlich Bedauerte sie es wirklich, nur sie musste so tun als wäre ihr das alles egal sonst würden sie doch hinter der falschen Fassade kommen.Und das wäre eine Katastrophe. Nuray schaute Bergab, wieder ließ sich ein lächeln auf ihren Lefzen blicken. Nuray Sayari verstand und dachte nach ob sie früher oder später den Weg gehen musste, wenn sich kein fester Platz in dem Rudel bekommen würde gäbe es keine andere Wahl. Aber sie hatte Zeit, erstmal musste Nuray sich bei den drei Rüden behaupten und das würde nicht leicht werden, vor allem nicht bei Mika. Mit drei Rüden würde es sicher lustig werden, erst recht wenn jemand dumm kommt, doch das wird nicht passieren oder doch? Mal sehen.

Weiterhin gespannt und all zeit bereit sich zu wehren schaute sie Mika an, dann den anderen schwarzen Rüden der bisher nichts sagte und schließlich den anderen der sich entfernte. Beide kamen Nuray nicht geheuer vor, aber Mika auch nicht. Woran es lag weiß sie nicht, bleibt nur zu hoffen das alles glimpflich ablief.


(( Bei Mika/ Antwortet))
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