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 j u s t . s m i l e

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Ramyla


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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Sa Apr 21, 2012 10:07 am

Hihi, ich hab das auch schon mal in einem Buch geschrieben. ^^' Glaub aber nicht, dass sonst noch viele auf die Idee kommen, das in einen Roman einzubauen & finds schick. c:
Ich sag mal ganz omahaft, die "heutige Generation" kennt das eben bzw. es ist gar nicht mehr wegzudenken. Deshalb denk ich, dass das ganz bestimmt nach und nach in die nächsten Bücher Einzug halten will - und ich hab sogar eines im Regal stehen, in dem zwischendurch immer wieder Chats vorkommen (Beastly) :DD
Chats haben etwas Eigenes - man redet, aber man sieht sich weder NOCH hört man die Stimme(!) - deshalb ists so interessant. Heißt: Man kann gut lügen oder der andere kann das Geschriebene völlig falsch auffassen. Und deshalb find ichs auch so interessant, sowas einzubauen.
Langes Feedback Ende. :D

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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Mi Mai 02, 2012 1:48 am






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es tut nicht weh. das tat es noch nie. es sind nur kleine kratzer. kleine kratzer auf der haut. sie können kommen und gehen. ich habe die macht. sie gehören mir. mir ganz alleine. ich teile sie nicht. ich sammel sie nicht an. ich brauchte sie nur. ich brauche sie, wie das gefühl mich zu spüren.


SCHNITTE ;; An diesem Abend setzte ich drei kleine, aber dafür lange Schnitte unter meine Lederarmbänder. Direkt am Handgelenk. Ein paar Millimeter über der Pulsader. Für mich kam nie in Frage mir die Pulsader aufzuschneiden. Für viele war und ist diese Art der Selbstverletzung mit Sicherheit die Vorlage für den Tod. Bestimmt kam auch so das Gerücht in die Welt, dass jeder, der sich ritzt gleich sterben möchte.
Zu dem braucht man viel mehr, als nur einen kleinen Schnitt um zu verbluten. Es waren viel mehr und zu dem noch Längere nötig. Das was ich machte, war nur Kratzer, kleine Kratzer auf der Haut, die wieder weg gingen. Einige ließen Narben hinter sich und Andere eben nicht. Es kam immer darauf an, in welcher Laune ich war. Bei Verzweiflung oder Wut wurden die ersten Schnitte meist tief und wenn ich traurig war, traute ich mich kaum meine Haut mit der Klinge zu berühren.

Der erste Schnitt, aus dem das Blut innerhalb von Sekunden schoss war für Faith, weil ich sie nicht verstand. Weil ich nicht verstand, was sie von mir wollte und mir nicht alles sagte und erst mit mir redete, vertraute, nur um mich dann anzuschreien. Der zweite Schnitt war mehr oder weniger für Alison. Einfach weil sie mich aufregte und ihre Worte mir weh getan hatten, auch wenn ich nie etwas auf sie gesetzt hatte. Und der schließlich letzte Schnitt, der sich nach dem Aufschneiden meiner weißen Haut auftat war für mich selber. Ich war zu dumm, um zu verstehen und zu traurig, als ich eigentlich sein durfte.

Schließlich saß ich auf meinem Bett und sah, wie sich das Blut auf den Schnitten sammelte. Die anfangs roten Linien füllten sich langsam mit Blut, welches sich in Tropfen auf der Haut sammelte. Dicke, rote Tropfen. Bis dahin war der Schmerz ziemlich gering, wenn nicht sogar fast nicht vorhanden.
Schmerzen spürt man erst am nächsten Tag, wenn man zufällig an die Wunde stößt oder sich das Armband ein kleines bisschen bewegt. Es ist ein anderer, viel besserer Schmerz, als der einer zufälligen Wunde, jedenfalls für mich. Ich sah noch einmal zu den roten Tropfen, ehe ich ein Handtuch darüber warf, um die Blutung zu stoppen.




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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    So Mai 06, 2012 4:21 am





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grauer rauch. ein bisschen tabak. ein paar münzen. ne'n führerschein. ist doch alles nicht so wild. wir wollen nur spaß haben. ein bisschen verbotene sachen tun. mit feuer spielen. so tun, als ob wir schon erwachsen wären. ein bisschen kopfschmerzen kriegen und ein paar minuten die realität vergessen. ist das echt so verboten?

NUALE ;; Ich blies den weißen Rauch in die schwärzliche Luft und spürte, wie das Nikotin in unglaublicher Geschwindigkeit in meinen Kopf schoss. Noch einmal zog ich an der Zigarette in meiner Hand und ließ den Rauch wieder frei, während ich sagte: "Like a boss!"
Auf dem Asphalt der täglich befahrenen Straße saß Nuale. Sie war etwa ein Jahr jünger als ich, also gerade einmal fünfzehn Jahre jung. Ihre langen schwarzen Haare tarnten sie perfekt in dieser dunklen Nacht. Einige Schatten huschten über ihr Gesicht als sie zu mir hoch sah und fragte "Was ist like a boss? Wir beide oder was?" Nach dem ich nur leicht genickt hatte, fing sie an zu lachen und fügte hinzu "Fühlst du dich jetzt cool?"
Irgendwie schon, ja, aber das sagte ich ihr nicht. "Ich meine nur, dass ich noch stehe und du sitzt." Eigentlich hatte ich damit sogar recht. Wir waren erst bei unserer zweiten Zigarette und sie saß schon auf dem Boden, obwohl Nuale viel mehr rauchte als ich. Ich sah auf sie hinunter und ein Lächeln zierte meine Lippen, aus denen der Rauch kroch.

"Ich hab schon seit drei Wochen nicht mehr. Ich bin doch auf Entzug." Sie sagte das so nüchtern und nicht mehr mit diesem leichten, frechen Unterton in der Stimme. Ich kannte sie durch meine Grundschule. Sie war damals eine Klasse unter mir gewesen und jetzt hatten wir durch unsere Mütter, die sich ziemlich gut verstanden, wieder Kontakt. Zwar kam ich nicht mehr jeden Mittwoch zum Kaffeeklatsch mit zu Nuale, weil ich ja keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter hatte, aber trotzdem simsten und trafen Nuale und ich uns noch oft genug. Wir waren irgendwie Freundinnen geworden, die sich viel erzählten und beibrachten. Sie hatte mir das rauchen 'beigebracht' und ich ihr eigentlich noch nichts. Dafür konnte ich manchmal Kippen besorgen, weil ich ältere Freunde hatte oder mir einfach Davids Führerschein klaute.
"Soviel zum Thema Entzug", meinte ich und deutete mit dem Finger auf die Zigarette, die rot vor sich hinglühte "Machst du das, weil du pleite bist?"
Ich sah, wie sie im Schatten der Nacht ihre Augen zu Schlitzen formte, um mich ein wenig sauer anzuschauen. Dann zog sie noch einmal an ihrer Kippe und spuckte mir den Rauch entgegen. "Auch" Sie drückte ihre Zigarette auf dem Boden aus und schnippte den Filter weg. Sie nahm immer viel teifere Züger als ich oder Langzeitraucher. Warum wusste weder sie noch ich. "Weil Niel das will."

Niel war ihr Freund. Ihr fester Freund. Er rauchte auch oder hatte es. Gerade war er dabei, wie Nuale auch, wieder clean zu werden. Zwar würden beide wieder dazu kommen, so wie Nuale jetzt, aber das sagte ich keinem von beiden. Einmal Suchti, immer Suchti. Das wussten beide und ich wusste, dass ich auch noch verstärkt mit dem Rauchen anfangen würde. Spätestens auf dem Berufskollege. Da rauchten alle. Das hatte ich an den Kippen auf dem Schulhof gesehen, als ich zum 'Tag der offenen Tür' gegangen war. Überall lagen die Reste von Zigaretten, alle bis zum Filter zu Ende geraucht und zertreten. Zwar standen überall Nicht-Rauchen-Schilder, aber wer hielt sich schon an Regeln? Nuale und ich nicht. Wir waren unter Achtzehen und fingen unsere dritte Kippe an.

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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Di Mai 15, 2012 1:21 am






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warum tust du mir das an? warum krängst du mich so? stellst mich bloß vor all den anderen? muss es wieder so anfangen? so, wie es immer anfängt? muss es so sein? so schmerzhaft? warum muss es wieder los gehen, wo es gerade geendet hat?

DUMMHEIT ;; Wenn ich etwas hasste, dann war es Dummheit und zwar nicht diese, die ich in jeder Mathearbeit anwendete, sondern solche, die eigentlich gar nicht existieren dürfte. Aber sie existierte und gerade da lag das Problem.
Ich hatte mich wieder eingefunden in meiner Klasse, oder jedenfalls so gut wie. Seit meines letzten Anfalles, der für mich in einem kleinen Blutbad geendet hatte, waren nun drei Tage vergangen. Drei Tage trug ich nun Pullis, überprüfte meine kommenden Narben und versuchte mich mit weiteren Schnitten zurück zu halten. Ich machte so etwas schon lange. Es waren nicht meine ersten Wunden, die ich mit Lederarmbändern zu verdecken versuchte. Vielleicht ging ich deshalb ein wenig lässiger an die ganze Sache ran. Zu lässig, wie sich letzten Endes heraus stellte.

Ich saß mit einige der Mädchen an einem Tisch. Während ich auf einem Brot herum kaute, redeten sie über ihre ach so großen Probleme. In dem Fall ging es um Haare, Make-Up, Klamotten, Jungs.. eben so Mädchenmüll, den ich mir für gewöhnlich nicht antat. Aber es war besser sich unauffällig zu geben. Ich war darin gut. Meine Tarnung hielt schon zwei Jahre an und bisher hatte nur Fahra das gemerkt. Ich war ziemlich gut im Verstecken.
Lächelnd lauschte ich gerade einem Mädchen, das mir von ihrer neuen Diät erzählte, um noch dünner zu werden, als sie ohnehin schon war - lächerlich. Doch mein Lächeln fiel mir von den Lippen, als mich eine Andere, Ava, um genau zu sein, ansprach. "Was hast du da am Arm?" Sie deutete auf mein Handgelenk.
Sofort riss ich den Pulli darüber. Doch es war zu spät. Alle hatten es mitbekommen und starrten mich an, warteten auf eine Antwort.

Nora war die Erste, die sich aus der Starre löste und stürzte auf mich, um mein Handgelenk frei zu legen.
"Fick dich! Hau ab!" Ich schie sie an, so wie ich sie noch nie angeschrien hatte, außer in meinen Träumen, weil sie nur in dieser rosa Welt lebte, in der es nur solchen Mädchenkram gab. Sie hatte keine Probleme, bisher. Jetzt hatte sie eins, weil sie nicht wusste, was ich da hatte. Das war schon Grund genug für ein Problem, jedenfalls für sie. Nora hatte aber nun auch noch ein Zweites. Ich hatte nun noch ein viel größeres Problem mit ihr und das würde sie spüren und nachbohren.
Ich warf Ava einen hasserfüllten Blick zu, während sie mich nur fassungslos anstarrte. Sie wusste es nun. Sie wusste es, verdammt. Vermutlich hatte sie sich diese roten Kratzer schon eine Weile angesehen und dann erst begriffen, was sie bedeuteten und sie hatte trotzdem keine Ahnung davon.

Gehetzt stand ich auf, versuchte normal zu sein und merkte nur wieder, dass ich es nicht war. Normal wäre es, dünn zu sein und in dieser rosa Welt zu leben. Zusammen mit Nora und den ganzen Anderen. Normal war es, diese Themen nicht einmal zu kennen. Natürlich kannten sie 'Ritzen', aber keiner von ihnen kannte es so wie ich und keiner würde es jemals so kennen lernen, weil keiner auf die Idee kam sich ein Messer zu nehmen und voller Selbsthass auf sich einzuschneiden. Keiner wusste und kannte es. Ein weiteres Problem.



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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Di Mai 15, 2012 2:08 am

wunderbar geschrieben, wie immer ... ich will längere kapitel! o:

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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Mi Mai 16, 2012 6:35 am






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vertrauen heißt verlassen. verlassen auf freunde und seelenverwandte. vertrauen erarbeitetet man sich über jahre. ganz langsam. es braucht seine zeit. wie ein baum, der größer wird. aber ein brand oder saurer regen kann den baum vernichten. genau wie das vertrauen. es braucht jahre, um es aufleben zu lassen und nur ein paar scheiß sekunden, um es zu vernichten.

VERTRAUEN ;; "Können wir mit dir reden?" Die sonst so leise, wenn nicht sogar flüsternde Stimme von Kia wirkte mit einem mal stark und entschlossen. Sie riss mich aus meinen Tagträumen und dem jämmerlichen Versuch wieder meinen alten Anschluss zu finden. Vergeblich.
"Setzt euch", murmelte ich vor mich hin und blickte zu Kia und Ava hoch. Letztere versteckte sich ein wenig hinter der Brünette.
"Geht es auch.. wo anders?" Kia sah sich um, als fühlte sie sich ertappt oder als fürchte sie von jemanden entdeckt zu werden "Also da, wo uns niemand hört."
Ich wusste nicht warum, aber ich folgte den beiden und stimmte auch noch zu, nicht weg zu rennen. Es war ohnehin kindisch immer weg zu laufen, zwar war es so ziemlich meine Methode, aber trotzdem nicht mehr für Leute wie mich gedacht. Trotzig und mit einer ganzen Portion Widerwillen folgte ich den beiden.

"Warum machst du das?", fragte Kia und zog an meinem Ärmel "Du bist mir wichtig. Ich will nicht, dass du diese Scheiße machst!" Sie war gestern gar nicht dabei gewesen, bei den Mädchen. Nur Ava war da und diese hatte es Kia vermutlich erzählt. Jetzt wusste es noch eine Person mehr. Ganz toll.
Ich seufzte und für mir mit meinen zittrig gewordenen Fingern durch die Haare "Ich will mich spüren."
"Ja, aber es gibt andere Wege und du kannst das nicht kontrollieren!" Sie sah mich fassungslos an. Etwas an ihrem Blick machte mir Angst. Kia schien das alles anders zu sehen. Anscheinend glaubte sie auch an diesen 'Alle die sich ritzen wollen sich umbringen und schneiden sich drei Zentimeter in die Pulsader rein'-Scheiß!
Ich schloss kurz die Augen und raunte dann "Vertrau mir doch einfach."
"Bei so etwas kann man nicht vertrauen. Du hast keine Kontrolle über das was du machst! Versteh es doch. Wir wollen dir nur helfen."
Ava nickte und fügte hinzu "Wir machen uns Sorgen."

Ich warf den Kopf in den Nacken und unterdrückte die aufkommenden Tränen. Das alles machte mich mehr fertig, als ich es anmerken ließ. Allmählich wurde Schule wieder so, wie es schon in der achten Klasse war. Ich musste mich dazu zwingen nicht los zu heulen und überhaupt in die Schule gehen. Ich würde noch unsicherer werden, als ohnehin schon und mich noch mehr zurück ziehen.
"Ihr müsst euch aber keine machen. Haltet euch einfach raus, okay?" Mein Blick musste hilfesuchend sein, bettelnd, bittend, ja, wenn nicht sogar flehend. Diese Worte waren hart, weil sie falsch waren.
"Damit ist echt nicht zu spaßen. Das ist ernst. Du hat Probleme und wir wollen dir nur helfen."
Nein, nein das wollte ihr nicht. Ihr reitet mich nur noch tiefer rein', rief eine innere Stimme in mir auf. Sie war verzweifelt, genau wie ich es war. Das war fast so, als würde sich nun wer in ein Spiel einmischen, dessen Regeln ich gemacht hatte und einfach Neue hinzufügen, die ich nicht kannte oder verstand.

"Okay. Wir haben noch zwei Monate Schule", stellte ich fest und fügte dann leise hinzu "und es gibt zwei Optionen. Option eins; ihr lasst es so, wie es ist oder ich lass es verschwinden und es kommt woanders hin." Ja, das war ein Deal. Daran konnte man sich halten, jedenfalls ich.
Ava rollte mit den Augen "Nein. Das lassen wir nicht zu. Wir haben dich lieb und Angst um dich."
Irgendwie war das niedlich und zu gleich beängstigend. Wie gesagt, ich spielte nun ein Spiel, dass ich nicht mehr überblicken konnte, weil irgendjemand begann neue Regeln aufzustellen. Ich wusste nicht, was die Anderen dachten und dagegen machten. Ein neues Problem.



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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    So Mai 20, 2012 9:35 am






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freunde sind wie ein trampolin. sobald du fälltst, weil die schwerkraft dich zu boden reißt, fangen sie dich auf. sie fangen dich auf und werfen dich wieder hoch, damit du dem himmel immer näher kommst und mit den vögeln in die höchsten himmelsschichten kommst. deswegen gibt es freunde.

TRAMPOLIN ;; Mein Körper wurde in die Luft geschleudert und landete, wenn auch etwas unsanft, wieder auf dem schwarzen Trampolinnetz landete. Während ich begann Fotos von Fleur und Fahra zu machen, sprangen diese auf dem schwarzen, elastischen Netz herum und sangen alle möglichen Lieder durcheinander.
"Ich liebe euch", rief Fleur und lachte. Ja, dachte ich mir in diesem Moment auch. Ich liebte die beiden. Ich liebte sie so sehr, weil sie mir die Furcht vor neuen Dingen nahmen und weil ich mich bei ihnen so fühlen konnte, wie ich sein wollte und eigentlich schon immer war. Wir alle drei fragten uns, wie unsere Freundschaft angefangen hatte und wie es zu diesem unbeschreibbaren Vertrauen zwischen uns gekommen war. Bis heute war es für jeden von uns ein Rätzel. Ich wusste nur, dass es irgendwie angefangen hatte. So wie alles seinen Anfang nahm. Eben einen Anfang. Dafür wusste ich, dass das zwischen uns niemals enden durfte. Niemals. Auch nicht nach der Ewigkeit, wenn es soetwas überhaupt irgendwie gab.

Ich stand auf und versuchte so Fotos von den beiden zu machen, auch wenn das Licht langsam von der Dunkelheit überlappt wurde. Der Tag neigte sich dem Ende. Das bedeutete nicht besonders viel für uns, weil wir ohnehin die Nacht zusammen verbringen würden. Ich malte mir eine Nacht mit Durchmachen aus, aber so war es nicht. Die Beiden schliefen oft ziemlich früh, jedenfalls für meine Verhältnisse, ein. Fahra ließ sich auf das schwarze Netz fallen und starrte in den fast wolkenlosen Himmel. Ich folgte ihrem Blick in das blaue Nichts und schloss für einen Moment meine Augen. Es war, als hätten alle meine Probleme, in der Schule und generell keine Bedeutung mehr. Auf einmal fühlte ich mich schwerelos und frei von allen Sorgen und Problemen. Die Narben an meinem Arm schienen nicht mehr so tief und wirkten auf einmal unwichtig, wenn nicht sogar unnötig.
Ich sah zu Fleur und meine Augen ertasten an ihrem Arm viele, lange Kratzer. Fleur hatte zwei Katzen, aber diese beiden Fellhaufen konnten unmöglich diese genauen und enganliegenden Kratzer, die vollkommen gleichmäßig gezogen waren erstellt haben. Fleur versuchte erst gar nicht ihre Schnitte zu verdecken und trug nur ein lockeres Armband, das nicht einmal in der Lage war etwas zu verdecken.
Irgendwie war es das, was uns drei verband. Dieses malen. Diese Kaltherzigkeit zu einem selber und trotzdem die volle Gewissheit, doch glücklich sein zu können. Ein rotes Band, das sich durch unser Leben zog.

Ich sah zu Fahra und suchte nach ihren Narben oder frischen Schnitten. Sie verbarg ihre immer unter einer riesigen Ansammlung von Lederarmbändern und daher waren sie nicht zu sehen. Gute Idee. Sollte ich auch machen, aber ich hatte nicht die Nerven mir so viele Lederarmbänder anzusammeln und damit meine paar Wunden zu verdecken. Ich trug zwar Armbänder, aber nicht so Viele.
Ich sah an meinen Arm. Ein verschnürtes Stück meines Körpers, unter dem sich blass die Narben abzeichneten. Irgendwann würden sie verblassen und dafür würden Neue hinzu kommen. Nicht unbedingt am Arm, sondern vielleicht am Fuß oder Bein oder Bauch oder an der Brust. Ich hatte nur kleine Stellen, weil ich meinem Körper nicht komplett dem Malen widmen wollte.
Ich sah zu Fahra und dann zu Fleur. Letztere bewunderte ihre Handgelenk und flüsterte dann aus, was ich letzten Endes gedacht hatte "Wir malen manchmal, weil es hilft, aber sind trotzdem nicht ganz zerstört von uns selber. Wir sind nicht durchgehend traurig, aber manchmal reicht es für ein paar kleine Pinselstriche."



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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Mi Mai 23, 2012 11:09 am






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komm lass uns lieben. lass uns lieben, immer mehr. komm lass uns lieben. lass uns lieben. zu lieben ist gar nicht so schwer. komm lass uns leben. lass uns leben, immer mehr. komm lass uns leben. lass uns leben. zu leben ist gar nicht so schwer.

LEBEN ;; "Scheiße man, gib mir ne Kippe, jetzt!", Fleurs Stimme war aufgeregt und im Dunkeln erkannte ich nur ihren freien Oberkörper, der nur noch von einem schwarzen BH bedeckt war. Ich zupfte eine Zigarette aus dem frischen L&M-Paket und steckte sie innerhalb weniger Sekunden mit einem Feuerzeug an. Dann warf ich ihr die Packung und das Feuer zu.
"It is yours", gab ich lachend von mir und sah auf meinen Oberkörper hinab, aber auch nur noch mit einem BH beschmückt war. Ich war zu dick, dachte ich. Viel zu dick. Aber ich wusste, dass selbst wenn ich abnehmen würde, das nicht lange durchhalten würde. Immer wieder kamen mir Schokoriegel und Kekse in den Weg. Eigentlich voll daneben, aber so war das. Ohnehin sah man meinen Bauch im Schatten der Nacht nicht wirklich, vielleicht ein wenig im Licht der Zigaretten, aber auch egal.

Fleur und ich saßen uns gegenüber, während Fahra noch immer auf dem Trampolin lag. Auch sie hatte nur noch ihren BH am Oberkörper. Irgendwie wusste ich noch immer nicht, wie wir dahin gekommen waren, nur im BH hier herum zu sitzen.
"Ich bin seit meinem ersten Lebensjahr Passivraucher und werde nie vollkommen damit anfangen", raunte Fahra vom Trampolin. Obwohl Fleur und ich uns halb die Lunge rausrauchten, bleib sie brav Passivraucher. Letzten Endes war es mir egal, aber es wirkte immer so, als würden wir sie ausschließen.
Fleur spuckte mir den Rauch, den sie zuvor tief in ihre Lunge gezogen hatte in mein Gesicht und ich schloss kurz die Augen, damit ich die leichten Schwaden auf meinem Gesicht spüren konnte.
"Man kann eigentlich nur abhängig von der Scheiße werden", sagte ich leise, um auf Fahras Kommentar zu reagieren.
Fleur schnippte mir mit einem Finger gegen den Kopf und meinte dann in einem ziemlich ernsten Ton "Wenn ich rauchen will, dann rauche ich. Wenn ich mich ritzen will, dann ritz ich mich und wenn ich trinken will, dann trinke ich. Selbstkontrolle ist das Zauberwort, Kleine."

"Wie willst du etwas aufhalten, dass dich kontrolliert? Während du denkst, dass du nicht betroffen bist, bist du schon betroffen." Ich sah dem weißen Nebel aus meinem Mund nach, der sich nach und nach in der Nacht verlor und lächelte ihm nach.
Fleur zuckte mit den Schultern "Ich hab nur ein verdammtes Leben. Shit happends." Sie tippte auf ihrer Kippe rum und wir beide folgten der grauen Asche, die sich irgendwo auf dem dunklen Boden verlor.
"Ja.. Aber ist der Sinn des Lebens irgendwie nicht krank zu werden und Zigaretten fördern das Ganze nicht so recht." Ich lachte leise und versuchte in der Schwärze am Boden noch einmal die Aschekrümmel zu finden. Keine Change. No way.
Fahra stand auf und sprang auf dem Trampolin herum. "Der Sinn des Lebens ist es diese geile Scheiße hier zu rocken. Also aufi aufi Freunde, wir haben viel vor!"



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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Mo Jun 11, 2012 10:45 am






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guess we knew this was coming on, cause you are already gone in my head, you can tell me that i am wrong. that you are staying with me instead. the wind has come along and summer is dead and gone. is there anything left here to say? i can put my arms around, the emptiness i found. find a way to make you stay. but i am standing still, i am standing still, as you leave me now. i am standing still. i am standing still, as you're walking out. i am just standing still. now before I feel strong, pieces of me break so easy, what i thought of the end, just the feeling that you freed me!

JONAS ;; Ich sog den weißen Rauch in meine Lunge und sah zu, wie die Regentropfen auf den Boden knallten. Mit einem Lächeln auf den Lippen, sah ich den Tropfen nach und stieß den Rauch aus meiner Kehle. Ich fühlte mich gut. Verdammt gut.
Das lag nicht an dem Nikotin, das mich zittern ließ oder an dem Regen, der mir Schmetterlinge in den Bauch zauberte. Es lag an der leichten Wärme, die mich noch immer umfing. Ich spürte seine Arme, die sich um mich geschlungen hatten noch immer. Auch sein Geruch lag noch in meiner Nase. Playboy Berlin. Das roch ich, neben der kühlen Regensluft, die sich an mich schmiegte, mit mir rauchte und mich gut fühlen ließ.
Er hatte mich verlassen. Er war von mir gegangen, so wie jeden Abend. Aber ich hatte ihn gehen lassen, so wie jedes Mal. Es tat zwar, wie immer, weh ihn los und in der Dunkelheit verschwinden zu lassen, aber man sollte das, was man liebte frei lassen und darauf hoffen, dass es wieder kommen würde. Ich wusste, dass er wieder kommen würde. Dafür hatte ich ihn schon zu oft los gelassen, um das zu wissen. Bei besten Freunden vertraute man einfach darauf, dass sie wieder kamen und Jonas war mein bester Freund. Er würde wieder kommen.

Ich sah auf die Straße, die er vor wenigen Minuten noch lang gefahren war. Der Regen peitschte darauf ein, so dass ich glaubte, dass er seine Spuren verwischen wollte, aber das konnte er nicht. Jonas war ein Teil der Straße. Er war ein Teil von mir und würde den Weg immer her finden können, auch im Regen.
Langsam legte sich die Kühle um mich und meine Zigarette neigte sich ihrem Ende. Ich holte mir eine Neue und sah sie einen Moment an. Eine Zigarette erschien mir auf einmal wie eine Freundschaft, die man in sich aufsog, so sehr man nur konnte, die aber dennoch endete. Eine neue Zigarette war, wie eine neue Freundschaft, die anfangs leicht began und dann intensiv und heiß endete. Und auf einmal wollte ich nicht, dass meine Alte ausging. Ich wollte nicht, dass die Freundschaft zu Jonas brach oder einfach ausging, wie eine Zigarette.
Aber sie würde angeknackst werden. Er würde bald seinen Wehrdienst antreten. In München. Viel zu weit weg von mir, leider. Er würde gehen und ich würde hier bleiben. Hier, ohne ihn, ohne meinen besten Freund. Diese Vorstellung ließ meine Stimmung sinken. Sie fiel aus den Wolken und knallte auf dem kalten Boden auf, wie einer von den milliarden Regentropfen, die in diesem Moment auf den Erdboden krachten.



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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Sa Jun 23, 2012 6:30 am

Zitat :
Ich spürte seine Arme, die sich um mich geschlungen hatten noch immer.
Ooohja.

Es wär schön gewesen, wenn im Kapitel etwas mehr über Jonas gekommen wäre ... aber jedem das Seine :3

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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Di Jul 17, 2012 1:58 am






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bitte hör nicht auf zu träumen, von einer besseren welt. fangen wir an auf zu räumen. bau sie auf, so, wie sie dir gefällt. du bist die zukunft. du bist das glück. du träumst uns in die höchsten höhen und dann auf den boden zurück. ich bin für dich da und du für mich. von deiner ersten stunde, glaube ich an dich. du bist mein helfer. du bist mein freund. oh, ich hab so oft von dir geträumt.

TRÄUME ;; Obwohl ich für meine Verhältnisse früh ins Bett gegangen war, wachte ich nach einem viel zu kurzen Albtraum auf und sah auf meinen Wecker. Es war kurz nach vier und ich schwitzte vor Angst, dass der Traum doch die Realität war. Das Komische an Träumen war immer, dass man Angst vor ihnen hatte oder sich nach ihnen befreit fühlte, obwohl man meist nichts mehr über sie wusste. Das war irgendwie beunruhigend und doch schön zu wissen. Ich hatte mir einmal vorgestellt, dass Träume eine Art zweite Welt waren, an die wir uns nur nicht mehr erinnern konnten. Und wenn das Traum-Ich schlief, wachte mein Realitäts-Ich auf. Bei der Vorstellung, dass es noch so jemanden wie mich gab, hatte ich immer lächeln müssen.

Nach dem ich geduscht hatte, packte ich meine Schulsachen zusammen und verließ das Haus. Es war jetzt knapp ein paar Minuten nach fünf und die Sonne stieg hinter der Neubausiedlung auf. Sie tauchte die dort noch stehenden Bagger und Kräne in ein goldenes Licht, welches die Arbeitsmaschinen wertvoll und unantastbar aussehen ließ. Die zahrten Sonnenstrahlen wirkten wie ein Zauber, der die Welt verwandelte. Pure Inspiration überkam mich und ich griff in meine Schultasche, um meine Kamera heraus zu holen. Einige nannten mich einen Freak, nur weil ich meine Kamera überall hinschleppte, um Fotos zu machen.
Die Kamera war eben ein Teil von mir. Ein Teil, der wichtig war, auch wenn er noch nicht so lange mein Leben regierte. Ich hatte sie immer dabei. Immer.

Langsam lief ich die paar Straßen, die mir bis zur Neubausiedlung fehlten entlang. Es war April. Der zweiundzwanzigste April. Jetzt waren es noch genau zwei Monate und ich wäre frei von der Schule und könnte mich in die Ferien stürzen. Zwei Monate. Es war gar nicht mehr so lang. Weniger als fünfzig Tage, wegen den noch kommenden Wochenenden.
'Voll krass, dass wir jetzt die Leute verlieren, die sechs oder sogar zehn Jahre unser Alltag waren. Überleg mal.. mit einigen hast du sogar schreiben gelernt..' Die Worte hallten durch meinen Kopf. Fahra hatte sie mir in einer SMS geschrieben, bevor sie gestern ins Bett gegangen war. Vermutlich schlief sie noch immer. Ein Lächeln zog sich auf meine Lippen, als ich vor meinem inneren Auge Fahra zusammen gerollt auf ihrem Bett schlafen sah.

Doch ich wischte das Bild weg und überquerte die Straße, um in eine wildwuchernde Wiese zu gehen. Ein paar letzte Bilder von dem noch nassen Gras und den Tieren, die hier vor den Baggern und Bauarbeitern Schutz suchten, bevor das grüne Fleckchen Natur unter einem weiteren Mehrfamilienhaus begraben wurde.
Irgendwie keimte der Traum in mir hoch, dass ich dieses Stück Grün retten wollte. Einfach schützen vor den Schaufeln, dem Schutt und dem Beton. Aber ich wusste, dass das nicht funktionieren würde. Vielleicht aber konnte mein Traum-Ich etwas gegen diesen Lebensraumklau in ihrer Welt unternehmen, aus der ich vor wenigen Minuten noch schweißgebadet heraus gefunden hatte.



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Zuletzt von Azzardo am Di Jul 17, 2012 6:27 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Di Jul 17, 2012 5:33 am

Ähm Scheißgebadet?
Zitat:
Vielleicht aber konnte mein Traum-Ich etwas gegen diesen Lebensraumklau in ihrer Welt unternehmen, aus der ich vor wenigen Minuten noch scheißgebadet heraus gefunden hatte.

Meinst wohl SchWeiß gebadet:) Aber ich liebe diese Texte und einfach... es ist toll!*_*

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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Di Jul 17, 2012 6:26 am

ja genau Scheißgebdet xD
Tut mir leid, sehr dummer Tippfehler. Mach ich weg. *peinlich berührt*
Danke <3
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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Di Jul 17, 2012 8:41 am

Ist doch nicht schlimm es gibt total viele Fehler die man machen kann und das ist ja das kleinste Übel was man machen kann <3
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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Mi Jul 18, 2012 11:24 am

Also ich wollt jetzt auch mal sagen, dass ich das einfach nur GENIAL finde ... total berührend, schön und einfach unglaublich ... So sieht das Leben aus und du kannst es perfekt beschreiben *-*
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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Fr Jul 20, 2012 12:10 pm






J U S T ;; S M I L E


ey, ey, ey. ich sag dir was. wenn was ist, hast du immer noch ein dein verstecktes ass. ja, wer fragst du mich. ich sag dir ganz klar, deine bro's, ja die, die sind immer für dich da. lass alles passieren, was hier nur passieren kann, sie sind für dich da, egal wie kalt es um dich ist, man. sie stehen immer dicht an dicht, an deiner seite, man und wenn du das nicht checkst, sag mir bitte mal wer dann. sie sind immer für dich da, also pass auf sie auf, denn du kriegst einen bro nicht einfach geschenkt vom onkel nikolaus.

STINA ;; Ich war noch immer in meinem Element, als ich in der Schule war und bei meiner Clique stand, die hauptsächlich aus Mädchen bestand. Ein paar zu Aufgebrezelte, die einer Barbie glichen und ein paar Normale, die aber vom Charakter her gar nicht zu mir passten. Sogar eine Außenseiterin hatte sich dazu gezwängt. Sie war nicht geduldet, aber stand trotzdem immer dabei. Kia und Ava standen auch dabei. Ich hatte vor den beiden aus dem Weg zu gehen für die letzten zwei Monate, aber ich konnte nicht, weil sie sich direkt auf mich zu bewegten.
"Hey, alles klar?", fragte Kia und wollte mich umarmen, aber ich blockte ab, drehte mich weg. Ich deutete nur auf das rot-schwarze Canon Band, das aus meiner Tasche baumelte. Kia verdrehte die Augen, seufzte. Ich ging Richtung Schulgebäude, als die Glocke zum Unterricht schellte. Ich war noch immer in Gedanken bei der grünen Wiese und meinem Traum-Ich.

"Ist das heute nicht dein Tag?", fragte Ava und holte, wie Kia auch zu mir auf. Doch es ist mein Tag. Es wäre nur viel mehr mein Tag, wenn ihr weg wärt. Meine innere Stimme sprach mal wieder meine Gedanken aus. Sie hatte Recht. Vermutlich war es deswegen meine innere Stimme.
Kia mischte sich in meine Gedankengänge "Hallo? Wir reden mit dir! Sei mal nicht so schrecht drauf!"
Wieder ging ein Seufzen über meine Lippen und dann breitete sich ein Lächeln auf ihnen aus. Vor mir steuerte meine Rettung auf mich zu. Stina. Ein Mädchen aus der Paraleklasse, mit der ich mich gut angefreundet hatte schloss mich in ihre Arme und zog mich ein paar Meter mit sich.
"Ey Bro. Alles fit?" Ich nickte und freute mich wieder einmal jemanden in der Stufe zu haben, bei dem ich etwas mehr ich selbst sein konnte.
"Bei mir auch, danke der Nachfrage!", meinte Stina und blieb auf dem fast leeren Pausenhof stehen, von dem ich eben erst gegangen war um in meine eigentliche Klasse zu kommen. Vermutlich hatte sie Geschichte, Mathe oder Religion, eben die Sachen, die im Nebengebäude unterrichtet wurden. Ich hatte jetzt Deutsch im Hauptgebäude und wir standen nun auf dem Schulhof, der die beiden Eingänge zu den jeweiligen Gebäuden voneinander trennte.

"Ich hab nicht nachge-.. oh okay. Cool, freut mich. Ich bin heute ein wenig verträumt." Ich fuhr mir mit den Händen durch meine Haare und versuchte mich ein wenig zu ordnen. Ich war viel zu zerstreut heute, um ein ordentliches Gespräch zu führen.
Stina grinste nur "Ich verzeih dir, aber nur, wenn du mit ins Kino kommst. Amazing Spiderman und so. Wäre echt geil! Mein Freund, mein wundervoller Freund und Mia kommen auch mit. Also bist du dabei?"
"Klar", sagte ich schnell, bevor sich mein Geldbeutel meldete. Ich war knapp für diesen Monat, aber da dieser sich ohnehin dem Ende neigte, konnte es mir jetzt auch egal sein.
"Dann sehen wir uns um etwa viertel vor fünf Uhr gechillt am Kino?" Ich nickte nur, statt eine Antwort zu geben. Ein Nicken reichte als Antwort. "Alles klar. Brofaust und ab in die Klasse!" Sie streckte mir ihre Faust entgegen und ich ihr meine. Wir ließen sie gegen einander stoßen und liefen zu unseren Klassenräumen.

Mein Weg war etwas länger und ich beeilte mich ein wenig, hetzte durch die Schulgänge, um nicht zu spät zu meiner Klasse zu stoßen. Für gewöhnlich hatte meine Deutschlehrerin es immer erst zehn Minuten nach dem Klingeln in den Klassenraum geschafft, aber heute war das irgendwie anders. Der ganze Gang war leer und ich rannte die letzten paar Meter zur Türe, auch wenn das nichts geändert hatte. Ich klopfte und trat eine.
Jeder in meiner Klasse sah sich zu mir um, als ich irgendwas von Lehrer treffen und über ein Fach und Noten vor mich hin murmelte. Die üblichen Ausreden. Meine Lehrerin nickte nur leicht und ich ließ mich vier Stuhlreihen hinter dem Lehrerpult auf meinen Platz fallen.
"Du bist mal wieder zu spät", murmelte Jana, meine Banknachbarin. Ich verdrehte die Augen. Wenigstens habe ich Freunde. Du hast ja kaum welche, du Außenseiterin. Meine innere Stimme war viel zu grob, als ich es eigentlich beabsichtigt hatte. Ich seufzte leise und starrte zur Tafel. Das war irgendwie nicht so mein Tag, auch wenn er gut angefangen hatte.



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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Fr Jul 20, 2012 7:01 pm

Hehe, hat sich ja gelohnt nochmal on zu kommen ((:
Ich finds toll, man findet sich in JS immer so selber wieder ... <3

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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Sa Jul 21, 2012 10:09 pm





J U S T ;; S M I L E

everything is gonna be all right. everything is gonna be okay. everything is gonna be all right. everything is gonna be okay. everything is gonna be all right. everything is gonna be all right. everything is gonna be okay. everything is gonna be all right. everything is gonna be okay. everything is gonna be all right. everything is gonna be all right. everything is gonna be okay. everything is gonna be all right. everything is gonna be okay. everything is gonna be all right.

AUFSÄTZE ;; In der kleinen fünf Minuten Pause ging ich meist zu einer Freundin und redete mit ihr oder trank etwas. Heute stand ich weder auf, noch holte ich meine Flasche aus der Tasche. Heute saß ich einfach da und sah mich in meiner Klasse um. Einige noch verschlafene Jungs und Mädchen die in jeder Sekunde versuchten ihre Augenringe zu überschminken und dabei von imaginären Speckrollen redeten. Dazwischen saß noch der Klassenstreber, der aber nicht aus einem Jungen mit Brille und Mobbingfaktor sein Leben vollbrachte, sondern ein ziemlich ruhiger Junge, der jedoch ziemlich viel Wut in sich hatte. Außerdem war da noch Jana neben mir, die Außenseiterin. Eigentlich kam ich gut mit ihr klar, aber heute hätte ich sie töten können.

Ansonsten rannten in meiner Klasse noch ein paar Deppen rum, die behaupteten viel Alkohol abzukönnen und schon jede im Bett gehabt zu haben, was nicht stimmte. Sie fielen nach einer Flasche Becks in einen Alkoholrausch und konnten nicht hinsehen, wenn sich andere küssten. Aber neben all denen in meiner Klasse waren da noch zwei. Alison und Faith. Sie saßen nebeneinander und in der Reihe hinter mir. Ich drehte meinen Kopf leicht, um die beiden zu sehen. Alison schrieb irgendwas auf ihren Block und Faith blickte verloren aus dem Fenster auf den Schulof hinunter. Nach ein paar Sekunden drehte sie sich zu Alison und sagte etwas zu ihr, aber diese bewegte sich nicht, schrieb nur weiter. Nicht mal ein Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. Keine Regung. Nichts.
Faith ließ sich nicht beirren und redete weiter. Als es Klingelte und die fünf Minuten Pause zu Ende war, redete Faith noch immer auf Alison ein. Doch noch immer sagte diese nichts. Jana gab mir einen Rippenstoß, als meine Leherin mich ansah, weil ich noch immer nicht meinen Blick zur Tafel gerichtet hatte. Faith schwieg aber nicht und sah auch nicht zur Tafel. Niemand war da, um ihr einen Rippenstoß zu geben.

"Faith", rief die Leherin mit strenger Stimme und fuhr dann fort "Hast du die Hausaufgaben etwa so gut gemacht, dass du sie nun Alison erzählen musst? Magst du uns vielleicht an ihnen teil haben?" Der Blick der Lehrerin ruhte streng und vor allem fordernt auf Faith.
Diese schüttelte nur leicht den Kopf und sagte dann mit einer kühlen, überlegten Stimme, dass sie die Hausaufgaben nicht hätte, aber gerne einen Aufsatz vor lesen wollte. Zwar war das hier keine Aufsatz-Stunde, meinte unsere Deutschlehrerin, aber sie wäre bereit zuzuhören. Erst nach Faiths Worten und nach dem diese aufgestanden war, schlich sich ein Lächeln auf Alisons Lippen. Es war ein Teuflisches. Eines, das ein wenig spottete. Alison spottete über Faith, die sich soeben vor die Tafel stellte und nervös das Blatt in ihrer Hand hielt, welches sie gleich vorlesen wollte..

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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    So Jul 29, 2012 12:27 am





J U S T ;; S M I L E

hey there delilah, what is it like in new york city. i am a thousand miles away, but girl tonight you look so pretty, yes you do! times square can not shine as bright as you, i swear it's true.hey there delilah don't you worry about the distance. i am right there if you get lonely give this song another listen, close your eyes, listen to my voice it's my disguise. i am by your side. i am by your side. i am by your side.

FREUNDSCHAFT ;; Irgendwo hatte ich Mitleid mit Faith, wie sie so alleine und irgendwie traurig vor der Tafel stand und etwa dreißig Mitschüler und eine Leherin sie anstarrten und darauf warteten, was sie zu sagen hatte. Was schrieben einige schon freiwillig für einen Aufsatz? Bestimmt fragten sich das mehrere Schüler. Diese würden niemals auf die Idee kommen von sich selbst aus einen zu schreiben. Also starrten und hörten sie erst recht zu, was die Sache nur noch verschlimmerte. Bei den Hausaufgaben hätten vielleicht nur ein paar zugehört, aber so hörte jeder zu.
Faith atmete tief durch und ich sah, wie das Blatt in ihren Fingern zu zittern began. Ich seufzte leise und wünschte mir sie retten zu können, aber es war zu spät.

"Was ist eine beste Freundin? Eine beste Freundin, so wie Alison, ist immer für dich da, wenn du ein Problem hast. Sie hilft dir über einen Typen hinweg zu kommen, der eigentlich gar nicht deinen Maskara ruinieren sollte, weil er ein Arsch ist. Außerdem schenkt sie dir ein Lächeln, wenn du es am meisten brauchst, weil dein Tag nicht so gut lief, wie du es dir erhoffst hast. Mit einer besten Freundin kann man nachts Nudeln blau färben und bis zum Mittag im Bett liegen bleiben. Mit ihr kann man Gesichtsmasken machen und muss sich danach nicht schämen, dass diese Bilder auf Facebook landen, weil du und auch jeder andere weiß, dass du neben ihr immer scheiße aussieht, weil sie einfach so viel hübscher ist, als du. Eine beste Freundin ist die Person, mit der du die größte Scheiße reißen und über die ernsten Themen labern kannst. Sie ist dazu da, um mitten in der Nacht ein Lachflash zu bekommen und Zugfahrten ins Blaue zu machen, bis man irgendwo auskommt, wo man es niemals vermutet hat. Mit ihr kann man Weihnachtslieder auch schon im Herbst singen, peinliche Fotos machen und stundenlang shoppen gehen. Sie ist dein großes Vorbild, deine Schwester, der Song, den du hörst, wenn du traurig bist und die Person, die du im Leben brauchst, um es überhaupt ein Leben nennen zu können.
Meine beste Freundin ist mein Leben und ich habe nur eins, jedenfalls wird mir das oft gesagt.. irgendwie haben all die Anderen Recht. Man hat nur ein Leben und eine Change, um zu beweisen, dass man es wert ist von dieser wundervollen Person, die man nur beste Freundin nennt, voll und ganz akzeptiert zu werden. Und diese Change darf man nicht verspielen, denn was soll man machen, ohne eine Seelenschwester, ohne den Menschen, zu dem du dich von der ersten Sekunde ab angezogen gefühlt hast, den du liebst und ohne den du kein Leben führen kannst. Was soll man tun? Ist es dann noch wert jeden Tag durch die Zimmertür in die Welt hinaus zu gehen und den Alltag durchzuleben? Ist es dann überhaupt noch einen weiteren Atemzug wert, dieses Leben?"

Tränen stießen Faith in die Augen und sie versuchte ihr Stottern beim Reden zu verbergen, doch es ging nicht mehr. Es waren wie diese Worte, die sie eben ausgesprochen hatte. Es war unaufhaltsam, ununterdrückbar. Sie konnte nicht anders. Keiner wagte etwas zu sagen und Faith warf nur noch einen flüchtigen Blick in die Klasse, dann zu Alison und dann auf die Tür. Ihre Beine fingen an zu laufen und ein paar Milisekunden später hörte ich eine Tür ins Schloss fallen. Ich drehte mich zu Alison um. Diese saß noch immer auf ihrem Stuhl und malte wieder auf ihrem Block herum. Während die Lehrerin nun Faith nachlief, die Schüler über Faith zu reden anfingen, zügelte ich meine Wut, die gerade in mir hoch kochte. Ich stand auf und folgte Faith und der Lehrerin. So musste es ja enden.


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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    So Jul 29, 2012 3:26 am

♥!
Es ist wirklich wunderbar geschrieben und ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht ... o.o!

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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Do Aug 16, 2012 12:50 pm





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du musst nicht reden und doch musst du sprechen. du musst sagen, was dich bedrückt. ich will dir helfen und versuchen das zu lösen, was dich bedrückt. ich mag dir helfen. egal wie. ich würde alles tun. ich will dir zuhören und dich trösten, wenn du weinen musst. ich will für dich da sein. ich will für dich da sein und dir helfen. ich will dir eine freundin sein.

LAPPEN ;; "Und dann?", fragte Fahra und riss Fleur die Chipstüte aus der Hand. Fleur schnappte sich noch ein paar Chips und sah mich erwartungsvoll an.
"Ja nichts. Die Lehrerin hat noch auf Faith eingeredet und gesagt, dass der Aufsatz ganz gut war und sie dafür ne gute Note kriegt und bla. Dann ist die Olle weggerannt."
"Lappen", gab Fahra ein Zwischenkommentar und Fleur ergänzte "Alles Lappen."
"Mhm, ja. Spasten. Unnötig. Jedenfalls hab ich Faith dann angelabert, dass sie Recht hat. Ich meine die beste Freundin ist immer für einen da, egal wann und mit ihr kann man über alles reden und jede Scheiße ever bauen."
Fahra verdrehte die Augen und seufzte leise, bevor sie noch eine Ladung Chips in ihrem Mund zu Brei verarbeitete "Aber nicht mit Alison!"
"Alison ist einfach eine Bitch. Warum merkt die Kleine das nicht mal?" Fleur riss die Tüte wieder an sich und streckte mir die Öffnung hin. Ich nahm mir eine Hand voll und sah zu, wie die beiden versuchten sich gegenseitig die Tüte abzunehmen. In das Kampfgeschrei hinein sprach ich meine Gedanken aus. Ganz gleich, ob mir jemand zuhörte oder eben nicht. "Aber wir merken doch auch nicht immer, ob jemand gut für uns ist oder nicht. Nuale hat mir das Rauchen beigebracht. Eigentlich sollte ich sie dafür hassen."
Fleur überließ Fahra die Tüte. "Das ist was Anderes", raunte sie und kramte in ihrer Tasche nach der Kippenschachtel "Ich geh schon auf Droge, wenn ihr nur davon labert."

"Was heißt hier wir?", fragte Fahra "Charlie hat angefangen!" Sie zeigte mit dem Finger auf mich, wie ein kleines Kind, das sich rechtfertig wollte für etwas, was es nicht getan hatte.
Ich lachte. "Man zeigt nicht mit nacktem Finger auf angezogene Leute."
"Ich bin ja auch nicht 'Man'! Ich bin Fahra. Ich darf das!"
"Fucking Kleinkinder", sagte Fleur und ließ eine Flamme aus ihrem Feuerzeug schnappen. Ich sah zu, wie das Ende der Kippe anfing zu glimmen und grauer Rauch über das Bushäuschen, in dem wir saßen, schwebte. Ich nahm mir auch eine Zigarette und ließ sie von Fleurs Feuerzeug anglimmen. "Sie tut mir noch immer leid. Also Faith meine ich.."
"Sie muss dir nicht leid tun, Charlie. Sie ist selbst dran Schuld." Fahra sah einer der beiden, grauen Rauchwolken nach und sah dann zu Fleur, die nur nickte. Ich wusste, dass Fleur mehr geteilter Meinung war. Meist war es ohnehin so, dass einer von uns dagegen, einer dafür und einer dazwischen stand. Das führte oft zu ziemlich verwirrenden bis hin zu spannenden Diskussionen. Meisten waren es Fleur oder ich, die dazwischen standen, weil Fahra sich oft einen Standpunkt gebildet hatte. Sie hatte zu fast allem eine Meinung, die sie auch gut begründen und vor allem verteidigen konnte.

"Aber man kann trotzdem durch Zufall an die falschen Leute kommen", murmelte ich vor mich hin. "Es kann immer etwas passieren, was du nicht willst und zu Anfang war Alison recht.. naja nett."
Fahra verdrehte die Augen "People changen sich. Das ist so. Ich mein, sieh dir dich an. Du wolltest nie rauchen und jetzt qualmst du."
"Damit hat das nichts zutun." Nun war ich es, die diesen Satz, den ich eigentlich ziemlich verachtete sagte, um sich damit zu verteidigen.
"Hast du nicht einmal gesagt, dass es keine Zufälle im Leben gibt, sondern es nur einem zufällt, was schon lange fällig war?" Fleur mischte nun ein ganz neues Thema dazu. Ich nickte nur. Den Satz hatte Nuale mir gesagt und wenn ich mich betrachtete, traf er in vielen, fast allen Fällen zu. "Dann finde heraus, was Faith verbockt hat, dass ihr so eine Scheiße, wie Alison passieren musste!" Damit warf sie ihren Filter zu Boden und zertrat die letzte, aufglimmenen Reste.

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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Mi Aug 29, 2012 7:32 am





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ist es schwer, einer person, die man liebt, eine absage zu machen? ja. warum? weil man die person liebt und eine absage hart ist. könnte man es nicht freundlich formulieren? nein. warum? absagen sind nie freundlich. du kannst einem kind auch nicht freundlich sagen, dass sein hase gestorben ist, weil ein hund in eiskalt ermordet hat. deswegen kann man es nicht freundlich sagen!

SÜDSEETRÄUME ;; David kochte. Er konnte gut kochen. Während mein Magen die Bratwürstchen wollte, die in der Pfanne bruzelten, redete er mit mir über Alltägliches. Beim Einkaufen hatte er einen alten Bekannten aus der Schule getroffen, mit dem er mal wieder einen Abend in der Kneipe verbringen wollte und er hatte eine Kundin gehabt, die nicht verstanden hatte, warum ihr braunes Kleid nicht mit einem rosanen Hintergrund harmonieren würde. Es war so wie immer, so wie jeden Abend.
"Wann ist das Essen denn jetzt fertig?", fragte ich ungeduldig und sah von meinem Stuhl zu ihm und dann zu der Pfanne aus der ein leckerer Würstchengeruch stieg.
"Gleich", meinte er nur knapp und rührte in dem Topf, in dem er Raviolie zubereitete.
Mein Magen knurrte. "Wann ist gleich?"
"Oh man, Charlie. Hör auf dich wie ein Kleinkind zu benehmen und warte." Er war ein wenig gereizt. Vielleicht lag es an der Frau, aber so schrecklich schien sie gar nicht gewesen zu sein. Er hatte außerdem schon schlimmere Kunden gehabt.
"Warten ist doof", entgegnete ich und sah auf die Pfanne. Das Essen war ohnehin schon fertig. Wir könnten schon jetzt essen. Er müsste mich nicht mehr mit diesen dummen Antworten aufhalten und mein Magen würde gefüllt werden. Wir hätten beide etwas davon jetzt, statt gleich, zu essen.

"Mum hat angerufen", seufzte er.
Ich zuckte mit den Schultern "Ja und? Wo ist das Problem?"
Er seufzte wieder und verdrehte die Augen "Dad hat auch angerufen. Er will mit dir in den Urlaub fahren und Mum will das auch. Jeder hat ein recht hübsches Hotel. Ich kann dir nachher mal die Seiten davon zeigen. Habs gegoogelt."
"Okay", raunte ich und sah ihn an. Es war komisch, dass beide mich jetzt wollten. Beide hatten sich seit über einer Woche nicht mehr gemeldet, jedenfalls nicht bei mir persönlich. "Wo ist der Harken?"
"Beide fahren zur selben Zeit und beide schleppen ihre neuen 'Lebenspartner' mit sich mit." David wusste, dass ich nicht eiskalt beiden absagen oder mich von jetzt auf gleich für einen entscheiden konnte. Nach dem klar war, dass mein Vater umziehen würde, ohne meine Mutter, war ich auch zu keiner Entscheidung gekommen. Zum Glück konnten wir uns alle darauf einigen, dass ich bei David wohnen durfte, bis ich eine Entscheidung getroffen hatte. Ich hatte bisher auch nur eine Entscheidung getroffen. Ich wollte bei David wohnen bleiben. Am besten für immer.

"Aha", sagte ich nur und sah zu, wie David die Raviolie auf zwei Teller verteilte und das Selbe auch mit den Würstchen tat. Ich hatte gar nicht mehr so viel Hunger, irgendwie. Zwar knurrte mein Magen noch immer wie der eines Straßenhundes, aber ich fühlte mich irgendwie satt. Komisches Gefühl.
"Naja du hast ja noch mindestens drei Wochen, Charlie." David lächelte und stellte den Teller vor mir ab. Ich sollte erst einmal essen, meinte er damit und ich sollte erst mal eine Nacht darüber schlafen. Er sagte es nicht, aber er meinte es so. Gesten waren seine Worte. Worte waren nicht seine Art, nicht seine Sprache und irgendwie ließ mich das das Urlaubsthema wieder vergessen. Es würde mir vor dem Einschlafen bestimmt noch eine ganze, lange Weile im Kopf umher spucken, aber jetzt hatte ich es vergessen. Wenigstens ein bisschen.

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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    Do Sep 06, 2012 9:09 am





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so what we get drunk. so what we smoke weed. were just having fun. we dont care who sees. so what we go out. thats how its supposed to be living young and wild and free!

SÜDSEETRÄUME ;; "Er hat gesagt, dass ich unser Baby töte, wenn ich rauche!", sagte sie und lief in meinem Zimmer auf und ab. Von der Tür zum Fenster und vom Fenster wieder zur Tür. "Dabei bin ich nicht mal schwanger. Nicht einmal gewesen! Er meint, dass ich dadurch unser Kind getötet habe. Dieser Wixer!"
Ich lag auf meinem Bett und sah zu, wie sie ihrer Wut freien Lauf ließ. Nebenher blätterte ich in einer Zeitschrift. Ein paar Bilder von Hawaii und noch anderen Trauminseln waren dazwischen. Vielleicht würde ich da bald sein. Vielleicht auch nicht. Vielleicht würde ich hier bleiben und was mit Nuale starten, wenn sie wieder runter gekommen war oder mit Fahra und Fleur oder mit Jonas, wenn er bis dahin wieder da war. Vielleicht würde ich auch mit David auf Fototour gehen oder mit Jill shoppen.
"Er meinte ernsthaft zu mir, ich soll einen Test machen bei einer Freundin, damit meine Eltern das nicht mitbekommen. Das ist ja noch okay, hätte ich ohnehin gemacht, aber dann meinte er noch, ich soll dann zu ihm fahren. Ich meine sind ja mal keine zwanzig Minuten von mir bis zu ihm. Drecksspast. Bor regt der mich auf."

Sie setzte sich neben mich, nur um direkt wieder auf zu stehen und wieder auf und ab zu maschieren. Nuale spielte mit ihrem Handy und beschwerte sich dann, dass es wieder einmal abspackte. Samsung eben. Alcatel, auch wenn das keiner kannte, war ohnehin geiler.
"Gott. Zum Glück hab ich ja jetzt meine Tage, auch wenn ich es hasse die Tage zu haben. Charlie sag was, man! Mein Leben ist voll verwirrend."
Ich blickte zu ihr auf und sagte dann nur "Dein Typ ist scheiße, du bist nicht schwanger und wir werden uns diese Nacht mit Nikotin zuballern. Was ist daran verwirrend? Ich würde das als Standart bezeichnen."
"Was ist eigentlich mit dir los? Sonst lachst du immer, wenn ich mich aufrege. Jetzt bist du so voll langweilig." Sie blickte mich an und legte dann den Kopf leicht schief, wie ein Hund, der ein Geräusch hörte, welches er nicht zuordnen konnte.
"Mum und Dad wollen beide in den Urlaub - mit mir und ich muss mich entscheiden. Entweder mit dieser jungen Schlampe von meinem Dad oder mit dem Kiffer meiner Mum."
"Fuuu", murmelte sie zu mir und setzte sich wieder auf das Bett. Unruhig wippte sie mit ihrem Fuß und spielte mit der 'Nuale'-Kette, die ich ihr aus meinem letzten Urlaub mitgebracht hatte. Der Typ, der den Draht gebogen hatte, hatte sich wirklich Mühe gegeben. Das 'N' war ein richtig schönes Schreibschrift-N. So wie die, die ich in meinem alten Schreibschrift-Buch in der Grundschule gehabt hatte. Ich hasste Schreibschrift. Druckschrift war ohnehin einfacher und man konnte das schneller schreiben.

"Ey. Du kennst doch Kevin Brands oder?" "Der beste Freund, von Philip, der immer so hässliche Bilder auf Facebook postet, der mit der Natalie oder so zusammen ist?" "Natalie Bauman, ja. Der stand heute in der Pause auf dem Hof und hat dann.." Der Alltag kehrte wieder ein. Der Alltag überfiel mich immer, wenn Nuale da war. Alltag und Vertrauen und das Wissen, dass die Zeit wenigstens für ein paar Stunden still stehen würde. Das war Nuale und das mochte ich so an ihr.

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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    So Okt 28, 2012 10:58 am

So, bin zwar noch nicht weit, aber mag trotzdem schon meinen Senf dazu geben :D
Was mir besonders auffällt ist die Lebendigkeit mit der du jeden einzelnen Charakter ausstattest. Eigenschaften, die jeder kennt und denen jeder mal begegnet. Man identifiziert sich mit den Charakteren, jeder hat so sein eigenes Päckchen. Und das ist echt unglaublich toll! Selten erlebt man so lebendige und greifbare Charaktere!
Ich habe hier und da auch ein paar Kleinigkeiten entdeckt, an denen man was ändern könnte, also wenn du noch einen Beta Leser suchst, bin ich gerne zur Stelle (: !
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BeitragThema: Re: j u s t . s m i l e    So Okt 28, 2012 11:00 am

Wenn du magst, kannst du es mit mir aufarbeiten... ich muss aber noch die letzten 20 Kapitel aufarbeiten xD
Danke :3
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j u s t . s m i l e

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