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 Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken

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AutorNachricht
Kiba


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Di Feb 05, 2013 10:31 am

Was für ein sinnloser Kampf das doch ist. Warum haben wir diesen überhaupt angefangen? Was für einen schwerwiegenden Grund gibt es, dass wir so viel Blut fließen lassen müssen? Kiba sah um sich und konnte alle Wölfe nur noch mitten im Kampfgeschehen sehen. Außer Cabezan, er war bei den Welpen, um diese zu beschützen. Als Kiba sich wieder seinen Feinden widmete, ließ er ein tiefes, bedrohliches Knurren aus seiner Kehle. Seine Entschlossenheit war stark und kaum übersehbar. Seine Muskeln angespannt, griff er wieder Mika an. Mit einem riesigen Satz landete der Weiße auf ihm und grub seine Fangzähne in das weiche Fell des verdammten Rüden. Dann ließ er von diesem ab und spuckte die Fellfetzen, welche sich zwischen den Zähnen verfangen hatten aus. Er richtete seinen Blick auf Mika und knurrte:"Lass mein Rudel in Frieden. Was haben wir dir eigentlich getan, dass du mit uns kämpfen musst? Nenne mir den Grund!" Eigentlich wollte er noch 'du verdammter Drecksköter' hinzufügen, doch er ließ es vorerst. Seine Rute war nach oben gerichtet und seine Ohren zuckten zur Seite, als Raziel meinte, dass mit ihm alles in Ordnung sei. Doch plötzlich erkannte er wieder Shadan, der mit Raziel redete. Kurze Zeit später drehte sich Kiba um und sah wieder Azzardo an. Doch gerade als er etwas an das Monster sagen wollte, entdeckte er einen schwarzen Rüden, der auf ihn zusteuerte. "Shadan", murmelte er. Doch er rechnete nicht damit, dass der Schwarze ihn angreifen würde. Er versuchte auszuweichen, vergeblich. Stattdessen lag er nun auf dem Bauch und blickte Shadan direkt in die Augen. "Warum?", fragte er kaum hörbar. Kiba versuchte ihn von sich runter zu schmeißen, was ihm jedoch nicht gelang. Er spürte nur noch einen stechenden Schmerz in seinem Hals, merkte, dass er keine Luft mehr kriegte. Ein schmerzerfülltes und leidtragendes Jaulen drang aus seiner Kehle, dann wurde sein Körper schlaff und er fühlte seine Beine nicht mehr. Was war geschehen? Bin ich tot? Nein, neeeeeiiiiiinnnnnn!!!!! Raziel! Kartane! Sachi! Seine Gedanken flogen umher. Als er dann an die schöne und unbeschwerte Zeit mit der weißen Fähe und des jungen schwarzen Welpen dachte, kam seine Kraft wieder zurück. Er sah, wie Shadan mit Raziel rang. Das schwarze Unheil stand mit seinen Dreckspfoten auf dem Körper seines Freundes! Nein, das war ihm zu viel. Er stand auf, zitterte jedoch am ganzen Leib. Im ersten Moment hatte er Mühe auf allen Vieren stehen zu bleiben, doch dann stand er mit aufrecht gehaltener Rute und entblößten Zähnen. Mit hasserfüllter Stimme drängte er seine Buchstaben hervor. "Shadan! Lass meinen Freund los!" Er knurrte tief und fügte dann hinzu:"Wenn du denkst, dass ein Biss mich aufhalten könnte, dann hast du dich gewaschen! Die Liebe und Treue zu meinem Rudel macht mich unsterblich... dein letztes Stündlein hat nun geschlagen, du scheiß Bastard!!" Doch dann kam Kartane und die Weiße warf sich auf Shadan. Er eilte ihr zu Hilfe und so nahm er seine ganze Kraft zusammen und rannte los. Sein Ziel: Shadan, der Drecksrüde. "Kartane! Aus dem Weg!" Er sprang auf ihn und drückte ihn zu Boden. Dann packte er diesen am Nacken und schmiss ihn hin und her, schließlich ließ er ihn los und sah zu, wie er flog. Er landete vor Mika und Kiba steuerte auf beide zu. Mit hasserfülltem Blick und der ganzen Liebe dem Rudel gegenüber, wie auch der ganzen Liebe, die sein Rudel ihm gegeben hat in seinem Herzen, stand er nun vor den beiden. "Wenn ihr nur wüsstet, wie mächtig die Liebe ist." Shadan sah nun aus, als sei er bewusstlos, ob er es wirklich war, das wusste Kiba nicht genau. Mika jedoch sah den weißen Krieger an. "Eines Tages wird es euch noch leid tun mit uns einen Kampf angefangen zu haben. Ich halte zu meinem Rudel, mein Rudel ist genau wie ich. Wir sind alle treu, wir kämpfen für unser Rudel. Und was ist mit dir Mika? Würdest du für deine Anhänger sterben? Oder lieber deinen eigenen gottverdammten Hintern retten und die anderen sterben lassen? Sei ehrlich... und so", seine Stimme wurde nun so laut, dass es alle hören konnten,"laut, dass es auch alle hören. Sie sollen wissen, was für ein Verräter du bist!"

[BEI RAZIEL/SHADAN/MIKA; betrachtet das Kampfgeschehen // wird angegriffen // liegt kraftlos am Boden // nimmt alle Kraft zusammen // attackiert Shadan // richtet die letzten Worte an Mika und will seine wahre Gestalt an alle gerichtet herauskriegen]

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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Di Feb 05, 2013 11:49 am

Sein Blick huschte kurz berechnend über das Schlachtfeld. Shadan und Azzardo schienen sich prächtig zu amüsieren, auch wenn sie klar in der Unterzahl waren. Nun, natürlich hatte er das schon von Anfang an gewusst. In diesem Kampf würde es keine Gewinner und Verlierer geben. Er war derjenige, der das Rendezvous organisiert und eröffnet hatte, bei dem Rest hatte er gar nicht mehr so viel tun müssen. Auch wenn der Kampf ziemlich hitzig wurde verwunderten ihn das Wegbleiben zweier Wölfe immer noch außerordentlich. Das Samir sich verzogen hatte wunderte ihn nicht, er hatte auch nichts anderes erwartet. Jedoch was war mit Caves? Lechzte sie nicht aus schon seit Wochen nach einem richtig blutigen Kampf? Nach der Szene auf der Klippe hatte es nur wenige Zwischenfälle gegeben, in denen Mika hart durchgreifen musste und kaum je bis zum Blut. Seltsam, dass die Herbstfähe genau dann abhaute, wenn er ihr die Hauptrolle in seinem kleinen Spiel reserviert hatte. Der andere Vermisste war derjenige, dem eigentlich dieses Spektakel gewidmet war. Da machte er sich solch eine - nun ja - große Mühe und er tauchte nicht mal auf. Dabei sollte doch ihr Kampf die Hauptattraktion dieses Festes sein. Nun, so oder so war der Anblick der sich ihm bot doch sehr zufriedenstellend.

Der Bastardssohn legte seinen Blick wieder auf seine provokante Art entspannt auf die Bernsteinaugen der Betafähe. Befriedigung paarte sich dazu, als er den kurzen Schreck in ihnen bemerkte. Tja, ihr Sohn war fortgerannt, trotz allen strengen Worten. Das kam davon, wenn man sich nicht sonderlich um die Erziehung seiner Welpen kümmerte. Zwei Welpen! Wie überfordert sie doch sein musste! "Ich lege keinen Wert auf solche Eitelkeit.", antwortete er leise und etwas herablassend, aber untermalt von tödlicher Ruhe. Ihr Lächeln gefiel ihm. Ihr ganzer Körper sprach von Hass. Im Laufe der Zeit war er gut darin geworden, aus fast jedem hass hervorlocken zu können. Kein Wunder, bei all dem Leichtsinn fielen sie schnell auf ihn herein. Er bemerkte ihren Angriff rechtzeitig, doch machte er keinen Versuch auszuweichen. Die Haut platzte unterhalb seines Auges leicht auf, während er die Fänge Ramylas knisternd in sich spürte. Ein Herzschlag lang verharrte er, dann ließ er auch die zappelnde Azurya unter sich frei und seine Fänge schnappten entschlossen nach der Schulter Ramylas, doch biss er ständig nur leicht zu, sodass braunes Fell in alle Richtungen flog und sich auf seine große Nasenspitze setzte. Mit einem entschiedenen Schubser wurde Ramyla erstmal ein wenig aus der Bahn geworfen, gerade rechtzeitig, sodass er sich mit Azurya befassen konnte. Ihre blauen Augen schienen vor Hass zu glimmen, während sie seine Pfoten beknabberte - lächerlich. Mika grinste spöttisch und zog seine Pfote mit dem aufflammen das altbekannten Schmerzes zwischen ihren Fängen hervor. Sie schob ihn von sich weg und er ließ sie immer breiter grinsend gewähren. Auch wenn er gerade mit ihr spielte, musste er sich bald eine Grenze setzen - bald wäre die ältere Beta wieder voll bei der Sache. Widerwillig vernahm er den Biss in seiner schon eben von Raziel verunstalteten Schulter wahr und wie erwartet lockerte sich Azuryas Fang bald. Die Kleine war doch echt ein viel zu gutes Mädchen, als dass sie das hier durchziehen sollte. Mit hochgezogener Augenraue hörte er sich ihr Gekeife an und ging auf Distanz, dabei Myla im Blickfeld behaltend.

"Jemand der Fähen mag hätte jetzt gesagt, du wärst süß. Aber die ganzen Komplimente sind wirklich nicht nötig." Unwichtige Worte für eine unwichtige Nebenperson in seinem Leben, aber auch sie sollte ihr Kuchenstück bekommen und damit glücklich werden.

Er reagierte blitzschnell wie eine Schlange. Während sie ihn frontal angreifen wollte, vollzog der Bastardssohn einen Wirbel und duckte sich geschickt, sodass er seine Fänge in das weiche Bauchfell schlagen konnte und zwar dieses mal richtig. Blut spritzte auf, als er eine Ader durchtrennte und bespritzte seine Stirn und die Lefzen. Die Schramme unter seinem Auge blutete nicht, auch wenn sie brannte. Ramyla hatte es doch nciht geschafft, das andere Ohr zu zerschlitzen. Eine tiefe Bissspur hinterlassend löste Mika sich von Azurya und setze in einem kraftvollen Sprung über sie hinweg. Seine blutigen Pfoten landeten hart im aufgewühlten Schnee und er bemerkte einen leicht ziependen Schmerz in den Gelenken seiner Vorderläufe. Das Alter forderte das bisschen an Tribut, welchen Mika zahlen musste. Es war wirklich nicht viel, verglichen zu dem was andere Altwölfe durchmachten. Auch wenn Mika das Maximum seiner Fähigkeiten nicht mal gebrauchen wollte. Das hier war nur Spaß - ein ernster Kampf war schon Jahre her. Während er weiter zurückwich, merkte er nicht, dass die Hauptgruppe der Kämpfenden ihm nähergekommen war. Erst als es sein eigenes Schlittenhundfell gemischt mit Kibas Spucke regnete, blickte er etwas verblüfft auf. Doch anstatt das der kleine Weiße ihn ernsthaft versuchte zu bekämpfen, wollte er sich wohl lieber nett mit ihm unterhalten. Ah, dieses Knurren war nur zu niedlich! Diese Liebe für das Rudel, Mika kotzte gleich!

"Ihr habt gar nichts falsch gemacht, mir auch nichts Böses getan, Kleiner.", sprach er mit einem tief überlegenen Gefühl in der Brust. Hach, es war so lustig mit anzusehen, wie sie sich alle ihre kleinen Theorien zusammenlegten. Zwischendurch schien der Weiße noch mal dazu zu entscheiden, Shadan eine Tracht Prügel zu geben nachdem er von ihm niedergehauen wurde. Der Hybrid wollte sich gerade abwenden, als er erneut die Worte Kibas vernahm. Sein schwarzer Tunnelblick bohrte sich ohne Gnade in die Bernsteinspiegel seines Gegenübers. "Liebe hat Macht über uns, nicht aber wir Macht über die Liebe.", sprach er ernst und mit schwingender Stimme. Das Schwarz seiner Augen schien noch endloser zu werden als sonst, als könnte diese Löcher jeden verschlingen. "Deswegen macht Liebe schwach." Vor ihm erschien erneut das letzte Lächeln Chizus, strahlend selbst wenn sein Herz nicht mehr lange zu schlagen hatte. Chizus Schwäche allein damals war seine Liebe zu Mika gewesen. Hätte er Mika nicht geliebt, wäre er heute am Leben und Mika höchstwahrscheinlich tot. Gleichzeitig hat genau diese Liebe ihm die Kraft geschenkt, für ihn zu lächeln. Mistkerl. Ein leichtes Lächeln umspielte Mikas Züge als er sich zurück in die Gegenwart zog. Die Bitterkeit fühlte er jedoch nur auf der Zunge.

Mika glaubte nicht, dass er liebte. Ihm waren einige wenige Wölfe wichtig, jedoch waren diese Gefühle untermalt von einem Hass, der unglaublich leidenschaftlich war. Er erwartete nicht mal, dass es jemand verstand. Höchstens von Blake. Würde Chizu noch leben, hätte er es bestimmt verstanden. Er hatte einen wunderbaren Kopf gehabt, der Junge. Oh. Er starrte ja immer noch den weißen Zwerg an, der scheinbar wieder zu plappern angefangen hatte. "Natürlich würde ich nicht für sie sterben. Mein Rudel wäre auch nicht für mich gestorben." Nein. Der Alpha seines Geburtsrudels hätte ihn liebend gerne geopfert, wäre er nicht der Erbe für den Alphatitel gewesen. Vor allem da er wegen Chizu immer mehr zu einem Dorn in seinem Auge geworden war. "Ich bin nicht der Verräter in dieser Geschichte. Ich schulde niemanden mehr die Treue.", sprach er mit Nachdruck und ließ seinen Blick im Kreis herumwandern. Nein. Ich war der Wolf zwischen den Fronten. Und um niemanden zu verraten musste ich mich über alle erheben. Der Verätter war Chizu, nicht ich. Seine Gedanken drohten ihn wieder in die Vergangenheit zurückzuzerren. Vielleicht war all das Blut daran Schuld, es erinnerte ihn an seine Tat, seine Entscheidung damals. "Der Verräter heute ist Jin." Damit deutete er lustlos in die Richtung des braunen Welpens. Es war ihm fast so, als schwebe ihm eine Vision vor Augen. Ein Bild, wie Jin Sharouk einen Felsen hinunterstürzt und ihn dann bittet, für ihn zu schwindeln. Jener Tag war der Beginn allen Übels gewesen. Zumindest für Mika. Es war zweifelhaft, ob Chizu je ein Leben ohne Übel gekannt hatte. Armer Schweinehund.

{ kämpft mit Myla & Zuzu | antwortet Kiba }

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the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Mi Feb 06, 2013 5:10 am

Hass, das war nun was diese Schlucht füllte. Der pure Zorn. Shadan hatte viele Wunden, doch für ihn war es längst nicht vorbei. Er würde solange Kämpfen, bis er selbst nicht mehr stehen konnte. Der schwarze schaute Raziel eine Weile an und ging Tonlos davon, warum auch sonst, sollte er diesem Rüden Wörter an den Kopf schmeißen? Es gab keine Wörter. Er ging weg und suchte sich einen Weg, das geschehen von weitem zu beobachten. Es fehlte das Bild, wie es um das Rudel stand. Natürlich auch wie es um die Heaven Wolves stand. Doch im Moment interessierte er sich dafür, welches der beiden Rudel am Gewinnen war. Doch erst musste er sich Kiba stellen. Der weiße Wolf schien sich wieder aufzurichten, sehr zittrig, doch das Kiba nicht sterben würde, war Shadan bewusst. Er legte keinen Wert darauf andere zu töten. Dann wäre er nicht besser wie andere Wölfe … Wölfe wie Mika. Plötzlich stoßte ihn etwas weißes zu Boden und beabreitete ihn. Shadan sah die weiße Fähe. Doch diesmal ließ er es über sich ergehen, die ganzen Bisse verspürte der Rüde. Jeden einzelnen. Aber es war ihm egal. Mit einem Blick in die Augen der Fähe sagte er

,, Nicht mehr lange und ich werde Mika eine andere Seite zeigen, jeder hier ist mein Feind. Ich habe kein Rudel!''

Meinte er und sah das noch etwas weißes ihn ansprang. Ach war es süß zu sehen wie sie sich um ihn stritten. Nur Schade, dass niemand ihn wirklich verletzte. Der Versuch war ja öfters da gewesen, doch es sind beide Weicheier. Was also sollte sich Shadan einbilden? Aber das spielte keine Rolle mehr. Nun wo auch noch Kiba sich an ihm Rächte ließ Shadan alles zu. Kein knurren, kein Winseln und auch kein wehren. Es war, als wäre der Rüde tot. Das er es sicher nicht war, konnte ja niemand wissen. So Leblos lag er da und wurde bearbeitet. Auch wenn es schmerzte. Er gab kein Zeichen von sich. Aber wen interessierte es denn? Die Ironie war groß, was würden die beiden denn machen, wenn Shadan wirklich Tod wäre? Nun, er ging davon aus, dass nichts passierte. Das Verlangen irgendeinen von den beiden die Kehle aufzureißen war groß, so groß, dass er fast angefangen hätte sich zu wehren. Es sah beinahe so aus, als wäre er Bewusstlos, und wirklich, nicht mehr lange und es würde vielleicht wahr werden. Doch nicht mir ihm! Wie zu erwarten hatte er mehr als nur eine Reserve über. Mit einem kräftigen und unerwarteten Biss in Kartanes Hals wendete er das Blatt. Sein Gewicht war nun mehr als nützlich, denn nun konnte Shadan die Fähe mit auf den Boden ziehen. Er drehte sich einmal stark beiseite und zog Kartane mit. Nun lag Shadan auf der weißen und drückte sie mit seinen Pfoten auf den Boden. Fester und immer fester. Die Luft würde bald knapp werden, davon war er überzeugt. Denn das pressen würde stärker. Sein ganzes Gewicht lag auf der weißen. Wie lange würde sie dem stand halten? Shadan war gespannt. Doch nun, wo er selbst den versuch nach Luft zu schnappen nicht mehr vernahm, ließ er das Drücken nach. Jetzt würde Kartane etwas Luft bekommen. Aber ihm fiel auch Kiba wieder ein der ihn bearbeitete. Nun würde er seine Rache ebenfalls bekommen. Langsam hob er seine Pfoten und ließ von Kartane ab. Jetzt war Kiba an der Reihe. Mit einem ordentlichen Satz setzte Shadan wieder an die Kehle, nun wo er mit Mika sprach, schien er abgelenkt. Das war eben seine Chance. Einen kräftigen Biss in die Kehle und beide fielen zu Boden. Shadan richtete sich schnell und geschickt wieder auf, trotz Wahnsinniger schmerzen, aber wie es um Kiba stand, wusste er nicht. Auch wusste er nicht wie stark er eigentlich zugebissen hatte. Aber eines wusste er genau, dieser Biss war mehr als hart. Zumal es die gleiche Stelle war wie zuvor. Das er den weißen beim Reden unterbrochen haben könnte war ihm herzlich egal.

,, Warum? Ich weiß es nicht. Weil es einfach so ist. Würdet ihr von mir lassen, so würde ich euch mein Wort geben und von euch lassen. Aber kommt nicht auf die Idee wie dein kleiner Freund -'' er sah erst Kiba an, dann Raziel ,, das ich zu diesem Arsch gehöre! Ich habe kein Rudel und dabei bleibt es. Das er sein treues Gefolge, wie er es nennt nur benutzt für einen Kampf, für den er allein Verantwortlich ist, ist mir vollkommen Bewusst, und damit ist Schluss!''

Mit diesen Worten machte er deutlich , dass er von nun an wieder seine eigenen Wege gehen würde. Doch die Worte von Kiba hallten in seinen Ohren weiter, zwar konnte der weiße gerade nicht sprechen, doch Shadan konnte es und hörte genau zu, wie Mikas Worte ausfallen würden. Er war überrascht, wie sein Ex – Alpha antwortete. Er würde nicht für sein Rudel sterben, das sollte er aber. Und er würde nicht für sie sterben, weil sein Rudel es nicht für ihn machen würde? Wäre Mika ein Wertschätzender Alpha, dann wäre jedes Mitglied für ihn gestorben! Nun reichte es Shadan aber. Es wurde zeit, das er mal die Meinung hörte von einem Rüden, der nie wirklich was sagen würde. Aber heute waren die Umstände entsprechend.

,, Was glaubst du eigentlich, Mika? Dein Rudel würde nicht für dich sterben? Natürlich würden sie es, sieh mich an. Ich wäre für dich gestorben, aber du bist kein Alpha nur weil du diesen Titel trägst! Du bist es nicht Wert, diesen Kampf weiter zu führen und die Schmerzen zu ertragen. Ein richtiger Alpha, würde für sein Rudel sterben, was bist du also? Jemand der sich nur um sich selbst kümmert, jemand dem alle anderen egal sind? Unglaublich ist es doch. Azurya hat die Richtige entscheidung getroffen, zu gehen. Und ich werde es ebenfalls machen. Mika, ab sofort gehöre ich nicht mehr zu deinem treuen Gefolge wie du es nennst, nein, ich war niemals treu!''

Ein unglaublicher Satz, aus diesem Rüden! Wie lange war es nur her? Wie lange hatte keinen so langen Satz gesprochen? Er wusste es nicht. Aber das war egal. Dies war Shadan Wert. Und es würde nicht sein letzter Satz bleiben. Er konnte viel mehr reden. So viel, wie es in diesem Moment niemand anderes schaffen würde. Und damit ergriff er abermals das Wort.

,, An die Heaven Wolves, mir tut es Leid, das ich manche in eurem Rudel verletzt habe, '' er sah zu Kiba ,, doch ich dachte Mika wäre ein guter Alpha, doch da habe ich mich täuschen lassen. Er hat falsche Worte ausgesprochen und mich Belogen. Er sagte, Blake gehöre ihm. Dabei war es wirklich nur sein Kampf. Aber er brauchte andere dumme Wölfe die ihm folgen würden, weil Mika selbst, viel zu Alt wäre, um diese Schlacht alleine zu spielen.''

Mit diesen Worten sah er Mika an.

,, Ich kenne dich nicht, aber ich merke jetzt schon … Nein, ich merkte es von Anfang an, das du verdammt tief gesunken sein musst. Und damit hatte ich mehr als recht.''

Mit erhobener Rute und sicherem Gang setzte er sich an den Rand, der Schlucht. Shadan schaute Mika ins Gesicht. War es denn nicht üblich, dass ein Alpha für sein Rudel sogar sterben würde und umgekehrt? Waren sie alle so anders, wie Shadan es von damals kannte? Nein, daran glaubte der schwarze Rüde nicht. Der Zorn und Hass aus seinen Augen wich, zurück geblieben war nur der Rotstich und die Verachtung für den alten Bastard. Der erhobene Kopf sagte mehr als tausend Worte. Shadan schämte sich keinesfalls für seine Worte. Seine Entschuldigung war nicht ausreichend, aber dafür ehrlich. Es ist Peinlich, nun wo der Rüde darüber nachdachte, für Mika gekämpft zu haben. Ein reiner Fehler der nicht rückgängig zu machen war. Shadan war wieder alleine. Rudellos wie so lange schon. Gab es überhaupt ein anderes Rudel? Würde es sich lohnen weiter zu wandern? Ach, er würde einfach bleiben und alleine Leben. Es gab keine andere Lösung, schließlich würden die Heaven Wolves ihn bestimmt nicht aufnehmen. Oder doch? Nein. Er glaubte nicht daran. Er würde seinen Weg allein fortsetzen.

(( KARTANE ;; KIBA, tut als wäre er tot, schlägt zurück, geht Kiba an die Kehle, spricht zu Mika, verlässt vor allen anderen das Rudel von Mika, setzt sich an den Rand der Schlucht. ))
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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Mi Feb 06, 2013 10:56 am

xx And I have fought
And with flesh and blood I commanded an Army
Through it all I have given my heart
For a moment of glory
xx

    Es war reine Spekulation gewesen, doch Ramyla hatte Recht behalten: Die fremde Fähe war kein dreckiger Anhänger Mikas. Nicht mehr. War auch gesünder für sie. Denn am Ende würde Mika entweder auf drei Beinen und einem Ohr nach Hause wackeln - oder gar nicht mehr. Ramyla war für Letzteres. Ihre oberen Fangzähne fanden keinen rechten Halt und gleichzeitig spürte sie, wie Mikas Zähne nach ihrer Schulter schnappten und das Fell dort zerrupften. DAS war die lahme Antwort? Myla wurde zurückgeschubst und setzte noch ein Stück weiter rückwärts, um sich mit gesträubtem Nackenfell und gefletschten Fängen zu ducken. Aber fürs Erste hatte Mika mit seiner einstigen Verbündeten zu kämpfen, was Ramyla mit grimmiger Genugtuung beobachtete. Dennoch… die Worte ihres Feindes brannten in ihren Ohren. Sharouk. Wo war Sharouk…?
    Verzweiflung schlich sich in Ramylas Herz. Sie konnte nicht einen ihrer Welpen verlieren. Das war unmöglich… Sie hatte sich in letzter Zeit so wenig um beide gekümmert. Sie war in Selbstmitleid ertrunken und hatte nichts anderes wahrgenommen… Ramyla wich weiter zurück. Sharouk… Sharouk! Ihr Blick flog ziellos umher. Andere Wölfe waren näher gekommen, aber sie erkannte keinen von ihnen. Dafür war ihr Blick zu sehr auf die kleine Gestalt ihres Sohnes fixiert, die sie nirgendwo entdecken konnte. Sharouk… Myla drehte sich um die eigene Achse. Nichts. Kalucy war da… Cabezan… Sharouk nicht.
    Die vage Verzweiflung wurde zur ausgewachsenen Panik, die sich mit kalten Klauen um Ramylas Herz schloss. Sie hörte nichts mehr. Alles verklang zum Hintergrundgeräusch. Alles außer ihr furchtsamer Herzschlag. Kibas Worte gingen ebenso darin unter wie Mikas Antwort. Nur die letzten Worte drangen irgendwie zu der erstarrten kleinen Wölfin durch. Jin. Jin, der Verräter. Benommen folgte der trübe Bernsteinblick Ramylas der Geste des verhassten Bastards. Jin. War das Jin? Waren das zwei kleinere Gestalten, am Rand der Schlucht? ZWEI?
    Ein paar Momente - zu viele Momente lang… verharrte Ramyla noch regungslos. War das eine weitere Stimme? Eine Entschuldigung, an die Heaven Wolves? Ramyla hörte es nicht. Ihre Augen hingen an zwei jüngeren Rüden. Dann stob sie los, in Richtung ihres Sohnes.


Mika & Co. xx rennt Richtung Sharouk & Jin

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Zuletzt von Ramyla am Sa Feb 09, 2013 6:30 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Himmelsflüstern


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Do Feb 07, 2013 7:00 am

AUSSTIEGSPOST SAKURA

Sakura hatte den Alarm, welche die anderen schlugen verpennt. Sie hatte sich unter einen Baum zurückgezogen und merkte erst jetzt, dass niemand mehr am Rudelplatz anwesend war, außer Blake. Aber dieser interessierte sie jetzt nicht. Sie interessierte eher, wo zum Henker die anderen waren. Mit gleichmäßigen Schritten folgte die weiße Fähe die Spuren der Rudelmitglieder, bis der stechende Geruch des Blutes ihre Nase umspiele. Sie konnte sich diesen Geruch nicht erklären, denn sie wusste, dass niemand von ihnen verletzt war. Was aber noch dazu kam, waren diese fremde Gerüche - Gerüche, die ihr nicht bekannt war und dann dieses Jaulen, dieses Keuchen, das die Luft umgab. Ein Kampf, da war sie sich sicher. Mit schnellen Schritten war sie an der Lichtung angelangt und sah das pure Chaos. Die Erde war mit Blut durchtränkt und dann hatte sie nur noch Augen für ihren Gefährten Raziel. Er kämpfte und ihn so sehen schmerzte ihr. Sie wollte gerade zu ihm laufen, ihn mit ihrem Leben beschützen, aber verharrte auf der Stelle. Diesen kalten Blick von ihm, diese Brutalität. Konnte das er wirklich er sein? Nein, Raziel war nicht so. Sie kannte ihn und doch entschied sich ihr Herz für etwas anderes. Sie suchte seine Augen und fand sie auch. Es war, als ob alles verstummte und nur sie und ihr schwarzer Engel hier waren. Sakura schaute ihm direkt in die Augen und Tränen sammelten sich in ihren Seelenspiegeln, bis sie nur zu ihm flüsterte, „Es tut mir leid. Ich liebe dich.“ Und dann drehte sie ihm den Rücken zu. Ließ ihn im Stich, sie liebte ihn, aber sie konnte nicht mehr. Das Rudel hatte sich verändern, nur noch Trauer und Hass herrschten dort. Sie fühlte sich nicht wohl und irgendwie hatte sie das Gefühl, dass Raziel sie auch nicht mehr liebte. Ihre Pfoten trugen sie weit weg von all dem Blut. Sie würde nie wiederkehren, das wusste sie. Und so verschwand die weiße Fähe für immer…

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Azurya


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LONELY heard, beating for SOMEONE
Ort :
Rand der Gruppe

BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Do Feb 07, 2013 8:21 am

xx
Sometimes you will lose,
sometimes your rival is stronger,
but that’s no reason
to continue living with shame.
Do what you can to live the way you want to.
xx

Azurya riss die Augen auf, als sie die Zähne Mikas an ihrem Bauch spürte. Sie spürte einen Schmerz, größer als alles, was sie bisher hatte aushalten müssen. Nicht jetzt und hier, sondern im Rudel vor "Mikas". Die Zeit schien stillzustehen, es kam ihr unendlich lange vor, der Weg zum Boden. Als sie schließlich eine Pfote auf dem Boden aufsetzte, was das erste, das sie wahrnahm noch größerer Schmerz. Ihre Pfoten knickten unter ihrem Gewicht ein, ließen die Fähe zu Boden stürzen. Azurya rührte sich nicht mehr, versuchte nicht von dem Schmerz verschlungen zu werden. Es gelang ihr, die erste Schmerzeswelle war über sie hinweggezogen und sie wusste, dass der Schmerz, der noch kommen würde zwar langwierig, aber auszuhalten sein würde. Aber die Fähe rappelte sich nicht erneut auf. Nein, sie hatte endgültig die Schnauze voll. Sie blieb liegen, lauschte Pfotenschritten – die seltsamerweise nicht auf sie zukamen, sondern von ihr wegführten. Mika hatte also nicht vor sie endgültig auszulöschen, er hatte anscheinend kein Interesse an ihr. Ob sie einfach zu schwach seiner Meinung nach war, oder wegen einem anderen Grund, das konnte ihr doch egal sein. Immerhin lebte sie noch, was doch an und für sich schon recht erstaunlich war.
Was Azurya allerdings noch viel erstaunlicher vor kam, was Shadans Rede. Der sonst so schweigsame Rüde hatte das Wort ergriffen und schon die ersten paar Worte fanden sofort Zustimmung bei ihr. Ja, genau so dachte auch sie über Mika. Es erfüllte sie etwas mit Stolz, als Shadan ihrem Beispiel folgte und sich nicht länger einer von Mikas "Gefolge" nannte.
Langsam rappelte sie sich nun doch wieder auf. Vorsichtig setzte sie eine Pfote vor die andere, von ständigem Schmerz begleitet. Noch immer rann Blut aus der Wunde. Kein Wunder, allzu viel Zeit konnte ja auch nicht vergangen sein – auch, wenn es der Fähe viel länger vorkam, als er in Wirklichkeit gewesen war. Ihr Weg führte sie an den Rand der Schlucht, genauer gesagt zu Shadan, der sich dort niedergelassen hatte. Das unzählige Blut färbte seinen Pelz leicht rot, er schien weitaus mehr Wunden zu haben, als sie. Etwas wie Bewunderung musste jetzt in Azuryas Blick liegen, als sie ihn so musterte. Sie hielt schon beinahe diese eine Wunde nicht aus – wobei man sagen muss, dass eine Wunde am Bauch auch schlechter zu ignorieren war – und er hatte so viele, dass die Fähe sie nicht einmal zählen konnte. Und doch ließ er sich nicht wirklich etwas anmerken. "Jetzt sitzen wir im selben Boot, Shadan…", meinte sie, als sie sich neben ihn setzte. "Nichts und niemand könnte und jetzt noch hier behalten und doch sind wir noch da…Wir haben beide niemanden, zu dem wir gehen könnten, soweit ich das richtig verstehe. "

{ Rand der Rabenschlucht | Shadan | verletzt, hört Shadans Worte, geht zu ihm, redet mit ihm }

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Raziel


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Do Feb 07, 2013 8:40 am

Hass durchflutete seinen ganzen Körper und kontrollierte jede Reaktion oder was er tun sollte. Ein Spieler mit seiner Marionette und der Spieler war der Hass. Seine Augen musterten hasserfühlt Shadan, dieser elender Bastard er würde ihm die Kehle ausreißen. Er würde ihm sein Leben nehmen, ja er wollte nichts anderes mehr als töten. Zuerst war es noch das Bedürfnis die Gegner in Schach zu halten, sie so zu verwunden, dass sie den Rückzug antreten würden aber dies taten sie schließlich nicht. Nein, sie gaben nicht nach und verletzen seine Familie und seine Freunde. Sie gingen einfach noch zu weit und dann kam es dazu, das Shadan sich noch traute Kiba zu verletzen. Ein Schock durchfuhr Raziel als er zu sehen musste wie der schwarze Kiba an die Kehle ging. Raziel wollte reagieren wollte den Nacken des Schwarzen packen und ihn dann einfach fortschleudern und selber ihn bearbeiten wollte ihn dann quälen und schließlich erlösen. Ein wütendes Knurren verließ seine Kehle, doch dann geschah alles sehr schnell. Kartane sprang Shadan an und warf ihn zu Boden verletze ihn und schließlich rappelte sich auch Kiba auf sprang ihn an. Der Schwarzbraune erstarrte bei diesem Bild, er konnte sich nicht bewegen, denn dieses Bild erinnerte ihn an was Bestimmtes. Sein Kopf pochte und sofort sah er die Bilder vor sich: Zwei weiße Rüden stürzten auf Raziel, der lachend die Bisse an sich nahm. Sie gruben immer fester ihre Zähne ihn sein Fleisch und ihr tat nichts. Nein anstatt dies, lächelte er und sein krankes Hirn von früher hatte einen Plan. Ein Keuchen erklang und dann wurde der Schwarze Körper schlaff und atmete nicht. Verwirrt und triumphierend liesen die beiden Rüden von ihm ab. „Das sollte der Soul Reaver sein? Ich sagte doch das sind nur Lügen. Schau doch Bruder dieser Schwächling.“ Dann passierte alles ziemlich schnell, denn in Kürze umschlossen seine Fänge die Kehle des Sprechers und rissen diese mit einem Ruck raus. Alles nur gespielt um seine Gegner zu täuschen, was sie den Tod kostete. Lachend schaute der Todesengel auf die Leiche des einen „Glaubst du etwa nicht an den großen bösen schwarzen Wolf Kleiner? Hast du nie deiner Mutter gehorcht, als sie dir damit drohte, wenn du nicht brav bist, holt er dich. Nun bin ich aber hier und muss leider so ungehorsame Kinder strafen, die nicht mal richtig kämpfen können. Zu schade, aber nicht jeder kann perfekt sein nicht wahr?“ Der übrig gebliebene Rüde schaute mit hasserfühlten Augen zu dem Mörder seiner Geschwister „Du bist nichts weiter als ein elender Bastard. Aber eines Tages wirst du sehen was du davon hast, die unschuldigen Seelen werden dich dann bis an dein Lebensende verfolgen. Ich hoffe sehr…“ Zu diesen Worten kam er nicht den Raziel beendete auch schnell seine Leben. Er war wie ein Kampf zwischen zwei weißen Engeln und einem Gefallenen, sie waren ausgesandt um ihn zu töten, jedoch scheiterten sie. Seine Blicke verspotteten die Leichen und seine Bestie schrie vor Freude, wieder ein Opfer und die Lust zu töten war für kurze Zeit gestillt.“[/i]

Nein! Was machte er hier? Wie lange stand Raziel da? Verdammt noch mal sollte er nicht bei Kiba und Tane sein, um ihnen zu helfen. Was der Schwarzbraune jetzt aber hörte, verblüffte ihn. Es kam aus dem Maul des Schwarzen und wusste nicht, wie er reagieren sollte. Wie auch? Die Wut ihn im verpuffte, als er in die Vergangenheit zurückgeschleudert wurde und die Wörter des einen toten Weißen wiederholten sich immer wieder in seinem Kopf. Aber eines Tages wirst du sehen was du davon hast, die unschuldigen Seelen werden dich dann bis an dein Lebensende verfolgen. Ein Zittern durchlief sein Körper, denn dieser Rüde hatte recht und was tat Raziel hatte gelacht über dieses Geschwafel. Aber nun war es zur Wirklichkeit geworden, die toten Seelen verfolgten ihn für Tag für Tag. Seine Pfoten wollten sich gerade in Bewegung setzen, als er seine bekannte Gestalt am Rande des Platzes auftauchte. Sakura! Sein Herz blieb stehen und er wollte zu ihr rennen. Wollte ihr sagen sie solle hier verschwinden, denn er wusste er liebte sie noch. Wusste, dass er versucht hatte, dies zu leugnen, was aber falsch war. Was nun geschah, zerbrach den Rüden ihn Stücken. Sein Herz wurde schwer und er konnte ihre Worten ganz genau ablesen. Raziel wusste, was sie meinte und er konnte es nicht fassen. Verlies sie ihn? Liebte sie ihn nicht mehr, aber sie hatte doch gerade geflüstert, dass sie ihn liebte. Verwirrt schaute er zu ihr und dennoch verstand er ihm Inneren, das es Lebewohl hieß. Die Kraft verlies ihn und er wollte sterben, wollte einfach nicht mehr leben. Trauer durchströmte wie eine einzige Flut ihn und seine Beine zitterten.

Er hatte keine Kraft mehr zu kämpfen, der Kampf war doch sinnlos hier. Hier wurde nur unschuldiges Blut vergossen. Dann sah er zu Mika, vernahm seine Worte, welche der Rüde ausspuckte. Hass gegen diesen Rüde und Trauer vermischten sich. Sie wurden zu einem Strudel und der Rüde wollte nichts anderes als das dieser Rüde, dieser Bastard endlich starb. Er ganz alleine trug die Schuld für das! Wegen ihm hatte Sakura das Rudel verlassen, weil er Raziel dazu gebracht hatte zu kämpfen. Er war schuld, dass seine Familie verletzt war. Sein Fell sträubte sich und nun pulsierte sein ganzer Körper. The Soul Reaver hatte nun völlig die Kontrolle über ihn. Die Kleine Bisse, die er ausgeteilt waren, waren nichts gegen das nun erwacht wurde. Der wirbelte Strudel von Hass und Trauer nährten sie und mit Freuden sah der Soul Reaver was nun kommen würde. Die Pfoten trommelten auf den Boden und Mika würde nicht die Zeit haben zu reagieren. Dieser Mischling würde für dies alles bezahlen! Mit einem gewaltigen Sprung schmetterte Raziel Mika zu Boden mit all seinem Gewicht. Dazu war der Rüde auch nicht gerade leicht und er war dazu größer als diese Kreatur. Seine eine Pfote presste seinen Schädel zu Boden und druckte ihn in den Dreck. Er lies verteilte sein ganzes Gewicht auf Mika und flüsterte mit süßer-honig Stimme in sein Ohr „Hast du Angst vom Schwarzen Wolf Köter? Tut mir echt Leid aber du warst ziemlich böse und das muss ich leider bestrafen.“ Ein irres Lachen war noch zu hören, bis der Rüde seinen Fang öffnete und ihm ins Gesicht bis, leicht nur ein paar Wunden, wo Blut austritt über den Augen. Myla hatte ja schon ein Ohr zerfetzt und seine Wange ein bisschen demoliert. Aber dann sah er zur Schulter, wobei er mit seiner Pfote immer noch Mikas Drecksschädel in den Boden hielt. Genüsslich und purer Lust biss er in die wunde Schulter und schwenkte dabei mit Brutalität seinen Kopf hin und her und vergrößerte die Wunde so auch das mehr Blut austritt. Dann war sein Blick auf den Nacken gerichtet und kichernd „Wer nicht hören will muss fühlen.“

Und schnell durchdrang seine Fänge das dicke Fell im Nacken und er zog dran erst leicht, damit er leiden sollte. Immer noch nährte sich der Soul Reaver von dem Strudel und wurde mit Blut des Feindes noch erheiterte. Sein Körper pulsierte immer mehr und dann ach, warum es hinauszögern? Mit einem Ruck hatte ein kleines Stück Fleisch von Mika entfernt und schließlich wurde ihm langweilig mit dem ganzen Foltern. Seine Bisse wurden stärker und intensiver und immer wieder schwenkte er heftig seinen Kopf hin und her, bis er genug hatte. Noch nicht gestillt, aber schließlich genug für jetzt. Lachend schaute er zu Mika „Ach jetzt bist du viel schöner Bastardmischling. Ein Augenschmaus für jeden.“ Und dann grub er kurze Zeit seine Pfotenkrallen in die Schulterwunde und drückte fest drauf zu und verpasste noch Mika einen Hieb mit der Pfote ins Gesicht, welches blutverschmiert war. Tänzelnd entfernte sich der Rüde von ihm und hüpfte ein paar Felsen am Anhang der Schlucht rauf. Dann sah er von oben herab und sein Lächeln und seine Augen sahen provozierend zu Mika „Komm her Schoßhündchen lass uns spielen. Dann kriegst du auch eine schöne Belohnung, so machen es doch Menschen auch nicht wahr? Oder soll ich lieber Beifuß sagen? Du musst es ja besser wissen Hündchen.“ kicherte der Soul Reaver irre und wartet geduldig drauf, bis er endlich kommen würde. Aber Raziel Wunden sahen nicht besser sie, sie bluteten immer noch und eine hatte sich vergrößerte durch all die Bewegungen. Seine Wunden schmerzten, sein Körper pulsierte in einen Strudel voller Schmerz, Trauer und Hass. Lange würde er sicherlich nicht mehr aushalten, denn auch er hatte nicht all die Kraft der Welt und sein Körper fing allmännlich an zu zittern.

{in die Verganheit zurück geschleudert | bemerkt Sakura versinkt in Trauer und Hass | greift Mika an | lässt schließlich von ihm ab und klettert auf die Felsen am Abhang der Schlucht | ist vollkommen ermüdet und sein Körper fängt allmännlich an zu zittern}

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Jin


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Do Feb 07, 2013 9:30 am

Blut. Egal wohin er auch sah, überall sah er Blut. Klaffende Wunden an den Wölfen der Heaven Wolves, sowie Wölfe die auf Mikas Seite standen. Strahlendweiße Zähne blitzen ihm gleißenden Licht, blutverschmierte Mäuler. Lautes Knurren, das unangenehme Geräusch, wenn sich die Zähne in die Körper des Feindes gruben. Schmerzvolle Schreie, wilde Drohungen. Er herrschte das reinste Chaos. Jeder warf sich auf jeden. Jins Herz pochte wild gegen seine Brust, sein Blut rauschte in Höchstgeschwindigkeit durch seinen bebenden Körper. Seine Atmung war flach. Schnell atmete er aus und wieder ein. Die kleinen Ohren pressten sich an seinen Hinterkopf und mit weitaufgerissenen Augen, die auf den grauenhaften Kampf gerichtet waren, ging er unbewusst einen Schritt zurück. Seine hinteren Läufe erhielten Winderstand. Er stieß gegen etwas Hartes. – Gegen einen Wolf! Mit einem erschrockenen Keuchen warf er seinen Kopf zurück. Sein Herz schlug ihm mittlerweile bis zum Hals. Immer noch mit großen Augen, dennoch wesentlich erleichterter, bemerkte er, dass es nur ein Baum war, gegen den er gelaufen war. Nachdem er dies wusste, lehnte er sich gegen diesen. Er bekam das Gefühl, dass ihm die Pfoten gleich weggezogen wurden. Ihm wurde schlecht. Ein bitterer Geschmack breitete sich in seinem Maul aus. Er leckte sich über die Lefzen, um diese Bitterkeit loszuwerden, doch sie war hartnäckig. Stattdessen schloss Jin seine braunen Augen. Er taumelte etwas zur Seite und presste sich anschließend noch mehr an das junge Bäumchen. Ruhig bleiben! Doch es war leichter gesagt als getan. Die Schreie, der ganze Kampf drang nun noch intensiver an seine Ohren. Ein Albtraum! Ein schrecklicher Albtraum war das. Er musste aufwachen. Er musste von hier verschwinden. Weglaufen und auf Mika warten, bis er wiederkam!

Jin öffnete blinzelnd seine Augen. Er wollte auf der Stelle kehrt machen und abhauen, dazu kam es jedoch nicht. Jemand warf sich auf ihn. – Dieser Angriff kam so unerwartet, dass Jin kaum Widerstand leisten konnte und deswegen auch einfach zu Boden ging, dazu kam noch, dass seine Läufe wie Espenlaub zitterten. Er blickte direkt in das wütende Gesicht von Sharouk. Er war schuld? Natürlich war er das! Wer denn sonst war für dieses Chaos zuständig. Dazu brauchte Jin keinen Welpen, um sich dies bewusst zu werden. Er wusste genau, was er angerichtet hatte und vielleicht auch zerstört. Er wusste dies ganz genau. Trotzdem keimte ganz plötzlich ein neues Gefühl in dem jungen Wolf auf. Vielleicht war es die Wut, dass er so angefahren wurde und so mit der Wahrheit konfrontiert wurde. Die ganze Sache aus einem anderen Maul zu hören war nämlich was anderes und ließ ihn seine Augen zusammenkneifen. Wut und Verzweiflung vermischten sich zu einer gefährlichen Mischung. Jin hatte vorerst nicht vorgehabt ihm zu antworten. Er wollte ihn nur zur Seite schubsen und ohne ein Wort verschwinden, doch eine raue Stimme ließ seinen Kopf zur Seite werfen. Mika! Er zählte auf ihn. Was aber genau erwartete er von dem Braunen? Als der Dunkle aus seinem Sichtfeld war, blickte Jin automatisch wieder zu Sharouk. Beim Anblick, wie er versuchte furchteinflößend mit den Zähnen zu fletschen (was ihm – nach Jins Meinung – jedoch kein bisschen gelang), verengten sich die braunen Seelenspiegels des jungen Rüden nun zu zwei kleinen Schlitzen. „Freunde sagst du?“, keifte er ihn an und legte gleichzeitig seine hellen Pfoten auf Shas Brustkorb. Es war ein Leichtes für den Älteren den Welpen von sich zu stoßen und augenblicklich auf seine Läufe zu springen. „Ich war für euch doch nur das Waisenkind! Ihr konntet euch vor Mitleid doch kaum halten!“ Er steigerte sich unbewusst in etwas hinein. Nur um jemand anderem die Schuld in die Schuhe schieben zu können und dadurch an Stärke zu erlangen.

{ Rabenschlucht – Sharouk }

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Kartane


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Fr Feb 08, 2013 7:35 am

Gerade so vernahm die Weiße die Stimme Kibas und schaffte es, aus dem Weg zu gehen. Dennoch hielt sie ihren Blick stetig auf dem schwarzen Rüden. Sie wusste, was er sagte, doch ihr Verstand wehrte sich dagegen, es aufzunehmen. Sie wollte nicht auf den Fremden hören, wollte ihm keinen Glauben schenken. Ihre Gedanken rasten und sie hätte schwören können, dass sie den stetigen Schlag ihres Herzens hören konnte. Noch immer tropfte das dunkle Blut in ihr helles Fell, doch sie ignorierte dies und zudem den stechenden Schmerz. Ihre Schulter war noch immer am Pochen, doch sie sagte nichts. Ließ die Schmerzen über sie ergehen. Und obwohl sie von außen gefasst und ruhig erschien, schien ihr gesamtes Inneres zu schreien. Zu Brüllen und zu Knurren. Konzentration. Zu viel auf einmal. Zu spät dachte sie daran, wieder auf Shadan zu achten. Zu spät drehte sie sich um. Zu spät entdeckte sie die scharfen weißen Zähne, welche sich nur einen Augenblick später in ihren Hals bohrten. Stechender Schmerz. Fließendes Blut. Schwärze vor ihrem inneren Auge. Die Fähe hielt es nicht mehr aus und ein lautes, schmerzerfülltes Heulen entwich ihrer Kehle, die immer weiter zugedrückt wurde. Das Atmen fiel ihm immer schwerer, vor allem da Shadan sich mit ihr auf den Boden geworfen und sie mit sich gezogen hatte. Wie viel Blut hatte sie wohl schon verloren? Genug, um bald zu sterben? Shadan verringerte seinen Druck und schlagartig füllten sich ihre Lungen wieder mit etwas Luft. Die Welt vor ihren Augen begann zu verschwimmen und Kartane gab beinahe ihren Widerstand auf. Die Weltwurde schwarz und sie spürte kaum noch, wie der schwarze Rüde seine Pfoten von ihr nahm und somit von ihr abließ. Schwer atmete sie ein und aus, ehe sich ihre Atmung verlangsamerte und ihr Kopf zur Seite kippte. Tane war froh gewesen, schon gelegen zu haben – so war der Fall nicht allzu tief und ihr Kopf wurde zumindest ein wenig geschont. Das Jaulen, das Heulen, die Kampfgeräusche verstummten und das Einzige, was sie noch hörte, war das verzweifelte Schlagen ihres Herzens, was darum kämpfte, dass die Weiße wieder aufstehen würde. Aber sie war erschöpft von den Auseinandersetzungen mit Shadan. War erschöpft von den tiefen Wunden, welche sie davon getragen hatte. Ihre Sinne schienen abzustumpfen, doch ihr Verstand sagte ihr, sie sollte aufstehen. Aufstehen und für ihr Rudel kämpfen. Für Sachi, Kiba, Ramyla, Cabezan, Samir, die Welpen, Raziel, Blake. Wo war Blake? Panisch schlug Kartane die Augen auf und sah sich um. Der Kampf war noch in vollem Gange. Die Geräusche nahmen allmählich wieder an Lautstärke zu und der Schmerz, der eben noch so dumpf gewesen war, kam stechend wieder zurück. Die Weiße stellte ihre Ohren auf, schluckte den Geschmack ihres eigenen Blutes herunter und rappelte sich auf. Langsam und mit wahnsinnigen Schmerzen verbunden. Es dauerte einige Momente, doch schließlich stand die Fähe. Ihre Beine zitterten und waren erschöpft, doch sie schaffte es, sich an den Rand der Schlucht zu begeben. In ihrer Nähe entdeckte sie Raziel, doch bis zu ihm schaffte sie es sicher nicht. Sie musste die Kraft, die über war, sparen und darauf hoffen, dass sie nicht angegriffen wurde. Ein waghalsiger Gedanke, doch möglich war es.


{ SHADAN ;; Schmerz ;; driftet fast weg ;; denkt an ihr Rudel ;; schleppt sich zur Schlucht ;; ein wenig entfernt von RAZIEL }

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I don't wanna hear the bad news when I was a little girl In front of the mirror I couldn't understand a thing There were tears falling down my cheeks no matter How much, I washed my face, I couldn't wash my soul.

Blake.
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Cabezan


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AMSELN FLIEGEN TIEF

BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Fr Feb 08, 2013 9:09 am

Er glich mehr und mehr einer steinernen Statue, wie er steif aber schützend über Kalucy gebeugt stand. Es war fast, als würde er mit jeder Sekunde die verstrich mit der Felswand hinter ihm verschmelzen. Einzig der der weit aufgerissene Blick, der voller Grauen über die Szenerie huschte, zeugte von dem Leben in ihm. Wenn er wirklich der Bote des Teufels war, so wie man ihn früher beschimpft hatte, dann wollte er verdammt noch Mal von seinem Auftraggeber wissen, was diese Hölle auf Erden sollte! Der aufgewühlte Schnee war längst nicht mehr weiß. Blutpfützen breiteten sich auf dem Grund der Schlucht aus und speicheltriefende Fellfetzen segelten durch die Luft. Die Schreie der Verletzten, die Beschimpfungen, die Agression und der Hass in all diesen Stimmen.
Waren das wirklich die Wölfe, die er sein Rudel nannte? Waren sie wirklich von der selben Rasse wie Cabezan? Und ihn hatte man den Boten geschimpft? In ihm hatte man die Wiedergeburt des grausamen Königs erkannt? Sein Magen rumorte, während der Gestank des Blutes die Luft verpestete und ihm langsam aber sicher zu Kopfe stieg. Das war Wahnsinn, was hier ablief, einfach krank. Doch wer konnte diese Monster stoppen? Wer würde sie davon abhalten, einander blind niederzumetzeln? War da denn niemand mehr übrig, der nicht verrückt vor Hass war?

Oh, verdammt! Bei allen seinen Ahnen, dem Teufel, Göttern, worauf er immer schwören sollte! Es traf ihn wie ein Stein aus heiteren Himmel, wenn ein Geier sich dazu entschied, ihn zum Spaß fallen zu lassen. Sein Stein-Ich geriet doch tatsächlich aus dem Gleichgewicht und er wäre beinahe über seine eigenen Pfoten gestolpert. Als ein leichtes Zittern in seinen Flanken kehrte das Leben in seinen Körper zurück. Er war dieser letzte Verfechter der Vernunft. Sein Blick senkte sich langsam zu Kalucy, während er sich weiter vor sie schob, damit sie so wenig wie möglich von diesem Gräuel mitbekam. Jedoch war es wahrscheinlich bereits zu spät. Sein Atem entwich ihm nur zittrig, während er fühlte, dass sein Herz ihm irgendwo beim Kehlkopf hüpfte. Als er bemerkte, dass Sharouk weggelaufen war, war es zu spät. Er wollte ihm nach, doch die Welt drehte sich leicht vor seinen Augen. Es war einfach zu viel für das Amselherz. Er fühlte, wie sich erst sein Magen verkrampfte und wie dann ein ekelhafter Geruch seinen Rachen aufstieg. Er stolperte nun wirklich, fiel halb auf die Knie und würgte. Schnee, Blut und die Geräusche des Kampfes verschwammen zu einem einzigen Gefühl der Übelkeit. wieder und wieder würgte er, bis nichts mehr von seinem letzten Mahl übrig war. Zittrig stand der Nebelgraue an die Felswand gelehnt, richtete sich langsam wieder halbwegs auf. Seine Augen suchten erst nach Kalucy, die zum Glück brav in seiner Nähe geblieben war. Doch Sharouk war bereits fort und hatte sich Jin auf Jin geworfen. Er wollte sich erneut übergeben, doch da war nichts mehr übrig. Die Worte der fremden Fähe die auf Ramyla und ihn zugetreten war ignorierte er. Er wollte zu Sharouk, aber sein Körper wollte einfach nicht funktionieren. Er zuckte zusammen, als er Mika erst auf die Welpen zueilen kam und wusste nicht ob er sich erleichtert oder ängstlich fühlen sollte, als er stattdessen auf ihre kleine Gruppe zuhielt. Doch Cabezan wurde kalt ignoriert und stattdessen griff er die fremde Fähe an. Langsam drängte der Nebelgraue Kalucy näher zu sich und weiter von Mika weg. Myla wurde jetzt auch in den Kampf verwickelt. Panisch blickte das Amselherz zurück zu Sharouk und Jin. Er hatte ihr doch versprochen auf ihre Welpen aufzupassen! Mit dem Schwindel konnte er jedoch nicht gerade viel tun. Blut spritzte von der Seite her auf und zwei Tropfen landeten direkt auf seiner Schnauze. Cabezan schnappte nach Luft. Kartane, Kiba und sogar Raziel... Was war nur mit ihnen los? Waren sie nicht besser als das, als die Fremden von Mikas Seite? Sie ließen sich so einfach von Mikas Bosheit lenken, wie betäubte Kühe, die zur Schlachtbank geführt wurden. Das Wortgefecht der Wölfe flatterte an Cabezan ohne Sinn und Inhalt vorbei, allein der Hass war klar in ihnen zu spüren. Er presste die Augen zusammen und schüttelte heftig den Kopf, als könnte er so all das Grauen abwehren. Als er sah, wie Raziel wie ein Berserker auf Mika losging, wich er mit eingeklemmter Rute zurück, Kalucy immer noch vor sich hin schiebend. Dann kam ihm ein ganz idiotischer Gedanke. Besser gesagt, er handelte schneller, als das er es sich noch mal überlegen konnte. Mit zittrigen Läufen sprang er direkt zwischen die blutüberströmten Verstümmler.

"GENUG!, schrie er aus voller Kehle und seine Stimme hallte von den Wänden der Schlucht wieder, bis das Echo so schwach wurde, dass es niemand mehr vernahm. Sein Brustkorb bebte heftig, während er mit wilden Blick im Kreis herumwirbelte. "Seid ihr denn alle bescheuert? Merkt ihr nicht, was ihr hier tut? Ihr seid widerlich! Alle!" Bei dem Anblick von all dem nackten Wolfsfleisch wäre es ihm am liebsten schwarz vor den Augen geworden. "Krank! Ihr schlachtet euresgleichen ab, ohne einen triftigen Grund. Ihr wisst es sogar und trotzdem macht ihr weiter! Was ist nur los mit euch? Könnt ihr wirklich nicht länger sehen als Rachegelüste und Hass es euch zulässt? Verdammt noch mal, hier sind drei Welpen anwesend! Ich dachte echt, ihr währet mehr als nur das...", aufgebracht keuchte der hagere Rüde, dessen Pelz wohl zusammen mit dem der Welpen der Einzige war, der noch heil war. Enttäuschung klang in seinen Worten mit, als er sich schließlich zu Raziel umdrehte, der sich gerade von Mika gelöst hatte und blutüberströmt lachte. "Raziel! Vor allem du..." Gnadenloses Mitleid war in seinen nougatbraunen Augen zu lesen, als er mti ansah, wie der schwarze Beta zitternd die Felsen erklomm. Er drehte sich zurück, blickte einigen Wölfen angewidert in die Augen. Woher kam diese plötzliche Kraft? Seit wann verbarg sich diese Seite seiner selbst? "Kennt hier wirklich niemand mehr Moral?" Seine Stimme klang kräftig auch wenn jetzt wieder sanfter. Er schüttelte leicht den Kopf und schlüpfte mit einem tief traurigen Gesichtsausdruck durch eine Lücke zwischen den Wolfsleibern. Seine immer noch bebenden Schritte waren nun klar in die Richtung von Jin und Sharouk gerichtet, doch er blieb auf einiger Distanz stehen.

Sanft blickte er auf die beiden Welpen hinab. Sharouks Frustration und Enttäuschung war nur natürlich. Während Jin, nun. In den Augen des Amselherzens war es bereits beträchtlich von Mika beeinflusst. Jedoch hatte jeder eine zweite Chance verdient. Er war schließlich nur ein Welpe, ein einsamer kleiner Junge. "Sharouk. Bitte komm mit mir zu Kalucy zurück.", sprach er ruhig aber in befehlenden Ton zu seinem Patenkind. "Ich kann verstehen, dass du dich verraten fühlst, aber das reicht jetzt. Bereite deiner Mutter nicht noch mehr Sorgen, als sie eh schon hat." Ein besorgter Seitenblick galt Ramyla, die ebenfalls in ihre Richtung hielt und nickte beruhigend. Dann wand er sich Jin zu und gab ihm ein schwaches Lächeln. "Es ist noch nicht zu spät, Jin. Um für dich zu bereuen und für uns zu vergeben. Es würde mir schmerzen, würdest du auf den falschen Pfad taumeln. Bitte komm mit mir. Ich werde versuchen euch aus dieser Hölle hier herauszubringen." Die selbstbewusste Ruhe mit der er sprach war so untypisch für ihn. Er schien fast nobel, wie er seinen schmalen Schädel hob und in die Richtung des Schluchtasuganges blickte. Niemand bewachte es nun mehr. Er könnte jetzt eigentlich einfach Kalucy einsammeln und Sharouk irgendwie hier rauszerren, doch dann wäre Jin womöglich für immer verloren. Voller Sorge legte sich sein Blick auf den Waisen. Er wollte ihn nicht in Mikas Pfoten zurücklassen. Er hatte heute genug Schwäche gesehen um in sich selbst eine Stärke zu finden. Doch das war jetzt Nebensache - er musste sich auf die Welpen konzentrieren. "Ich werde deine junge Seele nicht einfach so zwischen Mikas Pfoten fallen lassen, Kleiner. Ich werde dich nicht so leicht aufgeben." Nun war sein Lächeln ermutigender, ein bisschen des Strahlens schien sogar in seine Augen überzuspringen. Nein, es war nie zu spät.

[ übergibt sich | schreit alle zurecht | schließlich bei Jin & Sharouk ]

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Behind my smile is everything you’ll never understand.
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Kayra


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Fr Feb 08, 2013 11:10 pm

Verwirrung machte sich in der Weißen breit. War da nicht eben ein... Nein, er war nicht mehr dort. Ihre Gedanken waren abgedriftet, hatten sich an ihre letzte Begegnung mit Caves erinnert. Sie hatten sich gestritten, Caves hatte sie beleidigt und dann waren sie auseinander gegangen. Kayra war nicht ganz unschuldig daran, dass sie ihre Schwester verloren hatte, doch die Bunte machte es einem auch nicht gerade leicht, mit ihr zu reisen und zu leben. Aber wie dumm sie doch gewesen war. Sie hätte Caves nicht einfach gehen lassen dürfen, dass wusste sie jetzt, aber jetzt war es zu spät. Und Cassian schien sie auch irgendwie vergessen zu haben.
Trauer, unendliche Trauer stieg in ihr auf und verscheuchte die Verwirrung. Sie hatte alles verloren! Alles! Was war sie schon ohne ihre Familie? Ohne Caves? Wütend über sich selbst stampfte sie mit der Pfote auf. "Hör auf!", flüsterte sie mit erstickter Stimme. Besinn dich wieder!, ertönte eine Stimme in ihrem Kopf, sie hätte schwören können, sie hörte sich an, wie die ihrer Mutter. Doch die war tot. Doch sie lebte in ihrem Herzen weiter. Sie war so gütig gewesen und Kayra war immer wieder froh, ihr so ähnlich zu sein. Was soll ich bloß tun Mutter?, fragte die Schneeweiße in sich hinein, fand aber keine Antwort.

Nach und nach öffnete die Fähe ihre Sinne. Sie roch Blut, hörte Kampfeslärm und schließlich den klaren Ruf von Cabezan, diesem faszinierenden Rüden, den sie bis heute nicht durchschaute. Er wirkte immer ein wenig schüchtern und verhaspelte sich oft, doch nun schien er einmal wirklich wütend zu sein, behielt seine Zunge im Zaum und stotterte nicht vor fehlendem Selbstbewusstsein. In diesem Moment, schien er stärker zu sein als sie selbst, die sich von ihren Gefühlen erdrücken ließ.
Ein entschiedener Gesichtsausdruck legte sich auf Kayras Gesicht und ihre Beine trugen sie geschwind nach vorn. Die mächtigen Sprünge brachten sie schnell ans Ziel, an die Schlucht, wo der Boden schon mit Blut besprenkelt war. Die blauen Augen blickten sich um, sahen das Elend, das ein Kampf verursachte, doch kein Tod. Der Weißen Blick blieb an einer weißen Fähe hängen - Kartane. Sie wirkte kraftlos, zitterte. Schnell war Kayra an ihrer Seite, sie wollte nicht, dass jemand sie angriff, denn ihre Chance wäre gering. Und auch wusste sie nicht, ob Cabezans Ruf die Wölfe wach rüttelte. "Kartane?", fragte Kayra vorsichtig und hoffte, sie würde nicht denken, sie wolle sie angreifen.

{allein // Gewissensbisse // Cabezans Worte // Kartane}

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by icewolf
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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Sa Feb 09, 2013 7:15 am

xx Going through this life
Looking for angels
People passing by
Looking for angels
xx

    Die Panik in Ramyla wuchs, wurde übermächtig, überstieg ihren Verstand und ihr Herz… bis sie ins Gegenteil umschlug. Als hätte man all die Angst in einen zerschlagenen Spiegel geworfen, dessen Scherben Ramyla längst in die Seele schnitten… und nun wurde ein völlig entgegengesetztes Bild zurückgeworfen. Ruhe bereitete sich in Myla aus. Falsche, leere Ruhe. Sie blieb stehen und ließ die blicklosen Augen über das Schlachtfeld wandern. Weiß und rot. Dazwischen Wölfe, die sich gegenseitig das elendige Leben nahmen. Ja, Cabezan hatte Recht. Widerlich. Seine Worte klangen in Ramylas Ohren nach, doch sie hinterließen einen anderen, bitteren Nachgeschmack auf der Zunge der Beta, als wohl von Cabezan beabsichtigt. Diesen Bastarden konnte nicht mehr geholfen werden. Keinem einzigen von ihnen. Sie alle waren dem Hass verfallen und ebenso war es mit Ramyla selbst. Wie eine Krankheit hatte sich Mikas Ideologie in ihrer aller Köpfe eingenistet. Eine Krankheit, ein Virus, der sie alle entstellte.
    Ramyla lächelte. Ein seltsames, verstörendes Lächeln. Es war nicht das Myla-Lächeln, das sie früher durch die Welt getragen hatte. Naiv wie Cabezan war hatte er mehr von diesen Wölfen erwartet, aber… das war pure Einfältigkeit. In jedem Wolfsherz lebte Hass. Dieser musste nur geweckt werden und das hatte Mika geschafft… nun, Cabezan schien eine Ausnahme zu sein und spielte nun Moralapostel, angesichts der toll gewordenen Wolfsmeute. Wie gutgläubig und wie sinnlos… Das leere Bernstein in Ramylas Seelenspiegeln folgte besagtem Moralapostel zu zwei kleineren Gestalten am Rande des Gemetzels. Langsam setzte sich Myla ebenfalls wieder in Bewegung. Ohne Eile. Der Hass machte auch vor Welpen nicht Halt. Ihr Sohn hatte sich auf jemanden gestürzt, der ihm verfallen war… ihm, Bruder Hass… ohne sich bewusst zu sein, dass er damit dieses hasserfüllte Feuer nur weiter trug und nährte.
    Mit ruhigem Blick fing Ramyla das Nicken Cabezans auf, trat noch ein wenig näher und hörte mit leerem Gesichtsausdruck zu. Armer, naiver Cabezan. Beiläufig drehten sich Ramylas Ohren in Richtung des Kampfes. Weiteres Knurren, Schnappen, Töten? So lange, bis niemand mehr da war… Nein, da war keine Angst. Nicht einmal Resignation. Möglicherweise Verachtung. Für diesen Hass, der in jedem von ihnen lebte. Und für Cabezan, der glaubte, sich darüber erheben zu können. In dieser widerlichen Welt würden sich am Ende alle gegenseitig niedermetzeln und die Naivlinge würden auf einem Berg Leichen stehen und von einer besseren Welt reden. Im Glauben, es wäre niemals zu spät. Liebe verging, Hass war ewig.
    Gelassen trat Ramyla zu den dreien und behielt vor allem Jin im Auge. Sie traute es diesem kleinen Teufel jederzeit zu, einem der Anwesenden an die Kehle zu gehen. Und NEIN, das würde Ramyla nicht hinnehmen. In ihr hatte sich eine trügerische Ruhe ausgebreitet, dennoch würde sie sich mit ungebrochenem Kampfeswillen jedem entgegenstellen, der ihrem Sohn oder ihrem Freund zu nahe kam. Ihr Blick brannte sich intensiver in Jin, doch die neutralen Worte waren an Cabezan gerichtet:

"Wenn du Sharouk noch einmal entkommen lässt, wirst du es bitter bereuen."

    Damit sollte gewährleistet sein, dass ihr Sohn nicht entwischen konnte, um womöglich irgendwen anders anzugreifen. Ramyla unterschätzte den Hass in dem Welpenherz nicht. Niemals würde sie ihren Bruder unterschätzen…


xx Cabezan & Sharouk & Jin xx

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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   So Feb 10, 2013 1:31 am

Der Schmerz der sich durch seinen Körper zog war erstaunlich, die ganze Zeit verspürte er nichts wie ein längst verstorbener Krieger. Aber nun, wo Shadan die Zeit hatte sich auszuruhen brannte seine Kehle wie Feuer. Die Rede war anstrengend gewesen, nie zuvor musste er so viel Reden und außerdem waren da noch die Bisse an seiner Kehle die ihm das alles schwer machten. Er konnte kaum eine Pfote nach der anderen setzen, so schmerzhaft war jede Bewegung. Doch Shadan hielt durch. Nun, wo er endlich Zeit gefunden hatte sich zu setzen, war doch jedes vergossene Blut sinnloser wie zuvor. Seine Beine zitterten, das ganze Gewicht aufrecht zu erhalten war nicht mehr so leicht, wie einst. Für einen Moment dachte der schwarze wirklich ihm würde schlecht werden. Nur die Hälfte von dem, was er sah, wollte der Rüde auch wahrhaben. Der Schmerz machte ihn vollkommen wahnsinnig. Die Wunden bluteten und wollten nicht mehr aufhören, es schien als wäre es gewollt, das er verblutete. Da war er also, der halbtote Krieger. Die Vergangenheit blieb niemals stehen so das man sie vergessen konnte. Schatten machte sich breit, alles verdunkelte sich. Und doch war er längst nicht geschlagen. Seine Pfoten brannten, immer abwechselnd belastete er sie. Was war das alles eigentlich Wert? Er hatte doch wirklich für so einen unreinen Teufel gekämpft. Alles war nun Verloren. Die Frage war nun abermals, gab es überhaupt noch eine Chance ein anderes Rudel zu finden? Wie weit würde er gehen müssen. Aber es war jetzt nicht wichtig, wichtiger war, aufzupassen das ihm nichts mehr passierte. Denn die gewaltige Kraft die er einmal hatte, war bis auf einen kleinen Rest verspielt. Wie tief war er gesunken. Ihm war mehr als Übel. Shadan begann seine Wunden zu begutachten, doch jede Anstrengung machte ihn fertig.
Nun kam auch noch Azurya zu ihm. Mit starrem Blick schaute Shadan stumm gerade aus. Ihre Worte hallten in seinem Kopf. Allein. Wie schon so lange. ,, So ist es.'' Meinte Shadan. Seine Stimme klang gebrochen. Das Gefühl zusammenzubrechen war stärker geworden. Doch bevor er sich vollends blamierte, legte der Rüde sich hin. Seine Schmerzen waren ihm nur anzusehen. Er schaute Azurya an. ,, Ich bin nicht alt, aber im Moment fühle ich mich zehn Jahre älter.''

(( Am Rand der Schlucht // Azurya ))
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Jin


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Di Feb 12, 2013 10:02 am

Mit allen vier Pfoten stand er sicher auf dem Boden. Der vorherige Schwindel hatte sich gelegt. Genau rechtzeitig hatte er sich der Situation angepasst, die sich wie eine dunkle Gewitterwolke über ihn aufgebaut hatte. Mit schmalen Schlitzen und angelegten Ohren musterte er Sharouk. Sein Blick war aufmerksam und sein dürrer Körper leicht angespannt. Noch einmal würde er sich nicht so einfach umwerfen lassen! Dieses Mal würde er auf alles gefasst sein. Denn, nach Jins keifenden Worten war der junge Rüde sich ziemlich sicher, dass der braune Winzling erneut einen Angriff starten würde. Auch wenn Sharouk noch mit dem Kopf in den Wolken hing und ziemlich kindisch war, so ließen ihn Provokationen jeglicher Art trotzdem nicht kalt. Fragte sich nur, was in dem kleinen Kopf seines Gegenübers momentan vor sich ging und welche Rädchen sich gerade anfingen zu drehen.
Den Zuwachs der kleinen Zwei-Mann-Gruppe konnte man als Fluch oder Segen anerkennen. Noch wusste Jin nicht so recht, mit was er Cabezans Anwesenheit abstempeln sollte. Doch eins war ihm klar: Je mehr Wölfe hinzukamen, desto unwohler fühlte er sich. Verflixt! Dabei hatte er doch geplant abzuhauen! Mit kritischem Blick sah er zu dem Grauen hoch. Würde jetzt eine Rede kommen? Eine Standpauke, dass sein Verhalten nicht richtig war? Schon allein der Gedanke hing ihm bis zum Hals heraus. Auch darauf konnte er herzlichst verzichten! Seine Ohren zuckten nach vorne, als endlich sein Name aus dem grauen Fang fiel. Sein Blick ging stur nach vorne. Irgendwo in die Ferne gerichtet.

Jin wartete bereits zurechtgewiesen zu werden, als jedoch sanftere Worte aus Cabezan kamen, als erwartet. Überrascht blinzelte er und sah zu dem großen Rüden hoch. Das leichte Lächeln auf den Lefzen seines Gegenübers sollte wahrscheinlich beruhigend und fürsorglich sein, doch der gute Gedanke hinter dieser Geste prallte völlig an Jin ab und schlug eine vollkommene andere Richtung ein, als von Cabezan gewollt. Jin fasste trotz allem kein Vertrauen. Stattdessen merkte er, wie Cabezan einen Keil in sein Herz stieß und darum herumstocherte. Ein heißes, loderndes Gefühl breitete sich in Windeseile in dem kleinen Körper aus. Es brannte schmerzhaft in ihm. Noch wusste Jin nicht, dass dieses schreckliche Gefühl die Reue war. Er interpretierte es völlig falsch und deswegen passierte es auch, dass er auch die liebevolle Hilfe von sich weg stieß. Seine braunen Augen blickten schon fast suchend in die treuen Augen von dem Erwachsenen. Er wartete, bis er zu Ende gesprochen hatte und hüllte sich anschließend in einsames Schweigen. Was sollte er schon sagen? Alles was er sagte konnte gegen ihn verwendet werden, was nützte also diese Selbstverteidigung? Er hatte doch längst einen Weg gewählt. Als falschen Pfad dagegen würde er ihn nicht beurteilen. – Schließlich würden Mika und die Anderen ihn nicht mit solchen verhängnisvollen Augen ansehen, wenn er ihnen über den Weg lief.
Auch wenn Cabezan sagte, dass die Heaven Wolves bereit dazu waren ihm zu verzeihen, so bekam er das schlechte Gefühl nicht los, dass die Anderen noch mehr mit den Pfoten auf ihn zeigen würden. Ihn mit wütenden Augen anstarren und mit eiserner Kälte bestrafen. Ramyla bot ihm da bereits das beste Beispiel. Die Mutter der zwei Welpen war zu ihnen geeilt und starrte Jin bereits mit einem wahnsinnigen Blick an, als ob sie bereit wäre, ihm das Genick zu brechen für seine Taten.
Es war für Jin bereits alles durchgekaut. – Nun lag es an den Anderen es zu schlucken oder es erneut zu kauen.


{ Rabenschlucht | Cabezan; Ramyla; Sharouk }

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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   So Feb 17, 2013 9:40 am

Der Geruch von Blut hatte sich in jeden anwesenden Pelz festgeklammert. Auch die wenigen, die ihre Fänge heute nicht in Fleisch geschlagen hatten und die keine Löcher im Fell hatten, würden den Gestank nicht so schnell loswerden. Das lebhafte Rot strahlte mit derselben Intensität auf Schneeweiß sowie Kohlrabenschwarz. Sie alle sogen die Dünste des offenen nassen Fleisches tief in ihre Lungen. Bei all dem Gräuel und Schmerz - dies war kein Tag des Todes. Mika hatte diesen frühen Wintertag auch nie als solchen angesehen. Es war ein Fest der Lebenden. Gehörte er denn noch wirklich hierher? Wäre Blake hier gewesen, hätte er diese Frage mit Leichtigkeit beantworten können. Er fühlte sich mit jedem Tag ohne den grauen Alpha weniger am Leben. Bis jetzt war es leicht gewesen, weil er ständig nur auf diesen einen Tag zugehalten hatte. Doch nun schlug die brennende Woge der Sehnsucht ihren Fang tiefer in das rottende Herz. Verdammt. Er brauchte Blake, hier und jetzt. Sonst würde der Hass ihn womöglich noch zerfressen und was wäre dann übrig? Sein blutiger Atem entwich ihm in schweren Wolken und verschwand gen Himmel. Er erinnerte ihn fast an Nebel, fast an seine Heimat, doch es war nur ein blasser Wunsch. Es war so lange her. Er sehnte sich ein wenig nach den Gipfeln zwischen denen er geboren war, doch das war nichts gegen das krampfhafte Verlangen nach Blake. Was glaubst du eigentlich, Mika? Er glaubte an die Kräfte von Hass und Liebe, die größer waren als jede andere Gewalt. Sie zerrten an den Kreaturen dieser Welt, änderten Schiksale, bestimmten Leben, bildeten Brücken zwischen den Wölfen um sie dann wieder zu zerstören. Oh, aber das meinte der Sprecher nicht, bestimmt nicht. Nach tiefgründigen Dingen fragte ihn nie jemand, nicht wahr? Welch Schande! Er hätte dem naiven Pack so einiges beibringen können. Letztenendes war er immer noch ein Altwolf und hatte wohl mehr gesehen und nachgedacht als alle anderen. Aber wer ein Mörder war, der konnte keine gute Lebensphilosophie haben nicht wahr? Wer ein Mörder war, dessen Worten durfte man keine Beachtung schenken? So unendlich leichtsinnig und verbohrt. Ah, vielleicht sollte er sich einfach Mal auf diesen Wolf einlassen, der mit ihm sprach. Shadan? Es überraschte ihn, dass dieser endlich Mal seinen Schnabel aufgeklappt hatte.

"Ich meinte weder dich, noch jemand anderes aus diesem Gefolge.", antwortete er ruhig und hielt dem Blick Shadans fest stand. "Andererseits wäre ich so oder so nicht für euch gestorben. Süßer, die Feststellung zu der du gerade gekommen bist ist keine große Kunst. Ich war nie euer Alpha - denn ihr wart nur das Werkzeug zwischen meinen Pfoten." Er lächelte entschuldigend, als würde Shadan ihm leid tun.
Herrje, Sarkasmus war dem Kleinen auch fremd! Wie süß. Als ob er je wirklich geglaubt hätte, sein Gefolge wäre ihm treu! Und jetzt war der Schwarze auch noch stolz auf seine Entscheidung, ihm den Rücken zuzukehren? Schmunzelnd schüttelte Mika seinen schweren Schädel. Während Shadan nun seine Worte an die Heaven Wolves richtete, trat Mika näher auf ihn zu.

"Du denkst wohl jetzt, du bist ein ganz Schlauer, nicht wahr? Du denkst, du hast die Wahrheit ganz alleine aufgedeckt? Ich sah für euch nach diesem Tag eh keinen Nutzen mehr. Außerdem muss ich dich korrigieren... Blake gehört nicht mir, er gehört zu mir. Die Details, Shadan..." Ein spöttisches Grinsen erschien auf seinen Lefzen und die Obsidianaugen funkelten genussvoll. Ah, dieses noble Gefühl der Überlegenheit! Ahhh, ahhhh... Er schmolz gleich dahin! "Ich habe dir auch nie die Erlaubnis gegeben, mich zu kennen." Sein Lächeln war fesselnd und auf eine gewisse Art selbstgefällig. Er bohrte seinen Blick tiefer in den Shadans als je zuvor. "Du irrst dich. Ich habe mich über alle erhoben, indem ich meine Seele und mein Herz in die Untiefen habe sinken lassen..." Der Ausdruck in seinen Zügen wurde nun schon manisch. Ein bittersüßes Lächeln. "Die Freiheit erfordert Opfer, Kleiner. Opfer, die kaum jemand zu bringen bereit ist." Außer Mika. Mika hatte sich befreit und sich gleichzeitig verflucht. Er hatte den Preis den er gezahlt hatte nie bereut. Wahrscheinlich würde Shadan kein einziges Wort davon verstehen, was Mika wirklich meinte, aber er war es gewohnt. Der Einzige der verstehen würde, der verstehen musste... das war Blake.

Das teuflische Lächeln blieb auf den blutbefleckten Lefzen, selbst als Raziel ihn mit aller Wucht niederwarf und seinen mächtigen Schädel in das Gemisch aus Schnee, Blut und Erde drückte. Mika lachte nur, wehrte sich gar nicht. Natürlich hatte er gemerkt, dass Raziel seine Kontrolle verloren hatte. War da nicht eben noch seine Fähe Sakura gewesen? Uups, wo war die denn hinverschwunden? Konnte sich der kleine arme Raziel nicht mehr konrollieren? "Jetzt spielen wir also wieder schön Klischee-Böser-Wolf?", lachte der Hybrid ihn munter von unten an, trotz der immensen Masse die ihn niederdrückte. Er konnte einfach nicht aufhören zu grinsen - welch ein perfektes Possenspiel! Welch ein grandioses Finale für sein Fest das sein würde! Er lachte selbst, als Raziel ihm ins Gesicht biss, dann in die Schulter. Sein Lachen war jedoch nicht jenes einen Wahnsinnigen. Eher glich es einem ungehemmten und munteren Jungwolf. Ein Lachen, wie er es als Jungwolf nie gelacht hatte. Je größer die Schmerzen wurden, desto schriller lachte er. Seine Bauchmuskeln schmerzten bereits und er schnappte kichernd nach Luft. Jetzt der Nacken - welch Schmerz, welch Genuss, was für eine Lachnummer! Er merkte erst wenige Augenblicke später, dass der Dunkle von ihm losgelassen hatte. Sein Körper war zerschunden und seine Schultern bebten immer noch munter. Langsam und breit grinsend stemmte er diesen einzigen Schmerz namens Körper hoch. Das Blut strömte nun regelrecht seinen Leib hinunter und verklumpte in seinem Mischlingsfell. Er spuckte den Dreck zwischen seinen Fängen aus und grinste schon fast mitleidig dem Rüden dort oben an. "Nur zu deiner Information, ich habe nie einen Menschen getroffen." Er blickte sich kurz prüfend um, als wollte er sicher gehen, dass auch keiner answesend war. "Ahh. Wurde dir denn wirklich so viel Leid zugefügt? Kann der arme Raziel sich nicht mehr kontrollieren? Ist ihm das zu viel, so wie einem kleinen Welpen, der unter der Macht des Königs zerbricht? Der Beta der Heaven Wolves macht sich vor den Augen seines halben Rudel zu einem bemitleidenswerten Narren...", grinsend schüttelte er sein Haupt, sodass Bluttröpfchen durch die Winterluft hüpften. Damit wand er sich von Raziel ab, der wahrscheinlich eh bald von dem Felshang stürzen würde. Cabezan erweckte da für den Moment viel mehr Interesse in dem Blutüberströmten. Diese Rede war wirklich überzeugend! Auch er schien beginnen zu erkennen, was das echte Wesen dieser Wölfe war. Konnte es womöglich sein, dass genau in seiner Weicheit die Stärke dieses Rüden lag? Ein kurzer prüfender Blick, dann wandte sich Mika von dem Grauen ab. Es war besser sich nicht auf ihn einzulassen. Irgendetwas flüsterte ihm, es wäre sehr unklug das Wort an ihn zu richten. Er spürte das Blut auf seiner Haut und dem Fell trocknen. Keine lebenswichtigen Adern getroffen. Er würde nicht verbluten, nicht solange er Blake nicht wiedersah und zu Ende brachte, was noch zu vollenden war.

{ erst Shadan | dann Raziel | schließlich irgendwo mittendrin }

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the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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Himmelsflüstern


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Mi Feb 27, 2013 9:23 am

DER TOD
Jin & Sharouk & Raziel werden unter Felsen begraben, die anderen können sich noch rechtzeitig retten.

Dein Blick schweift umher… sage mir, was du siehst. Kämpfende Wölfe und unnötiges Blut, das vergossen wird. Der Tod, der auf dem Schlachtfeld wandelt und mit grinsendem Gesicht nur darauf wartet, eine Seele zu sich zu holen. Doch ist der Tag dafür gekommen? Wird einer der Heaven Wolves oder einer Mikas Anhänger sterben?
Nun hieß es warten. Amüsiert sah der Tod den Kläffern zu, wie sie sich grundlos in Fetzen rissen. Leise lachte er ihnen ins Gesicht und flüsterte ihnen Worte in das Ohr, die Wut und Schmerz entfachten. Manche dieser Tölpel ließen sich sogar dazu hinreißen und steigerten sich herein. Oh was für Schwachköpfe, die ihre Selbstkontrolle verloren und sich in bestialische Geschöpfe verwandelten, die genüsslich das Blut des Feindes schmeckten. Sollten sie sich doch am Blut erfreuen, an den Schmerzensschreien, an ihrem sich immerfort steigernden Trieb, zu töten…
Lachend sah der Tod sich um, tanzte mit lautlosen Schritten durch die Reihen der Wölfe. Machten seine kleinen Spielzeuge etwa schlapp? Oh nein, er wollte noch mehr sehen von all den Wortgefechten und den Kämpfen. Er wollte endlich eine reine Seele. Das Grinsen des Todes erstarb jedoch, als ihm gewahr wurde, wie sich einige vom Kampf abwandten. Auf einmal so friedlich gesinnt – solche Narren! Dachten sie wirklich, dass die anderen ihre Taten vergessen würden? Dachten sie wirklich, dass sie sich der Sünde reinwaschen könnten? Dass man ihnen vergeben würde, dass sie grundlos angegriffen hatten und dazu noch die Welpen in Gefahr gebracht hatten? Töricht, einfach nur töricht. Der Tod schüttelte den Kopf und erkannte, dass er wohl heute keine Seele mitnehmen konnte. Nein, das konnte er nicht billigen! Wenn schon sinnlos das Blut vergossen wurde, so sollten sie ihre Strafe bekommen. Sie sollten eine Lehre erhalten. Der Tod lachte erneut und das Chaos nahm seinen Lauf. Wo der schwarzbraune Wolf Raziel stand, bröckelte es. Einige erkannten die Gefahr und sprangen schnell zur Seite vom Hang weg. Nicht schnell genug waren aber die Welpen Sharouk und Jin, die unter den Felsen begraben wurden, ebenso wie Raziel. Das würde interessant werden, dachte der Tod, verschwand und ließ sowohl den Heaven Wolves, als auch den Anhänger Mikas Chaos und Unglück zurück.

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Kiba


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   So März 03, 2013 11:24 am

Gedämpft nahm Kiba noch einige Worte wahr. Liebe soll schwach machen? Nein, nein... das stimmte garantiert nicht. Schließlich steht der weiße Krieger der Heaven wolves nur wegen der Liebe zu seinem Rudel auf den Pfoten. Kiba war immer ein Wolf, der nicht alles auf die leichte Schulter nahm, er war immer einer, der hart für das kämpfte, was er erreichen wollte. Heute wollte er sich mit seinem Rudel den Sieg holen. Der Schwarze war offensichtlich bewusstlos, so dachte sich Kiba, dass er nicht mehr auf diesen achten müsse. Kiba schüttelte den Kopf und machte einen Schritt auf Mika zu.

"Nein, nicht Liebe macht schwach, sondern Hass. Hass macht schwach und dumm. Wie kann man nur so tief sinken? Ich kenne dich zwar nicht wirklich, aber ich habe schon öfter von dir gehört, du Bastard! Guck dich doch mal an! Kriegst doch gar nichts auf die Reihe, was willst du noch? Sollen wir dir die Scheiße, die aus deinem Maul kommt noch auf 'nem goldenen Tablett servieren? Oder wie stellst du dir das vor?"

Ein tiefes, brummiges Knurren verließ Kibas Kehle, doch das verging schlagartig, als der schwarze Rüde, der vor kurzem noch bewusstlos schien, an die Kehle des Weißen sprang. Augenblicklich verstarben Kibas Worte und nur ein Quieken war noch zu hören. Er quiekte, fiepste und versuchte sich aus den Fangzähnen der Hölle zu befreien. Er machte einen Satz nach hinten und sprang zur Seite. Dann hörte er Mika, wie er gestand, dass er niemals für sein Rudel sterben würde.

"Wusste ich es doch, du hinterlistiges Stück! Erst irgendwelche Anhängsel anschleppen und dann diese nur als nutzlose Krieger hinstellen. Bei dir erkennt man den Hund, na? Wie lebt es sich als halbes Schoßhündchen?"

Doch dann hörte Kiba seine Freundin aufjaulen. Augenblicklich drehte er sich um, Mika komplett vergessen, und sah sie am Boden liegen.

"Kartane!"

Er rannte so schnell er nur konnte und erreichte sie dann. Vorsichtig stupste er sie an und fragte, ob alles in Ordnung sei. Doch schon stand die weiße Fähe wieder und als Kiba sie so schmerzerfüllt stehen sah, konnte er sich die Träne nicht verkneifen. Er kniff seine Augen zusammen und ließ eine Träne über sein blutüberstömtes Gesicht fließen. Vorsichtig stützte er sie von der Seite und half ihr sicher zu stehen.

"Geht es? Es tut mir so leid, ich hätte nicht weggehen dürfen, dann wäre das gar nicht erst passiert."

Doch dann rannte sie weg, in Richtung Schlucht. Dort ist es besser, sicherer. Ich hoffe, das sie jetzt nicht sauer auf mich ist. Verzweifelt blickte er sich um. Alle kämpften, nur wegen Jin? Wieso war er nur so wichtig, wieso wegen ihm ein Krieg anfangen? Kiba verstand gar nichts mehr. Er stürzt sich doch nicht nur wegen dem jungen Jin in einen Kampf, der sämtliche Leben opfern würde. Oder etwa doch? der Weiße war hin und her gerissen. Was war jetzt nur richtig? Doch im nächsten Moment sah er zu Raziel und den beiden Welpen, Sharouk und Jin. Sie standen auf einem Hang, der nun langsam zu bröckeln begann. Mit angstvollem Unterton in der Stimme schrie er so laut er konnte.

"Raziel! Sharouk! Jin! Der Hang, er bröckelt!!!"

Doch die drei bemerkten es zu spät und wurden von den schweren Brocken vergraben. Unwillkürlich vergaß Kiba das Gemetzel um ihn herum und stürzte zu den drei begrabenen Wölfen.

"Nein! Nein! Bitte, verlasst mich nicht."

Vergeblich versuchte er die Steine beiseite zu rollen. Sie konnten jetzt nicht sterben... nicht heute! Raziel war sein bester Freund und die beiden Welpen hatten noch ihr ganzes Leben vor sich. Seine Stimme übertönte das Kampfgetümmel.

"Schnell! Hilf mir einer! Ich kriege sie nicht alleine weg!"

Seine Angstgefühle waren unbeschreiblich stark und ein tiefes Schluchzen konnte er nicht mehr zurück halten. Seine Tränen flossen in großen Mengen an seinem nun roten Gesicht hinunter. Während einer zu Hilfe eilen sollte, versuchte er weiterhin ein paar Brocken wegzuschieben.

[BEI MIKA UND SHADAN DANN BEI KARTANE DANN BEI RAZIEL, SHAROUK UND JIN || redet mit Mika .::. kämpft .::. hilft Kartane .::. denkt nach .::. versucht Raziel und den Welpen zu helfen]

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Cabezan


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AMSELN FLIEGEN TIEF

BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Fr März 08, 2013 1:35 am

Seitdem er den Heaven Wolves beigetreten war, war es sein innigster Wunsch gewesen, ihnen von Nutzen sein zu können. Er stolperte vielleicht viel auf seinem Weg und hatte sein Ziel noch lange nicht erreicht, aber langsam lernte er, Kraft aus ihm bis jetzt noch unbekannten Quellen zu schöpfen. Es stärkte sein schwächelndes Selbstbewusstsein, auch wenn er in Unwissenheit darüber blieb, wie lange diese Phase andauern würde. Er war sich sicher, dass er noch viel an sich arbeiten musste, bis er diese Kraft ganz bewusst herausziehen konnte. Jedoch würde er nicht aufgeben, nicht solange er sein Rudel hatte. Sein Blick fixierte fest Jin und Sharouk. Sie waren diejenigen, die die Zukunft dieses Rudels in sich trugen. Sie waren die Zukunft selbst. Diese musste um jeden Preis geschützt werden, das war Cabezan nun klar. Es war etwas, was sein Vater wohl nie verstanden hatte. Cabezan war sich sicher, er wäre heute ein anderer Wolf, hätte sein Vater ihn nicht so behandelt wie er es getan hatte. Trotzdem, vielleicht hatte er damals doch Recht gehabt. Möglicherweise war es ihm vorbestimmt gewesen, durch all das Leid zu gehen, damit er das werden konnte, was er war. Er war bestimmt nicht stolz auf sich selbst, aber er wünschte sich mittlerweile nicht, ein Anderer zu sein. Wenn sein Vater jedoch wirklich den Ruhm seines niedergegangenen Rudels wiederherstellen wollte, dann hätte er seine Welpen nicht zu dem verkümmern lassen sollen, was sie waren. Seine Brüder waren von Intrige, Hass und Arroganz zerfressen gewesen. Das Amselherz wusste nicht, in wie weit sie sich gegebenenfalls geändert hatten, jedoch...

War es wirklich der Zeitpunkt um Geistern der Vergangenheit nachzureiten? Der hagere Rüde schüttelte seinen Kopf. Er durfte sich jetzt nicht in dem Strudel der Überlegungen verlieren! Er brauchte die Gegenwart um voranschreiten zu können. Über seine Schulter hinweg sah der Nebelgraue eine überraschend ruhige Ramyla nähern. Unweigerlich steigen seine Sorgen um Kalucy wieder hoch. Verdammt. Er hätte ein besseres Auge auf Sharouk halten sollen. Er zuckte unangenehm zusammen, als die gefühlslose Stimme der Braunen erklang und sein Blick senkte sich fast automatisch. Er sah nun eher aus wie eine Welpe, der sich unter dem Tadel seiner Eltern schämt.

"Meine Unfähigkeit tut mir Leid... bitte vergib mir...", murmelte er bedrückt und wich ihrem Blick aus. Irgendetwas hatte sich im Verhalten seiner... Freundin... verändert und er war sich nicht sicher, ob er das gut oder schlecht finden sollte. Erwartungsvoll wandte er sich an Jin, doch der kleine Sturkopf schwieg nur. Er schien aus irgendeinem Grund heraus überrascht, auch wenn Cabezan nur schwer eine Antwort auf diesen Ausdruck finden konnte. Unruhig trat er von einer Pfote auf die andere. "Wieso antwortest du denn nicht?", fragte er eine Spur verzweifelt und verschluckte sich das "Kleiner" am Ende seines Satzes. Wie sollte er dem Welpen helfen, wenn er nicht wusste, was ihn bewegte, was er dachte? "So kommen wir doch nirgendwo hin.", seuftzte er dann bedrückt. Sharouk gab auch keinen Mucks von sich. Sein Blick wanderte suchend zu der Stelle wo Kalucy war, er wirkte abgelenkt und wieder etwas verwirrt und müde, so wie sein alltägliches Selbst. Plötzlich ertönte ein gewaltiges Rumpeln und das Amselherz hüpfte vor Schreck einen guten halben Meter in die Höhe. Er wirbelte herum, einerseits auf der Suche nach dem Ursprung des Getöses und andererseits um die Sicherheit der Welpen besorgt. Er erstarrte für einen Augenblick. Dort wo eben noch der wahnsinnige Raziel emporgeklettert war, klaffte ein Loch im Geröll. Vor ihm lag ein Haufen von Steinen und Schutt, genau dort, wo Sharouk und Jin eben noch gestanden hatten. "Nein", flüsterte er voller Grauen und er war binnen eines Herzschlags beim Geröllhaufen. Er stemmte sich gegen einen größeren Stein und scharrte mit seinen Pfoten Kies und Pflanzenstücke weg. Die Fänge aufeinandergepresst, waren seine sanften Züge in eine Grimasse verzerrt.

"Ich bin hier Kiba! Wir schaffen das.", presste er angestrengt hervor, als er das blut- und tränenverschmierte Gesicht der Weißen erblickte. Die Steine rissen seine Pfoten auf, doch er dachte nicht mal daran, aufzugeben. "Sharouk? Jin? Raziel? Könnt ihr mich hören?", rief er den Verschütteten zu. Sie durften nicht sterben. Nein, das konnte er nicht zulassen!

[ Ramlya & Sharouk & Jin | dann mit Kiba bei den Verschütteten ]

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Behind my smile is everything you’ll never understand.
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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Fr März 08, 2013 8:46 am

xx The cage's already there around the bird
So why don't we join the masquerade
xx

    Ramyla fühlte sich wie eine unbeteiligte Zuschauerin. Nichts von dem, was um sie herum geschah, berührte sie wirklich. Zumindest nicht so, dass sie weiter daran verzweifelt und zerbrochen wäre. Vermutlich war es ein Schutzmechanismus, der sie nun bedachter handeln ließ. Gleichgültig war ihr das Blutvergießen nicht. Der Hass, der wie eine schwere Gewitterwolke über der Schlucht schwebte und drohte, jeden Moment einen Wolf aus ihren Reihen durch einen der Blitzschläge zu töten, die unaufhörlich und unsichtbar umherzuckten. Blitze, geboren aus der Wut und dem Hass, verschwendete Energie, darauf ausgelegt, zu zerstören. Führte man die Metapher noch weiter, so war Ramyla wohl eine der wenigen, die so klug waren, sich vor dem Gewitter zu flüchten. Auf ihre eigene Weise. So wartete die Wölfin am Rande darauf, wer am Ende auf dem Schlachtfeld stehen bleiben würde. Ganz so, als ginge es sie nichts an. Das tat es im Augenblick auch nicht. Im Augenblick ging es darum, Jin im Auge zu behalten. Und um den Möchtegern-Blitzableiter namens Cabezan.
    Der eine sagte nichts. Der andere nuschelte eine Entschuldigung hervor. Waren doch alles Welpen. Der eine stur, der andere ergeben. Oder… was war Jin wirklich? Störrisch, trotzig – oder viel eher verunsichert? Ramylas Bernsteinaugen, aus denen jeder Glanz verschwunden zu sein schien, starrten Jin direkt an. Cabezan dagegen schien der Beta nicht einmal einen Blick wert zu sein, denn sie sprach wieder mit diesem, ohne die kühlen Augen von Jin zu nehmen:

"Ja, mir tut sie auch leid."

    Die Unfähigkeit des Nebelgrauen. Und die Uneinsichtigkeit. Zumindest hatte Ramyla den Verdacht, dass Cabezan versuchen würde, weiterhin an das Gute zu glauben. An die Sonne, welche die bösen Gewitterwolken vertreiben würde. Doch das war ein Trugschluss. Die Sonne konnte nichts ausrichten. Sie musste warten, tatenlos, und wenn sie sich zeigte, dann bestimmt nicht aus eigener Kraft. Erst wenn die Gewitterwolken sich verzogen, konnten die Strahlen wieder bis zur Erde finden. Darauf würde Ramyla warten und sich bis dahin ganz einfach von den Blitzen fern halten.
    Jin dagegen war eine Quelle fehlgeleiteter, junger Energie. Vom Gewitter in den Bann gezogen und nun zwischen den Fronten zerschlagen. Ramyla trat ein paar Schritte zurück, ihre Ohren zuckten, noch bevor sie das drohende Grollen bewusst registriert hatte. Nein, kein Gewitter. Steinschlag. Die bunte Fähe wich nach hinten hin aus, mit nunmehr angelegten Ohren. Angespannt beobachtend. Cabezan drehte sich eher verwirrt im Kreis, Ramyla dagegen blieb erstarrt stehen. Sharouk. Raziel. Und auch Jin. Für ein paar Momente schien Ramylas Herz einfach auszusetzen. Wie durch einen Schleier beobachtete sie, wie Cabezan zu den Felsen sprang. Da war eine weitere Stimme gewesen. Die der weißen Gestalt, die ebenfalls bereits an dem Schutt grub. Blutig. Alles war blutig.
    Ramyla stand in ihrer leeren Welt und beobachtete. Unbeteiligt. Sharouk. Ihr Welpe. Ihr einziger Sohn. Ein Sohn der Himmelswölfe, in dessen Adern das Blut ihres verschollenen Engels floss. Lebendig begraben. Oder bereits tot. Raziel. Ein guter Freund. So lange schon. Es war viel passiert… sehr viel… unsagbar viel.
    Schleier… blutige Schleier… Ramylas Augen fokussierten sich auf die Felsen, auf die beiden Gestalten, die sich damit abmühten, das Geröll beiseite zu schieben… Die Beta warf den Kopf in den Nacken und stieß ein dunkles, langgezogenes Heulen aus, das die Novemberluft durchschnitt. Es hallte durch die Schlucht, erbittert und herausfordernd. Wer auch immer nun noch an Blutvergießen dachte, dem würde Ramyla die Kehle herausreißen! Sie setzte halb über Cabezan hinweg und begann an einer leicht erhöhten Stelle zu graben. Ihre Pfoten suchten sich ihren Weg zwischen die größeren Gesteinsbrocken und schubsten sie zur Seite. Einen nach dem anderen. Zeitgleich wandte Ramyla den Kopf zur Seite und ließ den Blick zwischen den Gestalten der verschiedenen Wölfe umherzucken.

"Solltet ihr Bastarde auch nur mehr einen einzigen Funken Verstand haben, dann bewegt euch, verdammt nochmal!"

    Schrie sie, mit aufflammender Wut, die ihrer Stimme Kraft verlieh.


gräbt mit Cabezan & Kiba xx fordert sehr nachdrücklich ALLE auf, zu helfen

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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Mo März 11, 2013 9:41 am

Die kastanienroten Augen des jungen Rüden blickten starr vor sich hin. Lodernd schimmerte das innere Gefühlschaos, welches wie ein zerstörerischer Tornado in ihm wütete, in den stummen Seelenspiegeln. Die Lefzen presste Jin fest aufeinander, sodass kein einziger Ton seinem Fang entwischen konnte. Nur seine Ohren drehten sich unbewusst zur Seite, in Cabezans Richtung. Seine Worte waren ruhig und noch immer konnte Jin nicht die Wut und Enttäuschung aus seiner Stimme herausfiltern. Doch auch dieser Ton brachte den jungen Wolf nicht dazu etwas zu sagen. Seine Zunge kribbelte, sein Kopf drohte zu explodieren von den ganzen Gedanken, dennoch weigerte er sich diese mit den allen zu teilen. Vielleicht würde Jin anders handeln, wenn nicht so viele Wölfe anwesend sein würden. Vielleicht würde er sich Cabezan anvertrauen, würde sich nicht vor seiner Schnauze ein Szenario des Todes abspielen. Nun blieb er jedoch stumm. Er hüllte sich in Schweigen, bis sie ihn alleine lassen würden. Hilfesuchend blickte Jin deshalb zu seinem einzigen Anker, denn er noch glaubte zu haben. Der einzige Wolf, von dem er glaubte, dass er ihm halt geben konnte. Mika, für den er dies alles gemacht hatte, nur um ihn stolz zu machen. Während der Blick auf genanntem Rüden haftete, merkte er nicht die ersten Steinchen, die sich gelöst haben und warnend herunter fielen. Erst als ein ohrenbetäubendes Geräusch erklang wurde er aus seiner Starre geholt. Erschrocken warf er seinen Kopf zur Seite und die Augen weiteten sich. Der nächste Moment verging viel zu schnell, als das er in irgendeiner Weise reagieren konnte um sich noch in Sicherheit zu bringen.

Er kniff seine Augen zusammen und als er sie wieder öffnete, sah er nichts als absolute schwärze. Wo war er? Wieso war es so dunkel? Er wollte seinen Kopf heben, hielt jedoch inne, als eine gewaltige Kraft in zu Boden drückte. Ein ängstliches Winseln entfloh seinem schmerzenden Fang und endete in einem Husten. Auch wenn er nichts sehen konnte, so drehte sich alles. Ihm wurde schlecht. Er schloss seine Augen und atmete schnell aus seinem geöffnetem Maul aus und wieder ein. Sein Herz schlug hart gegen seine Brust und in seinen Ohren hörte er ein schmerzendes Piepen. Doch nichts war im Gegensatz zu dem höllischen Schmerz, der seinen ganzen Körper plagte. Unerträglicher Schmerz. – Er konnte sich kein Stück rühren. Nur ein Zucken mit seinem Lauf würde Öl ins Feuer gießen. Jin öffnete seinen Fang. Er wollte schreien, Namen rufen, um Hilfe bitten, doch seine Stimme blieb weg. Wo war sie hin? Erneut hustete er und zuckte dabei vor Schmerz zusammen. Ein verzweifeltes Winseln und ein klägliches Schniefen waren alles, was der junge Rüde zulassen konnte. Die Augen öffneten sich. In der Hoffnung er bildete sich alles sein. Jin hörte Stimmen. Sie klangen so weit entfernt, dass er sie keinem Gesicht zuordnen konnte. Bildete sich aber dennoch ein, dass er Mika hörte. Langsam schlossen sich die schweren Augenlider wieder. Es beruhigte ihn zu wissen, dass Mika da war. Er würde ihm helfen. Wenn es einer konnte, dann war es doch er. Mit diesem beruhigenden Gedanken, der ihn mit Hoffnungen beflügelte, drohte er immer mehr seiner Müdigkeit nachzugeben und in einen nie endenden Schlaf zu rutschen.

{ Rabenschlucht | Unter Felsen vergraben }

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Blake


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Mo März 18, 2013 4:13 am

I'm waking up, I feel it in my bones
Enough to make my systems blow
Welcome to the new age, to the new age
I'm radioactive, radioactive


Ruhig, nahezu friedlich lag der große Wolf versteckt von Büschen und Farnen im Unterholz. Zweige und Blätter hatten sich in seinem dichten Pelz verfangen und es sah aus, als würde er schon eine ganze Weile dort liegen, unbeweglich und vollkommen leblos. Einzig das sanfte Heben seines Brustkorbs und die sich bewegten Blätter in der Nähe seiner Schnauze waren Beweis dafür, dass sein Herz überhaupt noch schlug. Und obwohl er so friedlich dalag und sanft zu schlummern schien, war er innerlich gefangen, in Ketten gelegt. Sein Geist wurde festgehalten von eisernen Krallen, die ihn daran hinderten, die Augen aufzuschlagen. Und so blieb ihm doch nichts anderes übrig als dort zu bleiben wo er war – eine leichte Beute für jeden. Es wäre so einfach gewesen ihn anzugreifen, wo er doch nur da lag, geschützt von ein paar Farnen, die ihn notdürftig verdeckten. Schon viel zu lange lag er da und so sehr er auch versuchte, die Augen aufzuschlagen oder einen tiefen Atemzug zu nehmen, es wollte nicht funktionieren. Das Komische war, er wusste genau, dass er wach war. Er bekam alles mit. Er hörte den Wind, der durch die Blätter fuhr und sein Fell mit unsichtbaren Fingern liebkoste und es mit Dreck schmückte. Er hörte die Vögel leise singen und etwas entfernt plätscherte ein Bächlein tagaus tagein vor sich hin. Wenn es regnete, spürte er, wie die Tropfen durch sein Fell drangen und ihn durchnässten und wenn die Sonne stark schien, spürte er die Hitze und konnte sich nicht vor ihr retten. Sein Zustand glitt zwischen Wachen und Schlafen hin und her und wenn er wirklich schlief traten wirre Bilder in seinen Kopf, die er im wachen Zustand schon wieder vergessen hatte. Alles in allem war Blake sehr beunruhigt. Er wollte aufstehen. Er wollte sein Rudel suchen. Wieso konnte er sich nicht bewegen? Hatten die anderen ihn im Stich gelassen? Oder war es nur ein einziger verwirrender Traum? Doch Blake spürte die vertraute Umgebung um ihn herum so deutlich, dass es unmöglich nur ein Traum sein konnte. Und langsam bekam er Zweifel, ob er überhaupt je wieder richtig aufwachen konnte. Jin hatte ihn angesprochen, hatte ihm versucht mitzuteilen, dass etwas passiert war, etwas Schlimmes und Blake hatte ihm nicht helfen können. Kurz darauf hatte auch Raziel sein Glück versucht, doch so sehr Blake auch versucht hatte, ihm zu sagen, dass er nicht aufstehen konnte, nicht helfen konnte, es hatte einfach nicht funktionieren wollen. Und so lag er einfach da, verlassen und zurückgeblieben, seine Lungen pumpten in regelmäßigen Abständen die Luft ein und aus. Immer wieder musste er an Jin zurückdenken. Er war ein Verräter. Und niemand wusste es. „Hoch lebe der Alpha“, hatte er ihm ins Ohr geflüstert und in dem Moment wusste Blake nicht mehr, was er fühlen sollte. Wenn er noch nicht vollständig gelähmt war, so war er es in jedem Moment gewesen.

In der Ferne krachte es, als würde ein Berg entzwei brechen und in genau dieser Sekunde schlug Blake die bernsteinfarbenen Augen auf. Seine Augen gewöhnten sich schnell an das Licht und er sprang auf und drehte sich einmal um sich selbst. Keiner war mehr da. Er war vollkommen allein. Sein Herz wurde von zwei unsichtbaren Pfoten zusammengepresst und ein Schaudern glitt über sein Rückgrat. Tief zog er die Luft ein und nahm den Geruch seines Rudels wahr. Er jagte los, das Maul geöffnet. Der Geruch von Blut schlug ihm bald entgegen und um Blakes verkrampftes Herz begann sich eine Mauer aus Eis zu bilden, die sich langsam seinen Magen runter arbeitete. Seine Beine arbeiteten mechanisch und gewannen an immer mehr Kraft, sodass ihm bald die Luft zum Atmen fehlte und er einfach nur blind und taub dem Geruch seines Rudels folgte.
Als er es schließlich erreichte, stoppte er gar nicht erst, auch wenn sein Gehirn es ihm befahl und er kaum mehr Kraft hatte, weiterzurennen. Er lief geradewegs auf Mika zu, achtete gar nicht auf die Wölfe um ihn herum. Er war blind für alles, blanker Hass stand ihm in den Augen und er konnte keinen klaren Gedanken fassen. Er wusste nicht einmal, was passiert war, er wusste nur, dass es Mikas Schuld war.

Mit seinem Überraschungsangriff im Vorteil, stieß der große Rüde sich also vom Boden ab, warf sich auf Mika und warf ihn und sich selbst zu Boden. Er senkte seine Schnauze an dessen Ohr und hauchte: „Du hast so lange auf diesen Moment gewartet, nicht wahr?“

["schläft"; erwacht; läuft los || findet das rudel; greift mika an]

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Kayra


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Mo März 18, 2013 9:06 pm

Ab diesem Moment, den Moment an dem sie auf der Lichtung erschienen war, ging alles so schnell, dass manche es nicht begriffen hätten. Doch Kayra begriff - es war noch nicht zuende. Ruckartig wandte sie den Kopf in Richtung des Geräusches nur um die Steinmassen zu sehen, die 3 Wölfe unter sich begruben. Wölfe? Nun ja, eher 2 Welpen und Raziel. Der schwarze Rüde war von einem aufs andere verschüttet und mit ihm die beiden Kleinen. Ein kurzes Wimmern stieg in der Kehle der Weißen auf, ehe sie sich zur Ordnung rief. Deine Wimmerei bringt jetzt niemandem etwas.
Nach kurzer Stille brach nun Hektik aus. Kiba und Cabezan rannten zum Steinhaufen und fingen an Steine beiseite zu rollen. Und Ramyla schien in diesem Moment so wütend und aufgeregt wie noch nie. Es war schließlich ihr Welpe, der dort unter den Steinen begraben lag. Wir können nicht wissen, ob sie nicht vielleicht tot sind., schlich es der Fähe durch den Kopf. Sollte es nicht so sein, wäre das eine Tragödie für das Rudel. Ein Ranghoher und ein Welpe des Rudels wären tot, was wiederum zu einem Umschmiss der Rangordnung führte und zu langer Trauer. Nein, sie konnte das nicht zu lassen! Sie mussten doch gerettet werden!

Ohne langes Überlegen stürmte sie los und hielt kurz danach doch wieder abrupt an. Blake, der Alpha, der die ganze Zeit über nicht anwesend war, hatte sich auf Mika gestürzt. Eine Unverschämtheit! Was sie jetzt wirklich nicht brauchten, war ein erneuter Kampf. Irgendjemand musste etwas sagen und wenn sich die Fähe schon nicht auf einen Rang berufen konnte, dann wenigstens auf ihr Blut. "Blake! Es gibt jetzt wichtigeres zu tun, als mit Mika zu kämpfen. Und wenn wir Raziel und die beiden Welpen befreien wollen, müsst ihr aufhören, euch gegenseitig zu bekriegen!", rief sie wütend und zog leicht die Lefzen empor. So konnte es doch nicht weitergehen? Irgendjemand hatte etwas tun müssen. Mit einem Schnauben sprang Kayra wieder los und fing neben Ramyla an, die Steine beiseite zu räumen. Ob es etwas brachte, wusste die Weiße nicht, aber sie würde Ramyla nicht im Stich lassen. Emsig rollte sie kleine Gesteinsbrocken mit den Pfoten weg, schubste einen nach dem anderen mit der Schnauze herunter. Es war wie ein Tropfen auf den heißen Stein, doch was blieb als andere Möglichkeit. Sterben lassen, würde sie sie nicht.

{denkt kurz nach // stürmt los // Blake // bei Ramyla}

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by icewolf
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Kartane


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Di März 19, 2013 2:25 am

Been given 24 hours
to tie up loose ends
to make amends
His eyes said it all
I started to fall


Alles im Körper der Weißen schmerzte. Ihr Fell war mit Blut verklebt, das heiß aus den diversen Wunden sickerte. Ein leises Seufzen kam aus ihrem Fang und am Liebsten hätte sie sich einfach auf den Boden gelegt und die Augen geschlossen. Doch Kartane war bewusst, dass sie somit angreifbarer wäre und es schwer werden würde, überhaupt wieder aufzustehen. Somit hielt sie sich auf den Beinen, auf wenn diese bereits zitterten. Kurz hob die Fähe den Kopf, als sie einen Wolf auf sich zukommen sah. Es war Kyra. Ihr Fell so reinweiß wie das Kartanes. Sie lief langsam und sprach Kartane an. Diese nickte nur leicht – selbst das Sprechen fiel ihr schon schwer. Sie war äußerst dankbar für die Gesellschaft und den Schutz, den Kayra ihr somit bot. Sie wusste selbst, dass sie momentan schwach wirkte, und obwohl sie diesen Zustand hasste, konnte sie es für den Moment nicht ändern. Sie dachte an Kiba, der sie zuvor noch gestützt hatte. Der Rüde wuchs ihr mit diesem Kampf ans Herz. Er war stark und seinem Rudel treu ergeben. Er würde für Kartane wohl immer wichtig bleiben. Nun suchte sie ihn im Getümmel und bekam viel zu spät die Felsen mit, die sich von dem Hang lösten und Jin, Sharouk und Raziel unter sich vergruben. „Nein“ keuchte Kartane schwach und ihre Augen weiteten sich. Nein, nein, nein. Das durfte nicht passieren. Dieser ganze Kampf artete zu weit aus. Wenn man kämpfte, gab es Tote und Verletzte, dass wusste sie. Doch die Felsen waren nicht eingeplant. So etwas konnte man nicht einplanen. Es war schockierend für die Weiße und in dieser Trance bemerkte sie nicht, wie Kayra sie verließ und zu den Vergrabenen eilte. Kartane musste helfen. Sie konnte nicht stumm herumstehen und zusehen. Die Angst um ihr Rudel erwachte und gab ihr einen Kraftschub, der sie ebenfalls den Hang hinuntertrug. Die Welt um sie herum verschwamm zu einer grauen Masse, als sie die Felsen fixierte. Keuchend kam sie neben Kayra und Ramyla zum Stehen. Eine ihrer Wunden schien mit dem Bluten aufgehört zu haben, was Kartane ein wenig beruhigte. Panisch blickte sie ihre Beta an. „Ramyla. Was…warum ist das passiert“ fragte sie ein wenig verwirrt. Sie wollte helfen, doch besaß sie keine Kraft, die Felsen davon zuschieben. Aber irgendeine andere Aufgabe musste es doch geben. „Was soll ich machen? Beim Befreien der Drei kann ich nicht helfen – dazu bin ich momentan zu schwach“ meinte sie mit einem ernsten Unterton und blickte Ramyla eindringlich an. Sie vertraute der Fähe und hoffte, sie hätte eine vernünftige Aufgabe. Leise drang die Stimme Kayras an ihr Ohr. Blake. Mit einem Ruck drehte die Weiße sich um und erblickte den grauen Alpha, der in diesem Moment mit Mika zu kämpfen schien. Sie hatte ihn während des Kampfes nicht einmal gesehen und war froh zu erkennen, dass er nun doch da war. Ihr Herz dränte nach ihm, doch war ihr Verstand aktiv genug, um sie zurückzuhalten. Kurz schüttelte sie den Kopf, um wieder klar denken zu können und konzentrierte sich wieder auf Ramyla. Wenn es keine andere Aufgabe gab, würde sie trotz ihrer Verletzungen versuchen, die Felsen beiseite zu schieben. Ihre Wunden waren sicher nicht so stark, als dass sie sie umbringen würden, dachte Kartane bei sich und blickte an sich hinab. Ob sie sich bei dieser Aussage sicher war, oder das nur sagte, um sich zu beruhigen – das wusste sie nicht.


{ KAYRA ;; Schmerz ;; denkt nach ;; rennt zu RAMYLA und KAYRA ;; sieht Blake ;; unsicher }

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I don't wanna hear the bad news when I was a little girl In front of the mirror I couldn't understand a thing There were tears falling down my cheeks no matter How much, I washed my face, I couldn't wash my soul.

Blake.
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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Mi März 20, 2013 9:40 am

Der Schmerz wurde zu seiner neuen Haut, gleichzeitig nahm er den Platz des Blutes ins einen Adern ein und wollte auch die kühlen, berechnenden Gedanken aus seinen Kopf vertreiben. Diesen letzten Gefallen tat Mika ihm natürlich nicht und genoss das pulsierende Gefühl mit einer Art Nostalgie. Wenn Raziel glaubte, dass er ihn niederkriegen konnte, nur weil er ihn gut zusammengehauen hatte... Nun, er würde sich wohl schwer irren müssen. Nicht als ob es Mika wirklich kümmerte, ob ein lächerlicher Möchtegern-Bösewicht wie der Beta der Heaven Wolves etwas aus seinen Taten lernte oder nicht. Der Geruch seines eigenen Blutes hing ihm mittlerweile jedoch so stark in der Nase, dass er nur schwer etwas anderes riechen konnte. Zum Glück begannen die harmloseren Wunden bereits zu trocknen. Um den Rest würde er sich später noch kümmern und sich dabei ungestört dem endlosen Fluss seiner Gedanken hingeben. Im Moment war jedoch immer noch Action und Mika wollte nicht irgendeine Chance verpassen, alles noch unterhaltsamer zu gestalten, als es eh schon war. Der Tag war schließlich noch lange nicht vorbei, auch wenn sich viele Wölfe aufgrund des Kampfes gewiss schon ziemlich erschöpft fühlten. Mika musste zugeben, auch er spürte eine leise Müdigkeit, doch es war ein Leichtes für ihn, diese zu verdrängen und aus mysteriösen Quellen neue Energie zu schöpfen. Mit erfrischter Aufmerksamkeit glitt also sein intelligenter auch wenn abgründiger Blick herum, fang in seiner endlosen Schwärze das kühle Winterlicht ein. Kiba maulte mal wieder und Mika kicherte und nur belustigt vor sich hin. Sollte er nur bei seinr kindischen Einstellung bleiben, Hass mache schwach. Denn wenn er dies dachte, wusste er nicht von puren Hass, echten Hass, reinem Hass. Ein Hass, wie Mika ihn gegen die Welt hegte. Oder mehr noch, ein Hass wie er ihn für Blake verspürte. Brennend und leidenschaftlich, sodass er schon fast schnurren wollte, auch wenn er keine Mieze war. Die Reihe von Beleidigungen nahm er mit einem belustigten Glucksen wahr, dann wandte er sich aber auch von dieser naiven Witzfigur ab. Einer solchen Kreatur hatte er wirklich nichts mehr zu sagen. Wäre doch bloß sein Blake hier! Es war so unfair, dass er genau an diesem Tag fehlte.

Langsam drehte er sich um die eigene Achse, sein Blick glitt zu Raziel, diesem jämmerlichen Schatten von Wolf, der wohl ehrlich erwartet hatte, das Mika ihm diesen steilen und äußerst bröckeligen Hang hinaufflgen würde. Bald erwies sich schon, dass Mikas kühle Gleichgültigkeit, mit dem er diese Herausforderung vorbeirauschen gelassen hatte, das Richtige gewesen war. Mit einem monströsen Krachen löste sich das Gestein unter den Pfoten des dunklen Betas und purzelte mitsamt Wolf und sonders zurück in die Schlucht. Seelenruhig blieb Mika stehen wo er war ( in Sicherheit ) und blinzelte leicht wegen des feinen Staubs der in die Luft gewirbelt wurde. Von Raziel war keine Spur zu sehen, hoffentlich hatten die Steine ihn zu Tode gequetscht. Die meisten waren dem Felssturz leider rechtzeitig ausgewichen. Doch während einige bereits mehr oder weniger panisch auf den Haufen Schutt losstürmten ließ Mika erst berechnend seinen Blick kreisen. Er konnte das ängstliche Mäuschen von Welpe erkennen, Kalucy. Doch wo war ihr nervtötender und endlos maulender Bruder? Und wo war Jin? Zweifelsfrei, sie hatten dort gestanden, wo sich jetzt ein Steinhaufen ausbreitete. Die Rufe Kibas und Cabezans bestätigten seinen Verdacht und seine Aufmerksamkeit verstärkte sich. Während sich nun auch Ramyla den Gräbern anschloss ( nicht ohne eine Reihe nutzloser Beschimpfungen achtlos in die Runde zu werfen ), drehten sich die Zahnräder in Mikas Kopf in einer Weise, die nur sehr selten in Benutzung geriet. Es würde ihn zwar erfreuen, gäbe es einen Sharouk und einen Raziel weniger auf dieser Welt, doch Jins Tod wünschte er sich erhlich gesagt nicht. Wenn er noch exakter wurde, fände er den Tod des Waisenkindes sogar schade. Der Zwerg lag ihm zwar nicht am Herzen oder so, er war kein so sentimentales Wesen, jedoch hatte er sich doch als äußerst nützlich erwiesen. Mika hatte s einiges an Zeit und Arbeit in Jin investiert und es wäre ein Jammer würde dies nun zu Nichte gemacht werden, vor Allem, da eine so gut formbare Schachfigur in seinen Pfoten ihm mehr als nur nützlich sein konnte. Ein Welpe, den man nach Lust und Laune seinem eigenen Interesse nach formen konnte war ein Schatz sondergleichen. Schließlich war es nicht das erste Mal, dass er einen Welpen unterwies und ihn benutzte. Außerdem war es ja nicht so, als hätte er an Jin keinen Gefallen gefunden. Er war doch ein ganz heller Bursche, auch wenn manipulierbar. Sonst wäre es ja doof. So kam es, dass sich doch etwas wie Sorge auf Mikas Züge bildete und für jeden klar zu lesen war, auch wenn man es leicht missverstehen konnte. Was er bei diesem Gedankengang freilich nicht bemerkte, war sein heiß vermisster Blake, der nun etwas verspätet am Ort der Geschehnisse ankam.

So erwischte es ihn wie eine kalte Dusche, als plötzlich aus dem Nichts ein schwerer Alpha auf ihn niedersprang und ihn erst Mal schön an den Boden nagelte. Verblüfft, aber deutlich erfreut blickte er in die hassverzerrten Züge seines... Grundes zu Leben? Nun, irgendwie war es ja wirklich so. "Mein einzig wahrer Lebensgrund!", begrüßte er ihn mit vor Glück fast erstickter Stimme ( ein kleines Schauspiel, natürlich ). "Oh ja, mein Freund. Es war schmerzhaft, die fern zu bleiben." Es war erstaunlich wie schnell er zum Ernst gewechselt hatte, denn dieser Satz entsprach der vollen Wahrheit, was Blake wohl ohne Probleme an dem gefesselten Glitzern in seinen Onyxaugen erkennen konnte. Schließlich kannte der Graupelz ihn gut genug. Ehrlich gesagt fand es Mika ziemlich erregend, wie Blake ihn mit seinem Körper zu Boden presste und ihm ins Ohr flüsterte. Grinsend streckte er seine Schnauze in die Höhe und gab dem plötzlichen Bedürfnis nach, dem Alpha schier zärtlich durch die Halskrause zu fahren, wobei er leicht an seiner Haut knabberte. "Ich mag den Hass in deinen Augen. Aber bist du dir sicher, dass dies das Richtige ist? Es schmeichelt mir, dass du dich als Erstes um unser Wiedersehen kümmerst, wenn die eine Hälfte deines Rudels aus tausend Wunden blutet und die andere von schweren Steinen verschüttet ist, aber...", flüsterte ihm entzückt in die Ohren, wechselte dann aber langsam zur Ironie, als er auf das Rudel zu sprechen kam. Dann blitzte Schalk in seinen Augen auf, der nicht zu seinem Alter zu passen schien und nach einem letzten zärtlichen Zwicken in die Halskrause ließ er sich wieder zurück auf seinen Rücken sinken und grisnte unverschämt zu Blake hinauf. "... Vielleicht wäre es besser, deine Aufregung zu zügeln. Wir werden später schließlich noch genug Zeit für uns beide haben...Nicht wahr?" Er zwinkerte leicht und deutete dann in Richtung des Steinhaufens. "Komm schon, ich helfe dir auch, beim Ausgraben okay?", meinte er dann in einem fast schon beschwichtigenden Ton und lächelte dem Grauen über ihm freundlich zu.

{ Blake | besorgt um Jin | schwuchtelt mit Blake rum | will ihn zu Sinnen bringen und ihm helfen | happy }

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the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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Blake


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BeitragThema: Re: Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken   Do März 21, 2013 1:04 am

I had to fall
To lose it all
But in the end
It doesn’t even matter

Er war blind, er war so blind vor Hass. Alles um ihn herum war nur Nebensache, die Welt war verschwommen und sein einziger leuchtender Punkt in der Ferne war sein schlimmster Feind, der nun unter ihm lag und ihn mit diesen glitzernd schwarzen Augen begrüßte, die er so sehr vermisst hatte, dass es ihm selber schon Angst machte. Mikas Antwort war seltsam befriedigend, sodass ihm nichts anders übrig blieb, als die Lefzen zu einem knurrenden Grinsen zu verziehen. Mika war ihm so nah wie lange nicht mehr. Hätte Blake nicht eigentlich Angst haben müssen? Doch sogar als der Rüde unter ihm den Kopf hob und sanft mit seiner Schnauze Blakes Hals entlangfuhr, zuckte er nicht zurück, obwohl die scharfen Zähne seiner Kehle gefährlich nahe kamen. Nein, er erschauderte nur. In der Ferne rief jemand seinen Namen. Wiederwillig wandte er den Kopf um und erblickte eine verschwommene weiße Fähe, die ihn anschrie. Er solle aufhören, mit Mika zu kämpfen? Sie kämpften doch gar nicht. Sie lagen nur hier. Sie verstand nichts, sie war unwissend, alle waren unwissend. Er knurrte sie drohend an und fletschte die Zähne, aber dann stürmte sie auch schon wieder davon und Blake wandte sich wieder dem großen Wolf unter sich zu. Erst nach und nach drangen Mikas Worte zu ihm durch und Blake blinzelte mehrmals verwirrt. Der Nebel in seinem Kopf, der nur aus Hass bestand, lichtete sich langsam. „Beim Ausgraben … helfen?“, erwiderte er und zog die Brauen zusammen. Er ließ von Mika und sah sich zum ersten Mal, seitdem er hier eingetroffen war, richtig um. Sein Blick war wieder klarer und als er all die verletzten Wölfe sah, die um diese Steinruine herumstanden und verzweifelt die Steine beiseite schoben, fing er langsam an zu verstehen. Der laute Knall, den er gehört hatte, war tatsächlich von einer Art Bergrutsch gekommen. Und scheinbar waren einige Wölfe vergraben. Sein Blick flog umher und er erkannte die meisten Gestalten. Ramyla, Cabezan, sogar seine geliebte Kartane war da. Er wunderte sich, wo Raziel oder Samir waren. Sein Bruder gehörte doch zu Mikas Rudel, wo war der Verräter also? Erneut traf sein Blick den von Mika. „Ja, später werden wir genug Zeit haben, du hast Recht.“, meinte er und grollte leise. Oh, wie hatte er ihn vermisst. Blake wusste, wenn er es jemals schaffen würde, den Grauen zu töten, würde eine große klaffende Leere entstehen. Mika gehörte ihm. Ihm ganz alleine. Und er musste ihn töten. Doch nicht jetzt, nicht hier. Mika hatte ihn gerade daran erinnert, dass es auch noch etwas anderes gab, als den endlosen, leidenschaftlichen Hass. Sein Rudel brauchte ihn. Wenn sie ihn denn überhaupt sehen wollten. Er war nicht da gewesen, als sie ihn am meisten gebraucht hatten. Hätte Mika ihn nicht zu Sinnen gebracht, hätte er wahrscheinlich jeden Einzelnen von ihnen weiterhin ignoriert, weil er so fixiert auf seinen Feind war.

Langsam bewegten sich seine Beine von Mika weg und er erreichte die weiße Fähe, die er so sehr liebte. Sie war verletzt und er betrachtete besorgt die Wunden, die ihr weißes Fell rot färbten. Sanft drückte er seinen Kopf gegen ihren, ehe sein Blick zu Ramyla schwenkte. Sie sah so leer aus. Er hatte das Gefühl, wenn er sie anfassen würde, würde sie zerbrechen. Mit einem leisen Schlag wurde ihm klar, wer unter den Steinen begraben war. Ihre Welpen. Und Raziel fehlte auch. Blake biss die Kiefer fest aufeinander. Wieso musste sein Rudel immer so viel verlieren? War er es, der ihnen Pech brachte? Er hätte Mika schon ganz am Anfang töten müssen. Es war alles seine Schuld. Erneut krampfte sein Herz sich zusammen und er begann seine Pfoten zu benutzen, um die Steine wegzuschieben. Sie waren tot. Niemand konnte so etwas überleben. Die Steine mussten sie zerquetscht haben. Blake war hoffnungslos. Er wollte zu Mika und es zuende bringen. Wie verlockend es wäre, mit ihm zusammen zu sterben, seinen warmen Atem zu spüren und ein letztes mal in die pechschwarzen, glitzernden Augen zu sehen.

[Bei Mika; verwirrt; bemerkt Kayra und knurrt sie an | versteht was passiert ist; bei Kartane und Ramyla | gräbt]

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Kapitel 7 - Kalter Atem im Nacken

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