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 Kapitel 8 - Himmelssünde

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Jin


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Mo Mai 27, 2013 1:02 am

Er hatte sich verändert. Der Verrat, der Kampf, das Blut, der Verlust. – All das waren Dinge in der Vergangenheit die ihn geprägt haben. Er wurde von den Ereignissen gezeichnet und nun lebte er mit den Konsequenzen. Nämlich eine komplette Wandlung seines Charakters. Er war nicht mehr der laute, naive Jin, der frech und freundlich durch die Welt hopste und dessen einziger Gedankte das Spielen war. - Nun war er anders. Eine 180 Grad Drehung hatte er hinter sich. Was war nun aus ihm geworden? Wer war er nun? Er wusste es nicht. Jeglicher Anhaltspunkt war verschwunden und es war so, als ob er an einer Klippe hängen würde und keine Möglichkeit fand sich irgendwo festzuhalten. Nein, er rutschte. Der Boden riss unter seinen Krallen auf. Verzweifelte Pfoten rammten und bohrten sich in die trockene Erde, dennoch zog es ihn weiter runter in die Tiefe und – Erschrocken keuchte Jin auf. Mit einem Mal riss er seinen Kopf hoch und große Augen trafen auf die freundlichen von Kiba. Sein Herz raste wie wild in seiner Brust, er hörte das Hämmern, das laute Trommeln, das einfach nicht leiser werden wollte.

„Was?“

Woher kam der Kerl überhaupt? Jin blickte sich um, um sicherzustellen, dass sich nicht noch jemand an ihn geschlichen hatte. Sah jedenfalls nicht so aus, wie der Jüngling erleichtert feststellte. Der feurige Blick wanderte wieder zurück zu Kiba. In den ersten Sekunden versuchte er so viel an Information aus seinem Gehirn zu saugen wie möglich. Kiba, Kiba … Error. Jin schnippte mit den Ohren und räusperte sich leise. Der weiße Rüde war für den Jüngling nie mehr als ein heller Schatten gewesen. Er war ihm nie sonderlich aufgefallen und dementsprechend hatte er nie was mit ihm zu tun gehabt. Jedenfalls schien der Kerl ziemlich … blumig zu sein.

„Sicher.“, murmelte er anschließend etwas irritiert.

Wie es ihm ging? Ob bei IHM alles gut war? Aber ja, selbstverständlich! Jin unterdrückte im richtigen Moment ein Schnaufen und verdrehte stattdessen nur kurz die Augen. Kibas nächste Worte wollten auch nicht wirklich in den richtigen Hals rutschen. Jin fühlte sich angegriffen. Er glaubte Sticheleien herauszuhören. Seitenhiebe, die ihn schmerzhaft in den Magen trafen.

„Woher soll ich denn bitteschön wissen wann Vollmond ist?!“, keifte der Jüngling wütend. Die Brauen zogen sich runter und sein Nasenrücken kräuselte sich. Kehle, aufschlitzen. Zähne, bohren. Was hatte der Fuchs vor? „Was soll das? Wieso erinnerst du mich wieder an die Vergangenheit!“ Denn daran kann er sich auch gut alleine erinnern und fertig machen …


{ Kiba | Rudel }

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Ceven


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Di Mai 28, 2013 9:48 am

Als würde er ihn direkt auffressen! Lächerlich, was der kleine Wurm da tat, wie er floh, wie er beinahe auf den Boden aufschlug, als er verzweifelt mit den Pfoten Halt suchte, Abstand zu ihm schaffen wollte. Dabei wollte er ihm nichtmal etwas böses. Er wollte ihn nur zurechtweisen. Jetzt war immerhin klar, dass von diesem Monster keine Gefahr ausging, dass er umsonst erschrocken war. Aber wer sollte ihm das vorwerfen? Man brauchte nur einen schnellen Blick auf den seltsamen Mickerling zu werfen, um zu wissen, was er meinte. Die Wülste, die ertiefungen, die Verformungen. Dass der Kerl überhaupt noch am leben war, war das reinste Wunder. Kümmerlich, sah er aus, gerade jetzt, als er sich erhob konnte man sehen, wie deutlich sich seine Rippen unter der schlaffen Fellhülle abzeichneten. An dem war nicht viel dran, wunderlich war nur, dass er überhaupt genug Muskeln hatte, um sich fortzubewegen. Und dann viel noch etwas auf. Der fremde Rüde schien nichts zu sehen, er schien erblindet und orientierungslos. Ein weiterer punkt, der jeden Hauch von Gefahr ausmerzte, nein, dieses kränkliche Geschöpf tat niemandem was. Im Gegenteil, wahrscheinlich war der andere froh, ihn hier anzutreffen, er war sicher auf etwas Hilfe aus.

Ich kann teilen.

Pah! Selbstverständlich konnte er das. Er hätte auch nicht den Hauch einer Chance gegen einen so kräftigen Rüden wie er es war. Er konnte teilen, weil er es sicher gewohnt war, mit wenig auszukommen. Wahrscheinlich war seinen Magen bereits auf die Größe eines Tannenzapfens zusammengeschrumpelt und eine richtige Mahlzeit würde ihm Schmerzen bereiten. Rhach gab seine bedrohliche Haltung auf, was sollte sie, der kleine sah ja sowieso nichts. Dann schnaubte er und grummelte einen Laut der Besänftigung. Es gab wichtigeres als diesen Ärger. Der Hase war beispielsweise viel wichtiger für ihn.
Schnell war der Geruch wieder gefunden und schnell die Verfolgung aufgenommen. Cevens Pfoten hetzten dem Tier nach, ließen den Fremden zurück, bis sie das quietschende Tier im Fang hielt und ihm den letzten Lebenshauch austrieb. Ihr Herz hämmerte von innen gegen die Wand ihres Brustkorbs, als sie zurück zu dem Punkt trabte, an dem sie gestartet war. Sie wusste, dass sie etwas verpasst hatte, es war wieder geschehen. Wieso es geschehen war, wusste sie allerdings nicht, was zuletzt passiert war lag in Dunkelheit. Und gerade in diese Dunkelheit begab sie sich wieder beim Anblick Suka's, nur Rhach hatte den Mut, ihm das tote Tier, nass vor Speichel, vor die Pfoten zu werfen.

"Hab schon gegessen. Bedien dich."

[Sukâ]

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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Mi Mai 29, 2013 6:46 am

a story of a thousand cranes and a choice which wasn't made

Das Krächzen der Krähen beunruhigte ihn nicht im mindesten. Vielleicht war dieser Wald nicht der gastfreundlichste, aber Mika war kein Wolf, der sich davon beeindrucken ließ. Falls dies jedoch bei Ramyla der Fall war, so konnte sie es gut verstecken. Ja, wenigstens sie hatte ein wenig dazugelernt. Es tat immer wieder gut die Früchte seiner Arbeit zu sehen. Denn es war ja teilweise auch seine Arbeit - schließlich wäre wohl auch für die Betafähe einiges anders gelaufen, hätte Mika dieses Rudel nicht unter seine manipulativen Pfoten genommen. Sie waren Spielzeuge für ihn. Ein letztes Spiel bevor er diesen ganzen Betrug von Welt hinter sich ließ. Ja, er hatte wohl die meisten Jahre seines Lebens damit verbracht, herumzuspielen. Man konnte darüber streiten, ob es auf die Kosten von anderen gewesen war. Natürlich, so manches Leben war zwischen seinen Fängen erloschen. Doch wer sagte, dass es letztendes schlecht war? Wölfe brauchten soetwas, um sich entwickeln zu können. Sie brauchten Verluste, Hass, Liebe und Schmerz. Viele würden es vielleicht nicht zugeben oder sie waren sich dessen einfach nicht bewusst, aber Mika hatte in so manches Herz eines naiven Wölflings geblickt und sich gut gemerkt, was er gesehen hatte. Er hatte es sogar nicht versäumt sein Wissen an einen Wolf weiterzugeben, auch wenn das jetzt schon ein paar Winter her war. Nur ein wenig weiter spielen - das genügte für ihn.
Mylas neue Art war tatsächlich etwas erfreuliches, auch wenn sich dadurch nicht sonderlich viel änderte. Sie war schließlich nicht wichtig, nur ein kleines Püppchen am Rande so wie die Meisten für ihn in diesem Rudel. Sie waren nur nötig, damit das Rudel ein Rudel war. Zweifelsfrei musste dieses bestehen bleiben, sonst wäre das Spielchen verloren. Dabei hatte das Spiel sehr wohl ein Ziel - alles nur für Blake. Er war die Schlüsselfigur in dieser Geschichte, zumindest für Mika. Jeder andere Wolf konnte ersetzt werden. Als die Fahe stoppte verlangsamte auch Mika sein Tempo bis zum Stillstand. Sie hatten sich wohl wirklich verlaufen. Ein weiteres Zeichen, was für eine wunderbare Führung Blake doch war.

"Vor kurzem gehörtest du selbst noch zu dem Pöbel, das solltest du nicht vergessen.", entgegnete Mika etwas kälter und er maß die Fähe abschätzend. "Meinst du nicht, du solltest dir mit solch arroganten Kommentaren nicht doch ein wenig Zeit lassen?"Nun zeichnete sich ein Grinsen auf seinen Zügen ab und er ließ seinen Blick ungezwungen über das Rudel schweifen, bis er fast wie aus Zufall wieder die Braune ins Visier nahm. "Versteh mich nicht falsch, kleine Beta. Nur weil du ein wenig gewachsen bist, heißt das nicht, dass du nicht mehr eine dieser Ameisen bist, die ihren kleinen Weg entlangtrippelt und ihr eigenes Kreuzlein trägt." Herablassende Wörter, denen jede Spur von Freundlichkeit fehlte, dafür aber voller Selbstzufriedenheit war. Ja. Er war lange keine Ameise mehr, hatte sein Kreuz den anderen an den Schädeln geworfen und hatte einfach auf einen Weg verzichtet. Was war Ramyla schon gegen jemanden wie ihn? Sein Blick legte sich im Moment unentzifferbar auf die bernsteinfarbenen Augen der Fähe. Opa Miky hatte tatsächlich ein paar hübsche Gutenachtmärchen auf Lager. Vielleicht sollte er sich die Lesebrille aufsetzen und in seinen Memoiren blättern?

"Wenn du darauf bestehst.", er zuckte mit den Schultern wandte den Kopf kurz in Richtung Nebel, als könnte dieser ihm beim Entscheiden helfen. Was konnte er ihr den Hübsches erzählen? "Es war einmal vor langer langer Zeit ein Rudel ohne Heimat. Als Vertriebene zogen sie durchs Land, hungernd und erschöpft, bis sie nach der endlosen Steppe die Gipfel eines mächtigen Gebirges erblickten. Die Felsriesen kleideten sich in graue Gewänder aus Nebel und die Schleier erstreckten sich weit über dunkelgrün schimmernde Waldrücken.", so ruhig wie seine Stimme blickte er in Richtung Blake und malte sich dabei die Szenerie aus. "Als sie am Fuße der Nebelberge waren, erschien der Alphafähe im Traume ein Prophet in Forme eines Kranichs. "Diese Berge werden zu eurer Heimat werden.", sprach er und ließ sich an der Seite der Alpha nieder. Am nächsten Morgen machte sich das Rudel an den Anstieg durch ein enges Tal. Die Alpha erzählte ihren Rudelmitgliedern vom Traum und sie waren alle erfüllt von Hoffnung. In der zweiten Nacht erschien ihr abermals der Kranich. "Wenn dies eure Heimat werden soll, muss ein Bündnis eingegangen und gebrochen werden." Dem Rudel teilte sie nur mit, sie müssten ein Bündnis erschaffen und bald darauf entdeckten sie, dass sie das Revier eines Rudels betreten hatten. Da sie bereits eine bestimmte Höhe erreicht hatten und alle ermüdet waren, entschied die Alpha, einen Tag zu ruhen. Dort oben lag bereits etwas Schnee, auch wenn es ein sehr milder Winter war. Die Berge wollten es so, dass sie allein auf Alpha des ansässigen Rudels traf und trächtig wurde.
Der Alpha der Nebelwölfe erlaubte ihr zu bleiben und lange Zeit ließ sich der Kranich nicht mehr blicken. Am nächsten Tag vertrieb der Alpha der Nebelwölfe sie kaltherzig aus den hohen Bergen, da er von den Bastarden erfahren hatte und die Alphafähe einen Tag darauf seine rechtmäßigen Erben geboren hatte. "Wenn dies eure Heimat werden soll, dann schicke deinen Erben fort.", erklärte ihr der Kranich, als sie erneut in der Ödnis strandeten. Sie gehorchte, doch sie war nicht mehr auf den Propheten angewiesen, sondern erkor sich selbst zu einem. "Wenn dies unsere Heimat sein soll, dann füllt euer Herz mit Rache!", sprach sie zu ihrem Rudel und sie füllten es, denn sie wussten wie sich die Sachen zugetragen hatten. Dem Kranich waren die Flügel gebrochen, doch das Rudel konnte auch ohne ihn fliegen, unter der eisernen Führung der Alpha. Sie zog ihren Sohn heran, um ihn dann nachdem zwei Monde vergangen waren in die Tiefen des Nebelgebirges zu schicken, die Erwartungen seines ganzen Rudels gleich schwerer Steine an ihm hängend. Sie, der Kranich, flüsterte nachts sich selbst zu. "Wenn dies unsere Heimat werden soll, dann müssen wir ein Opfer bringen."
"

Mika verstummte, den Blick immer noch fest auf Blakes sturmgrauen Pelz fixiert. Seine Miene spiegelte keine Regung wieder und die schwarzen Augen waren wie immer dunkle Tunnel ohne Licht. Eine Krähe krächzte über seinem Kopf, dann vernahm er Flügelschlagen. Er hatte im Leben noch keinen Kranich gesehen, fiel ihm ein. Dabei war er schon so lange auf dieser Welt unterwegs. Oder irrte er sich? Er hatte einen Kranich gekannt, auch wenn es kein Vogel gewesen war. Kraniche waren mysteriöse Wesen, so sehr, dass Mika sich selbst heute keinen Reim auf sie machen konnte. Woher sie kamen, wer sie waren - vielleicht wussten sie es selber nicht. Fragen konnte Mika nicht mehr. Er hätte irgendwann die Option gehabt, hätte er damals eine Entscheidung getroffen. Doch er war weder ein Vogel noch eine Ameise - er hatte keine Entscheidung getroffen. Es war schon seltsam wie manche diese letzte Möglichkeit vergaßen und unter dem immensen Druck der auf sie ausgeübt wurde zersprangen.

{ Myla | weist sie zurecht | erzählt Geschichte }

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the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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Nearon


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Mai 31, 2013 3:18 am

« Auf der Suche nach dem verlorenen Licht fand ich mich wieder... »


Leicht strich der kalte Wind über Fang und Haupt des Jägers. Die Dunkelheit verbarg ihn schlecht, sein weißes Fell schien ihn nicht verstecken zu wollen, der Schnee zu seinen Pfoten war bereits zur Hälfte geschmolzen. Die Düsternis schmeichelte ihm dennoch. Nearon war schon immer eine imposante Erscheinung gewesen und so wie er nun durch die Finsternis strich, die sich langsam über dem Winterland ausstreckte, schien es beinahe so, als wäre er nur für diesen Moment geboren. Dabei konnte er sich noch allzu gut an die letzten, kläglichen Versuche erinnern, die er versucht hatte bei einem neuen Rudel zu leben. Es war einfach keine Selbstverständlichkeit mehr, dass ein Wolf ein Gemeinschaftstier war. Bei dem hochgewachsenen Jäger zumindest nicht. Die großen Pfoten fuhren so lautlos über den Waldboden, dass er kaum einen Laut verursachte. Nearon hatte schon eine ganze Weile nicht mehr gejagt, doch wie so oft verspürte das kriegerische Tier keinen Hunger. Viel zu lange hatte er gelernt nur mit dem Wenigsten zu leben, an den äußersten Grenzen des Lebens zu streichen und den Hunger zu ertragen, welcher sich so manches Mal wie eine gefräßige Bestie durch seine Eingeweide genagt hatte. Heute, nach so langer Zeit war dieses Gefühl noch immer so dumpf, dass er es kaum bemerkte. Tagelang konnte er ohne Schwierigkeiten überleben, sein Körper zehrte von den Fettpolstern, die ihm das üppige Leben bei Mhis eingebracht hatten.

Ein Geräusch. Einen Herzschlag lang blieb der Jäger still stehen, den weißen Leib hoch aus der nun beinahe schneefreien Erde aufragend, still, regungslos, kaum mehr lebendig. Doch er lebte noch. Noch. Wenngleich es ihm manchmal so vor kam, dass es vielleicht besser wäre einfach nur noch Tot zu sein. Doch diesen Gedanken erlaubte er sich nicht. Wie so viele andere war er an den Rande seines Kopfes gedrängt, weggesperrt für alle Zeit. Die Wut war verraucht, der Stolz noch lange nicht verklungen und solange er noch aufrecht stehen konnte, so hatte er es sich geschworen, so würde er auch nicht untergehen. Sein Weg mochte steinig sein, seltsame Windungen nehmen und ihn auch noch so oft in eine Sackgasse führen. Selbst am Ende würde er stehend, mit dem Stolz auf seinen Zügen sterben, denn er war das Einzige, was ihm niemand nehmen konnte. Die Stille war vielleicht in sein Herz geschlossen, hatte viele der Gefühle betäubt, tiefe Schnitte hinterlassen wie auch an seiner Lefze, die niemals wieder voll funktionstüchtig sein würde – doch er lebte und er war gesund. Er würde einen Weg finden das Licht am Ende des Weges zu erreichen. Nur dunkel erinnerte er sich zurück. An die Jahre die er in seinem vermeintlichen Frieden gelebt hatte. Das Netz von Mhis gaukelte so vielen vor, dass das Leben reichhaltig und hell war. Das sie die Könige waren, dafür bestimmt über alle anderen zu herrschen. Umso bitterer war das erwachen, wenn man plötzlich mit leeren Pfoten dort stand und erkannte, dass alles was sie einen gelehrt hatten nur haltlose Lüge war. Nearon hatte es spät begriffen und teuer dafür bezahlt. Niemand stellte ihre Herrschaft in Frage und er hatte kein Glück gehabt. Man hatte ihn verraten und vermeintlich vernichtet, dass sie daran gescheitert waren, nun das sollten sie besser nicht wissen. Wenn einer dieser Wölfe mit bekam, dass einer ihrer Ausgestoßenen immer noch atmete, ja sogar durch die Gegend strich mit nichts als Narben und Wut im Herzen, ja, dann würden sie ihn jagen. Sie würden ihm die Meute hinterher schicken, ihn finden und schlussendlich doch zerstören. Doch soweit sollte es nicht kommen. Er würde dafür Sorge tragen, dass einzig die Erinnerungen in seinem Inneren noch von ihnen sprachen, die Welt an diesem fernen und fremden Ort jedoch sollte frei von diesem Schrecken bleiben.

En tiefes Seufzen ehe der Schneepelz seinen Weg fortsetze. Wohin, nun das wusste er natürlich wie immer nicht. Der Nase nach, enngliech es seltsam klang war es doch zum wichtigsten Aspekt im Leben des ehemaligen Kriegers geworden. Er lebte nicht mehr um Aufgaben zu erzählen, er lebte in den Tag hinein, einsame, stille Tage jedoch waren sie sicher und diese Sicherheit war es die er am meisten brauchte. Selbst wenn seine Pfoten ihn nun doch noch einmal zu einem Rudel gebracht zu haben schienen. Ohja, er roch sie, er roch ihren Duft in der Luft, fühlte ihre Anwesenheit in der Nähe und doch schlich er seit Stunden schon im Kreis hier und her, unschlüssig wie er nun verfahren sollte. Zwei Gerüchte waren inzwischen schon so nah, dass er glaubte, ihre Körper sogleich hinter den nächsten Bäumen auftauchen zu sehen.

Der Rüde hielt erneut inne. Der Moment war gekommen an dem er nun doch entscheiden musste, wie er als nächstes handeln sollte. Einfach wieder verschwinden, einen Bogen um die Wölfe schlagen und weiter seine Einsamkeit fristen? Oder sollte er tatsächlich wieder eine Begegnung wagen? Er wusste ja nicht einmal, ob er hier bleiben wollte. Doch hatte er dazu nicht auch noch später Zeit? Vielleicht, wenn er ihnen eine Chance gab, vielleicht konnten sie sein steinernes Herz erweichen und ihm ein neues Licht geben? Eine neue Perspektive? Ja, vielleicht war es wieder an der Zeit. Vielleicht konnte er heute die Vergangenheit hinter sich lassen. Vielleicht.
Im nächsten Augenblick hörte er bereits leise Stimme. Es waren vermutlich die zwei Wölfe, die er schon vorher gerochen hatte. Kurz schüttelte der Hüne das glänzende Fell aus und atmete tief durch, ehe er sich ein Herz fasste und die letzten paar Baumgruppen hinter sich ließ und zwischen den Baumriesen hervor trat. Der größere von beiden hatten soeben ein kleines Tier erlegt, doch Nearon konnte aus dieser Entfernung nicht ausmachen, was es war. Der andere Wolf, stand weiter hinten, der Schatten umspielte ihn, sodass der Weiße auch hier kaum etwas erkennen konnte.

“Einen schönen, guten Abend wünsche ich“, seine tiefe, heisere Stimme drang leise aus der Kehle, wie bei einem Wolf der in der letzten Zeit wenig gesprochen hatte. Bei ihm war es genau genommen gar nicht der Fall gewesen. Die blauen Augen pendelten Aufmerksam zwischen meinen Erscheinungen hin und her. Doch er überließ es ihnen die nächsten Schritte zu unternehmen, er war immer jemand gewesen der lieber reagierte. Das agieren überließ er somit also besser anderen.


[streicht durch den Wald | wittert Ceven & Sukâ | begrüßt sie und wartet ab]
Nearon & Ceven & Sukâfeysu


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I never claimed to be a saint
The air around me still feels like a cage And love is just a camouflage for what resembles rage again So if you love me let me go And run away before I know My heart is just too dark to care I can’t destroy what isn’t there


If I’m alone I cannot hate
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Cabezan


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AMSELN FLIEGEN TIEF

BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Mai 31, 2013 3:42 am

In der Gegenwart von Welpen beruhigte sich Cabezan in der Regel zu einem bestimmten Grad. Er war in der Lage, etwas klarer als sonst zu denken. Mit der Patenschaft für Sharouk hatte es angefangen, aber mittlerweile war da auch Kalucy und Jin, ob er es jetzt mochte oder nicht. Er versuchte, alle irgendwie im Auge zu behalten. Irgendwie hatte er das Gefühl entwickelt, es wäre seine Pflicht. Eine Aufgabe, die er sich größtenteils selbst erteilt hatte. Aber bis jetzt hatte ihn deswegen niemand angefahren und er war einigermaßen glücklich, etwas gefunden zu haben, wofür er sich einsetzen konnte. Natürlich war er nicht der Beste für soetwas, er machte immer noch dreitausend Fehler, doch wenn er wollte, konnte er sich bessern. Jedenfalls hoffte er es. Vielleicht befasste er sich auch nur deswegen mit Welpen, weil man mit ihnen am einfachsten umgehen konnte und sie einen nicht in der Weise verletzen und verunsichern konnte, wie Erwachsene. Das war ein jämmerliches Motiv, er war sich dessen wohl bewusst. Cabezan hatte sich schon immer für etwas sehr Niederträchtiges gehalten, daher tat es nicht viel zur Sache. Schließlich wurden es bald fünf Jahre, dass er sich damit arrangieren musste.
Ein zufriedenes Lächeln spannte sich über seine Züge, als er das leise Seufzen der Kleinen wahrnahm. Es klang nicht bedrückt, sondern positiv. Sie hatte auch ein wenig aufgehört zu zittern. Trotzdem verschwand die Sorge des Nebelgrauen nicht. Es konnte gut sein, dass auch dieser Welpe ein Waisenkind wie Jin war. Wenn, dann würde er sich umbedingt um sie kümmern müssen. Natürlich war es nicht die beste Zeit für das Rudel, die Last aufzunehmen, einen weiteren Welpen durch den Winter bringen zu müssen. Vor allem nicht, wenn sie selbst unter einer Hungersnot litten. Das Amselherz seuftzte betrübt aufgrund der Probleme, die sich immer weiter über ihre Köpfe türmten. Der Wald gab ihm ebenfalls ein mulmiges Gefühl. Das Rudel konnte sich im Moment aber nicht wirklich leisten, in Schwierigkeiten zu geraten. Ahhh, das war alles so frustrierend! Am liebsten hätte er sich in irgendeiner Ecke zusammengerollt und unverständliche Worte in seinen Pelz gemurmelt. Doch im Moment hatte er ein mageres Welpchen neben sich, dass scheinbar schnell Vertrauen zu ihm gefasst hatte. Ein kurzer Anflug der Wärme erreichte sein Herz bei diesem Gedanken. Er senkte seinen Kopf wieder und stieß mit der Schnauzenspitze gegen die mickrige der kleinen Fähe. Sie konnte sein Lächeln zwar nicht sehen, aber irgendwie hoffte Cabe, dass sie es spüren konnte. Vielleicht konnten Blinde das?

"Hmm, du brauchst aber einen Namen, weißt du...", sprach er nachdenklich, dann wurde seine Stimme etwas heiterer. "Soll ich dir dabei helfen? Wir können zusammen bestimmt einen schönen Namen für dich finden!"

Ob das wirklich eine gute Idee war? Nervosität keimte in dem hageren Rüden auf. Was wenn ihr Vater doch auftauchte und er hatte sie umbenannt? Was wenn sie einen völlig blöden Namen bekam und alle sie deswegen auslachen würden? Er wäre wieder Mal der ahnungslose Dummkopf. Aber wenn sie ihren Namen nicht wusste... Was blieb ihm dann anderes übrig? Unsicher nagte er auf seiner unteren Lefze herum. Er kannte doch gar keine gute Namen! Sonderlich kreativ war er auch nicht. Nein, er hätte diesen Vorschlag nicht machen dürfen! Wieso machte er immer Dinge, die er gleich darauf tief bereute? Wieso?! Er atmete tief durch. Wenn er Glück hatte, wollte die Kleine gar keinen Namen. Glück? Jeder brauchte doch einen Namen! Das definierte doch, wer man war? Bei Cabezan war das auf jeden Fall so. Sein Name war ein Schimpfwort. Eine Brandmarke, die zum Glück niemand in diesem Rudel erkannte. Trotzdem hing er an diesem Namen, der ihn als etwas Widerwärtiges auswies. Er würde ihn nie verlieren wollen. Schließlich war es einer der wenigen Dinge, die er wirklich besaß.

{ Cecelah | schlägt vor, nach einem Namen zu suchen }

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Behind my smile is everything you’ll never understand.
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Ares


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Jun 01, 2013 8:42 am

Es war dunkel, dichter Nebel versperrte ihr die Sicht. Ares war es gewöhnt solch eine Kälte aushalten zu müssen, in Dekan war es deutlich kälter als hier. Trotz dessen war dieser Wald ruhig. Zu ruhig. Langsam setzte sie eine Pfote vor die andere und lauschte dem Echo, das von dem knacken der Knochen verursacht wurde. Das hier war der reinste Friedhof, doch trotzdem spürte die Schneeprinzessin das sie nicht allein war. Irgend Etwas bewegt sich außer ihr, noch in diesem Wald fort. Doch welches Wesen kann hier noch ein ordentliches Leben führen? Nein, es konnte nichts Heimisches sein. Ares war auf der hut und versuchte möglichst lautlos durch diesen Wald zu kommen, was normal nicht so schwer wäre, wenn sie freie Sicht hätte.
Im Augenwinkel sah Ares einen Raben der neben ihr auf einem hohlen Baumstamm saß.

"Knochen, tote Bäume und kein funken Leben herrscht mehr in diesem Wald. Dennoch erzählt er seine Geschichte, der Wind trägt sie mit sich. Ich habe von diesem Ort gehört...man sagt die brutalsten Schlachten wurden hier gewonnen. Doch wo es Gewinner gab, gab es auch Verliehrer."

-Ares sah hinauf als der Rabe über sie hinwegflog.
'Was ist nur aus diesem Ort geworden...'
-dachte sich die silbergraue Fähe.
'Ich laufe schon seit einer Woche in diesem Wald, und immer noch ist kein Ende in sicht. Es scheint als wolle der Wald nicht das ich hier heraus finde...mir scheint ich laufe im Kreis...'
-Ares blieb schlagartig stehen als sie ein Geräusch hörte das nicht von ihr stammte. Die Schneeprinzessin lauschte, das Geräusch wurde immer lauter und schien näher zu kommen. Ares ging langsam vor und konnte einen Schatten durch den Nebel sehen. So leise wie sie nur konnte schlich Ares voran um diese Gestalt besser erkennen zu können. Und Tatsächlich! Ein weiterer Wolf hatte sich in diesen dunklen Wald verlaufen.
'Ob sie mich bemerkt hat?'


{Läuft allein im Wald // Trifft auf Fjóla}

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Ariez


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Jun 01, 2013 10:22 am

I see you’re full of shit, and that’s alright

Der Nebel legte sich um sie wie ein Schleier. Ariez blieb stehen. Dieser Ort wirkte recht unheimlich. Was war das? Ein Geisterwald? Ach, wie erfrischend. Ein wenig Abwechslung kam ihr gerade Recht nach dem endlosen, langweiligen Übergangsgebiet. Ariez begann sich umzusehen. Um sie herum schien nichts mehr zu leben. Die Bäume hatten all ihr Blattwerk verloren und knarrten und ächzten im Wind wie ein sterbendes Tier. Sie zuckte ein wenig mit den Ohren und drehte sich dann zu ihrem Begleiter um. Jequn und sie bildeten jetzt scheinbar ein Zwei-Mann-Rudel. Und Ariez musste zugeben, dass der Rüde wohl der einzige Wolf war, der ihr nicht permanent auf die Nerven ging. Er sagte nicht fiel und das war gut, denn ansonsten hätte sie ihm wohl die Schnauze zerkratzt. Eigentlich hatten sie ja vorgehabt sich dem Rudel anzuschließen, das hier umherwanderte aber als sie und Jequn sich endlich auf den Weg gemacht hatten, waren die Missgeburten allesamt schon weitergezogen – ganz und gar nicht erfreulich. Hinterlassen hatten sie ein einziges Chaos aus Blut und Felsen. Wie sinnlos. Ariez hatte gewiss nichts gegen Kämpfe, aber solche Arten von regelrechtem Krieg waren doch einfach nur sinnfrei. Wer weiß um was es ging. Futter? Fähen? Wahrscheinlich irgendetwas anderes belangloses. Dummheit war einfach eine allgegenwärtige Krankheit, von der die meisten Wölfe befallen waren.

„Tja, sieht doch ganz nett hier aus, was?“,

rief sie Jequn zu und trat auf ein Mäuse Skelet, welches unter ihren Pfoten mit einem abscheulichen Geräusch zerbrach und knackte. Die Maskierte ging voran und die toten Äste streiften dabei durch ihr Fell, welches im Winter langsam dicker wurde. Sie gab sich nicht einmal Mühe, sich leise zu bewegen. Laut wie eh und je trat sie auf die toten Ästchen, die entzwei brachen. Sie hatte das Gefühl, dass dieser Wald hier genau ihre Welt sei. Sie fühlte sich wie in ihrem Element. Um sie herum war alles dunkel und kühl und man konnte kaum etwas erkennen. Wenn das Rudel sie bemerkte – falls diese verdummten Kreaturen, die sich Wölfe schimpften überhaupt etwas mitbekamen -, würde sie das nun wirklich nicht in geringsterweise jucken. Sie liebte es zu provozieren, auch wenn sie wusste, dass sie es sich mit dem Alpha wohl nicht verscherzen sollte, wenn sie ihn dann traf. Der letzte Winter war hart gewesen, sogar für jemanden wie sie und noch so eine Eiseskälte ohne genug Futter würde sie nicht wieder überstehen. Klar, sie hatte jetzt das Rattenschwänzchen als Begleitung, aber man konnte ja nie wissen, wie lange er es mit ihr aushalten würde. Ariez wandte ihre honigfarbenen Augen zu dem Rüden um. Jequn ähnelte ihr in irgendeiner Weise ja schon. Er war verschlossen und schien so ziemlich jedes Lebewesen auf diesem gottverdammten Planeten zu hassen. Und obwohl sie jetzt schon eine Weile gemeinsam umherzogen wussten sie voneinander nicht mehr als den Namen. Ariez störte das nicht. Man durfte ohnehin keinem vertrauen. Vertrauen war gefährlich. Es machte einen schwach. Und sie war nicht schwach. Mit diesem Gedanken drehte sie sich wieder nach vorne und erreichte eine Art plattgetreten Weg. Sie senkte ihre verschiedenfarbige Schnauze hinab in den Nebel, der sich am Boden lagerte. Dann hob sie wieder den Kopf und ein Grinsen erschien auf ihren Lefzen.

„Oh, sie waren hier. Na dann mal hinterher“

[Jeq | Im Wald]

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Hässlich will ich für euch sein
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Jequn


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    So Jun 02, 2013 1:58 am

Hass lag in der Luft. Worauf hatten es die beiden Rudel abgesehen? Kämpfe waren so sinnlos und kindisch, dass Jequn sich den Kopf schütteln wollte. Es war eine lange, stumme Zeit vergangen, bis Ariez und Jequn in diesem Brachland angekommen waren. Sie hatten nie besonders viel gesprochen, aber da sie scheinbar das selbe Ziel hatten, mussten sie das auch nicht. Die meiste Zeit waren sie einfach der Spur zu den Wölfen gefolgt, hatten nur ab und an ein Tier gejagt, manchmal sogar Aas gefressen. Es war ein mehr oder weniger harter Winter angebrochen und die beiden waren nun schon lange genug auf der Suche nach dem Rudel. Immer wenn sie ihnen einen Schritt näher gekommen schienen, waren sie doch wieder meilenweit entfernt und hinterließen nur seltsame Rätsel aus Blut und Dunkelheit. Was ging hier vor sich?

Ariez schien der Abschnitt dieses Waldes zu gefallen. Sie schien wie in ihrer eigenen kleinen Welt. Sie fragte Jequn irgendetwas belangloses, da er aber kaum hinhörte, antwortete er auch nicht. Kurz darauf trat die Fähe auf irgendwas, dass unter einem leisen Krachen unter ihren Pfoten zerbrach. Jequn kniff seine Augen zusammen, konnte aber dennoch nicht erkennen, was es war. Sein Sehvermögen war in den letzten Tagen immer schlechter geworden. Sogar Ariez erkannte er bloß noch verschwommen.

Ein dünner Schleier Nebel legte sich um die beiden Wölfe. Jequn blieb einen Moment stehen und streckte seinen Kopf in die Höhe. Als er atmete, stieg sein Atem wie heißer Dampf in die Luft. Amüsiert ächzte er, als er den Kopf wieder hängenließ und weiter hinter Ariez herlief. Er liebte den Winter so sehr. Die einzige Jahreszeit, die komplett sein Inneres widerspiegeln konnte. Ein frischer Zug in der Luft, der beim Atmen in der Nase schmerzte, die kahlen Äste, die ihnen von allen Seiten im Weg hingen. Einfach die ganze Atmosphäre. Eisern und still. Der Wind, der sachte die Kälte auf sein Fell legte, hinterließ ein wohltuendes unauffälliges Grinsen auf seinen Lefzen.

Jequn wusste nicht, was sich ändern würde, wenn er in einem Rudel war. Eigentlich hatte er keine Lust auf Veränderungen. Rudel waren so anstrengend und meistens zwangen sie einen zur Disziplin, obwohl sie nichtmal eine Strategie besaßen. Oh, Jequn hasste Rudel, die ihm seiner Freiheit beraubten. Aber er wurde alt und schwach und ohne Rudel kam er nicht mehr länger aus. Die Winter sollten nun härter werden und die Beute weniger. Ariez war ihm eine kleine Hilfe gewesen, aber auch nur, weil sie ein ebenso stilles Tier war wie er. Und im Gegensatz zu den anderen, war sie um einiges reifer, was ihr Beisein ein wenig erleichterte.
Jequn sah sich nach ihr um, ihr Gesichtsausdruck schien ein wenig aufgeregt oder unruhig. Vielleicht auch belustigt. Nun nahm auch er den Geruch des Rudels stärker wahr.

»Auf ein herzliches Beisammensein im künftigen Rudelleben.« flüsterte Jequn sarkastisch, ehe er sein Lauftempo ein wenig erhöhte und neben Ariez herlief.

im Wald; bei Ariez

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caecus umbra
wenn der glaube stirbt, wird er blind

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Gast

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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Di Jun 04, 2013 5:46 am

Ein Huschen im Nebel.
Fjólas erhobene Pfote erstarrte und die Fähe drehte ihr einziges Ohr verwirrt. Nicht laut, nicht panisch wie ein aufgeschrecktes Beutetier, dass den Jäger gewittert hatte. Die graubunte Fähe drehte ihren gesamten Kopf herum, um besser in die Richtung lauschen zu können.
Und dann sah sie die Gestalt im Nebel, die im ersten Moment nur ein makabrer Scherz der Einsamkeit zu sein schien. Fjóla verengte die Augen zu Schlitzen und machte einen kleinen Schritt nach vorn. Dann noch einen.
Unter den breiten Pfoten knirschte es. Doch die Gestalt blieb, ihre Umrisse wurden klarer. Der schlanke Körper eines Wolfes.
Fjóla zog die Lefzen hoch, einerseits eine drohende Geste, andererseits aber auch ein schiefes Grinsen. "Ich werde hier noch wahnsinnig."

Die Steintatze schritt wieder vorwärts, machte jetzt größere, entschlossenere Schritte. Der Wolf bekam die scharf umrissene Silhouette einer schlanken Fähe, und als die Nebelschwaden noch weiterzurückwichen, blieb sie trotzdem blass.
Fjóla stand der Fremden mit dem eisigen Fell gegenüber, ihr Atem stand in kleinen Wolken in der Luft. Leise Anspannung kroch der Steintatze über den Pelz, keine Angst, nur Wachsamkeit.
Nach einem kurzen Moment der Stille ließ Fjóla ihre Stimme ertönen, rauer als sonst. Sie hatte sie so lange nicht mehr wirklich benutzt.
"Da waren wir wohl beide nicht so allein, wie wir dachten"
Was wollte die Fähe hier? Jeder Wolf mit Verstand kehrte doch auf den Pfotenspitzen um. Ihre eigene Anwesenheit an diesem Ort war genau genommen nur ein Versehen, wenn auch eins der schlimmeren Sorte.

[allein | trifft auf Ares | steht ihr wachsam gegenüber]
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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Di Jun 04, 2013 10:12 am

xx My head, it hurts, each day it's getting worse
Raindrops running through my veins
My looks and smile have now become my curse
xx

    Die Bernsteinaugen zeugten von Nachdenklichkeit, während Ramyla neben Mika herlief. Es war kein großer, aber trotzdem ein erkennbarer Abstand, den sie zu dem älteren Rüden einhielt, auch wenn dieser kaum von Respekt zeugte. Respekt musste man sich bei Ramyla erarbeiten. Und bis jetzt hatte Mika noch jede Chance verspielt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Letztendlich stellte sich der Omega ein ums andere Mal als der welpenhafte Zausel heraus, der er eben war. Verspielt und verschroben, aber im Grunde seines armen, fauligen Herzens einfach ein Welpe, der einmal zu viel weggebissen wurde und der deshalb niemals erwachsen geworden war. Natürlich konnten gerade solche Wölfe gefährlich werden… und Ramyla machte nicht den Fehler, Mika zu unterschätzen. Trotzdem – Respekt suchte man in den Augen der Beta vergeblich. Nichtsdestotrotz blieb Mika in gewisser Weise faszinierend. Wie ein geheimnisvoller Märchenonkel eben, der schon viel gesehen hatte und noch mehr zu erzählen hätte.
    Es zuckte unmerklich um Ramylas Lefzen, als die bunten Ohren Mikas Erwiderung hörten. Oh, Mika. Alter, blinder Mika. Die Beta ließ den Älteren noch geduldig von Arroganz und Ameisen reden, dann wurde das süffisante Lächeln deutlicher. Auf mokante Weise fand sich jedoch auch so etwas Nachsicht darin, die ebenso in der Erwiderung der Beta mitschwang:

"Von jedem anderen aus diesem chaotischen Ansammlung Wölfe, die sich selbst 'Rudel' nennt, hätte ich nichts anderes erwartet. Aber von dir… Ich muss schon sagen, du enttäuscht mich jetzt doch ein wenig, Mika."

    Weiter führte Ramyla die Worte nicht aus. Denn – jetzt bekam sie doch tatsächlich eine Geschichte, die der alte Welpe höchstpersönlich vorzutragen gedachte! Aufmerksam spitzte Myla die Ohren. Sie verbarg nicht, dass Mika sie bereits mit den ersten Worten neugierig machte. Und als netter Zeitvertreib würden diese allemal herhalten können, während sie warteten. Worauf auch immer… War schließlich eine sehr hübsche Gegend hier, da ließ man gern mal die Seele baumeln und hörte einem älteren Wolf zu, der aus dem Nähkästchen plauderte. War eine seltsame Geschichte. Was zur Hölle war ein 'Kranich'? Ramyla interessierte es nicht genug, um nachzufragen. Stattdessen beobachtete sie die verbleibenden Wölfe. Die Schäfchen, die mehr oder weniger chaotisch dahin zockelten. Immer Blake nach, der voranschritt wie ein grauer Schatten, der Ramyla längst vollkommen fremd war. Manchmal – manchmal fragte sie sich tatsächlich, warum sie noch hier war. Tja. Wer wusste schon, was die Zukunft noch brachte und für dieses sogenannte Rudel bereithielt…? Eigentlich hatte es Ramyla nicht eilig damit, es zu erfahren.

"Und… sollte ich aus dieser beeindruckenden Geschichte nun eine Lehre ziehen können? So funktioniert das doch eigentlich, nicht wahr?"

    Mit diesen aufgesetzt freundlichen Worten verengten sich die glanzlosen Augen unmerklich. Um überhaupt einen Sinn in der Geschichte erkennen zu können, musste diese noch zu einem Ende kommen, das war Ramyla durchaus bewusst. Aber sie verspürte keine rechte Lust, aus dieser merkwürdigen Erzählung schlau zu werden. Ob Mythos oder Vergangenheitsfetzen… es war nicht relevant. Myla betrachtete Mika, wieder mit diesem unergründlichen, sinnierenden Ausdruck. Ein faszinierender Wolf. Faszinierend wie nur ein alter Welpe sein konnte.


xx Mika xx

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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Jun 07, 2013 9:47 pm

Cabe, sie hatte sich den Namen gemerkt, sagte eine ganze Weile lang nichts, während er Cecelah wärmte, doch irgendwann hörte sie, wie er ein wenig bedrückt seufzte. Sie verstand nicht genau warum, doch sie vermutete, dass er seinen eigenen Gedanken nachhing, die wohl nicht sehr heiter waren. Wieder spürte sie eine sanfte Berührung seiner Nasenspitze und es fühlte sich fast so an, als wäre es ihr Vater.

Dann merkte der Rüde ihr gegenüber jedoch an, dass sie einen Namen bräuchte. Er schlug ihr vor, zusammen einen Namen für sie zu finden und seine Stimme klang dabei zuversichtlich und fast ein wenig erfreut. Einen kurzen Moment dachte Cecelah darüber nach. Nunja, sie konnte sich an ihren alten Namen nicht erinnern. Und irgendein Name war immerhin besser, als garkeinen zu haben, oder etwa nicht? Sie wollte schließlich nicht ihr Leben lang 'die Namenlose' sein.

"Ein Namen finden wäre gut...",

merkte sie an, wobei sie erleichtert festsellte, dass ihre Zähne nicht mehr klapperten und sie nicht mehr zitterte. Doch dann schlich sich eine neue, viel wichtigere Frage in ihre Gedanken. Was passierte jetzt mit ihr? Würde sie bei diesen netten Wölfen bleiben können? Wo war ihr Vater? SIe hoffte zwar immernoch, er würde irgendwann wiederkommen und sie finden, doch insgeheim wusste sie, dass dies nicht passieren würde. Hätte er die Wahl gehabt, er hätte sie nie allein gelassen. Das hatte er ihr einmal geschworen.

"Was passiert nun mit mir? Darf ich bei euch bleiben?",

fragte sie unverblümt, in der Hoffnung, Cabe würde nicht schweigen. Denn schweigen bedeutete nie etwas gutes. Es würde bedeuten, dass er sich nicht sicher war.nUnd wenn er schon nicht wusste, was mit Cecelah geschehen würde, dann wäre sie verloren.

[Cabezan / wünsht sich neuen Namen / fragt, was mit ihr nun passiert]
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Lonato


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Jun 08, 2013 4:28 am


Leises Knacken, die Geräusche der anderen, die rasteten – diese beiden Dinge nahmen die scharfen Ohren des Rüden war, sonst nichts. Einerseits war das ein gutes Zeichen, doch Lonato hatte sich nie auf seine normalen wölfischen Fähigkeiten verlassen können. Er hatte sein Leben lang versagt, was Kämpfen und Jagen anging. Doch das gehörte seiner Vergangenheit an, hier im Rudel hatte er einen Platz gefunden und er wurde geduldet.
Ein Geräusch neben ihm ließ seine Muskeln anspannen und seinen Kopf herumfahren. Die Pupillen der honigbraunen Augen suchten kurz das Blickfeld nach etwas beunruhigendem ab, fanden nichts und stellten sich auf die Fähe scharf, die er unverblümt anstarrte. Er hatte in letzter Zeit nicht besonders viel gesellschaft gehabt, so war es umso schöner, wenn mal jemand da war. Auf ihre Worte nickte er nur nachdenklich, besann sich dann jedoch auf sein altes Ich, dass immer ein charmantes Wort auf den Lefzen gehabt hatte.

“Natürlich macht es mir nichts aus, meine Schöne. Ich bin froh, etwas Gesellschaft zu haben.“, begann er seine Antwort und baute sogleich ein Kompliment mit ein, das jedoch noch recht unverfänglich war. Es mochte so manche Fähe geben, die mit anderen Komplimenten nicht zurechtkam. Deshalb lieber einmal so beginnen. Zum Aufwärmen begann der Bunte nun mit dem, was an jeder neuen Begegnung stand. “Man schimpft mich Lonato. Und wie ist dein Name?“, sprach er mit einem leichten Lächeln auf den Lefzen und einem amüsierten Ausdruck auf dem Gesicht.

Azurya xx beginnt ein Gespräch

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Azurya


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LONELY heard, beating for SOMEONE
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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Jun 08, 2013 5:52 am

xx
Hope when You take that jump,
You dont feel the fall.
Hope when the water rises,
You built a wall.
Hope when the crowd screams,
They're screaming your name.
Hope if everybody runs,
You choose to stay.

xx


Anfangs hatte Azurya Angst, Angst etwas falsch zu machen, jetzt wo sie sich endlich traute mit jemandem zu sprechen. Doch als der Rüde sie ansah spürte sie Freude in sich aufwallen. Das, was sie in seinen Augen sah, waren nicht Argwohn und Distanz, so wie sie es erwartet hatte. Unverblümt starrte er sie an. Unverblümt und sichtlich erleichtert, dass sie keine dunkle Gestalt aus dem Wald war. Seine aufgeschlossene Art gefiel Azurya gleich von Anfang an. Endlich jemand, der sie nicht wie Dreck behandelte, wie ein gewisser Jemand.
Ja, sie war ganz Lonatos Meinung, Gesellschaft war immer gut, und es war schön endlich jemanden zu haben, mit dem sie sich unterhalten konnte.

"Man schimpft dich Lonato? Meiner Meinung nach bist du nicht ganz so schlimm, als dass man sich gleich schimpfen müsste."

Ja, Zuzu plapperte einfach mal gleich fröhlich drauf los. Ihre gute Laune konnte jetzt nicht einmal die unheimliche Stimmung trüben.

"Mein Name ist Azurya. Und mich schimpft man nicht mit meinem eigenen Namen, im Grunde redet überhaupt keiner mit mir. Jeder scheint mit sich selbst beschäftigt zu sein. Aber wem soll ich was vorwerfen ... Ich war ja ebenfalls mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt."

Dass sie aus Angst vor der Meinung der anderen noch mit niemandem gesprochen hatte ließ sie ganz bewusst weg. Niemand, der ihr noch fast vollkommen fremd war, musste so etwas wissen. Womöglich würde er dann Vorurteile gegen sie hegen. Schluss aber mit diesen Gedankengängen, sie wurde ja schon beinahe paranoid ...

{ spricht | Lona | Rand der Gruppe }

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Sukâfeysu


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Di Jun 11, 2013 1:46 am

Er hob den Kopf nicht einmal, als er hörte, wie die Wölfin sich entfente, um dem Hasen nach zu hetzen. Lediglich seine Ohren zuckten hin und her, die Nüstern plusterten sich auf und entspannten wieder. Er überlegte, zu verschwinden. Einfach fort kriechen, durch das Dickicht. Unsichtbar werden, seine Schande verstecken. Langsam bewegte sich der knochige Körper rückwärts, kaum noch genug Kraft, um der eisigen Kälte, die durch den Wald peitschte zu entkommen. Dieser Winter würde sein letzter sein. Alt wie ein Greis fühlte er sich, müde wie vertrocknetes Laub. So verbraucht. Aber dann, als die Knochen verdorrter Himbeersträuche ihm die Haut am Rücken auf kratzten, da kam die Wölfin zurück. Mit leichten Sprüngen, eher aufgeladen als erschöpft. Doch sobald sie vor ihm stand, sobald sie ihm den halb verschlungenen Hasen vor die Pfoten spuckte, da schien es, als würde ihr Körper wieder an Stärke gewinnen. Die sanften Vibrationen, die sie durch den Boden schickte, sobald sie sich bewegte, wurden kräftiger, auch wenn Sukâfeysu sie noch immer nur schwach wahrnehmen konnte. Etwas hatte sich verändert. An ihrer ganzen Art hatte sich etwas verändert. Sein Bild von ihr war verschwommen und verzerrt, ein Mischwesen aus diesem und jenem. Und das fürchtete ihn. Doch der Duft, der von dem toten Tier aufstieg, war betörend. Langsam, ganz langsam nur, kletterte er seine Nüstern hinauf, kitzelte die empfindlichen Härchen, streichelte ihn. Aber dann, blitzartig, krampfhaft durchzogen ihn die Schmerzen. Verkümmerte Instinkten stießen ihm in die Rippen, quetschten seinen Verstand in ihrer Wut. Er drückte den geschundenen Kopf fest auf den Boden, als er langsam mit der Zunge über das von Blut triefende Fell fuhr. Es prickelte, es was, als würden Blumen in seinem Mund sprießen, in den Augen gebrannt hätte dieses wundervolle Gefühl, wenn er denn noch welche gehabt hätte. Erneut wagte er es, von der Beute zu kosten. Er solle sich bedienen, hatte das Fremde gesagt. Der oder die zählte nun auch nicht mehr. Es war nichts neues, dass man ihm Essen vor die Pfoten warf, dass er sich nieder kauerte und es in voller preisgebunden seiner Demut hinunter würgte. Dieses Mal aber, dieses Mal war es eine starker Wolf, so schien es zumindest. Dieses Mal war es ein frisch erlegter Hase. So frisch. Keine abgenagten Knochen, kein Schimmel und keine Maden. Der Duft der Verwesung war nicht einmal in seinen Sporen zu riechen. Es war himmlisch. Und Sukâfeysu biss zu. Er schnellte mit der Schnauze nach vorne, packte das Tier schüttelte es nur wenige Sekunden in einem Überschuss an Euphorie, bevor er es in einem Stück verschlang. Es füllte seinen Magen wie ein Rehbock es getan hätte. Und noch immer ergriffen von Glücksgefühlen wälzte sich der vernarbte Wolf in der zugefrorenen Erde, sodass seine Knochen nur so darüber schabten. Das klägliche Winseln, wie von einem neugeborenen Welpen, wurde zu einem Krächzen, einem Röcheln und schließlich schaffte der Rüde es, ein nur halb verständliches “Danke“ zu formen, bevor er sich aus seiner Erregung löste, die Nackenhaare sich wieder legten und er sich mit neu gewonnener Kraft auf alle Viere stellte.

Dass ein weiterer Wolf sich in unmittelbarer Nähe befand, das hätte er in seinem Anfall übersehen. Umso härter traf ihn die Stimme, die tief und heiser an seine Ohren drang. Er schüttelte sich, kauerte nieder, die Ohren gingen auf und ab, die zerfetzte Muskulatur seines Gesichts zuckte aufgeregt. Es war ein überraschender Gedanke, eine Idee nur, die sich jedoch schnell in die Tat umsetzen ließ. Erst verfrachtete er nur sein Hinterteil in den sicheren Schutz des fremden Wolfskörpers, dann verbarg er auch sein Haupt dahinter. Von diesem Artgenossen gab es nichts mehr zu befürchten. Vielleicht war es sogar gut, ihm zu folgen. Er wirkte so stark. Und er gab ihm essen. Ja, vielleicht würde Sukâfeysu ihm folgen. Wenn man ihn denn nicht die Kehle dafür aufreißen würde. Wenn es nicht der neue Fremde tun würde, ein Rüde, wie es der Duft verriet.

[frisst x bemerkt Nearon x versteckt sich hinter Ceven]

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Lonato


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Jun 14, 2013 10:22 pm


Lonato war amüsiert. Diese Fähe hatte ja keine Ahnung. Eigentlich war es traurig, dass sie nicht wusste, mit wem sie sich hier einließ. Er war ein nichtsnutziger Wolf, konnte weder kämpfen noch jagen. Noch dazu war er ein Schleimer und dann fragte man sich, warum man seinen Namen auch schimpfen konnte. Nun ja, so war es eben. Eigentlich hatte er gar nicht so viel in seine Worte hineininterpretieren lassen wollen, doch nun war es zu spät. Er sollte sich erklären, sonst benahm er sich seltsam und das wollte er nun wirklich nicht.
Aber warum war diese Fähe ihm zuvor eigentlich nicht aufgefallen? Im Rudel der Heaven Wolves war sie jedenfalls noch nicht lange. Vermutlich gehörte sie zu Mikas Gefolgschaft. Wahrscheinlich hatte sie aber nicht gewusst, was – oder wer – Mika war. Dass er ein egoistischer, hinterhältiger Hybride war. Er hatte den hintergangen, der ihn ertragen hatte – Blake, seinen Alpha. Aber diese Angehörigkeit wollte der Bunte der Fähe nicht zum Vorwurf machen, sie konnte ja nichts dafür, dass sie ausgerechnet an diesen Wolf geraten war.
 
“Ich bin kein besonders talentierter Wolf, sagen wir es so. Doch ein anderes Thema: Du warst in Mikas Rudel, nicht war? Ich mache dir keinen Vorwurf, nur schlichtes Interesse an einer bemerkenswerten Fähe.“
 
Leicht legte Lona den Kopf schief und blickte Azurya an. Sie war eine der wenigen Fähen, die überhaupt ein Gespräch mit ihm suchten. Sein bester Gesprächspartner Cassian war wie vom Erdboden verschluckt. Ein Schicksalsschlag, der ihn tatsächlich traf. Zwar ging ihm das geschwollene Gerede auch oft auf die Nerven, dennoch war er nicht so unbeholfen, wie manch anderer Wolf beim Reden. Er dachte da an Cabezan oder Raziel. Es kam ihm häufig so vor, als würde Raziel oftmals ganze Wasserfälle an Wörtern äußern, sagte damit aber recht wenig. Doch das konnte er sich auch einbilden. Manchmal blendete er auch einfach alles andere aus. Gut, Cabezan konnte für das Gestottere aufgrund des fehlenden Selbstbewusstsein ja auch nicht viel.
Jetzt hör‘ schon auf über andere herzuziehen!, rief er sich selbst zur Ordnung. Er wurde immer hochnäsiger, so schien es. Eine Charaktereigenschaft, die er nie geschätzt hatte. Es wurde Zeit, sich wieder auf das Gespräch zu konzentrieren.
 

Azurya xx erläutert xx fragt xx denkt nach

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Azurya


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LONELY heard, beating for SOMEONE
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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Jun 15, 2013 3:56 am

xx
I owned every second that this world could give,
I saw so many places, the things that I did,
Yeah with every broken bone,
I swear I lived.

xx


Etwas irritiert sah Azurya Lonato an. Untalentiert sagte er? Na immerhin hegte er keine Vorurteile ihr gegenüber. Das war doch schon mal etwas, worauf er stolz sein konnte. Und sie war froh darüber. Jemand, mit dem sie sich unterhalten konnte, ohne komisch angesehen zu werden.

"Es freut mich, dass du mir keine Vorwürfe machst. Ich hatte schon Angst, dass ich jetzt als Außenseiterin dastehen würde ... Aber zurück zu deiner Frage. Ja, ich war dort ... Und es hat mir nicht besonders gefallen, was ich da gesehen habe. Die Stimmung die dort geherrscht hatte, war bedrückend und trostlos. Es mag vielleicht für Caves und die anderen die richtige Atmosphäre gewesen sein, nicht aber für mich.
Anfangs wusste ich nicht genau, was Mika nun vorhatte und hab mich zurückgehalten. Eigentlich ist das nicht annähernd mein Verhalten, einfach zusehen und im Hintergrund bleiben, doch mein Instinkt hat mir geraten es lieber zu tun. Und das war auch gut so, bei dem was ich bei  Mika, Caves, Azzardo und den anderen an Streit gesehen habe ... Darauf konnte ich verzichten! Naja auf jeden Fall hab ich mich - glaub ich - letztendlich für die richtige Seite entschieden. Im letzten Augenblick ..."


Die Zeit im Rudel Mikas war eine Zeit, an die Azurya nicht gerne zurückdachte. Sie war Vergangenheit und sollte es auch bleiben. In letzter Zeit hatte sie sich etwas verändert ... Früher war sie lebensfroh gewesen, immer aufgedreht und hatte sich nicht um die Meinung anderer geschert, doch jetzt hatte sie aus genau diesem Grund geschwiegen. Die Meinung anderer ... Hatte sie diesen rapiden Abfall an Selbstvertrauen Mika zu verdanken? Wer wusste das schon ... Doch was jetzt zählte war: Sie würde es wieder zurückgewinnen, dessen war sie sich sicher. Die Zeit im Rudel würde besser werden, als alles, was sie bisher erlebt hatte - sollten sie aus diesem Nebelwald jemals wieder raus kommen.

{ spricht | Lona | Rand der Gruppe }

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Lonato


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Jun 15, 2013 5:09 am


Aufmerksam hörte er zu, obwohl seine Gedanken kurz davor waren, abzudriften. Er fragte sich, was die Schwester der sanften Kayra und der Verräter Mika wohl vorgehabt hatten. Natürlich versuchte Mika das Rudel weiter zu spalten, doch das war ihm ja anscheinend nicht gelungen. Nun waren sie zahlreicher als zuvor und selbst einige Verräter waren in ihre Reihen zurück gekehrt. So wie Azurya., flüsterte eine leise Stimme. Verärgert schloss er kurz die Augen um das Bild der Fähe zu verschleiern. Nein, sie war keine Verräterin. Sie hatte ja vorher gar nicht zu ihnen gehört. Was also sollte dieser Gedanke? Was sollte das überhaupt? So negativ war Lonato schon lange nicht mehr gewesen. Vielleicht lag es an dem Umfeld. Der Nebel war bedrückend und dass hier Knochen und Schädel herumlagen, machte das Ganze nicht viel besser. Doch immerhin war der Großteil des Rudels anwesend. Nur wenige waren verschwunden. Zwar war das schlimm, doch nicht so schlimmer als einen Großteil des Rudels zu verlieren.
Umso mehr war es jetzt von Bedeutung, dass das Rudel hier zusammen hielt. Und es hätte durchaus schlimmer kommen können. Manche der neuen Wölfe schienen wirklich ganz in Ordnung zu sein und Azurya war sogar mehr als in Ordnung. Sie war auf eine Art und Weise sympathisch, die der Bunte noch nicht ganz identifizieren konnte. Manchmal flossen die Worte nur so aus ihrem Fang. Zwar waren sie nicht so wohl gewählt wie bei Cassian, doch es war erfrischend. Vielleicht würden sich seine Sprachgewohnheiten auch ein wenig lockern. Zwar war es schön, ein wenig gebildeter zu klingen, doch letztendlich war es genauso schön einfach einmal alle Zwänge fallen zu lassen.
 
“Die Heaven Wolves sind ein gutes Rudel mit einem guten, gerechten Alpha. Du wirst hier gut aufgehoben sein. Ich hoffe nur, dass Blake uns bald aus diesem Nebelwald herausführt. Der dichte Nebel könnte alles Mögliche verstecken und vermutlich will ich vom Großteil nicht einmal wissen, was es ist.“
 

Azurya xx denkt xx redet

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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Jun 15, 2013 11:11 am

War es nicht lustig, sich so die Zeit zu vertreiben? Pläuschchen, in denen er seinem Gegenüber vormachte, er täte es aus einem bestimmten Grund heraus. Tat er es letztendlich dann nicht doch aus einem Grund, nämlich dem, dass sie so dachten? Dieser Gedankengang der einem Gewirr aus Würmern glich, die sich verwirrt wanden und sich nur miteinander verknoteten war ganz amüsant. Ja, er liebte es, wenn es sich in seinem Kopf wühlte und wälzte. Es entstanden Verbindungen, die sonst nie geknüpft worden wären. Ehrlich gesagt wäre Mika nicht abgeneigt gewesen, jemanden in seine inneren Hallen einzuladen. Leider wollte scheinbar niemand sich darauf einlassen. Ein Jammer, nicht wahr? Wo war die Abenteuerlust dieser Geschöpfe geblieben, die sich Wölfe schimpften? Mut und Neugier? Nada! Er kicherte in sein Brustfell hinein, wobei seine schwarzen Tunnelaugen auf Ramyla ruhten. Auch sie war ein Kind des Jammertals. Sie irrten in der Dörrnis ihres eigenen Lebens herum, doch ahnten nicht, das am Ende der dunkelsten Felsgruften das Wasser auf sie wartete. Nun, der Hybrid war jetzt vielleicht nicht mit dem Quell des Lebens gleichzusetzen, doch er dachte von sich selbst doch, dass er eine sehr erfrischende Persönlichkeit unter all diesen stumpfen Gräulingen war.
Oh, wie sehr vermisste er die erquickende Art seines alten Freundes, des Kranichs Chizu! Das kam davon, wenn man den einzigen Freund den man auf der verdammten Welt finden konnte den Tod brachte. Er konnte nur darüber lachen und es war nicht mal bitter. Alles hatte seine Richtigkeit. Selbstzweifel waren nicht die Art Mikas. Das Blut, welches in der Rabenschlucht vergossen worden war, hatte sein ganzes Gemüt erquickt und auch heute spürte er noch jene frische Brise. Als wäre es wieder Frühling und er könnte jeden Moment einen abgemagerten Welpen hinter einem Strauch entdecken. Doch es war Winter und der Nebel zog sie in eine nasskalte Umarmung, in der Träumereien wohl etwas fehl am Platze waren. Sie zerflossen zwischen den Fingern des Winters und verblassten immer mehr, je enger der Wald seine Vorhänge zog. Er vermisste sie nicht.
Ramyla war auch nur einer dieser mausgrauen Geister, deren Konsistenz so trocken war, wie die Blätter im Herbst. Wirklich saftig war für Mika einzig und allein Blake - und je mehr Mika mit ihm und dem Rudel spielte, desto mehr wuchs sein Appetit. Er konnte sich natürlich zurückhalten - im Moment hielt er eben nur ein Pläuschchen mit einer seiner kleinen Mäuse. Dieses Exemplar hatte in letzter Zeit Neues dazugelernt. Es hatte jetzt eine hübsche Auswahl an neuen Gesichtsausdrücken, Stimmlagen, Worten und Blicken angesammelt und glaubte nun, besser zu sein, als der Rest des Käseknabberpacks. Wo blieb der Applaus? Mika war auf jeden Fall keine behinderte Seerobbe, die für einen Fisch in die Flossen klatschte. Irgendwie hatte er es heute mit den Tiervergleichen. Kraniche, Ameisen, Mäuse, Seerobben... Ein hübsches Sortiment. Auf jeden Fall hatte diese Betafähe aus ihrer neuen Gaderobe ein kleines Lächeln der Süffisanz ausgewählt. Bravo! Ach, zur Hölle mit dieser Fähe. Wenn sie so weiter machte, wurde sie doch tatsächlich zu einer echten Lachnummer. Ach, sie war es bereits schon? Wie unaufmerksam von ihm.

"Enttäuschung gibt es nur, wo es Erwartungen gibt.", antwortete er ihr in aller Ruhe und hob seinen Kopf etwas weiter an um über sie hinweg einen Blick auf den Nebel zu werfen. Erwartungen waren Gifte, die einen von innen verzehrten, wenn man es zuließ. So ein kleines Mäuschen wie sie, so unendlich naiv sie doch war, zu glauben, sie könnte ihm die Paroli bieten. Er war doch schließlich ein Gott in diesen Dingen. Sie konnte nichts sagen, was ihn erschütterte. Wenigstens hörte sie seiner Erzählung zu. Nicht, als ob es ihm sonderlich wichtig gewesen wäre, nein. Schließlich hätte er jedem beliebigen Wolf dasselbe auftischen können. Es war auch gar nicht wirklich wichtig, dass jemand zuhörte. Solange die Worte frei wurden, war seine Arbeit getan.

"Wenn man eine Lehre finden will, findet man immer eine. Das ist letztenendes immer dem Zuhörer überlassen. Die Geschichte, die ich erzählt habe, und die Geschichte, die du gehört hast, sind nicht dieselben. "

Er lächelte ihr gefühlslos zu. Nicht als ob sie verstehen würde, was er ihr da erklärte, aber das war egal. Hauptsache, die Worte hatten seine Lefzen verlassen. Das war alles was zählte. Seine Geschichte war erzählt. Ein hübsches Märchen, wie er fand. Vielleicht konnte er sie nachts den Welpen in die Ohren flüstern? Nein - sie war erzählt und damit hatte es sich getan. 
Er begegnete Ramylas intensiven Blick ungerührt und mit einem arroganten Zucken auf den Lefzen. Was war sie schon im Gegensatz zu ihm? Die Faszination in ihrem Blick, nicht deutlich, aber erkennbar, sie fütterte klar sein Ego. Doch was bitteschön, wurde nicht von diesem Verschlungen? Sein Ego war wohl der Magen dieses Geschöpfes, welches gerne mit Mäusen spielte.

{ Mika & Ramyla | Rudel }

_____________

the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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Cabezan


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AMSELN FLIEGEN TIEF

BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Jun 21, 2013 5:46 am

Das Amselherz strengte sich zwar an, sich auf den kleinen Welpen allein zu konzentieren, aber seine flatterhaften und launischen Gedanken konnte er nur sehr schwer an einen festen Ort bannen. Damals, als er noch in seiner Depression versunken gewesen war, damals hatte ihn das Rudel als einen ruhigen Wolf kennenlernen können. Heute war es ihm kaum glaubbar, dass er einst sich so verhalten hatte. Er wusste nur, dass jene Tage von tiefer Dunkelheit durchzogen gewesen waren, einer Dunkelheit wie sie nach der Verzweiflung kommt. Alles was er jetzt war verdankte er den Heaven Wolves. Ohne sie wäre er womöglich schon tot oder schlimmer, er wäre im selben Stadium wie damals geblieben. Lieber bekam er dreißig Panikattacken und Nervosiätsanfälle am Tag, als das er in jenes Loch zurückkehrte. Ja, dieses Rudel war nun sein ein und alles und deswegen konnte er nicht einfach zusehen, wie sie sich immer weiter selbst zusetzten. Mika hatte einen Stein ins Rollen gebracht, doch auch die Wölfe selbst waren nicht unschuldig. Hätten sie an jenem Tag doch bloß nicht jenem grässlichen Hass nachgegeben... Hätte er, das Amselherz, doch früher seine Stimme erhoben. Doch all der Hass und das Blut hatten ihn gefesselt, er war nicht stark genug gewesen, schon wieder nicht. Trüb blickte er in Richtung Ramyla, die mit Mika plauderte. Selbst sie hatte ihn enttäuscht, auch wenn er nicht ganz sagen konnte, wieso er so dachte. Sie plauderte mit Mika, als wäre er nicht der Mörder Kovus. Als hätte er das Rudel nicht gespalten und wäre nicht der Regisseur der Rabenschlucht-Szene gewesen. Cabezan wusste nicht was in dem Altwolf mit dem dicken Pelz vorging, er wollte es auch nicht wissen. Ramyla hatte sich so verändert, er machte sich Sorgen um sie. Hatte sie überhaupt zugehört, als er versucht hatte ihr zu helfen, bevor jenes blutige Spektakel angefangen hatte? Jetzt konnte er ihr nicht helfen. Er hatte einen Welpen, um den er sich kümmern musste. Es erfreute ihn, als sie erneut ihr dünnes Stimmchen benutzte. Es war wirklich ein liebes Geschöpf und es schien ihr mittlerweile auch etwas besser zu gehen.

"Hmmm. Das ist nichts was man allzu leichtfertig entscheiden sollte...", murmelte er in Gedanken verloren, während er sie eingehend betrachtete. Langer Name? Kurzer Name? Er kannte doch gar nicht so viele Namen, oder? Und was, wenn ihr keiner gefiel? Nervös kaute er auf seiner Unterlefze herum. Er musste sich doch daran erinnern, aus seiner Welpenzeit, irgendwelche Märchen... Doch er hatte nie Märchen erzählt bekommen, außer jenes von seinem Fluch, den oft genug. Manchmal hatte er aber zuhören können, wenn sein Vater wie so oft über die alten, glorreichen Zeiten erzählte. Welche Fähennamen waren da vorgekommen? "Ich sage ein paar Namen und du sagst ob es dir gefällt oder nicht, okay?", fragte er freundlich die Kleine vor ihm und die Wärme seines Lächelns war wieder in seiner Stimme zu spüren. "Visanya, Shion...A-neinneinein, warte kurz...", brach er verwirrt ab. Hatte er ehrlich Amethys sagen wollen? Schämte er sich denn nicht? Die Gründerin seines alten Rudels als Namensschwester der Kleinen? Sie hatte nichts damit zu tun und er konnte einem kleinen Wesen wie ihr keinen solchen Namen aufbürden. Er brauchte etwas das zu ihr passte. Angestrengt und etwas genervt von seiner eigenen Umsichtslosigkeit kramte er in seinem Kopf herum. "Lass mal sehen... Chime...? Cecelah, oder... Warte. Cecelah...? Wie gefällt dir dieser?" Ihm war ein Licht aufgegangen und er musterte die Welpin nachdenklich. Cecelah würde passen, oder? Er erinnerte sich, wie seine Mutter einmal über sie gesprochen hatte, eine blinde Fähe im alten Rudel voller Weisheit von allen respektiert. Wieso nicht?

Doch die nächste Frage die die Kleine stellte, trieb seine Gedanken in eine Richtung, die der Zukunft entsprach, weg von dem Vergangenen. Tja, berechtigte Frage. Er lächelte leicht.
"Keine Sorge, Kleines. Ich werde alles dafür tun, dass du bei uns bleiben kannst. Auch wenn wir die Erlaubnis von Blake brauchen. Er ist der Alpha, weißt du. Ich weiß nicht ob Raziel es dir erklärt hat, aber wir sind die Heaven Wolves. Es gibt noch andere Welpen bei uns, auch wenn sie ein bisschen älter sind als du." Er gab ihr einen ermutigenden Stubser mit der Nase und hoffte, dass er sie damit nicht verunsichert hatte. Dabei war sie gar nicht so aufs Maul gefallen, mit der Frage war sie schließlich heruagerückt ohne zu Drucksen. Er fragte sich, ob sie sich mit Kalucy vielleicht gut verstehen würde.

{ Cecelah }

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Behind my smile is everything you’ll never understand.
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Ares


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    So Jun 30, 2013 8:22 am

Ein eisiger Windstoß zog sich schlagartig durch den Wald, Ares drehte ihren Kopf und verengte ihre Augen. Es dauerte eine Weile bis sie sich wieder Fjóla zu wand.
"Wie wir dachten? Wir sind hier kein bisschen allein. Ich habe das Gefühl das hier irgendwas merkwürdiges vorgeht."

Die silbergraue schielte zu den toten Bäumen, ihr Gehör hatte ihr also doch keinen Streich gespielt. Sie richtete ihre eisblauen Augen in die eine Richtung aus der dieses Geräusch erklang, doch es kam ihr so vor als wollte der Wald nicht das Ares das sieht, was dort ein lautes Geräusch verursachte, denn der Nebel strich um ihre Augen so das sie nicht mehr hätte sehen können was überhaupt unter ihr liegt.
>>Irgendwas ist da, ich weiß nur noch nicht was.<
Es ist laut, und nicht allein. Ares lauschte und konnte die Stimme eines Wolfes hören, wahrscheinlich Weiblich.
>>Es scheint mir als wolle dieser Wolf extra so laut sein, hat dieser etwa Spaß dabei? Das grenzt doch an Dummheit absichtlich so laut zu sein, in einem unbekannten Gebiet.<
Ohne ihre Augen von dieser Richtung abzuwenden, trat die Fähe einige Schritte vor.
"Sag mal...wie heißt du eigentlich?"

Ohne Misstrauen stand Ares Fjóla nun gegenüber, sie wusste das diese Fähe ohne perfekte Sicht nicht angreifen würde. Das Gehör ist in so einer Situation das A und O, mit einem fehlenden Ohr wäre sie deutlich im Nachteil.
>>Was sucht diese Fähe hier an so einem Ort...allein?
Die anderen dort drüben sind sicherlich auch nicht zum Spaß hier.
Folgen sie etwa jemandem?...<


[Bei Fjóla; Fragt; Denkt nach; hört andere Wölfe [Jequn, Ariez]

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Kiba


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Di Jul 02, 2013 12:45 pm

Der weiße Rüde stand neben Jin und blickte ihn etwas mitfühlend an. Er war noch so jung und musste so viel erleben, was auch noch negative Auswirkungen haben konnte. Doch Kiba verwarf diese Gedanken und schaute in den Himmel. Es war nicht der allerbeste Tag, aber man konnte es überleben. Sein weißes Fell wurde von einer Brise durchzaust und er schüttelte sich, um es wieder in die richtig Position zu bringen. Nach kurzer Zeit war er auch schon fertig, im nächsten Moment erschrak Jin. Er hatte den Rüden wohl nicht bemerkt, vielleicht hat er ja gerade nachgedacht? Eigentlich interessierte es Kiba nicht im geringsten, wer sich wann erschreckt, aber lustig war es irgendwie, weshalb er sich ein Lächeln und kurzes Aufkichern nicht verkneifen konnte. Doch er versuchte es so geschickt wie möglich zu verstecken, indem er seinen Kopf kurz zur Seite drehte. Dann antwortete der bunte Rüde auf die Frage, ob alles gut sei. Kiba atmete im insgeheimen auf, denn Jin war mitunter am schwersten mit von der Partie mit dem Krieg. Doch im nächsten Moment wurde der Rüde angekeift und er wusste nicht warum.

"Tut mir leid, ich wollte nur ein wenig mit dir reden. Kannst ja mal 'nen anderen Tonfall anschlagen, wie wäre es damit?!"

Nun wurde auch Kiba laut und saß auch nicht mehr. Er stand viel mehr und das schon fast bedrohlich. Er hasste es, wenn man ihn anschnauzte, das konnte er noch nie leiden. Auch er kann dann zum fiesen Idioten werden, was weder ihm, noch jemand anderem jemals gut getan hat. Dennoch wurde er weiter angekeift und keifte schließlich zurück.

"Außerdem wollte ich dich nicht so unbedingt jetzt an die Vergangenheit erinnern, ich wollte nur mal deine Meinung wissen. Ist es zu viel verlangt zu sagen, was man denkt? Das kannst du doch sonst so gut, neunmalkluges Ekelpaket!"

Auch wenn Kiba nun nicht wirklich das beste Vorbild war, so ließ er sich definitiv nicht behandeln. Er hat schon immer zurückgekeift und war auch etwas weiter gegangen. Aber wenn sogar ein verdammter Welpe, der sowieso keine Ahnung vom Leben hatte, ihn anzicken musste, dann hatte Kiba die Nase aber gestrichen voll!

[BEI JIN || streitet mit ihm]

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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Jul 05, 2013 9:07 am

Cabe schein in Gedanken zu sein, denn eine Weile stand er nur neben ihr und sagte nichts. Sie wartete auf seine nächste Reaktion, wollte jedoch nicht seine Gedanken stören, sondern genoss lieber dieses Gefühl von Nähe und von Fürsorge. Klar, ich Vater war auch immer fürsorglich zu ihr gewesen und bei ihm hatte sie sich auch immer geborgen gefühlt, aber nun war er ja nicht mehr da. Und es schien Cecelah schon fast ein halbes Leben her, als er verschwand und sie allein ließ. Sie hätte nicht einmal sagen können, wie lange sie durch den Wald lief, auf der Suche nach irgendeiner Seele oder zumindest auf der Flucht vor der Stille, die ab und an durch Krähenrufe unterbrochen wurde. Als sie jedoch sagte, sie würde gern einen neuen Namen haben, merkte er gedankenverloren an, es sei etwas, was man nicht allzu leichtfertig entscheiden sollte. Irgendwie verstand sie nicht so recht, was er damit miente. Es war doch schließlich besser, einen Namen zu haben, als wenn man keinen hatte, oder etwa nicht?`Sie wollte ja schließlich nicht bis in alle Ewigkeiten die namenlose Wölfin sein.

Dann schien Cabe wieder in Gedanken zu versinken, denn es wurde wieder still und Cecelah konnte sich schon denken, dass er in seinem Kopf schon nach Namen suchte. Er würde ein paar Namensvorschläge machen und sie würde stop sagen. Das hörte sich doch gut an. Und Stop sagen war ja schließlich nicht so schwer. Also wartete sie gespannt auf seine Vorschläge. Würden die Namen zu ihr passen? Und was, wenn keiner passte? Visanya. Nein, den Namen konnte sie wahrscheinlich nicht einmal fehlerfrei aussprechen. Shion. Mhh, der Name war gut. Er klang irgednwie luftig, locker. Und er war schön kurz. Doch bevor Cecelah etwas sagen konnte, fuhr er schon fort und wollte einen Namen mit A sagen, doch dann brach er verwirrt ab. Was war denn nun los? Chime? Sein nächster Vorschlag gefiel ihr nicht so gut. Sie wusste nicht so recht, der Name passte nicht zu ihr. Und dann sagte er den Namen Cecelah. Dieser Name schien auch ihm auf Anhieb zu gefallen und wenn er der Meinung war, der Name sei gut für sie, warum sollte sie da noch nein sagen? Sie fand den Namen außerdem auch sehr schön. Er war irgendwie kompliziert, aber auf eine gewisse Weise auch tiefgründig. Sie nickte hektisch auf und ab um ihm zu signalisieren, dass sie den Namen gut fand.

"Ja, Cecelah ist schön."

So würde sie nun also heißen. Und dann beantwortete er ihre nächste Frage, danach, ob sie in seinem Rudel bleiben konnte. Er klang hoffungsvoll und vertrauenswürdig als er ihr erzählte, dass er alles dafür tun würde, damit sie bei ihnen bleiben konnte. Heaven Wolves, zu ihnen würde sie also gehören, wenn sie durfte. Aber sie wusste nicht wer Blake war und auch nicht, wer oder was ein Alpha war?

"Ist...ist Blake Alpha nett?"

Sie wusste nicht viel über Rudel, sie wusste nur, dass es mehrere Wölfe waren, die zusammen lebten, wie eine große Familie. Dann sagte Cabezan, es würde noch andere Welpen geben, wie sie, und er stupste sie ermutigend an. Wenn diese anderen Welpen so abweisend waren wie die, die Cecelah shon kennen gelernt hatte, dann hatte sie Angst davor, sie kennen zu lernen.

"Und...die anderen Welpen sind auch nett?"

Sie wusste nicht genau, warum sie das fragte, doch sie wartete gespannt auf eine Antwort. Vielleicht würde sie hier ja sogar neue Freunde finden? Die ersten Freunde in ihrem Alter, die sie dann hätte.

[bei Cabezan - will Cecelah heißen - fragt nach Rudel,]
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Jin


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    So Jul 14, 2013 9:24 am

Sieh mal einer an. Da besaß ein gewisser Rüde in Weiß wohl keine Nerven aus Stahl, hm? Seine ruhige Stimme kochte über und er fing an rum zu brüllen. Jin zuckte überrascht mit den Ohren, blickte Kiba irritiert in die Augen und eine stumme Frage bildete sich auf seiner gerunzelten Stirn. Nämlich: Was hast denn du für’n Auftrag?! Der Ältere führte sich wie ein Affe auf, einfach lächerlich! Schon allein wie er sich vor dem sitzenden Jüngling aufbaute, seine Nackenhaare hochstellte und ihn aus wütenden Schlitzen anfunkelte wirkte übertrieben, oder nicht? Schließlich war Jin um einiges jünger und zählte noch nicht mal als Erwachsener. Aber es war ein berauschend schönes Gefühl zu sehen, wie schnell sich ein männlicher Artgenosse von ihm bedroht fühlte. Genüsslich ließ sich Jin diesen Augenblick auf der Zunge zergehen, während die kastanienbraunen Augen spitzbübisch zu dem Rüden blitzten.

„Oh Bruder.“, murmelte Jin und verdrehte seine Augen. Fehlte nur noch ein genervtes schnalzen mit der Zunge. „Chill mal ‘n bisschen.“

Ein Seufzen glitt über die dunklen Lefzen des Jüngeren. Herrje und er zählte wahrhaftig noch als Welpe?! Denn jetzt benahm sich Kiba wie ein unzufriedener kleiner Wurm. Mit halbem Ohr hörte Jin dem Weißen zu, während er seinen Blick über andere Wölfe schweifen ließ. […] Moment mal - was?! Die braunen Ohren spitzen sich nach vorne und der feurige Blick des Melierten durchbohrten Kiba wie ein Pfeil. Hat er ihn gerade ernsthaft ein Ekelpaket genannt? Jin kniff die Augen zu kleinen Schlitzen zusammen und beobachtete sein Gegenüber aus Argusaugen.

„Was ist denn bei dir nicht richtig?! DU bist zu mir gekommen, DU schneidest das dämlichste Thema aller Zeiten an und zickst dann wie ne Fähe rum! Wenn dir mein Ton nicht passt, dann scher dich gefälligst zu jemand anderem.“

Na, das war doch mal eine klare Ansage! Kiba war älter und tief im Inneren, irgendwo versteckt und bereits ganz verstaubt, wusste Jin zwar, dass sein Ton falsch war, trotzdem hinderte es ihn nicht. Im frühen Alter war Jin auf Mika getroffen und in seinem Rudel war dieser ruppige Ton nun mal an der Tagesordnung. Das beste Beispiel waren Mika und Caves. Wo war die alte Schachtel übrigens? Irgendwie vermisste er sie ja. Die Gespräche mit ihr waren doch immer wieder Gold wert.

{ Bei Kiba | Provokationen über Provokationen }

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Blake


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Di Jul 16, 2013 5:08 am

Fall like a leaf in the wind on the ocean
Of blue like your eyes in the twilight theater
With symphonies playing in the world without sound
We're given and denied

Samir hätte nie gedacht, dass er einmal so tief sinken würde. Verstoßen von zwei Rudeln. Er hatte seine Gefährtin und seine Kinder verloren, seinen Bruder, all seine Freunde. Er hatte nur noch sich selbst. Bei dem „großen Kampf“ zwischen den Rudeln von Blake und Mika, hatte er sich geweigert mitzumachen. Er war gegangen. So ein unnötiges Gemetzel war nun wirklich nicht dass, worauf war aus war. Er wusste selbst nicht einmal mehr, wieso er das Rudel seines Bruders verlassen hatte. Vielleicht aus Wut auf ihn. Weil er ihm beweisen wollte, dass er nicht nur der kleine Bruder war, der nach Blakes Pfeife tanzte. Er war viel mehr. Doch jetzt? Jetzt war er nichts mehr. Ein abgemagerter Haufen Knochen mit rauem Fell und brennenden Augen. Von dem einst gutaussehenden und beliebten Wolf war kaum noch etwas übrig. Samir war am Ende und das wusste er.

Der Winter hatte eingesetzt und erschwerte ihm seine Situation nur noch. Er wollte zu seinem Rudel. Er wollte Nachhause. Doch es ging nicht, alle hassten ihn. Niemals würde er ihre empörten Gesichter vergessen, als er damals mit Mika das Rudel verlassen hatte.
Der dunkle Rüde hielt an. Ein feiner Geruch wehte ihm entgegen. Wasser. Es floss schnell dahin. Er bewegte sich vorwärts und dort, zwischen den blattlosen Bäumen schlängelte sich ein breiter Fluss dahin. Und dort, auf der anderen Seite stand eine reinweiße Fähe bis zum Bauch im eiskalten Wasser. Er keuchte erstaunt und trat einige Schritte auf den Fluss zu. Moira blickte ihn an und legte ein wenig den Kopf schief. Sie tauchte immer dann auf, wenn etwas passierte. Wenn sein Gehirn nicht richtig arbeitete oder zu viel Adrenalin durch seinen Körper schoss. Eine Halluzination. Ein Trugbild. Und wie beim letzten Mal waren ihre Augen nicht mehr blassgelb, sondern warm und honigfarben wie die von Ramyla. Er trat einen weiteren Schritt und spürte das eiskalte Wasser, das sich um seine Pfoten schloss. Moira flackerte. Sie verschwand, direkt vor seinen Augen. Samir jaulte auf und ohne nachzudenken stürzte er sich ins Wasser, als würde er sie noch erreichen. Ein letztes Jaulen entwich seiner Kehle, während die Strömung ihn mitriss und das Wasser ihn begrub.

Überrascht stelle Blake die Ohren auf. Er blieb stehen und hob den Kopf. Hatte er sich getäuscht, oder hatte er gerade tatsächlich ein Jaulen gehört? Seine Pfoten kneteten unschlüssig den Boden. Es war nur ganz leise gewesen, wie ein Windhauch, aber trotzdem hatte er das Gefühl diese Stimme zu kennen. Er blickte zurück. Seine bernsteinernen Augen trafen auf Mika und er blickte ihn einige Sekunden lang an, dann wandte er sich ab und verschwand in den Bäumen. Das Rudel war ohnehin abgelenkt und er würde nicht lange wegbleiben. Das Jaulen hatte recht nahe geklungen und er würde nur nachgucken. Vermutlich würde es niemanden auffallen, dass er fehlte.
Er schlug ein schnelles Tempo an, seine Pfoten krachten durch auf dem Boden liegende Schädel allerlei Skelette und dürre Ästen verfingen sich in seinem Pelz und zerrten ihn zurück. Nach einigen Minuten wurde der Wald dichter und es gab mehr Nadelbäume. Es sah natürlicher aus. Das musste er dem Rudel sagen, wenn er zurückkam. Er wurde noch schneller und hechtete durch den Wald und schon bald nahm er das Geräusch von fließendem Wasser wahr.
Blake wurde langsamer, als der Wald sich lichtete und einen schnell dahin strömenden Fluss entblößte. Und dort, mitten im reißenden Fluss tauchte ein schwarzer Kopf auf. Blake sah ihn nur einige Sekunden lang, dann brach das Wasser wieder über dem Wolf zusammen. Dem Grauen blieb das Herz stehen, als er seinen Bruder erkannte.

„Samir!“,

rief er verzweifelt, obwohl er wusste dass er ihn nicht hören konnte. Er hatte zwei Möglichkeiten. Er konnte seinen Bruder sterben lassen oder sich selbst in die eiskalten Fluten stürzen und ihn retten. Natürlich könnte er auch das Rudel rufen, doch wer würde einen Verräter wie Samir retten wollen? Nicht einmal Mika würde für ihn auch nur eine Kralle krumm machen.
Er trat näher ans Wasser und zuckte leicht zurück, als es seine Pfoten umspülte. Er biss die Kiefer zusammen und trat eilig hinein, bis er nicht mehr stehen konnte. Das Wasser trat durch seinen dichten grauen Pelz und durchnässte seine Haut. Einen kurzen Moment war er etwas benebelt von dem Schock der Kälte, dann schwamm er mit kräftigen Zügen in die Strömung und ließ sich von dieser treiben. Ein wenig Panik überkam ihn, wenn er daran dachte, dass er sich selbst und zusätzlich noch Samir wieder an Land befördern musste. Das war eigentlich so gut wie unmöglich. Aber er musste es versuchen.
Samir trieb wie ein lebloses Bündel im Wasser umher, seine Augen waren geschlossen. Als Blake in seine Nähe kam, verbiss er sich in dem Nacken seines Bruders, bis es blutete. Samir machte nicht einen Mucks. War er schon tot? Blake atmete gequält mit der Last seines Bruders, während die Strömung ihn weitertrieb. Er paddelte verzweifelte mit den Pfoten und als er glaubte, keine Kraft mehr zu haben, spürte er auf einmal einen Wiederstand unter seinen Ballen. Land. Hier war der Fluss nicht so tief und er konnte wieder ans Ufer kommen. Mühsam schleppte er sich vorwärts, er zitterte vor Kälte, ließ seinen Bruder aber nicht los. Seine Glieder waren steif und er hatte Mühe sie zu bewegen. Als er endlich das Wasser verlassen konnte, ließ er Samir los. Blake starrte ihn an. Die schwarzen Flanken seines Bruders hoben und senkten sich minimal, eine der Hinterpfoten, die noch im Wasser hing zuckte und dann öffnete Samir seine Augen. Blake beugte sich hinab, um seine Worte zu hören.

„Zu spät, Blake. Das ist dein Problem, du bist immer zu spät“,

flüsterte Samir. Blake musste trotz der Umstände leicht lächeln. Der alte Schalk Samirs war in die hellen Augen getreten, wie damals. Ja, damals, als er seinen Bruder endlich gefunden hatte, oder dieser eher ihn, hatte noch wildes Feuer in Samirs mondhellen Augen gebrannt. Doch nun waren sie leer. Blake erwiderte den Blick seines Bruders, bis Samirs Augen auf einmal vollkommen erloschen. Ein Ruck ging durch seinen Körper. Er lag vollkommen still da.

„Wir schaffen es zurück zum Rudel. Du wirst deine Jungen wiedersehen, Samir. Und Ramyla. Sie werden dich nicht hassen. Du bist mein Bruder und du wirst es immer bleiben. Wir kriegen das wieder hin. Hörst du, Samir? Du wirst deine Kinder sehen, wie sie aufwachsen. Sie sind ganz wundervoll und eines Tages, wenn wir ...“

Blakes Stimme brach. Er wollte immer weiterreden, auch wenn er es wusste. Als würde das irgendwie helfen.

„… wenn wir … alt sind … und … “


Er warf den Kopf in den Nacken und jaulte. Er schrie sein Leid in den Himmel, bis seine Stimme erneut brach und er beinahe in sich zusammenfiel. Er vergrub seine Schnauze in Samirs Halsbeuge. Er zitterte noch immer, aber nicht nur der Kälte wegen. Er hatte seinen Bruder verloren. Samir würde nicht mehr alt werden. Er würde auch seine Kinder nicht aufwachsen sehen oder Ramyla noch einmal seine Liebe gestehen. Er war tot. Blake hatte ihn gerettet, nur um ihn sterben zu sehen. Niemals hätte der Graue geglaubt, dass ein starker Wolf wie Samir einfach sterben würde. Nur wegen einem Fluss. Der Graue spürte die Kälte auf seiner Haut, die sich nun durch seinen ganzen Körper zog. Er hatte das Gefühl, auch die stärkste Sonne der Welt würde ihn nicht mehr auftauen können. Er fühlte sich hilflos. Wie sollte er zurück zum Rudel kommen? Er würde den ganzen Fluss noch einmal überqueren müssen. Und er wollte Samir nicht einfach hierlassen.
Zitternd erhob der Rüde sich, taumelte einige Schritte und blickte sich mit brennenden Augen um. Dann schloss er erneut die Kiefer um Samirs Nacken und ging nach kurzem Zögern wieder in das eiskalte Wasser. Er versuchte wieder mit der Strömung zu schwimmen, versuchte irgendwie so weit wie möglich an die andere Seite zu kommen, doch Samirs Gewicht zog ihn immer wieder runter. Er wollte ihn loslassen, doch seine Kiefer waren wie Schraubstöcke und er konnte sie nicht bewegen. Hilflos tauchte er immer wieder unter, spürte wie das Wasser in seine Lungen drang und ihm den Atem nahm. Es war ein schreckliches Gefühl. Schrecklicher als alles was er bisher kennen gelernt hatte. Blake spürte, wie ihn seine Kräfte verließen. War das sein Ende? Sollte so sein Tod aussehen? Er hatte es sich ganz anders vorgestellte. Er hatte sich vorgestellt gemeinsam mit Mika zu sterben. Er wollte durch die Kiefer des Altwolfes sterben, das war sein Wunsch.
Die Strömung riss ihn mit sich wie ein lebloses Blatt. Und dann, auf einmal, trieb sie ihn soweit ans Land, dass er seine Chance ergriff. Mit letzter Kraft befahl er seinen tauben Beinen, einen letzten Schwimmzug zu machen und er schaffte es, sich an Land zu wuchten. Samirs Körper hing noch halb im Wasser, als Blake zusammenbrach. Er konnte die Augen nicht öffnen, er fühlte nichts als Kälte. Nicht einmal einen Atemzug konnte er nehmen. Er war nichts mehr. Kein Alpha mehr. Kein Gefährte mehr. Kein Freund mehr. Er würde sterben. Genau hier. Ob die anderen ihn finden würden? Er stelle sich Mikas schadenfrohes Gesicht vor. Ja, ganz genau sah er es vor sich. Die schwarzen, leeren Augen, die ihn anstarrten und vor Freude glitzerten und die Lefzen, die er dann immer leicht zurückgezogen hatte, oder sein linkes Ohr, das sich ein wenig nach hinten drehte. Blake kannte Mika. Er brauchte ihn. Aber das alles hatte jetzt ein Ende. Für ihn. Es gab nichts mehr, was man hätte tun können. Er und Samir, sie waren in ein und demselben Fluss gestorben. Für nichts.
Blakes Körper kippte zur Seite und ein Zittern zog sich über sein Rückgrat. Es war zu Ende. Für immer.

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Shakey liebt die Milkakuh und das Kartane ♥️.
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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    So Jul 21, 2013 11:18 pm

Er fühlte sich unerschütterlich. Er fühlte sich richtig in diesem Moment, denn alles lief so, wie er es wollte. Natürlich hatte er nicht alles vorausgesehen, was passiert war. Dennoch entwickelte sich das Rudel und Blake in die Richtung in der er sie haben wollte. Seine dunklen Augen glitzerten voller Zufriedenheit während sie über die Reihen der Wölfe huschten. Ah, was waren sie nur für arme kleine Geschöpfe. Wie Nacktmulle.
Blind krochen sie durch das dreckige Leben ohne zu wissen, dass er ihnen schon längst den Pelz von der aut gerissen hatte um ihre Hässlichkeit an den Tag zu legen. Sie taten ihm zwar nicht Leid und doch hatte ihn dieser Umstand immer schon in Unruhe gesetzt. Er erinnerte sich an ferne Gespräche mit seinem guten Freund aus alten Tagen, flimmernde Augen, Gesichter und Schatten. Blake dagegen war kein Schatten den Vergangenheit. Atmend und aus Fleisch und Blut stand er an der Spitze des Rudels. Er hatte noch einen Weg zu gehen, doch Mika war auch mit ihm zufrieden. Er hatte das Gefühl, dass auch wenn er einiges vielleicht nicht verstand, Blake ihn kannte. Wenn er gewusst hätte, dass davor nur einer Seinergleichen existiert hatte, wäre er womöglich stolzer gewesen. Andererseits... Nachdenklichkeit schlich sich in die Tunnelaugen. Was Blake und ihn verband war etwas einmaliges. Es war mehr als nur Hass. Eine Leidenschaft, für die es keine Worte gab.
Ramyla wurde für den Moment ignoriert. Sie war nur eine kleine Maus unter seinen Pfoten, doch was war dann Blake? Was war dieser graue Alpha, dem er schon so viele Steine in den Weg gerollt hatte? Mika wusste noch nicht wie viel Zeit er ihm gönnen würde. Irgendwann würde er auch ihm die Fänge in die Kehle bohren. Allein der Gedanke daran schickte wohlige Schauer seinen Rücken hinunter.

Während er den Graupelz so beobachtete, drang ein fernes Jaulen an seine pelzigen Ohren. Er hob den Blick nicht, stattdessen beobachtete er, wie Blake innehielt und seinen Kopf anhob. Er sah die Unschlüssigkeit auf seinen Zügen, vernahm die unruhige Bewegung seiner Pfoten. Er nahm alles in sich auf, jedes winzigste Detail. Als würde ein feiner Seidenfaden sie verbinden, schien Blake seinen intensiven Blick zu spüren. Ihre Blick trafen sich, verhakten sich ineinander. Gierig sog er jedes bisschen des brennenden Bernsteins in sich auf, hob bereits die Pfote um zu ihm zu treten, als der Alpha den Blickkontakt brach und so flink in den Wald verschwand, dass Mika nur etwas verstutzt blinzeln konnte. Immer noch flammte vor seinen Augen das intensive Bernstein, doch plötzlich füllte ihn leichte Unruhe. Er spürte, das irgendetwas schief laufen würde. Das etwas passieren würde, das ganz und gar nicht nach seinem Gefallen war. Er hasste es, fremden Gewalten ausgesetzt zu sein und nicht die Zügel in den Pfoten zu haben. Wut züngelte in ihm urplötzlich auf und er warf einen vernichtenden Blick zu Ramyla, bevor er sich langsam in Bewegung setzte, wie als er im Traum wandeln würde. Es war nur ein Gespür, doch... Er musste alles so zuendeführen, wie er es sich ausgelegt hatte. Seine breiten Pfoten versanken leicht im Waldboden und Knochen knackten. Er kam zu dem Punkt, wo Blake eben gestanden hatte, zögerte, senkte das mächtige Haupt zu Boden und schnupperte. Dann durchbrach ein Jaulen den toten Wald, schmerzvoll und eindeutig Blake. Alarmiert durchzuckte es seinen alten doch kräftigen Körper. Blake. Wortlos verschwand er im Nebel, der Fährte seines Erzfeindes folgend. Er spürte, wie sein krankes Herz unruhig pochte. Seine Seele erzitterte in seinen Ketten. Er beschleunigte das Trommeln seiner Pfoten auf dem Waldboden ein letzter Sprung und er war am Rande einer leichten Senke und... er stoppte.

Er kam zu spät, dass sah er sofort. Und selbst wenn er früher gekommen wäre, er hätte nicht viel tun können. Die graue durchnässte Gestalt schleppte sich gerade ans Ufer, hinter ihm ein Sack schwarzes Fell.
Er ließ sich sanft zum Ufer des wilden Flusses hinunter, während Blake zusammenfiel. Mika beobachtete, wie der letzte Schauer den erschöpften Körper durchfuhr und dann das Leben leise aus ihm wich.
Mika hielt neben der Leiche seines einstigen Alphas und blickte ausdruckslos auf ihn herab. Er verspürte Leere. Sie hätten zusammen sterben sollen, durch die Fänge des jeweils Anderen. Sicher hatte es Blake auch gewusst, doch in dieser Situation hatte er sich entscheiden müssen und er war stark genug gewesen um diese Entscheidung auch zu fällen. Nicht wie ein bestimmter Jungwolf damals.... Bilder wirbelten wieder vor seinem Auge. Bilder des Blutes, Bilder des Wahns, Bilder des Todes. Ein Geschöpf wie er es gewesen war, nicht wissend was Liebe war und Hass... Nur so ein Geschöpf konnte sich für sich entscheiden und nur für sich. Blake war nicht so gewesen, er war ein Kind dieser Welt gewesen. Ein Kind der Nacktmullenwelt. Doch war es letztenendes nicht vielleicht besser, ein Nacktmull zwischen Nacktmullen zu sein? Mika konnte es nicht wissen, schließlich war er immer schon etwas anderes gewesen. Nachdem er seinen einzigen Gleichgesinnten zerstört hatte, hatte er versucht Blake auch zu einem der seinigen zu machen. So selbstsüchtig... Gleichzeitig bereute er die Zeit mit Blake nicht. Nicht die Verbindung, die sie so eng aneinandergebunden hatte. Doch nun... nun hatte er den Sinn weiterzuleben verloren. Dieses Rudel bedeutete ihm ohne Blake nichts und auf dieser Welt gab es niemanden mehr, der die Leere Stelle in ihm hätte füllen können. Er könnte sich natürlich wieder im Blutrausch verlieren wie damals, vor so langer Zeit, als die Leere und die Schuld unaustehlich gewesen waren und er noch zu schwach, aber...
Er starrte auf den leeren Körper unter ihm und legte sich schließlich neben ihn. Sein warmer Körper gegen den nassen und kalten Blakes. Er schloss die schwarzen Augen und legte seinen Kopf in den Nacken des Grauen. Er fühlte sich genauso leer wie Blake. Auch wenn er atmete, er fühlte sich tot.
Ein leichtes Lächeln begann seine Lefzen zu umspielen, spöttisch wie eh und je, während er den nassen Geruch seines Feindes in sich einsog.

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the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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Kapitel 8 - Himmelssünde

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