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 Kapitel 8 - Himmelssünde

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Ares


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Di Jul 30, 2013 3:48 am

Keine Antwort, war auch eine Antwort. Ares hielt sowieso nicht viel von dieser Fähe, so zurückhalten wie sie war. Auch die Geräusche der Wölfe, die etwas weiter von den beiden entfernt blieben,  waren nach einem kurzen 'nicht aufpassen' schon verschwunden. So begab sich auch die Schneeprinzessin wieder auf ihren alten Weg zurück. Obwohl sie nicht wusste wie, oder wohin sie gehen sollte, hielt sie einfach ihren Kopf gerade in eine Richtung etwas weiter Westlich. Das knacken der Schädel und Knochen unter ihren Pfoten störte sie nicht weiter, bis ihr auffiel das sie zu laut war. Ares wollte ja nicht, so wie die anderen beiden Wölfe, einfach drauf los gehen und alles am Boden zunichte machen wie es nur anderes geht. Sowas ist doch einfach nur bescheuert, in einem Gebiet was man nicht kennt extra so laut zu sein. Man weiß nie was darin lauert, wesshalb man lieber achtsam sein sollte. Eine weile verging bis die Silberweiße erst merkte, dass der Boden nicht mehr so rau und kalt war wie vorhin, er wurde weicher und weniger Knochen lagen verstreut herum. Der Nebel wurde langsam durchsichtiger, sodass Ares in der Ferne einige Tannen sehen konnte, die auf grünem Gras standen. Aber wieso nur? Der Geruch von frischem Wasser zog um ihre Nase, der starke durst in ihr trieb sie an schneller zu laufen als sie jemals gelaufen war. Bis auf das eine mal, als die Menschen ihr Rudel vernichteten. Am Fluss angekommen tauchte sie ihre Schnauze in's Wasser und trank eine weile, bis die große bemerkte das sie nicht allein war. So tauchte sie auf und erhob ihren Kopf in Richtung Unbekannte. Drei Wölfe konnte sie aus der Ferne erkennen, zwei davon schienen nicht mehr am Leben zu sein. Doch wer war der andere Wolf der neben den beiden lag? War er der, der dies angerichtet hatte? So trat sie mit erhobenen Schultern auf den Rüden zu und wartete darauf das dieser eine Reaktion von sich gab.


{Geht durch den Wald && Ist am Fluss && Trifft auf Mika und die beiden toten Brüder

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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Mi Jul 31, 2013 11:41 am

xx Cover my eyes
Cover my ears
Tell me these words are a lie
It cant be true
That I'm losing you
The sun cannot fall from the sky
xx


    In gewisser Weise war Ramyla dieses Gespräch längst leid. Es war meistens recht nervenaufreibend, mit Wölfen zu reden, die von nichts anderem als sich selbst eingenommen waren, deshalb hatte sie sich von Anfang an darauf gefasst gemacht, dass es anstrengend werden würde, mit Mika zu plaudern – aber dass es sie DERART ermüden würde, hätte die Beta nicht erwartet. Tja, so war das nun einmal mit Welpen. Auch mit solchen, die bereits so viele Winter zählten und sich allein dadurch für ein Wesen hielten, das jedem jüngeren Geschöpf nicht mehr schuldig war als einen verächtlichen Blick. Nichtsdestotrotz war Ramyla weiterhin von dem alten Welpen fasziniert und daraus machte sie gewiss keinen Hehl. Mika seinerseits erkannte ganz bestimmt nicht das Potenzial der herangewachsenen Wölfin, aber das störte Ramyla nicht. Das Bedürfnis, anerkannt zu werden, hatte sie längst weit hinter sich gelassen. Aber… sie spielte gerne mit alten Welpen, die ihrerseits glaubten, sie würden das gesamte Spiel in der Pfote haben. Das war tatsächlich interessant. Vor allem, weil Ramyla sich beider Seiten bewusst war und Mika möglicherweise sogar in gewissem Maße respektierte. Mika war zu überheblich, um sachlich urteilen zu können, was wiederum Myla sehr gut erfassen konnte.

"Ja. Offensichtlich habe ich mehr von dir erwartet."

    Stimmte sie Mika nachdenklich zu. Erwartung enttäuscht. Na, machte nichts… Ramyla war versucht, ein freundliches 'Gräme dich nicht, alter Flohpelz' anzuhängen, aber sie verkniff es sich, um stattdessen leise zu hüsteln.

"Äußerst weise Worte."

    Mika hatte die Ehre, sich aussuchen zu dürfen, ob die Entgegnung sarkastisch gemeint war, oder nicht. Nun ja. Wahrscheinlich hörten selbst dessen alte Ohren die leise Belustigung über die Pseudo-Weisheiten in den Stimmen der Beta.

    Ein Jaulen. Ein leises Jaulen, von irgendwoher, aber Ramylas Ohren fingen es sofort auf und drehten sich mit einem leichten Ruck in die fragliche Richtung. Einen Moment stand die Welt still.
    Samir? Ramyla blieb vollkommen reglos stehen. Sie achtete nicht mehr auf Mika oder sonst irgendjemanden oder irgendetwas. Der Wald selbst schien den Atem anzuhalten, nur aus den Schatten der Abenddämmerung kicherte es lautlos, wie schadenfreudige Geister, die sich daran labten, wie schnell Ramylas Herz mit einem Mal schlug. Samir… Sie kannte die Stimme des schwarzen Engels, hätte sie aus dem Heulen von tausenden Himmelswölfen heraus erkannt. Und doch konnte sich sich eine ganze Weile nicht rühren.
    Mika war weg. Ramyla hatte nicht einmal bemerkt, dass der Graue verschwunden war – oder in welche Richtung. Sie selbst setzte sich nur langsam, stockend in Bewegung und lief wie ein Schlafwandler los, auch wenn die Schritte ihrer Pfoten alsbald schneller wurden und an Kraft gewannen. Doch das Kichern begleitete sie auf dem Weg durch den Nebel, führte sie aber auch gleichzeitig, vielleicht auch im Kreis… Die leeren Augen vereinzelter Totenschädel folgten der verlorenen Wölfin, bis die nervösen Pfoten vor einem Fluss hielten.
    Graues Wasser, durch das ebenfalls die abendlichen Schatten waberten, strömte vor Ramyla vorbei. Ihre Augen ließen sich von der Strömung mitziehen, verloren sich flussabwärts und kamen dort irgendwo auf vier Gestalten zu ruhen. Und abermals hielt die Welt inne, um beobachten zu können, wie die kleine, verlorene Beta nicht verstehen wollte, was sie sah. Erst nach einigen Momenten trat Ramyla näher. Der Geruch nach Tod verpestete die Luft und machte der Fähe das Atmen schwer. Eine ganze Weile ruhten die verblassten Bernsteinaugen auf den beiden leblosen Körper und dem dritten. Den vierten ließ sie außer Acht. Ein fremder Wolf… kein Blick wert.

"Lass deine schmutzigen Fänge von ihnen."

    Die Worte waren nur geflüstert, doch sie erzählten von einer Wölfin, die bereit war, Grausames zu tun, um ihre Forderung durchzusetzen. Egal wie Mika reagierte, Ramyla wiederholte die Worte einen Herzschlag später, doch diesmal schrie sie:

"LASS DEINE SCHMUTZIGEN FÄNGE VON IHNEN…!"

    Ihre Flanken zitterten, die Lefzen hatten die vordersten Reißzähne entblößt. Vor ihren Augen lief eine bestimmte Szene ab. Diesmal würde Mika nicht mit einem halb zerfetzten Ohr davon kommen.


Fluss
xx
Mika & die beiden toten Brüder & Ares

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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Mi Jul 31, 2013 11:09 pm

Er hatte...verloren? In gewisser Weise war es eine Niederlage, bemerkte er, so wie er nun zwischen den beiden Leichen lag. Eigentlich war dieses Leben gar kein Kampf gewesen. Es hatte sich nicht darum gedreht, wer siegt oder verliert. Irgendwann, als sich seine Wege mit Blake gekreuzt hatten, dann hatte sich etwas Grundelgendes verändert. Er hatte ein Motiv gehabt, ein Ziel und er hatte dieses nicht erreichen können. Es war seltsam, dass er, dieser Altwolf von acht Jahren, erst jetzt richtig mit dem Tod konfrontiert wurde. Dabei hatte er schon so vielen das Sterben gebracht! Vielleicht hatte er keine Verluste gespürt, weil sie alle durch seine Fänge gestorben waren, durch seinen Willen. Heute hatte er klein beigeben müssen. Er, der Gigant seiner eigenen Welt, lag da und grübelte darüber nach, wie lange es sich noch lohnen würde, zu leben. Vor Allem : Aus welchem Grund leben? Es war nicht so, als wünschte er sich den Tod. Er war gerne am Leben, keine Frage, doch er brauchte etwas, dass ihn unterhielt und ihm ein gutes Spielzeug war. Sein Lieblingsspielzeug hatte er gerade verloren. Zerbrochen lag es unter ihm und würde ihm keine Freude mehr schenken können.
Es war schade, ja. Schade, dass er auf seine alten Tage nicht den Spaß haben konnte, den er sich erhofft hatte. Gleichzeitig war das alles dummes Zeug, das wusste er. Mika hatte nie Spaß gehabt. Er war ernst geboren, war dann unter immensen Druck zersprungen und hatte dann Zuflucht in Blut und Tod gesucht. Es war ein jämmerliches Leben und doch das Einzige, welches von Würde für eine Kreatur wie ihn war. Er spürte jede einzelne Spur dieser Geschichte in seinem Körper und natürlich Blake, den erkaltenden Blake an seiner Seite. Er bemerkte die Präsenz eines weiteren Wolfes und hob die endlos kalten Seelenspiegel zu der Gestalt der grauen Fähe.

"Schau ruhig zu, Fremde. Das wird noch amüsant... zumindest für dich.", sprach er zu ihr, doch er fühlte sich weit entfernt.

Ja, es würden weitere aus dem Rudel kommen. Es würde Chaos herrschen. Ein hämisches leises Lachen erfasste ihn, doch es war nicht so leidenschaftlich, wie es früher gewesen wäre. Es war es einfach nicht mehr wert. In Wirklichkeit war Mika längst gestorben, vor Jahren schon. Er war nur wieder zum Leben erwacht, als er Blake das erste Mal in die Augen gesehen hatte - und nun, da dieses Bernstein erloschen war, nun war er nur noch ein toter Gott zwischen all diesen Wölfen. Die schwarzen Onyxaugen legten sich über das schlaffe Ohr Blakes hinweg auf die Gestalt Ramylas. Sie schien wie erstarrt, doch er konnte nicht ein letztes Körnchen Interesse für sie aufbringen. Sie waren ihm alle egal, Raziel, Myla, Cabezan, Jin und der Rest. Er konnte nur noch ein kleines bisschen Herablassung für sie spüren. Der Hass? Er war wohl mit Blake zusammen aus dieser Welt gewichen. Hass war für ihn immer das gewesen, was andere manchmal als Liebe bezeichneten. Er hatte Chizu gegenüber Hass empfunden, seinem alten Rudel gegenüber und Blake gegenüber. Vielleicht hatte er deswegen ihnen den Tod gebracht oder bringen wollen. Sich selbst zu verstümmeln, darauf war er doch spezialisiert? Mit leeren Augen vernahm er das Geschrei Ramylas. Dreckige Fänge hatte er, jawohl. Verdreckt von all dem Blut, in dem er Linderung gefunden hatte.

"Nein." Seine Stimme war bestimmt und ernst. Er hob seinen Kopf und plötzlich war er ein anderer - für einen Moment war er der Alpha, der er hätte sein können, hätte er sich vor so vielen Jahren anders entschieden. Für einen Augenblick war er in der Gegenwart einer anderen Dimension gefangen. Ein Mika, der er nicht war. "Er gehörte zu mir." Sein Fang senkte sich langsam herab zu der Schulter des Toten und seine Augen umfing ein fiebriger, manischer Schleier. Die weißen Fänge bohrten sich durch Haut und Fleisch und er riss leicht daran. Blut sickerte ihm auf die Zunge. Kühles Blut, Blut, welches nicht mehr floss und bald nicht mehr sein würde. Er ließ sich den Geschmack auf der Zunge zergehen, genoss diesen kurzen Moment und wollte doch schreien, toben und töten. Doch wozu? Linderung? Er war mittlerweile so an diesen Schmerz gewöhnt, dass er nicht mal seine Existenz wahrnahm, wenn er sich nicht konzentrierte. Doch er war da, der Schmerz, auch wenn sein Herz zu taub war um es zu spüren. "Willst du nicht auch ein letztes Mal deinen Geliebten spüren, Ramyla? Willst du nicht auch noch ein letztes Stückchen von ihm in dir aufnehmen?" Er lachte kalt und schien durch sie durchzublicken. Irre. Es war ihm mittlerweile soetwas von egal. Alles war ihm egal, wenn es das nicht schon längst so gewesen war. Er zog eine weitere Portion Luft gefüllt mit Blake, Tod und Blut in sich auf und vermeinte, irgendwoher auch den Geruch Chizus zu spüren.
"Eifersüchtig?",murmelte er belustigt in den schwachen Wind, der plötzlich durch die Stämme fegte. Aus dem Wald her kam der Nebel angekrochen und brachte die Antwort. Er lächelte.

{ Ramyla & das tote Brüderduo & Ares }

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the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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Sharouk


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Do Aug 01, 2013 11:22 am

SHAOURK & RAMYLA & MIKA & ARES & (BLAKE & SAMIR)
Verfliert das Rudel | findet Ramylasspur | folgt der Spur und erreicht Myla & co. | ist freudig wegen seinem Erfolgserlebnis | will Samir aufwecken und realisiert nicht das er tot ist | hilft Myla um Hilfe

Dicht folgte er dem Rudel, Angst von all dem, was hier lag. Ganz ehrlich, das ist doch ein schlechter Film oder hier schweben Gase rum, die den Gedanken des kleinen Wolfes ganz wirr machten, sodass alles nur eine bloße Vorstellung ist. Wie krank musste Sharouk sein, um so was sich vorzustellen? „Alles eine bloße Vorstellung, das grauweiße Gas lässt dich nur halluzinieren. Nichts ist wahr alles blanke Vorstellungen …,“ redete sich der Kleine zu. Wenn der Kleine nur wüsste, dass diese Gas nur einfacher Nebel war würde es ganz anders aussehen. Warum um Himmelswillen mussten sie auch an einem solchen Ort landen warum? Wahrscheinlich hatte sein Onkel Blake eine Vorliebe dafür zuzusehen wie sich kleine Welpen, wie Sharouk nass machten. Der Ort hier war ein Ort des Grauens und das spürte er regelrecht. Ein Krächzen. Ein dumpfer Aufschlag. „Stell dich ja tot! Sie werden tote süße Welpen bestimmt nicht fressen diese Monster. Nein … Nein, sie fressen eher lieber alte Säcke und davon haben wir haufenweise im Rudel. Also guten Appetit ihr Monster.“ Reglos blieb der Herbstfarbende liegen wahrscheinlich eine oder zwei Minuten, denn er wollte nicht riskieren, dass die grünen Monster doch kamen und ihn fraßen. Sha konnte es ihnen auch nicht verübel wie knuddelig und süß er war. Er war einfach zum Anbeißen und jeder wollte ihn vernaschen mit seinem ach so süßen Welpenblick. Aber leider würde die Wirkung bald verfliegen und er würde zu einem Jungwolf ran wachse. Bis dahin hatte der Kleine aber eine Menge Zeit hoffentlich. Langsam öffnete er die Augen und musste erschreckend feststellen, dass niemand mehr vom Rudel da war. „Solche Kakaputzern! Sind einfach ohne mich weitergegangen. Oder eher vom Monster weggelaufen! Ohne mich sind sie aufgeschmissen, was sollen sie nur machen ohne ihren kleinen Helden? Ach verdammt dann muss ich wohl wieder den Helden spielen. Naja dann retten wir mal den Hintern von allen Puk ja?“ Aber Puk war leider nicht zu sehen. „Hmpf. Feigling versteckt sich wahrscheinlich irgendwo oder chillt wo es nur von Blümchen, weiblichen Puks wimmelt. Scheiß Weiberheld. Naja Sha, dann musst du es alleine irgendwie schaffen.“ Sein Blick glitt umher und schaute ihn jede Richtung „Verdammt, da haben wir ein Problem wo sind die hingelaufen? Okay Sha musst wohl auf sein Glück vertrauen?“

Wie gesagt Sha vertraute auf sein Glück und auch auf seinen Riecher. Entschlossen marschierte er ihn eine Richtung nicht wissend was ihn erwarten würde. Der Geruch wurde stärker so vertraut … Aufgeregt wedelte die Rute des kleinen Rüdens hin und her und aus dem kleinen Trapp wurde schließlich ein Sprinten. Freudig kläffend rannte er und der liebliche Geruch wurde stärker, aber irgendwie kam ein scheußlicher Geruch noch dazu. Die Lichtung lichtete sich und er sah … Seine Mutter es war ihr Geruch. „Mama! Ich hab ganz alleine hier hergefunden!“ Erzählte er freudig über sein Erfolgserlebnis und bemerkte nicht die anderen. Seine kleinen Äuglein glitten hin und her und sahen wie Mika mit Blake kuschelte. Okay… Das war mehr als merkwürdig, jedoch blieben seine freudigen Augen auf die Leiche seines Vaters hängen. Wie ein Hase hüpfte er zu seinem Vater und wedelte immer noch freudig. „Papa aufwachen! Papa stell dir vor ich habe Mamasfährte verfolgt.“ Sha schaute leicht verwirrt auf den Körper seines Vaters und musste feststellen, dass er nicht aufwachte. Schnaubend ging Sha zum Haupt seines Vaters und zog an seinem Ohr. Egal was die anderen sagten, ob er gut oder böse war. Er war nun mal sein Vater und Sha war es egal, was die anderen sagten. Er wollte er auch nicht glauben, er konnte es einfach nicht sein Vater war sein Vorbild. Papscha…Jetscht stesch schon aufsch.“ Knurrte der kleine Welpe wobei er an dem Ohr seines Vaters zog. Irgendwie wollte er nicht klappen und ohne einen Versuch zu starten plumpste der Kleine auf seinem Hinterteil und schaute zu Ramyla. „Mama ich kann Papa nicht aufwecken hilfst du mir?“ Wie konnte noch solch ein Jungspund wissen, was der Tod war?

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Cabezan


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AMSELN FLIEGEN TIEF

BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Aug 03, 2013 12:49 am

Sie mussten so schnell wie möglich raus aus diesem bedrückenden Wald, das wurde Cabezan langsam immer klarer. Das ganze Rudel brauchte endlich einen Ort, an dem sie wirklich eine Heimat finden konnten. Und nicht nur einen Ort - sie mussten Frieden schließen und vergeben. Natürlich durfte der Schrecken der Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten, aber langsam wurde es Zeit, dass sie sich aus diesem tiefen Loch herauswanden.
Er blickte herab zu der kleinen Welpin und lächelte leicht. Blake würde sie bestimmt nicht abweisen, oder? Es wäre das Todesurteil für sie und Blake war ein herzensguter Wolf und ein gerechter Alpha. Der Alpha der Heaven Wolves und sein Freund. Es machte Cabezan immer noch ein bisschen nervös, daran zu denken, dass Blake ihn seinen Freund genannt hatte. Aber nun ja, so funktionierte eben sein seltsames Gehirn. Er zuckte leicht mit den grauen Lauschern und schob die Gedanken an den Alpha erst Mal zur Seite.
Es erfreute ihn, dass der Kleinen der Name Cecelah gefiel. Ein entspanntes Lächeln breite sich auf seinen Lefzen aus. Cecelah! Er war so froh, dass er diesen Geistesblitz bekommen hatte. Sein Vater wäre bestimmt auch froh, wenn er sehen könnte, das zumindest ein Teil seines alten Rudels irgendwo Erinnerung fand. Andererseits war es Cabe, der Cece diesen Namen gegeben hatte und so würde er es wohl doch eher nicht gut heißen. Kurz erfüllte ihn ein leicht unangenehmes Gefühl, während er an seinen Vater dachte. Ob er wohl noch am Leben war? Und ob er immer noch so wahnhaft versuchte, die Amethyst Paws wieder zum alten Ruhm zu führen? Der Nebelgraue konnte sich das gut vorstellen. Nun war er aber von Kopf bis Pfoten ein Teil der Heaven Wolves und seine Zukunft lag hier und nirgendwo anders. Er wandte sich an Cecelah.

"In dem Rudel, in das ich geboren wurde, lebte vor langer Zeit mal eine Fähe namens Cecelah. Sie war eine sehr weise Fähe, umwoben mit allerlei Legenden. Außerdem war sie so wie du... ähm. B-blind."

Etwas verunsichert räusperte er sich. Er wusste gar nicht, wieso es ihm schwer fiel den Namen des Handicaps auszusprechen. Die Kleine war bestimmt viel zu jung um Bitterkeit darüber zu verspüren oder überhaupt zu verstehen, was an ihr anders war. Oder? Nervös schluckte er. Wieso war er eigentlich nur so unfähig? Er hüstelte leise um sich wieder zu fassen, bevor er antwortete. "Ja, Blake ist gütig und hat ein gutes Herz. Wir alle folgen ihm, weil er ein so guter Alpha ist." Nun gut, manche fanden ihn nicht so gut. Aber wie sollte man das einer so jungen Welpin bei bringen? Zumindest glaubte Cabe nun mal, dass Blake ein guter Alpha war. Ohne ihn wäre er heute womöglich... nein, lieber nicht darüber nachdenken! "Ich glaube, du könntest dich mit Kalucy anfreunden. Sharouk ist auch nett, auch wenn ein bisschen wild.", erklärte er freundlich, aber ein bisschen abgelenkt. Was war das da eben für ein Jaulen gewesen? Und wieso folgte Ramyla Mika ins Gebüsch? Besorgt beobachtete er, wie sich auch Sharouk aus der Prozession löste und seiner Mutter nachlief. Er runzelte die Stirn, ein schlechtes Gefühl in der Magengegend und setzte sich auf sein Hinterteil. Der Nebel hatte die Wölfe längst verschluckt. Und Blake? Eisige Angst kroch in ihm hoch. Wieso war der Alpha von der Spitze des Rudels verschwunden? Er biss sich auf die Lefzen und unterdrückte ein besorgtes Winseln. Für den Moment würde er jedoch bei Cecelah bleiben.

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Behind my smile is everything you’ll never understand.
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Ares


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Aug 03, 2013 6:28 am

Still beobachtete die Fähe das Geschehen. Wer waren diese Wölfe bloß? Ares wusste, dass mehrere Tiere sich durch diesen den toten Wald schlugen, doch anscheind versteckte sich dort ein ganzes Rudel. Alle samt hatten etwas miteinader zu tun, auch ein kleiner Welpe kam angelaufen. Der schwarze, tote. Er war sein Vater, doch der kleine verstand nicht was mit ihm los war. Kein schöner Anblick, es brach der sonst so kalten, silberweißen Fähe ihr vereistes Herz. Obwohl die Schneeprinzessin nicht viel von Jünglingen, oder Welpen hielt, oder ehr ganz und gar nicht mochte, musste sich Ares zusammenreißen den kleinen von seinem Vater weg zu bringen. Die eisige Fähe wollte zwischen das Drama nicht zwischenfunken, wahrscheinlich war es gerade sogar schlimm genug das sie einfach nur da war. Die eine, ja die kleinere Fähe die ihre Beherrschung bei diesem älteren Wolf der neben den beiden Toten lag verlohr, beachtete die kalte keines Weges. Sie musste lächeln, diese Szene machte ihr wirklich Spaß, mit der Ausnahme des Welpen. Was sollte Ares nun tun? Einfach lautlos in den Wald verschwinden und dies alles hier vergessen? Sie wusste es selbst nicht...

{ Ares && Ramyla && die zwei Toten && Mika && Sharouk }
~überlegt~

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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Aug 03, 2013 2:04 pm

xx Seize the day
Or die regretting the time you lost
It's empty and cold without you here
A melody, a memory
Or just one picture…
xx

    Noch hatte Ramylas aufgewühlter Geist nicht wirklich erfasst, was die trüben Bernsteinaugen erblickt hatten. Es war wohl eine Art unbewusster Schutzmechanismus, der die Wölfin für den Augenblick noch davor bewahren konnte, dem Wahnsinn zu verfallen. Denn gab es eine andere Möglichkeit, beim Anblick, der sich den fiebrig glänzenden Seelenspiegeln bot? Von der einstigen Gegenwart ihres Gefährten zeugte nur mehr ein schwarzes Bündel Haut und Knochen, während Blakes toter Körper noch beinahe so wirkte, als könnte der große graue Rüde jeden Moment die Augen aufschlagen. Doch jene Augen waren bereits erloschen, ebenso wie die des schwarzen Bruders, der einmal Ramylas gesamte Welt dargestellt hatte. Und nun? Nun lag diese Welt vor ihr. Zerschlagen. Das letzte Leben war aus ihr gelaufen, aus dieser kranken Welt. Ja, sie war schon lange krank gewesen und Myla hatte es gewusst. Samir war krank gewesen… zerbrochen. Und Ramyla würde nie wissen, woran genau. Sie war zu scheu gewesen. Hatte zu viel Angst gehabt. Wenn sie die Zeit zurück drehen könnte… würde sie fragen? Würde sie zu Samir gehen und ihm diese Frage ins schwarze, ebenmäßige, schöne Gesicht schreien? Dieses riesige, stumme WARUM, das bereits so lange durch sie pulsierte. Durch ihr Herz, ihren Kopf, ihren Körper.
    Nein. Sie würde nicht fragen. Sie wollte es nicht wissen…

    Fremde. Fremde? Ja, da war etwas Fremdes. Doch Ramylas gesamte Aufmerksamkeit galt einem ganz anderen Störfaktor, einen schmerzenden Dorn in ihrem Auge: Mika tat etwas, das er nicht sollte. Oh ja. Mika. Böser Hund. BÖSER HUND! Möglicherweise flackerte tatsächlich so etwas wie Wahnsinn in Ramylas Augen auf. Aber nein, doch nicht bei der kleinen, lieben Myla. Dem fröhlichen Sonnenschein. Niemals. Zum alten, verbitterten Wolfshybriden Mika passte das. Aber nicht zu Ramyla.
    Fremde. Damit hatte er der unbekannten Wölfin, die Zeugin der grotesken Szene wurde, ein paar Worte gewidmet. Myla bekam ein schöneres Wort: Ein 'Nein'. Ja. Nein. Ramylas Lefzen entspannten sich wieder, die gebleckten Zähne verschwanden. Dann sah sie ausdruckslos zu, wie Mika ein übertrieben abartiges Ritual durchführte. Nein, Blake hatte Mika nie gehört. Niemals. Und das wusste der Hundesohn nur zu gut.
    Der Schutzmechanismus funktionierte. Selbst als Mika von Ramylas 'Geliebtem' sprach, verstand die Wölfin kaum, wovon der große Graue überhaupt sprach. Es spielte auch längst keine Rolle mehr. Sie war eigentlich bereits im Begriff, sich umzudrehen.

    "Mama! Ich hab ganz alleine hierher gefunden!"
    Ramyla erstarrte. Im Moment hätte sie die verblüffend lebensechte Nachbildung eines Wolfes sein können. Ein ausgestopftes Tier mit toten Glasaugen. Sharouk war längst kein Welpe mehr und hatte Ramyla größenmäßig fast schon eingeholt. Trotzdem zählte er eben noch nicht mehr als vier Monde und war noch niemals mit dem Tod konfrontiert worden. Genau das konnte man nun beobachten und Myla tat es mit Glasaugen. Sie spürte, wie ihre Mutterinstinkte an der Starre rissen und zerrten wie Krähen an einem Kadaver. Aber die Starre tat gut… Es war so einfach, ganz reglos stehen zu bleiben und Sharouk zu betrachten, diesen unerfahrenen Jungwolf mit dem typisch zerzausten Fell, der sich noch so unglaublich welpenhaft benahm… sorglos und unbeschwert, beinahe noch unangetastet von den groben Fingern der Realität, irgendwo in anderen Sphären schwebend.
    Es war grausam, dass der Jungwolf auf dieser Art und Weise mit dem Tod in Berührung kam, aber so war das Leben. Grausam.

"Papa wacht nicht mehr auf."

    Ramylas Stimme klang… müde. Unendlich müde. Als könnte die Fähe ebenfalls jeden Moment einschlafen, ohne dass sie jemals wieder geweckt werden konnte. Zuerst hatte sich der Fang aus der Starre gelöst, um zu Sharouk sprechen zu können, nun taten es ihm die großen Pfoten der Beta gleich, um den kleinen, drahtigen Körper ein paar Schritte weiter tragen zu können, bis zu dem bunten Jungwolf.

"Schau…"

    Forderte Ramyla ihren Sohn auf.

"Dein Papa und dein Onkel sind ganz friedlich nebeneinander eingeschlafen. Wir wollen sie nicht wecken. Mika hätte gern, dass dein Onkel wieder aufwacht, aber auch er wird sich damit abfinden müssen, dass das nicht passieren wird."

    Die Glasaugen streiften den Wolfsmischling mit einem kurzen Blick, dann schweiften sie weiter, über Ramylas Schulter hinweg zu der fremden Wölfin, die bis jetzt eine reine Statistenrolle gespielt hatte.

"Warum bist du hier?"

    Die Worte klangen nicht unbedingt unfreundlich, eher tonlos. Und weiterhin müde. So müde.


Fluss
xx
Mika & die beiden toten Brüder & Ares & Sharouk

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Azurya


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LONELY heard, beating for SOMEONE
Ort :
Rand der Gruppe

BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Do Aug 08, 2013 11:09 pm

xx
So don't sit still,
don't you move away from here,
so goodbye apathy.

xx


Ein gerechte und gutmütiger Alpha also. Blake hatte schon von Anfang an wie jemand gewirkt, dem man vertrauen konnte. Und anscheinend taten die meisten Rudelmitglieder das auch, manche bedingungslos, andere eher mit einem gewissen Zweifel. Doch im Grunde schien das Rudel zusammen zu halten. Zumindest bevor Mika diesen Kampf angezettelt hatte. Damals mitgespielt zu haben - wenn auch nur geringfügig - war ein Fehler gewesen. Sie wusste nicht, ob die anderen, die zu Mikas Rudel gehört hatten das ebenfalls so sahen, doch zumindest sie hatte diese Meinung.

"Ich bin froh, dass Blake mich im Rudel aufgenommen hat ..."

Sie wiederholte sich, doch etwas Besseres fiel ihr im Moment nicht ein. Smalltalk war gerade nicht das, worauf sie besonderen Wert legte. 

Ein Heulen erregte ihre Aufmerksamkeit. Sie konnte im Nebel nicht wirklich erkennen, wie die anderen Wölfe des Rudels darauf reagierten, doch sie hörte ein Knacken nicht weit entfernt von sich. War das jemand, der dem Ruf folgte? Vielleicht. Sollte sie das auch tun? Womöglich. Es klang traurig dieses Heulen. Azurya konnte nicht feststellen von wem es kam, dafür kannte sie die Rufe der einzelnen Rudelmitglieder zu schlecht. 

"Lass uns nachsehen, was da los ist. Vielleicht braucht ja jemand Hilfe," meinte sie an Lonato gewandt.



{ spricht | Lona | Rand der Gruppe }

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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Aug 09, 2013 12:39 am

Ceven beobachtete, wie das entstellte, abgemagerte Wesen zögernd an der erlegten Beute leckte. Unterwürfig und als würde es beim kleinsten Anzeichen von Gefahr zurückschrecken. Doch Ceven überließ dem schreckhaften Monster den toten Hasen, sei es aus Nächstenliebe oder um sich an dem Rausch der Überlegenheit zu laben. Wie hatte diese Kreatur, das kaum mehr einem gesunden Wolf glich, nur bis zu diesem Zeitpunkt überlebt? Durch die milden Gaben anderer, die seine Wege gekreuzt hatten? Vermutlich.
Der Anblick, der folgte, war noch um Einiges befremdlicher – was tat der Entstellte da? Wand sich am hartgefrorenen Boden wie ein toll gewordener Hund und winselte krächzend. Auf den Dank erwiderte Ceven nichts, stattdessen drehten sich die Ohren der Fähe reflexartig in eine andere Richtung, als sich die Wölfin eines weiteren Fremden bewusst wurde.
Wachsam zuckte Cevens Blick zur Seite und schweifte prüfend die abgestorbenen Bäume entlang. Es war ein unbekannter Rüde, der sie beide in ihrer – mehr oder weniger trauten – Zweisamkeit störte. Annähernd reglos blieb Ceven stehen, den Blick starr auf den fremden Weißen gerichtet. Einen kleinen Teil ihrer Aufmerksamkeit zweigte sie jedoch für ihren entstellten Schatten ab, der sich noch ängstlich niederkauerte und sich still hinter der Fähe verkroch, wie ein Welpe, der zum ersten Mal auf einen rudelfremden Wolf getroffen war.
Ceven reckte leicht den Kopf, auch wenn sie auch bei dieser Entfernung erahnen konnte, dass der weiße Rüde auch so um Einiges größer war als sie.

"Guten Abend."

Antwortet die Fähe ruhig. Nichts weiter. Sie war dem Fremden nur diese kleine Erwiderung schuldig gewesen.


[SL-Post Ceven xx Nearon & Sukâ]

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Lonato


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    So Aug 11, 2013 1:04 am


Die braunen Seelenspiegel beobachteten die Fähe eingehend. Sie wirkte irgendwie rau, doch die Schönheit war nicht zu verleugnen. Er mochte sie wirklich. Er mochte den Klang ihrer Stimme und wünschte sich, ihr noch viel länger zu hören zu können. Doch nur noch ein paar wenige Sätze drangen aus ihrem Fang, ehe ein Heulen die unangenehme Stille zerriss. Der Bunte erkannte es nicht, dafür war er zu konzentriert auf Azurya gewesen. Sie war noch zu kurz beim Rudel, um die Stimmen unterscheiden zu können, doch er hätte er gekonnt, wenn er sich nicht so töricht hätte ablenken lassen. Aber jetzt war es zu spät, um sich selbst Vorwürfe zu machen. Sie sollten eher nachschauen, was dort los war.

“Ja, lass uns nachsehen, was da los ist.“, sprach er mit ruhiger Stimme und nickte. Er war selbst überrascht, dass seine Stimme so ruhig war, denn sein Herz fing an, schneller zu klopfen. Was war, wenn ein Raubtier jemanden angegriffen hatte oder vielleicht Schlimmeres passiert war. Er möchte sich gar nicht ausmalen, was passiert sein konnte.
Etwas zögerlich setzte sich der bunte Rüde in Bewegung und fiel in einen leichten Trab. Seine Pfoten trugen ihn schnell über den kalten Boden und schon bald sah er eine Gruppe Wölfe. Mika, Ramyla und Sharouk standen um zwei am Boden liegende Wölfe herum. Ein Stück von ihnen entfernt drosselte Lonato sein Tempo und fiel in einen schleichenden Schritt. Hatte Mika etwas mit den - augenscheinlich – Toten zu tun? Zuzutrauen wäre es ihm allemal. Leicht zuckten Lonatos Lefzen und er näherte sich. Ramyla wirkte unendlich traurig. Nein, eher erstarrt. Der Bunte löste sich aus seiner momentanen Haltung und seine Ohren spielten leicht. Beim Näherkommen erkannte er Blake und Samir. Sie sahen fast aus, als würden sie schlafen, doch ihre Brustkörbe hoben sich nicht mehr. Sie waren tot. Jetzt verstand er auch, warum Ramyla so niedergeschlagen aussah. Sie hatte so viele Verluste erlitten. Erst war Samir zu Mikas Rudel gegangen und jetzt war er tot, ebenso wie ihr Alpha.

“Was ist passiert?“, entglitt ihm die unvermeidliche Frage, die schon die ganze Zeit in seinen Gedanken herumgegeistert hatte. Doch so taktlos hatte er nicht sein wollen. Einfach drauflos zu plappern war normalerweise nicht seine Art. Sofort senkte sich sein Kopf und er legte unterwürfig die Ohren an. Die Fähe war ihm im Rang überlegen, er wollte nicht in ihre Ungnade fallen. Allerdings fragte er sich, ob sie es in ihrem Zustand überhaupt wahrgenommen hätte.

Azurya xx antwortet xx kommt zu Ramyla, Mika & Co. xx fragt

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by icewolf
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Cabezan


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AMSELN FLIEGEN TIEF

BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    So Aug 11, 2013 5:42 am

Das Amselherz flatterte nervös gegen den Rippenkäfig seiner Brust und er musste blinzeln, während er zusah, wie sich das Rudel langsam in Bewegung setzte, in die Richtung, aus der das Jaulen gekommen war. Unruhe erfüllte ihn und Angst vor dem Ungewissen, welches hinter diesem Nebel lauerte. Er wollte nicht wissen, wer da gejault hatte und wieso. Dieses flaue Gefühl im Magen ließ ihn wie angwurzelt stehen bleiben und zittern. Ja, langsam zitterte er nicht nur innerlich, auch seine Läufe und seine Flanken bebten leicht. Er schloss die Augen. Sharouk war ebenfalls in die Richtung gelaufen, dann Lonato. Er spürte, er sollte ihnen eigentlich folgen, gleichzeitig wusste er, dass er dazu im Moment einfach nicht in der Lage war. Er war so ein Feigling, ja, er war es immer schon gewesen und er hasste sich dafür. Er sog tief die modrige Waldluft in seine Lungen, in der Hoffnung, dass es etwas helfen würde. Der Tod war überall zwischen diesen Bäumen spürbar und machte ihm einfach Angst. Womöglich hatte er sogar mehr Angst als jeder der Welpen. Er biss sich auf die dunklen Lefzen und schmeckte ein bisschen Blut. Wieso konnte er kein Rüde sein, wie er sein sollte? Wieso machte ihn ein abgestorbener Wald so Angst? Wieso versetzte ein einfaches Jaulen gepaart mit einem vaagen Gefühl ihn in solch eine Unsicherheit? Die Selbstzweifel hatten wieder auf seinen Geschmack gefunden und nagten eifrig an allem, was er an Selbstvertrauen hatte anbauen können. Dabei war selbst dieses Gärtchen so mickrig, dass es bestimmt bald gänzlich abgegrast sein würde. Wieder sog er stark die Luft ein und verharrte schlagartig. Fremde! Die Nougataugen öffneten sich zögerlich und er blickte in die Richtung aus der der feine Wind wehte. Nebel, dicker weißer Nebel. Fremde. Er war Gamma des Rudels und als Gamma hatte er die Aufgabe des Spähers. Fremde konnten in einem Wald wie diesen sehrwohl eine Gefahr bedeuten, außerdem hatte jemand eben gejault, als stände sein Leben auf dem Spiel. Ein leises Winseln entwich dem Nebelgrauen, während er in die Richtung starrte, aus der der Geruch kam. Verdammt. Verdammt, verdammt. Was sollte er tun? Den anderen Folgen? Hier bleiben? Die Fremden aufsuchen? Sein Blick flitzte zu Cecelah und er trat nervös von einer Pfote auf die andere. Entscheidung, Entscheidung, er musste sich entscheiden! Was, wenn das Rudel wegen ihm in einen Hinterhalt gelangte? Oder war der Hinterhalt bereits geschehen? Die Geschehnisse der Rabenschlucht und all das Blut flimmerte wieder vor seinen Augen und er schluckte schwer. Neinneineineineineinein! Das durfte nicht wieder passieren, nicht wieder das, nicht! Er musste es verhindern, jetzt, sofort und unbedingt! Das war er Blake schuldig! Außerdem... die Welpen! Zitternd holte er Atem und wandte sich dann an die kleine Welpin neben ihm.

"Cecelah, ich m-muss jetzt geh...hen. Schau, eine nette Fä-Fähe wird auf dich aufpassen, okay? Sie ist wirklich... lieb.", erklärte er ihr leise und freundlich, doch innerlich wollte er heulen. Und er stotterte wieder! bei Welpen stotterte er normalerweise nicht? Wieso musste er schon wieder stottern?!! Er blickte zu Kartane und lächelte ihr vorsichtig zu. "Tane, pass bitte auf die Kleine auf, gut? Ich muss etwas Wichtiges erledigen." Er wartete, bis sie zu der Welpin kam, sammelte all seine Kraft und trottete allein in den Nebel hinein. Mehrmals stolperte er über Wurzeln und Tierknochen, tollpatschig in seiner leichten Panik und es war nur Glück, dass er nicht hinknallte. Als eine Krähe direkt vor ihm aufflatterte, drehte ihm sich fast der Magen um und er japste erschrocken auf. Er stolperte weiter, unsicher wie weit die Wölfe wirklich waren, lief einfach, lief, weil er sich bereits entschieden hatte und rannte hechelnd fast in einen Weißpelz von Wolf rein.

Erschrocken starrte er den Rüden an, wirbelte herum und erblickte einen weiteren Rüden und eine Fähe. Seine Zunge hing ihm seitwärts aus dem Maul, trotzdem sträubte er seine grauen Nackenhaare und brachte soetwas wie ein Knurren heraus - nur das es sich wirklich jämmerlich anhörte. "W-Wer seid ihr! Was wollt ihr von u-uns! Wieso versteckt ihr euch... hier... im Ne-Ne-Ne...bel...? Er hatte vorgehabt autoritär und fies zu klingen... Nun ja. Zitternd aber trotzig starrte er erst den Weißen an, doch sein Blick zuckte immer wieder nervös zu den anderen Beiden. Versteckte sich der eine Rüde wirklich hinter der Fähe? Verunsichert schleckte sich Cabezan über die Schnauze. Einmal, Zweimal, Dreimal. "W-Wo sind eure Kompli...", er stockte, verzerrte sein schmales Gesicht, kämpfte mit seiner plötzlich so engen Brust und Kehle, brachte ein seltsames Knurr-Stöhnen heraus und... "Komplizen?" Was tat er da, oh, was??! War das wirklich ein Hinterhalt? Aber... aber... was wenn ja, was wenn...? Die Gesichter seiner Rudelkameraden schwammen vor seinen Augen, verletzt und in ihrem eigenen Blut liegend. Nein, das ließ er nicht noch einmal zu! Nein! Er fixierte den Weißen mit den blauen Augen, der eine verdächtige lange Narbe in seinem Gesicht hatte. "Du!" Schrill durchschnitt seine Stimme den Nebel. "Du bist ihr Anführer nicht wahr, nicht wahr, nicht wa-" Er verstummte, trat einen Schritt zurück, ängstlich und verwirrt. Oh nein. Was tat er nur, wieso tat er das, wieso, wieso, wieso. Was wenn es kein Hinterhalt war? Was wenn es nur irgendwelche freundlichen Wanderer waren? Das wäre so peinlich. Was würde er dann Blake sagen? Vielleicht würden sie ihn aus dem Rudel verstoßen... aber wenn nun doch? Was, wenn... Was, wenn... Schwer hechelnd und mit geweiteten Augen zuckelte sein Blick hin und her. "Ich... Ich..." Er schluckte schwer, zerrissen zwischen den beiden Möglichkeiten und panisch, panisch, panisch, panisch.

{ Sukafeysu & Nearon (&Ceven) | denkt sie planen Hinterhalt auf das Rudel | Panik }

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Behind my smile is everything you’ll never understand.
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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Mi Aug 14, 2013 6:08 am

Mika verweilte eine Weile lang ihn dieser Leere und dem Stillstand, sog den Duft Blakes in sich ein und starrte bewegungslos in den sich boshaft ausbreitenden Nebel. Dann, ganz leise, spürte er, wie sich etwas von ihm löste. Er blinzelte leicht, als er das unbeholfene Tappsen von kleinen Pfoten hörte und sein kantiger Kopf wandte sich langsam der kleinen Gestalt zu, die sich gegen den schwarzen Vater warf. Es erfüllte ihn mit einer Art kühlen Faszination, wie er ihm bei den vergeblichen Versuchen zuschaute, seinen Vater zu wecken. Wie wenn man einer halb zerdrückten Ameise zuschaut, die doch noch versucht, ihren Weg fortzusetzen. Ein Interesse, ohne jegliche Affektion oder Gnade, welches schnell verloren geht. Den Kopf immer noch in Blakes Nacken füllte Mika seine mächtigen Lungenflügel mit Luft.

"Ist es wirklich wichtig, dass dein Vater aufwacht, Sharouk?" Seine Stimme erklang ruhig und er suchte den jungen Blick des Welpen. Tod - wie faszinierend, diese erste Konfrontation des Jungen mit ihm zu sehen. Und dennoch, irgendwie gleichzeitig nichts besonderes. Jeder musste früher oder später dem Tod ins Auge blicken. Mika selbst war nicht viel jünger gewesen. Er erinnerte sich immer noch gut an den in den Nebel trudelnden Welpen und seine eigene Aufgebrachtheit gegenüber dem Mord, den er miterlebt hatte. Gleichzeitig hatte er keinen Schmerz verspürt - irgendwie, irgendwie hatte er damals nicht wirklich wie andere Wölfe fühlen können und selbst heute war diese Skala bei ihm ziemlich verzerrt. "Was, wenn er wirklich gerne und lange schlafen will...", murmelte er leise und löste den Blick von dem kleinen Braunen. Ehrlich gesagt war der Tod Blakes der erste Tod, der ein Verlust für ihn war. Acht Jahre und dennoch, der erste Verlust... Kurios, ja, er war wohl das zweitkurioseste Wesen, welches er kannte.

Er merkte, wie er wieder die Beherrschung über sich erlangte und das seltsame taube Gefühl geriet mehr in den Hintergrund. Seine dunklen Augen glitten wachsam zur Seite und fixierten nun die fremde Fähe. Die Lefzen verzogen sich leicht zu einem Lächeln, während er sie noch einmal gründlich musterte. "Was bist du so stumm? Ist diese Szene nicht unglaublich interessant? Mein Kopfkissen hier war unser Alpha. Und wer bist du?" Wenn schon Ramyla keine Aufmerksamkeit auf sie verschwand, dann machte er das eben. Irgendwie versprüte er den starken Drang zu handeln, damit er nicht zu sehr an Blake denken musste. An sein hübsches totes Alphakissen. Abwesend leckte er kurz über das flusswassergetränkte Fell. Vielleicht konnte er doch eine gewisse Poesie in dieser Szene finden? Seine Aufmerksamkeit wechselte zu Ramyla, die sich nun auch wieder gesammelt zu haben schien. Mit einem neckenden Lächeln auf den Lefzen hörte er zu, wie sie ihrem Sohn den Tod erklärte. Ganz friedlich nebeneinander eingeschlafen? Das sah für Mika aber etwas anders aus. Friedlich konnte man es wohl nicht nennen, wenn der eine Bruder um das Leben des andere gekämpft und schließlich selbst daran gestorben war und Wasser in der Lunge stellte sich Mika auch nicht sonderlich angenehm vor.

"Ah, kleine Maus, du irrst dich. Ich will nicht, dass er wieder aufwacht. Ich wollte das er einschläft, nur sollte die Abendglocke etwas später für uns läuten." Er fing den glasigen Blick der Fähe ein und lächelte boshaft. Ah, da glaubte sie, Mika erklären zu können? Sie überschätzte sich gewaltig. Er wandte sich von ihr ab, hin zu den nähernden Schritten und erblickte Lonato, einen jungen Braunen. "Blake ist dem Jaulen gefolgt und ich sah ihn noch Samir aus dem Wasser ziehen bevor er zusammengebrochen ist.", erklärte er knapp und sachlich, den Kopf immer noch im Nacken des toten Alphas. Irgendwie hatte er sich beruhigt. Und irgendwie wusste er selbst nicht, was in diesem Moment in ihm los war.

[ Die Toten & Ramyla & Ares & Sharouk & Lonato | Flussufer ]

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the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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Ares


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Mi Aug 14, 2013 11:18 am

Ares schaute weiter dem perfekt laufenden Theaterstück zu, welches sich nun auch um einen Wolf vermehrte. Ja, die Schneeprinzessin war anscheint die Einzige hier die, die anderen Wölfe nicht kannte. Aber was solls, es interessierte sie eh nicht sonderlich. Ein kleiner Haufen, zwei Tote und der Rest ist geschockt. Davon ein Welpe. Na toll, haben die ja super hingekriegt. Es hielt die silberweiße Fähe nichts mehr dort zu bleiben, also beschloss sie zu gehen. Eine Pfote vor die Andere dachte sie sich, bis die eine, kleinere Fähe anfing mit ihr zu sprechen. Ein leichtes Lächeln überkam ihre Lippen und fing leise an zu lachen. "Weißt du, ich kam ursprünglich hier zum Fluss um mich hier ein wenig nieder zu lassen, doch dann sah ich die beiden Toten und den Rüden der neben den beiden liegt. Da dachte ich, ich sehe mir doch einfach mal an was so passiert." Ein seltsamer, grausamer und befehlshaberischer Ton lag in ihrer Stimme, der aber sanft die Worte zu der Fähe hinüber gleiten lies. Natürlich hatte sie der Fremden nicht die ganze Wahrheit gesagt, aber das wär zu riskant. Welcher dumme Wolf würde einem Fremden sagen was er hier zu suchen hat? Vor allem, weil sie wahrscheinlich alle in ein Rudel gehörten und Ares deutlich in der Unterzahl wär, der Welpe natürlich ausgeschlossen. Die Silberweiße verengte ihre Augen zu Schlitzen, als auch der ältere Rüde begann zu sprechen. Seine Worte glitten durch ihren Körper bis auch Ares mal wieder eine Frage gestellt bekam. "Wer ich bin, ist meine Sache. Doch ich werde mal nicht so stur sein. Mein Name ist Ares, angenehm." Die große unterbrach kurz und atmete langsam ein. "Warum so stumm? Ich denke nicht, das man sich als Fremde wirklich in so eine...wie du es formulierst: 'Interessante Szene' einmischen sollte." Ihre bedrohliche Stimme wurde tiefer und ihre Augen weiteten sind etwas beim Anblick der beiden Toten. Der große, lebendige Wolf erhob sich und trottete an der eisigen vorbei zum anderen, der etwas weiter hinter dem kleinen Häufchen stand. Sollte sie jetzt gehen? Oder lieber bleiben?

{Die Toten && Mika && Ramyla && Sharouk & Lonato // Fluss}

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Sharouk


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Do Aug 15, 2013 11:35 pm

SHAROUK X RAMYLA X MIKA X ARES X LONATO

Sharouk wusste nicht, was er denken sollte. Er wusste nicht, wie er handeln wollte. Er hörte die Wörter seiner Mutter, aber er wollte die Tatsache nicht begreifen. Er sah sie nur mit glasigen Augen an. Das kann doch nicht sein! Das darf doch nicht sein! Nein! Es war sein Vater und sein Vater würde aufwachen. Panik und Verzweiflung grub sich in das Fleisch des Jungwolfes ein. Sein Herz schlug immer wilder und wilder gegen die Brust. Er wollte das alles nicht wahrhaben, was ihm seine Mutter erzählt hatte. Natürlich war der Jüngling nicht dumm und wusste, von was seine Mutter sprach. Bum-Bum-Bum immer in gleichen schnellen Takt hämmerte sein Herz und sein Verstand war nicht im Klaren. Er war verwirrt wusste nicht, wie er handeln sollte. Er war doch noch zu jung, mit dem was hier war konfrontiert zu werden. Bitte war dies alles nur eine Halluzination. Sha wollte aufwachen von seinen Träumen, aber es war die grausame Wirklichkeit. Es war, als ob ein Spiegel vor seinen Augen zerbrach und er nun über die Scherben laufen würde und sich immer tiefer und tiefer ins Fleisch schneiden wurde. Seine Seelenspiegel blickten zu seiner Mutter „Du lügst! Papa ist nicht tot! Er trägt wie ich in sich das Himmelsblut. Er ist ein Himmelskind! Er kann nicht einfach sterben!“ schrie der Jungwolf voller Wut und Verzweiflung.

Auch die Wörter des Mischblutes erreichten ihn „Natürlich ist es mir wichtig, dass mein Papa aufwacht! Ich will nicht ohne meinen Papa sein! Er soll aufwachen und wieder für unsere Familie da sein.“ dann blickten seine Augen zu Blake „Genau wie es mir wichtig ist, dass mein Onkel aufwachen sollte.“ Die Stimme fing an zu beben und seine Beine begannen zu zittern. Nein, sie waren alle Lügner. Die beiden konnten nicht tot sein. Immerhin waren sie Himmelswölfe und Himmelwölfe würden nicht einfach sterben. Sha raufte sich zusammen und ging wieder zu der Leiche seines Vaters und nahm den Pelz in seinen Fängen und rüttelte. Wenn Papa so nicht aufwachen würde, würde vielleicht Schmerz helfen. Er biss einmal sanft rein und danach ein Mal kräftiger als zuvor und erschrak, als er das Blut seines Vaters schmeckte. Was …Was hatte er getan? Er hatte seinen Vater so fest gebissen, dass er blutete. Er … er müsste jetzt aufwachen. Sharouk fühlte sich auf einmal so schwach und klein und sackte zusammen und vergrab seine Schnauze im Fell seines Vaters. Warum? Warum hatte sein Vater ihn verlassen?

Wer sollte ihm jetzt das Jagen, das Kämpfen beibringen? Zu wem sollte er nun aufblicken? Sharouk fühlte sich leer und nutzlos an. Als ob das Leben ihm grausam ins Gesicht lachen würde und er sich wimmernd in eine Ecke verkroch. Warum musste er so einen Vater verlieren? Sharouk schloss seine Augen. Er war tot und das war die bittere Wahrheit. Sha wollte niemand sehen und doch hörte er ein Heulen. Er blinzelte die Tränen weg und sah Puk, der gegenüber von der Leiche stand und heulte. Sharouk machte es ihm nach und legte seinen Kopf in Nacken und heulte. Ein Heulen voller Verzweiflung, voller Trauer und voller Schmerz. Sein Herz fühlte sich so schwer an, aber es würde für Jahre weiter schlagen. Das Herz von seinem Vater würde nie wieder schlagen. Sein Vater würde nie zusehen wie er groß und stark sein würde. Sharouk würde nie sehen, wie stolz sein Vater ihn anblicken würde. Er würde nie ein Lob von ihm zuhören kriegen. Denn sein Vater war tot und irgendwas starb auch ihn Sharouk selbst und was anderes wuchs heran.

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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Di Aug 20, 2013 1:02 am

xx I can't breathe easy here
Less our trail's gone cold behind us
Till' in the mirror you stare at yourself
Grown old and weak
xx

    Eigentlich sollte dies ein heiliger Ort sein – oder etwas in der Art. Zwei Brüder waren nebeneinander verstorben, der eine vielleicht ein wenig früher als der andere. Es war nicht mehr wirklich zu rekonstruieren. Ramyla konnte sehen, wie sich die Knochen unter Samirs samtschwarzen Fell abzeichneten. Manchmal glaubte sie tatsächlich, noch ein leichtes Muskelzucken zu erkennen, als wäre noch ein Hauch Leben in dem abgemagerten, einst so stolzen Körper, doch die Fähe wusste nur allzu gut, dass das reine Illusion war.
    Ihre Augen suchten sich müde ihren Weg zurück zu ihrem Sohn, während ihre Ohren eine fremde Stimme aufschnappten. Ach ja. Die unbekannte Fähe mit dem seltsamen Fell, der Ramyla eine vollkommen belanglose Frage gestellt hatte. Die Antwort kam mit einem leisen Lachen, das Myla kurz überlegen ließ, ob ein Toter mehr oder weniger noch einen Unterschied machte. Ein merkwürdiger Gedanke, aber dass Ramyla im Moment nicht wirklich zurechnungsfähig war, dessen war sie sich längst bewusst. Die Worte sagten bereits sehr viel über die Fremde aus. Es klang beinahe schon schadenfroh. Die einzige Reaktion Ramylas war ein etwas matter, aber eher gleichgültiger Blick über die Schulter, in Richtung der weit größeren Wölfin. Ares.

"Du hast Recht, Grenzgängerin. Das solltest du nicht."

    Bestätigte Ramyla mit tiefer Ruhe auf die Bemerkung mit dem 'Einmischen'. Oh, apropos… Lonato hatte sich ebenfalls zu der grotesken Szene gesellt. Doch bei ihm kroch Ramyla nicht die Überlegung in die Glieder, ihn zum dritten Toten in der Runde zu machen. Nein, Lonato war in Ordnung… Mika, der eine sachliche Antwort auf dessen Frage gegeben hatte, wurde mit einem kurzen Blick gestreift.

"Sofern ich mich nicht sehr täusche, hat Lonato mir die Frage gestellt. Bitte unterdrücke nur für einige Momente deinen Drang, im Mittelpunkt stehen zu wollen, ja?"

    Bat sie den älteren, grauen Rüden freundlich, ehe sie sich Lonato zuwandte.

"Die Götter haben zwei Engel von der Erde zu sich geholt."

    Die Beta gab Lonato ihre Antwort zu monoton, als dass sich hätte erahnen lassen, ob sie diese Formulierung sarkastisch meinte. Nachdenklich betrachtete sie den Rüden vor ihr ein wenig, der als Geste der Unterlegenheit das Haupt gesenkt hatte.

"Blick auf, bitte… Das Rudel ist zerrissen und seine Strukturen für den Augenblick nicht von Belang."

    Sie wollte noch etwas hinzufügen, weiterhin mit dieser seltsamen Ruhe, als sie von einer ganz anderen Stimme unterbrochen wurde. Die Glasaugen kamen auf Sharouk zu ruhen, dem sie zuerst nur schweigend zuhörte und dann beobachtete, wie der Jungwolf versuchte, seinen Vater zu wecken. Letztendlich trat die Beta zu ihrem Sohn und nahm diesen sanft im Nacken. Eigentlich war Sharouk längst zu groß, um herumgeschoben oder gar getragen zu werden, doch Ramyla zog den Jungwolf mit Bestimmtheit zu sich und leckte ihm über das Köpfchen und die tränennasse Schnauze.

"Ja, sie sind beide Himmelskinder…"

    Wisperte sie Sharouk ins Ohr. Vor allem jetzt… waren die beiden es.


totes Bruderduo & Mika & Ares & Lonato & Sharouk xx Fluss

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Kalucy


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Aug 23, 2013 4:17 am

xx Nobody's gonna love you if
You can't display a way to capture this
Nobody's gonna feel your pain
So when you have today
You should say all that you have to say
xx


Niemand achtete auf einen kleinen Schatten, inmitten eines Schattenmeeres. Dabei war Kalucy innerhalb des letzten Mondes ein deutliches Stück gewachsen – nicht ganz so viel wie ihr Bruder, doch erkennbar, wenn irgendjemand genauer hingesehen hätte. Aber wer sah eine Unsichtbare schon genauer an? Es war Kalucys einzige Gabe und manchmal war sie dankbar darum. Sie fühlte sich ab und zu tatsächlich vollkommen unsichtbar, vielleicht wie schwarze Nebelschwaden, die hier besonders gut getarnt waren. Hier, in diesem dunklen, toten Wald, der die unsicheren Schritte der Jungwölfin noch zaghafter und leiser werden ließen. Und wenn nicht durch die Schritten, so war Kalu durch kaum etwas anderes zu hören. Denn sie sprach nicht mehr. Kein einziges Wort war ihr seit knapp einem Mond über die Lefzen gekommen. Kaum jemandem schien es aufgefallen zu sein und das erleichterte Kalucy. Sie wusste nicht genau, ob sie überhaupt noch sprechen konnte, wenn sie wollte. Und sie wollte nicht. Die Erfahrung ihres noch sehr kurzen Lebens hatte sie gelehrt, dass es meist besser war, still zu bleiben. Wer sich anpasste und in den Schatten verschwand, sich in die Lücken des Rudels einfügte und übersehen würde, der konnte so sehr gut leben, fand Kalucy. Ihr Schweigen bot ihr Schutz – und diesen brauchte sie.
Ja, dieser Wald war unheimlich, doch Kalu nahm es stillschweigend hin, fragte und sagte nichts. Sie lief meist irgendwo in der Mitte des Rudels, jedem Körperkontakt, Blick und möglicher Frage ausweichend. So wie immer. Das war eben ihr Leben und sie war dankbar dafür. Musste dankbar sein. Demut zeigen. Jedem Wolf gegenüber, der ihr durch seine bloße Existenz Schutz bot. Da war immer dieser eine Drang… Schutz suchen, geschützt bleiben, immer und überall. Das war das oberste Gebot in Kalucys kleiner Schattenwelt.
Diese eine dunkle Welt wurde bei Anbruch der Nacht erschüttert und sollte nie mehr dieselbe sein. Nur ein leises Jaulen, das einen kleinen Stein ins Rollen brachte. Von der Spitze eines riesigen Berges rollte dieser Stein, riss andere mit sich, löste Dreck und Schutt von den steilen Hängen, bis daraus eine gewaltige, todesbringende Welle werden würde, die Kalucy unter sich begraben sollte. Doch noch war es nicht so weit, noch wandte die schwarze Jungwölfin nur unruhig das Köpfchen in verschiedene Richtungen, was jedes Mal nichts als eine zaghafte, scheue Bewegung darstellte. Was war passiert…? Was passierte? Was würde passieren?
Es fühlte sich beinahe an wie damals…
Kalte Angst fiel über die Jungfähe. Ihre Sicht wurde leicht unscharf, fokussierte sich aber auf jede Bewegung, als würde die nächste davon nur ausgeführt werden, um ihr das flackernde Lebenslicht auszulöschen. Gehetzt stolperte die Schwarze einige Schritte, duckte sich in die Schatten, drehte sich um sich selbst. Ihr Bruder war… irgendwohin gelaufen. Die Unsichtbare klammerte sich an dieses Wissen und stob los. Wenn sie einmal lief, dann war sie nicht langsam, selbst wenn ihre schmalen Pfoten manchmal stolperten, so fing sich der zierliche Körper doch immer irgendwie und hetzte weiter. Wohin? Der Geruch ihres Bruders… war von den Schatten verschluckt worden. Irgendwann stieß sich Kalucy das Köpfchen und schrak schwer atmend zurück, als sie erkannte, dass sie gegen etwas verdächtig Knochenartiges gestolpert war.
Still schweiften die geweiteten Sternschnuppenaugen umher, wie verlorene kleine Lichter in der endlosen, stillen Nacht.

erst beim Rudel xx nun allein, im Wald verirrt

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Nearon


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Aug 24, 2013 8:29 am

Mürrisch drehte der Hüne den Kopf nach links und rechts, schnupperte in der nebeligen Nacht und fuhr sich mit der Zunge über die entstellte Lefze. Eine Angewohnheit die er verfluchte, jedoch nicht mehr ablegen konnte. Die Eindrücke die er durch diese Wachsamkeit bekam waren nicht wirklich zahlreich, dieser Ort hier gehörte wohl zu einem Rudel, dies war nicht weiter schwer zu erkennen und diese beiden Pappnasen dort vor ihm gehörten genauso wenig wie er selbst hierher. Die bläulichen Augen verengten sich leicht, während er, die Schultern gestrafft und das markante Haupt erhoben langsam auf die zwei zutrat. Der seltsame Rüde versteckte sich beinahe zu schnell hinter dem schlanken Leib der Fähe und brachten den Krieger dazu ein heiseres Lachen auszustoßen.

“Verhält sich so ein Wolf?“, bellte er nur allzu laut und schüttelte den felligen Kopf leicht.

Die Fähe dagegen begrüßte ihn mit jener Achtung, die auch er ihr zuteil werden ließ, nämlich sehr geringfügiger. Nearon fürchtete sich nicht. Er konnte sich überhaupt nicht mehr daran erinnern, wie Furcht überhaupt schmeckte. Es musste weit entfernt in seinem Leben zurück liegen, soweit, dass die Gedanken es beinahe nicht mehr zu berühren vermochten. Taxierend streckte der Hüne die kräftigen Muskeln und beobachtete die Fremde mit leicht zur Seite geneigtem Kopf. Was sollte er nun mit ihr anstellen? Er wollte ihr sicherlich nichts tun, nichts lag im ferner, allerdings hatte er auch wenig Verständnis für sinnloses Gequatschte.

Doch bevor er sich zu einem weiteren Kommunikationsversuch herablassen musste, rannte bereits ein anderer Wolf in ihn hinein, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Während das graue Geschöpf taumelte, wankte der Hüne nicht einmal, als wäre er ein aus dem Wald geschossener Berg. Auf das jämmerliche Knurren des Artgenossen, stieß Nearon als Antwort ein eigenes Knurren aus, wesentlich tiefer und eindrucksvoller.

“Wir verstecken uns im Nebel, hah“, grollte er, die Stimme noch immer rau vom wenigen Sprechen. Das würde sich wohl so schnell auch nicht mehr ändern, “Kann mich nicht erinnern mich versteckt zu haben, wäre auch ein jämmerliches Versteck, wenn der erstbeste gleich in mich hinein rennt, meinst du nicht auch?“ Und was stotterte dieser Wolf nur so?

Die blauen Augen fixierten den Kerl vollkommen, beinahe aus den Gedanken gewischt waren die beiden anderen, von ihnen erwartete sich der Rüde sowieso nicht allzu viel. Doch dieser Neuzugang roch nach weiteren Wölfen, nach Rudel und seine Art zeugte davon, dass er allein wohl kaum zurecht gekommen wäre. Erneut fuhr die rosige Zunge über die vernarbten Stellen an seiner Schnauze und ahmte damit unwillkürlich die Geste nach, die der Graufang Sekunden vorher getätigt hatte.  “Komplizen? Wovon redest du, Jungchen?“. Na gut, so jung schien der Wolf dort vor ihm nicht mehr zu sein, im Gegensatz zu ihm allerdings schon. Zudem gebärdete er sich wie ein unerfahrener Jährling und ließen den disziplinierten Krieger die Stirn kraus ziehen. Was auch immer dieser Wolf von ihm wollte, Nearon kam einfach nicht dahinter. Ein leichtes Schnaufen drang aus seinem Fang, während er den weiteren gestotterten Worten lauschte. Ihr Anführer? Er kannte die beiden nicht einmal. “Jetzt beruhige dich erst einmal, atme tief durch“, um mit gutem Beispiel voran zu sehen, ließ sich der Hüne beinahe zahm auf die Hinterläufe sinken und blickte den Burschen aus Augen an, die bereits zu viel von dieser Welt gesehen hatten. “Und dann sagst du mir erst einmal, was dieser Auftritt hier eigentlich soll.“ Eigentlich hatte er niemals gewollt, sich selbst zum Wortführer dieses Gesprächs zu machen, aber anscheinend war er hier lediglich von Welpen umgeben. Über die Schulter hinweg blickte er zu der Fähe und ihrem versteckten Anhängsel hinüber, “Und du komm gefälligst unter Mutters Fellzipfel hervor und stell dich uns wie ein Wolf“, tönte er mit lauter Stimme herüber und ließ dabei keinen Zweifel an seiner Autorität. Den Blick wieder auf den Stotterer richtend fuhr er fort. “Also noch mal von vorn.“ Sein Ausdruck war abwartend, jedoch nicht unfreundlich. Seine Haltung gelassen, jedoch nicht unvorsichtig. Er war sogar ein wenig neugierig, so neugierig wie ein Wolf wie er es überhaupt noch sein konnte.

Wald - Cabezan ; Sukafeysu ; (Ceven)

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I never claimed to be a saint
The air around me still feels like a cage And love is just a camouflage for what resembles rage again So if you love me let me go And run away before I know My heart is just too dark to care I can’t destroy what isn’t there


If I’m alone I cannot hate
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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Aug 30, 2013 6:09 am

"Du hast auch gebetet, nicht wahr?", flüsterte es leise irgendwo tief in ihm drinnen. Dieses Echo schmerzte und der Schmerz machte ihn wütend. Es war keine Wut, wie es die meisten kennen würden. Er war völlig ruhig, es war eine Wut, still wie der Ozean. Eine Wut die sagte: Ich erinnere mich. Seine schwarzen Augen senkten sich wieder auf den leblosen Körper unter ihm. Er würde Blake nicht von der Seite weichen, solange es möglich war. Er wusste nicht, wieso sich diese feste Überzeugung in ihm entwickelt hatte, aber das war ihm im Moment auch nicht wichtig. Vielleicht war es auch nur seine eigene Art mit dem Tod eine wichtigen Wolfes umzugehen. Trauer, wenn man es denn so nennen wollte, auch wenn es klar nicht das war, was Mika verspürte. Der Altwolf nahm die Welt plötzlich ganz seltsam wahr. Als würde sich Raum und Zeit ausstrecken und verkürzen und vor seinen Sinnen hin und her wabbeln. Er war alt. Das spürte er jetzt in jeder einzelnen Pore. Er war alt und der Tod rief, doch war hatte gesagt, man müsse ihm antworten? Er lächelte leicht und schüttelte den großen Kopf. Er hörte die Fremde reden, doch er war nicht gewillt, ihr weitere Aufmerksamkeit zu Teil haben zu lassen. Er würde einfach über den Leichnam Blakes wachen. Die leere Hülle seines Feindes schien eine angenehme Gesellschaft zu sein, auch wenn er wohl nicht erwarten konnte, von ihr weiter amüsiert zu werden. Ja, er würde wohl nie wieder den Gräuling zu Boden pressen, Fang an Fang, seinen heißen Atem spürend. Die dunklen Augen blitzten bereits jetzt nostalgisch.

Nicht weit entfernt konnte er den Welpen hysterisch schreien hören. Lügen, Tod, ein Himmelskind? Er schnaubte leicht und seine Gedanken wanderten leicht zu seinem eigenen Vater zurück. Er war kein Rüde gewesen, der in Erinnerung blieb und ehrlich gesagt war es lange her, dass Mika an ihn gedacht hatte. Sein Gesicht hatte er schon vor langer Zeit vergessen, auch keine Stimme war geblieben. Er hatte das Gefühl, sein Vater hätte immer Angst vor ihm gehabt. Schon als Welpe hatte er es gespürt. Das Lächeln war einfach falsch gewesen, als es auf ihn fiel und auch wenn er sein Bestes versucht hatte um ein guter Vater zu sein er war es nicht gewesen. Oder eher, Mika hatte es nicht zugelassen. Letztenendes hätte es auch nicht viel geändert, hätte er eine engere Beziehung zu seinem Vater gehabt. So oder so wäre sein Leben schließlich durch Mikas Fänge erloschen. Vielleicht hatte Morris es geahnt, der Bastard. Das der Alpha ihn damals überhaupt ins Rudel gelassen hatte war ein Wunder - und Welpen? Nein, es gab vieles, was Mika über jene Kapitel nicht wusste und wohl auch nie in Erfahrung bringen würde. Sie waren schließlich alle schon lange lange tot, die Nebelkinder. Dennoch waren er von ihrem Geschlecht. Was suchte er dann bei den Kindern des Himmels? Gedankenverloren fuhr er mit dem Fang durch den Pelz des ehemaligen Alphas. Ihn hatte er gesucht, das war ihm nun klar, und gefunden, nur um ihn zu verlieren. Es kribbelte unangenehm an der Wirbelsäule des Hybriden. Etwas zu verlieren, dieses Gefühl war ihm so fremd und doch... Die Gedanken flossen schneller vorbei, als er ihnen Einhalt gebieten konnte. Ob er früher wirklich je etwas verloren hatte, das wusste er nicht. Verlieren hieß gleichzeitig, etwas dazuzugewinnen. Ob man den Preis nun mochte oder nicht.

"War er denn je wirklich für euch da, Sharouk? Vergiss nicht, er ist mir gefolgt, als ich gerufen habe." Kurz blickte er zu dem schwarzen Bruder Blakes und empfand nichts, bei diesem Anblick. Er war nur eine unwichtige Nebenfigur gewesen. Eine Mücke zwischen vielen anderen. Aber was wusste schon ein Welpe wie er? Er verengte die Augen. Er erinnerte ihn zu sehr an seine schwächlichen Geschwister, deren Blut verschmutz von schwachen Genen gewesen war. Charakterschwach vor allem, das waren sie gewesen. Über den Seelentunneln schlossen sich leicht die Lider, während seine Zunge sich von selbst bewegte. "Aber ich bin der Mittelpunkt meiner Welt, Ramyla.", kamen die Worte sanft und ruhig. "Diese Welt ist meine Welt und keiner von euch ist wirklich von belang." Er fühlte sich schwindelig... "Die Götter haben zwei Engel von der Erde zu sich geholt." Vor seinem Auge manifestierten sich Gestalten aus Nebel. Über ihnen trohnten die mächtigen Gipfel der Berge, Göttern gleich. Zwischen den Wölfen seines Rudels stand auch Blake und Mika erkannte, dass er hier nichts mehr zu suchen hatte. Was wollte er in diesem Rudel? Was hatte er all die Jahre getrieben? Wieso hatte er so lange gelebt? Er war verwirrt, so verwirrt.

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the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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Kiba


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Aug 30, 2013 6:22 am

Kiba war erzürnt, wie konnte ein so junger Welpe nur solch eine Respektlosigkeit einem erfahreneren, ausgewachsenen Wolf gegenüber bringen? Zu seiner Welpenzeit wurden Verhaltensweisen solcher Art äußerst hart bestraft, und das ohne Gnade! Was war heutzutage nur los? Oder lag es einfach an einem anderen Rudel? Schließlich ist nicht jeder Alpha und somit auch jedes Rudel gleich, jeder weist seine eigenen Erziehungsmethoden auf. Trotz allem war der weiße Rüde erschüttert und konnte es kaum fassen. Denkt Jin etwa, er sei der Einzige, dem es aus dem Halse hängt, solche elenden Kriege führen zu müssen? Denkt er, es würde nur ihn fertig machen? Falsch gedacht! Alle Mitglieder des Rudel waren davon betroffen und das sollte der kleine Rüde auch wissen. Kiba versuchte sich zu beruhigen und schüttelte enttäuscht den Kopf. Selbst ein Krieger muss ab und an Maßnahmen ergreifen, was letztendlich wohl nur an ihm hing. Doch dann schlägt es Kiba fast den Boden aus! 'Chill mal 'n bisschen' hatte er gesagt. Chill mal 'n bisschen? Tickt der noch sauber?!

"Sag mal, hast du eigentlich irgendeine Ahnung vom Leben? Vom Rudelleben? Von höflichem Verhalten gegenüber den anderen Rudelmitgliedern? Kapierst du überhaupt irgendwas, du elender Schemel?!"

Der Weiße schämte sich keinesfalls, bei Jin musste man nun mal einen strengeren Ton anschlagen. Auch wenn der junge Rüde daraufhin etwas dreister sein konnte, er musste einfach lernen, wie sich ein richtiger Rudelwolf zu verhalten hat! Er war einfach kein Welpensitter und wusste nicht äußerst viel über die Erziehung der Welpen, aber wäre Kiba der Alpha, gäbe es jetzt einen kleinen Prankenhieb oder zumindest ein Zwicken ins Ohr. Schließlich war er kein winziger Welpe mehr, sondern konnte schon einiges wegstecken. Doch er wollte den Alpha nicht erzürnen und so ließ er es dabei. Der weiße Krieger seufzte, und senkte sein Haupt mit geschlossenen Augen zum Boden. Leise aber dezidiert meinte er:

"Hör zu, ich möchte jetzt nicht, dass es in einer Rangelei endet, die wir womöglich später bereuen werden. Eigentlich wollte ich lediglich ein kleines Gespräch mit jemandem führen, damit ich nicht so alleine bin, doch du weißt dies scheinbar nicht zu schätzen. Also schlage ich vor, dass wir uns vorerst in nächster Zeit aus dem weg gehen. Ich sage nichts zu dir und du nichts zu mir. Tut mir leid, wenn ich deine Gesellschaft suchen wollte. Was du auch gedenkst zu tun, ich werde meine Schnauze halten, einverstanden?"

Kiba blickte ihn genervt an. Wieso musste er sich von einem so verdammt jungen, unerfahrenen Wolf unterbuttern lassen? Er wollte selbstverständlich keinen Streit und er wollte auch nicht, dass Jin ihm jetzt die Pfoten küsste, aber verdammt nochmal! Benehmen sollte er sich, mehr wollte der Weiße doch gar nicht. Doch das würde wahrscheinlich noch eine Weile dauern, da Jin, wie es scheint, ziemlich leger mit dem nötigen Wissen und Verstand ausgestattet war.

[Bei Jin ;; Provokationen über Provokationen || Kiba versucht die Sache zu klären]

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Lonato


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Mo Sep 02, 2013 8:08 am


Lonatos Herz wurde schwer, als er erkannte, in welcher Situation das Rudel war. Sie waren ein Rudel ohne Alpharüden. Und ausgerechnet Mika war einer der ersten, der dies gewusst hatte. Alle Strukturen, die jemals existiert hatten, waren zerschmettert. Sie brauchten einen neuen Alpha. Doch wen? Ramyla war zwar Beta, doch der Bunte wusste nicht, ob diese Last nicht zu schwer wiegen würde. Die Fähe tat ihm leid. Sie hatte ihren Gefährten verloren, nachdem sie seinen Verrat hatte ertragen müssen. Schon lange war sie nicht mehr die Fähe, die er kennengelernt hatte. Und die anderen… Raziel, Cabezan… Beide schienen ihm nicht gerade die geborenen Rudelführer. Aber wenn keiner der Drei das Amt übernahm, was würde dann geschehen? Der Rüde wollte sich gar nicht ausmalen, was wieder passieren konnte. Dieses Rudel war sein Zuhause geworden und die Wölfe lagen ihm sehr am Herzen. Sie waren viel mehr eine Familie, als seine Blutsverwandten. Denn diese hatten ihn ausgestoßen, er war einfach kein möglicher Nachfolger also hatte er gehen müssen.

Die Worte Mikas ließ er gar nicht erst in seinen Kopf. Er hatte sich an Ramyla gewandt, nicht an den Hybriden. Darum blickte er sie auch weiter an und lauschte ihrer Stimme. Leicht hob er den Kopf an, sodass die Unterwürfigkeit nicht mehr so extrem erkennbar war. Lonato hatte das Bedürfnis ihr Trost zu schenken, ihr wenigstens sein Beileid auszurichten. Doch was hätte das geholfen? Er konnte ihr vielleicht seine beratenden Dienste anbieten, doch zu mehr war der für die Jagd viel zu tollpatschige Rüde nicht fähig. Tief holte er Luft und füllte seine Lungen mit der kühlen Luft, in der jedoch eine leichte Ahnung von Tod lag. Er stammte von den Brüdern, das war klar. Dennoch ließ der Geruch sein Herz schneller schlagen. Angst machte sich in ihm breit.
Hör auf damit! Es passiert doch gar nichts!, rief er sich innerlich zur Ordnung und atmete ruhiger, sodass sein Herzschlag sich wieder verlangsamte. Dann stellte er die Ohren leicht auf und wandte sich wieder voll und ganz der Fähe vor seinen Augen zu.

“Vielleicht ist es nicht angebracht, dennoch möchte ich, dass du weißt, dass ich versuchen möchte, dir zu helfen, wann immer du meine beratenden Fähigkeiten in Anspruch nehmen möchtest. Jeder weiß, dass ich zu viel mehr nicht tauge.“

Seine sanfte, melodische Stimme klang ruhig. Die Worte waren gewählt und – wie so oft – selbstverspottend. Doch es stimmte ja. Wer wusste nicht, dass er zu mehr als einem Berater nicht taugte. Er konnte nicht kämpfen, nicht jagen, sich nicht anschleichen. Dafür war er ein Redner und Schmeichler, wie es kaum einen anderen gab. Nunja, wohl eher Schmeichler, denn nicht selten fehlten ihm auch einmal die richtigen Worte.

Ramyla, Mika & Co. xx überlegt xx bietet an

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Cabezan


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AMSELN FLIEGEN TIEF

BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Mi Sep 04, 2013 9:32 am

All das Geschehene lastete einfach zu schwer auf seiner Seele und brachte ihn dazu, überzureagieren. Die Möglichkeiten waren einfach zu viele und er war zu verwirrt und hektisch, um mit kühlem Kopf die richtige auszuwählen. Gab es denn überhaupt eine richtige Möglichkeit? Er hatte einfach Angst, wieder alles zu verlieren. Dieses Rudel war für ihn mehr eine Familie, als es seine Blutsverwandschaft je gewesen war. Diese Wölfe waren seine Heimat, auch wenn er nicht genauso wichtig für sie war, wie sie für ihn. Nach den blutigen Geschehnissen im Rabental war es doch nur logisch, dass er austickte? Schwer atmend starrte er den Rüden vor sich an und versuchte seinen Kopf wieder richtig in Gang zu setzen. Wie sollte er den Weißpelz einschätzen? Was er eine Gefahr für das Rudel oder war es nur ein Ausversehen, dass er diesen schrecklichen Wald durchquerte? Er war schrecklich in solchen Dingen. Wie zum Teufel sollte er wissen, was für Absichten dieser Fremde hatte? Wie machten andere das? Er verstand es nicht, er war einfach zu dumm und es machte ihn schlicht und einfach fertig. Dieses ja oder nein, davon hing es doch ab, wie er sich verhalten würde und was wenn er auf das falsche Ergebnis kam? Dann würde er sich falsch verhalten und womöglich würde das diesen Wolf verärgern und auch wenn er vielleicht friedliche Absichten gehabt hatte, würde er vielleicht doch angreifen... Was bitteschön sollte er tun? Sagen? Wieso scheiterte er eigentlich immer an den selben Punkten? War er wirklich so unfähig, aus Erlebnissen zu lernen? Verzweifelt kaute er auf seiner Unterleftze herum, die in seinem bisherigen Leben schon oft genug auf diese Weise malträtiert worden war. Das Knurren seines Gegenübers - im Gegensatz zu seinem schon eher bedrohlich - ließ den Nebelgrauen das Fell im Nacken zu Berge stehen. Gleichzeitig war seine Verwirrung nun deutlich auf seinen Zügen zu lesen. Eben hatte er noch eine Art Überzeugung gehabt, doch jetzt? Jetzt zeigte sich seine Verlorenheit in all der niederschlagenden Pracht. Diese seltsam kratzige Stimme jagte ihm ehrlich gesagt Schauer den Rücken hinunter, aber auch nur darum hob Cabezan in verzweifelten Trotz etwas den Kopf und versuchte, unbeeindruckt auszusehen. Wie weit war er gesunken, dass er nun auch noch log, um seine Feigheit zu verstecken? Ah, diese ganzen Schimpftiraden über sich selbst lenkten ihn von dem Wesentlichen ab! Wieso konnte er sich nicht ein einziges Mal auf das wirklich Wichtige konzentrieren?! Verdammt.

"Ja...Nein, das...Woher soll ich wissen ob du die W-Wa-Wahrheit sagst?" Stammelte er skeptisch, aber nun nicht mehr ganz so angriffslustig wie er es vielleicht gerne hätte lauten lassen. "Ich...bin nur hier, weil...w-weil ich mein Rudel beschützen muss und..." Wieso erklärte er sich? Wieso hatte er das Gefühl, er müsse sich vor dem Hünen rechtfertigen? Wütend auf sich selbst zuckten seine Ohren nach hinten. Was machte er da nur schon wieder für Sachen? Schrecklich.

Tatsächlich begann Cabezan aber ein wenig unter dem Röntgenblick des Älteren zu schrumpfen. Wie konnten manche eigentlich so streng dreinblicken? Außerdem, wie konnte man so viel Selbstbewusstsein abgeben? Es wäre schön gewesen, wäre dieses ein wenig gleichmäßiger zwischen den Wölfen dieser Welt aufgeteilt bekommen. Dem Amselherz wäre so ein kleines Stückchen ganz gut gekommen, fand er. Nervös blinzelte er, als er bemerkte, wie vernarbt die Schnauze seines Gegenübers war. Er war bestimmt ein ganz gefährlicher Kämpfer! Und er war nur eine Lusche, der wohl in jeder Art Kampf sofort niedergetrampelt werden würde. Okay, er hatte auch ein paar Narben, aber das hatte er nicht seinem Heldentum zu verdanken... Er zuckte leicht zusammen beim Gedanken an die vergangenen Tage und all die schmerzenden Worte und Taten, mit dem man ihm beigesetzt hatte. "Die...Wölfe da drüben...", wisperte er, kaum fähig, diesen Blick länger zu halten. Stattdessen starrte er eher irgendwo in Richtung Kinn und Halskrause des Rüden. Was war das für ein jämmerlicher Auftritt, huh? War das alles, was er tun konnte, um sein Rudel zu beschützen? Sein Atem ging immer noch laut und unregelmäßig. Das lag nicht an irgendwelchen Anstrengungen, sondern eher an seinem psychischen Zustand. Musste man das Rudel in diesem Moment denn wirklich beschützen? Außerdem, was könnte er denn schon gegen die hier ausrichten? Ein Seufzen bewegte die schmalen Schulter des Rüden. "Ja. Das mache ich. T-tut mir schrecklich Leid...", antwortete er hastig und vielleicht etwas erschrocken und nahm einen vielleicht etwas zu großen Luftzug, sodass er anfing zu husten. Er konnte ja nicht mal richtig atmen! Etwas verwirrt vernahm er durch ein paar letzte Huster hindruch, wie sich der Weiße hinsetzte. Oh, Mist. Musste er jetzt erklären...? Was sollte er denn bitteschön sagen? Verzweifelt tappste er von einer Pfote auf die andere.

"Also, wir - das heißt das Rudel - wir sind... Ah, wir sind übrigens die Heaven Wolves. Äh, wir sind also auf dem Durchzug hier und... Ich meine, wir ziehen hier durch und... Da war irgendetwas seltsames los und dann habe ich Fremde gerochen und es klang als wäre jemand überfallen worden und... Ich bin ein wenig eingeschnappt... D-das tut mir wirklich leid! Ja, ich... Ich weiß gar nicht, was in mich gefahren ist, ich...", er verstummte und schüttelte einfach den Kopf, unfähig weiterzusprechen. Oh, was war er nur für ein Trottel! "Ü-Übrigens bin ich Cabezan... und gar nicht mehr so jung." Er blickte nun endlich wieder zu den blauen Seelenspiegeln auf und nickte vorsichtig. Er wurde diesen Frühling schließlich fünf und hatte keine Fähe, keine Familie und womöglich auch keine richtigen Freunde. Aber er hatte einen Ort an dem er bleiben konnte und das musste wohl für so einen atmenden Fehler wie ihn genügen.

{ Toter Wald | Nearon | Sukafeysu & Ceven }

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Behind my smile is everything you’ll never understand.
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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Sep 06, 2013 6:19 am

xx Leave me out with the waste
This is not what I do
It's the wrong kind of place
To be thinking of you
xx


Ramylas Zunge fuhr zärtlich über das Köpfchen ihres Sohnes, während die trüben Bernsteinaugen sich halb geschlossen hatten. Möglicherweise wirkten diese ein wenig wie die einer schlafenden Schlange. Ramyla hatte als Jungwölfin mal eine solche beobachtet, zusammengerollt wie zum Schlafe, doch die Augen waren starr geöffnet geblieben. So ähnlich glaubte sie sich zu fühlen: Wach, die Augen geöffnet, und doch war sie kaum noch tatsächlich hier. Selbst wenn ihr Körper handelte, ihr Fang sprach und sogar die Stimme sich verändert hatte und ruhiger geworden war, als hätte sich die Beta gefasst… Die Augen blieben glasig.
Im Hintergrund brabbelte Mika etwas vor sich hin. Langsam wanderten die Glasaugen zu dem Wolfshybriden und was Ramyla empfand, war eindeutig… Mitleid. Eine geradezu warme Welle aus Mitleid, die für einen Moment alles andere mit sich nahm. Was wirklich in Mika vorging, das konnte Myla freilich nicht wissen. Aber sie sah diesen großen, alten Wolf und bemitleidete ihn auf eine Art und Weise, die keine Spur von Hohn aufwies, keine Herablassung. Dafür war einfach kein Platz mehr. Sie wollte nicht hassen, nicht wütend sein, deshalb war sie es auch ganz einfach nicht.
Lonatos Worten folgte Ramyla sehr sorgfältig. Zuerst waren nur die bunten Ohren zu ihm gewandt, dann folgte auch das Haupt der Beta. Fast schon aufmerksam musterte sie den Rüden, der seine vorhin unterwürfige Haltung ein bisschen gelockert hatte.
"Ich weiß dein Angebot sehr zu schätzen, Lonato", bedankte sie sich mit einem unmerklichen Lächeln. "Das Einzige, das wir tun können, ist… näher zusammenzurücken. Dieser Wald…", ihr Blick schweifte wieder ab, um über die kränklich und verzerrt wirkenden Schatten der Bäume zu huschen, "Es fühlt sich an, als wollte er uns auseinander reißen."

Möglicherweise meinte Ramyla nicht den Wald… sondern was? Das Schicksal? Die Götter? Was auch immer es war… Sie hatte nicht vor, kampflos aufzugeben. Nicht, solange hier noch ein paar Wölfe waren, die sich wieder eng zusammenschließen konnten, irgendwie. Sie mussten hier raus. Raus aus diesem Wald, diese Nacht hinter sich lassen…
Das blanke, alte Gesicht des Mondes stand am Himmel. Die blasse Scheibe war beinahe ganz rund und spendete kaltes Licht, das sich über die trostlose Welt ergoss. Doch irgendwann würde die Sonne wieder aufgehen. Irgendwann würde es wieder hell werden. Auf mehr als eine Art und Weise.

Ramyla erhob sich schließlich, stupste Sharouk sanft an, und forderte diesen dazu auf, mitzukommen. Sie ging die letzten Schritte bis zu Mika und den beiden Toten und legte sich wortlos zu diesen. Ihre Flanke berührte leicht die des größeren, älteren Graulings, während die Bernsteinaugen das Mondlicht reflektierend den Omega betrachteten. Dann leckte sie Mika über die Wange, genauso zärtlich und mitfühlend, wie sie es bei ihrem Sohn getan hatte. Ein sanftes, gehauchtes Wispern brachte die Nacht zum Klingen:
"Armer alter Welpe…"


xx Sharouk & Lonato & Mika (& Ares) xx

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Kayra


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Sep 06, 2013 7:12 am


Vorsichtig berührten die Pfoten den kalten Boden, voller Sanftmut schritt Kayra vorwärts, ohne darauf zu achten, wo ihr Rudel war. Sie brauchte etwas Zeit für sich. Es war viel passiert und obwohl sie nun einem Rudel angehörte und auch Caves um sich hatte, fühlte sie sich unvollkommen. Zweifel nagten an ihr, wie die Würmer im Holz eines Baumes. Ja, sie fühlte sich durchlöchert und instabil. Das war nicht gerade das, wonach sie strebte. Ihre Unvollkommenheit und Unausgeglichenheit mache sie anfällig für scharfe Worte. Und so, wie sie werden konnte, wollte sie nicht sein. Sie wollte ihre Sanftheit nicht verlieren. Strebte sie doch nach der Akzeptanz anderer ihr gegenüber. Vielleicht war es dumm, sich selbst nicht so zu akzeptieren, wie man war, doch die weiße Fähe fühlte sich so wie sie war einfach nicht richtig. Diese Ausfälligkeiten, die ihren Charakter zeichneten wie Narben, führten dazu, dass sie mit sich selbst wohl am unzufriedensten war. Betrachtete man alles aus der Ferne, so schien es doch, dass jeder Wolf ihr einen gewissen Respekt, aber auch Freundlichkeit – Caves von diesem Punkte einmal ausgenommen – entgegenbrachte.
Die hellen Augen wanderten über die helle Landschaft. Hell war allerdings nur der Frost, der alles bedeckte. Und der Nebel, der sich bedrohlich seinen Weg durch die dürren Baumstämme bahnte. Alles wirkte unheimlich ruhig. Zu ruhig vielleicht. Fast schon bedrohlich. Was hätte sie jetzt darum gegeben, das Rudel nicht hinter sich gelassen zu haben. Oder vielleicht auch vor, rechts oder links von ihr. Wer konnte das in diesem Unterholz schon sagen?

Ein Geräusch, als wäre ein Stein gegen einen Baumstamm gekugelt ließ Kayra ihren Kopf herumreißen. Im Nebel erkannte sie etwas kleineres Schwarzes. Eine vertraute Siloutte ließ sich erkennen, als sie zwei Schritte nach vorn machte. Die junge Fähe sah unheimlich verloren aus. Was machte sie auch ganz allein im Wald? Das war äußerst ungewöhnlich. War die Dunkle doch in letzter Zeit meist in der Mitte des Rudels aufzufinden. Die Weiße, ganz im Gegensatz zu der Jungwölfin, wirkte wie ein Geist in diesem Wald. Ihr schneeweißes Fell verschmolz geradezu mit der Umgebung und die hellen blauen Augen zeichneten sich nur leicht vor dem weißen Hintergrund ab. Um die Jüngere nicht zu verschrecken senkte Kay leicht den Kopf und spitzte freundlich die Ohren.

“Was machst du denn hier, Kalucy? Hast du dich verirrt?“

Ihre helle Stimme klang sanft und freundlich. So seidig, wie ihr makelloser Pelz schmiegten sich die Worte um den Hörenden. Sanftmut war ihre große Stärke. Und die Sympathie, die sie gegenüber den Jüngsten des Rudels empfand, machte es ihr noch leichter, diese zu zeigen.

{allein im Wald # Kalucy }

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by icewolf
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Raziel


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Sep 07, 2013 6:08 am

RAZIEL .&. ARES
hat sich verirrt | sieht Wölfe, die eigentlich tot sein sollten | wird langsam wahnsinnig | Psychisch fast am Ende | rennt und stolpert über eine Wurzel steht sogleich auf um beruhigt sich ein wenig | Abwehrhaltung - richt Ares sieht sie aber nicht wegen dem Nebel

Nichts. Auch rein gar nichts konnte er finden. Was er suchte, würde er wohl oder übel nie finden und das war nicht gerade eine erfreuliche Erkenntnis. Nein, eher eine die, die  Stimmung deutlich umschlug in missgelaunt. Niedergeschlagen stapfte der Rüde weiter durch diesen verfluchten Ort und senkte dabei seine Schnauze um irgendeine Fährte zu wittern.  Nur zu schade, dass er auch rein gar nichts wahrnehmen konnte. „Dieser Ort ist mehr als grusselig.  Es kann doch nicht sein, dass ich nichts rieche. Natürlich von der Erde und dem Tod abgesehen.  Aber auch rein gar nichts Lebendes. Nicht mal ein Pups von einem … von einem dieser schwarzen Federviechs oder einer verirrten kleiner Feldmaus.“Raziel hatte es wirklich satt wie ein Idiot herum zustreifen und dabei nichts zu finden. Demonstrativ setzte er sich auf seine Hinterläufe und suchte mit seinen Augen die Gegend ab „Kein Leben. Keine Lebewesen außer Raben. Was für ein Ort ist das bitte? Ganz ehrlich, wenn ich bald niemanden vom Rudel oder sonst was sehe …SEHE.“ Das letzte Wort glich fast einem Piepsen. Denn er traute seinen Augen nicht, irgendwas Schwarzes hatte sich gerade im Nebel bewegt.

Ein Wolf? Ein Rudelmitglied? Instinktiv hob der Rüde die Nase und begann in der Luft zu schnüffeln. Nichts. Kein bekannter Geruch oder überhaupt eine Duftnote. Irgendwas war hier faul. Mit diesem Ort stimmte was nicht, was es auch war, es bedeutete bestimmt nichts Gutes.  Wann war es gut, wenn überall Knochen rumlagen und Raben ihre Lieder trällerten. Wann bitte? Raziel war Heulen zumute. Ganz ehrlich er hasste diesen Ort und diese Landschaft. Die Landschaft war erdrückend auf eine Art und Weiße, die er nicht beschreiben konnte. „Nun denn, der Vater der Kleine ist wohl der übel unauffindbar. Willst du weiter wie ein Idiot hier rumspazieren und suchen oder zurück zum Rudel gehen? Zurück zum Rudel, das klingt doch fabelhaft Raziel.“ Der Soul Reaver erhob sich und ging langsam in irgendeine Richtung von der er kam, jedenfalls hoffte er es, es sei die richtige Richtung. „Und was sagen wir der Kleinen Raziel? Entschuldige Schätzchen, aber wahrscheinlich ist dein Papa tot oder er hat dich ausgesetzt oder sich selber wie ich mich gerade verirrt. Klar Raziel wir nehmen bestimmt die Nummer mit Papa ist tot noch solche tolle Ideen Genie?“ Langsam vernebelte ihm der Nebel seinen Verstand. Denn solche Gedankengänge waren recht selten oder er hatte solche einfach nicht. Er hatte sich noch nie so benommen wie jetzt. „Oh ja, wie Opa Anubis sagte, der Wahnsinn liegt in unsere Familie. Mit dem Alter kommt der Wahnsinn und bald wirst du dich in deiner eigenen Scheiße wälzen Raziel,“ redete der Rüde mit sich selber und lachte sarkastisch dabei auf.

Die Zeit verging wohl hier nicht so schnell, denn für Raziel kam es wie eine Ewigkeit vor, dass er herumstreute ohne jeglichen Erfolg. Langsam gab der Rüde die Hoffnung auf. Vielleicht war der Wald verflucht und wer rein kam, kam auch nie wieder raus? Aber so einen Aberglauben besaß der Rüde wieder doch nicht und schlich weiter durch das morsche Unterholz des Waldes. Eigentlich würde der Schwarzbraune gerne eine Pause machen, aber er fühlte sich verfolgt. Dieses Gefühl, das er verfolgt wurde, lies nicht ab, wie auch das ihn jemand beobachtete. Es machte den Rüden regelrecht verrückt, sodass er manchmal bekannte Gesichter sah. Er sah Wölfe ihm Nebel, die … die eigentlich tot sein mussten. Was wird verdammt nochmal hier gespielt? Nervös blickten seine Augen zu der einen Richtung und dann zu der anderen Richtung. „Es wird alles gut Raziel. Alles wird gut Raziel.“ Und im nächsten Moment sprang er erschrocken zurück als ein toter Rabe vor seinen Pfoten fiel. Sein Herz raste und Adrenalin wurde in seinen Adern gepumpt. Das erste mal verspürte der Rüde Angst. Erschrocken mit großen Augen blickte er zum Raben und dann in den Nebel, wobei ihm geradezu das Herz in die Hose (wenn er eine hätte) rutschte. Er sah ... er sah seinen Bruder und nicht gerade in bester Verfassung. Kurz blinzelte der Rüde, denn es konnte nicht wahrr sein. Der Soul Reaver jaulte auch sogleich auf, denn auf einmal stand er vor seinen Augen nur ein Zentimeter trennten die Nasespitze seines toten Bruders von ihm. Nach nur einem kurzen Blinzeln war sein Bruder auch wieder weg. Zittrig und wacklig stand er auf seinen Beinen, wobei er nicht vor Kälte zitterte, sondern vor Angst. Dieser Wald spielte seine Psychospiele mit Raziel und er hatte dabei Erfolg dem Rüden Angst einzujagen. Raziel fühlte sich wie ein kleiner hilfloser Welpe an, der nur Angst empfand. Der Rüde dachte nicht mal nach und sprintete los in irgendeine Richtung. Egal welche, Hauptsache raus aus diesem verfluchten Wald. Nicht stehen bleiben, das war sein Ziel und er quälte sich dabei ab, ja nicht nach hinten zu schauen oder überhaupt stehen zu bleiben.

Das Atmen fiel im schwerer und er hechelte schon. Doch der Verfolgungswahn und gleichzeitig die Angst trieben den Schwarzbraunen an. Jedoch wurde er nicht gerade auf die sanfte Tour gestoppt. Nein, der Rüde stolperte über eine Wurzel und überschlug sich sogar. Auf dem Boden liegend schaute er verwirrt auf. Was war gerade passiert? Ach ja genau, er ist blöderweise gestolpert. Dummheit tut wahrlich weh. Mit schmerzenden Gliedern stand der Rüde auf. Wenigsten wurde er richtig durchgeschüttelt, sodass er ein bisschen klarer denken konnte. Doch sein Herz hämmerte immer noch wie verrückt und Raziel stand noch immer wacklig auf den Beinen. „Nun gut beruhig dich. Nichts wird passieren. Hoffen wir mal natürlich, dass kein Buh-Monster dich verschlingen wird.“ Um sich zu beruhigen schloss der Rüde seine Augen und wartete ab, bis sich sein Puls senkte. Ein fremder Geruch. Sofort öffnete der Rüde seine Seelenspiegeln und konnte doch niemand erkennen wegen dem Nebelschleier. Seine Körperhaltung war angespannt, die Ohren legten sich nach hinten, das Fell sträubte sich und ein tiefes Knurren kam aus der Kehle des Soul Reavers. „Ich spiele nicht gerne Versteckspielen also komm raus wer auch immer du bist.“ Wahrscheinlich wieder eine Einbildung oder etwa nicht? Sicher war Raziel sich dabei nicht.

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Kalucy


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Sep 07, 2013 7:38 am

xx The future's open wide beyond believing
To know why hope dies
Losing what was found, a world so hollow
But the silence of this sound is soon to follow
Somehow sundown
xx


Jede Bewegung des zierlichen, schwarzen Körpers fühlte sich falsch und verräterisch an. Die Schatten flüsterten. Kalucy verstand die Worte nicht, doch wurden sie dadurch nur noch bedrohlicher. Wo war ihr Freund, der ihr Nacht für Nacht das Licht brachte? Verzweifelt reckte Kalu das Köpfchen. Er war hier irgendwo. Das Mondlicht fiel nur diffus durch die knorrig verzweigten Äste über ihr und drang teilweise auch bis ins Unterholz vor – aber es war da. Der Mond war da. Irgendwo über ihr. Eine stille Gewissheit, die über allem schwebte.
Langsam atmete Kalucy den angehaltenen Atem aus und erinnerte sich daran, danach tief Luft zu holen. Alles in Ordnung. Die Sternschnuppenaugen suchten scheu die Dunkelheit ab. Über ihr griffen die Äste einem Spinnennetz gleich ineinander und teilten so das Mondlicht, nach dem sich die junge Wölfin gerade so sehr sehnte. Doch dieses blasse Licht fing sich vor allem im Nebel, der Boden, Bäume und die schwarze Gestalt Kalucys umschloss. Und… es offenbarte, gegen was die Jungfähe gestolpert war.
Ihr Herzschlag hatte sich beinahe wieder beruhigt, als Kalucys Blick zu dem knöchern weißen Etwas zurückkehrte, das im Grunde direkt vor ihrer Schnauze aus dem Boden ragte. Eine groteske verrenkte Wirbelsäule reckte sich vor ihr empor, halb in einem Stein verkeilt. Ein Stück daneben starrten Kalucy die zwei toten Schattenaugen eines Totenschädels an, umwabert von Nebelschwaden. Gehetzt wich die schwarze Jungwölfin zwei zitternde Schritte zurück. Hätten ihr die Knochen schon früher auffallen sollen? Denn plötzlich erblickten die wieder schreckgeweiteten Augen diese überall, während die unsicheren Pfoten Kalucys bebenden Körper im Kreis drehten. Hier und da blitzte das Knochenweiß auf, durchbrach die Schwärze der Nacht auf bizarr anmutende Art und Weise…
– Kalucy keuchte auf, als sie eine große Gestalt erblickte, die im ersten Moment wie ein bekannt knochenweißes Wesen wirkte, einzig und allein dazu bestimmt, sich auf den wehrlosen Welpen zu stürzen. Ja, ein wehrloser Welpe. Mehr war Kalu im Augenblick nicht. Und dann erklang eine Stimme, die das verzerrte Bild vor Kalucys Augen etwas klarte. Verwirrt löste sie sich ein klein wenig aus ihrer verkrampften Haltung, in der sie wie gelähmt verharrt hatte. Verirrt? Ja… ja. Sie glaubte schon. Also nickte sie ganz langsam und duckte sich leicht.
Es brauchte eine Weile, bis sie einen passenden Namen in ihrem Kopf fand. Kayra. Die große, weiße, wunderschöne Fähe, die Kalucy bis jetzt höchstens schau aus der Ferne bewundert hatte. Etwas sagen. Sie musste etwas sagen! Doch es wollten sich keine Worte finden lassen. Sie schwirrten zwar in Kalucys Köpfchen herum, doch kamen sie ihr letztendlich ungeordnet aus dem Fang:
"V-verirrt… Ja, d-das habe ich – u-und ich bin Kalucy, das i-i-ist… richtig… Und du – du bist Kayra, j-ja?"

Kalucy hätte sich am liebsten selbst die Zunge abgebissen. Ihre Stimme war nichts als ein beschämendes Fiepen, erst recht im direkten Vergleich zu der von Kayra. Einerseits waren die gehauchten Worte vor Aufregung eine Oktave zu hoch, andererseits auch irgendwie kratzig, als hätte Kalucy ihre Stimme lange nicht mehr benutzt… was auch der Wahrheit entsprach.

Kayra xx Wald, abseits vom Geschehen

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Kapitel 8 - Himmelssünde

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