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 Kapitel 8 - Himmelssünde

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Sharouk


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Sep 07, 2013 8:07 am

SHAROUK & RAMYLA & MIKA & LONATO & (ARES)
wiederspricht nicht Mika | lässt alles über sich ergehen | bemerkt wie Raben die Gruppe beobachtet | will aus dem Wald raus und frägt was nun mit den Leichen ist

Leer. Sha fühlte sich so dermaßen leer an, als ob er nur eine Hülle war oder gar selber Tod war. Nein, er war nicht tot. Um verstorben zu sein, müsste man nichts spüren können und der Jüngling spürte was. Er spürte die Trauer und den Schmerz in sich, welcher der Auslöser für seine Tränen waren. Warum musste das Schicksal so verbittert sein? Warum musste es unbedingt seinen Vater und seinen Onkel treffen? Kann es nicht irgendwelche andere Wölfe sein? Nein, die …die Götter haben sich genau diese zwei Himmelskinder ausgesucht. Götter … aus Glauben wurde Hass und Sha verabscheute sie. Wenn sie so gütig sind, warum hatten sie nicht seinen Papa und seinen Onkel Blake beschützt. Warum? Doch zu seiner Frage, die er gedanklich gestellt hatte, bekam er keine Antwort. Auch glaubte der junge Rüde nie eine bekommen zu werden. Die Götter würden sich in Schweigen wiegen und zusehen, wie langsam jeder in diesem Wald sterben würde. Sie waren hier verdammt zu sterben. Wahrscheinlich war dieser Wald schuld auf dem ein Fluch oder böse Geister ihn bewohnten. Seine Ohren zuckten auf bei der dunklen Stimme von Mika und sahen auch den Hybriden an. Seine Worte schmerzten zu tiefst. Gerne würde Sha in als Lügner, Idioten und was auch immer in zu beleidigen. Doch schlussendlich hatte der Mischling einfach nur Recht. Mika sprach die absolute Wahrheit und Sha konnte sich dagegen sagen. Seine Augen senkten sich zu Boden vor … vor was eigentlich? Scham? So könnte er es ausdrücken. Er war beschämt, dass diese Aussage der Wahrheit entsprach. Kein Wort kam aus der Kehle und schon fühlte er wie jemand ihn am Nackenfell packte und davontrug. Sha wollte bei seinem Vater bleiben und doch fiel ihm die Kraft sich zu wehren.

Er lies es über sich ergehen und die Berührungen seiner Mutter wirkten auf den Kleinen beruhigend. Sein Atmen, der flach war da er geweint hat stabilisierte sich wieder ins normale und sein Herz schlug wieder langsamer. Sein Kopf kuschelte sich dabei in dem Fell seiner Mutter, als ob er die Wärme brauchte und seine eigene Wärme in nicht mehr wärmen konnte. Er brauchte irgendwas um sich nicht mehr leer zu fühlen, um wieder lebendig zu sein. Seine Augen jedoch hafteten an die Leiber der Toten, als ob sie jede Sekunde wieder zum Leben erwachen würden und doch würde das nie passieren. Es war schon dunkel. Die Nacht hatte sich über den Wald gelegt wie ein schwarzer Schleier. Nur der Mond erhellte das Waldstück und in der Nacht sah der Wald noch weniger einladend ein. Ein Schauer lief ihm über den Rücken, als er Flügelschläge hörte. Irgendwas sagte ihm nicht aufschauen und doch tat er es. Augenpaare starrten auf die kleine Gruppe. „M…ma…Mama uns starrt was an.“ Er konnte die Raben kaum erkennen wegen den schwarzen Federkleider. Aber er wusste gleich was er wollte „Mum ich will hier nicht länger bleiben, doch was ist, mit den,“ kurz schluckte der Rüde und sprach dann das Wort aus „Leichen.“ Nicht länger überlegte Sha und gesellte sich auch zugleich zu Myla, Mika und den Leichen, wobei er die schwarzen Vögel nicht aus den Augen verlor. Einer der Viecher krächzte und schien beinahe diese Gruppe zu verspotten. Wie aus Reflex kam ein Knurren aus seiner Kehle, welche sofort eine Antwort bekam. Der eine Rabe plusterte sich auf und schlug mit den Flügel auf und sah Sha dabei auffordernd auf. Wollte der Rabe etwa, das Sha sich auch aufplusterte?

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Ares


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Do Sep 12, 2013 12:05 am

Es wurde der großen zu viel, dieses ganze Familiendrama um zwei Tote. Ein Rudel, was sollte Ares dann noch hier? Schließlich hatte sie ja rein garnichts mit diesen Wölfen zutun, wesshalb sie sich leise wie ein Schatten davon bewegte. Wieder durch den nebligen Wald, das Gefasel war schon fast nicht mehr zu hören. Ares seufzte und neigte ihren Kopf etwas nach unten um eine bessere Sicht zu haben, mit weit geöffneten Seelenspiegeln spähte sie Geradeaus. Doch um eines kam sie nicht herum: sie musste leise bleiben, egal was geschiet. Dieser abgestorbene Wald...dort verbag sich etwas, etwas womit man niemals spaßen dürfte, nwo man iemals hätte hineingehen sollen. Der dichte Nebel schwächte ein wenig ab, wie es der silberweißen Fähe vorkam. Ares schlich so gut es ging um die brüchigen Skelette und Knochen herum, doch so mehr sie sich anstrengte, so mehr ging dabei kaputt. So einen Mist...wenn ich nicht langsam mal leiser werde, oder hier raus finde, werde ich sicher noch auf das Rudel treffen.... Dabei ging der Fähe noch so Einiges durch den Kopf. An der Wasserquelle, neben den Toten...der kleine Welpe. Sprach er wirklich von den Himmelswölfen? Ares war eine von ihnen und hatte noch nie einen ihresgleichen getroffen. Ja klar - sie waren nicht wirklich anders als normale Wölfe, jedoch war es eine Besonderheit. Als würde man geküsst, von den Göttern persönlich. Waren sie Himmelswölfe? Die beiden toten Leiber? Und was war mit den anderen Wölfen, steckte in ihenen ebenfalls das Himmelsblut? Eine tiefe Stimme, die wahrscheinlich zu einem Rüden gehörte, riss Ares aus ihren Gedanken und ließ sie schlagartig stoppen. Die Ohren zum Klang des Wolfes gedreht, bewegte sich die große nicht weiter von der Stelle. Sieh mal einer an. Ein weiterer Wolf, versunken im Meer der toten Bäume. Gehörst auch du zu dem Rudel, welches sich ebenfalls in diesem Wald befindet? Der tiefe Klang ihrer Stimme schreckte Ares selbst schon ab. Die, mit dem eisigen Fell, tapste in die Sichtweite des Rüden und setzte sich. Mit gerader Haltung blickte sie ihm entgegen.

{Bei Raziel // Spricht}

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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    So Sep 15, 2013 1:23 am

Ihm wurde bewusst, dass es ihm egal war, wenn er sich vollständig im Wahnsinn verlor. Es war ihm egal, wenn er Objektivität und die Realität abgeben musste. Was war bitteschön schon real? Der Zerfall seiner selbst war bereits ausgeschrieben worden, als er geboren wurde. Er hätte in keiner Weise verhindern können, vor jene Entscheidungen gestellt zu werden, die ihn schließlicha auf den Pfad gebracht hatten, den er heute beschritt. Natürlich, er hätte sich damals anders entscheiden können, aber der Moment dieser Entscheidung wäre geblieben. Ein Moment, in dem sein ganzes Leben kippte. Links ein Abgrund, Rechts ein Abgrund und vor ihm ein schmaler Grat der Einsamkeit und des Wahns. Ein Grat, den sonst kaum jemand wahrnahm, ein Grat der ebenso schmerzhaft war, wie die Abgründe zu beiden seiten, vielleicht sogar ums tausendfache schmerzhafter. Er hatte ihn gewählt, als der Wolf, der er damals gewesen war. Er hatte niemanden enttäuschen wollen und so hatte er alle enttäuscht. Anstatt zwischen denen wählen zu müssen, die ihm wichtig waren, hatte er sich selbst gewählt - dabei war er sich selbst damals wohl kaum wichtig gewesen. Er hatte alle von sich gestoßen und in seiner Einsamkeit angefangen sich selbst zu lieben - die einzige Alternative wäre Selbsthass gewesen. Und damit hat es angefangen. Die Korruption seines Herzens, die Zerstümmelung seiner Seele, seiner Selbst. Was zählte dann dieser letzte Funken gesunder Woflsverstand am Ende seines Lebens? Er hatte wieder gelernt aus tiefstem Herzen zu Hassen und zu Lieben, nur damit man ihm das Objekt seiner Begierde aus den Fängen riss. Es war sein letzter Grund gewesen, bei Verstand zu bleiben. Und nun... konnte er sich einfach in diesem rumorenden Chaos verlieren. Er hieß den Nebel willkommen, der diesen toten Wald erfüllte. Er ließ ihn in sich hineinströmen, bis er selbst nur noch Nebel atmete, Nebel war.

Himmelswölfe? Pah. Er war ein Wolf des Nebels. Er senkte die schwarzen Tunnelaugen hinab auf die leeren Züge Blakes und hinter all den dunklen Gängen brannte sich dieses Bild in seine Netzhaut. Danach wandte er sich scheinbar desinteressiert ab, platzierte seinen Kopf zwar wieder auf dem ehemaligen Alpha aber starrte in den Nebel der weiter über den Boden wallte und kroch. Ein Wesen, welches ihn nie allein lassen würde. Ein Wesen, welches nun in ihm wohnte und ihn daran erinnerte, dass er nicht mehr als bloß ein Geist war. Den eigentlichen Mika, jenen Welpen der damals Mikael getauft worden war, aber nie so gerufen, jenen Wolf hatte dieser Körper lange zuvor in den Nebelbergen zurückgelassen. Er hatte sich wohl schon lange in dem ewigen Dunst aufgelöst, der zwischen den Gipfeln waberte. Während er also diese Substanz durch alle Körperöffnungen aufzunehmen schien, bemerkte er eine leise Berührung an seiner Flanke. Sie fühlte sich völlig fremd an, vor allem, da sie Wärme ausstrahlte. Wärme - nein, was sollte er bitteschön noch mit Wärme? Für ihn war eine tote Welt viel heimischer. Ja, der erkühlte Körper Blakes unter ihm gab ihm Ruhe, während die Wärme dieser Fähe ihn anwiederte. Er war bloß ein Geist. Geister brauchten keine Wärme. Er wusste, dass sie ihn beobachtete. Eine Fähe, sie die Wärme ausstrahlte, sie die Welpen geboren hat. Er wünschte sich, sie würde wieder gehen. Die Sanftheit von Fähen und ihre Wärme hatte ihn schon immer abgeschreckt. Er hatte sie in seinem Leben meist gemieden, falls es nicht darum ging, ihnen Schmerzen und Leid zuzufügen. Etwas feuchtes, warmes schleckte ihm über die Wange. Es erinnert ihn an ferne Tage unter jenen altbekannten Bergen. An seine Mutter, seine Schwester, an Chizu. Doch niemand würde ihm je in jener Art über die Wangen schlecken, wie jener magere Rüde damals. Das Geflüster von Fähen ließ ihn kalt. Selbst bei seiner Familie hatte er nichts empfunden, als sie solche vertrauten Gesten mit ihm austauschten. Er hatte nichts empfunden, bis er diesen Rüden getroffen hatte. Der Rüde, der sein Verderben sein würde. Den Fall des Jungwolfes, der Alpha hätte sen können - auch wenn es nie wirklich sein Wunsch gewesen war. Ein armer alter Welpe - nein, das war inkorrekt, aber wieso sollte diese Fähe es auch wissen? Er war vielleicht ein armer alter naiver Jungwolf. Dort hatte er mit sich selbst gebrochen. Doch wie konnte eine Fähe wie sie das schon wissen. Wie konnte es überhaupt jemand wissen? Die Gruselgeschichten über das Rudel der Nebelwölfe wurden kaum noch erzählt. Und selbst wenn, waren doch niemanden die Details genau bekannt. Er hörte das Krächtzen der Raben wie aus weiter Ferne und verängstigte Bitten eines kleinen Welpen. Er erinnerte ihn zu sehr an seine kleinen Brüder.

{ Myla & Sharouk & Lonato | bei den Toten }

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the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
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That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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Raziel


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Mo Sep 16, 2013 3:57 am

Raziel Sinne führten ihn in die Irre oder etwa doch nicht. Der Rüde war einfach verwirrt, verwirrt und sogar ein bisschen verängstigt wegem diesem Wald. Er empfand nur tiefe Abneigung gegen diesen Wald. Dieser Wald barg ein Geheimnis in sich und dieses Geheimnis war bestimmt nicht für seine Augen. Im Grunde wollte er das Mysteriöse auch nicht lüften. Es sollte ruhig geheim bleiben, nicht das er wenn er es erfährt noch draufgeht. Jedoch konnte er nicht verneinen, dass er ein bisschen neugierig war, was diesen Wald betraf. Doch der Wald machte es ihm deutlich, dass er hier und die anderen nicht gerade willkommen war. Und diese verflixten Raben sagten nichts, sondern krächzten wie blöd und plusterten sich auf. Er wurde regelrecht von ihnen beobachtet. Sie waren überall. Raben waren eigentlich Freunde, aber was war mit diesen Raben. Naja er wusste selber nicht. Trauern würde er ihnen nicht, denn sie machten den Wald auch noch gruselig. Zu gerne würde er nicht alleine rumstreifen. Er würde sogar den Boden abschlecken, wenn er hier raus gefunden hätte. Ja, das notierte er sich gleich in seiner To-Do-Liste: Wenn du raus kommst, sofort den Boden abschlecken vor Glück. Wo waren eigentlich überhaupt die anderen? Sie waren wie einfach wie vom Erdboden verschluckt worden. Hoffentlich war dieser Wald nicht all zu riesig, sodass er sie bald finden würde. Raziel würde sogar wieder, wenn es sein muss auf Wurzeln rum kauen nur, damit er endlich sein Rudel wieder finden würde. Ja, diesen Pakt würde er eingehen. Langsam nagte irgendwas in seinem Gedächtnis. Der Wahnsinn oder wurde er einfach verrückt, dass er mittlerweile ein Flüstern oder gar wispern vernahm. Definitiv der Wald tat seiner Psyche nicht gut. Bald würde er noch die Bäume als Freunde sehen und sie gerne abschlecken. Ob Baum schmeckt? Bei diesen Gedanken schüttelte er den Kopf und konzentrierte sich wieder auf diesen Geruch. Auf den Geruch, der wahrscheinlich von einem Wolf stamm.

Ein Wolf, jedoch sicher war es nicht ganz. Der Geruch war nicht eindeutig. Ein Rascheln gefolgt von Brechen der Knochen. Oh je war wohl für ein grünes Monster gleich raus springen würde. Raziel war auf alles gefasst und seine Lefzen waren nach hinten gezogen. Was oder besser gesagt, wer auftauchte, machte Raziel baff. Nun war er völlig verwirrt und starrte die Fremde an. „Sa..Sak..Sakura?“ stotterte der schwarzbraun Farbige. Nein, das konnte nicht sein. Sie sah aber verdammt Sakura ähnlich oder doch? Die Verwirrung machte sich in dem Rüden breit und er musste sich erst mal hinsetzten, um nicht gleich wirklich aufs Maul zu fallen. Dann erhob die Fremde ihre Stimme und Enttäuschung mischte sich unter den Gefühlen. Wie konnte Raziel noch so blind sein? Es war nicht Sakura auch wenn sie sich ähnlich sahen. Diese Fähe war eine Fremde. Sie hatte eine andere Stimme wie auch ihr Geruch war anders. Raziel würde auch wundern, wenn Sakura irgendwo auftauchen würde. Sie würde nie zu ihm zurückkehren. Sein Engel hatte ihn verlassen bei einer Schlacht. Verlassen. Es war wie ein Schlag in die Magengrube für ihn gewesen. Seine Gefühle konnte er nicht ganz deuten. Es war ein Strudel von den vorherigen und den jetzigen. Die Seelenspiegel musterten kurz die Fähe und er wog sich kurz in eine Schweigeminute. Der Soul Reaver musste sich einfach ordnen, denn dieser Wald machte ihn einfach fertig. „Ach ja das wusste ich nicht, danke das du mir gesagt hast, das ich ein Wolf bin. Ich dachte schon ich wär eine Mieze. Und ja ich gehöre zum Rudel …“ antwortete er ihm sarkastischen Ton und wurde danach wieder neutral „Hast du etwa sie gesehen?“

RAZIEL & ARES
spricht mit Ares | toter Wald

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Jin


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Do Sep 19, 2013 12:16 am

Die kastanienbraunen Augen wurden zu kleine Schlitze geformt und beobachteten jede Mimik und auch jede kleinste Bewegung von Kiba.  Wolf, was war sein Problem?! Der Goldfarbene würde den Weißen in seiner Reaktion ja etwas verstehen, wenn Jin selbst zu ihm gekommen wäre und ihn dumm von der Seite angemacht hätte. Doch so war es nicht. Kiba war zu ihm gekommen, provozierte ihn mit seinem Verrat an dem Rudel und drehte ihm nun die Worte im Maul herum, indem er ihn nun als schwarzes Schaf darstellte – Jin das schwarze Schaf, das Waisenkind, dem alles in die Schuhe geschoben werden konnte! Wut fachte in dem jungen Körper auf, eine kleine Flamme, die sich durch seinen Körper fraß und von Moment zu Moment heller und größer brannte. Das kurze Fell am Nacken stellte sich auf und die Ohren drehten sich zur Seite. Still und mit argwöhnischem Blick lauschte er Kibas Worten, die ihm wortwörtlich entgegen geschleudert wurden. Schemel? Die Ohren zuckten nach vorne. Jin wusste nicht was es heißen könnte, aber es hörte sich nicht gut an und klang wie eine Beleidigung. Ein unkontrolliertes Knurren brodelte in seiner Kehle und drang aus seiner gekräuselten Schnauze hinaus. Dieser elendige Wurm! Wenn Jin bloß schon ausgewachsen wäre, dann würde er den Weißen auf der Stelle zu Boden quetschen, wie ein nerviges Insekt. Zur Wut mischte sich nun Hass dazu. Tiefer Hass, die wie eine große Wunde klaffte und schwer wieder verheilen und vergessen werden würde.

„Rangelei!“, stieß Jin spottend aus und verdrehte die Augen. Dass er nicht lachte! Kiba hatte vor gegen einen Jüngling zu kämpfen? Jin rümpfte verächtlich die Nase. Sein ‚Tut mir Leid‘ hörte sich genervt an und sollte vermutlich heißen: ‚Bringt doch nichts mit dir zu reden‘ – wodurch er Jin bloß noch mehr verstimmte. Doch das er nun mit der weißen Fahne wedelte zeigte dem Jüngling bloß, dass er endlich einsah, dass ER Mist gebaut hatte und nicht Jin!

Während Kiba schuldbewusst – so interpretierte Jin die Geste! – seinen Kopf senkte und seine Augenlider senkte, bereitete sich eine wohlfühlende Ruhe in seinem Brustkorb aus. Arrogant wie eh und je reckte Jin sein Kinn in die Höhe und musterte stumm den weißen Rüden. Er wollte abwarten und sehen, ob Kiba tatsächlich seine Klappe halten konnte. Doch ein lautes Heulen erklang klar in seinen Ohren. Jin zuckte sichtlich zusammen. Sein Kopf wurde zur Seite geworfen, in die Richtung woher das Heulen stammte, und die Ohren zuckten unruhig. Blake? Und hatte er nicht auch Mika hören können? Er bereitete ihm Sorgen, da das Heulen so … merkwürdig klang. Ungewollt huschte der kastanienbraune Blick zu Kiba, um seine Reaktion zu erfassen. Der Ruf hatte einen kalten Schauer bei ihm ausgelöst. – Der Klang gab ihm keine Ruhe. Jin rappelte sich langsam auf, immer wieder blickte er von Kiba in den Wald.

„Ich hau ab“, murmelte Jin ruhig. Seine Gedanken waren schon weit, weit weg, sodass seine Wut auf Kiba wie verrauscht schien. „Abstand haben wir beide nun nötig.“ Dies sollte aber nicht heißen, dass er Kiba dafür verziehen hatte und ihn akzeptierte. Bloß jetzt gab es etwas Wichtigeres, Interessanteres als der Rosenkrieg zwischen den Beiden.

Kaum waren die Worte aus seinem Maul gerollt, da wandte er sich ab und lief in den düsteren Wald. Immer seiner Nase nach, immer weiter und weiter. Mehr Gerüche mischten sich zu. Bekannte und sogar unbekannte. Doch Jin ließ dabei nie den einen Geruch in den Hintergrund gleiten, er fixierte sich regelrecht drauf, bis er endlich die Wölfe erblickte, die zu den Gerüchen gehörten. Jin war völlig außer Atem als er ankam und vor der Gruppe stehen blieb. Verstört war sein Blick, als er die Leichen erblickte. Blake und Samir. – Und Mika. Die Ohren des Jünglings klappten zur Seite und vorsichtig ging er einen Schritt auf diesen zu, ohne die anderen zu beachten.

„Mika?“, fragte er leise und mit einem Hauch Unsicherheit.

Erst bei Kiba, anschließend Mika & Co.

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Ramyla


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Sep 20, 2013 12:56 pm

xx Those times in life we learn to try
With one intention
Of learning how and when we'll die
But we can't listen
xx


Armer alter Welpe. Es war ein seltsames, kontrastreiches Durcheinander, aus dem diese drei Worte entstanden waren. Ein Trümmerhaufen, ein Scherbenmeer. Doch einige Splitter glänzten noch matt, im verzweifelten Versuch, an ein strahlendes Licht zu erinnern, das noch nicht vollständig erloschen war. Oder… war es nur mehr die Erinnerung an das Licht? Ramyla wusste es nicht. Aber sie versuchte, das blasse Glänzen einzufangen. Irgendwie. Eine Ahnung von einem Funkeln, das sich in ihren zersplitterten Glasaugen fing, deren Blick noch auf Mika ruhte.
Ein Ohr der Beta drehte sich wie von selbst zur Seite. Ein leiser, verzagter Ruf. Etwas starrte? Die Glasaugen schweiften leicht geistesabwesend ab. Ja, da waren einige schwarze Blicke, die sich auf sie geheftet hatten. Zwischen Wölfen und Raben bestand seit jeher eine unerklärliche Verbindung. Diese äußerte sich von Rudel zu Rudel verschieden. Doch Ramyla hatte bereits Wolfsrudel gesehen, die eine tiefe Freundschaft zu den Raben pflegten – sie beinahe als so etwas wie gefiederte Familienmitglieder anerkannten, sie mit den Welpen spielen ließen und ihnen Teile der Beute abgaben. Diese zerzausten, kleinen Schatten in den Bäumen allerdings waren ihnen nicht wohlgesinnt. Das spürte Ramyla am ganzen Leib.
Sharouk kam zu ihr und Mika getappt, wobei die Augen des Jungwolfs jedoch auf die schemenhaften Rabengestalten fixiert blieben. Ein Krächzen durchbrach die Nacht, das Ramylas Ohren reflexartig zucken ließ. Die Ohren, in denen noch die Frage ihres Sohnes nachklang. War es eine Frage gewesen? Eine, die sie nun beantworten musste? Myla leckte Sharouk noch einmal behutsam über das Köpfchen, ehe sie das Gesicht wieder Mika zuwandte. Die Glasaugen glänzten traurig, mitleidig… und warm.
Ramyla setzte soeben dazu an, etwas zu sagen, als sie sich eines weiteren Zuschauers gewahr wurde. Lonato war noch hier… die fremde Wölfin war verschwunden. Dafür war Jin aufgetaucht. Die unsteten Augen Ramylas glitten also zu dem jungen Rüden. Möglicherweise ließ Mika sich von diesem eher aus seiner Starre holen. Also blieb Myla still neben dem alten grauen Welpen liegen und betrachtete dabei Lonato aus dem Augenwinkel. Eine ruhige, gute Seele am Rande… am Rande eines zerschlagenen Trümmerhaufens.
xx Mika & Sharouk & Lonato & Jin xx

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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Sep 21, 2013 4:21 am

Es war ruhig hier zwischen den Toten und den Lebenden - nun außer vielleicht Sharouk, der über die Leichenschmorer klagte. Ohne den Kopf zu heben, beobachtete Mika die Vögel kühl. Sie warteten nur darauf, dass sie sich von den Körper der Brüder lösten und fortzogen. Ihr ungeduldiges Krächtzen zeugte von Hunger. Sie hüpften von einem Ast zum nächsten, immer näher und Gier stand in ihren Augen. Doch Mika wollte sich nicht erheben - wieso auch? Die Tiere würde schon nicht von den Bäumen fallen, vor Schwäche. Sie konnten ruhig noch ein Weilchen warten, bis sie ihren Schmaus begangen. Vielleicht war das auch einfach der Preis, den sie zahlten, um diesen Wald zu passieren? Das könnte eine gute Gruselgeschichte für Welpen abgeben. Nun, aber man konnte ja nicht verleugnen, dass eine Menge Wölfe ihr Leben in diesem Wald gelassen hatten. Mika fragte sich leise, wer hier alles schon verendet war und wie. Wenn Wölfe seine alte Heimat durchkreuzten, würden sie wohl dasselbe denken. Was tun all diese alten Knochen hier? Vielleicht hatte das Getier des Waldes und die Jahre auch schon jeden Beweis weggespült. Es musste friedlich sein, dort zwischen den altbekannten Gipfeln.

Sein Name erklang und er löste seinen Blick von den Raben, mit ihren klackernden Schnäbeln. Jin, der mittlerweile schon ein gutes Stück gewachsen war, stand da. Sein Körper und seine Stimme - sie zeugten beide von Unsicherheit. Nun, es war ja auch eine Szene, die man nicht jeden Tag zu Gesicht bekam. Ein kuschelnder Mika. Seine Lefzen zuckten leicht amüsiert, während er den Welpen betrachtete. Er mochte ihn irgendwie, das musste er zugeben. Er hatte ihn manipuliert und seine Spielchen mit ihm getrieben - gleichzeitig hatte er ihm eine Menge Dinge beigebracht. Waise Welpen waren immer eine Investition wert, das wusste er gut. Schließlich war Jin nciht der erste, den er unter seinen Einfluss gestellt hatte. Gut, die graue Fähe namens Krovuun war etwas anderes gewesen. Er erinnerte sich auch kaum mehr an jene Zeit. Ja, diese Jahre, in denen er gemordet hatte... sie verschwanden in immer dichteren Nebel. Dafür erinnerte er sich an seine Anfänge und das war ihm tausendmal mehr Wert. "Was ist, Jin?", fragte er, auch wenn einiges an Zeit vergangen war, in der er den Welpen regungslos gemustert hatte. Seine Stimme klang etwas gelangweilt, aber gleichzeitig nicht so, als ob der Welpe ihn stören würde. "Wir halten hier nur eine letzte Kuschelrunde für die Toten." Er grinste leicht und sein Blick zuckte zu Ramyla. Er sah das Mitleid in den glasigen Augen - aber es machte ihn weder wütend, noch rührte es ihn. Er hatte nie nach Mitleid verlangt, in all den langen Jahren nicht. Selbst wenn Ramyla ihn bemitleidete - wofür denn bitte? Sie wusste nichts über ihn, sah nur den Wolf, der hier lag und der für sie nur ein Welpe war. Die Wärme in ihrem Blick dagegen, die ekelte ihn an. Das erinnerte ihn, an die ekelig lauwarmen Frühlingswinde, die bald durch das Land streichen würden. Die Tunnelaugen kehrten zu Jin zurück, abwartend.

{ Ramyla & Sharouk & Lonato & Jin }

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Kayra


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Sa Sep 21, 2013 6:19 am


Die junge Fähe schien sie erst nicht richtig wahrzunehmen, doch dann ließ sie die leise Stimme erklingen. Kayra hatte die Stimme der dunklen Fähe nur einmal, wenn überhaupt gehört. Doch sie überraschte sie nicht besonders. Eine Stimme entsprach meistens dem Äußeren und dem Charakter und so passte sie zu Kalucy, wie die ihre zu ihr passte. Dennoch hatte Kayra das Gefühl, dass die Aufregung ihr ein wenig die Zunge lähmte und so ihre Stimme höher war, als sie hätte sein dürfen.
Die Weiße versuchte möglichst nicht angsteinflößend zu wirken, was ihr sowieso nicht oft gelang. Und sie wollte ja auch gar nicht so wirken, dennoch war es in manchen Augenblicken doch von Vorteil. Die blauen Augen betrachteten die Jungwölfin prüfend. Im Herzen verspürte sie Mitleid für das kleine Geschöpf. Sie hatte vielmehr Leid gesehen, als sie es hätte sehen sollen und so war es verständlich, dass sie eher zurückhaltend war.
Auf ihre Frage, nickte Kayra leicht.

“Ja, ich bin Kayra. Du brauchst keine Angst haben, meine Kleine. In diesem Wald scheint es nichts lebendes zu geben, das uns gefährlich werden könnte.“

Die Fähe versuchte die Jüngere ein wenig zu beruhigen. Ihre ruhige, sanfte Stimme war leise, doch trotzdem hatte sie das Gefühl, etwas würde ihr lauschen – etwas, das sich im Nebel versteckte. Die Weiße hatte selbst ein ungutes Gefühl, doch das konnte sie auch für sich behalten, um Kalucy nicht zu verunsichern – mehr zu verunsichern, als sie sowieso schon war.
Suchend blickten sich die wachen Augen um, entdeckten jedoch in den knorrigen Zweigen nichts, was auf etwas hindeuten könnte, das ihnen gefährlich werden konnte. Trotzdem wäre es ihr lieber, wenn sie demnächst aus diesem Wald herauskamen.

“Wie bist du hierher gekommen? Hast du eine Ahnung, wo deine Mutter ist?“

Leicht legte Kayra den Kopf schief und spitzte die Ohren, eine Antwort erwartend. Sie selbst hatte zwar eine ungefähre Ahnung, wo der Rest des Rudels war, doch Ramyla hatte sie dort nicht ausmachen können. Und diese war schließlich die erste Anlaufstation, wenn man einen ihrer Welpen aufgabelte.

{ Kalucy # antwortet # ungutes Gefühl # fragt}

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by icewolf
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Jin


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Mi Sep 25, 2013 1:45 am

Da lag er. Sich ankuschelnd, als wär ein harter Winter angebrochen, an Blake und nah an seiner Seite Ramyla, die etwas von der Wärme des Rüden abhaben wollte. Auch wenn der modrige Geruch von Wolfsblut nicht in der Luft hängen würde oder die Tatsache, dass Blake und Samir tot waren – auch dann würde es ein ungläubiges Bild abgeben. So unreal, dass Jin seine Augen zukniff und sie einen Moment später blinzelnd wieder öffnete. Ein Traum? Verrückt. Seit wann hat er sich so lebendig in einem Traum gefühlt? Könnte ihn mal vielleicht jemand kneifen, dass er endlich aufwachte? Unerträglich war das Gefühl. Doch egal wie sehr sich der Jungwolf gegen die Wahrheit stemmte, sie schwebte klar vor seinen Augen. Und zwar, dass es kein verdammter Traum war. Der Blick wurde zum starren, als er auf die Leichen sah und versuchte zu verstehen, was geschehen sein konnte. Der Alpha war tot. Sein Bruder hatte ebenfalls ins Gras gebissen. Ramyla lag neben Mika und dieser wiederrum hatte seine Schnauze in Blakes flauschigem Fell versteckt. Realisierten sie überhaupt was da gerade ablief? Dass sie es sich auf Leichen gemütlich gemacht haben?! Doch die Rollen wurden ganz plötzlich vertauscht. Gerade hatte Jin die Beiden für verrückt erklärt (schlechter Einfluss der Umgebung?!) und da wurde er prompt zu dem Taugenichts gekürt.  Was ist? Was ist?! Unbewusst fing der Rüde an seinen Kopf zu schütteln. Was sollte schon sein? Roch er nicht den lieblichen Duft der Blumen? Und die atemberaubende Atmosphäre hier erst. Huch, da hatte Jin doch ganz vergessen Kaffee und Kuchen mitzubringen!

Eine Kuschelrunde für die Toten war das also … „Ich seh’s“, kam es relativ trocken von Jin. Die Ohren drehten sich nach hinten. Er konnte seinen Blick nicht abwenden. Dabei war das Bild alles andere als angenehm. Der Jungwolf bemerkte das Heben von Mikas Lefzen. Er grinste. Grinste als ob er einen Witz gemacht hatte. Er grinste, als ob nichts wäre. Er grinste, als wäre es das normalste auf der Welt auf Toten zu liegen. Jin hatte nie gewusst was es mit Mikas Hass auf Blake auf sich hatte. Doch sah es im Moment wirklich so aus, als ob er den Alpha hassen würde? Sah es so aus, als ob Mika sich freute? Er bemerkte nicht, wie seine steifen Läufe sich in Bewegung setzten und er sich fast mechanisch auf Mika zubewegte. Die Ohren pressten sich an den Hinterkopf und vorsichtig stupste er Mika an die Wange. Jin fühlte wie sein Herz sich schmerzhaft zusammenzog. Es gefiel ihm nicht den Rüden so zu sehen. Während der Jungwolf sich von allen abwendete und in jedem einen Feind sah, war Mika in eine väterliche Rolle geschlüpft. Ganz heimlich und unbewusst. Er war sein Mentor, seine Stütze. „Sie sind Tod, Mika.“ Leise und gebrochen sprach er den Satz aus. Schmerzhaft schluckte er den Kloß runter, der sich in seinem Hals gebildet hatte und sah in die dunklen Seelenspiegel, versuchte zu erforschen, was in dem Rüde vor sich ging. „Lass uns gehen.“ War es ein kläglicher Versuch den Älteren dazu zu animieren aufzustehen? Aus dem Seitenwinkle blickte Jin zu Ramyla. Ein tonloses Seufzen drang aus seiner schmalen Schnauze, als er wieder zu dem Rüden sah. Ohne nachzudenken presste er seinen Kopf in Mikas Halsbeuge und drückte sachte dagegen. „Komm schon“, murmelte er leise und noch voller kindlicher Hoffnung, dass der Ältere durch seinen ‚Schubs‘ endlich zur Besinnung kommen würde.


{ Ramyla & Sharouk & Lonato & Mika }

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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Sep 27, 2013 8:15 am

Herzschlag für Herzschlag sammelte sich seine Konzentration und Kraft wieder, bis er sich schon fast wieder vollständig in der Gegenwart fühlte. Seine Onyxaugen lagen ruhig auf dem braunen Welpen vor ihm. Er hatte diesen damals an sich gerissen und ehrlich gesagt hatte er nicht vor, ihn zwischendurch fallenzulassen. Er war vielleicht sein letztes Projekt, bevor er der Vergangenheit angehörte. Er wusste nicht, ob er es mit viel Lust verfolgen würde. Nach Blakes Absaufen schien vieles nur wage und verschwommen. Ruhig beobachtete er, wie der Welpe die Augen zukniff, nur um sie wenige Sekunden später wieder aufuzwingen. Doch so oft er seine Augen schließen würde, das Bild vor ihm würde nicht verschwinden. Verschlossene Augen - er verzog leicht die Schnauze. Mika würde viel lieber mit offenen Augen sterben. Ein letztes Bild einfangen, bevor alles verblasste. Letztenendes war der Gedanke, dass sein Blick zu einem leeren Starren werden würde auch sehr genugtuend. Jin starrte immer noch ziemlich ungläubig auf die beiden Leichen. Ein feines Lächeln zierte die Lefzen des Altwolfs, als der Welpe den Kopf schüttelte. Die erste Leiche, die er gesehen hatte, war die seiner alten Alpha gewesen, die er selbst umgebracht hatte. Davor, als Welpe noch, war er zwar auch mit dem Tod in Berührung gekommen, aber die Leiche war ziemlich tief gefallen und er war mehr empört darüber gewesen, dass sein kleiner Freund gerade jemanden die Klippe hinuntergeschubst hatte.

Interessiert folgte Mika Jin, wie er sich ihm langsam näherte. Er schien immer noch nicht den Blick von den Toten lösen zu können. Seine zögerliche Berührung war Mika fremd, als wäre Jin tot und nicht Blake. Der Kleine sah doch tatsächlich aus, als würde er sich Sorgen um ihn machen. Wie rührend... "Ich weiß, Jin.", antwortete er leichtfertig auf seine Aussage. Oh, dieser Welpe war noch schwach und anfällig. Er schien so zerrüttet, nur durch den bloßen Anblick. "Schau sie dir gut an. Tote geben doch ein wirklich friedliches Bild ab, nicht wahr?" Er schenkte dem Körper Blakes unter ihm einen schon fast liebevollen Blick. "Ist es dir etwas unangenehm hier, Jin? Siehst du denn nicht, wie versöhnt Blake und ich jetzt sind?" Er lachte leise. Er wusste nicht, ob er in diesem Moment wirklich Schmerz empfand. Ehrlich gesagt hatte er schon lange vergessen, was Schmerz war. Man wurde stumpf mit der Zeit, die man im Blutrausch verbringt. Er hatte sich zu lange barrikadiert und war nun ein Schatten, der Jahre übersprungen hatte. Ein Jungwolf mit alten Knochen, ein Wesen, wie es nie wieder eins geben würde. Er lächelte immer noch, als Jin sich an seinen Halskragen drückte. Er schien überzeugt, ihn wegbringen zu wollen. Aber wohin, bitteschön? Das Rudel konnte hier nicht so leicht weg. Vor allem da Ramyla im Moment nicht besonders kompatibel aussah und von Raziel würde er jetzt mal gar nicht sprechen. "Nein.", sprach er mit Nachdruck, hob eine schwere Pfote und drückte Jin fest mit dem einen Lauf an sich. "Du bleibst hier, Jin. Bei mir." Es fühlte sich so seltsam an, den jungen Körper an sich zu drücken. Er konnte das Herz des Welpen sogar schlagen hören.

{ Jin & Ramyla & Sharouk & Lonato }

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the bird underneath his paws ;; Cabezan
THE WORLD IS NOT AS BLACK AND WHITE
AS YOU NAIVELY BELIEVE

That's what happens when you cling to hope
You set yourself up for despair


Es lebe der Milchshake!
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Ares


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Di Okt 01, 2013 6:24 am

Ares konnte nicht glauben was sie da hörte, als der Rüde einen völlig anderen Namen rief, als ihrer es war. Verwechselte der Schwarze sie etwa mit einem anderen Wolf? Kann sein. Jedoch begann jener, welcher mit strahlend orangfarbenen Augen gesegnet war, frech auf ihre Frage zu antworten. Die silbergraue Fähe musste darauf nur lächelnt, ging ein paar Schritte auf den großen zu und setzte sich.
"Glaub mir - du wärst schon längst nicht mehr am Leben, wenn du wahrlich eine 'Mieze' gewesen wärst." -Eine Anspielung darauf, das die Schneeprinzessin schon eine ganze Weile in dem Wald verbrachte und der Hunger sie plagte. Die große Fähe musterte den Rüden. Jejen, welcher ein tiefschwarzes Fellkleid trug. Ares konnte nicht viel in dem Nebel erkennen, doch seine goldenen Augen schimmerten geradewegs hindurch, sodass sie niemals zu übersehen wären. Die blauäugige Wölfin neigte ihren Kopf leicht zur Seite, welches eine Geste war um auszudrücken das sie neugierig sei. Nach einer Weile stille, fing die, mit dem kalten Fell, an zu sprechen. Die Stimme klang rau und tief, doch neutral und gefühllos. "Ob ich 'Sie' gesehen habe, fragst du?" -Natürlich nicht, nur die Hälfte, ein Totenpaar, eine Fremde und die Grüche anderer Wölfe. Sie verengte ihre Augen und sprach in ruhigem Ton weiter. "Ich weiß nicht recht. Ich denke, dass hier nicht nur ein Rudel, sondern auch Fremde Wölfe sich hier herumtreiben. Zuletzt sah ich eine bunte Wölfin, welche  entsetzt mit einem alten, grauen diskutierte. Ein Welpe kam hinzu, ein brauner und ein Totenpaar an der Seite war zu sehen. Meinst du vielleicht diese?" -Von den anderen Wölfen verlohr sie weiter kein Wort, wenn es ihn interessieren würde, würde er fragen. Wer weiß, vielleicht findet das Rudel ja den Weg aus dem Wald und Ares könnte ihnen hinterher schleichen. Somit wär jedenfalls die Todesgefahr aus dem Weg geräumt, da die Schneeprinzessin schon seit einer Weile nichts mehr gegessen hatte. Sie war sich sicher: Lange, wird sie nicht mehr durchhalten.

Raziel // Wald // Spricht
{Kleiner Post. D8}

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Kalucy


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    So Okt 06, 2013 8:47 am

xx So hold on
Be strong
Everyday on we'll go
I'm here, don't you fear
Little one don't let go
xx


Zusammenreißen. Irgendwie musste sie sich… zusammenreißen. Es gab da doch einige Tricks, die sie sich zurecht gelegt hatte, oder nicht? Unsichtbar werden… Aber nein, das ging nun nicht mehr! Kayra hatte sie schließlich gesehen. Allerdings war das doch auch wieder gut, oder nicht? Denn die Augen, die da auf Kalucy ruhten, waren sanft… so sanft. Auf diese Weise war Kalu lange nicht mehr angesehen worden. Nun ja… wie auch? Wenn sie sich andauernd unsichtbar machte? Dummer, schwarzer Welpe. Doch eigentlich konnte sie sich nicht mehr darauf herausreden, das war kein Vorwand mehr… Sie war längst zur Jungwölfin herangewachsen. Zu einer schüchternen, kleinen Jungwölfin, die konfus durch die Welt stolperte… und sich mit Endlosschleifen-Gedanken aufhielt, anstatt zu antworten! Sie musste doch antworten, oder nicht…? War da eine Frage gewesen? Ja, sogar zwei! Und davor eine Beruhigung. Zumindest konnte Kalucy vermuten, dass es beruhigend gemeint gewesen war.
Nichts Lebendes…
Kalucy versuchte, tapfer die kleine, schmale Schnauze zu heben, die ihrem jungen Gesicht beinahe etwas Fuchsähnliches verlieh. Die großen Ohren passten normalerweise dazu, aber diese waren im Moment nahezu flach an den Körper gepresst. Vielleicht lag es unter anderem daran, dass Kayras Fragen nur bruchstückhaft bei Kalucy angekommen waren. Die Dunkle musste diese Bruchstücke kreativ zusammenzusetzen.
Nichts Lebendes…
"I-ich weiß n-nicht…"

Ja, was? Was wusste sie nicht? Oder besser: Was wusste sie? Da wurde sie schneller fertig… Aber nein! Da waren zwei ganz konkrete Fragen gewesen! Konzentration!
"Ich… weiß n-n-nicht, w-wo die anderen s-sind…"

Bitte, liebe Wolfsgötter, lasst das die Frage gewesen sein… und die richtige Antwort.

Frustriert ließ Kalucy die angelegten Ohren hängen und senkte den Blick. Als dieser auf einen spitzen, gekrümmten Knochen fiel, der direkt vor ihren Pfoten aus dem Boden ragte, machte die kleine Schwarze vor Schreck einen Satz in die Luft und stolperte mit klopfendem Herzen zu Kayra. Irgendwie wäre sie gerne noch klein genug gewesen, um sich zwischen den Pfoten der weißen Wölfin zu verstecken. Diese war zwar wirklich groß… aber Kalucy war eben verdammt nochmal kein Welpe mehr. Nie wieder. Wie traurig. Denn etwas anderes passte nicht zu ihr.
Kalu machte das Beste daraus und duckte sich an Kayras Seite, sodass sie fast nicht mehr war als ein kleiner Schatten neben einer großen, wunderschönen Wölfin. Also wunderbar unsichtbar.
"Kannst du… m-mich zurückbringen…?"

Hauchte Kalucy ganz leise. Hoffentlich konnte Kayra die geflüsterten Worte verstehen… immerhin stand die Jungwölfin nun direkt neben der weißen Fähe. Dennoch berührte Kalu das helle Fell nicht, vermied jeden Körperkontakt. Die Sternschnuppenaugen glänzten schüchtern, fragend und ein wenig hoffnungsvoll zu Kayra nach oben.
Kayra xx verloren im Nirgendwo

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Jin


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Do Okt 10, 2013 5:22 am

Er spürte wie die Furcht sich langsam durch seinen Körper fraß. Schleppend brachte es sich Stück für Stück weiter und schlang gierig alle anderen Gefühle runter. Jin hatte in seinem kurzen Leben schon so viel Schreckliches mitansehen müssen. Hass, Gewalt, Blut, Tod. Vielleicht müsste man nach den jüngsten Ereignissen eine gewisse Mauer um sich aufgebaut haben. Ein Selbstschutz damit man nicht zusammenfiel. Kleine Soldaten patrouillierten sein Herz wie einen wertvollen Schatz und versuchten Gefühle wie Trauer, Mitleid und Angst mit aller Macht abzuwehren. Sie taten dies, damit er zu keinem seelischen Wrack wurde. Doch der Herbstfarbende war auch nur ein junger Wolf und nicht immun gegen die grausamen Bilder. Sein Körper fing an zu zittern. Der Gestank ... Dieser modrige Geruch von den Toten biss sich in seiner Nase, benebelte seine Gedanken und ließ nur einen Wunsch in ihm aufflackern: Weg! Einfach die Läufe in die Pfoten nehmen und wegrennen. Doch wie konnte er verschwinden ohne Mika? Es ging nicht, auch wenn er wollte, sein Körper blieb sie verankert neben dem Größeren. Immer noch stemmte Jin seinen schlaksigen Leib gegen den Mischling. In seiner Angst sah er nicht, dass es nichts brachte, er wollte jedoch nicht aufgeben.  Was blieb ihm denn schon anderes übrig?

Tote geben ein friedliches Bild ab. Ein friedliches Bild. Kräftig schüttelte er seinen Kopf, als wolle er die Worte aus seinem Gedächtnis schütteln. Schon fast ungläubig sah er in die dunklen Augen seines Mentors, versuchte zu verstehen was das sollte. „N-nein!“ Jin wusste nicht an wen dieses Wort gerichtet war, als es laut über seinen Fang stolperte. Entweder an Mika, der merkwürdige Sachen von sich gab oder an sich selber, dass er langsam einem Wahn verfallen würde wenn es noch so weiter gehen würde. „Das bist nicht du, Mika! Du, du bist …“ Was? Was war er? Die Worte blieben in Jins Hals stecken. Ein Kloß bildete sich und gestaltete das Sprechen für ihn zu einer unbezwingbaren Hürde. Schwach!, echote es verräterisch in seinem Kopf. Die Ohren zuckten und seine Gesichtszüge entgleisten ihm. Mika, sein Mentor, der ihm so vieles gelehrt hatte, ihn zu einer besonderen Stärke geführt hatte, war nun kraftlos und gebrechlich geworden. Jin war so überrumpelt von dieser Erkenntnis, dass er viel zu spät die näherkommende Pfote Mikas bemerkte und ihm nächsten Moment spürte er einen starken Druck an seinen Kragen, der ihn nach unten presste. Die Seelenspiegel wurden zusammen gekniffen und keuchend versuchte der Jungwolf sich sogleich aus dem Griff zu befreien. „Was redest du da!“, zischte Jin mühevoll aus, da er sich weiterhin gegen den Rüden stemmte.

„Hier gibt es nichts mehr für dich zu holen! Sie sind tot, hörst du? Tot, tot, tot! Es wird auch nicht besser wenn wir hier bleiben und mit ihnen drauf gehen! Ich will noch nicht sterben!“ Jin war zum Ende hin immer lauter geworden und letztendlich schaffte er es aus Mikas Griff zu entkommen. Hastig sprang er einen Schritt zurück, bevor der Ältere ihn erneut packen konnte. Heiße Tränen der Wut blitzten in den hellen Augen auf. „Und du bleibst hier genauso wenig wie ich! Ich … Ich verbiete es!“ Jin kniff seine Augen minimal zusammen, legte die Ohren an seinen Hinterkopf und hob aufgebracht die Lefzen.

{ Mika & Co. }

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Mika


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BeitragThema: Re: Kapitel 8 - Himmelssünde    Fr Okt 11, 2013 9:46 am

Er hatte sich nie erhofft, verstanden zu werden. Nicht nachdem seine Jugendliebe zwischen seinen Fängen verstorben war. Deswegen war es ihm auch ziemlich gleich, dass ein kleiner Welpe wie Jin ihn nicht verstehen konnte. Unverständnis führte oft zur Angst und diese Gefühlsregung stand dem braunen Waisenkind deutlich ins Gesicht geschrieben. Gleichgültig betrachtete er diese Züge aus Tunnelaugen. Der Welpe war alt genug um sich der Realität zu stellen. Diese Erfahrung konnte ihm nur gut tun, sonst endete er noch wie diese hirnamputierte Sachi. Er selbst verstand nur schwer, was den Welpen eigentlich wirklich so beängstigte. Er selbst war anders gewesen in seinem Alter. Er hatte den Tod als Fakt akzeptiert und war weitergegangen, hatte nachgedacht, was es für das Kommende bedeuten würde und wie er sich verhalten musste. Jin zitterte wie Espenlaub und mit einem leichten Anflug von Ärger dachte Mika, dass man ihm dies lieber austreiben sollte. Ruhig sah er mit an, wie Jin alles abstreitete, was aus einem Maul kam. Der Welpe schien sich förmlich dagegen zu stemmen, den Tod zu akzeptieren, kam es Mika vor. Er lächelte leicht, als sich ihre Blicke erneut kreuzten, lächelte ein wissendes Lächeln.

"Sag ruhig Jin. Sprich aus, für was du mich hälst.", auffordernd erhob er seine Stimme. Was wusste Jin schon? Er schien so verzweifelt und überzeugt, dass er den Altwolf aus den Fängen der Toten retten musste. Was, dachte er denn, er würde senil werden? Er verdrehte leicht die Tunnelaugen. Nein, langsam wurde das etwas theatralisch.

"Ich bin weder dumm noch blind, Jin. Ich weiß, dass er tot ist, also halt die Schnauze.", fuhr er ihm in etwas schärferen Ton an und flachte seine großen vernarbten Ohren etwas an den Schädel an. "Jin, du hast Angst vor den Toten. Du hast Angst vor dem Tod.", fuhr er fort, die Augen lebendig funkelnd. "Die Lebenden sollten dir Angst machen, die beiden hier können nichts mehr tun, außer noch herumzugammeln." Mit der Schnauze stach er unsanft in das nach Tod müffelnde Fell des ehemaligen Alphas. "Sei keine Heulsuse. Ich dachte, du wärst stärker als das? Ich dachte, du wolltest mein Schüler sein?" Nun lächelte er wieder ein bisschen. "Das Rudel wird sich sammeln und wir werden bald weiterziehen. Schau dir Sharouk an, er hat sich auch zu uns gelegt, obwohl sein eigener Vater hier liegt. Also reiß dich zusammen." Er schnaubte leicht und ignorierte den Befehl des Jünglings, gähnte stattdessen demonstrativ und linste stattdessen kurz zu Ramyla und ihrem Sohn.

{ Jin & Co }

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